7 Dinge, die mein Leben entscheidend verändert haben
In der vergangenen Woche habe ich viel über mein bisheriges Leben nachgedacht. Bis jetzt habe ich ungefähr 19.680 (mehr …)
In der vergangenen Woche habe ich viel über mein bisheriges Leben nachgedacht. Bis jetzt habe ich ungefähr 19.680 (mehr …)
Ich habe es bereits seit langem vermutet, aber jetzt habe ich es tatsächlich schwarz auf weiß: Bei mir wurde eine Nebennierenschwäche festgestellt und ich denke es hat etwas mit Hochsensibilität zu tun. Ich vermute: seit Jahren, aber der Tod meiner Mutter im Februar wird der Tropfen gewesen sein, der das Fass zum Überlaufen brachte. Zum Glück bin ich mittlerweile bei einer Heilpraktikerin in Behandlung. Schon letztes Jahr hatte ich das Buch Grundlos erschöpft von Dr. James L. Wilson* gelesen und mich wiedererkannt in den
Für mich war die Bestätigung meiner Vermutung äußerst befriedigend, ja ich hatte sogar das Gefühl, ich bin nun am Grunde meiner funktionellen körperlichen Störungen angelangt! Ab jetzt kann es nur noch aufwärts gehen. Für mich liegt außerdem auf der Hand
da wir als hochsensible Menschen meist unter chronischem Stress leiden.
Unsere ganz besonderen Wahrnehmungsfähigkeiten sorgen zusammen mit der gründlichen Reizverarbeitung im Gehirn dafür, dass uns im Grund genommen alles Stress bereiten kann:
Da stellt sich natürlich zunächst die Frage:
Die Nebennieren sind Hormondrüsen, die wie Kappen auf den Nieren sitzen und über 50 verschiedene Hormone produzieren, die den Großteil der Abläufe im Körper regeln. Umso erstaunlicher ist es, dass die Nebennierenschwäche erst seit einigen Jahren als Krankheitsbild existiert und häufig weder erkannt, noch behandelt wird. Sie können sich vorstellen, dass weitere Störungen im Körper entstehen, wenn die Hormonproduktion nicht richtig läuft. Mit den Nieren an sich haben die Nebennieren übrigens nichts zu tun, ihr lat. Name „Glandula suprarenalis“ bedeutet einfach „Drüse über der Niere“!
Jede Nebenniere besteht aus Nebennierenmark und Nebennierenrinde. Im Nebennierenmark werden die Hormone Adrenalin und Noradrenalin hergestellt. In akuten Stresssituationen sorgen sie dafür, dass unser Körper gegebenenfalls die „Kampf“ oder „Flucht-Reaktion“ aktivieren kann.
Die Nebennierenrinde ist in mehrere Zonen aufgeteilt: in der Zona glomerulosa wird das Hormon Aldosteron ausgeschüttet. Es regelt den Natrium-, Kalium-, und Flüssigkeitshaushalt im Körper. (Davon habe ich übrigens zuwenig. Kein Wunder, dass ich unter Wassereinlagerungen leide.)
Der größte Teil der Nebennierenrinde wird von der Zona fasciculata eingenommen. Hier wird das Hormon Cortisol produziert.
Cortisol ist die körpereigene Version von Cortison und hat die Aufgabe, den Körper vor den negativen Folgen von zuviel Stress zu schützen und hilft ihm dabei, sich immer wieder neu an ständig ändernde Umweltbedingungen anzupassen. Es wirkt z. B. stark entzündungshemmend, bremst überschießende Immunreaktionen, trägt zur Regulierung des Blutzuckerspiegels bei und steigert den Blutdruck (weswegen Menschen mit zuwenig Cortisol häufig einen niedrigen Blutdruck haben).
In der inneren Zone, der Zona reticularis, werden die Hormone DHEA, Pregnenolon, Progesteron, Östrogen, Testosteron und Androstenedion produziert.
werden im Körper fein abgestimmte Prozesse in Gang gesetzt. So sorgt die HPA- oder HNN-Achse (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse) für unser biochemisches und physiologisches Gleichgewicht. Der Hypothalamus als analysierende und regulierende Kraft fordert von der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) mit dem Hormon CFF (Corticotropin releasing factor) ACTH (adrenocorticotrophes Hormon) an. Dieses wird über die Blutbahnen des Körpers in die Nebennierenrinde transportiert, wo nach diversen Hormonumwandlungsprozessen Cortisol freigesetzt und über das Blut im Körper verteilt wird. Wenn das Cortisol den Hypothalamus erreicht, analysiert dieser den Cortisolgehalt im Blut und der ganze Prozess beginnt von neuem.
Darüberhinaus wird ebenfalls kurzfrsitig Adrenalin und Noradrenalin ausgeschüttet. Bei langfristigem Stress, wie wir ihn in der Hochsensibilität mit der ständigen Überforderung erleben, geht es in erster Linie um eine Aktivierung der HPA-Achse.
Natürlich ist es eigentlich noch sehr viel komplizierter, wesentlich mehr Hormone sind daran beteiligt, aber ich wollte es gerne für Sie und mich verständlich machen und denke, für einen groben Überblick ist es genug.
Die Stressreaktion des Körpers zielt darauf ab, unser Überleben zu sichern. Meist jedoch befinden wir uns gar nicht in Situationen, in denen es wirklich um unser Überleben geht. Möglicherweise haben wir einfach nur Stress mit unseren Vorgesetzten, Kunden, unseren Kindern, dem Partner oder der Partnerin. Wenn wir den Stress und den erhöhten Cortisolspiegel nicht abbauen, wird das zentrale Nervensystem in Mitleidenschaft gezogen, es kommt zu Verhaltensänderungen, z. B. Schlafstörungen, eine hohe Stressanfälligkeit, vernebelte Gedanken, eine verminderte Gedächtnisleistung usw. Dazu kommt, dass wir heute sehr viel mehr Stress erleben als unsere Vorfahren. Übermäßiger Stress kann also dazu führen, dass die zu niedrige Produktion von Cortisol in der Nebennierenrinde aufgrund der Überbeanspruchung zu einem zu niedrigen Cortisolspiegel führt.
Cortisol-, ACTH- und Aldosteronspiegel sind nicht zu allen Tageszeiten gleich. Cortisol ist morgens am hächsten. Gegen 8:00 Uhr erfolgt die höchste Ausschüttung (sog. Morgenpeak). Im Laufe des Tages nimmt diese ab. Zwischen 15 und 17:00 Uhr gibt es manchmal noch einen Einbruch. Diese Kurve kann natürlich von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein. Eine ideale Kurve sieht in etwa so aus:
Auch die Auswirkungen einer Nebennierenschwäche können unterschiedlich aussehen. Bei manche ist das Cortisol vielleicht morgens schon zu niedrig und sie kommen quasi den ganzen Tag nicht in die Gänge. Manche starten vielleicht mit Cortisol Normwerten am Morgen, haben aber im Laufe des Tages mit unterdurchschnittlichen Werten zu tun. Apropos unterdurchschnittliche Werte: Ich habe mich ein bisschen im Netz umgesehen auf der Suche nach Referenzwerten, musste dann aber feststellen, dass praktisch jedes Labor andere Cortisol Referenzwerte hat. Auf meinem Befund reichen Sie von 1850 bis 14570 pg/ml. Wie auch immer, mein Cortisolspiegel bildet zwar die beschriebene Kurve ab, von einem „Peak“ kann jedoch mit 5721 pg/ml nicht die Rede sein … Das bringt uns zur nächsten Frage:
Am sinnvollsten ist ein Speichel-Hormontest des Cortisol-Tagesprofils. Dazu muss man zu bestimmten Tageszeiten Speichel in kleinen Behältern sammeln und alles zusammen an ein Labor senden. Sicher ist es möglich, den Speichel Cortisol Test auch auf eigene Faust von einem Labor machen zu lassen (von den Krankenkassen wird er ohnehin nicht bezahlt, er kostet um die 60,- EUR), aber es ist unbedingt sinnvoll, sich zur Behandlung an einen Heilpraktiker zu wenden.
Eingangs habe ich ja schon erwähnt, dass Nebennierenschwäche als Krankheit kaum bekannt ist. Die meisten Ärzte kennen eben nur das, was sie im Studium gelernt haben und hören dann mit dem Lernen auf. Oder (das ist mir jetzt schon mehrmals begegnet), die Schulmedizin orientiert sich, zumindest in Deutschland, sehr an dem, was in den Staaten als Standard gilt. „Das kennen die Amerikaner nicht“ habe ich jetzt schon mehrfach gehört. Heilpraktiker sind nicht an irgendwelche Standards oder Überzeugungen gebunden und können Sie viel besser behandeln, weil sie stets Ihre spezielle Situation in Ihrem individuellen Körper im Blick haben. Sie haben auch einen viel weiteren Zugang zu Behandlungsmöglichkeiten einer Nebennierenschwäche mit Naturheilkunde, die der Schulmedizin schlicht verschlossen scheint. Das bringt uns zu einem weiteren Punkt, nämlich:
Gleich bin ich bei Facebook in zwei Gruppen eingetreten. Dort tummeln sich jede Menge Menschen, die schulmedizinisch mit Cortison behandelt zu werden scheinen. Augenscheinlich scheint das der richtige Weg zu sein, Cortisol im Körper fehlt, also geben wir ihm Cortison. Das ist aber völlig falsch. Bei einer Nebennierenschwäche funktionieren die Nebennieren nicht mehr richtig. Wenn dem Körper nun Cortison zugeführt wird, erhält die Hirnanhangsdrüse die Meldung, dass im Körper genug Cortisol vorliegt und produziert noch weniger Cortisol – was im fein abgestimmten Zusammenspiel der Hormone für neue Schwierigkeiten sorgen kann. Die Therapie einer Nebennierenschwäche zielt daher auf eine Regeneration der Nebennieren ab, damit diese wieder richtig funktionieren können. Ich nehme dazu übrigens ein Kräuterpreparat, dass meine Heilpraktikerin mit einem Bioresonanzverfahren für mich ermittelt hat. Ich habe bereits nach drei Tagen gemerkt, dass sich im Körper etwas verändert und bin sehr zuversichtlich, dass meine Nebennierenschwäche mich auch wieder verlassen wird (Irgendwo habe ich etwas gelesen über die Dauer der Behandlung einer Nebennierenschwäche zwischen drei Monaten und zwei Jahren).
Es gibt darüberhinaus einiges, was Sie selbst tun können:
Bis auf die kalte Dusche und das gesalzene Getränk am Morgen habe ich alles selbst ausprobiert und kann sagen, dass es wirkt.
Im Zusammenhang mit den Nebennieren ist auch die Produktion der Schilddrüsenhormone wichtig, aber dies spare ich mir für einen gesonderten Beitrag auf, ich denke, fürs erste ist dies genug Input.
Meine größte Empfehlung gilt jedoch dem o. g. Buch von Dr. Wilson, das weitere Testmethoden, Behandlungsvorschläge etc. enthält. Darin steht Alles, wirklich absolut ALLES, was Sie wissen müssen.
Ein Update möchte ich noch anbringen. Seit ich diesen Artikel geschrieben habe, ist sehr viel passiert, habe ich neue Dinge erlebt, erfahren und gelernt. Mittlerweile habe ich mich noch genauer ausgerichtet auf Menschen, die zum einen hochsensibel sind, zum anderen aber auch
erlebt haben. Hervorgerufen durch die Kriegstraumatisierung unserer Eltern. Als Kinder kriegstraumatisierter Eltern haben wir als Kind nicht genug genug Aufmerksamkeit bekommen (manchmal aber auch zu viel). Vielfach haben unsere Eltern ihr Trauma auch an uns weitergegeben oder vererbt. Ebenso wie die Schwierigkeiten im Umgang mit Menschen als Traumfolge. Wir wurden in unserer natürlichen Entwicklung beeinträchtigt. Die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Eltern sich nicht oder nicht genug mit Ihnen als Kind beschäftigt haben, ist groß. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie Ihnen keine Sicherheit im Leben vermitteln konnten, ebenso. Durch die fehlende Sicherheit und weitere belastende Erfahrungen, die Sie in der Kindheit gemacht haben, hat sich durch das Trauma Ihr Gehirn verändert und Sie sehr anfällig für Stress gemacht.
Dies ist insofern relevant, als dass ein sehr großer Teil des chronischen Stresses vermutlich daher rührt, dass wir extrem häufig getriggert werden, durch Dinge, die wir im Alltag erleben und Neuauflagen der Dinge sind, die wir mit unseren Eltern erlebt haben. Das ist ein ziemlich komplexes Thema. Wenn Sie mit einer Nebennierenschwäche zu tun haben, ist es auf jeden Fall eine gute Idee, sich mit Persönlichkeitsentwicklung zu beschäftigen, sofern Sie dies nicht bereits tun. (Daran vorbei kommt man ohnehin nicht.)
Wie sieht es mit Ihnen aus? Leiden Sie auch unter einer Nebennierenschwäche? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Wie immer freue ich mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen.
Von Herzen, Ihre
Monika Richrath
Image by Free-Photos from Pixabay
Die spannende Frage ist: wie viele meiner LeserInnen sind von Nebennierenschwäche betroffen (oder glauben betroffen zu sein)? Manchen Sie mit, dann finden wir es heraus!
Vor einem Monat hatte ich über den Stress geschrieben, den neue Medien mir als hochsensibler Mensch (mehr …)
Haben Sie schon einmal von Nicholas Carr gehört oder von dem Artikel „Is google making us stupid?“ Der Artikel erschien bereits (mehr …)
Pflege ist ein Thema, das mir schon lange unter den Nägeln brennt, ich halte es für ziemlich bedeutsam im Zusammenhang mit Hochsensibilität. Am frappierendsten fand ich:
Früher starben Menschen an den unterschiedlichsten Ursachen. Manchmal legten sie sich einfach hin und wachten nicht mehr auf. Heute werden Menschen älter, irgendwann häufig in irgendeiner Form krank (häufigste Todesursachen: Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs). Oft dauert es Jahre, bis sie sterben. Aber in der Zwischenzeit müssen sie leben, gepflegt und versorgt werden und dann ist erst einmal guter Rat teuer.
In der Regel (wenn man nicht gerade elternlos oder in anderen Umständen aufgewachsen ist) hat man zu diesem Zeitpunkt ein eigenes, ausgefülltes Leben, sich innerlich mehr oder weniger von den Eltern distanziert, emanzipiert oder eine andere Art von Befreiungsarbeit geleistet und dann kommt plötzlich alles zurück. Bei der Recherche, welche Möglichkeiten es zur Versorgung unserer Mutter gab, stellte ich fest, dass von Seiten des Staates erwartet wird, dass man sich um seine Eltern kümmern soll. Nichts, absolut nichts, hatte mich darauf vorbereitet. Es war auch gar keine Frage, ob ich und meine Geschwester unsere Mutter unterstützen wollten. Natürlich haben wir das gerne gemacht, es war wie ein letzter Liebesdienst und eine Gelegenheit, unserer Mutter, die uns fünf Kinder alleine großgezogen hat, etwas zurückzugeben.
Man betritt ein Universum, das äußerst stressig, reglementiert und begrenzt ist, begrenzt an Zeit, begrenzt an Geld. Interessanterweise werden Sie, wenn Sie in eine solche Situation geraten, sehr schnell feststellen, dass man zwar von Ihnen erwartet, sich um Ihre Eltern zu kümmern, dieser Einsatz aber in keiner Weise honoriert wird.
gibt es dafür nur die Hälfte des Geldes, das eine Pflegeorganisation bekommen würde. Der Beitrag zur Entlastung durch andere Personen ist geradezu lächerlich (aktuell 104,- EUR im Monat, das bedeutet für Sie mal gerade ca. 4 Stunden, die Sie sich nicht kümmern müssen). Der Staat zieht sich auf diesem Wege eine neue Burnout-Generation heran, die noch dazu unter einer Art Pflege-Armut leidet …
Einschätzungen und Gutachten anderer Menschen werden wichtig. Rezepte müssen von Ärzten abgeholt werden (manchmal nur gegen Vorlage einer Vollmacht). Hilfsmittel werden erforderlich und damit ein nicht endendes Tauziehen mit den Krankenkassen um die Bewilligung derselben. Neue Ärzte müssen ausfindig gemacht und die Kranken zum Arzt begleitet werden. Kleine Alltagserledigungen können sich zu großen Problemen ausweiten. Was ist, wenn die Kranken in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und sich nicht mehr selbst waschen oder nicht mehr kochen können? Gerade die Nahrungsmittelversorgung für Pflegebedürftige ist eine absolute Katastrophe. Es erwies sich in unserem Fall als absolut
Meine Mutter versuchte es durchaus mit verschiedenen Lieferdiensten, das Essen war immer labbrig, schmeckte nach Kantine und es musste jemand kommen, der das Essen zerkleinerte. Wir haben dann schließlich selbst gekocht – aber es musste immer noch jemand kommen, der das Essen warm machte …
Obwohl die Grundversorgung meiner Mutter von medizinischen Dienstleistern übernommen wurde, blieben noch genug Aufgaben für mich und meine Geschwister übrig. JedeR übernahm etwas anderes. Nun erwies es sich als vorteilhaft, dass wir so viele sind. Nichtsdestotrotz bemerkte ich schon nach relativ kurzer Zeit, dass die Welt sich zusammenzurrte, ich mich ganz automatisch auf meine Mutter und ihre Bedürfnisse fokussierte. Wie früher eigentlich, als ich noch nichts von meiner Hochsensibilität wusste und mich IMMER zuerst um andere kümmerte und dann erst um mich. Vor mir selbst hatte ich es so rechtfertigt, dass ich mich nicht wohlfühlen kann, wenn andere sich nicht wohlfühlen. Puhhh …
Zwar waren nun die Grundvoraussetzungen andere, aber irgendwie war es doch gleich. Selbst, wenn ich mich um mich selbst und meine Belange kümmern wollte, hatte ich oft einfach nicht mehr die Energie dazu. In den zwei Jahren, in denen wir meine Mutter bei ihrer ALS begleitet haben, stand ich oft mit mehr als einem Bein in einem weiteren Burnout.
Am schwierigsten war es, wenn ich versuchte, mich selbst und meine Bedürfnisse durchzusetzen (Mit zunehmender Überforderung habe ich natürlich versucht, mich mehr an meinen eigenen Bedürfnissen auszurichten, weil mir ganz klar war, dass es dringend erforderlich ist). Allerdings lief ich damit häufig gegen Mauern. Mein Bedürfnis wurde zwar anerkannt, aber trotzdem nicht erfüllt. Und jedesmal, wenn das passierte, wurde ich ein bisschen depressiv. So als hätte ich kein Recht auf eigene Bedürfnisse.
Ich habe keine Statistiken zur Untermauerung vorzuweisen, aber ich bin davon überzeugt, dass gerade im Pflegebereich sehr viele hochsensible Menschen zu finden sind, einfach wegen ihrem Idealismus, ihrem unverbrüchlichen Interesse an anderen Menschen, an ihrer Lust, andere zu unterstützen. Ich finde, es ist eine Schande, dass ausgerechnet diese Menschen so wenig Unterstützung erfahren und regelrecht verbraten werden in einem völlig unzulänglichen Pflegesystem, das weder den Pflegebedürftigen, noch dem Pflegepersonal gerecht wird. Menschlichkeit und Herzlichkeit bleiben auf der Strecke. Von einer guten finanziellen Entlohnung kann man wohl auch nicht sprechen, denn insgesamt wollen immer weniger Menschen andere pflegen, was zu einer kontinuierlichen Verschlechterung der Lage führt.
Gelegentlich gebe ich Klopfakupressur-Workshops zu wohltätigen Zwecken und der bislang schwierigste Workshop, den ich je gegeben habe, war mit Pflegepersonal einer Behinderten-WG. Die Verzweifelung der Teilnehmer hat mich noch Wochen verfolgt …
Im Netz habe ich einen kurzen Clip gefunden, in dem diese Zustände ganz anschaulich beschrieben werden.
Es war mir ein bisschen komisch, über ein so schweres Thema an einem so schönen, sonnigen Tag zu schreiben, aber, nun ja, es ist Muttertag, und ich denke an meine Mutter …
Wie ist es mit Ihnen? Ist Pflege ein Thema für Sie? Haben Sie Vorschläge, Empfehlungen, Lösungen?
Herzlichst, Ihre
Monika Richrath
Als hochsensibler Mensch hat man ja immer wieder mal mit Stress durch ein Zuviel an materiellen und immateriellen Stoffen und Strahlungen zu tun, die unerwünschte Reaktionen auslösen, seien es nun Pollen, Staub, Nahrungsmittel, schlechte Energien oder anderes. (mehr …)