Mediale Medizin – die Umsetzung Teil 1

Mediale Medizin – die Umsetzung Teil 1

Als ich das Buch Mediale Medizin* von Anthony William  in die Hand bekam, habe ich als erstes, ich gestehe es, im hinteren Teil nachgesehen, um mir die Empfehlungen von Anthony William zur Ernährung anzusehen. Meine erste Reaktion war eine bodenlose Enttäuschung, am liebsten hätte ich das Buch in die Ecke gepfeffert und es nie wieder in die Hand genommen …

Ausgerechnet Selleriesaft …

ist das beste Darmsanierungsmittel von Anthony William. Und das mir, wo ich Sellerie schon als Kind nicht mochte (und natürlich immer noch nicht mag!)

Aber ich habe dann einmal tief durchgeatmet, und beschlossen, das Buch trotzdem zu lesen (außerdem wollte ich es ja auch rezensieren) und als ich das Buch ausgelesen hatte, war  klar, dass ich Anthony William eine Chance einräume – eher, dass ich mir eine Chance einräume, wieder richtig gesund zu werden. Denn bis dieses Buch mich gefunden hat, war mir ehrlich gesagt überhaupt nicht klar, dass ich auch mit Heilpraktikern bislang nicht so richtig auf einen grünen Zweig gekommen bin (obwohl es natürlich eine ungeheure Entlastung ist, dass viele Dinge dort einfach bekannt sind und man nicht in eine

Ecke gestellt wird mit der Diagnose „psychosomatisch“,

bloß, weil der Arzt die Symptome des Epstein Barr Virus nicht kennt!)

Und natürlich ist mir beim Lesen des Buches auch gedämmert: das bin ich. Das hat einen Zusammenhang mit meiner körperlichen Leidensgeschichte – und ehrlich gesagt ist es mir vollkommen egal, ob sich

der Epstein-Barr-Virus oder Antikörper desselben in mir nachweisen lassen

oder nicht. Ich hatte in den 30ern eineinhalb Jahre lang immer wieder mit Pfeifferschem Drüsenfieber zu tun, obwohl meine Ärztin damals behauptet hat, das bekäme man nur einmal und dann nie wieder. Sie hatte einfach keine Ahnung …

Mittlerweile bringe ich Hochsensibilität und Hochsensitivität durchaus einen Zusammenhang mit dem Herpes Virus, aber natürlich nicht in einen direkt ursächlichen. Was ich meine ist Folgendes:

Wenn sich durch Hochsensibilität und belastende Kindheitserfahrungen ein Entwicklungstrauma oder Bindungstrauma entwickelt hat,

steht der Körper permanent unter Stress. Das kann zu einer Aktivierung oder Reaktivierung des vorhandenen EBV-Virus führen. Die Einzelheiten kannst du am besten im Buch von Anthony William nachlesen, es gibt eine Neuauflage 2022.

Ich versuche es mit der medialen Medizin,

allerdings wurde mir natürlich ganz schnell klar, dass ich die Empfehlungen von Anthony Willilam ganz individuell für mich anpassen muss. Nicht nur, dass ich den Geschmack von Sellerie hasse. Ich hasse auch die von ihm zur Entgiftung vorgeschlagenen Kräuter. Ich mag keine Petersilie und frischer Koriander schmeckt für mich nach Seife. Ich vertrage keine Rohkost oder nur wenig … und dass er vorschlägt, sehr viel Obst zu essen, wo doch alle Welt von Obst abrückt, ist auch ungewöhnlich. Nichtsdestotrotz, es gibt keine Alternativen für mich erst einmal.

Erst einmal probiere ich den Selleriesaft aus dem Reformhaus

Interessanterweise merke ich gleich nach dem ersten Glas, dass ich an dem Tag wesentlich mehr Energie habe. Den Saft kann ich auch trinken, allerdings handelt es sich dabei um Knollensellerie und nicht um den verlangten Staudensellerie. Weil es mit diesem Saft gut klappt, entscheide ich mich für den nächsten Schritt:

einen Entsafter zu kaufen

Ich habe mich für dieses Modell* entschieden. Hauptsächlich wegen des Preises, weil ich nicht sicher war, ob ich das wirklich durchziehen werde. Es sieht auch billig aus und macht den Eindruck, es könnte bei der ersten besten Gelegenheit kaputtgehen, aber es erfüllt seinen Zweck und hat bislang durchgehalten. Ehrlich gesagt,

ich hatte richtig Muffe vor meinem ersten Glas Selleriesaft

am ersten Tag habe ich nur ein kleines Glas voll getrunken. Die Überraschung meines Lebens: der Selleriesaft schmeckt gar nicht nach Sellerie, sondern ist einfach unbekannt und ich kann ihn trinken! Viel schwieriger erscheint es mir, dass ich meinen Tagesablauf neu strukturieren muss, denn nach dem Selleriesaft (der dazu da ist, den Salzsäuregehalt im Magen zu erhöhen, um die Kapazitäten des Verdauungstrakts aufzubauen) darf ich erst einmal 30 Minuten lang nichts essen. Ok, ich kann auch Tagebuch schreiben, ohne dabei Tee zu trinken …

Anschließend habe ich Listen erstellt

über Nahrungsmittel und Nahrungsmittelergänzungen, die jeweils gut geeignet sind, um meine diversen Krankheiten positiv zu beeinflussen. Aus der Nahrungsmittelliste habe ich ein Formular erstellt (das Sie sich hier herunterladen können – ich habe es extra im Excel-Format belassen, damit Sie es für sich anpassen können), auf der ich die Nahrungsmittel, die ich am Tag verwendet habe, ankreuzen kann. Das Ziel ist es, in einem bestimmten Zeitraum alle Nahrungsmittel mindestens einmal zu konsumieren, mit der Liste kann man sehr gut den Überblick behalten. (Ein sehr praktischer Nebeneffekt ist es, dass das Einkaufen viel schneller geht, weil ich zum großen Teil nur noch Sachen kaufe, die auf meiner Liste stehen).

Anschließend habe ich überprüft, wie viele der Nahrungsmittelergänzungen, die auf der Liste stehen, ich sowieso schon nehme. Das waren eine ganze Menge. Denn

eine Menge Erkrankungen wurden mir schon bescheinigt

  • Fibromyalgie (Wenn du wissen willst, was das ist, schau hier nach)
  • Hashimoto-Thyreoiditis
  • Nebennierenschwäche
  • Candida
  • Borreliose
  • chronische Gastritis
  • Reizdarm

Die meisten dieser Erkrankungen werden von Anthony William auch besprochen.

Mein erster Plan war es, auf allen Ebenen gleichzeitig zu arbeiten. Ich habe die meisten Sachen gegoogelt, und dann einiges bestellt, was äußerst vielversprechend klang und im Netz geradezu gepriesen wurde, wie Teufelskralle oder Asthaxanthin (das 600 x mehr Vitamin C haben soll als Orangen).

Eigentlich weiß ich, dass es blöd ist, mehr als eine neue Medizin am Tag zu nehmen, aber trotzdem habe ich begierig die Nahrungsergänzungsmittel Teufelskralle und Astaxanthin zusammen eingenommen, nachdem ich beides bekommen hatte, weil ich so versessen darauf war. Völlig unbesonnen, auch noch an einem Donnerstag, meinem Praxistag. Unbedacht auch, weil es mir sowieso irgendwie übel war.

der erste Eindruck war phänomenal:

plötzlich erfüllte mich ein ganz unbekannter Frieden, ein Zustand in dem alles perfekt war, einfach göttlich, ich war begeistert, beglückt,

bis der zweite Eindruck einsetzte:

mir fiel der Kreislauf total ab,  in den Keller. Ich schaffte es kaum bis in die Praxis, wo ich dann ganz viel grünen Tee in mich hineinschüttete. Zum Glück hatte ich an dem Tag nur einen Termin und konnte schnell wieder nach Hause. Um meinen Kreislauf anzukurbeln bin ich dann eine lange Strecke gelaufen, habe unterwegs noch einen Mandel-Macchiato Drink getrunken (mit echtem Kaffee), der richtig gut kam, so dass es mir am Nachmittag wieder halbwegs gut ging.

Die Übelkeit wurde dann allerdings immer schlimmer

so dass ich mich zuhause erst einmal an den Computer gesetzt und recherchiert habe über die Nebenwirkungen von Teufelskralle. Da stand es auch: Kann zu Übelkeit und Erbrechen führen. Und: beide Mittel senken den Blutdruck. Da mein Blutdruck sowieso tendenziell  niedrig ist, war klar:

ich muss etwas gegen meinen niedrigen Blutdruck tun

sonst kann ich vielleicht keines dieser Supermittel nehmen.

Meine erste Hilfe Maßnahme: Ich habe mir Korodin Tropfen gekauft, auf das ich im Laufe meines Lebens immer wieder zurückgegriffen habe. Man nimmt es nur dann, wenn man es braucht, das ist das Praktische. Allerdings muss man immer ein Würfel Zucker dabei haben. Mir sind wieder Heilsteine in den Sinn gekommen, die mir schon oft geholfen haben.

Heilstein gegen niedrigen Blutdruck

Folgende Steine sollen gegen niedrigen Blutdruck geeignet sein:

  • Rubin
  • Smaragd
  • Stern Rubin (eine ziemliche Investition)
  • Feueropal

Übrigens hat alleine der Selleriesaft auch eine blutdrucksenkende Wirkung. Ich habe mich für einen Rubin entschieden, den ich seitdem fast täglich trage.

Mit den Nahrungsergänzungsmitteln bin ich aber noch nicht fertig

Mir ist eingefallen, dass ich schon homöopathische Mittel einfach nur in die Hand genommen habe, weil eine orale Einnahme einfach zu stark war. Also habe ich die Teufelskralle einfach einmal in die Hand genommen, leider ist mir trotzdem davon wieder schlecht geworden. Darum habe ich beide Mittel erst einmal verbannt.

So oder so ist mir klargeworden, dass es zu chaotisch ist, wenn ich versuche, alle Krankheiten auf einmal anzugehen. Darum habe ich entschieden, ich konzentriere mich als erstes auf den Eppstein-Barr-Virus.

Folgende Mittel nehme ich jetzt ein:

Es ist gar nicht so einfach, all diese Mittel über den Tag zu verteilen. Zink ist problematisch, soll nicht mit anderen Sachen zusammen genommen werden und mit 2 Stunden Abstand zu einem anderen Mittel. Also Zink abends, nach dem Essen, Magnesium vor dem Schlafengehen und alles andere verteilt über den Morgen und Mittag.

Schade mit der Teufelskralle. Die stand bei Anthony William ganz oben auf der Liste. Dann probiere ich als nächstes Kolloidales Silber.

Eins habe ich noch nicht erwähnt:

um den Eppstein-Barr-Virus loszuwerden, ist es

sehr wichtig, auf welche Nahrungsmittel man verzichten sollte und welche sinnvoll sind,

da einige das EBV Virus aushungern und andere es füttern. Das ganze kann also nur einen Sinn machen, wenn man die Ernährung wirklich umstellt und folgendes meidet

  • Gluten
  • Milchprodukte
  • Soja
  • Mais
  • Rapsöl
  • Raffinierter Zucker
  • Eier
  • Schweinefleisch
  • Glutamat
  • Zitronensäure
  • Süßstoffe
  • künstliche und natürliche Aromen
  • Fisch aus Aquakultur

Und natürlich braucht man auch eine gewisse Konsequenz. Ich beginne mich ziemlich schnell über mich selbst zu ärgern, dass ich mich einerseits sehr anstrenge, diesen Virus loszuwerden, andererseits meine Bemühungen aber saboriere, indem ich irgendwelchen Mist zu mir nehme, wie Kartoffelchips z. B.

Was kann man denn da noch essen?

Zu mir wird häufig mal gesagt: darfst du überhaupt noch IRGENDWAS essen? Ich teile dieses Mitleid mit meiner Ernährung keineswegs, denn jetzt mag ich mein Essen wieder. Viele Obst finde ich genial und es tut mir sehr gut. Einen Obstsalat  kann ich mit 8 oder 9 Nahrungsmitteln aus meiner Liste machen und ehrlich gesagt, finde ich eher, dass ich wie Gott in Frankreich speise. (Obwohl es natürlich Schwachpunkte gibt …)

Ich habe ziemlich schnell abgenommen

und mein Körper verändert sich seitdem andauernd. Eine Hose, die ich auf dem Flohmarkt gekauft hatte, die am Anfang dieses Experiments ziemlich spack saß, ist mir nun zu groß … und das ist weit mehr an Veränderung, als irgendein anderes Mittel bislang bewirkt hat.

Ich entscheide, dabei zu bleiben und werde in Abständen weiter berichten, wie es mir damit geht und was ich ausprobiert habe.

Hast du vielleicht sogar schon eigene Erfahrungen gemacht mit Anthony William und seinen Ideen? Wie immer freue ich mich über deine Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

Mediale Medizin – eine Rezension

Mediale Medizin – eine Rezension

Das Buch „Mediale Medizin“ wurde mir von einer Klientin empfohlen und es ist in meinem Leben eingeschlagen wie eine Bombe.

Der Autor des Buches Mediale Medizin* ist Anthony William, der die Meinung vertritt, dass ein Großteil der heute bestehenden unerklärlichen Erkrankungen wie Fibromyalgie, Hashimoto, Nebennierenschwäche, MS, Diabetes Typ 2 etc. durch Viren ausgelöst werden, z. B. den Eppstein-Barr-Virus. Ich war sofort wie elektrisiert, als ich das hörte, denn in meinen frühen 30ern hatte ich geschlagene eineinhalb Jahre mit Pfeifferschem Drüsenfieber zu tun. Mir wurde schlagartig klar, dass

es mir bislang nicht gelungen ist, eine grundsätzliche Verbesserung meines Gesundheitszustandes zu erreichen

trotz mehrjähriger Heilpraktiker-Behandlungen, die mir zwar irgendwie geholfen, aber immer nur zu graduellen Verbesserungen geführt haben. Könnte dieses Buch vielleicht der Schlüssel für meine Gesundheit sein?

Das Buch ist zu einem besonderen Zeitpunkt in mein Leben gekommen: Gerade hatte ich am online Healing-Kongress teilgenommen, wo viele hochkarätige Speaker iwie Bruce Lipton, Joe Diszpenza, Deepak Chopra und andere zum Thema Heilung gesprochen haben. Eine sehr deutliche Aussage haben alle getroffen:

es gibt keine Autoimmunkrankheiten

dass der Körper sich NIEMALS selbst angreift und alles, was er tut, immer nur tut, um etwas anderes zu verhindern, was er als noch schlimmer erachtet. Anthony William war übrigens bei dem Kongress auch dabei.

Ich habe dieses Buch daher verschlungen. Danach ging es mir zwei Tage lang ziemlich blendend und hatte ich plötzlich ein ganz anderes Verhältnis zu meinem Körper, ich kann gar nicht sagen, welche unglaubliche Last von mir gefallen ist beim Gedanken daran, dass ich nicht schuld bin am Zustand meines Körpers. Es war phänomenal!

Für mich war der Inhalt des Buches wirklich überzeugend und plausibel (zumal ich gefühlt die Hälfte der in diesem Buch vorkommenden Krankheiten habe …)

Das Buch ist in vier verschiedene Teile gegliedert

Im ersten Teil geht es um Anthony William selbst, in dem er seinen beschwerlichen Weg als medizinisches Medium beschreibt und es um Grundsätzliches zu unerklärlichen Krankheiten geht.

Im zweiten Teil erfahren wir allerhand Wissenswertes über den Eppstein-Barr-Virus und den Zusammenhang mit Fibromyalgie, dem chronischen Müdigkeitssyndrom, Multiple Sklerose, Lupus, Hashimoto Thyreoidits, Tinnitus, Rheumatische Arthritis und Schwindel.

Im dritten Teil geht es um weitere unerklärliche Erkrankungen wie Typ 2 Diabetes, Hypoglykämie, Nebennierenschwäche, Candida, Migräne. Ein sehr ausführliches Kapitel befasst sich mit dem Varizella-Zoster-Virus (Gürtelrose), das ebenfalls für viele Folgeerkrankungen sorgen kann wie Jucken, Brennen, Krämpfe, Kopfschmerzen, chronische Migräne, Faszialisparese, Frozen Shoulder, Dickdarmentzündung, kraniomandibuläre Dysfunktion und Lyme Borreliose.

Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit ADHAS und Autismus. Es geht ebenfalls um Posttraumatische Belastungsstörungen, Depressionen, PMS und Menopause.

Bei allen hier aufgezählten Erkrankungen geht es dabei immer um die möglichen Ursachen und was sich dagegen tun lässt.

Im vierten Kapitel geht es dann um das Wiederherstellen der Darmgesundheit. William empfiehlt täglich einen halben Liter frischgepressten Selleriesaft.

Am Anfang war ich ganz bitterlich enttäuscht (ehrlich gesagt, hätte ich das Buch am liebsten in eine Ecke gepfeffert), weil Sellerie schon immer ein absolutes Bääähhh-Gemüse für mich ist. Ich habe mich trotzdem darauf eingelassen und: es wirkt! Dazu später mehr.

Im vierten Teil geht es ebenfalls um Nahrungsmittel oder Nahrungsmittelbestandteile, die es zu vermeiden gilt: Gluten, Milchprodukte, Soja, Rübenzucker, Rapsöl, Schweinefleisch, um mal die wichtigsten zu nennen. Und natürlich beschäftigt sich dieses Kapitel  mit Schwermetallbelastung und den Dos und Don’ts zur Entgiftung.

Meiner Meinung nach ist das Buch ausgezeichnet dafür geeignet, sich schon einmal selbst auf den Weg zu machen, denn es gibt zu jeder Erkrankung Empfehlungen für Nahrungsmittel, die bevorzugt verzehrt werden als auch Nahrungsergänzungsmittel, die den Heilungsprozess unterstützen.

Zwei Schwächen hat das Buch allerdings:

Zum einen habe ich ganz schmerzlich ein Schlagwortverzeichnis vermisst. Es wäre nützlich gewesen bei der Fülle der besprochenen Krankheiten.

Zum anderen weiß der Autor zwar um die eingeschränkte Entgiftungsfähigkeit der Leber bei vielen der angesprochenen Erkrankungen, hat es aber leider versäumt bei den ganzen Tipps zur Entgiftung darauf hinzuweisen, dass diese für viele Menschen aufgrund der geringen Entgiftungsfähigkeit gar nicht möglich sind, weil dies zu einer schlagartigen Verschlechterung des eigenen Befindens führen kann. Von daher habe ich mich überhaupt nicht mit der vorgeschlagenen Detox-Kur über 28 Tage beschäftigt, sondern mir einen ganz eigenen Ansatz überlegt. Wie viele andere Menschen vertrage ich nämlich nur wenig rohes Obst und Gemüse, welche für Anthony William ein Pfeiler auf dem Weg zur Heilung sind.

Das ganz besondere an diesem Buch ist,

dass Anthony William ein medizinisches Medium ist und Krankheiten bei anderen Menschen erkennen kann seit er vier Jahre alt ist.  Ich sehe und fühle schon förmlich jetzt, dass viele Stirnfalten meiner HSP-LeserInnen sich irritiert runzeln werden, weil sie sich gerne auf die Wissenschaft und ihre Errungenschaft verlassen.

Anthony William hat sein Wissen von einer anderen Ebene erhalten und die Wissenschaft hat zur Zeit keine Mittel und Wege, diese Behauptungen zu überprüfen. Bislang ist z. B. das Eppstein-Barr-Virus im Körper nicht mehr nachweisbar, lediglich ein Antikörpertest kann Aufschluss darüber geben, ob man eine Infektion mit diesem Virus durchlaufen hat.

Ich habe mich dafür entschieden, mich darauf einzulassen, denn meine letzten 20–30 Jahre waren gesundheitlich mehr als schwierig. Seit einem Jahr habe ich so viel in meinem Leben in Ordnung bringen können und es wäre an der Zeit, dass auch meine Gesundheit von der Ordnung erfasst wird. Ich bin weder mit der Schul-, noch mit der Alternativmedizin wirklich weitergekommen. Ich habe nichts zu verlieren. Daher habe ich mich entschieden, diesem Mann mein Vertrauen zu schenken.

HPU/KPU wird übrigens von Anthony William nicht erwähnt oder benannt, aber die mit der HPU verbundenen notwendigen Nahrungsergänzungen Zink*, Mangan und aktives Vitamin B6 tauchen immer wieder auf.

Übrigens fand ich kürzlich in einem anderen HPU-Buch alle diese Zusammenhänge ebenfalls angesprochen, wenn auch nicht so verbunden wie hier. Um Hochsensibilität geht es in diesem Buch überhaupt nicht, aber als geneigteR hochsensibleR LeserIn kann man sich ja an allen fünf Fingern abzählen, dass jedwede Zustände durch die  Hochsensibilität verschärft werden.

Bevor Sie nun losstürzen und sich die Nahrungsergänzungen besorgen, die für Ihre Erkrankungen notwendig sind, warten Sie doch noch meinen Blogbeitrag für die nächste Woche ab. Ich habe mich richtig in diesen neuen Weg hineingestürzt und werde über meine ersten Erfahrungen mit der Heilung nach Anthony William berichten und auch über die Erfahrungen, die ich mit den Nahrungsergänzungen gemacht habe, das war nämlich wirklich nicht ohne und erspare ich Ihnen sehr gern 😉

Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

Bildnachweise: Pixabay

Extrawurst

Extrawurst

Manchmal hadere ich mit meiner Hochsensibilität. Zum Beispiel, wenn ich das Gefühl habe, ich brauche immer eine Extrawurst – eine Situation, die zu meinem Leidwesen ziemlich häufig vorkommt.

Möglicherweise sind solche Situationen von außen betrachtet leicht schräg.

Es beginnt damit, dass mir jemand etwas anbietet, meist zu essen, eine kleine Süßigkeit, wie eine Praline oder ein Bonbon. Das ist immer Stress.

Meine erste Frage lautet dann immer (wenn ich es nicht genau weiß): „Ist da Zucker drin?“ Meist ruckt die Tüte oder der Teller dann noch etwas näher in meine Richtung, mit der fröhlichen Antwort „Nein.“ Dann muss ich sagen „Dann leider nicht“ – was sowieso schon schwer zu sagen ist, weil es eben nicht die erwartete Antwort ist. Manchmal (je nach Verfassung) sage ich noch zur Erklärung „Von Süßstoff wird mir schlecht.“ oder „Ich vertrage keinen Süßstoff.“

In diesem Augenblick fühle ich mich nie gut.

Es tut mir so leid, dass ich ein kleines Geschenk ablehnen muss. Ich habe das Gefühl, ein Verbindungsangebot abzulehnen, was überhaupt nicht meine Absicht ist. Sowieso ist das mal wieder typisch hochsensibel:

ich mache mir einen totalen Kopf

über eine ganz kleine Sache, an die die die meisten anderen Menschen keine Gedanken verschwenden. Das Schräge daran ist:

meine Ablehnung ist eine mühsam erkämpfte Errungenschaft.

Früher (und selbst heute kommt das zu meinem Leidwesen immer wieder vor), habe ich nämlich meistens auf meine Extrawurst verzichtet – eben um der Verbindung willen. Da ich sehr viele Nahrungsmittelunverträglichkeiten habe, passierte es im Grunde genommen sehr häufig, dass ich so Dinge zu mir nahm, die meinem Körper nicht sehr zuträglich waren. Aber ich war bereit, für diesen kurzen Moment der Verbindung den ganzen restlichen Tag mit einem Blähbauch herumzulaufen, supernervös zu sein oder mich sonst in irgendeiner Form unwohl zu fühlen. Ich war schlicht und einfach nicht in der Lage, mich abzugrenzen, auch in diesem kleinen, für mich sehr wichtigen Bereich, nicht. Ein Bonbon ist eben nicht nur ein Bonbon.

Nicht normal

Ganz abgesehen davon, dass jedes Mal, wenn mir etwas angeboten wird, sich irgendwie im Hinter (oder Vorder-?)grund etwas öffnet, als würde ich auf eine Szene in einem Theaterstück sehen, mit den Beteiligten als Darstellern. Das Stück heißt Normalität. Und alle anderen (meist findet das ganze in Gruppensettings statt), sind eben normal und können das Angebotene essen, nur ich nicht. „Ich bin eben nicht normal.“ Auch wenn ich weiß, dass das totaler Unsinn ist, und dass Normalität, so wie ich sie mir vorstelle, überhaupt nicht existiert, sondern nur eine Vorstellung in meinem Kopf und anderen Köpfen ist, schaffe ich es irgendwie nicht, diese Vorstellung abzulegen. Vielleicht sollte ich das mal klopfen, das wäre sicherlich sehr lohnend. Jedenfalls eine schöne Idee für ein neues Klopfvideo.

Vielleicht hatte es auch noch mit einer anderen Verhaltensweise zu tun, die ganz typisch für HSP ist:

Das Befinden anderer Menschen wichtiger einzustufen als das eigene.

Was war schon ein Abend Unwohlsein, wenn ich dafür niemanden gefühlt zurückweisen musste?

Das Bedürfnis nach Verbindung ist ja kein Bedürfnis, das nur HSP empfinden, es ist eines der wichtigsten menschlichen Bedürfnisse überhaupt. Ohne Verbindung mit anderen können wir uns nicht richtig entwickeln. Ich glaube, dass viele hochsensible Menschen sich mit der Ablehnung eines Verbindungsangebotes eher schwer tun, weil Verbindung selbst ein äußerst schwieriges Thema ist.

Das Gefühl anders zu sein, nicht in Ordnung,

schräg, zu komisch, überempfindlich usw., das viele hochsensible Menschen schon von Kindesbeinen an erfahren, führt häufig dazu, dass wir die Sicht der anderen auf uns selbst übernehmen. Dabei leidet nicht nur unser Selbstwert und unsere Selbstachtung. Wenn wir uns oft oder dauernd als anders als die anderen erleben, führt das oft zu einem Gefühl der Isolation, wir halten uns nicht für liebenswert, wir erleben uns nicht als mit anderen verbunden und in der Welt aufgehoben.

Außerdem haben sehr viele hochsensible Menschen ein sehr genaues Empfinden für soziale Interaktionen und ihre Bedeutung. Von daher ist es kein Wunder, dass ich mich so furchtbar schwer damit tue, ein Bonbon abzulehnen, das ich besser nicht annehmen sollte.

Verbindung zu mir

Im vergangenen Jahr ist sehr viel passiert. Die Arbeit mit meinen KlientInnen wirkt sich auf die eine oder andere Weise immer auch auf mein eigenes Leben aus. Außerdem klopfe ich selbst natürlich auch immer noch auch meine eigenen Themen.

Allmählich beginne ich ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass mein Verhalten, kleine Geschenke anzunehmen, weil ich es aus den o. g. Gründen einfach nicht über mich bringe, sie abzulehnen, mir unglaublich schadet, auf ganz vielen Ebenen, nicht nur auf der körperlichen. Denn jedes Mal, wenn ich etwas annehme, was ich nicht vertrage, verlasse ich mich selbst, gehe ich aus der Verbindung zu mir und meinem Körper heraus. Und: Ich kann keine gute Verbindung aufbauen zu anderen, wenn ich keine gute Verbindung zu mir habe. Und wenn der Preis der Verbindung zu jemandem ist, dass ich die Verbindung zu mir vollkommen verliere … dann stimmt einfach etwas nicht. Aber zum Glück lässt sich daran ja arbeiten …

Kennen Sie solche Situationen? Wie gehen Sie damit um? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

Bildquelle: Pixabay

Was die Seele essen will – eine Rezension

Was die Seele essen will – eine Rezension

2016 war offenbar ein Jahr mit äußerst spannenden Bucherscheinungen, die wegen der Krankheit meiner Mutter samt und sonders an mir vorbeigegangen sind. Zum Glück ist es aber nie zu spät, früher oder später finden die richtigen Bücher dann doch in mein Leben – was wieder mal zeigt, dass es einen richtigen Zeitpunkt gibt für alles …

2016 hätte ich dieses Buch vielleicht nicht zu würdigen gewusst, die vorgeschlagene Therapie als zu teuer abgelehnt und nicht verstehen können, auf welche magische Weise dieses Buch mein Leben verändern kann. Wie auch immer „Was die Seele essen will“ kam zu mir in einem Augenblick, indem ich tatsächlich (wieder einmal) relativ verzweifelt war wegen meiner Ernährung. Es gelang mir einfach nicht, grundsätzlich etwas zu bewegen in Sachen Vitalität und Gewicht. Spätestens, nachdem ich den Stimmungstyp-Test gemacht hatte, war klar, warum das so ist. Denn mir fehlen diverse Neurotransmitter.

Julia Ross, die Autorin

ist Psychotherapeutin und behandelt Ess-, Sucht,- und Stimmungsprobleme in der Nutritional Therapy Institute Clinic in Kalifornien und forscht im noch relativ unbekannten Feld der „Ernährungspsychologie“. Bei der Behandlung der Patienten in ihrer Klinik hat sie festgestellt, dass diese häufig Ungleichgewichte in der Gehirnchemie aufweisen, was zu bestimmten psychischen und körperlichen Symptomen führen kann. Lt. Julia Ross entstehen sogar durch den Mangel an bestimmten Stoffen im Gehirn Gefühle, die sie als unecht bezeichnet, auch wenn diese sehr real (und schmerzlich) erlebt werden.

Sie unterscheidet vier Stimmungstypen:

  1. Die dunkle Wolke (Serotoninmangel)
  2. Die Bla-Depression (zu wenig Katecholamine)
  3. Ein Übermaß an Stress (zu wenig GABA)
  4. Überempfindlichkeit (zu wenig Endorphine)

Ich hatte mich ehrlich schon öfters gefragt

ob Hochsensibilität vielleicht auch durch ein chemisches Ungleichgewicht im Körper versursacht werden kann?

von daher habe ich dieses Kapitel ziemlich aufgeregt verschlungen (Allerdings glaube ich, dass dies noch nicht der Weisheit letzter Schluss ist für die Gründe von Hochsensibilität).

Was das Buch „Was die Seele essen will“ so bestrickend macht, ist der Handbuchcharakter mit ganz klaren Handlungsanweisungen.

Am Anfang steht der bereits erwähnte Stimmungstyp-Test, mit dem Sie herausfinden können, was Ihnen fehlt. (In meinem Fall so ziemlich alles). Eigentlich sollten wir die erwähnten Neurotransmitter mit der Nahrung aufnehmen, was heute aber nicht in ausreichendem Maß passiert, weil entweder unsere Nahrung falsch ist oder an Nährwert eingebüßt hat.

Sobald klar ist, was Ihnen fehlt,

können Sie sich damit auseinandersetzen, welche Nahrungsergänzungen Ihnen beim Wiederherstellen der Hirnchemie helfen. Julia Ross hat hier jede Menge Pläne vorbereitet und gibt Ideen mit Stoffen, die helfen könnten und auch mit Alternativen. Zur Steigerung des Serotoninspiegels haben Sie beispielsweise verschiedene Optionen wie die Einnahme von L-Tryptophan, 5-HTP oder Johanniskrauttinktur.

Dies kann natürlich aber alles nur kurzfristig nützen, wenn nicht langfristig eine Ernährungsumstellung erfolgt, zu guter und proteinreicher Nahrung. Ein kleiner Rezeptteil (der zudem so gehalten ist, dass man Zutaten gut austauschen kann) hilft bei der Umorientierung und Umstellung. Mein Kritikpunkt ist hier allerdings, dass die Rezepte doch Zutaten aus der Schlechte-Laune-Nahrung enthalten – und sehr fleischlastig sind. Als Veganer werden Sie hier nur ganz bedingt fündig, obwohl ich schon glaube, dass die Sammlung sich zumindest als Ideengeber eignet.

Ebenso wichtig ist dabei der Verzicht auf alles, was Sie nicht vertragen. Julia Ross beschäftigt sich eingehend mit den Lebensmitteln, mit denen viele Menschen Schwierigkeiten haben, der

Schlechte-Laune-Nahrung.

Ich selbst weiß ja von meiner Gluten- und seit neuestem auch Kaseinunverträglichkeit, bin aber noch nicht auf die Idee gekommen, dass ich Soja nicht gut vertragen könnte. Der Verzicht auf Soja brachte fast sofort eine Besserung im körperlichen Wohlbefinden.

Was mir ganz besonders gefallen hat, ist dass Julia Ross das Thema HPU/KPU immer wieder zur Sprache bringt, eine Stoffwechselstörung, mit der viele hochsensible Menschen zu tun haben. Sie kann dafür sorgen, dass dem Körper wichtige Vitalstoffe fehlen, die für Umwandlung eines Stoffes in einen anderen benötigt werden.

Das ganz besondere, extragroße Plus sind die vielen Zusatzkapitel am Ende des Buches. Es gibt für jedes etwas: eines für die Schilddrüse, eines über HPU/KPU, eines über die Nebennieren, eines über Sexualhormone – zusätzlich zu einem extra Kapitel über Heißhunger und einem über Süchte. Ganz einfach erklärt uns Julia Ross dabei die Zusammenhänge, wie alle diese Organe miteinander zusammenhängen und aufeinander einwirken. Wir erfahren auch, warum Übergewicht, Gelüste und Süchte auch immer mit einem Neurotransmittermangel zusammenhängen, äußerst spannend.

Die Seiten mit den Extrawarnhinweisen fand ich besonders wertvoll. So wusste ich gleich, warum ich von dem Aminosäure-Kombi-Präparat (supergetestet beim Heilpraktiker) sofort Kopfschmerzen bekam. Es lag vermutlich an dem L-Phenylalanin, das ich als Hashimoto-Patientin offenbar nicht gut vertrage.

Summa Summarum, bin ich vollkommen begeistert von diesem Buch, und habe alle Kapitel hintereinander weg verschlungen.  Alle diese Nahrungsergänzungen kosten natürlich ihr Geld, aber wenn man die Gehirnchemie erst einmal wieder auf einen guten Weg gebracht hat, soll sie lt. Frau Ross auch so bleiben und ich für mich spricht nichts dagegen, es nach und nach umzusetzen. Ich probiere es erst einmal mit L-Tryptophan …

Ich bin natürlich neugierig, ob Sie vielleicht schon Erfahrungen mit der Einnahme von Neurotransmittern gemacht haben und was sich dadurch für Sie verändert hat. Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

Julia Ross
Was die Seele essen will – die Mood Cure*

Klett-Cotta
ISBN 978-3-608-96182-9
14,95 €

Der ganz besondere Humor hochsensibler Menschen

Der ganz besondere Humor hochsensibler Menschen

Nachdem ich in der letzten Zeit nicht so richtig viel zu lachen hatte (vielen lieben Dank für Ihre mitfühlenden Kommentare!), möchte ich mich diese Woche mal lustigeren Dingen zuwenden. Mir ist ein HSP-Witz zugeflogen, den ich so lustig fand, dass ich lauthals loslachte und meine Stimmung automatisch nach oben ging. Grund genug, mich mal mit dem ganz besonderen Humor hochsensibler Menschen auseinanderzusetzen.

Natürlich kann man nicht alle Menschen über einen Kamm scheren (manche Menschen fühlen sich durch das Korsett „Hochsensibilität“ eingeengt, aber ich glaube doch, dass die besondere Fähigkeit zum Mitleiden und Mitfühlen eine besondere Art des Humors bedingt.

Heutzutage ist das glaube ich nicht mehr so populär, aber früher gab es einemal eine Zeit, da war das der größte Renner überhaupt, kleine Filmclips aus Amateurvideos zu senden, wo vermeintlich komische Dinge geschehen, in denen Menschen einfach umfallen, Bruchlandungen hinlegen mit Maschinen und anderem oder Kleinkinder schmerzhafte Missgeschicke erleiden. Damals guckte ich noch relativ viel Fernsehen. Damals sah ich auch noch hin – obwohl es kaum jemals wirklich komisch war für mich.

Das einzige, worüber ich lachen konnte,

waren Tiervideos, bei denen niemand zu schaden kam. Ich erinnere mich an einen witzigen Clip von einer Katze, die offenbar ein Tennismatch im Fernsehen beobachtete, ihre Augen schossen im Rhythmus des Balles hin und her (vielleicht dachte sie, hier ist eine zu fangende Beute?), DAS fand ich komisch. Alles andere nicht. Ich konnte nicht darüber lachen, dass ein Ehepaar vor dem Altar ohnmächtig wurde aufgrund zu großer Hitze oder zuviel Alkoholgenuss am Abend vorher. Ich konnte nicht darüber lachen, wenn einem Kleinkind eine Katze aus dem Hinterhalt auf den Kopf sprang (das arme Kind bekam jetzt bestimmt ein Katzentrauma! und was waren das überhaupt für miese Eltern, die sowas lustig fanden?) und auch nicht darüber, dass jemand mit seinem Motorrad über etwas fuhr und sich richtig hinlegte. Warum sollte das komisch sein? Das war nicht komisch. Ich wand mich dann eher und es war fast ein bisschen so, als seien diese Dinge mir selbst zugestoßen (auch wenn ich nicht so weit gehen würde, zu sagen, dass ich ihren Schmerz empfand). Ich fand es einfach nur schrecklich. Irgendwann ist mir natürlich klargeworden (leider hat das ganz schön gedauert), dass ich selbst ja in der Hand habe, ob ich diese Emotionen erleiden muss oder nicht und habe einfach ausgemacht oder umgeschaltet, wenn so etwas lief.

Natürlich kann man nicht alle Menschen über einen Kamm scheren (manche Menschen fühlen sich durch das Korsett „Hochsensibilität“ eingeengt, aber ich glaube doch, dass die besondere Fähigkeit zum Mitleiden und Mitfühlen eine besondere Art des Humors bedingt.

Heutzutage ist das glaube ich nicht mehr so populär, aber früher gab es einemal eine Zeit, da war das der größte Renner überhaupt, kleine Filmclips aus Amateurvideos zu senden, wo vermeintlich komische Dinge geschehen, in denen Menschen einfach umfallen, Bruchlandungen hinlegen mit Maschinen und anderem oder Kleinkinder schmerzhafte Missgeschicke erleiden. Damals guckte ich noch relativ viel Fernsehen. Damals sah ich auch noch hin – obwohl es kaum jemals wirklich komisch war für mich.

Das einzige, worüber ich lachen konnte,

waren Tiervideos, bei denen niemand zu schaden kam. Ich erinnere mich an einen witzigen Clip von einer Katze, die offenbar ein Tennismatch im Fernsehen beobachtete, ihre Augen schossen im Rhythmus des Balles hin und her (vielleicht dachte sie, hier ist eine zu fangende Beute?), DAS fand ich komisch. Alles andere nicht. Ich konnte nicht darüber lachen, dass ein Ehepaar vor dem Altar ohnmächtig wurde aufgrund zu großer Hitze oder zuviel Alkoholgenuss am Abend vorher. Ich konnte nicht darüber lachen, wenn einem Kleinkind eine Katze aus dem Hinterhalt auf den Kopf sprang (das arme Kind bekam jetzt bestimmt ein Katzentrauma! und was waren das überhaupt für miese Eltern, die sowas lustig fanden?) und auch nicht darüber, dass jemand mit seinem Motorrad über etwas fuhr und sich richtig hinlegte. Warum sollte das komisch sein? Das war nicht komisch. Ich wand mich dann eher und es war fast ein bisschen so, als seien diese Dinge mir selbst zugestoßen (auch wenn ich nicht so weit gehen würde, zu sagen, dass ich ihren Schmerz empfand). Ich fand es einfach nur schrecklich. Irgendwann ist mir natürlich klargeworden (leider hat das ganz schön gedauert), dass ich selbst ja in der Hand habe, ob ich diese Emotionen erleiden muss oder nicht und habe einfach ausgemacht oder umgeschaltet, wenn so etwas lief. 

Kommt ein Neutron in eine Bar. Sagt der Türsteher: „Sorry – nur für geladene Gäste!“

Als HSP lachen wir vermutlich viel zu wenig

weil wir vieles so schwer und ernst nehmen, uns über Gebühr Sorgen machen oder vielleicht einfach sowieso viel zu viel in unserem Kopf sind.

Mit dem Humor ist es aber so eine Sache. Mein Problem ist, dass mein Humorzentrum auch in Filmen häufig gar nicht getroffen wird. Klamauk kann ich überhaupt nicht ausstehen. Dabei muss lustig nicht weichgespült sein, es darf auch schon mal krass sein. Sicher ist bloß, mein Begriff von lustig liegt meistens nicht im Mainstream. Ein Fisch namens Wanda fand ich blöd, Little Miss Sunshine dagegen herrlich.

Im Freundeskreis hat es sich bei einigen Menschen schon etabliert, dass man mir sagen muss, dass jemand ein Scherzle gemacht hat, wenn ich überhaupt nicht reagiere oder ratlos gucke.

Das bedeutet aber nicht, dass ich ein Trauerkloß bin

oder superernst. Ganz im Gegenteil. Ich lache wahnsinnig gerne – auch wenn ich das in letzter Zeit schon mal vergessen habe. Zu den Sternstunden meines Lebens gehört, dass ich einmal ein ganzes Kino zum Lachen gebracht habe! Am Ende wusste außer mir und meiner Begleitung niemand, woher dieser allgemeine Heiterkeitsausbruch kam.

Und so oder so ist die große Errungenschaft meines Lebens ohnehin, dass ich meine grundsätzliche Niedergeschlagenheit und Depressivität hinter mir gelassen und zu meiner Fröhlichkeit gefunden habe (durch die Klopfakupressur).

Gerne hätte ich Sie mit ein paar intelligenten Witzen erfreut

Das erwies sich jedoch als gar nicht so einfach. Ich bin eine Weile im Netz auf die Suche gegangen und auf verschiedene Einträge gestoßen, die mir „intelligente Witze“ versprachen. Peinlicherweise standen auf jeder dieser Seiten dieselben 10 Witze. Vielleicht können Sie lachen über „Überheblich? Moi?“ Ich fand es nicht komisch. Der einzige Witz, der mir dort gefiel, war der mit dem Neutron.

Ein Philosoph und ein Pfarrer streiten sich darum, welcher der beiden von ihnen vertretenen Disziplinen der höhere Rang zukomme. Spöttisch meint der Pfarrer „Philosophie ist, als ob jemand in einem dunklen Raum mit verbundenen Augen eine schwarze Katze sucht, die es gar nicht gibt.“ Darauf antwortet der Philosoph „Theologie ist, als ob jemand in einem dunklen Raum mit verbundenen Augen eine schwarze Katze sucht, die gar nicht da ist und plötzlich ruft: „Ich hab sie!“

Dabei wäre es wirklich gut, mehr zu lachen

weil es so unglaubliche und vielfältige gute Auswirkungen auf unseren Geist und unseren Körper hat.

Lachen regt grundsätzlich den Stoffwechsel an, leider allerdings nur kurz. Durch das Lachen gelangt viel mehr Luft in die Lunge und mehr Sauerstoff ins Blut. Das Herz schlägt schneller und pumpt das mit Blut, das mit mehr Sauerstoff angereichert wurde, durch den Körper. Dies regt sogar den Stoffwechsel an. Aber, wie gesagt, nur kurz. Danach entspannt sich der Körper wieder.

Das ist aber noch nicht alles: Beim Lachen werden Endorphine (Glückshormone) ausgeschüttet. Das Stresshormon Adrenalin wird unterdrückt.  Außerdem werden durch das Lachen Antikörper gebildet, die der Körper zum Schutz vor Viren und Bakterien benötigt. Lachen ist also eine rundum gute Sache! Für uns als hochsensible Menschen ganz besonders!

Die besten HSP-Witze

wollte ich Ihnen hier vorstellen, die ich finden konnte. Aber wissen Sie was? Außer diesem einen, den ich mir bis zum Schluss aufhebe, habe ich nicht einen einzigen HSP-Witz gefunden. Nur jede Menge Ich-bin-nicht-so-wie-ihr-Sprüche auf Instagramm. Die ich noch dazu mir nicht in Ruhe ansehen durfte, sondern mir gleich ein Instagramm-Konto erstellen sollte – wozu ich keine Lust hatte.

Jedenfalls finde ich das Fehlen von HSP-Witzen sehr schade. Über den Witz und die Selbstironie dieses Witzes kann ich immer wieder lachen. Ich finde, von solchen Witzen brauchen wir mehr!

Treffen sich zwei Hochsensible. Sagt der eine zum anderen: „Dir geht es gut. Wie geht es mir?“

Worüber lachen Sie?

Was finden Sie witzig, lustig, amüsant? Schreiben Sie Ihren Lieblingswitz in die Kommentare und bringen Sie uns zum Lachen!

Ich freue mich jetzt schon auf Ihre Kommentare!

Herzlichst, Ihre

Monika Richrath

Bildquelle: Pixabay

Schmerz lass nach!

Schmerz lass nach!

Eigentlich hatte ich nur eine ganz kleine Blogpause geplant, um wieder einmal tief durchzuatmen, schöne Dinge mit meiner Nichte zu unternehmen und meine Seele ein bisschen baumeln zu lassen. Leider ist dieser schöne Plan nicht so richtig aufgegangen, denn ich musste mich unerwartet sehr intensiv mit dem Thema Schmerz auseinandersetzen – dies war schlussendlich auch der Grund dafür, dass meine Blogpause sich dann sehr in die Länge gezogen hat …

Ein Zahn, genau gesagt, der Zahn Nr. 12,  hat mein aktuelles Schmerzdebakel ausgelöst. Eigentlich ist Nr. 12 schon lange tot. Und weil ich immer wieder mit den Zähnen zu tun habe und mein Zahnfleisch sich in einem chronisch schlechten Zustand befindet, hat es eine ganze Weile gedauert, bis ich merkte, dass ich es diesmal nicht mit der üblichen Zahnfleischentzündung zu tun hatte, sondern viel mehr im Busch ist …

Beim Zahnarzt stehe ich mit meiner Hochsensibilität besonders auf Kriegsfuß

(Dazu habe ich schon verschiedene Beiträge veröffentlicht.)

Es beginnt damit, dass ich Schmerzen wahrnehme, wenn noch gar nichts zu sehen ist (häufig muss ich tatsächlich mehrmals zum Arzt, bis die Ursache erkannt werden kann)

Die Spritzen tun mir so weh, dass im Grunde genommen nach der Spritze schon alles gelaufen ist, weil ich mich so anstrengen muss, nicht zu weinen und „groß, stark und erwachsen“ zu bleiben, dass ich dann schon in einem emotionalen Ausnahmezustand bin.

Mir ist erst vor kurzem klargeworden, dass alle Arten von Zahnarztbesuchen vermutlich bei mir verschiedene Erlebnisse von Polypenoperationen als Kind triggern (ich nehme an, wegen der weißen Kittel und der Instrumente). Vielleicht ist das der Auslöser einer großen Zahnarzt-Angst, von der ich mich in meinen frühen Erwachsenenjahren habe verleiten lassen, jeglichen Zahnartztbesuch für den unglaublichen Zeitraum von zehn Jahren überhaupt zu meiden. Was dann wiederum dazu geführt hat, dass ich heute mindestens alle 3 Monate zum Zahnarzt gehen muss … und wenn ich das nicht tue, rächt sich das auf jeden Fall. Zum Zahnarzt zu gehen, bedeutet für mich einen Megastress.

Danach bin ich immer völlig fertig und geschafft

und muss mir was Schönes gönnen, wenn ich dann wieder essen darf (zum Glück dauert das heute ja nicht mehr so lange wie früher!). Zumindest habe ich dann die Gewissheit, dass es eine ganze Weile dauern wird, bis ich wieder hin muss.

Diesmal war es leider anders. Mein Zahnfleisch blies sich auf und entwickelte sich zu einer Megaentzündung –  ich erspare Ihnen die hässlichen Einzelheiten – jedenfalls musste ich alle paar Tage hin und hatte sogar schon die private Telefonnummer meiner Ärztin für den Fall, dass ein Notfall am Wochenende einträte … Zum Glück kam es nicht so weit. Das Antibiotikum schlug allerdings nur sehr zögerlich an und wenn es eine Sache gab, die mir in dieser Zeit wirklich half, dann waren es die Endorphine, die ich zu diesem Zeitpunkt aus anderen Gründen eingenommen habe. Zuguterletzt hat sich dann herausgestellt, dass ich eine große Zyste an der Zahnwurzel habe, die operiert werden muss. Und es gab dann noch einmal einen Schreck, als ich erfuhr, dass es nur eine 50%ige Erfolgschance gibt …Dummerweise musste ich mich AN ORT UND STELLE ENTSCHEIDEN. Und wie viele andere hochsensible Menschen auch, habe ich ein echtes Problem mit schnellen Entscheidungen. Also habe ich mich für die Lösung mit dem (wie mir schien) geringsten Aufwand entschieden. Erstmal Zyste raus und auf Heilung hoffen.

Ich habe meine Zahn-OP ordentlich vorher beklopft, was mir auch geholfen hat – immerhin bin ich nach der OP vollkommen ohne Schmerzmittel ausgekommen!

Das hat mich auf die Idee gebracht, mich einmal näher mit dem Thema Schmerz zu beschäftigen. Ich habe mich gefragt, ob hochsensible Menschen vielleicht mehr Schmerzrezeptoren haben als andere, weniger empfindliche Menschen?

Schmerz wird definiert als ein unangenehmes, vielleicht auch heftiges Sinneserlebnis, das mit Gewebeschäden verbunden sein kann, aber nicht zwangsläufig verbunden sein muss. Die tatsächliche Funktion von Schmerz ist es, uns zu warnen und darauf aufmerksam zu machen, dass uns evtl. eine solche Gewebeschädigung bevorsteht. Schmerzwahrnehmung wird als

Nozizeption

bezeichnet und ist, wie andere Wahrnehmungsfähigkeiten auch, vollkommen individuell. Die Schmerzrezeptoren werden dementsprechend Nozizeptoren genannt. Rund 3 Millionen davon soll unser Körper besitzen. Dabei handelt es sich um die verzweigten Enden von Nervenfasern, die in allen schmerzempfindlichen Geweben unseres Körpers vorkommen. Sie reagieren empfindlich auf Dehnung, Druck oder Temperatur. Der so aufgenommene Reiz wird in ein elektrisches Signal umgewandelt und über spezielle Nervenfasern an das Nervensystem im Rückenmark gesendet (dabei sind bestimmte Nervenfasern für bestimmte Schmerzformen zuständig). Von dort aus werden die Schmerzsignale dann ins Gehirn geschickt, um uns zur Handlung zu bewegen.

Die Antwort auf die Frage, ob hochsensible Menschen vielleicht mehr Schmerzrezeptoren haben als andere muss ich leider schuldig bleiben. Aber wenn wir uns vor Augen halten, dass Hochsensibilität erwiesenermaßen mit einer intensiveren Verarbeitung der Sinneseindrücke einhergeht, reicht das fürs erste vielleicht schon. Ob es nun daran liegt, dass wir mehr Schmerzrezeptoren haben oder uns vielleicht bestimmte Neurotransmitter im Gehirnstoffwechsel fehlen, die für die Verarbeitung von Schmerzreizen benötigt werden oder noch etwas ganz anderes wird hoffentlich noch jemand in diesem Leben erforschen … Sicher ist:

Die Schmerzwahrnehmung ist nie ganz gleich,

was nicht nur mit unterschiedlichen Tageszeiten zu tun hat, sondern auch individuellen Befindlichkeiten, bzw. mit der Gefühlsverarbeitung, die ebenfalls am Schmerzgeschehen beteiligt ist.

Besonders tragisch wird es,

wenn der Schmerz chronisch wird,

obwohl der ursprüngliche Schmerz schon lange nicht mehr besteht. Menschen mit Fibromyalgie wissen jedenfalls ein Lied davon zu singen. Für chronischen Schmerz kommen offenbar jeweils unterschiedliche Ursachen in Betracht.

Bei Fibromyalgie geht man z. B. davon aus, dass die Nervenenden geschädigt wurden. Beim Reizdarmsyzndrom hingegen haben Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Menschen mit einem Reizdarm über mehr Schmerzrezeptoren im Dickdarmggewebe verfügen als andere … man kann offenbar also mehr Schmerzrezeptoren verfügen …

Meine Zahngeschichte ist noch nicht zuende

leider, leider. Die Zyste wurde operiert und eine Woche lang habe ich mich super gefühlt. Nach einer Woche war es vorbei, der Zahn beginnt wieder zu pochen und zu drücken und ich denke, der will doch raus. Mist. Hätte ich mich doch besser anders entschieden. Am Sonntagmorgen, wo ich den letzten Absatz dieses Artikels schreibe, sitze ich hier, während mein Zahn weiter sanft vor sich hin pocht. Der Chirurg hat sich glattweg geweigert, ihn zu ziehen („Wieso? Sieht doch alles super aus. Sie müssen Geduld haben.“) Meine Zahnärztin ist jetzt im Urlaub und mir bleibt nichts, als darauf zu warten, dass sie wiederkommt, ohne die Gewissheit zu haben, dass es mir gelingen wird, sie davon zu überzeugen, dass es sinnvoll ist, mir den Zahn zu ziehen … Vielleicht beschäftige ich mich in der Zwischenzeit einmal mit dem Thema holistische Zahngesundheit …

Was für Erfahrungen machen Sie mit Ihren hochsensiblen Zähnen? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

 

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