Was ist Heilung?

Was ist Heilung?

Gibt es Heilung?

Diese Frage wurde neulich in einer Facebook-Gruppe gestellt,  in der ich Mitglied bin. Da stellt sich doch die Frage, was Heilung eigentlich bedeutet? Und sieht das nicht für jeden anders aus?

Bei Wikipedia fand ich den interessanten Ansatz, dass

Heilung je nach Kontext verschiedene Bedeutung hat.

In der Medizin wird Heilung definiert als Wiederherstellen der Gesundheit, als Erreichen eines vorherigen Ausgangszustandes.

In der Psychotherapie wird der Begriff der Heilung gleichgesetzt mit einer Wiederherstellung der psychischen Gesundheit. Das ist natürlich sehr viel schwammiger und lässt viel Raum für Spekulation.

Ich glaube aber, dass diese Bedeutungen häufig verwechselt werden, und dass ich selbst diese Begriffe auch lange Zeit verwechselt habe.

Als ich so zurückgedacht habe, ist mir klar geworden, dass ich

Heilung  als eine Art „Wischtechnik“ begriffen habe.

Heilung bedeutete für mich etwas Ungutes wegzumachen, wegzuwischen. Um einen Zustand wiederherzustellen, in dem eine bestimmte Sache niemals passiert ist. Nur, wenn ich „geheilt“ wäre, wäre wieder alles gut, und ich könnte mit meinem Leben weitermachen.

Ganz schön naiv bin ich gewesen,

denke ich mir heute. Außerdem habe ich Heilung auch häufig gleichgesetzt mit „Ganzsein“. Das ist verständlich. Und wünschen wir uns nicht alle, ganz zu sein?

Das Problem an der Sache ist, dass ich, was mich betrifft, trotzdes Wunsches mich als „ganz“ zu empfinden, mich doch niemals so empfand.

Es kam mir im Gegeneil so vor, als sei ich eigentlich nur halb. Schon von Anfang an habe ich versucht, so wenig Raum einzunehmen wie möglich. Ich glaube schon, dass es da

einen Zusammenhang mit Hochsensibilität

gibt. Jedenfalls erinnere ich mich, dass ich schon als Kind darüber gestresst und betrübt war, dass „ich so wenig Raum einnehme“. Für ein Kind sind das, glaube ich, nicht so sehr typische Gedanken. Oder kennen Sie so etwas aus Ihrem eigenen Leben?

Beim Schreiben dieses Artikels wird mir klar, dass es diesen einen Moment, an dem ich mich als „heil“ hätte empfinden können, gar nicht gab.

Ja natürlich. Man kann mir entgegenhalten, dass ich mich unmöglich an meine ersten Jahre erinnern kann und folglich gar nicht wissen kann, was früher war. Das weiß ich natürlich nicht. Ich kann mich nur auf mein jetziges, aktuelles Gefühl verlassen. (Und ja, es ist mir bewusst, dass ich es mir in bestimmten Überzeugungen eingerichtet habe. Dass diese Überzeugungen irgendwann sicherlich veränderbar sind, aber jetzt gerade nicht.)

Was ich heute äußerst

naiv an meiner Vorstellung von Heilung finde,

ist, dass sie das Leben viel zu statisch sieht. Im Grunde genommen wird in dieser Vorstellung das Leben an sich vollkommen ausgeklammert. Das Leben ist einfach nicht so, dass man einfach etwas auf „Reset“ setzt und alles ist wie vorher.

Das Leben ist kein linearer Prozess. Es bildet vielmehr Schlaufen, Schleifen, Kurven, läuft rückwärts oder parallel.

Leben ist ein durchaus chaotischer Prozess.

Aber in und mit diesem Prozess verändern wir uns und wachsen. Vor einiger Zeit habe ich irgendwo gelesen, dass bei den – ich glaube, es waren Aborigines – Menschen nach einer Krankheit einen neuen Namen erhalten. Ich fand das sofort logisch, weil es meinem eigenen Erleben ziemlich nahe kommt.

Erst als ich begonnen habe, mich mit Trauma zu beschäftigen, hat sich mein Begriff von Heilung verändert.

In der Trauma-Arbeit bedeutet Heilung vielmehr „Integration“.

Dies bedeutet, dass belastende Erfahrungen in der eigenen Geschichte nicht mehr als chaotische, verstörende Einzelerlebnisse herumgeistern, sondern dass sie eine Erklärung bekommen, und einen Platz in der eigenen Biografie.

Was bedeutet, dass man zu einem Leben zurückkehrt, in dem gewissen Erfahrungen nicht ausradiert sind, sondern in dem man durch die Erfahrungen verändert wurde. Integration bedeutet immer voranzugehen.  Weiterzumachen. Sich der Erfahrungen bewusst zu sein, ohne von ihnen in massiver Weise beeinträchtigt zu werden (Obwohl es natürlich auch eine Definitionsfrage ist, was man als beeinträchtigend erlebt.).

Ich selbst stehe immer noch

am Anfang meiner Trauma-Reise.

Aber eines habe ich doch schon begriffen: dass wir einen sehr hohen Preis zahlen, wenn wir versuchen, unsere Gefühle abzuspalten und uns tot zu stellen. Und so erlebe ich Heilung persönlich gerade auch als die Fähigkeit und Bereitschaft, mich mit Gefühlen zu beschäftigen, die ich mir lange Zeit meines Lebens versagt habe.

Die Klopfakupressur bzw. das Klopfen haben mir auf diesem Weg unschätzbare Dienste geleistet. Weil ich durch das Klopfen herausgefunden habe, wie viel Freude eigentlich in mir steckt.

Und was bedeutet Heilung für Sie?  Wie immer freue ich mich, wenn Sie Ihre Meinung mit uns teilen.

Von Herzen, Ihre

Monika Richrath

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Geist über Materie – eine Rezension

Geist über Materie – eine Rezension

Dawson Church war mir schon lange bekannt als Wissenschaftler, der die Wirkung der Klopfakupressur untersucht und fördert. (Er gibt sogar eine Zeitschrift namens Energy Psychology heraus.)

Auf dem diesjährigen Heal-Summit war Dawson Church gleich zweimal vertreten mit einem Interview und einer Aufzeichnung einer Veranstaltung in Deutschland. Seine Vorträge fand ich so interessant und spannend, dass ich mir sein neues Buch „Geist über Materie“* umgehend bestellt habe. Und ich wurde nicht enttäuscht.  Ich empfehle es vorbehaltlos, vor allen Dingen allen Menschen, die sich mit Spiritualität ein wenig schwer tun oder sich nach Spiritualität sehnen, aber den Kopf nicht ausschalten können oder wollen – dies ist ein Phänomen, was häufig in der Hochsensibilität vorkommt.

Noch nie wurden mir wissenschaftliche Inhalte auf so angenehme, vergnügliche und unterhaltsame Weise vermittelt. Das liegt vor allen Dingen an der Präsentation, die ich als außergewöhnlich empfunden habe:

die einzelnen Kapitel sind in sehr, sehr kleine,

gut verdauliche Abschnitte

unterteilt.

Fast jeder Abschnitt enthält eine Abbildung, die sich auf den Inhalt bezieht (was es sehr viel einfacher macht, den Inhalt des Gelesenen zu verstehen und auch zu behalten). Und ganz ehrlich, ich finde es megaschade, dass Bücher für Erwachsene fast nie Bilder enthalten.

Beim besseren Behalten helfen auch die vielen kleinen eingestreuten Anekdoten und Geschichten aus dem Leben von Dawson Church und anderen Menschen.

In dem Buch geht es um die Frage, wie aus Gedanken Realität werden können, wie wir manifestieren, vor allen Dingen warum. Es geht um Fragen wie

wie Fernheilung funktioniert,

und Telepathie und warum jemand sich bei uns meldet, an den wir vor kurzem gedacht haben. Kurz: wie wir mit unserem subjektiven Geist auf unsere objektive Welt Einfluss nehmen können, wie Joe Dispenza in seinem Vorwort so schön schreibt.

Das ist alles andere als esoterischer Quatsch. Dawson Church beweist es uns anhand

vieler wissenschaftlicher Studien

und Erkenntnisse aus so unterschiedlichen Bereichen wie Elektromagnetismus, Epigenetik, Psychologie, Quantenphysik und mehr.

Ich selbst habe durchaus ein wenig Vorwissen, aber vieles von dem, was uns Dawson Church präsentiert, war auch für mich vollkommen neu, z. B., dass Materie durch die sie umgebenden Felder organisiert, d. h., angeordnet wird und nicht, dass sich die Felder erst nach dem Entstehen der Materie bilden. Oder dass das elektromagnetische Feld jedes Menschen etwa 5 Meter um den Körper herum erstreckt.

Was Kohärenz ist

und wie sie unser Leben bestimmt, warum alles mit allem verbunden ist. Was der nichtlokale Geist ist und wie man sich mit ihm verbindet.

Als Anwenderin der Klopfakupressur gefällt es mir natürlich besonders gut, dass Dawson Church sich auch immer wieder auf das Klopfen bezieht und uns völlig neue Einsichten und Erkenntnisse über die wundersame Wirkung des Klopfens vermittelt. Darüber schreibe ich demnächst noch mehr.

Auf jeden Fall fühle ich mich ein wenig lächerlich, weil ich die Klopfakupressur nur wegen des Stressabbaus und des  Serotonins so angepriesen habe. Klopfen hat nämlich für den ganzen Körper eine

äußerst wohltuende und gesundheitsfördernde Wirkung.

Für Dawson Church hat das Klopfen eine der Meditation identische Wirkung, das gefällt mir natürlich auch. Er hat sogar eine ganz spezielle Methode entwickelt, die Eco-Meditation, die Klopfen mit Meditation verbindet.

Einen sehr wichtigen Baustein des Buches habe ich noch nicht erwähnt und das sind die Anregungen, wie das Gelernte im eigenen persönlichen Leben umgesetzt werden kann. Am Ende jedes Kapitels finden sich kleine Handlungsanweisungen für die Woche. (Allerdings habe ich es nicht geschafft, pro Woche nur ein Kapitel zu lesen, ich war viel zu neugierig dazu!)

Alles in allem kann ich also sagen, dass „Geist über Materie“* – die erstaunliche Wissenschaft, wie das Gehirn die materielle Realität erschafft“ eines der ungewöhnlichsten Bücher ist, die ich je gelesen habe und definitiv zu den besten Büchern gehört, die ich dieses Jahr gelesen habe.

Konnte ich Sie für „Geist über Materie“* begeistern? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Von Herzen,

Ihre

Monika Richrath 

Dawson Church
„Geist über Materie“*
Momanda
ISBN 978-3-95628-025-2
19,99 EUR

de_DEDeutsch