Wie Sie mit Affirmationen klopfen können

Wie Sie mit Affirmationen klopfen können

Haben Sie schon einmal versucht, mithilfe von Affirmationen Ihr Leben zu verändern? Auf den ersten Blick scheinen Affirmationen eine einfache und effektive Methode zu sein, Veränderungen in Gang zu bringen.  Leider stellt sich dann aber oft heraus, dass es doch nicht so einfach ist wie geglaubt. Vor allen Dingen dann nicht, wenn man ohnehin Glaubenssysteme hat, die durch belastende Kindheitserfahrungen, bzw. ein Bindungs- oder Entwicklungstrauma geprägt sind.

Aber beginnen wir ganz von vorn.

Was versteht man eigentlich unter Affirmationen?

Immer wieder komme ich hier auf meinem Blog auf Glaubenssätze zu sprechen, die den Großteil unseres Denken und Handeln bestimmen und steuern, meist unbewusst natürlich. Ein Glaubenssatz beinhaltet eine von uns angenommene Wahrheit, wie zum Beispiel „Ich kann nicht malen.“ Die meisten unserer Glaubenssätze haben wir von unserern Eltern übernommen und häufig sind sie uns in Fleisch und Blut übergegangen, weil wir sie von Anbeginn unseres Seins sozusagen aufgesogen haben. So kann es zum Beispiel sein, dass wir als Erwachsene das Gefühl haben, wir müssen um alles kämpfen, weil unsere Eltern uns schon dieses Gefühl vermittelt haben.

Unter Affirmationen verstehen wir Selbstbestätigungen oder -vergewisserungen, mit denen unser Unterbewusstsein „umprogrammieren“ werden soll. Die negativen Glaubenssätze sollen ersetzt werden durch positive, bestätigende Glaubenssätze – die man sich natürlich möglichst häufig vorsagen soll. Dafür gibt es viele verschiedene Ansätze, man kann sie täglich eine bestimmte Zeit lang schreiben, sich überall Zettel hinkleben, sich einen Bildschirmschoner damit einrichten, Hypnose- und Mediations-CDs anhören usw. Persönlich mag ich besonders den Ansatz, eine Affirmation beim Nordic Walken oder Laufen immer wieder vorzusagen, das hat eine äußerst hypnotische Wirkung.

Wie wirken Affirmationen?

Damit eine Affirmation wirken kann, sollte sie positiv formuliert werden, immer in der Gegenwart angesiedelt sein, am besten die Verben „haben“ oder „sein“ beinhalten, individuell und konkret sein. Die Wirkung von Affirmationen beruhen darauf, dass mit der Formulierung im Präsens ein Zustand bekräftigt wird, der sich durch die wiederholte Bestätigung verwirklicht. Das ist sowohl äußerst einfach, als auch äußerst genial. Allerdings muss man ein gehöriges Maß an Zeit investieren, 10 bis 20 Minuten täglich mindestens 100 Tage lang.

Warum haben aber viele Menschen ein Problem mit Affirmationen?

Das Einfache an Affirmationen ist das Schwere an Affirmationen. Um mit Affirmationen Erfolg zu haben, muss man den eigenen Kopf mal eine Weile ausschalten  – was für hochsensible Menschen ja öfter nicht so leicht ist. Es kann ganz schnell passieren, dass man dann denkt: „Ich bin aber doch NICHT …“ und dann funktioniert es schon nicht.

Schon gerät man in Stress. Statt dessen fühlt man sich noch viel schlechter als vorher, weil es ja so aussieht, als schafften alle anderen es mit dieser Technik, bloß man selbst ist irgendwie zu blöd dazu. Ich denke, dass es gerade für hochsensible Menschen auch eine Hürde sein kann, etwas zu sagen, was eigentlich ja noch nicht so ist, nicht unbedingt eine Lüge, aber etwas, was nicht der Wahrheit entspricht. Ich will ja nicht alle über einen Kamm scheren und weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber mir ist sehr an der „Wahrheit“ gelegen (zumindest meiner eigenen) und ich habe mich lange Zeit unglaublich schwer mit Affirmationen getan – obwohl ich gleichzeitig wusste, dass darin ein ganzes Schatzkästlein für mich verborgen liegt. Mal ganz ehrlich, so einen Satz wie „Ich lasse das Bedürfnis los, für alle anderen stark zu sein“ zu sich selbst zu sagen ist doch wunderbar …

Affirmationen können sogar kontraproduktiv sein

das hat Joanne Wood von der University of Waterloo schon vor Jahren in einer Studie herausgefunden. In dieser Studie wurde untersucht, ob die Stimmung und die Gefühle von Freiwilligen durch die Aussage „Ich bin eine liebenswerte Person“ beeinflusst wurde. Dazu wurden die teilnehmenden Personen in zwei verschiedene Gruppen eingeteilt, die sich durch ein großes und ein eher wenig ausgeprägtes Selbstbewusstsein unterschieden. Beide Gruppen hatten die Aufgabe, Fragen zu beantworten, ihre Gefühle zu beschreiben und anzugeben, ob sie gerne an bestimmten Aktivitäten teilnehmen würden. Einige Probanden hörten alle 15 Sekunden einen Gong, das Zeichen, das sie dann zu sich selbst sagen sollten „Ich bin eine liebenswerte Person“. Jetzt, wo ich das aufschreibe, stelle ich mir vor, dass das ganze Setting sowieso ein wenig stressend gewesen sein mag.

Wie auch immer, die Ergebnisse waren nicht überraschend: Bei den Personen mit einem wenig ausgeprägten Selbstbewusstsein hatte sich durch das Aufsagen des Satzes eine Verschlechterung der Stimmung ergeben, der Optimismus sank und sogar die Bereitschaft, an Aktivitäten teilzunehmen. Die Forscher glauben, dass durch das Aufsagen des Satzes den Teilnehmern mit weniger Selbstbewusstsein

die Diskrepanz zwischen dem Gesagten und dem eigenen Erleben

erst richtig deutlich geworden war. Wenn Sie zu den Menschen gehören, die eine schwere Kindheit hatten, mit vielen Belastungen, also vermutlich ein Bindungs- oder Belastungstrauma erlebt haben, haben Sie das vermutlich selbst schon erlebt. Das Fazit der Forscher:

Menschen mit einem geringen Selbstbewusstsein profitieren nicht von dieser Technik

Sie glauben außerdem, dass es in solchen Fällen eher Sinn mache, keine allgemeinen Aussagen zu treffen, sondern eher eine konkrete, zu der Person passende Aussage zu bestärken, wie z. B. : „Ich bin gut im …“ Übrigens gab es keine signifikante Verbesserung bei den Menschen mit einem guten Selbstbewusstsein, was aber vielleicht am Versuchsaufbau gelegen haben mag (der mir im Einzelnen nicht bekannt ist).

Ich glaube an Affirmationen, obwohl ich es bislang noch nicht geschafft habe, mich irgendwie umzupolen, denn

der Ja-aber-Effekt steht mir einfach im Weg

Vor kurzem habe ich aber begonnen, etwas umzusetzen, was ich schon sehr lange im Sinn habe, nämlich die Klopfakupressur für Affirmationen einzusetzen. Hochsensibilität ist häufig mit Selbstwertproblemen verbunden. Das EFT Klopfen ist einfach wunderbar geeignet, Schwierigkeiten mit dem Selbstwert- und der Selbstliebe aufzulösen. Häufig ist das durchaus ein längerer Prozess, das Thema ist äußerst vielschichtig und hat viele Erscheinungsformen, die manchmal auch nicht unbedingt etwas miteinander zu tun haben scheinen. Mir selbst begegnet das Thema auch immer wieder neu.

Der Clou

ist es, nicht die positive Affirmation zu klopfen, sondern die eigenen Gefühle zu der Affirmation. Wenn Sie also zu denjenigen gehören, die sich mit Affirmationen eher schwer tun,  könnten Sie dann Sätze klopfen wie „Auch wenn ich nicht weiß, ob ich eine liebenswerte Person bin …“ oder „Auch wenn ich nicht glauben kann, dass ich eine liebenswerte Person bin …“ oder „Auch wenn ich mich nicht liebenswert fühle …“ oder „Auch wenn ich nicht liebenswert bin …“. Zugegebenermaßen, das ist ziemlich starker Tobak.  Wenn Sie sich nicht alleine an solche Themen trauen, unterstütze ich Sie gerne im Coaching dabei. Denn: wenn Sie es schaffen, hier etwas aufzulösen, haben Sie schon einen riesigen Schritt gemacht.

Affirmationen finden

Ich habe zwei Affirmationsbücher, in denen ich immer wieder mal herumblättere (bislang, um mich eher an den schönen Sätzen zu erfreuen). 1. Das große Buch der Affirmationen, geschrieben von meiner Klopfakupressurlehrerin, Frau Dr. Susanne Marx. Es ist wunderbar übersichtlich in verschiedene Themenbereiche gegliedert, enthält außerdem einen großen Wissensteil über die Informationsverarbeitung im Gehirn etc. und lässt meines Erachtens keine Wünsche offen. 2. Heile deinen Körper, von Louise L. Hay. Der Untertitel Seelisch-geistige Gründe für körperliche Krankheit sagt schon aus, worum es geht: Louise L. Hay verbindet bestimmte Affirmationen mit bestimmten Krankheiten und liefert auch mögliche Gründe dazu (was ich immer äußerst spannend finde). So haben wir eine Möglichkeit, uns auf ganz unkonventionelle Weise mit Krankheiten oder körperlichen Problemen auseinanderzusetzen.

Ein kleines Update: Ich habe mich jetzt auf das Klopfen von Switchwords verlegt, dabei umgeht man nämlich die Widerstände des Verstandes.

Wenn Sie lernen wollen, wie man klopft und mehr wissen wollen über Hochsensibilität und Überforderung in Verbindung mit Entwicklungstrauma und belastenden Kindheitserfahrungen melden Sie sich gerne bei meinem Email-Kurs „Wieder weit werden an“.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Affirmationen gemacht? Wie immer freue ich mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen.

Herzlichst, Ihre
Monika Richrath

„EFT Klopftechnik  für Hochsensible“ –  Buchbesprechung mit Selbstversuch

„EFT Klopftechnik für Hochsensible“ – Buchbesprechung mit Selbstversuch

Am Anfang Bedenken: Als ich gebeten wurde, ein Buch über EFT für Hochsensible zu rezensieren, hielt ich das für gar keine gute Idee. Hochsensibel bin ich zwar (und wie!), aber ich glaube nicht an „so was“. Klopfsätze formulieren? Meridianpunkte mit den Fingerspitzen beklopfen? Was soll das? Dabei kommt man sich doch bestimmt total „bekloppt“ vor!

Eine Verfechterin der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) bin ich auch nicht, obwohl mir Qi Gong einmal in einer schwierigen Lebensphase tatsächlich nachhaltig geholfen hat. Zu Beginn des Unterrichts haben wir uns damals übrigens auch immer „abgeklopft“, und dieses „Abklopfen der Energiebahnen“ fühlte sich gleichzeitig entspannend und belebend an. Akupunktur dagegen, ein anderer Stützpfeiler der TCM, bewirkte bei mir eher das Gegenteil. Ich fühlte mich danach stundenlang wie ein pulsierendes kreiselndes menschliches Nadelkissen, obwohl die Dinger längst nicht mehr in mir steckten. Für Akupunktur ist meine Haut offenbar viel zu hochsensibel.

Geduld und Eigeninitiative erforderlich

Inzwischen habe ich das Buch von Monika Richrath gelesen, und bin positiv überrascht. Es ist kein „normales“ Buch, das man in einem Rutsch liest. Es ist eher ein Arbeitsbuch, das den Leser mit vielen „Satz-Übungen“ immer wieder auffordert, sich kritisch, aber liebevoll mit eigenen Verhaltensweisen, Denkmustern, erlernten Lehrsätzen, Befindlichkeiten, Körperempfindungen, „Schwachpunkten“ zu beschäftigen, aber auch die Stärken nicht zu vergessen. Im Mittelpunkt stehen dabei in der Tat die speziellen Problembereiche von Hochsensiblen. Allerdings wird vom Leser einiges an Eigeninitiative erwartet. Vor allem Disziplin und Geduld. Man sollte die Übungen nämlich am besten so häufig und regelmäßig durchführen, dass sie einem in Fleisch und Blut übergehen. Das dauert ein paar Tage. Leider fühlt man sich dabei genau so „bekloppt“ wie ich befürchtet hatte. Jedenfalls zunächst. Als mein Mann mich zufällig „beim Klopfen“ überraschte, reagierte er höchst erheitert, was ich gut nachvollziehen kann. Hätte ich auch. Ich machte trotzdem weiter. Schließlich versichert Monika Richrath immer wieder in ihrer sympathisch beruhigenden Art, dass sich ein (positiver) Effekt meist erst nach zwei Wochen einstellt. Okay. Zwei Wochen würde ich ja wohl durchhalten! Also fleißig klopfen, auch wenn es sich noch so „komisch“ anfühlt. Und das zwei- bis viermal am Tag, bei mir morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Zubettgehen. Heimlich und ungestört. Glücklicherweise verschwindet irgendwann das „alberne“ Gefühl. Aber erst nach ungefähr einer Woche. Danach geht es ganz leicht.

Katze mit EFT Klopftechnik für Hochsensible

Traumproblem und Überraschungsgäste

Da ich mit meiner Hochsensibilität in recht gutem Einvernehmen lebe, wusste ich zunächst gar nicht, welchen „Testbereich“ ich für mich wählen sollte. Schließlich entschied ich mich für ein gerade mal wieder akutes „Störfeld“. Seit Jahren ärgere ich mich darüber, dass ich von einer Person träume, mit der ich schon seit 20 Jahren keinen Kontakt mehr habe. Im Moment war es wieder mal besonders schlimm, und das nervte. Ich habe im Laufe der Jahre so gut wie alles versucht, um diese lästige Person „loszuwerden“, Rituale, Autosuggestion, luzides Träumen, sogar mehrere Therapiesitzungen, alles ohne Erfolg. Mein Klopfsatz lautete: „Obwohl ich so oft von K. träume, bin ich frei und ohne Groll“.  Das klopfte ich fortan zwei Mal täglich.  Merkwürdigerweise setzte die Wirkung fast sofort ein, seit dem Tag, an dem ich zum ersten Mal meinen Satz aussprach, ist  die lästige K. mir nicht mehr erschienen. Das ist jetzt vier Wochen her. So lange war sie noch nie abwesend! Als hätte mich die genaue Ausformulierung und das gedankliche Loslassen tatsächlich endlich befreit. Doch das ist nicht alles! Zu meiner Verblüffung ersetzte sie mein traumschaffendes Unterbewusstsein mit einem Riesenaufgebot von faszinierenden Ersatzdarstellern.  Sogar Audrey Hepburn, Barack Obama und Harrison Ford (in jungen Jahren) haben mich inzwischen im Traum besucht. Eindrucksvoll. Ich genieße es.

Um den Schlaf gebracht – ob das wohl klappt?

Klopfproblem 2 war bedeutend schwieriger. Seit einiger Zeit kann ich auffallend schlecht schlafen. Ich fürchte, dass mich die momentane Weltpolitik in Angst versetzt und um die Nachtruhe bringt. Immer wieder schrecke ich auf und finde nur schwer zurück in den Schlaf. Sogar mit Ersatzdarstellern und ohne die Auftritte von K.! Ich überlegte mir daher einen zweiten Klopfsatz: „Auch wenn ich diese Schlafstörungen habe, akzeptiere ich mich voll und ganz.“ Lange tat sich nichts. Aha, das funktioniert also nicht! Nach ein paar Tagen fielen mir „spontan“ allerlei Dinge auf, die ich unbedingt ändern sollte. Das Handy bekam Schlafzimmerverbot. Der Wecker mit den grellen Leuchtziffern wurde so gestellt, dass ich ihn nicht mehr sehen kann. Ich kaufte mir neue Ohrstöpsel, die richtig schön dicht sind und alles ausblenden. Mir fiel ein, dass ich eine Handcreme habe, die angenehm nach Orangen duftet. Damit creme ich mir jetzt abends die Hände ein und finde es sehr entspannend. Inzwischen schlafe ich schon etwas besser. Ob es an der neuen Schlafhygiene liegt oder am Klopfen, weiß ich nicht. Aber ohne die Ausformulierung des Klopfsatzes hätte ich mein nächtliches Umfeld wahrscheinlich nicht geändert, denn mir war vorher nicht bewusst, was mich nachts so alles stresst. Mal sehen, wie es weiter geht. Den Traumsatz habe ich seit zwei Wochen nicht mehr „gebraucht“, K. bleibt weiterhin verschwunden, und die Überraschungsgäste besuchen mich trotzdem noch. Die Schlafstörungen werde ich versuchsweise noch eine Weile beklopfen. Vielleicht tut sich da ja auch noch was?

Aufbau und Intention des Buchs

Das Buch ist gut und verständlich aufgebaut. Am Anfang steht die persönliche Einleitung der Autorin, in der sie beschreibt, wie nachhaltig EFT ihr eigenes Leben verändert hat.  Es folgen kleine Kapitel über Stress, eine genaue Einführung in die EFT-Klopftechnik und ein Kapitel über HS mit einer Checkliste „Symptome Hochsensibilität“. Gut lesbar und für Hochsensible sowohl informativ als auch interessant sind auch die Anfänge der einzelnen Kapitel (etwa zu Stress, Erschöpfung, dem Gefühl, „anders“ zu sein, zu Abgrenzung, Loslassen, Beziehungsprobleme und chronischen Krankheiten.) Immer wieder gibt es Fallgeschichten aus Monika Richraths Coaching Praxis und umfangreiche Tabellen mit vielen verschiedenen Sätzen aus diversen HS-Problembereichen, die individuell ergänzt werden können. Hier ist sicher für jeden etwas dabei. Selbst wenn man diese Teile nur liest und nicht „beklopft“, wird einem vieles bewusst, das man vielleicht ändern oder weniger kritisch betrachten sollte. Ziel ist ein liebevoller, verständnisvoller Umgang mit den besonderen (gelegentlich durchaus lästigen) Eigenheiten der Hochsensibilität, dem eigenen Körper, unterdrückten und vernachlässigten Gefühlen, Anforderungen, Überforderung, Belastungen, Reizüberflutung, Ängsten und Stress. Wer sich unsicher ist, ob er auch alles „richtig“ macht, hat die Möglichkeit, die Autorin zu kontaktieren und nachzufragen (sie reagiert sehr schnell und hilft einem geduldig weiter) oder sich ihre Videos im Internet (zu denen im Text Links aufgeführt werden) anzusehen. Am Ende des Buchs gibt es noch ein kleines Kapitel mit besonderen Tipps und Tricks. Monika Richraths Stil ist freundlich und einfühlsam, immer ermutigend, nie aufdringlich oder belehrend, und man merkt, dass sie von dem, was sie vermittelt, zutiefst überzeugt ist. Mir hat das Klopfexperiment wider Erwarten gefallen, und ich werde es genau wie meine Kurzmeditationen (mit denen ich mich am Anfang auch ziemlich schwer tat) sicher auch in Zukunft nutzen.

Beate Felten-Leidel

Beate Felten-Leidel

Autorin

ist freie Schriftstellerin und literarische Übersetzerin und lebt mit ihrem Mann und ihren Katzen in Köln. Sie hat selbst ein autobiografisches Buch über Hochsensibilität geschrieben.“ Webseite Autorenseite Amazon Autorenseite Psychiatrie Verlag
Aus EFT wird Klopfakupressur

Aus EFT wird Klopfakupressur

Wer hätte das gedacht? Als ich im Sommer des letzten Jahres die Korrekturfahnen meines Buches las, war ich auf der Webseite des EFT® Begründers Gary Craig, um mich über den aktuellen Stand der Dinge

zu informieren. Schließlich sollte in meinem Buch nichts Falsches stehen. Damals fand ich dort die Aussage, dass er seinen Klopfstandard mittlerweile Clinical EFT nennt. Ich habe dies in meinem Buch aufgenommen. So weit, so gut.

Ruhestand

2010 hatte sich Gary Craig nach einem Herzinfarkt für den Ruhestand entschieden und  die markenrechtlich geschützten Begriffe EFT® und Emotional Freedom Techniques® zur freien Verwendung der Öffentlichkeit „übergeben“, mit der Bitte, beides mit Integrität zu verwenden. Offenbar stieß er sich daran, dass manche Menschen versuchten, mit der Klopfakupressur Geld zu verdienen oder dass jeder die Technik so anwendete, wie es ihm oder ihr gefiel.

Stolperstein

Für mich selbst war das übrigens anfangs durchaus ein Stolperstein. Meine Bedenken, dass Gary Craig mein Angebot für hochsensible Menschen möglicherweise nicht billigen würde, hingen lange wie ein Mühlstein um meinen Hals. Schließlich hat Gary Craig EFT® überhaupt erst in die Welt gebracht und es fühlte sich fast an wie Ungehorsam gegenüber einer Autoritätsperson an – obwohl ich ihn nie persönlich getroffen habe. Diese Bedenken habe ich übrigens durch Klopfen aufgelöst, sehr nachhaltig.

Denn es hat sich im Laufe der Zeit herauskristallisiert, dass die ganz übliche Art zu klopfen für hochsensible Menschen nicht immer sinnvoll ist. Beispielsweise bereitet es schon vielen HSP Schwierigkeiten, den Stresswert vor und nach dem Klopfen zu beurteilen, so dass ich diesen Schritt bei meiner Anwendung der Klopfakupressur meistens weg lasse (Es gibt dafür allerdings auch Ausnahmen). Oder dass eine Minimalanwendung von 2–5 Minuten am Tag völlig ausreicht, um langfristig nachhaltige Verbesserungen und Veränderungen zu erreichen. Klar, auf den ersten Blick wirkt EFT® sonderbar, vielleicht sogar bizzar. Das sollte Sie aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich dabei um eine äußerst intensive Form der Körperarbeit handelt und für hochsensible Menschen gilt hier: Weniger ist einfach mehr. Das kann ich gar nicht genug betonen.

Official EFT®/Optimal EFT®

Vor kurzem erreichte mich nun die Meldung, dass Gary Craig wieder zurück ist, mit einem neuen Klopfstandard, dem Official EFT® oder Optimal EFT® , das nun als alleingültiger Klopfstandard über bestimmte Ausbildungszentren gelehrt und zertifiziert werden soll. Im Klartext bedeutet dies, dass es in Zukunft untersagt sein wird, den Begriff „EFT®-Trainer“ zu verwenden, bzw. diese Bezeichnung wird nur noch denjenigen zustehen, die besagte zertifizierte Ausbildung absolviert haben.

Sie als Privatperson können EFT® weiterhin anwenden,

so, wie Sie es möchten.

EFT tapping (or tapping acupressure)

Auf meinem Internetauftritt muss ich deutlich machen, dass ich weder Official EFT®, noch Optimal EFT® anbiete. Vielleicht ist Ihnen als aufmerksameR BeobachterIn schon aufgefallen, dass in den letzten Tagen das Wort EFT® zunehmend auf meinen Seiten verschwindet, bzw. durch das Wort EFT tapping (or tapping acupressure) ersetzt wurde. Dies wird nach und nach auf allen Seiten durchgesetzt. (Alternativ werde ich den Begriff EFT® basierte Klopfakupressur verwenden). Ich folge damit den Empfehlungen des ehemaligen EFT® D.A.CH Verbandes (nun Verband für Klopfakupressur e.V.). Viele andere AnbieterInnen werden ihre Angebote vermutlich ebenfalls auf Klopfakupressur umstellen. Die Idee dahinter ist es, sich mit einer anderen, nicht schützbaren Bezeichnung des mehr oder weniger gleichen Vorgangs unabhängig zu machen vom Begründer Gary Craig, der offenbar öfter mal neue Ideen hat … So hat die ganze Angelegenheit auch etwas sehr Befreiendes, sicher nicht nur für mich.

Bei Lesern, die gerade erst in die Materie eingestiegen sind, mag der neue Begriff vielleicht zu Verwirrung führen. Lassen Sie sich bitte explizit gesagt sein, dass außer dem neuen Namen alles beim Alten bleibt …

und natürlich ist dies auch ein geeigneter Moment, Gary Craig von Herzen dafür zu danken, dass er diese wunderbare Methode in die Welt gebracht hat. Vielleicht mag der/die eine oder andere Leserin ja auch mal erzählen, was sich im eigenen Leben durch das Klopfen verändert hat? Ich würde mich sehr freuen.

Herzlichst, Ihre

Monika Richrath

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