Hunger

Hunger

Als Kind habe ich immer davon geträumt, „erwachsen“ zu sein und fieberte meiner Volljährigkeit entgegen. Der 18. Geburtstag kam und ging. Gut, jetzt konnte ich meine eigenen Entschuldigungen schreiben und in ein eigenes Zimmer ziehen, aber gegen viele (sehr viele) Dinge war ich vollkommen machtlos. Nie hätte ich mir als Teenager träumen lassen, dass die so lang ersehnte Unabhängigkeit schon bald verblassen würde neben einem sonderbaren, unerklärlichen Phänomen: Mir war immer schlecht. Morgens mittags abends. Immer. Es gab nur graduelle Abweichungen – gelegentlich gelang es mir, diesen Zustand kurzfristig zu vergessen. Natürlich habe ich sehr viel über die Ursache dieses sonderbaren Phänomens nachgegrübelt – herausgekommen ist dabei aber nicht viel – außer vielleicht der vagen Erkenntnis, dass ich besser aufhören sollte zu rauchen – was einfach nicht möglich war.

Medizinische Untersuchungen blieben übrigens auch relativ ergebnislos. Stets wurde mir eine kleine Rötung der Magenschleimhaut bescheinigt, was zur Folge hatte, dass ich mich wie eine Hypochonderin fühlte. Auch wurde mir stets geraten, doch kein Aspirin mehr zu mir zu nehmen. Der Clou war, dass ich noch nie Aspirin genommen hatte, in meiner Familie war das nicht üblich. „Psychosomatisch“ war das Etikett für unerklärliche Leiden, das die Ärzte einem in den 80er und 90er Jahren gern verpassten, wenn sie nicht weiter wussten. „Psychosomatisch“, das klang für mich so, als sei ich es selbst irgendwie schuld, jedenfalls fühlte ich mich auf vage Weise schuldig an meinem Zustand.

Meiner Mutter zufolge bin ich immer eine „schwierigere Esserin“ gewesen. Die Übelkeit machte alles noch schlimmer. Meistens hatte ich gar keine Lust, etwas zu essen. Wenn ich gestresst war, hatte ich einen Kloß im Hals und einen Knoten im Magen und empfand einfach keinen Hunger. Am Ende war ich so dünn, dass meine Freundin begann, sich Sorgen zu machen und mich öfter zum Essen einlud. Therapie- und Selbsthilfegruppen waren damals nicht verfügbar. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, ob mir „so etwas“ genutzt hätte, denn ein Bewusstsein für eine Essstörung hatte ich nicht. Viele Ärzte haben sich mit der leichten Rötung meiner Magenschleimhaut beschäftigt. Am Ende waren es alle leid, sich mit meinem Magen auseinander zu setzen – mich eingeschlossen. Ich hatte mich letztendlich für konsequentes Ignorieren der Signale meines Körpers entschieden (eine Vorgehensweise, die ich mit vielen anderen hochsensiblen Menschen teilte) und dies führte dazu, dass niemand entdeckte, dass ich in aller Stille ein Magengeschwür entwickelt hatte, an dessen Perforation ich 1996 fast gestorben wäre. Es ging noch gerade eben so.

Für mich war das Gefühl „gerade eben noch davon gekommen zu sein“, ein entscheidender Wendepunkt. Ich verstand, dass ich für mich selbst verantwortlich war, für mein Leben und dafür, dass es mir gut ging. Ich begann besser auf mich zu achten, darauf, was ich aß und wie es mir ging, in winzigen und kleinen Schritten kam ich so vorwärts. Irgendwann entdeckte ich meine Hochsensibilität. Eines Tages lieh mir jemand das Buch: „Die Frau, die im Mondlicht aß (Ess-Störungen überwinden durch die Weisheit uralter Märchen und Mythen von Anita Johnston)“. Ich war wie vom Donner gerührt. Zwar fiel der Begriff „Hochsensibilität“ nicht ein einziges Mal, aber ich hatte das Gefühl, das es genau darum ging: seiner feinen Wahrnehmung zu vertrauen, egal, was andere dazu sagen. Dieses Buch zu lesen war für mich ein nachdrückliches Erlebnis, auch, weil die Autorin sehr schön beschreibt, wie der Zugang zu den eigenen Gefühlen (wieder) leichter wird.

Im Rückblick denke ich, dass ich mir als junger Erwachsener immerzu schlecht war, weil ich das, was da war, nicht wollte. Vor allen Dingen wollte ich selbst mich nicht. Ich hatte eine sehr genaue Vorstellung davon, wie ich sein wollte oder wie ich sein könnte – aber wie ich es schaffen könnte, so zu sein, das wusste ich nicht.

Jetzt, viele, viele Jahre später, verfüge ich auch über Erfahrungen mit der Kehrseite der Medaille: Essen als Ersatz, Essen als Trost, Essen aus Frust, Essen aus Stress. Essen, weil die Dinge nicht so sind, wie ich sie gerne hätte. Essen, weil ich nicht so bin, wie ich sein möchte – mit jedem Bissen weniger …

Zum Glück habe ich mittlerweile die Klopfakupressur (früher EFT) entdeckt – und welche Freude darin steckt, heraus zu finden, wonach man wirklich hungert und wie und womit man sich nährt (Ich finde die 5-Elemente-Küche einfach genial)! Sehr gerne mache ich Sie auf lebenshungrig, den Blog von Simone Happel, aufmerksam, in dem es um das Thema Essstörungen geht – sehr spannend und interessant.

Frau Happel hat im Oktober 2013 ein Interview mit mir zum Thema Essstörungen und EFT geführt, auf das ich hier gerne noch einmal aufmerksam möchte.

Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Frühling!

Ihre
Monika Richrath

Warum Klopfen hochsensiblen Menschen besonders gut tut

Warum Klopfen hochsensiblen Menschen besonders gut tut

Ich war schon immer der Überzeugung, dass dass die Klopfakupressur (früher EFT – Emotional Freedom Techniques) eine Technik ist, die hochsensiblen Menschen ganz besonders viel zu geben hat.

Dies weiß ich nicht nur aus eigener Erfahrung, sondern auch aus der Arbeit mit KlientInnen. Nun sind dies ja subjektive Erfahrungen, aus denen sich noch keine Allgemeingültigkeit herleiten lässt.

Gut, wir wissen, dass das Klopfen mit der Klopfakupressur den Neurotransmitter Serotonin freisetzt und dass Serotonin an vierzehn verschiedenen Stellen im Körper benötigt wird. Es spielt eine wichtige Rolle im Herzkreislauf-, Magen-Darm- und Zentralnervensystem. Depressive Verstimmungen und Angst können z. B. auf einem Serotonin-Mangel beruhen. (mehr …)

Das Recht auf negative Gefühle

Das Recht auf negative Gefühle

 

Immer wieder höre ich von den TeilnehmerInnen meiner Seminare und Workshops, dass es ihnen unglaublich schwer fällt, sich mit negativen Dingen zu beschäftigen und dass die Klopfakupressur allem zuwider läuft, was sie bis jetzt im Rahmen ihrer (häufig auch spirituellen) Weiterbildung gelernt haben. Dazu gehört vor allem, sich nicht mit negativen Dingen zu beschäftigen. Dazu gehört aber auch, dass mittlerweile bekannt ist, dass das Gehirn das Wörtchen „Nein“ nicht kennt. Das führt zu einiger Verunsicherung. Ich werde oft gefragt, ob durch das Klopfen und explizite Benennen von Problemen diese nicht erst recht im Körper verankert werden?

 

(mehr …)

Angenehme Leer-Effekte

Angenehme Leer-Effekte

 

Eine Sache, die mich immer wieder verwundert, ist, dass ich häufig Menschen begegne, die schon Erfahrungen mit der Klopfakupressur EFT (Emotional Freedom Techniques) in der einen oder anderen Form gemacht haben. Die Erfahrungen waren fast immer erfolgreich und haben in einer konkreten Situation weiter geholfen.

Gelegentlich begegne ich sogar einem Menschen, (meistens einer Frau) die die  Klopfakupressur zu einem festen Bestandteil ihres Lebens gemacht hat und die immer noch staunt, was sie mithilfe der Klopfakupressur in ihrem Leben bewegen kann – genauso wie ich. Ich höre auch nicht auf zu staunen.

Was ist also mit den anderen, denjenigen, denen die Klopfakupressur helfen konnte, die es aber trotzdem nicht weiter verwenden? Vielleicht geht es Ihnen ja auch so. Vielleicht finden Sie es schwierig, sich immer erst zu überlegen, was jetzt gerade ist und wie Sie Ihren Satz formulieren müssen?

Da habe ich einen ganz einfachen Rat für Sie. Klopfen Sie doch einfach ein paar Runden leer! Leerklopfen bedeutet, Sie klopfen einfach alle Punkte, aber ohne einen bestimmten Satz. Damit können Sie eine Besserung des aktuellen Zustands erreichen. Gleichzeitig gewöhnen Sie sich auch ans Klopfen. Vielleicht macht Ihnen der darauffolgende kleine Energiekick oder die Entspannung ja auch Lust, sich näher mit Klopfakupressur zu beschäftigen, sich vielleicht sogar einmal an thematische Arbeit zu wagen? (So, wie ich es mit dem Thema Hochsensibilität mache). Eine konkrete Blockadenlösung können Sie so natürlich nicht erreichen – das muss ganz klar gesagt werden, aber Ihr Körper wird das Klopfen dort verwenden, wo es gerade nötig ist – auch wenn Sie selbst nicht wissen, wo das ist. Der Stress, den Sie gerade vermutlich empfinden, wird kleiner und das reicht erst einmal.

Vielleicht haben Sie Lust, mir von Ihren Leerklopf-Erfahrungen zu berichten oder mir zu schreiben, warum Sie das Klopfen aufgegeben haben trotz positiver Erfahrungen. Ich freue mich über Ihre Kommentare.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Zeit.

Herzliche Grüße
Monika Richrath

Ein Hoch auf den EFT Notfallpunkt

Ein Hoch auf den EFT Notfallpunkt

Bei all der thematischen Arbeit mit der EFT Klopfakupressur vergesse ich häufig, wie nützlich das EFT Klopfen auch gerade in alltäglichen Situationen sein kann. Gerade in Sachen

Hochsensibilität und Hochsensitivität,

wo man Gefühle einfach intensiver erlebt als weniger empfindliche Menschen und von daher größere Stressbelastungen hat in diesen Situationen. Von daher ist

das EFT Klopfen super gut gegen Angst geeignet – und ich greife immer wieder bei Zahnarztangst darauf zurück, vor allem

auf den EFT Notfallpunkt. (mehr …)

de_DEDeutsch