Blogparade: Hochsensible Superhelden

Blogparade: Hochsensible Superhelden

Es ist mir durchaus bewusst, dass sehr, sehr viele hochsensible Menschen sich überhaupt nicht mit Krimis beschäftigen, weder in Buch-, noch in Filmform. Oft ist damit ja eine gewisse Form der Gewalttätigkeit oder schwer auszuhaltender Spannung verbunden (die je nach Produzent, Autor oder Sender noch besonders gepusht wird), die Gift für unsere empfindlichen Gemüter bedeutet. Aber Krimis haben auch für viele hochsensible Menschen etwas äußerst Anziehendes. Deswegen möchte ich nun endlich einmal diese schon lange gehegte Blogparaden-Idee umsetzen.

Was macht Krimis eigentlich so attraktiv?

Kriminalliteratur hat es offenbar schon immer gegeben, allerdings eher vereinzelt, z. B. König Ödipus von Sophokles, der Verbrecher aus verlorener Ehre von Friedrich Schiller, Fräulein Scuderi von E.T.A. Hoffmann, oder aus den Papieren eines Criminalbeamten von Adolf Müllner. Der 1860 erschienene Roman Die Frau in Weiß von Wilkie Collins gilt heute als Grundstein der modernen Kriminalliteratur (sehr spannendes Buch übrigens).

Dass sich Kriminalliteratur (die sich schon bald in verschiedene Untergattungen aufspaltete), sich einer immer größeren Beliebtheit erfreute, mag daran liegen, dass die Welt zu dieser Zeit immer chaotischer und unüberschaubarer wurde. Die industrielle Revolution führte zu einer tiefgreifenden Veränderung der Lebensverhältnisse der Menschen, später kamen der erste und zweite Weltkrieg dazu. Das Lesen (oder das Ansehen) eines Krimis ist immer äußerst befriedigend – als LeserIn oder ZuschauerIn bleibt man niemals unbeteiligt und ist immer aktiv an der Aufklärung des Falles beteiligt. Die größte Befriedigung mag daran liegen, dass es sich hier in der Regel um eine abgeschlossene Geschichte handelt, in der durch die Aufklärung eines Falles wieder eine Ordnung hergestellt, dem Chaos und der Bedrohung etwas entgegengesetzt wird. Wenn das nicht verführerisch ist!  Ist Ihnen schon aufgefallen, dass es im Augenblick fast nur noch Krimis im Fernsehen gibt ? Jedenfalls habe ich den ganz entschiedenen Eindruck, dass es so ist …

Ein Rätsel zu lösen macht einfach Spaß, eins meiner liebsten Spiele ist und bleibt Cluedo („Ich verdächtige Fräulein Ming in der Bibliothek mit dem Kronleuchter …“), ich habe sogar einmal eine französische Deluxe-Edition aus Frankreich besessen, mit mehr Gästen, mehr Räumen, mehr Waffen, so dass man sich mit einer Partie einen ganzen Nachmittag lang beschäftigen konnte.

Hochsensible Eigenschaften sind gefragt

Auf jeden Fall finde ich, dass bei der Aufklärung der Verbrechen in Krimis viele Eigenschaften nützlich sind, die wir mit Hochsensibilität verbinden können: die Fähigkeit Querverbindungen herzustellen, zum Beispiel. Die gründlichere Verarbeitung von Reizen. Idealismus. Ein Interesse an Menschen und den Willen, seine Arbeit in ihren Dienst zu stellen. Das Erspüren von Zuständen bei anderen. Gründlichkeit. Nicht loslassen können und wollen, bis der Gerechtigkeit Genüge getan ist … Bestimmt gibt es noch viel mehr, was mir gerade nicht einfällt. Einen Krimi zu sehen, mit einer Ermittlerfigur, die ich als hochsensibel einstufen würde, gibt mir ein ganz besonders befriedigendes Gefühl von Eingebundensein in einen großen Zusammenhang – vielleicht kennen Sie dieses Gefühl ja?

Ich selbst habe Krimis übrigens nicht immer gemocht. Es gab immer wieder Phasen, in denen ich mich ganz bewusst weigerte, mir Filme anzusehen, in denen andere Menschen umgebracht werden, bzw. mir dieser düstere Blick auf die Welt entschieden missfällt. Irgendwann werde ich aber immer wieder schwach …

Allerdings hat sich mittlerweile herausgestellt, dass ich nicht alles mag. Alles, was aus Skandinavien kommt, genieße ich mit äußerster Vorsicht (Man kann sich ja schon fragen, ob die Menschen in Skandinavien gehirntechnisch vielleicht anders gestrickt sind, offenbar gibt man sich dort besonders viel Mühe, Kriminalfilme besonders krass und verstörend darzustellen). Englische Krimis mit deutschen Schauspielern gehen auch nicht. Deutsche Krimis sehe ich übrigens nur ganz ganz selten, die finde ich auch zu brutal.

Im Laufe der Zeit hat sich herauskristallisiert, dass es doch ganz bestimmte Krimis und Krimiserien gibt, die mir richtig gefallen und

mein empfindliches Nervenkostüm nicht über Gebühr beanspruchen,

so dass die positiven Aspekte des Rätselns und Nachdenkens sich entfalten können. Zum Beispiel sehe ich sehr gerne alle Donna Leon Verfilmungen, die spannend sind (aber nicht allzu sehr) und bei denen man viel von Venedig sehen und erfahren kann.

hochsensible Ermittler nehmen alles unter die LupeMeine Superhelden und -heldinnen

Es gibt natürlich auch Krimis, bei denen der Fokus ganz anders gesetzt ist, weniger auf dem Verbrechen, als auf den psychologischen Motiven dafür. In diesem Sinne mag ich die Serie Cold Case wahnsinnig gern, Action- und Brutaloszenen fehlten dort völlig und es wurden häufig bestimmte gesellschaftliche Probleme aus den unterschiedlichsten Epochen thematisiert. Detective Lilly Rush und ihr Team gingen dabei meistens sehr feinfühlig und empathisch ans Werk. Für mich ist die Figur von Lilly Rush ganz definitiv hochsensibel. Ganz besonders gelungen fand ich, dass häufig die „Verbrecher“ auch dargestellt wurden, wie sie zur Zeit des Verbrechens waren und es gab in jeder Folge den Aspekt der Entwicklung, die Menschen im Laufe ihres Lebens durchlaufen und der Tragik aufgrund von falschen getroffenen Entscheidungen. Natürlich stand der Gerechtigkeitsaspekt  dabei ganz weit oben, wenn die Täter ihrer Strafe zugeführt wurden, aber dies enthielt auch immer etwas sehr Versöhnliches … Gelegentlich ist diese Serie noch im Fernsehen zu sehen, auf DVD scheint sie aufgrund von musikrechtlichen Problemen nicht erhältlich. Für mich jedenfalls ein totales Highlight in der Krimilandschaft – etwas Vergleichbares habe ich bislang nicht gesehen.

Mittlerweile bin ich den britischen Krimis verfallen

Das hat verschiedene Gründe. Zum einen fühle ich mich auf der Insel auf gewisse Weise emotional einfach zu Hause (ich glaube, in einem früheren Leben muss ich dort irgendwo gelebt haben), zwei wunderschöne Urlaube, in denen ich in Schottland, Cornwall und dazwischen herumgereist bin, haben sich mit ihrer Landschaft in mein Gehirn gefräst um niemals wieder mehr vergessen zu werden. Schon, wenn ich ein Setting in einem britischen Krimi sehe, weiß ich, es gibt diese unglaublich malerischen Dörfer, ich habe sie selbst mit meinen eigenen Augen gesehen. Es gibt auch diese etwas schrulligen Menschen mit sonderbaren Festen und skurilen Wettbewerben …

Dazu kommt noch, dass auf der Insel die Ermittler jeweils ihre spezielle Stadt haben, in der sie ermitteln. Es ist natürlich toll, viel von einer Stadt zu sehen, die mir selbst total gut gefällt. Von daher mag ich Case Histories sehr gerne (Edinburgh) und Inspektor Barnaby, dessen Fälle zwar in einer fiktiven Stadt spielen, aber an verschiedenen Orten gedreht wurden, die für mich durchaus repräsentativ sind. Für mich steht hier definitiv weniger das Verbrechen an sich im Vordergrund, sondern eher die eher augenzwinkernde Darstellung schrulliger Menschen mit schrulligen Leidenschaften – aber einige Folgen fand ich dann doch sehr gruselig und musste oft weggucken.

Jetzt habe ich aber zwei neue Lieblinge: die eine ist die Serie Lewis, weil sie in Oxford spielt und dies eine Stadt ist, die unter meinen Top5 toller Städte weltweit rangiert. Außerdem habe ich dort einen Charakter ausgemacht, der sich später als hochbegabt entpuppen wird und der zu meinem absoluten Liebling avanciert ist. DS Sergent Jim Hathaway ist kein Mann großer Worte, hat aber Theologie studiert und war schon auf dem Weg ins Priesteramt, als er sich entschloss, die Ausbildung abzubrechen und bei der Polizei einzusteigen. Er kann und weiß einfach alles … was mich bei jedem anderen Charakter nerven würde, bei ihm aber nicht … agiert immer vorausschauend und ist für mich die Verkörperung der guten hochsensiblen Eigenschaften schlechthin.

Ebenfalls in Oxford spielt die neue Serie Der junge Inspektor Morse, die etwas mit der Serie Lewis zu tun hat, denn Inspektor Morse war der Vorgesetzte von Lewis und ist eine eigenständige Figur (Die Romanvorlagen stammen beide von Colin Dexter). Der junge Inspector Morse spielt Mitte der 60er Jahre, als Morse sein Studium hinschmeißt und zur Polizei geht. Er ist ein wirklich zarter Charakter, der ungeheure Schwierigkeiten und Stress mit den rauen Sitten bei der Polizei hat und eigentlich immer seinen Job schmeißen will. Und natürlich hat er völlig eigene Ermittlungsmethoden, die sich von denen der anderen Beamten unterscheiden. Ich finde ihn einfach herrlich … Wird immer mal wiederholt.

Weibliche Ermittlerinnen

Es gab ein wunderbares weibliches Ermittlungsteam in der britischen Fernsehlandschaft: Scott & Bailey. Allerdings sehr modern, daher eher auch mit vielen Gewaltszenen und meistens erst so später Stunde ausgestrahlt, dass ich mich nie richtig hineinfinden konnte …

Und natürlich finde ich die Ermittlerin Kate Beckett aus Castle einfach wunderbar. Nicht nur für ihre nüchterne Art und ihren scharfen Verstand – ich gebe zu, ich bin eine heimliche Bewunderin ihrer coolen Outfits … Allerdings gehört Castle in diese Ermittler-Aufzählung eigentlich nicht so richtig hinein, weil mich an dieser Serie weniger die Kriminalfälle interessieren (zumal die Serie ja auch amerikanisch ist), sondern eher die Interaktion zwischen der Ermittlerin und dem Schriftsteller …

So, jetzt sind Sie gefragt! Mögen Sie Krimis? Welche Charaktere in Büchern und Filmen gefallen Ihnen besonders oder bewundern Sie? Warum? Kennen Sie Charaktere, die hochsensible Eigenschaften in absolute Vorzüge und Alleinstellungsmerkmale verwandeln? Wie gehen Sie mit der Gewalt in Kriminalliteratur und Filmen um?  Oder: wie müsste ein Ermittlercharakter oder ein Krimi gestrickt sein, damit er Ihnen gefällt? Vielleicht fällt Ihnen dazu ja noch etwas ganz Anderes ein.

So nehmen Sie an dieser Blogparade teil:

Veröffentlichen Sie auf Ihrem Blog einen Blogartikel zu diesem Thema, weisen Sie auf diese Blogparade hin und setzen Sie einen Link auf diese Seite. Senden Sie den Link zu diesem Artikel in den Kommentaren. Die Blogparade läuft bis zum 31. Januar 2018.

Ich freue mich auf Ihre Einsendungen und bin schon sehr gespannt!

Herzlichst, Ihre
Monika Richrath

HPU und Hochsensibilität

HPU und Hochsensibilität

Verschiedentlich bin ich schon gebeten worden, einmal über das Thema HPU/KPU zu schreiben. Ich habe es auch schon mehrfach angekündigt. Im Urlaub habe ich endlich die Zeit gefunden, mich richtig in das Thema zu vertiefen. Dabei habe ich gemerkt, dass ich im Grunde genommen einen eigenen Blog dazu machen könnte, so komplex ist dieses Thema. Ich glaube aber, es ist fast das wichtigste Thema, das ich je auf diesem Blog behandelt habe, daher habe ich entschieden, es mehrfach aufzugreifen und dabei jeweils verschiedene Aspekte zu beleuchten. In diesem Beitrag geht es zunächst einmal darum, was HPU und KPU eigentlich ist und wie Sie herausfinden können, ob Sie zu den von HPU Betroffenen gehören (Man geht derzeit von einem Prozentsatz von mindestens 11 % der Bevölkerung aus).

Meine Vorgeschichte

Vielleicht wissen Sie ja schon, dass mich alles, über was ich auf diesem Blog schreibe, selbst betrifft. Gerade dieser Artikel hat eine längere Vorgeschichte. Vor einigen Jahren sprach mich während eines Seminars eine Teilnehmerin an, die gerade das  Buch „HPU und dann …?“ von J. Kamsteeg las und mir davon erzählte. HPU (Hämopyrrollactamurie)? Hatte ich noch nie gehört, aber ich war sofort ganz Ohr. Könnte ich hier vielleicht eine Erklärung finden für unerklärliche sonderbare Eigenheiten meines Körpers? Hatte eine HPU damit zu tun, dass ich z. B. fast nie träumte, nie schwitzte, ich konnte kein Gewicht abnehmen (egal, was ich tat), unerklärlicher Juckreiz, unerklärliche schlimme Knieprobleme über eineinhalb Jahre usw… Ich lieh mir das Buch und statt zu schlafen, las ich es mir während der Nacht durch. Ich verstand nur wenig (es ist im Grunde ein Buch für Menschen mit medizinischer Bildung), aber ich hatte angebissen.

Gleich nach der Rückkehr nach Hause setzte ich mich an den Computer und füllte den HPU Online-Fragebogen auf der Seite des Autors bei der Fa. Keac aus, um die Wahrscheinlichkeit des Vorliegens einer HPU bei mir zu ermitteln. Das Ergebnis des HPU online Tests war ziemlich frustrierend und vage und lautete in etwa „zweifelhaft“, kann sein, vielleicht auch nicht. Davon habe ich mich allerdings nicht ermutigen lassen. Denn irgendwie war ich ganz sicher, dass ich selbst von einer HPU betroffen bin. Ich habe also einen entsprechenden Test in Dr. Kamsteegs Labor in den Niederlanden machen lassen, der mir auch nicht sehr viel aussagekräftiger erschien als das Ergebnis des Online-Fragebogens. Als ich allerdings mir vor kurzem noch einmal das Testergebnis ansah, konnte ich das überhaupt nicht mehr nachvollziehen, da es mir eine leicht positive, vorhandene HPU bescheinigte.

Stoffwechselstörung HPU

Falls Sie sich nun fragen, was denn eine HPU eigentlich ist: es handelt sich um eine Stoffwechselstörung. Die eigentliche Therapie der HPU ist nicht allzu kompliziert, es geht darum, dass dem Körper bestimmte Stoffe fehlen, z. B. Zink, Mangan und eine bestimmte Form von Vitamin B6, sog. aktiviertes Vitamin B6. Allerdings habe ich im Netz die eindringliche Warnung gefunden, sich nun keinesfalls alle diese Mikronährstoffe auf einmal zuzuführen. Menschen mit HPU haben offenbar häufig eine Verarbeitungsstörung, nicht nur auf der körperlichen, sondern auch auf der geistigen und emotionalen Ebene. Unbedachtes Vorgehen in Sachen HPU könnte eine Psychose auslösen. Das hat mich erschreckt und ich bin den Empfehlungen der Seite gefolgt, die ich gefunden hatte, ganz langsam und vorsichtig vorzugehen.

Erst habe ich Zink eingeschlichen in einer Minimaldosis über ein paar Wochen, dann die Dosis erhöht, dann Mangan dazu genommen und dann hat mich der Mut verlassen, alleine weiterzumachen und ich habe mir eine Heilpraktikerin gesucht, die HPU kennt – was ein totales Glück war, denn so hat sich erst herausgestellt, was bei mir noch so alles im Argen war. Ich war ziemlich nervös, als ich das erste Mal P5P nahm (das aktivierte Vitamin B6). Recht bald bin ich dann aber auf  Depryrrol von Keac umgestiegen, das Produkt, das Dr. Kamsteeg selbst verkauft und Zink, Mangan und P5P enthält und das war eine Offenbarung.

Auf eine höhere Ebene gebracht

Ich habe diese absolut phantastische Körperwahrnehmung und als ich es zum ersten Mal nahm, hatte ich das Gefühl, mein ganzes System (und damit meine ich sowohl Körper, Geist und Seele) wird wie mit einer Hebebühne auf eine höhere Ebene gefahren. Wow! Ich wusste also, mein Gefühl hatte mich nicht getrogen, ich war hier absolut richtig. (Es gab dann noch einmal eine Feinkorrektur, weil sich herausgestellt hat, dass das Produkt in der vorliegenden Form einfach zu stark war, ich bin dannumgeschwenkt auf Depyrrol Plus, mit Magnesium und so geht es.)

Für diesen Artikel habe ich mir Literatur in Form von Büchern besorgt und als ich diese las, bin ich fast umgefallen. Mir war nicht klar, dass es mit der Einnahme der Mikronährstoffe überhaupt nicht getan ist, aber es erklärt natürlich auch, warum ich körperlich nicht so richtig auf einen grünen Zweig komme – obwohl es mir heute schon sehr viel besser geht als noch vor einem Jahr. Zwar war es mit den Mikronährstoffen nicht falsch, aber ich hätte mein Augenmerk ebenso auf Ernährung, Entgiftung richten müssen und auch darauf, meinen Körper zu entstressen, jedenfalls auf eine sehr viel zielgerichtetere Weise, als ich das im Augenblick tue.

Aber alles der Reihe nach. Ich werde versuchen, den Inhalt dessen, was ich gelesen habe, für Sie in verständlicher Form aufzubereiten.

Von Sterilgutassistentin – Eigenes Werk, GPL, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6077533

Die Ursache der HPU

HPU (Hämopyrrollactamurie) und KPU (Kryptopyrrolurie) entstehen durch eine Störung in  der  inneren Membran der Mitochondrien. Vielleicht haben Sie schon einmal von den Mitochondrien gehört. Die 70 bis 100 Billionen Körperzellen des menschlichen Körpers enthalten eine Zellmembran, einen Zellkern und verschiedene sog. Zellorganellen. Zellorganellen sind kleine, abgeschlossene Funktionseinheiten in der Zelle, die eine ganz spezifische Aufgabe hat, wozu auch die Mitochondrien gehören, die wichtige Aufgaben erfüllen. Dazu gehört nicht nur die Produktion unserer Lebensenergie (die man auch ATP nennt), sondern u. a. auch die sog. Hämsynthese. Mitochondrien sind von einer doppelwandigen Zellwand umschlossen, an deren inneren Membran das Häm-Molekül hergestellt wird, das viele verschiedene Aufgaben im Körper erfüllt. Es wird benötigt

  • zur Entgiftung der Leber
  • zur Bildung von Schilddrüsenhormonen
  • zur Bildung von Hämoglobin
  • zur Speicherung von Vitamin D3
  • zur Bildung von ATP
  • für den Muskelstoffwechsel.

Normalerweise kann ein gesunder Körper Häm selbst herstellen durch acht enzymatische Schritte. Wenn jedoch eine HPU vorliegt, dann reduziert sich nicht nur die Zahl dieser Schritte, weil mehrere Enzyme nicht richtig arbeiten, sondern das gebildete Häm wird verändert. Es ist nicht funktionsfähig, also für den Körper unbrauchbar. Der Körper versucht nun, dieses unbrauchbare Molekül loszuwerden, indem er Zink, Mangan und P5P anhängt um es wasserlöslich zu machen. Nun kann es über die Nieren ausgeschieden werden. Dem Körper fehlen diese Stoffe nun.

Nochmal kurz zusammengefasst: die Stoffwechselabläufe, die durch die HPU fehlerhaft ablaufen sind: die Entgiftung, der Sauerstofftransport in Blut und Muskulatur und die Energiegewinnung. Das ist aber noch nicht alles. Es gibt

Erkrankungen die mit HPU in Verbindung gebracht werden

Ich bin sicher, dass Sie spätestens hier aufmerken werden, denn auf diesem Blog habe ich einiges davon schon zum Thema gemacht:

  • Schilddrüsenerkrankungen (z. B. Hashimoto-Thyreoiditis)
  • Nebennierenschwäche
  • ADS/ADHS
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Schwierigkeiten im Verdauungsbereich
  • Menstruation, Fruchtbarkeit und Schwangerschaft
  • Infektionen (z. B. Borreliose)
  • Halswirbelsäulentrauma
  • Probleme mit den Zähnen
  • Schlafstörungen
  • Depressionen
  • Angststörungungen
  • Osteoporose
  • chronische Erschöpfung und Burnout
  • Medikamentenunverträglichkeit

Ich war ehrlich gesagt, ziemlich geschockt, da vieles davon auf mich selbst zutrifft (bzw. zugetroffen hat), einschließlich Borreliose. Mir war auch nicht bewusst, dass eine HPU auch immer eine Entgiftungsstörung bedeutet, aber nun wird mir allerhand klar.

Hauptsächlich Frauen sind betroffen

Eine HPU wird meistens durch Vererbung weitergegeben (primäre Form) und sie kommt häufiger bei Frauen als bei Männern vor, in diesen Familien werden häufig Mädchen geboren. Allerdings gibt es auch eine erworbene (sekundäre Form), die mit Umweltbelastungen oder auch Verletzungen der Halswirbelsäule zu tun haben (diese Form kommt häufiger bei Männern vor).

HPU Symptome

Kommen wir nun zu der langen, langen Liste an möglichen Symptomen der HPU:

  • keine Traumerinnerung
  • Kopfschmerzen (Migräne)
  • Depressionen
  • Stimmungsschwankungen
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Schwindel
  • Schlafstörungen
  • schlechtes Kurzzeitgedächtnis
  • Haarausfall
  • ADS/ADHS
  • Probleme mit den Augen (z. B. trockene Augen, Fremdkörpergefühl im Auge, Druckgefühl, geschwollene Augenlider, doppelt sehen, hervorstehende Augen)
  • Probleme mit der Schilddrüse (Über- oder Unterfunktion, Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Basedow, Knoten)
  • Niedriger Blutdruck
  • Allergien
  • Prämentstruelles Syndrom
  • Übelkeit
  • Durchfall/Verstopfung
  • Blähungen
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Fruktose-, Laktose-, Glutenunverträglichkeit
  • Histaminintoleranz
  • erhöhte Cholesterinwerte
  • Magen-/Darmschmerzen
  • Diabetes Typ 2
  • Leberentgiftungsstörung
  • Menstruationsbeschwerden
  • Pilzinfektionen im Genitalbereich
  • Fehlgeburten
  • Schwierigkeiten schwanger zu werden
  • Blasenentzündungen
  • Libidoverlust
  • Myome
  • Arthrose
  • Arthritis
  • Osteoporose
  • Fibromyalgie
  • Bindegewebsschwäche
  • Gelenkschmerzen/-steifigkeit
  • blasse Haut
  • Flecken auf den Fingernägeln
  • Neigung zu Akne
  • Nesselsucht
  • Alkoholunverträglichkeit
  • schlechte Medikamentenverträglichkeit
  • allgemeine Infektanfälligkeit
  • Juckreiz
  • Sonnenempfindlichkeit
  • Lichtempfindlichkeit
  • Geräuschempfindlichkeit

Wenn Sie bis hierhin gelesen haben, haben Sie vielleicht schon aufgemerkt. Die nächste Frage, die sich stellt ist zunächst:

Wo können Sie den Test zur Wahrscheinlichkeit zum Vorliegen einer HPU machen?

Es handelt sich dabei um einen online-Test, den Sie hier machen können. Aber Achtung: es geht hier erst einmal nur um die Wahrscheinlichkeit des Vorliegens einer HPU.

Falls Sie glauben, dass bei Ihnen eine HPU vorliegt, können Sie bei KEAC in den Niederlanden einen Test machen lassen. Die Krankenkasse erstattet hierfür die Kosten nicht. Die Kosten liegen derzeit zwischen ca. 60–80 EUR (je nach Testvariante). Möglicherweise gibt es noch andere Möglichkeiten, einen HPU-Test machen zu lassen, allerdings habe ich keine gefunden.

HPU und KPU

Nun habe ich hier verschiedenlich HPU und KPU benannt, Sie fragen sich vermutlich, worin der Unterschied zwischen beiden besteht. Beide sind Stoffwechselstörungen, beide haben ihren Ursprung in der Hämsynthese. Beide haben gleiche Auswirkungen auf den Organismus. Sowohl die Hämopyrrole als auch die Kryptopyrrole sind Abbauprodukte des Häm-Moleküls, sehen aber unterschiedlich aus. Die KPU wurde vor der HPU von amerikanischen Forschern entdeckt, die  HPU im Jahr  2000 in den Niederlanden von Dr. Kamsteeg.

Eine weitgehend unbekannte Stoffwechselstörung

HPU und KPU sind bei den meisten Ärzten praktisch unbekannt. Ich selbst hatte ein sonderbares Erlebnis, als ich in der Universitätsklinik Bonn meinen Aldosteronspiegel testen lassen sollte und dem zuständigen Arzt von HPU erzählte. Er drehte sich zu seinem Computer um, gab den Begriff irgendwo ein. Dann drehte er sich zu mir um und sagte „Das kennen die Amerikaner nicht“ und damit war die Angelegenheit für ihn gegessen. (Dumm, denn die KPU wurde zufällig von amerikanischen Forschern der Orthomolekularen Psychologie entdeckt, die auf der Suche nach einem natürlichen Heilmittel ohne Nebenwirkungen für schwere psychiatrische Störungen waren.) Ich war verdattert und verblüfft, aber zum Glück erwarte ich von der Schulmedizin mittlerweile nichts mehr.  Im ICD 10 Code der WHO sind KPU und HPU nicht gelistet, aber das sollte uns keinesfalls davon abhalten, uns intensiv damit zu beschäftigen. Auch nicht, wenn wir einen Therapeuten gefunden haben, bzw. eine Therapeutin. Eine Therapeutenliste finden Sie zum Beispiel auf der Seite von Keac Deuschland.

Gerne möchte ich darauf hinweisen, dass ich hier auf gar keinen Fall Werbung für die Firma KEAC betreiben möchte. Bislang scheint KEAC aber die einzige Firma zu sein, die sich hiermit richtig auskennt. Falls Sie eine andere Firma wissen, posten Sie das gerne in die Kommentare.

HPU und Stress

Wie es aussieht, ist HPU auch eine Störung, die in einem ganz direkten Zusammenhang mit Stress steht. Und (das ist meine ganz persönliche, unwissenschaftliche Meinung: ich finde es liegt auf der Hand, dass wenn man mit belastenden und/oder traumatischen Kindheitserfahrungen, bzw. Entwicklungstrauma zu tun hat, dies exakt die Sorte kontinuierlicher Stress ist, die dafür sorgt, dass im Körper die Dinge aus dem Ruder laufen.) Unter Stressbelastung erhöht sich nämlich die Abgabe der Pyrrole, somit auch die Symptome, bzw. die Möglichkeit einer Folgeerkrankung. Daher ist es enorm wichtig, für einen kontinuierlichen Stressabbau zu sorgen. Meine Methode der Wahl ist die Klopfakupressur, bzw. das EFT Klopfen. Dazu brauchen Sie nichts anderes als Ihre eigenen Finger und einen wirklich minimalen Zeitaufwand: 2–5 Minuten am Tag reichen aus um langfristig Stress und Blockaden aufzulösen. Klingt interessant für Sie? Hier können Sie sich für ein Video einschreiben, mit dem Sie erfahren, wie EFT Klopfen geht..

HPU und Hochsensibilität

In einem Buch fand ich sogar einen direkten Hinweis darauf, dass hochsensible Menschen häufig von HPU und KPU betroffen zu sein scheinen, eine Erklärung gab es indessen nicht. Daher habe ich einen kleinen Fragebogen erstellt und es wäre wunderbar, wenn Sie diesen ausfüllen. Vielleicht können wir zumindest diese Behauptung nachvollziehen anhand der Antworten.

Sind Sie von einer HPU betroffen?

Und ich bin wahnsinnig, wahnsinnig gespannt auf Ihre Antworten und Kommentare.

Weil ich mir für dieses Thema ganz viel Aufmerksamkeit wünsche und es außerdem wunderbar passt, nehme ich mit diesem Beitrag an der Blogparade „Mein Körper und ich“ von Karolin Kaden teil.

Bis demnächst, bleibe ich

von Herzen, Ihre
Monika Richrath

Image by Anastasia Gepp from Pixabay 

Warum wir uns im Wald so wohl fühlen

Warum wir uns im Wald so wohl fühlen

Manchmal geht das Leben wirklich sonderbare Wege. 2012 war ein Jahr, in dem ich einer alten Sehnsucht folgte und öfter einmal in den Wald ging. Das war gar nicht so einfach. Der damals für mich erreichbare Wald lag zwar durchaus fußläufig, war aber dennoch mit Hürden verbunden, z. B. dem Durchqueren angsteinflößenden Unterführung unter einer Autobahn und der späteren schwindelverursachenden Überquerung derselben auf einer Brücke. Die Autobahntrasse führte direkt neben dem Wald entlang, so dass ich mindestens 20 Minuten Fußweg zurücklegen musste, um überhaupt Stille zu erleben. Und natürlich jede Menge Hundebesitzer mit Hunden – was ich damals auch nicht so prickelnd fand.

Ich wusste überhaupt nicht, woher diese Sehnsucht nach dem Wald kam. Seit ich denken konnte, war Wasser mein Element gewesen, habe fast immer in unmittelbarer Nähe zum Rhein gewohnt und brauchte diese Nähe auch (nicht umsonst bin ich nach dem chinesischen Horoskop ein Wasser-Tiger!) Diese neue Liebe zum Element Holz verunsicherte mich ein wenig. Ich gab dem dann und wann nach (wann immer ich die o. g. Hürden überwinden konnte), aber nicht halb so oft, wie ich tatsächlich gerne in den Wald gegangen wäre.

Wie kommt der Wald in das Museum

Ende 2012 hatte ich schließlich eine Art von Erleuchtung – allerdings nicht im Wald selbst, sondern in einem Museum. Ich fuhr mit meiner Mutter nach Köln in die Ausstellung „A bigger picture“ von David Hockney und freute mich riesig, dass wir die Gelegenheit hatten, diese Ausstellung überhaupt zu sehen, da sie nur an drei Standorten weltweit zu sehen war.

Die Bilder, die auf der Ausstellung zu sehen waren, hatte David Hockney in Großbritannien gemalt, wohin er gereist war, um einen kranken Freund zu unterstützen. Einen Eindruck von der Ausstellung können Sie hier erhalten. Im Film befindet sich die Kamera in der 2. Minute in einem eher dunklen Raum, in dem an allen vier Wänden Filme laufen. Hockney hatte die Kamera auf den Fahrten zu seinem Freund laufen lassen, während er durch den Wald fuhr, im Schritttempo.

Als ich diesen Raum betrat, hatte ich schon einige Zeit in den Museumsräumen verbracht. Obwohl Kunst immer eine belebende Wirkung auf mich ausübt, war ich schon ein wenig erschöpft, wegen der schlechten Luft, den vielen Menschen und Eindrücken. So kam ich in diesen Raum. Ich merkte sofort, dass etwas mit mir geschah. Ich veränderte mich, ohne dass ich hätte sagen können, warum und in welcher Form. Nur, dass ich mich nun anders fühlte – und besser!

Ein Schleier wird fortgezogen

Natürlich habe ich mir intensiv Gedanken darüber gemacht, was passiert war. Ich war in dem Raum ja nicht in einer grundsätzlich anderen Umgebung gewesen (außerdem war es nicht so dunkel wie in dem Video), sondern befand mich nach wie vor in dem kargen, modernen Ambiente des Museum Ludwigs in Köln. Nur die Bildschirme waren anders und was darauf zu sehen war. Konnte es sein, dass Natur so eine Wirkung auf mich ausübte? Das wollte ich im Auge behalten und als ich das nächste Mal in den Wald ging, beobachtete ich mich aufmerksam. Dabei machte ich eine erstaunliche Entdeckung: Wenn ich den Wald betrete, ist es, als würde ein über mir hängender Schleier fortgezogen, alle Sinne öffnen sich und stehen auf Empfang.

Das funktioniert auch umgekehrt,

wie ich beim nächsten Mal erfahren habe. Das Waldstück, in das ich zu gehen pflegte, war nicht allzu groß, wenn ich lang genug ging, kam ich in einem Gewerbegebiet heraus, wo es einen riesigen Supermarkt gab. Eines Tages hatte ich im Wald die Idee, in den Supermarkt zu gehen, direkt vom Wald aus. Das war richtig krass, den in dem Augenblick, in dem ich die Vorhalle des Supermarkts betrat, in dem schon allerlei Stände und Fressbuden aufgebaut waren, wurde wieder der Schleier über mich geworfen. Zack Bumm! Aus und vorbei.

Heutzutage gibt es zahlreiche Studien, die die entspannungsfördernden Aspekte des Waldes für Menschen belegen. Dies hat sehr viel mit Evolution zu tun, in deren Lauf Menschen gelernt haben, den Nutzen der Natur für sich zu schätzen. Bäume bieten z. B. Schutz, Früchte Nahrung. Viele Pflanzenteile sind essbar oder anderweitig verwendbar. Gewässer bieten Trinkwasser und Fische. Es gibt sogar Studien, die belegen, dass der Aufenthalt in der Natur hilft, uns von sog. „gerichteter Aufmerksamkeit“, die wir im Alltag, in der Schule und im Beruf, aufbringen müssen, zu erholen.

Faszination Natur

Die Natur ist noch aus einem anderen Grunde sehr gut geeignet zur Entspannung und Erholung. Alle Sinne werden dort gefordert, es gibt viel zu sehen, fühlen, hören … Zwangsläufig wird unsere Aufmerksamkeit von uns selbst abgezogen und nach außen gelenkt. In der Natur können wir immer wieder das Wunder der Welt, das Wunder des Lebens bestaunen, die Perfektion der Schöpfung. Unsere Gedanken verbinden sich mit dem, was wir in der Natur vorfinden, Dinge, die wir sehen, können uns dabei helfen, unser Leben zu versinnbildlichen und reflektieren. In der Natur erfahren wir den Artenreichtum und die Vielfalt als Gewinn, im Gegensatz zu unserem technisierten Alltagsleben.

Einfach sein

Ebenfalls sehr wichtig für die Entspannung in der Natur: hier sind wir nicht in unserer gewohnten Alltagsumgebung, mit seinen üblichen Anforderungen, hier können uns verbinden mit dem Großen Ganzen, müssen keine Rolle spielen, sondern dürfen einfach sein. Denn in der Natur entfällt jede Form von Bewertung, denn die vorhandenen Lebensformen bewerten uns nicht. Darum dürfen wir einfach so sein, wie wir sind. Hier sind wir einfach eine Kreatur unter Kreaturen.

Auszeit – Being away

Auch das sollte ein Grund sein für hochsensible Menschen, möglichst häufig Auszeiten in der Natur zu nehmen. Ich habe in dem Buch „der Biophilia-Effekt“ den Begriff „Being away“ gefunden, der mir unglaublich gut gefallen hat. Da viele hochsensible Menschen, oft von Kindesbeinen an, die Erfahrung machen, dass sie irgendwie anders sind als die anderen, glauben oder glaubten wir häufig, nicht in Ordnung zu sein oder nicht liebenswert. Ein Aufenthalt in der Natur kann auf jeden Fall dazu beitragen, dass wir uns besser fühlen. Es gibt übrigens hierzu eine äußerst interessante Studie von  Angela Meyer von der Universität Montana, die gerade diesen besonderen Naturaspekt mit einer Gruppe lesbischer, bisexueller oder transsexueller Frauen testete, die im Alltag vielfach unter Bewertungen ihrer sexuellen Orientierung zu leiden hatten und den Aufenthalt in der Natur sehr heilsam und wohltuend erlebten.

Ich habe mittlerweile übrigens auch herausgefunden, warum ich mich im Museum so anders fühlte – der Wissenschaft sei dank.

„Baum-Patienten“ gegen „Hausmauer-Patienten“

Schon 1972 begann Professor Roger Ulrich eine Studie, die sich über neun Jahre erstreckte und in der er die Genesung von Patienten im Krankenhaus untersuchte, die entweder aus dem Fenster des Krankenhauszimmers einen Baum oder eine Hauswand sehen konnten. Die „Baum-Patienten“ genasen schneller, benötigten weniger Schmerzmittel und hatten weniger mit postoperativen Komplikationen zu tun als die „Hausmauer-Patienten.“ Ulrich führte noch andere Studien durch, in denen er beweisen konnte, dass selbst eine Naturerfahrung über Filme, Fotos oder Tonband sich heilend auswirkt, z. B. Schmerzen verringert. Selbst eine Pflanze im Krankenzimmer kann bereits etwas bewirken.

Waldmedizin

Auch japanischen Wissenschaftlern, die die Wirkung der Waldatmosphäre auf gestresste Menschen untersucht haben, verdanken wir interessante Einsichten. Dabei kam heraus, dass bei Männern der Adrenalingehalt im Urin nach einem eintägigen Aufenthalt im Wald um 30 % sank, bei Frauen sogar um mehr als die Hälfte. Nach einem zweiten Tag im Wald sank er bei den Männern um 35 % und bei Frauen betrug er nur noch ein Viertel des Originalgehalts. Seit 2012 gibt es sogar einen eigenen Forschungszweig an Universitäten: die sog. „Forest Medicine“ oder Waldmedizin.

Waldbaden stärkt das Immunsystem

Den besten Waldeffekt habe ich mir bis zum Schluss aufgespart. Im Wald atmen wir bioaktive Stoffe ein, die von den Pflanzen abgegeben werden. Dazu gehören auch sog. Terpene, die von uns hauptsächlich über die Haut und die Lungen aufgenommen werden. Einige dieser Terpene reagieren mit unserem Immunsystem, für sie wurde eine anti-kanzerogene und stärkende Wirkung auf unser Immunsystem nachgewiesen. Alleine ein ausgedehnter Spaziergang durch den Wald sorgt dafür, dass die Aktivität Ihrer Killerzellen für ca. 7 Tage erhöht wird. Kein Wunder, dass „Shinrinyoku“ bzw. „Waldbaden“  in Japan heute eine anerkannte Stressbewältigungsmethode ist, die öffentlich gefördert wird. Dabei ist es gar nicht notwendig, sich besonders anzustrengen. Es geht eher darum, sich in der Natur aufzuhalten, die gesundheitsfördernde Wirkung mit allen Sinnen zu genießen.

Dazu kann auch gehören, dass wir Verbindung aufnehmen mit den Tieren in der Natur. Die Autorin Ulrike Fokken (Siehe Informationskasten) schlägt vor, sich einfach eine Viertelstunde ganz still irgendwo hinzusetzen und nichts zu tun. Dann werden die Tiere sehr schnell beginnen, uns als Teil der Natur zu sehen und kommen schnell näher. Habe ich selbst schon ausprobiert und es funktioniert sehr gut.

Was mich selbst angeht, so ist mein Wunsch nach Wald immer weiter gewachsen. Ich brauche noch mehr Wald. In mir ist der Wunsch aufgekeimt, den Wald künftig auch direkt von meiner Wohnung oder meinem Haus aus zu sehen  …

In diesem Zusammenhang ist natürlich auch spannend, wie Ihre Wald-Erfahrungen aussehen? Wie immer freue ich mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen. Mit diesem Beitrag möchte ich an Kathi Keinsteins Blogparade „Die Natur und meine Sinne“ teilnehmen (eine sehr spannende Blogparade, wie ich finde)!

Dieser Blog geht nun in eine wohlverdiente Urlaubspause. Im August geht es wieder weiter mit hoffentlich spannenden Themen für Sie!

Herzlichst,

Ihre
Monika Richrath

Buchempfehlungen

Der Biophilia Effekt, Clemens G. Arvay, edition a, Wien, ISBN 978-3-99001-113-3 Wildnis wagen!: Warum Natur glücklich macht, Ulrike Fokken, Ludwig Buchverlag,  ISBN: 978-3-453-28062-5
Meine Zielgruppe: hochsensible Menschen

Meine Zielgruppe: hochsensible Menschen

Mit diesem Beitrag nehme ich an der Blogparade „So hebe ich mich ab“ von Eva Laspas teil. Wie ich finde, eine sehr schöne Gelegenheit, einmal die Geschichte meines Herzensbusiness zu erzählen. 

Ich wusste schon sehr, sehr lange, dass ich gut darin bin, andere Menschen zu sich selbst zurück zu bringen, das war mir schon vor mehr als 20 Jahren mehrfach gesagt worden. Damals gab es aber noch nicht sehr viele Coaches, ich kannte nur Psychotherapeuten und so etwas konnte und wollte ich definitiv nicht machen. Ohnehin hatte ich null Zutrauen in meine eigenen Fähigkeiten und erst recht nicht darin, dass sich jemand finden könnte, der für diese Form der Unterstützung Geld zahlt! Hätte ich dieses Vertrauen schon früher gehabt, wäre mein ganzes Leben vermutlich anders verlaufen, aber da es so eben nicht war, musste ich es wohl auf die harte Tour lernen mit Umwegen über chronische Krankheiten und schmerzlichen Erkenntnisprozessen.

Als hochsensibler Mensch war ich für das Berufsleben gänzlich ungeeignet

schien mir, dem Stressaufkommen in meinem Beruf als Fremdsprachenassistentin einfach nicht gewachsen. Aber von irgendwas musste ich ja schließlich leben. Innerlich hatte ich mich schon auf Berufsunfähigkeitsrente eingerichtet, aber es kam dann doch anders. Ich begriff, dass der rasant wachsende Coachingmarkt auch mir neue Türen öffnete. Plötzlich gab es ganz real die Möglichkeit, Geld zu verdienen mit dieser Form der Unterstützung anderer Menschen. An eine bestimmte Zielgruppe dachte ich dabei zunächst nicht. Nur eine Sache war klar:

Auf keinen Fall will ich Business-Coach werden!

Dies lag im wesentlichen daran, dass ich in den 20 langen Jahren als Fremdsprachenassistentin wirklich sehr gelitten habe in der Arbeitswelt und in dieses Umfeld wollte ich hinter mir lassen. Ich begann erst einmal eine Coaching-Ausbildung und zeitgleich eine Klopfakupressur-Ausbildung, denn dass ich diese beiden Dinge miteinander verbinden wollte, wusste ich schon. Und dann, an einem schicksalschwangeren Tag, hatte ich eine Eingebung, während ich selbst eine Coachingveranstaltung für hochsensible Menschen besuchte. Ich weiß sogar noch, dass wir alle im Raum herumgingen und uns entspannten. Da kam mir in den Sinn:

„Ich könnte ja Klopfakupressur für Hochsensible anbieten“.

Mittlerweile bin ich immer genau dann, wenn genau diese total beiläufig klingende Formulierung: „Ich könnte ja mal …“ auftaucht, mit einem Schlag hellwach, weil ich weiß: ich habe es mit einem Vorschlag „von oben“ zu tun  (was natürlich auch „von innen“ bedeuten könnte), der umgesetzt werden will. Ich war ganz aufgeregt, das schien mir eine Superidee zu sein, umso mehr, weil ich ja selbst hochsensibel bin und diesen Riesenleidensdruck, der durch die Hochsensibilität entstehen kann, aus eigener Erfahrung sehr gut kenne. Ein „Riesenmarkt“ schien mir damals. Und natürlich glaubte ich in meiner Naivität die Bedürfnisse meiner Zielgruppe sehr genau zu kennen. Weit gefehlt. Dass hochsensible Menschen so unterschiedlich sind wie alle anderen auch, fand ich erst nach und nach heraus.

Ich hatte also eine Zielgruppe

Zielgruppe ist wichtig, superwichtig, das hatte ich schon in ersten zaghaften online-Gehversuchen in der Marketingwelt gelernt. Aber mein Hauptfokus lag zu diesem Zeitpunkt noch im Offline-Universum. Zwar hatte ich mich ohne Zögern und leichten Herzens in die Selbstständigkeit geworfen, aber im Grunde genommen hatte ich unglaubliche Angst, etwas falsch zu machen – weswegen ich eine ganze Zeitlang versuchte, mir Know-how im Umfeld der IHK anzueignen. Auch eine KfW-Coach besorgte ich mir. Obwohl diese Art von Beratung sehr hoch bezuschusst wurde damals, denke ich heute: Das Geld habe ich zum Fenster rausgeworfen.

Nischenmarkt

Hochsensibilität war 2012 ja noch wesentlich unbekannter als heute, wo es immerhin einen ständig expandierenden Literaturmarkt (und auch ein entsprechend expandierendes Bewusstsein gibt). Auch mein Klopfakupressur-Buch konnte ich nicht unter die Haube bringen, weil Hochsensibilität damals noch als „Nischenmarkt“ betrachtet wurde. Kurz und gut: niemand glaubte an mich und meine Zielgruppe. Zwar sagte mir das niemand direkt ins Gesicht, aber ich wurde ermuntert, noch andere Zielgruppen mit anzuvisieren und anzusprechen. Tja, und dann saß ich ziemlich lange Zeit „auf dem Trockenen“, mit meinen vielen Zielgruppen. Die Menschen, die gelegentlich zu mir kamen, waren immer hochsensibel, weil ich das auch weiterhin publik machte. Und ganz definitiv war es von Anfang an ein Plus, dass sich viele meiner KlientInnen mit meiner Leidensgeschichte identifizieren können, bzw. etwas sehr ähnliches durchleben.

Marketing heute geht anders als vor 10–20 Jahren

Irgendwann ist mir gedämmert: Handelskammern und KfW-Beratung leben einfach woanders, sind fixiert auf Handwerk und Handel, kennen den Coachingmarkt überhaupt nicht und haben offenbar gar nicht realisiert, dass Marketing heute ganz anders funktioniert als vor 10,20 Jahren. Zurück auf Los also. Schritt für Schritt habe ich meine Zielgruppen entrümpelt, bis ich wieder da ankam, wo ich gestartet war: bei den hochsensiblen Menschen.

Bloß keine Werbung!

Ganz am Anfang meiner Selbstständigkeit hatte ich wirklich ganz naiv gedacht, mein Angebot, hochsensiblen Menschen mit der Klopfakupressur dabei zu unterstützen, dass sie besser mit Hochsensibilität umgehen können, ist so toll, dass KlientInnen mir die Bude einrennen. Dem war aber nicht so und ich hatte durchaus die ein oder andere bittere Pille zu schlucken seitdem. Einmal wurde ich aus einer Facebook-Gruppe rausgeworfen, weil ich einen Beitrag gepostet hatte, in dessen Seitenleiste sich Werbung für mein Buch befand (Ich habe daraus gelernt, meine Beiträge sind nunmehr völlig werbungsfrei.)!

Ein paradoxer Widerspruch entsteht

gerade, was den hochsensiblen Coachingbereich angeht. Auf der einen Seite nimmt die Anzahl der Coaches, die sich das Thema Hochsensibilität auf die Fahnen schreibt,  immer mehr zu. Was logisch ist, wenn man bedenkt, dass immer mehr hochsensible Menschen sich bewusst werden, dass sie im normalen Geschäftsalltag nicht funktionieren können und außerdem besondere zwischenmenschliche Fähigkeiten haben, die sie im Coaching besonders gut zum Ausdruck bringen können. Auf der anderen Seite ist es verpönt, Werbung zu betreiben. Über kurz oder lang wird sich das aber gar nicht vermeiden lassen, spätestens dann, wenn wir hochsensiblen Coaches unsere Zielgruppen noch weiter zuspitzen und uns auf besondere Themenbereiche konzentrieren.

Eine Zielgruppe macht noch keine Positionierung

Ende letzten Jahres ist mir klar geworden, dass es jede Menge Menschen da draußen gibt, die mit ihrem Coaching Business wirklich in jeder Hinsicht erfolgreich sind und dass es für mich nun an der Zeit ist, mir Unterstützung zu suchen, für die Bereiche, wo es noch nicht so rund läuft. Meine Wahl ist dabei auf Sonja Kreye mit dem Business Celebrityprogramm gefallen. Ich habe mein Herzensbusiness noch einmal von Anfang an untersucht und hatte dabei jede Menge Aha-Erlebnisse. Mir ist klargeworden, dass ich wirklich das tue, worin ich gut bin – nämlich darin, hochsensible Menschen in ihren Akzeptanz- und Änderungsprozessen so zu unterstützen, dass Veränderungen schnell sichtbar werden und dass dies meine Qualitäten sind, die auch von außen wahrgenommen werden.

Schon die Methode der Klopfakupressur ist wirklich einzigartig, weil sie am Körper arbeitet – damit erreicht man ganz andere Ebenen als mit rein kognitiven Methoden. Die habe ich übrigens auch ausprobiert, The Work finde ich wirklich klasse, aber leider, leider kann man sich dabei selbst wunderbar bescheißen. Mit der Klopfakupressur geht das nicht, da geht es immer nur um Wahrheit, und zwar die eigene, kompromisslos! Die Vorteile der Klopfakupressur passen eben auch besonders gut mit den Hauptanliegen von hochsensiblen Menschen zusammen: Stressabbau, Blockaden lösen, Glaubenssätze auflösen, die Stress erzeugen, lernen, sich abzugrenzen, auf die eigenen Bedürfnisse zu achten, Ausschüttung von Serotonin etc. und das alles mit minimalen Zeiteinsatz (bei einer längerfristigen Anwendung). Mittlerweile ist es mir auch gelungen, mein Buch auf ganz normalem Wege in den Buchhandel zu bringen, weil ich einen Verleger gefunden habe, der an mich glaubt. Ich bekomme nun relativ häufig Post von LeserInnen meines Buches „EFT Klopftechnik für Hochsensible“ * Oft lese ich dann etwas wie „Endlich habe ich etwas gefunden, was mir hilft!“ Für mich gibt es keinen schöneren Beweis, dass mein Angebot richtig ist und einzigartig.

Auch wenn ich meinen Fokus jetzt verstärkt darauf lege, die AnwenderInnen der Klopfakupressur zu begleiten und unterstützen, geben sie zu keinem Zeitpunkt die Selbstverantwortung und Eigenkontrolle ab. Im Gegenteil, das tägliche Klopfen zuhause ist Teil des Veränderungsprozesses, denn mein Anliegen ist es, dass meine KlientInnen klopftechnisch flügge werden und alleine weiter machen können. Der Aspekt der Selbsthilfe ist mir nach wie vor sehr wichtig.

Authentisches Marketing

Von Sonja Kreye habe ich allerhand gelernt. Zum Beispiel, dass ich auch Marketing machen darf und muss. Was authentisches Marketing ist: Absolut ehrlich sein. Kein Beschiss. Gerade meinen KlientInnen und FollowerInnen gegenüber. Damit kann ich etwas anfangen. Ich habe ja selbst im Laufe der Jahre eine totale Phobie entwickelt gegenüber leicht gekleideten Menschen an exotischen Orten in der Welt, die behaupten, sie verdienen automatisch Unsummen von Geld im Internet und machen derweil Urlaub. Das hat weder mit meinen Werten, noch mit meinen Zielen etwas zu tun.

Apropos authentisch: Natürlich ist es ein wenig schwierig, von sich selbst zu sagen, dass man authentisch ist (das sagt man ja eher über andere), aber ich denke doch, dass Sie als meine FollowerInnen und KlientInnen wissen und spüren, dass alles, was Sie von mir im Netz finden können, immer 100 % ich selbst bin. Schließlich können Sie das,was ich erlebe, auf meinem Blog nachlesen. Ich erfinde definitiv nichts. Ehrlichkeit gehört zu meinen Top 5-Werten. Ich denke, das spürt man.

Herzlichst,

Ihre
Monika Richrath

P.S. Wie immer, freue ich mich sehr über Ihre Kommentare. Habe ich Ihnen eigentlich schon mal gesagt, wie wichtig Ihre Kommentare für uns BloggerInnen sind?

de_DEDeutsch