Verkehrsnervös

Verkehrsnervös

Vor einigen Jahren hat einmal ein SAT 1-Team versucht, einen 2-minütigen Beitrag für das Fernsehen über Hochsensibilität zu drehen, mit mir als Hauptdarstellerin. Zu diesem Zweck sollte ich mich mitten auf einen der belebtesten und befahrensten Plätz meiner Heimatstadt stellen und gestresst aussehen.

Natürlich ist es äußerst schwierig, innere Prozesse visuell darzustellen (ich weiß auch nicht mehr, ob ich eigentlich gestresst aussah), aber trotzdem ist dieser Tag als Meilenstein in meinem Gedächtnis haften geblieben. Es war nämlich der Tag, an dem mir klar wurde, dass ich besonders

verkehrsnervös

bin. Dies ist das Wort, das ich dafür für mich gefunden habe. Ich stand auf einer Verkehrsinsel, mitten auf der Straße, wo die Bahnen halten, links und rechts floß der Autoverkehr vorbei. Es war sehr, sehr laut. Ich sah mich um.

  • Ich sah den flügellahmen Vogel im Rinnstein, der drohte von vorbeifahrenden Autos überrollt zu werden
  • Ich sah den Fahrradfahrer, der fast angefahren worden wäre
  • Ich sah das Auto, das aufgrund eines riskanten Überholmanövers im falschen Augenblick nur knap einem Unfall entging.
  • Ich sah einen Betrunkenen, der schwankend an der Ampel stand und bereit schien, in jedem Augenblick einen fatalen Schritt auf die Fahrbahn zu machen.

Alles in Sekundenbruchteilen.

Aber so geht es mir,

immer, wenn ich in der Stadt unterwegs bin. Offenbar habe ich ein sehr gesteigertes Bewusstsein für die Empfindlichkeit des Systems – solange alle fahren und alles glatt läuft, ist es gut. Aber eine kleine Unachtsamkeit im Straßenverkehr von Seiten eines am System Beteiligten kann das ganze System in Sekundenbruchteile lahmlegen. Draußen zu sein ist demzufolge ziemlich stressig für mich. Der Stress wächst proportional zur Größe, bzw. Breite der Straße. Ich glaube durchaus, dass es auch irgendetwas zu tun hat mit dem für

Verkehr kann bei Hochsensibilität ein Trauma seinviele hochsensiblen Menschen typischen Verhalten, 

die eigene Aufmerksamkeit mehr auf andere zu richten, als auf sich selbst zu achten. Aber es gibt noch andere Aspekte, die ebenfalls eine Rolle spielen.

Als Kind wuchs ich auf in einer der vielen Neubausiedlungen, die in den 60er Jahren überall gebaut wurden und wenige Jahre später entstand gleich neben dieser Siedlung die A565, ebenso wie 4 Auf- und Abfahrten zu dieser Autobahn. Sie alle kreuzten einen äußerst trostlosen Platz (der wegen der darüberhinwegführenden Autobahn A565 immer dunkel war), über den auch noch die Straßenbahn fuhr. An diesem Platz kam es häufig zu Unfällen. Ich erinnere mich an ein Kind, das den Versuch, den Platz zu überqueren nicht überlebte. Ich erinnere mich an eine verletzte Frau, deren Bild mich noch Wochen verfolgte.

Damals war das ja völlig anders als heute, wo ich

um meine Hochsensibilität und Empfindsamkeit weiß und das leben und verstehen kann.

Heute mache ich einen großen Bogen um Unfälle, wenn es möglich ist. Damals war das einfach nicht möglich. Es ist etwas passiert und alle sind hingerannt um zu gucken und niemandem wäre es eingefallen, die Kinder beiseite zu nehmen und sie am Gucken zu hindern … geschweige denn, dass es irgendeine Möglichkeit gegeben hätte, das ganze im Gespräch aufzuarbeiten (obwohl ich nicht glaube, dass so etwas möglich ist). Irgendwie haften diesen Erfahrungen jedoch etwas Traumatisches an – und das Schlimmste erzähle ich dir hier lieber gar nicht. Mittlerweile weiß ich ja, dass es sich hier tatsächlich Verkehrsunfall Trauma handelt, ganz egal, ob ich den Unfall tatsächlich beobachtet habe, in einen Unfall verwickelt war oder Unfallopfer gesehen habe – gerade die Bilder der Unfallopfer haben mich lange lange verfolgt. Es gibt sogar einige, die kann ich heute noch mühelos abrufen . Wichtig ist, dass ich den

Straßenverkehr als nicht sicher verinnerlicht

habe. Sicherheit wäre das letzte Wort, das mir zu Straßenverkehr einfiele (Das werde ich ganz bestimmt demnächst mal mit einem Coach beklopfen). Ich weiß nicht, ob es an diesen Erfahrungen lag oder an anderen Dingen, über die ich nichts weiß, jedenfalls entwickelte ich so eine krankhafte Furcht vor kranken und verletzten Menschen – was wiederum neuen Stress auslöste.

Einmal war ich auf einem Bürgersteig unterwegs, als zwei Autos auf der Straße daneben sehr laut ineinander krachten. Dann Stille. Schließlich öffnete sich die Tür des VWs und eine Frau, die im Gesicht blutete rief mir zu, ich solle die Polizei rufen. Und ich rief, ich wüsste nicht, wo hier ein Telefon ist (Das war, als es noch keine Handys gab) und lief einfach weg. Den Großteil meines Lebens habe ich mich für diese kleine Begebenheit in Grund und Boden geschämt. Mittlerweile habe ich jedoch ziemlich viel Mitgefühl für mein damaliges 13jähriges Selbst entwickelt. Natürlich wusste ich, dass es nicht in Ordnung war, einfach wegzulaufen, aber ich konnte gar nicht anders. Ich fühlte mich so überfordert mit dieser Situation, dass irgendein Teil von mir die Beine in die Hand genommen hat. Heute weiß ich: Ich hatte einen Schock. Heute weiß ich auch: Der Impuls weglaufen zu wollen, war ein guter  Impuls.

Vermutlich ist es nicht wirklich überraschend, dass ich den

Führerschein erst mit 40 gemacht

habe und die Jahre mit Fahrpraxis relativ kurz waren. Für mich ging hochsensibel sein nicht wirklich mit Autofahren zusammen. Obwohl mir das Autofahren Spaß machte, ist es mir doch nie gelungen, den Stress loszuwerden, den bestimmte Verkehrssituationen mit schöner Regelmäßigkeit in mir hervorriefen – heute habe ich den Stress beim Autofahren immer noch – als Beifahrerin. Zu den wirklich schlimmen Situationen, die ich als Teilnehmerin im Verkehr erlebt habe, gehört der Tag, als ich

eine Art von Panikattacke beim Fahren auf der Autobahn

erlitt und einfach nicht mehr wusste, was ich als nächstes tun sollte. Es war die reine Überforderung. Heute glaube ich stressbedingt. Nichtsdestotrotz habe ich das Autofahren relativ bald danach aufgegeben, ich fühlte mich einfach überfordert mit all den gleichzeitigen Handlungen, die Autofahren erfordert. Je älter ich werde, desto weniger vertrage ich überhaupt – aber ich glaube, das ist ganz normal. Jetzt bin ich schon gestresst, wenn ich mit dem Fahrrad gleichzeitig eine Steigung hinauffahren, links abbiegen und auch noch den Arm ausstrecken soll um mich verkehrskonform zu verhalten! Keine Ahnung, ob du als Leser:in hiermit etwas anfangen kannst. Dieser Artikel gärte schon seit Jahren in mir. Jetzt, wo ich am Ende angekommen bin, denke ich mir jedenfalls „Kein Wunder, dass ich diese Verkehrsnervosität habe!“ Es wäre eher komisch, wenn es anders wäre.

Ein kleines Update für das Jahr 2022: Mittlerweile habe ich mich ja ziemlich eingehend mit Trauma beschäftigt und lerne mit Trauma umzugehen. Und zwar mit dem ganzen Paket:

Hochsensibilität, belastende Kindheitserfahrungen, Entwicklungstrauma und Bindungstrauma.

Jetzt erst wird mir klar, dass auch diese traumatischen Erfahrungen im Vekehr damit zu tun haben, denn ich hatte nicht das Umfeld, diese Erfahrungen verarbeiten zu können. Dabei findet eine traumatische 2-Wege Befruchtung statt (oder sage ich mal, das triggert in beide Richtungen).

Im Zuge meiner Selbstbeobachtung ist mir aufgefallen, dass immer dann, wenn mich der Verkehr besonders nervös macht, ich mich in irgendeiner Form in einem traumatischen Zustand befinde, in dem irgendetwas in mir arbeitet … Seit ich das erkannt habe, komme ich etwas besser klar mit dem Verkehr.

Wie geht es dir in und mit dem Verkehr? Oder gibt es etwas anderes, das du zu fürchten gelernt hast aufgrund von belastenden Erfahrungen in der Kindheit? Wie immer freue ich mich über deine Kommentare.

Von Herzen,

Deine Monika Richrath 

Bildquelle: Pixabay

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Der ganz besondere Humor hochsensibler Menschen

Der ganz besondere Humor hochsensibler Menschen

Nachdem ich in der letzten Zeit nicht so richtig viel zu lachen hatte (vielen lieben Dank für Ihre mitfühlenden Kommentare!), möchte ich mich diese Woche mal lustigeren Dingen zuwenden. Mir ist ein HSP-Witz zugeflogen, den ich so lustig fand, dass ich lauthals loslachte und meine Stimmung automatisch nach oben ging. Grund genug, mich mal mit dem ganz besonderen Humor hochsensibler Menschen auseinanderzusetzen.

Natürlich kann man nicht alle Menschen über einen Kamm scheren (manche Menschen fühlen sich durch das Korsett „Hochsensibilität“ eingeengt, aber ich glaube doch, dass die besondere Fähigkeit zum Mitleiden und Mitfühlen eine besondere Art des Humors bedingt.

Heutzutage ist das glaube ich nicht mehr so populär, aber früher gab es einemal eine Zeit, da war das der größte Renner überhaupt, kleine Filmclips aus Amateurvideos zu senden, wo vermeintlich komische Dinge geschehen, in denen Menschen einfach umfallen, Bruchlandungen hinlegen mit Maschinen und anderem oder Kleinkinder schmerzhafte Missgeschicke erleiden. Damals guckte ich noch relativ viel Fernsehen. Damals sah ich auch noch hin – obwohl es kaum jemals wirklich komisch war für mich.

Das einzige, worüber ich lachen konnte,

waren Tiervideos, bei denen niemand zu schaden kam. Ich erinnere mich an einen witzigen Clip von einer Katze, die offenbar ein Tennismatch im Fernsehen beobachtete, ihre Augen schossen im Rhythmus des Balles hin und her (vielleicht dachte sie, hier ist eine zu fangende Beute?), DAS fand ich komisch. Alles andere nicht. Ich konnte nicht darüber lachen, dass ein Ehepaar vor dem Altar ohnmächtig wurde aufgrund zu großer Hitze oder zuviel Alkoholgenuss am Abend vorher. Ich konnte nicht darüber lachen, wenn einem Kleinkind eine Katze aus dem Hinterhalt auf den Kopf sprang (das arme Kind bekam jetzt bestimmt ein Katzentrauma! und was waren das überhaupt für miese Eltern, die sowas lustig fanden?) und auch nicht darüber, dass jemand mit seinem Motorrad über etwas fuhr und sich richtig hinlegte. Warum sollte das komisch sein? Das war nicht komisch. Ich wand mich dann eher und es war fast ein bisschen so, als seien diese Dinge mir selbst zugestoßen (auch wenn ich nicht so weit gehen würde, zu sagen, dass ich ihren Schmerz empfand). Ich fand es einfach nur schrecklich. Irgendwann ist mir natürlich klargeworden (leider hat das ganz schön gedauert), dass ich selbst ja in der Hand habe, ob ich diese Emotionen erleiden muss oder nicht und habe einfach ausgemacht oder umgeschaltet, wenn so etwas lief.

Natürlich kann man nicht alle Menschen über einen Kamm scheren (manche Menschen fühlen sich durch das Korsett „Hochsensibilität“ eingeengt, aber ich glaube doch, dass die besondere Fähigkeit zum Mitleiden und Mitfühlen eine besondere Art des Humors bedingt.

Heutzutage ist das glaube ich nicht mehr so populär, aber früher gab es einemal eine Zeit, da war das der größte Renner überhaupt, kleine Filmclips aus Amateurvideos zu senden, wo vermeintlich komische Dinge geschehen, in denen Menschen einfach umfallen, Bruchlandungen hinlegen mit Maschinen und anderem oder Kleinkinder schmerzhafte Missgeschicke erleiden. Damals guckte ich noch relativ viel Fernsehen. Damals sah ich auch noch hin – obwohl es kaum jemals wirklich komisch war für mich.

Das einzige, worüber ich lachen konnte,

waren Tiervideos, bei denen niemand zu schaden kam. Ich erinnere mich an einen witzigen Clip von einer Katze, die offenbar ein Tennismatch im Fernsehen beobachtete, ihre Augen schossen im Rhythmus des Balles hin und her (vielleicht dachte sie, hier ist eine zu fangende Beute?), DAS fand ich komisch. Alles andere nicht. Ich konnte nicht darüber lachen, dass ein Ehepaar vor dem Altar ohnmächtig wurde aufgrund zu großer Hitze oder zuviel Alkoholgenuss am Abend vorher. Ich konnte nicht darüber lachen, wenn einem Kleinkind eine Katze aus dem Hinterhalt auf den Kopf sprang (das arme Kind bekam jetzt bestimmt ein Katzentrauma! und was waren das überhaupt für miese Eltern, die sowas lustig fanden?) und auch nicht darüber, dass jemand mit seinem Motorrad über etwas fuhr und sich richtig hinlegte. Warum sollte das komisch sein? Das war nicht komisch. Ich wand mich dann eher und es war fast ein bisschen so, als seien diese Dinge mir selbst zugestoßen (auch wenn ich nicht so weit gehen würde, zu sagen, dass ich ihren Schmerz empfand). Ich fand es einfach nur schrecklich. Irgendwann ist mir natürlich klargeworden (leider hat das ganz schön gedauert), dass ich selbst ja in der Hand habe, ob ich diese Emotionen erleiden muss oder nicht und habe einfach ausgemacht oder umgeschaltet, wenn so etwas lief. 

Kommt ein Neutron in eine Bar. Sagt der Türsteher: „Sorry – nur für geladene Gäste!“

Als HSP lachen wir vermutlich viel zu wenig

weil wir vieles so schwer und ernst nehmen, uns über Gebühr Sorgen machen oder vielleicht einfach sowieso viel zu viel in unserem Kopf sind.

Mit dem Humor ist es aber so eine Sache. Mein Problem ist, dass mein Humorzentrum auch in Filmen häufig gar nicht getroffen wird. Klamauk kann ich überhaupt nicht ausstehen. Dabei muss lustig nicht weichgespült sein, es darf auch schon mal krass sein. Sicher ist bloß, mein Begriff von lustig liegt meistens nicht im Mainstream. Ein Fisch namens Wanda fand ich blöd, Little Miss Sunshine dagegen herrlich.

Im Freundeskreis hat es sich bei einigen Menschen schon etabliert, dass man mir sagen muss, dass jemand ein Scherzle gemacht hat, wenn ich überhaupt nicht reagiere oder ratlos gucke.

Das bedeutet aber nicht, dass ich ein Trauerkloß bin

oder superernst. Ganz im Gegenteil. Ich lache wahnsinnig gerne – auch wenn ich das in letzter Zeit schon mal vergessen habe. Zu den Sternstunden meines Lebens gehört, dass ich einmal ein ganzes Kino zum Lachen gebracht habe! Am Ende wusste außer mir und meiner Begleitung niemand, woher dieser allgemeine Heiterkeitsausbruch kam.

Und so oder so ist die große Errungenschaft meines Lebens ohnehin, dass ich meine grundsätzliche Niedergeschlagenheit und Depressivität hinter mir gelassen und zu meiner Fröhlichkeit gefunden habe (durch die Klopfakupressur).

Gerne hätte ich Sie mit ein paar intelligenten Witzen erfreut

Das erwies sich jedoch als gar nicht so einfach. Ich bin eine Weile im Netz auf die Suche gegangen und auf verschiedene Einträge gestoßen, die mir „intelligente Witze“ versprachen. Peinlicherweise standen auf jeder dieser Seiten dieselben 10 Witze. Vielleicht können Sie lachen über „Überheblich? Moi?“ Ich fand es nicht komisch. Der einzige Witz, der mir dort gefiel, war der mit dem Neutron.

Ein Philosoph und ein Pfarrer streiten sich darum, welcher der beiden von ihnen vertretenen Disziplinen der höhere Rang zukomme. Spöttisch meint der Pfarrer „Philosophie ist, als ob jemand in einem dunklen Raum mit verbundenen Augen eine schwarze Katze sucht, die es gar nicht gibt.“ Darauf antwortet der Philosoph „Theologie ist, als ob jemand in einem dunklen Raum mit verbundenen Augen eine schwarze Katze sucht, die gar nicht da ist und plötzlich ruft: „Ich hab sie!“

Dabei wäre es wirklich gut, mehr zu lachen

weil es so unglaubliche und vielfältige gute Auswirkungen auf unseren Geist und unseren Körper hat.

Lachen regt grundsätzlich den Stoffwechsel an, leider allerdings nur kurz. Durch das Lachen gelangt viel mehr Luft in die Lunge und mehr Sauerstoff ins Blut. Das Herz schlägt schneller und pumpt das mit Blut, das mit mehr Sauerstoff angereichert wurde, durch den Körper. Dies regt sogar den Stoffwechsel an. Aber, wie gesagt, nur kurz. Danach entspannt sich der Körper wieder.

Das ist aber noch nicht alles: Beim Lachen werden Endorphine (Glückshormone) ausgeschüttet. Das Stresshormon Adrenalin wird unterdrückt.  Außerdem werden durch das Lachen Antikörper gebildet, die der Körper zum Schutz vor Viren und Bakterien benötigt. Lachen ist also eine rundum gute Sache! Für uns als hochsensible Menschen ganz besonders!

Die besten HSP-Witze

wollte ich Ihnen hier vorstellen, die ich finden konnte. Aber wissen Sie was? Außer diesem einen, den ich mir bis zum Schluss aufhebe, habe ich nicht einen einzigen HSP-Witz gefunden. Nur jede Menge Ich-bin-nicht-so-wie-ihr-Sprüche auf Instagramm. Die ich noch dazu mir nicht in Ruhe ansehen durfte, sondern mir gleich ein Instagramm-Konto erstellen sollte – wozu ich keine Lust hatte.

Jedenfalls finde ich das Fehlen von HSP-Witzen sehr schade. Über den Witz und die Selbstironie dieses Witzes kann ich immer wieder lachen. Ich finde, von solchen Witzen brauchen wir mehr!

Treffen sich zwei Hochsensible. Sagt der eine zum anderen: „Dir geht es gut. Wie geht es mir?“

Worüber lachen Sie?

Was finden Sie witzig, lustig, amüsant? Schreiben Sie Ihren Lieblingswitz in die Kommentare und bringen Sie uns zum Lachen!

Ich freue mich jetzt schon auf Ihre Kommentare!

Herzlichst, Ihre

Monika Richrath

Bildquelle: Pixabay

Schmerz lass nach!

Schmerz lass nach!

Eigentlich hatte ich nur eine ganz kleine Blogpause geplant, um wieder einmal tief durchzuatmen, schöne Dinge mit meiner Nichte zu unternehmen und meine Seele ein bisschen baumeln zu lassen. Leider ist dieser schöne Plan nicht so richtig aufgegangen, denn ich musste mich unerwartet sehr intensiv mit dem Thema Schmerz auseinandersetzen – dies war schlussendlich auch der Grund dafür, dass meine Blogpause sich dann sehr in die Länge gezogen hat …

Ein Zahn, genau gesagt, der Zahn Nr. 12,  hat mein aktuelles Schmerzdebakel ausgelöst. Eigentlich ist Nr. 12 schon lange tot. Und weil ich immer wieder mit den Zähnen zu tun habe und mein Zahnfleisch sich in einem chronisch schlechten Zustand befindet, hat es eine ganze Weile gedauert, bis ich merkte, dass ich es diesmal nicht mit der üblichen Zahnfleischentzündung zu tun hatte, sondern viel mehr im Busch ist …

Beim Zahnarzt stehe ich mit meiner Hochsensibilität besonders auf Kriegsfuß

(Dazu habe ich schon verschiedene Beiträge veröffentlicht.)

Es beginnt damit, dass ich Schmerzen wahrnehme, wenn noch gar nichts zu sehen ist (häufig muss ich tatsächlich mehrmals zum Arzt, bis die Ursache erkannt werden kann)

Die Spritzen tun mir so weh, dass im Grunde genommen nach der Spritze schon alles gelaufen ist, weil ich mich so anstrengen muss, nicht zu weinen und „groß, stark und erwachsen“ zu bleiben, dass ich dann schon in einem emotionalen Ausnahmezustand bin.

Mir ist erst vor kurzem klargeworden, dass alle Arten von Zahnarztbesuchen vermutlich bei mir verschiedene Erlebnisse von Polypenoperationen als Kind triggern (ich nehme an, wegen der weißen Kittel und der Instrumente). Vielleicht ist das der Auslöser einer großen Zahnarzt-Angst, von der ich mich in meinen frühen Erwachsenenjahren habe verleiten lassen, jeglichen Zahnartztbesuch für den unglaublichen Zeitraum von zehn Jahren überhaupt zu meiden. Was dann wiederum dazu geführt hat, dass ich heute mindestens alle 3 Monate zum Zahnarzt gehen muss … und wenn ich das nicht tue, rächt sich das auf jeden Fall. Zum Zahnarzt zu gehen, bedeutet für mich einen Megastress.

Danach bin ich immer völlig fertig und geschafft

und muss mir was Schönes gönnen, wenn ich dann wieder essen darf (zum Glück dauert das heute ja nicht mehr so lange wie früher!). Zumindest habe ich dann die Gewissheit, dass es eine ganze Weile dauern wird, bis ich wieder hin muss.

Diesmal war es leider anders. Mein Zahnfleisch blies sich auf und entwickelte sich zu einer Megaentzündung –  ich erspare Ihnen die hässlichen Einzelheiten – jedenfalls musste ich alle paar Tage hin und hatte sogar schon die private Telefonnummer meiner Ärztin für den Fall, dass ein Notfall am Wochenende einträte … Zum Glück kam es nicht so weit. Das Antibiotikum schlug allerdings nur sehr zögerlich an und wenn es eine Sache gab, die mir in dieser Zeit wirklich half, dann waren es die Endorphine, die ich zu diesem Zeitpunkt aus anderen Gründen eingenommen habe. Zuguterletzt hat sich dann herausgestellt, dass ich eine große Zyste an der Zahnwurzel habe, die operiert werden muss. Und es gab dann noch einmal einen Schreck, als ich erfuhr, dass es nur eine 50%ige Erfolgschance gibt …Dummerweise musste ich mich AN ORT UND STELLE ENTSCHEIDEN. Und wie viele andere hochsensible Menschen auch, habe ich ein echtes Problem mit schnellen Entscheidungen. Also habe ich mich für die Lösung mit dem (wie mir schien) geringsten Aufwand entschieden. Erstmal Zyste raus und auf Heilung hoffen.

Ich habe meine Zahn-OP ordentlich vorher beklopft, was mir auch geholfen hat – immerhin bin ich nach der OP vollkommen ohne Schmerzmittel ausgekommen!

Das hat mich auf die Idee gebracht, mich einmal näher mit dem Thema Schmerz zu beschäftigen. Ich habe mich gefragt, ob hochsensible Menschen vielleicht mehr Schmerzrezeptoren haben als andere, weniger empfindliche Menschen?

Schmerz wird definiert als ein unangenehmes, vielleicht auch heftiges Sinneserlebnis, das mit Gewebeschäden verbunden sein kann, aber nicht zwangsläufig verbunden sein muss. Die tatsächliche Funktion von Schmerz ist es, uns zu warnen und darauf aufmerksam zu machen, dass uns evtl. eine solche Gewebeschädigung bevorsteht. Schmerzwahrnehmung wird als

Nozizeption

bezeichnet und ist, wie andere Wahrnehmungsfähigkeiten auch, vollkommen individuell. Die Schmerzrezeptoren werden dementsprechend Nozizeptoren genannt. Rund 3 Millionen davon soll unser Körper besitzen. Dabei handelt es sich um die verzweigten Enden von Nervenfasern, die in allen schmerzempfindlichen Geweben unseres Körpers vorkommen. Sie reagieren empfindlich auf Dehnung, Druck oder Temperatur. Der so aufgenommene Reiz wird in ein elektrisches Signal umgewandelt und über spezielle Nervenfasern an das Nervensystem im Rückenmark gesendet (dabei sind bestimmte Nervenfasern für bestimmte Schmerzformen zuständig). Von dort aus werden die Schmerzsignale dann ins Gehirn geschickt, um uns zur Handlung zu bewegen.

Die Antwort auf die Frage, ob hochsensible Menschen vielleicht mehr Schmerzrezeptoren haben als andere muss ich leider schuldig bleiben. Aber wenn wir uns vor Augen halten, dass Hochsensibilität erwiesenermaßen mit einer intensiveren Verarbeitung der Sinneseindrücke einhergeht, reicht das fürs erste vielleicht schon. Ob es nun daran liegt, dass wir mehr Schmerzrezeptoren haben oder uns vielleicht bestimmte Neurotransmitter im Gehirnstoffwechsel fehlen, die für die Verarbeitung von Schmerzreizen benötigt werden oder noch etwas ganz anderes wird hoffentlich noch jemand in diesem Leben erforschen … Sicher ist:

Die Schmerzwahrnehmung ist nie ganz gleich,

was nicht nur mit unterschiedlichen Tageszeiten zu tun hat, sondern auch individuellen Befindlichkeiten, bzw. mit der Gefühlsverarbeitung, die ebenfalls am Schmerzgeschehen beteiligt ist.

Besonders tragisch wird es,

wenn der Schmerz chronisch wird,

obwohl der ursprüngliche Schmerz schon lange nicht mehr besteht. Menschen mit Fibromyalgie wissen jedenfalls ein Lied davon zu singen. Für chronischen Schmerz kommen offenbar jeweils unterschiedliche Ursachen in Betracht.

Bei Fibromyalgie geht man z. B. davon aus, dass die Nervenenden geschädigt wurden. Beim Reizdarmsyzndrom hingegen haben Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Menschen mit einem Reizdarm über mehr Schmerzrezeptoren im Dickdarmggewebe verfügen als andere … man kann offenbar also mehr Schmerzrezeptoren verfügen …

Meine Zahngeschichte ist noch nicht zuende

leider, leider. Die Zyste wurde operiert und eine Woche lang habe ich mich super gefühlt. Nach einer Woche war es vorbei, der Zahn beginnt wieder zu pochen und zu drücken und ich denke, der will doch raus. Mist. Hätte ich mich doch besser anders entschieden. Am Sonntagmorgen, wo ich den letzten Absatz dieses Artikels schreibe, sitze ich hier, während mein Zahn weiter sanft vor sich hin pocht. Der Chirurg hat sich glattweg geweigert, ihn zu ziehen („Wieso? Sieht doch alles super aus. Sie müssen Geduld haben.“) Meine Zahnärztin ist jetzt im Urlaub und mir bleibt nichts, als darauf zu warten, dass sie wiederkommt, ohne die Gewissheit zu haben, dass es mir gelingen wird, sie davon zu überzeugen, dass es sinnvoll ist, mir den Zahn zu ziehen … Vielleicht beschäftige ich mich in der Zwischenzeit einmal mit dem Thema holistische Zahngesundheit …

Was für Erfahrungen machen Sie mit Ihren hochsensiblen Zähnen? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

 

Bildquelle: Pixabay

Ich kann einfach nicht NEIN sagen

Ich kann einfach nicht NEIN sagen

Ganz vorsichtig und sacht umrundet sie unsere kleine Gruppe, bleibt immer wieder prüfend stehen, spürt und horcht, schüttelt dann den Kopf und nimmt die Runde wieder auf. Wenn sie an mir vorbeikommt, schließe ich die Augen, um mich nur ja nicht durch ein Grinsen zu verraten, das sich irgendwie auf meinem Gesicht ausbreiten will oder eine andere Reaktion, die sie in die Irre führen könnte. Sie bleibt schließlich stehen. „Hier?“ und zeigt auf eine Stelle zwischen zwei anderen TeilnehmerInnen.

Wir befinden uns gerade in einem meiner Seminare, wo es tradtionell am Morgen des zweiten Tages zum Einstieg eine Übung gibt, die „Tor der Liebe“ heißt. Es ist eine äußerst spannende Wahrnehmungsübung, die von jeder Gruppe unterschiedlich aufgenommen wird und immer wieder neue Erkenntnisse hervorbringt.

Die Person, die ihre Wahrnehmungsfähigkeiten ausprobieren möchte, entfernt sich von der Gruppe. Ihre Aufgabe wird es sein, herauszufinden, an welcher Stelle der Kreis durchlässig ist – wo sich das Tor der Liebe befindet – ohne dabei mit den anderen TeilnehmerInnen zu sprechen. Diese stehen in einem Kreis mit dem Gesicht nach außen und verabreden, welche beiden nebeneinanderstehenden Personen das Tor der Liebe sein möchten. Diese beiden denken das Wort JA, während die Person die Gruppe umkreist. Alle anderen denken das Wort NEIN.

Es ist unglaublich spannend, was dann passiert

selbst, wenn man nicht die Person ist, die die Gruppe umkreist. Jede hat einen anderen Ansatz.  Es gibt immer wieder TeilnehmerInnen, die es gleich auf Anhieb schaffen.  Andere verlassen sich nicht auf ihr Bauchgefühl, sondern suchen die Antwort in den Gesichtern. Wieder andere spüren die richtige Antwort und trauen ihrer Wahrnehmung nicht. Kürzlich kam sogar eine Teilnehmerin auf die Idee, es kinesiologisch auszutesten (mit Erfolg!) Ich selbst habe es übrigens noch niemals geschafft, das Tor der Liebe zu finden, weil ich mich immer durch andere  Emotionen ablenken lasse, die vage bei mir ankommen und die ich nicht einordnen kann. Neulich hat jedoch eine Teilnehmerin in einem Seminar eine (für mein Empfinden) bahnbrechende Bemerkung gemacht. Sie sagte

„Es fällt mir so schwer, nein zu sagen

– wie soll die andere das wirklich wahrnehmen können?“ Und ich merkte, dass es mir genauso ging. Ich versuche mir  das NEIN bildlich vorzustellen, in Großbuchstaben und Fettdruck, aber ich merkte selbst, dass überhaupt keine Energie dahinter war, mein NEIN war ganz kraftlos, eher wie ein zartes Flüstern als eine mit Nachdruck vorgebrachte Äußerung.

Das war wie eine Erschütterung

denn mir wurde klar, dass, wenn es mir schon nicht gelang in einem spielerischen Kontext ein kräftiges NEIN zu produzieren, es in meinem realen Leben noch viel weniger der Fall sein würde. Und dass dies vielleicht der Grund dafür ist, warum es mir einfach nicht gelingen will, andere Menschen davon abzuhalten, bestimmte Dinge zu tun.

Früher war es sogar noch schlimmer.

Da war mir zwar bewusst, dass es Dinge gab, die mir nicht gut taten, aber ich hatte so wenig Selbstbewusstsein, dass es ausgeschlossen schien, mich entschieden zur Wehr zu setzen und für mich selbst und meine Belange einzutreten. Ich glaubte, wenn ich dies täte, würde sich die betreffende Person von mir abwenden und für immer verschmähen. Und das erschien mir schier UN-ER-TRÄG-LICH! Dies war also etwas, was es um jeden Preis zu vermeiden galt. Also sagte ich anderen nie, was mir nicht passte und was ich nicht wollte. Das Ergebnis war natürlich, dass ich dann irgendwann so voller Groll steckte (denn ich bin darüberhinaus auch sehr nachtragend), dass ich von mir aus die Beziehung kappte. So kann man natürlich auch durchs Leben gehen.

Aber an mir nagte doch das Bewusstsein, für andere kein gleichwertiger Partner zu sein, jemand, dem man auf Augenhöhe begegnet, sondern immer unterlegen – die Verbindung zu

„minderwertig“

kommt mir da ganz automatisch. Zu all den anderen gemischten Gefühlen gesellte sich dann auch noch Neid auf die anderen (die das konnten, was ich nicht konnte) und Scham über die eigene Unfähigkeit, ganz abgesehen von dem Stress, der sich aus der Situation ergibt.

Ich wusste natürlich lange Zeit nicht, dass die Unfähigkeit NEIN zu sagen, etwas ist, was häufig mit Hochsensibilität verbunden ist, da das häufig seit frühester Kindheit empfundene Gefühl des Andersseins viele hochsensible Menschen dazu verleitet, sich an ihre erwachsenen Bezugspersonen und deren Werte anzupassen. Als Kinder haben wir ja keine andere Wahl. Als Kind muss es für uns bedrohlich sein, wenn wir das Gefühl haben, dass wir

für unsere Empfindlichkeit abgelehnt werden

– in einem Alter, wo wir Zuspruch und Ermutigung brauchen, um psychisch gut gedeihen zu können. Es erscheint nur logisch, dass viele HSP die Überlebensstrategie entwickeln, möglichst nichts zu tun, was ihre Bezugspersonen gegen sich aufbringen könnte. So verlernten wir häufig schon von klein auf, unsere eigenen Interessen mit Nachdruck zu vertreten.

Gottseidank kann man diese Überlebensstrategie auch wieder verlernen, selbst, wenn es einige Zeit und Mühe braucht. Das geht nicht so über Nacht.

Ich selbst weiß auch erst seit ein paar Jahren, wie toll es sich anfühlen kann, laut zu sagen

„ICH WILL DAS NICHT!“

Der Weg dorthin war ganz schön steinig – und ganz sicher bin ich immer noch nicht am Ende angelangt! Es könnte auf jeden Fall schon einmal helfen, das NEIN-Sagen zu klopfen. Durch die Klopfakupressur merken Sie schneller (auf unaufgeregte Weise) was Sie eigentlich wollen und können es auch eher aussprechen.

Ich habe schon öfter den Einwand gehört, dass Beziehungen sich durch das Klopfen verschlechtern können. Das kann natürlich vorkommen, denn es kann ja sein, dass andere Menschen Sie vorher überhaupt nicht richtig für voll genommen haben, weil Sie sich  nicht gewehrt haben. Wenn Sie beginnen, sich zu wehren, sind andere oftmals erst einmal verdutzt, weil Sie sich anders verhalten als gewohnt. Aber das ist an sich ja nichts Schlechtes, ganz im Gegenteil. Sie begeben sich jetzt auf Augenhöhe und das ist wunderbar für das Selbstbewusstsein. Sie sind jetzt eben nicht mehr bequem. Sie sind jetzt jemand, mit dem man rechnen muss. Vor allem sind Sie ein gleichwertiger Partner, dessen Bedürfnisse genauso viel gelten wie die des anderen.

Es kann auch vorkommen, dass sich Ihre Beziehungen dadurch verbessern, dass Sie Ihre Bedürfnisse besser kommunizieren. Vielleicht stößt das bei Ihrem Gegenüber auf Erleichterung … man kann es nicht wissen.

Sicher ist jedenfalls, dass es für unsere Selbstwerdung wichtig ist, uns auszudrücken, anderen unsere Wünsche und Bedürfnisse mitzuteilen. Auch unser Selbstbewusstsein und unsere Selbstachtung werden dadurch unglaublich gepusht – außerdem können sich dadurch eine Vielzahl ungeahnter Nebeneffekte ergeben, z. B. im Berufsleben, im Freundeskreis usw. Darum wäre dies ein Thema, das anzugehen sich für hochsensible Menschen immer lohnt …

Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

Bildquelle: Pixabay

Heile Deine Geburt, Heile Dein Leben – eine Rezension

Heile Deine Geburt, Heile Dein Leben – eine Rezension

Wer sich mit Klopfakupressur befasst, ob als Selbstanwender oder als Coach/Therapeut in der Anleitung von Klienten und Patienten, der stößt unweigerlich bei der Vertiefung dieser spannenden Materie, auf Begriffe wie „Quantenphysik“ oder „Matrix“. Der interessierte Leser weiß, welchen Gesetzen diese folgen und so hat mich dieses Buch gefunden, ganz ohne dass ich danach gesucht habe.

Traumaheilung mit Geburts-Matrix-Reimprinting

ist der Untertitel des Buches von Sharon King, das 2015 beim „SilverWood Books UK Ltd. Verlag auf Englisch erschien und Dank Monika Richrath nun seit April 2018 in der deutschen Fassung bei „Lotus-Press“ erhältlich ist.

Inzwischen gibt es zum Thema Klopfakupressur eine erfreuliche Auswahl an Literatur namhafter Experten und auch Literatur, die sich den einzelnen Techniken der Klopfakupressur wie z. B. TFT (Thought Field Therapy von Roger Callahan), EFT (Emotional Freedom Techniques von Gary Craig),  ESM (Emotional Self Management von Peter Lambrou und George Pratt) oder M.E.T (Meridian-Energie-Technik nach Rainer und Regina Frank), um nur einige zu nennen, widmet.

Hinzu kommen die Spezialisierungen die sich teilweise aus o. g. Ursprungsmethoden entwickelt und emanzipiert haben und heute als ergänzende und bereichernde Methoden, wie zum Beispiel die „TBT Trauma Buster Technique“ von Rehana Webster oder „Matrix-Reimprinting“ von Karl Dawson, zum Einsatz kommen.

Hierzu darf sich auch die Methode von Sharon King zählen, die mit „Geburts-Matrix-Reimprinting“ das Konzept bzw. die Methode „Matrix-Reimprinting“ von Karl Dawson, mit viel Liebe, Umsicht und Gewissenhaftigkeit auf unser aller Ursprung lenkt und all jenen, die es sich wünschen, einen magischen Neubeginn ermöglicht.

„Novam stellam disponere“ oder besser gesagt „Ordne deine Sterne neu, es geht“!

Wir alle werden vom Moment unserer Entstehung mit den Einflüssen unserer Umgebung und ihrer Umwelt geprägt. Wir wachsen und reifen heran und mit uns all die Erfahrungen, die uns auf dem spannenden Weg ins Leben begegnen. In idealen Fällen ein Weg voller Liebe, Zuneigung, guter Wünsche, Gedanken und Energie.

Doch spätestens mit dem westlich geprägten Geburtsmodell ist oft Schluss mit der Rosamunde Pilcher Einführung ins Leben. Geburten nach Termin statt nach Natur, hektische Betriebsamkeit im Kreissaal, überlastete Ärzte, zu wenige Hebammen, und jeder von ihnen mit eigenen Gedanken, Ängsten und Sorgen, gepaart mit pharmazeutischen Mitteln und dem Glauben Babys seien keine empfindsamen Wesen, machen aus dem schönsten Moment, den es gibt, einen mechanischen Prozess, der von unserer Menschlichkeit weit entfernt ist.

Dieses Buch eignet sich für geübte Selbstanwender und Experten

finde ich. Es ist sehr gut gegliedert: der erste Teil befasst sich mit der Technik und ihrer Entstehung. Es wird erklärt, warum Säuglinge – ganz im Gegensatz zur landläufigen Meinung – bewusste Wesen sind. Dabei stützt sich Sharon King auf wissenschaftliche Arbeiten, deren Quellen der interessierte Leser genauso in diesem Buch finden wird, wie eine Vielzahl konkreter Fallbeispiele. Die Klopfakupressur und Matrix-Reimprinting sind als Grundlagen Schritt für Schritt erklärt und immer dann, wenn der Leser durch die Schilderungen von Sharon King auf eigene Themen oder Glaubenssätze stoßen könnte, fängt sie ihn auf und leitet ihn an sich davon zu heilen.

Der zweite Teil widmet sich dem wissenschaftlichen Hintergrund von Geburts-Matrix-Reimprinting. Geburtserfahrungen, die physischen Auswirkungen des Geburtsprozesses, vom Geburtskanal über die Nabelschnur bis zum ersten Schrei werden als mögliche Geburtstraumata aufgezeigt. Die Bedeutung und Entwicklung des Gehirns wird mit Fallbeispielen und wissenschaftlichen Quellen dargelegt. Der Zusammenhang zwischen körperlicher Bewegung und Gehirnentwicklung, die faszinierende Beschreibung unserer Herz-Intelligenz und die Bedeutung des Bondings machten diesen Teil für mich zu einem der Highlights in diesem Buch.

Im dritten Teil ist der Leser nun gut vorbereitet auf die Vertiefung möglicher Geburtstraumata. In Fallbeispielen werden die Auswirkungen der Trennung bei der Geburt beschrieben, angefangen von physischen Rektionen bis hin zu Glaubenssätzen, die schon bei der Geburt hervorgerufen werden. Welche Auswirkungen der Einsatz von Medikamenten und Betäubungsmitteln und der Fall der operativen Entbindung auf die Geburt bzw. unser Leben haben.

Im gesamten vierten Teil hat der Leser die Gelegenheit aus und mit dem Buch zu arbeiten und mithilfe wertvoller Anregungen und Hinweisen, mitunter auch dem Rat einen Experten hinzuzuziehen, an eigenen Themen zu arbeiten. Ein hoher Praxisanteil mit einem – wie ich finde – echten Mehrwert für den Leser.

Mein Fazit

Sharon King hat sich mit ihrem Buch einem bewegenden, wichtigen und heilsamen Thema gewidmet.

Wer aus einer eher rational geprägten Wirklichkeit kommt und „Quantenphysik“ und „Matrix“ für „spooky“ hält, dem zeigt sich am Ende wie alles zusammenhängt und dass das, was uns ggf. schon bei unserer Entstehung oder als Baby ereilte und bis heute gefangenhält, durch Geburts-Matrix-Reimprinting aufgelöst werden kann.

Menschen mit einer hohen emotionalen Schwingungsfähigkeit, die gut mit ihrem „Selbst“ verbunden sind, geht es vielleicht nach der Lektüre so wie mir, und sie wünschen sich, dass die Erkenntnis aus diesem Buch so viele Menschen wie möglich erreicht.

Jetzt bleibt mir eigentlich nur noch, Ihnen gute Lektüre zu wünschen. Und denken Sie daran:

„Novam stellam disponere“ oder besser gesagt „Ordne deine Sterne neu, es geht“!

Herzliche Grüße,

Ihre

Elisabeth Manneck

Sharon King Heile Deine Geburt, Heile Dein Leben Traumaheilung mit Geburts-Matrix-Reimprinting Lotus Press ISBN 978-3-945430-78-1 22,95 €
Elisabeth Manneck

Elisabeth Manneck

Trainerin, Personal Coach und Heilpraktikerin (Psychotherapie) mit Praxis in Bonn Kernmethoden: Schemafokussierte integrative Psychotherapie – Hypnose – Klopfakupressur Mitglied im Verband für Klopfakupressur e.V. www.elisabeth-manneck.de
Sieben gute Gründe keine Milch zu trinken

Sieben gute Gründe keine Milch zu trinken

Ich weiß schon sehr, sehr lange, dass Milch eigentlich nichts für mich ist. Dabei habe ich Milch als Kind und junge Erwachsene total geliebt. Bis ich 1997 oder 1998 diesen verhängnisvollen Magendurchbruch hatte. Danach war erstmal Schluss mit der Milch. Mir hatte damals jemand erklärt, dass durch die OP (man entfernte mir ein Stück des Magens) mir nun bestimmte Enzyme fehlen würden, so dass ich Milch nicht mehr verarbeiten könnte.

Damals war ich noch ganz anders in der Welt unterwegs. Von Hochsensibilität wusste ich noch gar nichts. Und ich hatte auch noch nicht angefangen, mich mit biologischen Zusammenhängen auseinanderzusetzen. Ich habe diese Aussage zur Kenntnis genommen, nicht weiter hinterfragt und mich als fortan als laktoseintolerant betrachtet. Jahrelang habe ich überhaupt keine Milchprodukte zu mir genommen außer Butter und Sahne (die sonderbarerweise immer gingen). Ach ja, und natürlich habe ich dabei (ich bin ja sehr experimentierfreudig) auch

Laktase-Tabletten

versucht. Sonderbarerweise funktionierten die Laktasetabletten aber nur manchmal, nicht immer. Und (das war so richtig dumm), ich habe immer erst hinterher gewusst, ob sie funktioniert haben. Oft saß ich da mit Bauchschmerzen – dann hatten sie eben nicht funktioniert.

Ich habe außerdem sehr schnell gemerkt, dass plötzlich ohne die Laktase-Tabletten die Sahne ganz schnell zum Problem wurde. Offenbar stellte der Körper seine minimale eigene Laktaseproduktion bei der Zufuhr von Laktase von außen einfach ein. Nicht gut. Gottseidank ließ sich der Prozess durch das Weglassen der Laktasetabletten wieder rückgängig machen.

Von daher war an der Milchfront erst einmal alles gut. Ich habe mich bestimmt 7 Jahre lang überwiegend vegan ernährt (wenn auch ganz bestimmt nicht so supergesund wie das heute mit veganer Ernährung verbunden ist). Dann wollte ich aber wieder andere Dinge essen, auch Fleisch usw.

Obwohl ich nach wie vor keine Milch trinke, sind Milchprodukte für mich zu einem echten Problem geworden. Vor allen Dingen Käse.

Nach Käse bin ich regelrecht manchmal süchtig

obwohl ich genau weiß, dass ich mich nach dem Genuss von Käse aufblähe wie ein Ballon, schlecht Luft bekomme und vor allen Dingen von einer alles verschlingenden und durch nichts zu besänftigenden Nervosität befallen werde – die letzten Endes auch das Einschlafen schwierig macht. Das nützt alles nichts. Manchmal stehe ich im Supermarkt Ewigkeiten vor dem Käseregal und starre sehnsüchtig wie ein Junkie auf den angebotenen Käse. Manchmal schaffe ich es, zu widerstehen, manchmal nicht. Es endet jedenfalls immer schlecht, wenn nicht.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich bin in solchen Fällen leider stets bereit, mir das nicht-widerstehen-können als persönliches Versagen anzukreiden. Das macht es natürlich auch nicht besser, ganz im Gegenteil.

Im Rahmen der Recherche für mein neues Buch über Schlafstörungen habe ich mich vor kurzem eingehender mit dem Thema Milch beschäftigt und ein paar schockierende Dinge über Milch herausgefunden.

Dass es nämlich jede Menge guter Gründe gibt, überhaupt keine Milchprodukte zu sich zu nehmen

– ganz gleich, ob man sie zu vertragen scheint oder nicht.

1. Grundsätzlich landet alles, womit die Kuh in Berührung gekommen ist, später in der Milch

Herbizide, Pestizide, Dioxine (Lt. WHO stammen 90% der von Menschen aufgenommenen Dioxine von Milch und Fleisch. Dioxin gilt als extrem giftige, krebsauslösende Chemikalie.), Blut, Kot, Bakterien und Viren, Hormone, Antibiotika usw. Die Kühe werden z. B. mit Antibotika gegen Euterentzündungen behandelt und bekommen offenbar vor der Geburt eines neuen Kalbes präventiv Antibiotika verabreicht.  Eine 2011 in der Zeitschrift Journal of Agricultural and Food Chemistry veröffentlichte Studie hat  ans Licht gebracht, dass ein einziges Glas Milch an die 20 verschiedene pharmakologisch aktive Substanzen wie Schmerzmittel, Antibiotika und Wachstumshormone enthielt (untersucht wurden Kuhmilch, Ziegenmilch und Muttermilch). Gruselig, oder?

2. Milch ist an sich für Menschen ein artfremdes Getränk

Es ist dazu bestimmt, den Nachwuchs der Kuh aufzuziehen. Darum enthält es jede Menge Wachstumsfaktoren, damit das Kalb schnell groß wird.  Für erwachsene Menschen ist die Aufnahme von IGF-1 (insulinähnliche Wachstumsfaktoren) nicht nur unsinnig, sondern ungesund. Denn diese Wachstumsfaktoren werden vor allen Dingen mit Zellwachstum in Verbindung gebracht, genauer mit dem Wachstum von Tumorzellen und zwar bei Brust,- Eierstock und Prostatakrebs.

3. Milch verhindert nicht das Risiko an Osteoporose zu erkranken,

sondern erhöht vielmehr das Risiko von Knochenbrüchen. Eine 2014 veröffentlichte schwedische Langzeitstudie, in der 60.000 Frauen 20 Jahre lang und 45.000 Männer 11 Jahre lang begleitet wurden, kam zu dem Ergebnis, dass der Verzehr von Milch das Risiko von Knochenbrüchen erhöhte. Das war aber nicht das einzige Ergebnis dieser Studie. Es kam ebenfalls dabei heraus, dass

4. die MilchtrinkerInnen sogar früher starben,

vor allen Dingen jene, die mehr als 3 Gläser Milch am Tag tranken (ca. 680 ml). Dieses Ergebnis wurde von den Forschern damit erklärt, dass Milch entzündliche Prozesse der unterschiedlichsten Art im Körper fördert und in Verbindung mit den erhöhten oxidativen Stresswerten, die sich ebenfalls bei den ausgemachten MilchtrinkerInnen fanden, Krankheiten auslöst. Die Bandbreite ist groß und reicht von Akne, Neurodermitis, Allergien, Reizdarm, Bluthochdruck, Arthritis, Osteoporose, chronische Nebenhöhlenentzündungen, bis hin zu Parkinson, Alzheimer und eben auch Krebs.

5. Der Verzehr von viel Milch im Kindesalter wird in Verbindung gebracht mit dem Entstehen von Diabetes Typ 1

Dazu gibt es einige Studien. Offenbar ist das Protein in der Milch, das Kasein, dafür verantwortlich. Dazu später noch mehr.

6. Milch verschleimt den Körper.

Sie können das ganz einfach selbst überprüfen, indem Sie eine Zeitlang alle Milchprodukte weglassen und dann Käse essen.

7. Die meisten Menschen können überhaupt keine Milch verstoffwechseln.

Wussten Sie, dass rund 75 % der Weltbevölkerung an laktoseintolerant ist? Diesen Menschen fehlt das Enzym Laktase, mit dem der in der Milch enthaltene Milchzucker aufgespalten wird, so dass dieser nicht vom Körper aufgenommen werden kann.In der Folge entstehen Magen-Darm-Beschwerden, wie Übelkeit, Blähungen, Durchfall und Erbrechen. Die Bandbreite an Symptomen geht aber noch viel, viel weiter, sie kann auch chronische Müdigkeit, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Schweißausbrüche, Konzentrationsstörungen, depressive Verstimmungen, Schlafstörungen und Schwindel auslösen …

Dass so viele Menschen keine Milch verstoffwechseln können, ist aber auch kein Wunder. Milch ist kein Getränk für Menschen. Darum sollen Kinder mit Muttermilch gestillt werden, dann bekommen sie die ihnen von der Natur zugedachte Nahrung. Im Netz habe ich den Hinweis gefunden, dass die Laktaseaktivität sowieso nach der Entwöhnung von der Muttermilch abnimmt. In Afrika oder Asien ist es daher vollkommen normal, Laktose nicht verstoffwechseln zu können. Dass es in Westeuropa, Australien und Nordamerika anders ist, liegt vermutlich in der langen Tradition der Weidewirtschaft.

Eine Laktoseintoleranz kann angeboren sein (absolute Laktoseintoleranz), sie kann aber auch vorübergehend oder erworben sein (sekundäre Laktoseintoleranz), z. B. durch Erkrankungen des Verdauungssystems, chronische Darmerkrankungen, Zöliakie, Darmparasiten, Alkoholmissbrauch, Chemotherapie, Mangelernährung, Divertikel, Gastrektomie etc.

Ich habe ja schon eingangs erwähnt, dass ich mich selbst lange Zeit für laktoseintolerant gehalten habe. Mir ist im vergangen Jahr so langsam gedämmert, dass das möglicherweise nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Ich habe verschiedene sog. laktosefreie Produkte ausprobiert und es ging mir trotzdem schlecht.

Jetzt bin ich darauf gekommen, dass ich offenbar

eine Kasein-Unverträglichkeit

habe. Milch besteht zu 80 % aus Proteinen, dem Kasein und zu 20 % Molkeneiweiß. Bei einer Kaseinunverträglichkeit reagiert der Körper auf die Kasein-Eiweißbestandteile, weil er sie nicht verwerten kann.

Foto: Couleur/pixabay

Die Symptome der Kaseinunverträglichkeit decken sich weitgehend mit denen der Laktoseintoleranz. Aber es gibt auch noch andere Symptome, z. B. Hautveränderungen, Urtikaria, Neurodermitis, Hautstörungen, Pickel, Pustel, Juckreiz und eine Neigung zu Ekzemen. Auch Juckreiz, Ekzembildung, Pickel Pusteln, Hautrötungen oder Allergische Rhinitis und allergischer Schnupfen.

Natürlich stelle ich mir dann auch die Frage, wie sich all das auf meine Hochsensibilität auswirkt, bzw. eher andersrum, inwieweit die Symptome durch meine Hochsensibilität verstärkt werden – weil ich ja alles, was in meinem Körper vor sich geht, wie mit einer Lupe vergrößert überdeutlich wahrnehme.

Besonders fatal: Kasein enthält sog. Kasomorphine, die suchterregendes Potential haben, sie docken direkt an unsere Opiodirezeptoren an und greifen so direkt in unser Gefühlsleben ein. Mir war sofort klar, dass dort die Nervosität, die mich nach dem Verzehr von Käse befällt, herkommen muss. Und dass es jetzt wirklich an der Zeit ist für mich, die Reißleine zu ziehen und den Verzehr von allen Milchprodukten auf ewig einzustellen und mich noch einmal sehr eingehend mit meiner Ernährung zu befassen. Ich habe einen Tipp für ein superspannendes Buch bekommen, das diesen Zusammenhängen noch näher nachgeht, darüber werde ich demnächst mehr berichten.

Hat dieser Artikel neue Erkenntnisse für Sie gebracht?  Was erleben Sie mit Milch? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Ich wollte mich übrigens noch gerne für Ihre freundlichen Reaktionen auf meinen letzten Artikel bedanken, ich habe mich sehr getröstet gefühlt und mich anderen konstruktiven Dingen zugewandt anstatt mir die Haare zu raufen.

Ich gehe jetzt übrigens in eine Sommerpause, im Juli geht es mit frischer Energie dann wieder weiter.

Herzliche Grüße und eine schöne Zeit für Sie,

Ihre
Monika Richrath

de_DEDeutsch