5 Fehler, die Sie beim Klopfen machen können

5 Fehler, die Sie beim Klopfen machen können

Das Klopfen an sich ist eigentlich ja wirklich nicht schwer. Trotzdem gibt es einige ganz kapitale Fehler, die Sie bei der Anwendung der Klopfakupressur machen können, die dafür sorgen, dass sich die gewünschten Veränderungen im besseren Umgang mit Ihrer Hochsensibilität nicht einstellen. In diesem Artikel erfahren Sie die 5 wichtigsten Dinge, die Sie falsch machen können.

1. Sie haben keinen Plan

Vielleicht denken Sie nicht jeden Tag dran oder haben keine Lust, jeden Tag daran zu denken, oder mögen sich einfach nicht so festlegen lassen … und klopfen immer nur dann, wenn es Ihnen gerade einfällt, mit dem, was gerade akut ist. Das kann man so machen, das bringt auch immer wieder Entspannung in der aktuellen Situation, wie ich öfter höre.

Allerdings führt das allenfalls dazu, dass Sie bestehende Situationen immer nur glätten und ausgleichen. Zu Veränderung kann das nicht führen. Damit eine Veränderung eintreten kann, bedarf es eines größeren Engagements von Ihrer Seite (das immer noch relativ klein ist im Vergleich zu anderen Methoden). Suchen Sie sich einen Satz, der Sie belastet und klopfen Sie diesen täglich 3–4 Runden, das dauert nicht länger als 2–5 Minuten (je nachdem wie ausführlich Sie Ihre Erinnerung gestalten). Diesen Zeiteinsatz können Sie immer aufbringen, egal, wie Ihre Lebensumstände sind. Betrachten Sie diese Zeit doch nicht als eine lästige Pflicht, die erledigt werden muss, sondern als eine Zeit, die Sie nur mit sich und für sich selbst verbringen. Darum empfehle ich stets, das Klopfen als Wohlfühlritual in den Tagesablauf zu integrieren.

Natürlich ist es überhaupt nicht tragisch, wenn Sie es mal einen Tag zwischendurch vergessen (außer, dass Sie vielleicht merken werden, dass ein Tag, an dem Sie nicht klopfen, sich grundsätzlich anders anfühlt als ein Tag, an dem Sie klopfen), aber die Tendenz sollte doch deutlich zu „täglich“ gehen. Wenn Sie es grundsätzlich anders handhaben, kommt die Veränderung vielleicht später, oder auch gar nicht (je nachdem, wie groß die Abstände sind).

2. Sie können sich nicht entscheiden wo Sie anfangen sollen

Gerade hochsensible Menschen haben häufig sehr viele Baustellen (die oft miteinander verknüpft sind) und verzweifeln schier vor der gestellten Aufgabe. Wo beginnen? Was ist sinnvoll? Eigentlich ist dieses Problem sehr schlimm, aber ist denn nicht jenes noch schlimmer? Was passiert, wenn ich mit dem falschen Problem anfange? Bringt das den ganzen Prozess ins Wanken? Da viele HSP sowieso ein Problem damit haben, sich zu entscheiden (weil sie meist auch die Konsequenzen ihrer Entscheidungen sehr gut sehen können) geraten sie so schnell in eine Pattsituation, wo sie handlungsunfähig werden und gar nicht erst anfangen.

Jetzt verrate ich Ihnen mal ein Geheimnis: Es ist vollkommen egal, wo Sie beginnen. Das wirklich einzig wichtige ist, dass Sie einen Satz klopfen, der eine Belastung darstellt. Sie wollen ja aus dem Stress herauskommen, nicht noch mehr Stress erleben, indem Sie sich Ewigkeiten damit herumplagen, welches Thema zuerst drankommen soll. Häufig zerbrechen Sie sich ganz umsonst darüber den Kopf, weil es wirklich nicht so wichtig ist, wo Sie beginnen. Wichtig ist, DASS Sie beginnen. Und dann nehmen Sie ganz ruhig ein Thema nach dem anderen in Angriff. Unterwegs werden Sie wahrscheinlich feststellen, dass das ein oder andere Thema sich unterwegs einfach erledigt hat 😉 Es ist nämlich so, dass gleichartige Erlebnisse und Gefühle im Gehirn in sog. Gefühls-Clustern gespeichert werden, d. h., wenn Sie ein bestimmtes Thema bearbeiten, kann es passieren, dass andere Dinge, die sich ebenfalls in diesem Cluster befunden haben, mitaufgelöst werden.

Klopfakupressur als Labyrinth

3. Sie wollen zu viel auf einmal

Was ich immer wieder sehe und erlebe, ist, dass, wenn hochsensible Menschen die Klopftechnik ausprobieren und merken, wie gut ihnen das Klopfen tut, sie am liebsten sofort alle Baustellen gleichzeitig auflösen möchten. Das ist, lassen Sie es mich bitte einmal ganz unverblümt sagen, vollkommen unrealistisch. Sie haben Ihr ganzes Leben gebraucht, um die Person zu werden, die Sie sind. Sie können nicht auf Knopfdruck ein anderer Mensch werden. Darum geht es bei der Klopfakupressur auch nicht. Es geht darum, dass Sie gelassener werden, Ihre Stressoren erkennen und auflösen, besser mit Ihrer Hochsensibilität umgehen, Ihr Leben aktiv gestalten anstatt nur zu erleiden. Kurz: sich selbst annehmen und lieben können, als der Mensch, der Sie sind. Das braucht seine Zeit. Die Veränderungen sollen ja nachhaltig sein. Auch Ihr System muss sowohl auf körperlicher, als auch auf emotionaler und geistiger Ebene mithalten können mit den Veränderungen. Sie brauchen Zeit und Raum, die Veränderungen in Ihr Leben zu integrieren, auch in Ihr soziales Leben. Auch Ihr Umfeld braucht Zeit und Raum um mit Ihren Veränderungen umzugehen. Dies ist, alles in allem, ein langsam wachsender Prozess, der sich nicht beschleunigen lässt dadurch, dass Sie ganz viel klopfen. Ganz im Gegenteil, dies bringt mich schon zum nächsten Punkt:

4. Sie unterschätzen die Klopfakupressur

Ich weiß, die Klopfakupressur kommt sehr seltsam daher, bizarr fast (wenn ich vor Publikum den Ablauf vormache, fangen immer alle zu grinsen, wenn ich den Punkt unter der Achselhöhle klopfe). Kaum zu glauben, dass etwas so Seltsames und scheinbar Kinderleichtes so eine intensive Wirkung haben soll. Vielleicht haben Sie ja auch schon erlebt, dass das Klopfen Sie beruhigt und entspannt. Da liegt es scheinbar nah, am besten mehrere Themen gleichzeitig zu bearbeiten, nach dem Motto „Viel hilft viel.“

Das ist auf jeden Fall eine massive Fehleinschätzung. Möglicherweise ist Ihnen nicht bewusst, dass jedesmal, wenn Sie klopfen, Dinge an die Oberfläche geholt werden, die mit dem Problem in einem Zusammenhang stehen – was zunächst neuen Stress auslösen kann. Eine etwas paradoxe Situation, eigentlich wollen Sie ja klopfen, um den Stress aufzulösen und nicht, um neuen zu produzieren! Am Ende stehen Sie da, haben lauter geöffnete Fässer, auf die Sie die Deckel nicht mehr bekommen, bzw. Sie haben dann Schwierigkeiten, die Übererregung wieder herunterzufahren. Das ist vollkommen kontraproduktiv.

Gerade weil hochsensible Menschen so reizempfindlich sind, schnell auf Dinge anspringen und sie schwer wieder loslassen, empfehle ich diesen sehr minimalistischen Ansatz von 2–5 Minuten Klopfen am Tag. Das ist auf jeden Fall ein sehr sinnvolles Vorgehen, wenn Sie KlopfanfängerIn sind und noch nicht wissen, wie Sie auf das Klopfen reagieren, wie die Veränderungen aussehen und was Sie sich zumuten können.  2–5 Minuten am Tag reicht wirklich aus, glauben Sie mir. Ich selbst arbeite für mich übrigens auch mit diesem minimalistischen Ansatz und habe damit supergute Erfolge erzielt. Gerade weil wir so empfindlich sind, ist weniger einfach mehr.

5. Sie sehen nicht richtig hin

Wenn man in seinen oft geschäftigen Alltag eingebunden ist, fällt es manchmal schwer, die Veränderungen wirklich wahrzunehmen. Veränderungen können jede nur denkbare Form haben, manchmal sind sie ganz klein und es bedarf großer Aufmerksamkeit, sie überhaupt wahrzunehmen. Manchmal können Veränderungen auch in Bereichen stattfinden, die wir überhaupt nicht beklopft haben und werden darum gar nicht von uns wahrgenommen. Was uns vielleicht zu der Annahme verleiten könnte, dass die Klopfakupressur „nicht wirkt“. Dabei haben sie möglicherweise einfach nur nicht richtig hingesehen …

Sie sehen, es gibt jede Menge Stolperfallen und es macht absolut Sinn, sich unterstützen zu lassen dabei zu lernen, wie Sie mit der Klopfakupressur besser mit Hochsensibilität umgehen können. Wenn Sie das spannend finden, erfahren Sie hier, wie meine Unterstützung für Sie aussieht.

Wie sieht es mit Ihnen aus? Kennen Sie die Fehler aus eigener Erfahrung oder haben Sie vielleicht andere gemacht, die hier nicht erwähnt wurden? Wie immer freue ich mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen.

Herzlichst,

Ihre
Monika Richrath

Ein seltener Gast: das grundlose Glück

Ein seltener Gast: das grundlose Glück

Heute ist einfach alles perfekt. Die Sonne scheint, es ist warm (aber nicht zu warm), Frühling liegt in der Luft und ich fühle mich einfach super. Ich bin freudig und energiegeladen und kann mich nur mit Mühe davon abhalten, über die Straße zu hüpfen. Ich lächele wildfremde Menschen an, wildfremde Menschen lächeln erfreut zurück. Ich könnte die ganze Welt umarmen …

Was ist passiert?

Kein Sechser im Lotto, keine Heirat, Schwangerschaft, Erbschaft, volles Seminar oder sonstige erfreuliche Nachricht oder Erfolgsbotschaft.

Einfach nur … grundloses Glück

Das letzte Mal, als das grundlose Glück mich ereilte, ist schon ein paar Wochen her. Aber da ist mir aufgefallen, dass das grundlose Glück schon seit Jahren nicht mehr bei mir zu Gast war. An die letzte Gelegenheit erinnere ich mich deswegen so gut, weil ich es im Rahmen eines Klopfseminars vor zwei Jahren als positiven Anker benutzt hatte.

Wie es immer so geht, ich hatte überhaupt nicht gemerkt, dass es sich verabschiedet hatte aus meinem Leben. Vielleicht war das insgesamt gesehen auch kein besonderes Wunder, denn 2015 war ein Jahr, das ganz und gar im Zeichen der ALS-Erkrankung meiner Mutter stand und es nicht allzuviel zu Lachen gab. Natürlich war ich trotzdem hin und wieder glücklich, aber das grundlose Glück ist nun einmal ein ganz besonderer Zustand

in dem ich Lust habe, die ganze Welt zu umarmen, Friedlichkeit und Freundlichkeit versprühe, vital bin, mein Körper sich wohl fühlt. Aber es ist noch mehr.

Es ist das Gefühl, richtig zu sein.

Für mich als hochsensibler Mensch ist dieses Gefühl ganz besonders wertvoll, denn den Großteil meines Lebens habe ich sehr gehadert mit mir selbst, meiner Hochsensibilität, bzw. den Eigenschaften, die meine Hochsensibilität ausmachen und widerspiegeln. Heute weiß ich natürlich, dass ich richtig bin. Aber es wirklich auch zu spüren, mit jeder Faser meine Körpers, ist nach wie vor etwas Besonderes für mich.

Es ist das Gefühl zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Das Gefühl, dass alles miteinander verbunden ist. Das Gefühl, dass alles gut ist, so wie es ist. Was nichts anderes bedeutet, dass ich mein Leben akzeptiere in genau der Form, die es gerade hat. Dass ich dankbar bin, für das, was ich habe.

Grundloses Glück ist offenbar eine Art erweiterter Bewusstseinszustand

wird mir eben beim Schreiben klar. Denn im Zustand des grundlosen Glücks gibt es keine Begrenzungen und Beschränkungen. Dann liegt die ganze Welt vor mir, mit ihren vielen verlockenden Möglichkeiten, die wie Diamanten funkeln. In diesem Zustand bin ich auch in der Lage, viel weiter zu denken und vermutlich auch auf einer höheren Ebene Veränderung zu bewirken, einfach nur, indem ich jegliche Bewertung der Welt und mir selbst aufgebe.

Denn im grundlosen Glückstaumel bin auch ich viel größer und schöner, Halt, das ist nicht richtig, merke ich beim Schreiben. Ich denke, es ist andersherum. Im Zustand des grundlosen Glücks kann ich die Dinge in ihrer Schönheit und Großartigkeit wahrnehmen. Alle Beschränkungen fallen von mir ab, vor allen Dingen alle limitierenden, kleinlichen Glaubenssätze über mein Äußeres und Inneres. Dann bin ich einfach. Gut und wertvoll, funkelnd eben. Ein Zustand, den ich gerne öfter erleben würde, habe ich mir beim letzten Anfall grundlosen Glücks gedacht.

Nun kann man diesen äußerst angenehmen Zustand leider nicht herbeirufen, aber mir fiel bei dieser Gelegenheit ein, dass ich früher tatsächlich ziemlich häufig grundlos glücklich war, und das, obwohl meine Kindheit und Jugend insgesamt eine sehr schwierige Zeit für mich war, ich im Grunde genommen keine wirklichen Herzensbindungen an andere Menschen hatte, oder die, die ich hatte, nicht als Herzensbindung wahrnehmen konnte (im Gegenteil, außerhalb meiner Familie machten mir die meisten Menschen Angst).

Trotzdem verfügen Kinder offenbar über besondere Bewältigungsstrategien, denn es gab viele Glücksmomente – die ich vielleicht oft auch mit mir alleine erlebte. Ich erinnere mich z. B. dass meine Haut nach einem Tag an der Sonne wahnsinnig gut roch, und ich den ganzen Abend lang immer wieder an meinem Arm schnupperte, trunken vor Glück über meinen guten Geruch … Es gab viele solche kleinen Glücksinseln und es gab vor allen Dingen sehr viel grundloses Glück.

Nach Sonne kommt Regen …

Trotz Leid und Elend war das Leben insgesamt viel leichter, weil es  eher in Phasen verlief, als in Augenblicken. Eine Zeitlang hatte ich eine gute Phase und dann kam eine schlechte, die aber immer getragen war von der Zuversicht, dass es danach wieder gut werden würde. Wann dieses Gleichgewicht gekippt ist, vermag ich nicht mit Genauigkeit zu sagen. Ich vermute Anfang/Mitte 20, als die ersten Liebesbeziehungen kamen, die für einen so unsicheren und schüchternen Menschen wie mich äußerst schwierig waren. Wenn ich aber so in mich hineinspüre, dann ist sofort sonnenklar, dass meine erste Beziehung zu einer Frau auf mein zerbrechliches Gleichgewicht heruntergedonnert ist, wie der Zementblock in ein Fisch namens Wanda auf einen bedauernswerten Hund … Ich möchte das jetzt nicht weiter auswalzen, sicher ist aber, es gab einen entscheidenden Wendepunkt, an dem Stress, Depressionen und Erschöpfung die Überhand gewannen und das grundlose Glück begann, sich rar zu machen und mich nur noch dann und wann besuchte.

Ehrlich gesagt, war ich ganz schön schockiert, festzustellen, dass es Jahre her war, dass ich mich so gefühlt habe – und das, ohne es zu merken …

Eigentlich hatte ich gehofft, ich könnte an dieser Stelle auf ein paar wissenschaftliche Publikationen zurückgreifen, aus denen hervorgeht, was das grundlose Glück auf biochemischer Ebene im Körper bewirkt, aber nichts, nada. Die Wissenschaft schweigt dazu, scheint es. Die Einträge, die meine Suchmaschine zum Begriff „grundloses Glück“ ausspruckt, sind: Werbung, Werbung und wieder Werbung, mit sonderbaren Einträgen zwischendurch wie „mein Mann ist grundlos unglücklich“ …

Mir ist beim Schreiben dieses Blogeintrages wieder eingefallen, dass ich vor einigen Jahren ja das grundlose Glück als Anker beim Klopfen benutzt habe und habe seitdem immer wieder einmal in mich hineingehorcht und mich dieses Ankers erinnert, und einfach mal geklopft, dass ich schon lange nicht mehr grundlos glücklich war.  Sie können es mir glauben oder auch nicht, aber daraufhin ist wirklich etwas passiert – ich wurde nicht grundlos glücklich, aber mein Körper begann innerlich zu strahlen, so dass ich zumindest einen Teil der grundlosen Glückserfahrung zurück habe. Das finde ich sehr schön.

Wie geht es Ihnen? Kennen Sie grundloses Glück? Haben Sie eine andere Bezeichnung dafür? Wie oft sind Sie grundlos glücklich? Wie immer, freue ich mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen.

Herzlichst, Ihre

Monika Richrath

Wie Sie mit Affirmationen klopfen können

Wie Sie mit Affirmationen klopfen können

Haben Sie schon einmal versucht, mithilfe von Affirmationen Ihr Leben zu verändern? Auf den ersten Blick scheinen Affirmationen eine einfache und effektive Methode zu sein, Veränderungen in Gang zu bringen.  Leider stellt sich dann aber oft heraus, dass es doch nicht so einfach ist wie geglaubt. Vor allen Dingen dann nicht, wenn man ohnehin Glaubenssysteme hat, die durch belastende Kindheitserfahrungen, bzw. ein Bindungs- oder Entwicklungstrauma geprägt sind.

Aber beginnen wir ganz von vorn.

Was versteht man eigentlich unter Affirmationen?

Immer wieder komme ich hier auf meinem Blog auf Glaubenssätze zu sprechen, die den Großteil unseres Denken und Handeln bestimmen und steuern, meist unbewusst natürlich. Ein Glaubenssatz beinhaltet eine von uns angenommene Wahrheit, wie zum Beispiel „Ich kann nicht malen.“ Die meisten unserer Glaubenssätze haben wir von unserern Eltern übernommen und häufig sind sie uns in Fleisch und Blut übergegangen, weil wir sie von Anbeginn unseres Seins sozusagen aufgesogen haben. So kann es zum Beispiel sein, dass wir als Erwachsene das Gefühl haben, wir müssen um alles kämpfen, weil unsere Eltern uns schon dieses Gefühl vermittelt haben.

Unter Affirmationen verstehen wir Selbstbestätigungen oder -vergewisserungen, mit denen unser Unterbewusstsein „umprogrammieren“ werden soll. Die negativen Glaubenssätze sollen ersetzt werden durch positive, bestätigende Glaubenssätze – die man sich natürlich möglichst häufig vorsagen soll. Dafür gibt es viele verschiedene Ansätze, man kann sie täglich eine bestimmte Zeit lang schreiben, sich überall Zettel hinkleben, sich einen Bildschirmschoner damit einrichten, Hypnose- und Mediations-CDs anhören usw. Persönlich mag ich besonders den Ansatz, eine Affirmation beim Nordic Walken oder Laufen immer wieder vorzusagen, das hat eine äußerst hypnotische Wirkung.

Wie wirken Affirmationen?

Damit eine Affirmation wirken kann, sollte sie positiv formuliert werden, immer in der Gegenwart angesiedelt sein, am besten die Verben „haben“ oder „sein“ beinhalten, individuell und konkret sein. Die Wirkung von Affirmationen beruhen darauf, dass mit der Formulierung im Präsens ein Zustand bekräftigt wird, der sich durch die wiederholte Bestätigung verwirklicht. Das ist sowohl äußerst einfach, als auch äußerst genial. Allerdings muss man ein gehöriges Maß an Zeit investieren, 10 bis 20 Minuten täglich mindestens 100 Tage lang.

Warum haben aber viele Menschen ein Problem mit Affirmationen?

Das Einfache an Affirmationen ist das Schwere an Affirmationen. Um mit Affirmationen Erfolg zu haben, muss man den eigenen Kopf mal eine Weile ausschalten  – was für hochsensible Menschen ja öfter nicht so leicht ist. Es kann ganz schnell passieren, dass man dann denkt: „Ich bin aber doch NICHT …“ und dann funktioniert es schon nicht.

Schon gerät man in Stress. Statt dessen fühlt man sich noch viel schlechter als vorher, weil es ja so aussieht, als schafften alle anderen es mit dieser Technik, bloß man selbst ist irgendwie zu blöd dazu. Ich denke, dass es gerade für hochsensible Menschen auch eine Hürde sein kann, etwas zu sagen, was eigentlich ja noch nicht so ist, nicht unbedingt eine Lüge, aber etwas, was nicht der Wahrheit entspricht. Ich will ja nicht alle über einen Kamm scheren und weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber mir ist sehr an der „Wahrheit“ gelegen (zumindest meiner eigenen) und ich habe mich lange Zeit unglaublich schwer mit Affirmationen getan – obwohl ich gleichzeitig wusste, dass darin ein ganzes Schatzkästlein für mich verborgen liegt. Mal ganz ehrlich, so einen Satz wie „Ich lasse das Bedürfnis los, für alle anderen stark zu sein“ zu sich selbst zu sagen ist doch wunderbar …

Affirmationen können sogar kontraproduktiv sein

das hat Joanne Wood von der University of Waterloo schon vor Jahren in einer Studie herausgefunden. In dieser Studie wurde untersucht, ob die Stimmung und die Gefühle von Freiwilligen durch die Aussage „Ich bin eine liebenswerte Person“ beeinflusst wurde. Dazu wurden die teilnehmenden Personen in zwei verschiedene Gruppen eingeteilt, die sich durch ein großes und ein eher wenig ausgeprägtes Selbstbewusstsein unterschieden. Beide Gruppen hatten die Aufgabe, Fragen zu beantworten, ihre Gefühle zu beschreiben und anzugeben, ob sie gerne an bestimmten Aktivitäten teilnehmen würden. Einige Probanden hörten alle 15 Sekunden einen Gong, das Zeichen, das sie dann zu sich selbst sagen sollten „Ich bin eine liebenswerte Person“. Jetzt, wo ich das aufschreibe, stelle ich mir vor, dass das ganze Setting sowieso ein wenig stressend gewesen sein mag.

Wie auch immer, die Ergebnisse waren nicht überraschend: Bei den Personen mit einem wenig ausgeprägten Selbstbewusstsein hatte sich durch das Aufsagen des Satzes eine Verschlechterung der Stimmung ergeben, der Optimismus sank und sogar die Bereitschaft, an Aktivitäten teilzunehmen. Die Forscher glauben, dass durch das Aufsagen des Satzes den Teilnehmern mit weniger Selbstbewusstsein

die Diskrepanz zwischen dem Gesagten und dem eigenen Erleben

erst richtig deutlich geworden war. Wenn Sie zu den Menschen gehören, die eine schwere Kindheit hatten, mit vielen Belastungen, also vermutlich ein Bindungs- oder Belastungstrauma erlebt haben, haben Sie das vermutlich selbst schon erlebt. Das Fazit der Forscher:

Menschen mit einem geringen Selbstbewusstsein profitieren nicht von dieser Technik

Sie glauben außerdem, dass es in solchen Fällen eher Sinn mache, keine allgemeinen Aussagen zu treffen, sondern eher eine konkrete, zu der Person passende Aussage zu bestärken, wie z. B. : „Ich bin gut im …“ Übrigens gab es keine signifikante Verbesserung bei den Menschen mit einem guten Selbstbewusstsein, was aber vielleicht am Versuchsaufbau gelegen haben mag (der mir im Einzelnen nicht bekannt ist).

Ich glaube an Affirmationen, obwohl ich es bislang noch nicht geschafft habe, mich irgendwie umzupolen, denn

der Ja-aber-Effekt steht mir einfach im Weg

Vor kurzem habe ich aber begonnen, etwas umzusetzen, was ich schon sehr lange im Sinn habe, nämlich die Klopfakupressur für Affirmationen einzusetzen. Hochsensibilität ist häufig mit Selbstwertproblemen verbunden. Das EFT Klopfen ist einfach wunderbar geeignet, Schwierigkeiten mit dem Selbstwert- und der Selbstliebe aufzulösen. Häufig ist das durchaus ein längerer Prozess, das Thema ist äußerst vielschichtig und hat viele Erscheinungsformen, die manchmal auch nicht unbedingt etwas miteinander zu tun haben scheinen. Mir selbst begegnet das Thema auch immer wieder neu.

Der Clou

ist es, nicht die positive Affirmation zu klopfen, sondern die eigenen Gefühle zu der Affirmation. Wenn Sie also zu denjenigen gehören, die sich mit Affirmationen eher schwer tun,  könnten Sie dann Sätze klopfen wie „Auch wenn ich nicht weiß, ob ich eine liebenswerte Person bin …“ oder „Auch wenn ich nicht glauben kann, dass ich eine liebenswerte Person bin …“ oder „Auch wenn ich mich nicht liebenswert fühle …“ oder „Auch wenn ich nicht liebenswert bin …“. Zugegebenermaßen, das ist ziemlich starker Tobak.  Wenn Sie sich nicht alleine an solche Themen trauen, unterstütze ich Sie gerne im Coaching dabei. Denn: wenn Sie es schaffen, hier etwas aufzulösen, haben Sie schon einen riesigen Schritt gemacht.

Affirmationen finden

Ich habe zwei Affirmationsbücher, in denen ich immer wieder mal herumblättere (bislang, um mich eher an den schönen Sätzen zu erfreuen). 1. Das große Buch der Affirmationen, geschrieben von meiner Klopfakupressurlehrerin, Frau Dr. Susanne Marx. Es ist wunderbar übersichtlich in verschiedene Themenbereiche gegliedert, enthält außerdem einen großen Wissensteil über die Informationsverarbeitung im Gehirn etc. und lässt meines Erachtens keine Wünsche offen. 2. Heile deinen Körper, von Louise L. Hay. Der Untertitel Seelisch-geistige Gründe für körperliche Krankheit sagt schon aus, worum es geht: Louise L. Hay verbindet bestimmte Affirmationen mit bestimmten Krankheiten und liefert auch mögliche Gründe dazu (was ich immer äußerst spannend finde). So haben wir eine Möglichkeit, uns auf ganz unkonventionelle Weise mit Krankheiten oder körperlichen Problemen auseinanderzusetzen.

Ein kleines Update: Ich habe mich jetzt auf das Klopfen von Switchwords verlegt, dabei umgeht man nämlich die Widerstände des Verstandes.

Wenn Sie lernen wollen, wie man klopft und mehr wissen wollen über Hochsensibilität und Überforderung in Verbindung mit Entwicklungstrauma und belastenden Kindheitserfahrungen melden Sie sich gerne bei meinem Email-Kurs „Wieder weit werden an“.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Affirmationen gemacht? Wie immer freue ich mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen.

Herzlichst, Ihre
Monika Richrath

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