Über soziale Phobie

Über soziale Phobie

Letzte Woche bin ich auf dem Weg von meiner Praxis nach Hause mit dem Fahrrad in einen richtig heftigen Regen geraten. Zugegebenermaßen hatte es schon vorher nicht gerade gut ausgesehen, aber ich war äußerst motiviert, mich wieder einmal ordentlich zu bewegen, habe ein Regencape fürs Fahrrad eingesteckt und es gewagt. Und darum stand ich ein paar Stunden später tropfnass wie ein großer Zwerg in einem Drogeriemarkt und fühlte mich so richtig bescheuert.

Radfahren bei regen hat mich zu erkenntnissen über meine hochsensibilität und soziale phobie gebracht

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Ich hatte es geschafft, meine Sachen einzukaufen, ohne mit anderen Menschen zusammenzustoßen und sie nass zu machen. Aber dafür hatte ich meinen Rucksack ausziehen müssen, um das Portemonnaie herauszuholen und meine Einkäufe einzupacken. Den Rucksack wieder anzuziehen hatte auch geklappt. Aber dann stand ich ziemlich hilflos da. Ein Blick durch das Fenster zeigte mir, dass der Regen an Intensität eher noch zugenommen hatte. Und ich bekam das blöde Regencape einfach nicht über den Rucksack. Dazu hätte ich besondere körperliche Fertigkeiten besitzen müssen.

Da stand ich nun mit meinem Regencape. Der Vergleich mit einem großen Zwerg war sicherlich nicht so weit hergeholt, außer Kapuze und diesem heillos verhederten Umhang war nicht allzuviel von mir zu sehen. Ich geriet total in Stress.

Ich fühlte mich furchtbar, schutzlos, lächerlich, preisgegeben.

Wie mir schien, eine Ewigkeit lang. In Wahrheit waren es bestimmt nur ein paar Sekunden, in denen ich vollkommen in meiner schrecklichen Wahrnehmung verschwand.

Aber dann macht etwas PENG in meinem Kopf

und ich wachte auf. Ich konnte doch nicht hier so stehen bleiben. Die Fahrt bei Regen hatte dafür gesorgt, dass ich trotz des Capes pitschnass geworden war. Und ich musste nach Hause, unter die Dusche und etwas Trockenes anziehen.

Als hätte jemand einen Hebel umgelegt

um die Prioritäten zu ändern. Und die Priorität war, dass jemand mir dabei helfen musste, mein Cape zu richten. Schließlich wollte ich nicht, dass es mir auf dem Fahrrad über den Kopf flog. Ich musste jemanden um Hilfe bitten. Also drehte ich mich um und sprach eine junge Frau an, die den Laden gerade betreten hatte, ob sie mir vielleicht das Cape über den Rucksack ziehen könnte? Natürlich hat sie mir geholfen, gar keine Frage. Sie zupfte hier und dort und obwohl ich mich so absolut albern fühlte, musste ich dann doch lachen und alles war gut. Ich habe mich bedankt und den Laden verlassen.

„Wow“, habe ich draußen gedacht

„früher hätte es früher nicht gegeben“

„früher wärst du einfach mit diesem halb um dich gewickelten nassen Cape so nach Hause gefahren, einfach geflüchtet, hättest nicht deine Lächerlichkeit ertragen und schon gar nicht um Hilfe gebeten. Du hast wirklich einen weiten Weg zurückgelegt!“ Und ich habe mir selbst anerkennend in Gedanken auf die Schulter geklopft.

Und das schöne ist, dass diese schreckliche  Situation in meinem Kopf nun eher als etwas Lustiges gespeichert ist. Aber ich dachte, es wäre eine gute Gelegenheit, einmal etwas über Sozialphobien zu schreiben.

belastende kindheitserfahrungen führen zu vulnerabilität

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Eine soziale Phobie oder auch soziale Angststörung

zeichnet sich dadurch aus, dass man fürchtet in Situationen mit anderen Menschen im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen und sich beschämend oder peinlich zu verhalten. Du siehst also, warum diese Situation das bei mir getriggert hat.

Ich bin ziemlich sicher, dass ich

früher unter einer sozialen Angststörung gelitten habe

(sonst hätte das mit dem Triggern ja auch nicht so gut geklappt). Zum einen hat man sich aber früher mit solchen Dingen weniger auseinandergesetzt, zum anderen hat das auch niemand bemerkt. Als Kind ließ ich andere Menschen kaum an mir teilhaben. Meine Mutter hat gesagt, dass man mich meistens nur von hinten sah …

Die soziale Phobie wurde zwar schon 1903 durch einen französischen Psychiater beschreiben, aber erst 1966 durch die Psychiater und Verhaltenstherapeuten Isaac Marks und Gelder in einer modernen Form beschrieben und es dauerte noch bis 1990, bis die soziale Phobie in das internationale Diagnoseschema, dem ICD-10, aufgenommen wurde (dort ist sie klassifiziert als Diagnose als F40.1 soziale Phobien).

Soziale Phobien entwickeln sich in der Kindheit und Jugend,

von daher haben belastende Kindheitserfahrungen eine unglaubliche Auswirkung auf das ganze weitere Leben und ich sehe außerdem ganz klar einen Zusammenhang mit dem Thema Hochsensibilität. Soziale Phobien entwickeln sich nämlich aus einer bestimmten seelischen Verwundbarkeit (Vulnerabilität) heraus, für die hochsensible Menschen geradezu prädestiniert sind.

Kommen dann noch Eltern hinzu, die entweder überbehütend sind, starke Kontrolle ausüben und zu wenig emotionale Zuwendung in der Kindheit geben (ich glaube, das ist das schlimmste überhaupt), können Kinder und Jugendliche einfach kein gutes Selbstvertrauen aufbauen, vor allen Dingen dann nicht, wenn sie immer nur Negatives über sich zu hören bekommen.

Entwicklungstrauma als folge dysfunktionaler familienBei hochsensiblen Menschen ist das sehr häufig der Fall,

denk nur einmal an die Sätze, mit denen du groß geworden bist „Stell dich nicht so an“, „Du bist so komisch“, „sei nicht so empfindlich“ usw. Solche Sätze hast du bestimmt auch schon gehört. Wo soll denn da das Selbstvertrauen herkommen?

Natürlich können auch noch andere Umstände ins Spiel kommen. Zum Beispiel,

wenn wir traumatische Erfahrungen gemacht haben,

mit denen wir alleine blieben. Oder wenn unsere Eltern selbst sehr ängstlich waren. Dann ist es sehr wahrscheinlich, dass wir die Ängste der Eltern übernehmen und später unsere liebe Mühe damit haben, diese Ängste loszuwerden. Kurz und gut, in einer Kindheit, in der es uns nicht nur an Zuwendung, innerer Sicherheit und Geborgenheit gefehlt hat, sondern auch an Zuspruch, Ermutigung und Liebe, fehlt der gesunde Nährboden, um mit emotionalen Verletzungen umgehen zu können.

Dies kann zu einer Angst vor Ablehnung und Kritik führen

und sich dahingehend weiterentwickeln, dass man Situationen meidet, in denen man überhaupt kritisiert werden könnte. Oder auch Situationen, in denen man befürchten muss, sich unpassend zu verhalten. Durch die permanenten schlechten Erfahrungen mit anderen Menschen hat man dann nicht nur kein positives Gefühl für sich selbst, sondern häufig auch eine vollkommen verzerrte Wahrnehmung der Situation. Siehe mein eigenes Beispiel, das ich oben beschrieben habe.

als kind war ich so schüchtern dass ich vor allem angst hatte

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Ich hatte als Kind wirklich Angst vor anderen Kindern (abgesehen von meinen Geschwistern). Ich empfand sie als total unberechenbar und gemein und ich fühlte mich ihnen immer hoffnungslos unterlegen. In jeder nur denkbaren Hinsicht. Und es gibt Erfahrungen, bei denen ich mich auch heute noch vor Scham winde, wenn ich mich an sie erinnere.

„Du stinkst!“

Zum Beispiel gab es in der Grundschule einen Jungen, der mit mir immer nur sprach, indem er sich den Arm mit der Hand vor den Mund hielt und behauptete, ich würde stinken. Ich weiß nicht, wie er darauf kam, so etwas zu sagen, bei uns wurde täglich abends gebadet. Manchmal frage ich mich, ob ich vielleicht Mundgeruch hatte, ich war ja ein sehr gestresstes Kind und hatte oft „Bauchschmerzen“. Andererseits hatte niemand sonst etwas Diesbezügliches zu mir gesagt. Und doch hat sich das scheinbar unlöschbar in mein Gehirn gebrannt. (Ich sollte das wohl mal klopfen …)

Das eft klopfen hat mir dabei geholfen, meine soziale phobie zu überwindenApropos klopfen: das wirklich Tolle an meiner Erfahrung vor ein paar Tagen ist, dass ich so dazu gekommen bin, noch einmal meinen Lebensweg zu würdigen, den ich zurückgelegt habe. Es ist ein wirklich weiter Weg. Und obwohl, wie gesagt, immer noch Reste meiner sozialen Ängste vorhanden zu sein scheinen, habe ich es geschafft, damit fertigzuwerden. Manchmal gebe ich ja auch Seminare. Dies bedeutet, ich stehe das ganze Wochenende vor einer Gruppe Menschen, die ich vorher nicht kannte und spreche mit ihnen. Das ganze Wochenende stehe ich als Referentin also meistens im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit in einer möglichen Kritiksituation. Und weißt du was? Ich freue mich darauf und genieße es!

Ich schreibe es einzig und alleine der Klopfakupressur bzw. EFT und meiner eigenen Beharrlichkeit zu, dass ich es geschafft habe, dorthin zu kommen … und darum gebe ich das auch so gerne an andere weiter.

Ist soziale Angst auch ein Thema für Dich?  Ich freue mich, wenn du mir schreibst.

Von Herzen,
Unterschrift Monika Richrath

Ich habe im Netz einen Test für dich gefunden, der dir vielleicht eine Vorstellung davon vermitteln kann, ob du unter einer sozialen Phobie leidest.

In ein paar Sekunden kann alles vorbei sein

In ein paar Sekunden kann alles vorbei sein

Alles geht ganz schnell. Innerhalb von Sekundenbruchteilen wechseln sich die unterschiedlichsten Emotionen ab: Schock, Ärger, Angst, Scham (Ich bin nicht allein), Verwunderung und – Beten (Bitte …

bitte, nicht der Kopf. Ich versuche noch, irgendwie mein Gleichgewicht zu halten, aber umsonst. Während meine inneren Prozesse im Zeitraffer ablaufen, sehe ich alles andere in Zeitlupe. Wie der Boden immer näher kommt, erst das eine, dann das andere Knie auf dem Boden aufschlägt, wie ich noch versuche, mich mit der rechten Hand abzustützen, dabei aber nur auf das Handgelenk aufschlage, und schließlich doch noch der Kopf.

Einen Augenblick bleibe ich noch liegen, überwältigt von Panik und Angst um meinen Kopf. Dann kommt der Ärger. Ausgerechnet! Alles hat so gut geklappt und jetzt das …

Schließlich lasse ich mir von meinen besorgten Freundinnen aufhelfen. Was gar nicht so einfach ist, in dem kleinen Bad ist eigentlich kein Platz für 3 Personen, erst recht nicht, wenn eine davon auf dem Boden liegt.

Kein schöner Abschluss

eines ansonsten äußerst erfolgreichen Tages. Liebe Freundinnen hatten sich bereit erklärt, mir beim Streichen meiner alten Wohnung zu helfen, alles hat supergut geklappt und nun das. Um den anderen beim Auswaschen meiner Pinsel nicht in die Quere zu kommen, habe ich diese Tätigkeit direkt in der Badewanne erledigt und bin anschließend mit den nassen Füssen auf dem Badezimmerboden ausgerutscht.

Am meisten Angst hatte ich vor einer Gehirnerschütterung. Aber nachdem mein Kopf offenbar ok ist und ich mir nicht mehr als ein paar blaue Flecken geholt habe, geht der Tag erstmal weiter. Ich merke allerdings schnell, dass es doch nicht so einfach ist. Den Rest des Tages bin ich sehr benommen. Ich muss mir schließlich eingestehen, ich bin nicht nur einfach gestürzt, sondern

ich bin erschüttert

bis ins Mark meiner Seele. Habe ich einen Schock? Vielleicht. Bin ich wegen meiner Hochsensibilität besonders erschrocken? Vielleicht. Die Erschütterung ist auch am nächsten Tag nicht vorbei. Vielmehr ist sie wie eine Art Schwelbrand, der sich nun auch in andere Teile meines Lebens ausbreitet. Ich traue mich kaum auf mein Fahrrad und bin dann ungewöhnlich ängstlich und besorgt.

ich bin geschockt über meinen sturzWas, wenn ich mit dem Fahrrad stürze?

Es ist jetzt so rutschig mit all den Blättern … vermutlich würde das nicht so glimpflich ablaufen …

Auch wenn das sich unnötige Sorgen ein ganz typisches Merkmal der Hochsensibilität ist, neige ich im Allgemeinen kaum zu Sorgen. Im Laufe der Jahre habe ich es geschafft, dem Leben gegenüber eine vertrauensvolle Haltung zu entwickeln und ich weiß ganz genau:

  • Ich bekomme was ich brauche
  • alles, was ich brauche, ist schon in mir
  • wenn ich etwas nicht bekomme, brauche ich es auch nicht
  • Ich bin behütet

Aber das ist einfach eine ganz andere Nummer. In den Tagen nach dem Sturz vergesse ich alles, was ich weiß. Dann allmählich schält sich für mich eine Art Botschaft heraus. So schnell kann es also gehen.

In ein paar Sekunden kann alles vorbei sein.

Ich habe keine Angst vor dem Tod. Und das sage ich nicht nur so dahin. Aber ich habe Angst davor, meine eigenen Möglichkeiten meiner menschlichen Erfahrung nicht genug gelebt zu haben, mir selbst nicht genug Raum zu geben, immer nur hinter der Arbeit zurückzubleiben (soviel Freude meine Arbeit mir auch macht!).

Der Sturz ist jetzt schon etliche Wochen her

die blauen Flecken sind längst verschwunden, die Knochen, auf die ich aufgeschlagen bin, schmerzen aber immer noch und zeigen mir auf eindrucksvolle Weise, wie alles, was uns widerfährt im Körper gespeichert wird. Denn jedesmal, wenn ich mich hinknie und die Stelle den Boden berührt, an der ich aufgeschlagen bin, ist sofort alles wieder da, der Sturz, der Schock, der Stress, die Verunsicherung. Zwar nicht mehr so intensiv wie vorher, aber vorhanden. Das will ich unbedingt mal auflösen lassen mit irgendeiner Form von Körperarbeit. Damit ich dieses Erlebnis als Erinnerung daran benutzen kann, dass ich vergänglich bin und mich auf keinen Fall selbst verpassen möchte.

Haben Sie schon etwas Ähnliches erlebt? Ich freue mich über Ihre Kommentare!

Herzlichst, Ihre
Monika Richrath

5 Tipps zur Unterstützung Ihrer Nebennieren

5 Tipps zur Unterstützung Ihrer Nebennieren

Mein Artikel über Nebennierenschwäche ist nach der Anleitung für die Rauhnächte der meistgelesenste Artikel auf diesem Blog. Ich denke, das kommt nicht von ungefähr. Der Grund dafür ist meines Erachtens nicht in der intensiveren Wahrnehmung zu suchen, die sich durch die Hochsensibilität ergibt. (Obwohl sie sicherlich dazu beiträgt).

Hochsensbilität und Nebennierenschwäche treten deshalb häufig zusammen auf,

weil so viel hochsensible Menschen eben nicht nur hochsensitive Fähigkeiten haben, sondern belastende Erfahrungen in der Kindheit gemacht haben, bzw. ein Entwicklungstrauma oder ein Bindungstrauma erlebt haben. Die Folgen dieses Traumas sind sehr weitreichend und prägen das ganze weitere Leben. In der Regel gehört dazu auch Probleme im Umgang mit anderen Menschen, weil dadurch die Fähigkeit zur Bindung beeinträchtigt werden. Bindungsfähigkeit muss meistens wieder gelernt und gestärkt werden.

Letzten Endes führt es dazu, dass wir im Laufe eines Tages oft vielfach getriggert werden. Was wiederum in unserem Körper eine Stressreaktion auslöst.

Eine Nebennierenschwäche hat immer mit Stress zu tun.

Zu den ersten Dingen, die man bei einer Nebennierenschwäche tun kann, ist es, sich mit Persönlichkeitsentwicklung zu beschäftigen und zu beginnen, sich mit seinem Leben auseinanderzusetzen.

Bei Nebennierenschwäche gibt es einige Dos und Don’ts, mit denen Sie Ihren Körper unterstützen oder schädigen können. Daher habe ich hier einmal eine winzige Liste erstellt mit Dingen, die Ihrem Körper zugute kommen, wenn Sie an einer Nebennierenschwäche leiden – denn natürlich gibt es darüber hinaus noch jede Menge anderer Dinge, die Sie tun können.

1. Meiden Sie  stimulierende Getränke

Dazu gehören Kaffee und schwarzen Tee. Kaffee und schwarzer Tee enthalten die Substanz Theobromin, zu deren Nebenwirkungen es gehört, dass sie  die Nebennieren belastet. Daher ist koffeeinfreier Kaffee auch keine Alternative. Kaffee ist auch deswegen schädlich für den Körper, weil er geröstet und gemahlen wird. Die Öle im Kaffee werden nach dem Mahlen schnell ranzig, was für dem Organismus nicht gut tut. Manche Menschen (z. B. ich selbst) reagieren empfindlich auf ranzige Fette und fühlen sich nach dem Verzehr unwohl. (Ich habe es übrigens auch schon mit Lupinenkaffee probiert, der überhaupt kein Koffein enthält, aber für mich sehr wie Kaffee schmeckt und kurioserweise auch die gleiche Wirkung auf mich hat wie Kaffee – ich schreibe es der Tatsache zu, dass Lupinenkaffee ebenfalls geröstet wird.)

Hochsensible Menschen sollten besser keinen Kaffee trinkenAber zurück zu echtem Kaffee: Kaffee spiegelt  Ihrem Körper eine künstliche Stress-Situation vor, die ihn dazu veranlasst, Blutdruck und Herzfrequenz zu steigern und über die Nebennieren Adrenalin und Noradrenalin auszuschütten. Auch  Serotonin wird durch dieses Lebensmittel gesenkt, das ist so ziemlich das letzte, was Sie brauchen, wenn Sie unter Nebennierenschwäche leiden. In dem Artikel „Kleiner Schub fürs Gehirn“ können Sie mehr nachlesen zum Thema Kaffee.

Was  Sie tun können, wenn Sie nicht auf Kaffee verzichten wollen:

  • Kaffee nur mit Sahne trinken
  • etwas Nahrhaftes dazu essen
  • 2 x nippen und den Rest stehen lassen
  • Mehrere Dosen Chamomilla D12 nehmen

2. Meiden Sie Kakao

Schokolade enthält ebenfalls Koffeein und Theobromin und sollte ebenfalls gemieden werden, auch in flüssiger Form als heiße Schokolade. Die Kombination von Koffeein und Zucker ist für die bereits überlastete Nebenniere alles andere als prickelnd.

Wenn Sie süchtig nach Schokolade sind:

  • probieren Sie, ob Sie besser ohne zurecht kommen, wenn Sie täglich Magnesium zu sich nehmen.
  • probieren sie die Verwendung von Carob

 

Zucker und Weißmehlprodukte sind auch nicht förderlich bei Nebennierenschwäche3. Meiden Sie Weißmehlprodukte und Zucker

Diesen fehlen in der Regel die von uns dringend benötigten Nährstoffe pro Tag und können Süchte auslösen. Da Menschen mit Nebennierenschwäche häufig einen niedrigen Blutzuckerspiegel haben, greifen sie gerne zu allem, was den Blutzuckerspiegel schnell in die Höhe treibt, was kurzfristig zwar hilft, aber nur um dann umso schneller wieder abzufallen … Viel sinnvoller sind also vollwertige Lebensmittel, z. B. Vollkorngetreide, wie Vollkornreis, Buchweizen, Haferflocken, Quinoa, Amaranth und natürlich auch Vollkornweizen, wenn Sie ihn essen. Unraffiniertes Getreide wird vom Körper viel langsamer verarbeitet, Nährstoffe und Energie werden daher auch viel langsamer aufgenommen. Lt. Dr. Wilson scheinen Menschen mit Nebennierenschwäche Getreide morgens weniger gut zu vertragen, experimentieren Sie hier am besten selbst. (Da die meisten erhältlichen Müslimischungen viel Zucker enthalten  sind sie ohnehin weniger gut geeignet.)

Auch bei glutenfreier Ernährung gibt es Alternativen. Ich selbst habe sehr gute Erfahrungen gemacht mit einem Haferbrei aus glutenfreien Haferflocken, die ich vorher in der Kaffeemühle mahle und dann mit einer Prise Salz und einer Prise Vanille in warme Pflanzenmilch einrühre. Heute kann man auf so viele neue Möglichkeiten zugreifen – ich habe gerade meine erste Packung Braunhirsemehl gekauft und freue mich schon aufs Ausprobieren.

Bei Nebennierenschwäche sollte man in Ruhe essen4. Essen Sie in aller Ruhe

Essen Sie an einem ruhigen Ort, der Ihnen angenehm ist. Setzen Sie sich zum Essen hin, lesen Sie nicht, arbeiten Sie nicht, machen Sie den Fernseher aus. Atmen Sie dreimal tief ein und aus und halten Sie zwischendrin die Luft an, um sich zu entspannen. Der Körper kann die Nährstoffe aus der Nahrung viel besser aufnehmen, wenn er entspannt ist. Schlingen Sie das Essen nicht herunter (das ist ungesund), sondern kauen Sie. Jeden Bissen am besten dreißigmal. Zum einen ist das Kauen an sich entspannend, zum anderen unterstützen die im Speichel enthaltenen Enzyme die Verdauung. Und je besser und je länger Sie kauen, umso besser kann die Nahrung verwertet werden. Eine in Ruhe genossene Mahlzeit ist belebend und einfach nur gut für uns.

5. Gehen Sie zeitig ins Bett

Sie tun Ihren Nebennieren etwas Gutes, wenn Sie gegen 22 Uhr, spätestens 22:30 Uhr im Bett liegen, so dass Sie vor 23:00 Uhr schlafen. Tun Sie das nicht, könnte es passieren, dass Sie noch einmal einen Energieschub bekommen, der Sie bis 1:00 oder 2.00 Uhr trägt. Denn Schlaf ist für die Erholung der Nebennieren äußerst wichtig. Dr. James Wilson, Autor des Buches „Vollkommenen erschöpft“ rät sogar dazu, zu versuchen, morgens zwischen 7:00 und 9:00 Uhr zu schlafen. Ich habe es schon gelegentlich ausprobiert und kann sagen, ja, es stimmt, wenn ich in dieser Zeit noch richtig schlafen kann, bin ich erholter. Meist bin ich aber leider deutlich früher wach.

Jetzt wäre es natürlich sehr spannend zu wissen, was sich bei Ihnen alleine durch das Befolgen dieser 5 Tipps verändert hat. Ich erwarte gespannt Ihre Kommentare!

Herzlichst, Ihre

Monika Richrath

5 Irrtümer über Schlaf

5 Irrtümer über Schlaf

Schlaf – oder besser gesagt, der Fehlen desselben – scheint sich zu einem immer größeren Problem auszuwachsen. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis haben viele mit Schlafstörungen zu tun, ebenso wie Kunden und Kundinnen, die zu mir kommen. Grund genug für mich, mich in Zukunft intensiver mit dem Thema Schlaf und Schlafstörungen auseinanderzusetzen.

Als erstes habe ich natürlich jede Menge Literatur gewälzt. Dabei sind mir ein paar Dinge aufgefallen, die in praktisch jedem Buch auftauchen, die aber bei den Menschen nicht bekannt zu sein scheinen. Allen voran ein paar Irrtümer, denen wir offenbar heute in unserer modernen Welt aufzusitzen scheinen.

1. Nur eine durchschlafene Nacht ist eine gute Nacht

Früher hatten Menschen keine Zentralheizung, in ihren Häusern war es kalt, also schliefen die Menschen zusammen in einem Raum und gaben sich so Wärme und Geborgenheit. Auch das Vieh hielt sich im gleichen Raum auf wie die Menschen. Es liegt auf der Hand, dass Mensch und Tier einander im Schlaf gestört haben müssen, denn viele Menschen machen viele Geräusche und die Tiere sicherlich auch. Da war vermutlich auch nicht allzuviel mit die ganze Nacht durchschlafen.

Aber eine ganze Reihe anderer Dinge waren damals anders. Man ging bei Sonnenuntergang schlafen und stand mit dem Sonnenaufgang auf, es gab kein künstliches Licht, das unseren Schlaf- und Wachrhythmus, und damit auch die damit verbundene Hormonproduktion von Melatonin und Serotonin, durcheinanderbrachte.

Es ist also durchaus anzunehmen, dass viele Menschen immer wieder einmal während der Nacht aufwachten und wieder einschliefen und trotzdem am nächsten Tag ausgeruht waren – vielleicht haben Sie selbst ja auch schon einmal erlebt, dass es so sein kann – aber nur, wenn Sie nach dem Aufwachen nicht beginnen, sich wie verrückt Gedanken zu machen über Gott und die Welt. „Ich muss noch … und … muss ich auch noch …. und …. hat schon wieder …warum macht …?“ Lauter Stressgedanken, die den Körper im Nullkommanichts mit Adrenalin fluten und dann ist es natürlich vorbei und an Schlaf nicht mehr zu denken. Ist es erst einmal so weit, ist es schwer, den Körper wieder zur Ruhe zu bringen. Hochsensibilität bringt öfter solch nächtliche Denkattacken hervor …

So oder so, es soll normal sein, nachts bis zu 30 Mal aufzuwachen. Wenn Sie also merken, dass Sie aufgewacht sind, drehen Sie sich am besten einfach rum und versuchen, dahin zurückzugehen, wo Sie hergekommen sind.

2. Verlorenen Schlaf kann man nachholen

Milliarden von Menschen weltweit versuchen es seit Generationen, obwohl es nicht klappt. Im Gegensatz zu früheren Generationen wissen wir heute allerdings wie schädlich und gesundheitsschädigend zu wenig Schlaf ist. Was wir weniger im Blick haben ist, dass es für den Körper viel angenehmer ist, kurzfristig mit weniger Schlaf auszukommen, als seinen Schlafrhythmus durcheinanderzubringen, nur um etwas Schlaf nachzuholen.

Bis ich vor kurzem begonnen habe, mich mit den Erkenntnissen der Schlafforschung zu beschäftigen, habe ich selbst versucht, Schlaf nachzuholen. Wenn ich zum Beispiel aus war und erst spät ins Bett gekommen bin, sagen wir mal um zwei oder drei, habe ich am nächsten Morgen versucht, länger zu schlafen. Vermutlich kennen Sie selbst das Phänomen, dass man am Samstagabend ausgeht, am Sonntagmorgen lange schläft, am Sonntagabend dann nicht einschlafen kann (aufgrund des langen Schlafes am Morgen) und am Montagmorgen völlig unausgeruht ist. Dabei liegt das ganze Geheimnis einfach nur darin, auch am Sonntagmorgen zur gleichen Uhrzeit wie immer aufzustehen, ganz egal, wann man ins Bett gegangen ist. Das funktioniert wirklich, ich habe es ausprobiert. Für den Körper ist es am besten und einfachsten, dass Dinge regelmäßig geschehen, in diesem Fall also, dass man möglichst zur gleichen Zeit ins Bett geht und wieder aufsteht. Jedenfalls ist man am Montagmorgen ausgeschlafener.

3. Es ist egal, wann man ins Bett geht

Ist es nicht. Allerdings kommt es nicht darauf an, besonders früh ins Bett zu gehen. Wichtig ist, dass wir uns vor allen Dingen im Tiefschlaf erholen, in den ersten Stunden nach dem Einschlafen. Wichtig ist dabei jedoch, dass es gegen 3 Uhr morgens zu einer Art „biologischer Mitternacht“ kommt. Körper, Geist und Gemüt befinden sich dann in einer Art Leistungstief (bei der auch die Gedanken eher düster sind). Nach diesem Zeitpunkt wird der Schlaf leichter. Um erholsam zu schlafen, sollten wir also so zeitig ins Bett gehen, dass wir vier oder fünf Stunden Zeit für Tiefschlaf haben.

4. Es ist egal, was ich trinke und esse

Ist es leider nicht – sorry. Gerade falsche Getränke und Nahrungsmittel machen dem Körper in der Nacht zu schaffen und stören unseren Schlaf. Sie merken es daran, wenn Sie häufig gegen 2 Uhr morgens aufwachen. Die Leber ist das Organ für den Abbau von Stoffen, die für den Körper belastend sind oder nicht mehr benötigt werden, z. B. Stoffwechselendprodukte, Medikamente, Hormone, Alkohol usw. Die Leber arbeitet am intensivsten zwischen 1 und 3 Uhr in der Nacht.

Natürlich ist es auch nicht egal, wann ich etwas esse und trinke. Anregende Getränke wie Kaffee, schwarzer oder grüner Tee oder Softdrinks mit viel Zucker sollten nicht abends getrunken werden. Als hochsensibler Mensch lohnt es sich ganz unbedingt, hier einmal ein bisschen herumzuexperimentieren und seine ganz persönliche Grenzzeit herauszufinden. Es kann nämlich sehr gut sein, dass die von offziellen Stellen empfohlene Uhrzeit von 16 Uhr für HSP aufgrund der erhöhten Empfindsamkeit einfach nicht passt. Ich selbst bin ja eine Liebhaberin von grünem Tee und habe bis vor relativ kurzer Zeit diesen noch bis zum Abend hin getrunken. Eine ganz wesentliche Besserung ist eingetreten, als ich erkannte, dass meine persönliche Grenzzeit für anregende Getränke bei 14 Uhr, ganz maximal 15 Uhr liegt, also ca 7 bis 8 Stunden vor dem Schlafengehen!

Angeblich sollen hochsensible Menschen ja nicht soviel Kaffee trinken (das meinte jedenfalls Elaine Aron), ich habe das bislang aber noch nicht so bestätigt gefunden. Die TeilnehmerInnen meiner Seminare trinken in der Regel auch Kaffee … die Anzahl an Menschen, die ich persönlich kenne, die überhaupt keinen Kaffee trinken, lässt sich an einer Hand abzählen.

5. Es ist egal, womit ich meinen Geist füttere

Ist es auch nicht, sorry. Unser Körper braucht ungefähr zwei Stunden, um sich abends herunterzufahren und auf die Nachtruhe vorzubereiten, aber meistens gönnen wir ihm diese Ruhe nicht. Wir sehen fern, beschäftigen uns mit dem Computer, Handy oder Laptop (alles Geräte übrigens, die blaues Licht abstrahlen, was wach macht). Vielleicht sehen wir uns etwas Spannendes oder Aufwühlendes an, lesen oder arbeiten noch bis kurz vor dem Schlafengehen. Alles Dinge, die Stress bedeuten – für unseren Körper und unsere Psyche. Wenn wir in diesem aufgeregten Zustand ins Bett gehen, lässt der Schlaf natürlich auf sich warten, wir müssen uns zunächst ja wieder beruhigen. Ein Buch (kein Krimi) oder ein Abendspaziergang ist sicher besser geeignet zum Herunterkommen.

Die Frage der Frage: Wie gut schlafen Sie? Haben Sie besondere Tricks, die Ihnen helfen? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

Warum kann das Lernen für sensible und schüchterne Kinder zum Problem werden?

Warum kann das Lernen für sensible und schüchterne Kinder zum Problem werden?

Sensible und schüchterne Kinder haben gemeinsam, dass sie große Angst davor haben, Fehler zu machen, aufzufallen. Sie haben Angst davor, den Erwartungen anderer nicht gerecht werden zu können und sind aus diesem Grund oft sehr passiv im Unterricht. Sie bleiben lieber stumm, wollen nicht auffallen, bleiben so hinter ihren Möglichkeiten zurück und werden oft verkannt.

Sensible und schüchterne Kinder haben feine Antennen für Kritik

Ein weiteres Problem ist, dass sie empfindlich für Kritik sind und sehr schnell an sich selbst zweifeln. Aber schauen wir doch mal genau in die Schule hinein, dann beginnt das Problem bereits mit den Bewertungen. Sobald die Kinder in die Schule kommen, werden sie bewertet und ernten im schlimmsten Fall fast täglich Kritik.

Vera Birkenbihl erklärte mit ihrem Lernberg, ab wann theroretisch Kritik, Bewertungen beim Lernen beginnen dürften:

Lerneinsteiger vertragen definitiv keine Kritik. Gerade in der Schuleingangsphase sind Spaß, Spiel, Spannung, und vor allem positive Bestärkung, notwendig. Die Fortgeschrittenen vertragen dann schon etwas Kritik, nur der Meister verträgt viel Kritik.

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft

In unserem Schulsystem werden die Kinder ab dem ersten Tag in der Schule an ihrer Leistung gemessen. Kinder mit Lernproblemen ernten oft Kritik und haben irgendwann mehr oder weniger Angst vor schlechten Zensuren, vor der Kritik des Lehrers, dafür im Unterricht vielleicht an die Tafel gehen zu müssen, vor der ganzen Klasse vorlesen zu müssen… . Das erzeugt Angst – die Angst vor Fehlern. Diese Angst erzeugt oft genug auch Bauchschmerzen, Kopfschmerzen … .

Wenn wir Angst haben, können wir nicht denken

Angst erzeugt Stress und beides gemeinsam blockiert den Bereich in unserem Gehirn, der für das Denken und Lernen verantwortlich ist. Tatsächlich erzeugt Angst immer einen Ausnahmezustand in uns – wir kennen das, wir schwitzen, sind nervös und wollen flüchten. So natürlich auch unsere Kinder. Nur mit dem Unterschied, dass sie noch nicht genau wissen, was mit ihnen geschieht und warum das so ist. Auf jeden Fall erschwert genau diese Angst den Kindern das Lernen, sie geraten schnell in einen Teufelskreis. Der wiederum führt dazu, dass die Kinder ihr Selbstvertrauen völlig verlieren können, sie sich deshalb auch nicht mehr anstrengen. Wer nicht an sich glaubt, gibt schnell auf.

Die Antennen der Kinder

Diese Kinder wissen genau, dass sie Probleme in der Schule haben, dass Lehrer hilflos sind oder verärgert oder denken, sie seien faul oder gar dumm. Und sie sehen auch in den Gesichtern der Eltern, dass diese sich Sorgen machen. Doch sie können die Sorgen nicht richtig interpretieren und denken schnell, dass die Eltern böse auf sie sind und vielleicht aufhören könnten sie zu lieben.

Deshalb sind die Gespräche und der Glaube an das Kind so wichtig

Wir Erwachsenen müssen also an unsere Kinder glauben, glauben, dass auch sie es schaffen und ihren Weg gehen werden. Es gibt heute viele Wege, um Schulabschlüsse zu machen oder nachzuholen.

Wichtig ist, den Druck herauszunehmen und den Stress zu lindern. Denn den haben die Kinder in der Schule schon ausreichend.

Stille Kinder haben es in der Schule besonders schwer

Stille und ängstliche Kinder haben es in der Schule oft besonders schwer, geraten oft in Schubladen, in die sie nicht hineingehören. In der Grundschule sind sie oft noch beliebt, da sehr still, sie fallen kaum auf. Es sei denn, sie versuchen ihre Probleme zu überspielen, indem sie zum Klassenkasper werden.

Aber in der weiterführenden Schule sind diese Schüler oft unbeliebt, weil sie missverstanden werden: Er meldet sich nie, also hat er nicht gelernt, ist faul oder dumm. Leider passiert es vielen sehr ruhigen Schülern, dass sie falsch eingeschätzt werden.

Hilfe leisten, so früh wie möglich!

Sobald Sie merken, dass Ihr Kind Probleme in der Schule hat, sollten Sie ihm jede Hilfe geben, die es braucht. Hat es Probleme mit Deutsch oder Mathe, dann suchen Sie bitte, wenn möglich, recht schnell eine gute Lerntherapie für Ihr Kind. So früh wie möglich, denn je mehr es verpasst, desto länger braucht es, um den Anschluss wiederzuerlangen. Und je früher dem Kind geholfen wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sein Selbstbewusstsein schnell gestärkt wird.

Sabine Omarow

Sabine Omarow

Praxis für Lernstörungen

Ich wurde 1963 geboren und habe zwei Kinder. Meine Tochter hatte große Probleme in der Schule, hat diese aber mit einem Realschulabschluss beendet und das Abitur nachgemacht. Mein Sohn ist hochbegabt. Zu meinem Beruf kam ich über die Erlebnisse mit meinen Kindern. Ich studierte deshalb zwei  Jahre Psychologie und machte den Legasthenietrainer. 2003 gründete ich in Berlin meine erste Praxis für Lerntraining. 2016 zog ich aus privaten Gründen von Berlin nach Paderborn und gründete dort zum zweiten Mal meine Praxis für Lerntraining. Diese läuft inzwischen wieder gut an. Mein Beruf ist meine Berufung, denn ich habe einen wundervollen Beruf. https://www.xing.com/profile/Sabine_Omarow?sc_o=mxb_p
Ich persönlich arbeite seit vielen Jahren mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die eine Lese-Rechtschreib- und/oder Rechenschwäche haben. Um mehr über die Lernprobleme aufzuklären und zu zeigen, wie geholfen werden kann, führe ich vom 25.2.2018-4.3.2018 einen Onlinekongress zum Thema Lernprobleme – LRS oder Rechenschwäche durch. Die Teilnahme ist kostenlos! Möchten Sie mehr über Lernprobleme erfahren? Dann melden Sie sich hier an: https://lrs-kongress.com Vielen Dank! Sabine Omarow Fotos: Sputnik Eins Fotografie Sabine Hergemöller
Verhinderte Genüsse

Verhinderte Genüsse

Essen ist oft ein ziemlich schwieriges Thema für hochsensible Menschen. Die mit der Hochsensibilität häufig einhergehende besondere Reizempfindlichkeit auf problematische Substanzen lässt uns schnell überreagieren und sorgt für Unverträglichkeiten und Allergien. Jetzt geht es langsam wieder auf Weihnachten zu. Vielleicht geht es Ihnen ja auch so, dass es Ihnen megaschwer fällt, immer zu allem NEIN zu sagen, was Ihnen eigentlich nicht bekommt.

Wenn Sie diesem Blog schon länger folgen, wissen Sie bereits, dass ich selbst in Sachen Ernährung schon eine ziemlich lange Odyssee hinter mir habe. Ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft ich mich essenstechnisch wieder in meine Kindheit zurückgewünscht habe und immer noch wünsche …

 

Damals war Essen einfach

jedenfalls scheint es mir so (Meine Mutter hat mal gesagt, ich sei schon immer eine mäkelige Esserin gewesen, also ist dieser Eindruck vielleicht vollkommen subjektiv.) Aber essen hat mich damals glücklicher gemacht als heute. Wenn ich mich auf ein Essen gefreut habe, dann war das Essen auch die Freude wert. Heute kann ich mich auf etwas total freuen, muss dann aber, wenn ich es esse, feststellen, dass danach oft ein schales Gefühl zurückbleibt. Häufig frage ich mich dann, worauf habe ich mich eigentlich gefreut?

Neulich zum Beispiel hatte ich die Idee, einen bestimmten glutenfreien Kuchen zu backen, der zur Hausmarke meines örtlichen Supermarktes gehört. Diesen Kuchen habe ich vor ein paar Jahren einmal gebacken, als wir bei Freundinnen zu Besuch waren. Damals hatten wir ihn gemeinsam verputzt und alle sehr lecker gefunden.

Zwischenzeitlich versuche ich eigentlich, sogenannte glutenfreie Produkte nach Möglichkeit zu vermeiden, da ich überzeugt bin, dass sie meiner Gesundheit auch nicht wirklich zuträglich sind. Außerdem habe ich festgestellt, dass diese sehr häufig im Wesentlichen aus Mais bestehen, eine hohe Kaloriendichte haben und dafür sorgen, dass ich aufgehe wie ein Hefekloß (Meistens fühle ich mich dann auch genauso). Von daher habe ich auch um diesen Kuchen (eine Fertigteigmischung übrigens) erfolgreich einen Bogen geschlagen. Bis neulich.

Da war mir mal wieder so richtig nach Kuchen

einem Sandkuchen, je trockener, je besser, schön mit leckerer Butter bestrichen. Vor meinem geistigen Auge sah ich mich schon schön auf dem Sofa sitzen, die dampfende Teetasse neben mir, den Kuchen in der Hand und einen schönen Schmöker dazu.

Sofort war es um mich geschehen

und ich konnte nicht widerstehen. Ich kaufte den Kuchen (wozu ich übrigens meine derzeitige Phase der Eierfreiheit noch durchbrechen musste), rührte alles zusammen, schob ihn in den Ofen. Allerdings musste ich noch warten, bis ich ihn dann auch essen durfte. Das ging erst am nächsten Tag, wegen der noch aufzubringenden Glasur und weil ich nicht mehr genug Zeit hatte an dem Tag.

Als hochsensibler Mensch kann man vielleicht kein Weihnachtsgebäck essenEgal, am nächsten Tag freute ich mich also wie eine Schneekönigin auf meinen schönen Kuchen und

das luxuriöse Gefühl des Michselbstverwöhnens.

Ich arrangierte alles so, wie ich es mir gewünscht hatte – aber dann schmeckte mir der Kuchen überhaupt nicht mehr! Der Geschmack war pappig, die Schokoglasur, die ich so lecker gefunden hatte schmeckte nur nach billigem Fett … Enttäuschung pur …

Ich hätte den Kuchen wegwerfen sollen

Biografiebedingt bin ich aber leider nicht in der Lage, Lebensmittel, die noch gut sind, einfach wegzuwerfen. Ich konnte ihn auch nicht anderweitig loswerden. Die schöne Selbstbelohnung geriet so eher zur Strafe (obwohl es natürlich auch mindestens einen inneren Anteil gibt, der sich immer über Kuchen freut!)

Etwas Ähnliches habe ich vor kurzem mit Schokolinsen erlebt, die eigentlich immer gingen und jetzt schmeckten, als hätte jemand übelriechende Chemikalien auf der Oberfläche aufgebracht. Natürlich habe ich darüber nachgedacht und

versucht mir darauf einen Reim zu machen.

Sicher ist: Mein Körper wird offenbar zunehmend empfindlicher und meine Wahrnehmung verfeinert sich. Bewusst habe ich keine diesbezüglichen Schritte unternommen, vielleicht liegt es daran, dass ich jetzt mit ziemlich vielen KlientInnen tiefgehende Themen auflöse … Von Yoga-Anwendern habe ich gehört, dass sich das Essverhalten nach einer Zeit ganz von alleine verändert, vielleicht ist es mit der Klopfakupressur ähnlich … vielleicht bedeutet es auch, dass mein Körper nach und nach gesünder wird, wer weiß? Nach dem Erlebnis mit den Schokolinsen habe ich mir gesagt, dass ich vermutlich jetzt in der Lage bin zu schmecken, wie sie wirklich schmecken … so, wie man, wenn man sich Chips abgewöhnt und ihr Genuss nicht irgendwelche emotionalen Bedürfnisse abdecken muss, in der Lage ist, herauszuschmecken, dass Chips eigentlich nur nach Pappe und Fett schmecken und sonst gar nichts. So gesehen ist das ja eine tolle Entwicklung.

Bleibt noch die Strategie für die Weihnachtstage

Ich bin da natürlich ohne konventionelles Weihnachtsfest fein raus, aber ganz sicher werde ich demnächst einen Haufen Weihnachtsgebäck und andere Leckereien kreieren, damit ich nicht das Gefühl habe, zu kurz zu kommen. Hm, hatte ich nicht vorhin ein Rezept für einen warmen Schokodrink auf Cashewbasis gesehen …?

Wie geht es Ihnen mit dem Genuss-Stress zum Jahresende? Haben Sie Strategien, um Ihren Körper zu schützen oder ergeben Sie sich einfach? Tricksen Sie Ihre Überempfindlichkeiten aus? Haben Sie leckere glutenfreie Rezepte zum Teilen? Wie immer, freue ich mich, wenn Sie mir schreiben.

Herzlichst,

Ihre
Monika Richrath

de_DEDeutsch