Schmerz lass nach!

Schmerz lass nach!

Eigentlich hatte ich nur eine ganz kleine Blogpause geplant, um wieder einmal tief durchzuatmen, schöne Dinge mit meiner Nichte zu unternehmen und meine Seele ein bisschen baumeln zu lassen. Leider ist dieser schöne Plan nicht so richtig aufgegangen, denn ich musste mich unerwartet sehr intensiv mit dem Thema Schmerz auseinandersetzen – dies war schlussendlich auch der Grund dafür, dass meine Blogpause sich dann sehr in die Länge gezogen hat …

Ein Zahn, genau gesagt, der Zahn Nr. 12,  hat mein aktuelles Schmerzdebakel ausgelöst. Eigentlich ist Nr. 12 schon lange tot. Und weil ich immer wieder mit den Zähnen zu tun habe und mein Zahnfleisch sich in einem chronisch schlechten Zustand befindet, hat es eine ganze Weile gedauert, bis ich merkte, dass ich es diesmal nicht mit der üblichen Zahnfleischentzündung zu tun hatte, sondern viel mehr im Busch ist …

Beim Zahnarzt stehe ich mit meiner Hochsensibilität besonders auf Kriegsfuß

(Dazu habe ich schon verschiedene Beiträge veröffentlicht.)

Es beginnt damit, dass ich Schmerzen wahrnehme, wenn noch gar nichts zu sehen ist (häufig muss ich tatsächlich mehrmals zum Arzt, bis die Ursache erkannt werden kann)

Die Spritzen tun mir so weh, dass im Grunde genommen nach der Spritze schon alles gelaufen ist, weil ich mich so anstrengen muss, nicht zu weinen und „groß, stark und erwachsen“ zu bleiben, dass ich dann schon in einem emotionalen Ausnahmezustand bin.

Mir ist erst vor kurzem klargeworden, dass alle Arten von Zahnarztbesuchen vermutlich bei mir verschiedene Erlebnisse von Polypenoperationen als Kind triggern (ich nehme an, wegen der weißen Kittel und der Instrumente). Vielleicht ist das der Auslöser einer großen Zahnarzt-Angst, von der ich mich in meinen frühen Erwachsenenjahren habe verleiten lassen, jeglichen Zahnartztbesuch für den unglaublichen Zeitraum von zehn Jahren überhaupt zu meiden. Was dann wiederum dazu geführt hat, dass ich heute mindestens alle 3 Monate zum Zahnarzt gehen muss … und wenn ich das nicht tue, rächt sich das auf jeden Fall. Zum Zahnarzt zu gehen, bedeutet für mich einen Megastress.

Danach bin ich immer völlig fertig und geschafft

und muss mir was Schönes gönnen, wenn ich dann wieder essen darf (zum Glück dauert das heute ja nicht mehr so lange wie früher!). Zumindest habe ich dann die Gewissheit, dass es eine ganze Weile dauern wird, bis ich wieder hin muss.

Diesmal war es leider anders. Mein Zahnfleisch blies sich auf und entwickelte sich zu einer Megaentzündung –  ich erspare Ihnen die hässlichen Einzelheiten – jedenfalls musste ich alle paar Tage hin und hatte sogar schon die private Telefonnummer meiner Ärztin für den Fall, dass ein Notfall am Wochenende einträte … Zum Glück kam es nicht so weit. Das Antibiotikum schlug allerdings nur sehr zögerlich an und wenn es eine Sache gab, die mir in dieser Zeit wirklich half, dann waren es die Endorphine, die ich zu diesem Zeitpunkt aus anderen Gründen eingenommen habe. Zuguterletzt hat sich dann herausgestellt, dass ich eine große Zyste an der Zahnwurzel habe, die operiert werden muss. Und es gab dann noch einmal einen Schreck, als ich erfuhr, dass es nur eine 50%ige Erfolgschance gibt …Dummerweise musste ich mich AN ORT UND STELLE ENTSCHEIDEN. Und wie viele andere hochsensible Menschen auch, habe ich ein echtes Problem mit schnellen Entscheidungen. Also habe ich mich für die Lösung mit dem (wie mir schien) geringsten Aufwand entschieden. Erstmal Zyste raus und auf Heilung hoffen.

Ich habe meine Zahn-OP ordentlich vorher beklopft, was mir auch geholfen hat – immerhin bin ich nach der OP vollkommen ohne Schmerzmittel ausgekommen!

Das hat mich auf die Idee gebracht, mich einmal näher mit dem Thema Schmerz zu beschäftigen. Ich habe mich gefragt, ob hochsensible Menschen vielleicht mehr Schmerzrezeptoren haben als andere, weniger empfindliche Menschen?

Schmerz wird definiert als ein unangenehmes, vielleicht auch heftiges Sinneserlebnis, das mit Gewebeschäden verbunden sein kann, aber nicht zwangsläufig verbunden sein muss. Die tatsächliche Funktion von Schmerz ist es, uns zu warnen und darauf aufmerksam zu machen, dass uns evtl. eine solche Gewebeschädigung bevorsteht. Schmerzwahrnehmung wird als

Nozizeption

bezeichnet und ist, wie andere Wahrnehmungsfähigkeiten auch, vollkommen individuell. Die Schmerzrezeptoren werden dementsprechend Nozizeptoren genannt. Rund 3 Millionen davon soll unser Körper besitzen. Dabei handelt es sich um die verzweigten Enden von Nervenfasern, die in allen schmerzempfindlichen Geweben unseres Körpers vorkommen. Sie reagieren empfindlich auf Dehnung, Druck oder Temperatur. Der so aufgenommene Reiz wird in ein elektrisches Signal umgewandelt und über spezielle Nervenfasern an das Nervensystem im Rückenmark gesendet (dabei sind bestimmte Nervenfasern für bestimmte Schmerzformen zuständig). Von dort aus werden die Schmerzsignale dann ins Gehirn geschickt, um uns zur Handlung zu bewegen.

Die Antwort auf die Frage, ob hochsensible Menschen vielleicht mehr Schmerzrezeptoren haben als andere muss ich leider schuldig bleiben. Aber wenn wir uns vor Augen halten, dass Hochsensibilität erwiesenermaßen mit einer intensiveren Verarbeitung der Sinneseindrücke einhergeht, reicht das fürs erste vielleicht schon. Ob es nun daran liegt, dass wir mehr Schmerzrezeptoren haben oder uns vielleicht bestimmte Neurotransmitter im Gehirnstoffwechsel fehlen, die für die Verarbeitung von Schmerzreizen benötigt werden oder noch etwas ganz anderes wird hoffentlich noch jemand in diesem Leben erforschen … Sicher ist:

Die Schmerzwahrnehmung ist nie ganz gleich,

was nicht nur mit unterschiedlichen Tageszeiten zu tun hat, sondern auch individuellen Befindlichkeiten, bzw. mit der Gefühlsverarbeitung, die ebenfalls am Schmerzgeschehen beteiligt ist.

Besonders tragisch wird es,

wenn der Schmerz chronisch wird,

obwohl der ursprüngliche Schmerz schon lange nicht mehr besteht. Menschen mit Fibromyalgie wissen jedenfalls ein Lied davon zu singen. Für chronischen Schmerz kommen offenbar jeweils unterschiedliche Ursachen in Betracht.

Bei Fibromyalgie geht man z. B. davon aus, dass die Nervenenden geschädigt wurden. Beim Reizdarmsyzndrom hingegen haben Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Menschen mit einem Reizdarm über mehr Schmerzrezeptoren im Dickdarmggewebe verfügen als andere … man kann offenbar also mehr Schmerzrezeptoren verfügen …

Meine Zahngeschichte ist noch nicht zuende

leider, leider. Die Zyste wurde operiert und eine Woche lang habe ich mich super gefühlt. Nach einer Woche war es vorbei, der Zahn beginnt wieder zu pochen und zu drücken und ich denke, der will doch raus. Mist. Hätte ich mich doch besser anders entschieden. Am Sonntagmorgen, wo ich den letzten Absatz dieses Artikels schreibe, sitze ich hier, während mein Zahn weiter sanft vor sich hin pocht. Der Chirurg hat sich glattweg geweigert, ihn zu ziehen („Wieso? Sieht doch alles super aus. Sie müssen Geduld haben.“) Meine Zahnärztin ist jetzt im Urlaub und mir bleibt nichts, als darauf zu warten, dass sie wiederkommt, ohne die Gewissheit zu haben, dass es mir gelingen wird, sie davon zu überzeugen, dass es sinnvoll ist, mir den Zahn zu ziehen … Vielleicht beschäftige ich mich in der Zwischenzeit einmal mit dem Thema holistische Zahngesundheit …

Was für Erfahrungen machen Sie mit Ihren hochsensiblen Zähnen? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

 

Bildquelle: Pixabay

Ich kann einfach nicht NEIN sagen

Ich kann einfach nicht NEIN sagen

Ganz vorsichtig und sacht umrundet sie unsere kleine Gruppe, bleibt immer wieder prüfend stehen, spürt und horcht, schüttelt dann den Kopf und nimmt die Runde wieder auf. Wenn sie an mir vorbeikommt, schließe ich die Augen, um mich nur ja nicht durch ein Grinsen zu verraten, das sich irgendwie auf meinem Gesicht ausbreiten will oder eine andere Reaktion, die sie in die Irre führen könnte. Sie bleibt schließlich stehen. „Hier?“ und zeigt auf eine Stelle zwischen zwei anderen TeilnehmerInnen.

Wir befinden uns gerade in einem meiner Seminare, wo es tradtionell am Morgen des zweiten Tages zum Einstieg eine Übung gibt, die „Tor der Liebe“ heißt. Es ist eine äußerst spannende Wahrnehmungsübung, die von jeder Gruppe unterschiedlich aufgenommen wird und immer wieder neue Erkenntnisse hervorbringt.

Die Person, die ihre Wahrnehmungsfähigkeiten ausprobieren möchte, entfernt sich von der Gruppe. Ihre Aufgabe wird es sein, herauszufinden, an welcher Stelle der Kreis durchlässig ist – wo sich das Tor der Liebe befindet – ohne dabei mit den anderen TeilnehmerInnen zu sprechen. Diese stehen in einem Kreis mit dem Gesicht nach außen und verabreden, welche beiden nebeneinanderstehenden Personen das Tor der Liebe sein möchten. Diese beiden denken das Wort JA, während die Person die Gruppe umkreist. Alle anderen denken das Wort NEIN.

Es ist unglaublich spannend, was dann passiert

selbst, wenn man nicht die Person ist, die die Gruppe umkreist. Jede hat einen anderen Ansatz.  Es gibt immer wieder TeilnehmerInnen, die es gleich auf Anhieb schaffen.  Andere verlassen sich nicht auf ihr Bauchgefühl, sondern suchen die Antwort in den Gesichtern. Wieder andere spüren die richtige Antwort und trauen ihrer Wahrnehmung nicht. Kürzlich kam sogar eine Teilnehmerin auf die Idee, es kinesiologisch auszutesten (mit Erfolg!) Ich selbst habe es übrigens noch niemals geschafft, das Tor der Liebe zu finden, weil ich mich immer durch andere  Emotionen ablenken lasse, die vage bei mir ankommen und die ich nicht einordnen kann. Neulich hat jedoch eine Teilnehmerin in einem Seminar eine (für mein Empfinden) bahnbrechende Bemerkung gemacht. Sie sagte

„Es fällt mir so schwer, nein zu sagen

– wie soll die andere das wirklich wahrnehmen können?“ Und ich merkte, dass es mir genauso ging. Ich versuche mir  das NEIN bildlich vorzustellen, in Großbuchstaben und Fettdruck, aber ich merkte selbst, dass überhaupt keine Energie dahinter war, mein NEIN war ganz kraftlos, eher wie ein zartes Flüstern als eine mit Nachdruck vorgebrachte Äußerung.

Das war wie eine Erschütterung

denn mir wurde klar, dass, wenn es mir schon nicht gelang in einem spielerischen Kontext ein kräftiges NEIN zu produzieren, es in meinem realen Leben noch viel weniger der Fall sein würde. Und dass dies vielleicht der Grund dafür ist, warum es mir einfach nicht gelingen will, andere Menschen davon abzuhalten, bestimmte Dinge zu tun.

Früher war es sogar noch schlimmer.

Da war mir zwar bewusst, dass es Dinge gab, die mir nicht gut taten, aber ich hatte so wenig Selbstbewusstsein, dass es ausgeschlossen schien, mich entschieden zur Wehr zu setzen und für mich selbst und meine Belange einzutreten. Ich glaubte, wenn ich dies täte, würde sich die betreffende Person von mir abwenden und für immer verschmähen. Und das erschien mir schier UN-ER-TRÄG-LICH! Dies war also etwas, was es um jeden Preis zu vermeiden galt. Also sagte ich anderen nie, was mir nicht passte und was ich nicht wollte. Das Ergebnis war natürlich, dass ich dann irgendwann so voller Groll steckte (denn ich bin darüberhinaus auch sehr nachtragend), dass ich von mir aus die Beziehung kappte. So kann man natürlich auch durchs Leben gehen.

Aber an mir nagte doch das Bewusstsein, für andere kein gleichwertiger Partner zu sein, jemand, dem man auf Augenhöhe begegnet, sondern immer unterlegen – die Verbindung zu

„minderwertig“

kommt mir da ganz automatisch. Zu all den anderen gemischten Gefühlen gesellte sich dann auch noch Neid auf die anderen (die das konnten, was ich nicht konnte) und Scham über die eigene Unfähigkeit, ganz abgesehen von dem Stress, der sich aus der Situation ergibt.

Ich wusste natürlich lange Zeit nicht, dass die Unfähigkeit NEIN zu sagen, etwas ist, was häufig mit Hochsensibilität verbunden ist, da das häufig seit frühester Kindheit empfundene Gefühl des Andersseins viele hochsensible Menschen dazu verleitet, sich an ihre erwachsenen Bezugspersonen und deren Werte anzupassen. Als Kinder haben wir ja keine andere Wahl. Als Kind muss es für uns bedrohlich sein, wenn wir das Gefühl haben, dass wir

für unsere Empfindlichkeit abgelehnt werden

– in einem Alter, wo wir Zuspruch und Ermutigung brauchen, um psychisch gut gedeihen zu können. Es erscheint nur logisch, dass viele HSP die Überlebensstrategie entwickeln, möglichst nichts zu tun, was ihre Bezugspersonen gegen sich aufbringen könnte. So verlernten wir häufig schon von klein auf, unsere eigenen Interessen mit Nachdruck zu vertreten.

Gottseidank kann man diese Überlebensstrategie auch wieder verlernen, selbst, wenn es einige Zeit und Mühe braucht. Das geht nicht so über Nacht.

Ich selbst weiß auch erst seit ein paar Jahren, wie toll es sich anfühlen kann, laut zu sagen

„ICH WILL DAS NICHT!“

Der Weg dorthin war ganz schön steinig – und ganz sicher bin ich immer noch nicht am Ende angelangt! Es könnte auf jeden Fall schon einmal helfen, das NEIN-Sagen zu klopfen. Durch die Klopfakupressur merken Sie schneller (auf unaufgeregte Weise) was Sie eigentlich wollen und können es auch eher aussprechen.

Ich habe schon öfter den Einwand gehört, dass Beziehungen sich durch das Klopfen verschlechtern können. Das kann natürlich vorkommen, denn es kann ja sein, dass andere Menschen Sie vorher überhaupt nicht richtig für voll genommen haben, weil Sie sich  nicht gewehrt haben. Wenn Sie beginnen, sich zu wehren, sind andere oftmals erst einmal verdutzt, weil Sie sich anders verhalten als gewohnt. Aber das ist an sich ja nichts Schlechtes, ganz im Gegenteil. Sie begeben sich jetzt auf Augenhöhe und das ist wunderbar für das Selbstbewusstsein. Sie sind jetzt eben nicht mehr bequem. Sie sind jetzt jemand, mit dem man rechnen muss. Vor allem sind Sie ein gleichwertiger Partner, dessen Bedürfnisse genauso viel gelten wie die des anderen.

Es kann auch vorkommen, dass sich Ihre Beziehungen dadurch verbessern, dass Sie Ihre Bedürfnisse besser kommunizieren. Vielleicht stößt das bei Ihrem Gegenüber auf Erleichterung … man kann es nicht wissen.

Sicher ist jedenfalls, dass es für unsere Selbstwerdung wichtig ist, uns auszudrücken, anderen unsere Wünsche und Bedürfnisse mitzuteilen. Auch unser Selbstbewusstsein und unsere Selbstachtung werden dadurch unglaublich gepusht – außerdem können sich dadurch eine Vielzahl ungeahnter Nebeneffekte ergeben, z. B. im Berufsleben, im Freundeskreis usw. Darum wäre dies ein Thema, das anzugehen sich für hochsensible Menschen immer lohnt …

Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

Bildquelle: Pixabay

Heile Deine Geburt, Heile Dein Leben – eine Rezension

Heile Deine Geburt, Heile Dein Leben – eine Rezension

Wer sich mit Klopfakupressur befasst, ob als Selbstanwender oder als Coach/Therapeut in der Anleitung von Klienten und Patienten, der stößt unweigerlich bei der Vertiefung dieser spannenden Materie, auf Begriffe wie „Quantenphysik“ oder „Matrix“. Der interessierte Leser weiß, welchen Gesetzen diese folgen und so hat mich dieses Buch gefunden, ganz ohne dass ich danach gesucht habe.

Traumaheilung mit Geburts-Matrix-Reimprinting

ist der Untertitel des Buches von Sharon King, das 2015 beim „SilverWood Books UK Ltd. Verlag auf Englisch erschien und Dank Monika Richrath nun seit April 2018 in der deutschen Fassung bei „Lotus-Press“ erhältlich ist.

Inzwischen gibt es zum Thema Klopfakupressur eine erfreuliche Auswahl an Literatur namhafter Experten und auch Literatur, die sich den einzelnen Techniken der Klopfakupressur wie z. B. TFT (Thought Field Therapy von Roger Callahan), EFT (Emotional Freedom Techniques von Gary Craig),  ESM (Emotional Self Management von Peter Lambrou und George Pratt) oder M.E.T (Meridian-Energie-Technik nach Rainer und Regina Frank), um nur einige zu nennen, widmet.

Hinzu kommen die Spezialisierungen die sich teilweise aus o. g. Ursprungsmethoden entwickelt und emanzipiert haben und heute als ergänzende und bereichernde Methoden, wie zum Beispiel die „TBT Trauma Buster Technique“ von Rehana Webster oder „Matrix-Reimprinting“ von Karl Dawson, zum Einsatz kommen.

Hierzu darf sich auch die Methode von Sharon King zählen, die mit „Geburts-Matrix-Reimprinting“ das Konzept bzw. die Methode „Matrix-Reimprinting“ von Karl Dawson, mit viel Liebe, Umsicht und Gewissenhaftigkeit auf unser aller Ursprung lenkt und all jenen, die es sich wünschen, einen magischen Neubeginn ermöglicht.

„Novam stellam disponere“ oder besser gesagt „Ordne deine Sterne neu, es geht“!

Wir alle werden vom Moment unserer Entstehung mit den Einflüssen unserer Umgebung und ihrer Umwelt geprägt. Wir wachsen und reifen heran und mit uns all die Erfahrungen, die uns auf dem spannenden Weg ins Leben begegnen. In idealen Fällen ein Weg voller Liebe, Zuneigung, guter Wünsche, Gedanken und Energie.

Doch spätestens mit dem westlich geprägten Geburtsmodell ist oft Schluss mit der Rosamunde Pilcher Einführung ins Leben. Geburten nach Termin statt nach Natur, hektische Betriebsamkeit im Kreissaal, überlastete Ärzte, zu wenige Hebammen, und jeder von ihnen mit eigenen Gedanken, Ängsten und Sorgen, gepaart mit pharmazeutischen Mitteln und dem Glauben Babys seien keine empfindsamen Wesen, machen aus dem schönsten Moment, den es gibt, einen mechanischen Prozess, der von unserer Menschlichkeit weit entfernt ist.

Dieses Buch eignet sich für geübte Selbstanwender und Experten

finde ich. Es ist sehr gut gegliedert: der erste Teil befasst sich mit der Technik und ihrer Entstehung. Es wird erklärt, warum Säuglinge – ganz im Gegensatz zur landläufigen Meinung – bewusste Wesen sind. Dabei stützt sich Sharon King auf wissenschaftliche Arbeiten, deren Quellen der interessierte Leser genauso in diesem Buch finden wird, wie eine Vielzahl konkreter Fallbeispiele. Die Klopfakupressur und Matrix-Reimprinting sind als Grundlagen Schritt für Schritt erklärt und immer dann, wenn der Leser durch die Schilderungen von Sharon King auf eigene Themen oder Glaubenssätze stoßen könnte, fängt sie ihn auf und leitet ihn an sich davon zu heilen.

Der zweite Teil widmet sich dem wissenschaftlichen Hintergrund von Geburts-Matrix-Reimprinting. Geburtserfahrungen, die physischen Auswirkungen des Geburtsprozesses, vom Geburtskanal über die Nabelschnur bis zum ersten Schrei werden als mögliche Geburtstraumata aufgezeigt. Die Bedeutung und Entwicklung des Gehirns wird mit Fallbeispielen und wissenschaftlichen Quellen dargelegt. Der Zusammenhang zwischen körperlicher Bewegung und Gehirnentwicklung, die faszinierende Beschreibung unserer Herz-Intelligenz und die Bedeutung des Bondings machten diesen Teil für mich zu einem der Highlights in diesem Buch.

Im dritten Teil ist der Leser nun gut vorbereitet auf die Vertiefung möglicher Geburtstraumata. In Fallbeispielen werden die Auswirkungen der Trennung bei der Geburt beschrieben, angefangen von physischen Rektionen bis hin zu Glaubenssätzen, die schon bei der Geburt hervorgerufen werden. Welche Auswirkungen der Einsatz von Medikamenten und Betäubungsmitteln und der Fall der operativen Entbindung auf die Geburt bzw. unser Leben haben.

Im gesamten vierten Teil hat der Leser die Gelegenheit aus und mit dem Buch zu arbeiten und mithilfe wertvoller Anregungen und Hinweisen, mitunter auch dem Rat einen Experten hinzuzuziehen, an eigenen Themen zu arbeiten. Ein hoher Praxisanteil mit einem – wie ich finde – echten Mehrwert für den Leser.

Mein Fazit

Sharon King hat sich mit ihrem Buch einem bewegenden, wichtigen und heilsamen Thema gewidmet.

Wer aus einer eher rational geprägten Wirklichkeit kommt und „Quantenphysik“ und „Matrix“ für „spooky“ hält, dem zeigt sich am Ende wie alles zusammenhängt und dass das, was uns ggf. schon bei unserer Entstehung oder als Baby ereilte und bis heute gefangenhält, durch Geburts-Matrix-Reimprinting aufgelöst werden kann.

Menschen mit einer hohen emotionalen Schwingungsfähigkeit, die gut mit ihrem „Selbst“ verbunden sind, geht es vielleicht nach der Lektüre so wie mir, und sie wünschen sich, dass die Erkenntnis aus diesem Buch so viele Menschen wie möglich erreicht.

Jetzt bleibt mir eigentlich nur noch, Ihnen gute Lektüre zu wünschen. Und denken Sie daran:

„Novam stellam disponere“ oder besser gesagt „Ordne deine Sterne neu, es geht“!

Herzliche Grüße,

Ihre

Elisabeth Manneck

Sharon King Heile Deine Geburt, Heile Dein Leben Traumaheilung mit Geburts-Matrix-Reimprinting Lotus Press ISBN 978-3-945430-78-1 22,95 €
Elisabeth Manneck

Elisabeth Manneck

Trainerin, Personal Coach und Heilpraktikerin (Psychotherapie) mit Praxis in Bonn Kernmethoden: Schemafokussierte integrative Psychotherapie – Hypnose – Klopfakupressur Mitglied im Verband für Klopfakupressur e.V. www.elisabeth-manneck.de
Sieben gute Gründe keine Milch zu trinken

Sieben gute Gründe keine Milch zu trinken

Ich weiß schon sehr, sehr lange, dass Milch eigentlich nichts für mich ist. Dabei habe ich Milch als Kind und junge Erwachsene total geliebt. Bis ich 1997 oder 1998 diesen verhängnisvollen Magendurchbruch hatte. Danach war erstmal Schluss mit der Milch. Mir hatte damals jemand erklärt, dass durch die OP (man entfernte mir ein Stück des Magens) mir nun bestimmte Enzyme fehlen würden, so dass ich Milch nicht mehr verarbeiten könnte.

Damals war ich noch ganz anders in der Welt unterwegs. Von Hochsensibilität wusste ich noch gar nichts. Und ich hatte auch noch nicht angefangen, mich mit biologischen Zusammenhängen auseinanderzusetzen. Ich habe diese Aussage zur Kenntnis genommen, nicht weiter hinterfragt und mich als fortan als laktoseintolerant betrachtet. Jahrelang habe ich überhaupt keine Milchprodukte zu mir genommen außer Butter und Sahne (die sonderbarerweise immer gingen). Ach ja, und natürlich habe ich dabei (ich bin ja sehr experimentierfreudig) auch

Laktase-Tabletten

versucht. Sonderbarerweise funktionierten die Laktasetabletten aber nur manchmal, nicht immer. Und (das war so richtig dumm), ich habe immer erst hinterher gewusst, ob sie funktioniert haben. Oft saß ich da mit Bauchschmerzen – dann hatten sie eben nicht funktioniert.

Ich habe außerdem sehr schnell gemerkt, dass plötzlich ohne die Laktase-Tabletten die Sahne ganz schnell zum Problem wurde. Offenbar stellte der Körper seine minimale eigene Laktaseproduktion bei der Zufuhr von Laktase von außen einfach ein. Nicht gut. Gottseidank ließ sich der Prozess durch das Weglassen der Laktasetabletten wieder rückgängig machen.

Von daher war an der Milchfront erst einmal alles gut. Ich habe mich bestimmt 7 Jahre lang überwiegend vegan ernährt (wenn auch ganz bestimmt nicht so supergesund wie das heute mit veganer Ernährung verbunden ist). Dann wollte ich aber wieder andere Dinge essen, auch Fleisch usw.

Obwohl ich nach wie vor keine Milch trinke, sind Milchprodukte für mich zu einem echten Problem geworden. Vor allen Dingen Käse.

Nach Käse bin ich regelrecht manchmal süchtig

obwohl ich genau weiß, dass ich mich nach dem Genuss von Käse aufblähe wie ein Ballon, schlecht Luft bekomme und vor allen Dingen von einer alles verschlingenden und durch nichts zu besänftigenden Nervosität befallen werde – die letzten Endes auch das Einschlafen schwierig macht. Das nützt alles nichts. Manchmal stehe ich im Supermarkt Ewigkeiten vor dem Käseregal und starre sehnsüchtig wie ein Junkie auf den angebotenen Käse. Manchmal schaffe ich es, zu widerstehen, manchmal nicht. Es endet jedenfalls immer schlecht, wenn nicht.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich bin in solchen Fällen leider stets bereit, mir das nicht-widerstehen-können als persönliches Versagen anzukreiden. Das macht es natürlich auch nicht besser, ganz im Gegenteil.

Im Rahmen der Recherche für mein neues Buch über Schlafstörungen habe ich mich vor kurzem eingehender mit dem Thema Milch beschäftigt und ein paar schockierende Dinge über Milch herausgefunden.

Dass es nämlich jede Menge guter Gründe gibt, überhaupt keine Milchprodukte zu sich zu nehmen

– ganz gleich, ob man sie zu vertragen scheint oder nicht.

1. Grundsätzlich landet alles, womit die Kuh in Berührung gekommen ist, später in der Milch

Herbizide, Pestizide, Dioxine (Lt. WHO stammen 90% der von Menschen aufgenommenen Dioxine von Milch und Fleisch. Dioxin gilt als extrem giftige, krebsauslösende Chemikalie.), Blut, Kot, Bakterien und Viren, Hormone, Antibiotika usw. Die Kühe werden z. B. mit Antibotika gegen Euterentzündungen behandelt und bekommen offenbar vor der Geburt eines neuen Kalbes präventiv Antibiotika verabreicht.  Eine 2011 in der Zeitschrift Journal of Agricultural and Food Chemistry veröffentlichte Studie hat  ans Licht gebracht, dass ein einziges Glas Milch an die 20 verschiedene pharmakologisch aktive Substanzen wie Schmerzmittel, Antibiotika und Wachstumshormone enthielt (untersucht wurden Kuhmilch, Ziegenmilch und Muttermilch). Gruselig, oder?

2. Milch ist an sich für Menschen ein artfremdes Getränk

Es ist dazu bestimmt, den Nachwuchs der Kuh aufzuziehen. Darum enthält es jede Menge Wachstumsfaktoren, damit das Kalb schnell groß wird.  Für erwachsene Menschen ist die Aufnahme von IGF-1 (insulinähnliche Wachstumsfaktoren) nicht nur unsinnig, sondern ungesund. Denn diese Wachstumsfaktoren werden vor allen Dingen mit Zellwachstum in Verbindung gebracht, genauer mit dem Wachstum von Tumorzellen und zwar bei Brust,- Eierstock und Prostatakrebs.

3. Milch verhindert nicht das Risiko an Osteoporose zu erkranken,

sondern erhöht vielmehr das Risiko von Knochenbrüchen. Eine 2014 veröffentlichte schwedische Langzeitstudie, in der 60.000 Frauen 20 Jahre lang und 45.000 Männer 11 Jahre lang begleitet wurden, kam zu dem Ergebnis, dass der Verzehr von Milch das Risiko von Knochenbrüchen erhöhte. Das war aber nicht das einzige Ergebnis dieser Studie. Es kam ebenfalls dabei heraus, dass

4. die MilchtrinkerInnen sogar früher starben,

vor allen Dingen jene, die mehr als 3 Gläser Milch am Tag tranken (ca. 680 ml). Dieses Ergebnis wurde von den Forschern damit erklärt, dass Milch entzündliche Prozesse der unterschiedlichsten Art im Körper fördert und in Verbindung mit den erhöhten oxidativen Stresswerten, die sich ebenfalls bei den ausgemachten MilchtrinkerInnen fanden, Krankheiten auslöst. Die Bandbreite ist groß und reicht von Akne, Neurodermitis, Allergien, Reizdarm, Bluthochdruck, Arthritis, Osteoporose, chronische Nebenhöhlenentzündungen, bis hin zu Parkinson, Alzheimer und eben auch Krebs.

5. Der Verzehr von viel Milch im Kindesalter wird in Verbindung gebracht mit dem Entstehen von Diabetes Typ 1

Dazu gibt es einige Studien. Offenbar ist das Protein in der Milch, das Kasein, dafür verantwortlich. Dazu später noch mehr.

6. Milch verschleimt den Körper.

Sie können das ganz einfach selbst überprüfen, indem Sie eine Zeitlang alle Milchprodukte weglassen und dann Käse essen.

7. Die meisten Menschen können überhaupt keine Milch verstoffwechseln.

Wussten Sie, dass rund 75 % der Weltbevölkerung an laktoseintolerant ist? Diesen Menschen fehlt das Enzym Laktase, mit dem der in der Milch enthaltene Milchzucker aufgespalten wird, so dass dieser nicht vom Körper aufgenommen werden kann.In der Folge entstehen Magen-Darm-Beschwerden, wie Übelkeit, Blähungen, Durchfall und Erbrechen. Die Bandbreite an Symptomen geht aber noch viel, viel weiter, sie kann auch chronische Müdigkeit, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Schweißausbrüche, Konzentrationsstörungen, depressive Verstimmungen, Schlafstörungen und Schwindel auslösen …

Dass so viele Menschen keine Milch verstoffwechseln können, ist aber auch kein Wunder. Milch ist kein Getränk für Menschen. Darum sollen Kinder mit Muttermilch gestillt werden, dann bekommen sie die ihnen von der Natur zugedachte Nahrung. Im Netz habe ich den Hinweis gefunden, dass die Laktaseaktivität sowieso nach der Entwöhnung von der Muttermilch abnimmt. In Afrika oder Asien ist es daher vollkommen normal, Laktose nicht verstoffwechseln zu können. Dass es in Westeuropa, Australien und Nordamerika anders ist, liegt vermutlich in der langen Tradition der Weidewirtschaft.

Eine Laktoseintoleranz kann angeboren sein (absolute Laktoseintoleranz), sie kann aber auch vorübergehend oder erworben sein (sekundäre Laktoseintoleranz), z. B. durch Erkrankungen des Verdauungssystems, chronische Darmerkrankungen, Zöliakie, Darmparasiten, Alkoholmissbrauch, Chemotherapie, Mangelernährung, Divertikel, Gastrektomie etc.

Ich habe ja schon eingangs erwähnt, dass ich mich selbst lange Zeit für laktoseintolerant gehalten habe. Mir ist im vergangen Jahr so langsam gedämmert, dass das möglicherweise nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Ich habe verschiedene sog. laktosefreie Produkte ausprobiert und es ging mir trotzdem schlecht.

Jetzt bin ich darauf gekommen, dass ich offenbar

eine Kasein-Unverträglichkeit

habe. Milch besteht zu 80 % aus Proteinen, dem Kasein und zu 20 % Molkeneiweiß. Bei einer Kaseinunverträglichkeit reagiert der Körper auf die Kasein-Eiweißbestandteile, weil er sie nicht verwerten kann.

Foto: Couleur/pixabay

Die Symptome der Kaseinunverträglichkeit decken sich weitgehend mit denen der Laktoseintoleranz. Aber es gibt auch noch andere Symptome, z. B. Hautveränderungen, Urtikaria, Neurodermitis, Hautstörungen, Pickel, Pustel, Juckreiz und eine Neigung zu Ekzemen. Auch Juckreiz, Ekzembildung, Pickel Pusteln, Hautrötungen oder Allergische Rhinitis und allergischer Schnupfen.

Natürlich stelle ich mir dann auch die Frage, wie sich all das auf meine Hochsensibilität auswirkt, bzw. eher andersrum, inwieweit die Symptome durch meine Hochsensibilität verstärkt werden – weil ich ja alles, was in meinem Körper vor sich geht, wie mit einer Lupe vergrößert überdeutlich wahrnehme.

Besonders fatal: Kasein enthält sog. Kasomorphine, die suchterregendes Potential haben, sie docken direkt an unsere Opiodirezeptoren an und greifen so direkt in unser Gefühlsleben ein. Mir war sofort klar, dass dort die Nervosität, die mich nach dem Verzehr von Käse befällt, herkommen muss. Und dass es jetzt wirklich an der Zeit ist für mich, die Reißleine zu ziehen und den Verzehr von allen Milchprodukten auf ewig einzustellen und mich noch einmal sehr eingehend mit meiner Ernährung zu befassen. Ich habe einen Tipp für ein superspannendes Buch bekommen, das diesen Zusammenhängen noch näher nachgeht, darüber werde ich demnächst mehr berichten.

Hat dieser Artikel neue Erkenntnisse für Sie gebracht?  Was erleben Sie mit Milch? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Ich wollte mich übrigens noch gerne für Ihre freundlichen Reaktionen auf meinen letzten Artikel bedanken, ich habe mich sehr getröstet gefühlt und mich anderen konstruktiven Dingen zugewandt anstatt mir die Haare zu raufen.

Ich gehe jetzt übrigens in eine Sommerpause, im Juli geht es mit frischer Energie dann wieder weiter.

Herzliche Grüße und eine schöne Zeit für Sie,

Ihre
Monika Richrath

Über Fehler

Über Fehler

Vielleicht haben Sie schon einmal gehört, dass hochsensible Menschen häufig fehlersensitiv sind. Das kann bedeuten, dass sie gut geeignet sind, Tätigkeiten auszuüben, in denen es darum geht, dass Fehler gefunden werden. Korrekturlesen ist zum Beispiel eine Tätigkeit, die dem sehr entgegenkommt.

fehlersensitiv kann aber auch bedeuten,

sich an Fehlern besonders zu stören

(an eigenen und denen der anderen). Vielleicht liegt es daran, dass jeglicher Fehler wie ein Makel oder Schmutzfleck die von HSP angestrebte Perfektion empfindlich stört? Jedenfalls gibt es eine Verbindung zwischen Hochsensibilität und Fehlern.

Ich finde Fehler auch nicht schön, obwohl ich mir die Perfektion schon lange abgeschminkt habe – glaube ich zumindest – wer weiß, wie es in den tiefen Schichten meines Bewusstseins aussieht? Ich versuche jedenfalls, nicht alles so schwer zu nehmen.

Jetzt ist mir aber ein richtig schlimmer Fehler unterlaufen

der sich nicht ignorieren oder korrigieren lässt. Ausgerechnet noch in Sachen Datenschutz. Ich habe mir viel Mühe gegeben, alles richtig zu machen: wochenlang habe ich Webinare besucht, Blogs zum Thema  gelesen usw. Grundsätzlich stehe ich der Datenschutzgrundverordnung wirklich positiv gegenüber. Es passiert sehr häufig, dass ich mit Menschen in Kontakt komme (manchmal über soziale Netzwerke, manchmal aber auch in anderem Rahmen) und plötzlich einen Newsletter bekomme, den ich gar nicht angefordert habe. Das ärgert mich. Die Person kann noch so viele heilerische oder sonstwie tolle Fähigkeiten haben, das ist einfach nicht ok und auch kein wertschätzendes Verhalten …

Was meine Webseite angeht, fühle ich mich gewappnet. Aber ausgerechnet das Einholen Ihrer Einverständniserklärung zur Datenverarbeitung ist in ein absolutes Fiasko ausgeartet. Vielleicht ist es besonders schlecht geworden, weil ich es besonders gut machen wollte. (Die Idee hinter allem war nämlich, dass ich eine Benachrichtigung bekomme, die ich ausdrucken und abheften kann. Tatsächlich habe ich bislang auch nur eine winzigkleine Ahnung, wo der Fehler liegen könnte und gar keine, was ich hätte anders machen sollen.)  Da ich meinen Kriegsfuß mit der Technik ja schon ganz gut kenne, habe ich verschiedene Probeläufe gemacht, die alle wunderbar funktioniert haben. Trotzdem habe ich den Karren voll vor die Wand gefahren. Offenbar habe ich irgendeinen Punkt in der Anleitung meines E-Mail Providers nicht verstanden (oder es war schlecht ausgedrückt) und so kommt es jetzt, dass Sie eventuell mehrere Aufforderungen zur Abgabe Ihrer Einverständniserklärung zur Verarbeitung Ihrer Daten von mir bekommen haben und möglicherweise auch noch mehrfache Erinnerungen, um dem ganzen die Krone aufzusetzen.

Nachdem das ganze Ausmaß dieser digitalen Katastrophe so langsam in mein Bewusstsein eingedrungen ist, hatte ich schon kurzfristig den Impuls, mich aus dem Fenster zu stürzen.

Das fühlte sich an wie eine Art Gesichtsverlust

als hätte ich eine komplette Idiotin aus mir gemacht. Habe ich vermutlich ja auch. Auch Minderwertigkeitsgefühle und Selbstzweifel waren mit im Gepäck (andere kriegen das auch hin, warum denn nicht ich?) Aber da ich dieses Wochenende zum ersten Mal zum Verbandstreffen des Verbandes für Klopfakupressur fahren wollte, fehlte mir einfach die Zeit, mich so richtig in diese Gefühle hineinzuvertiefen. Und das war auch gut so. Viele von Ihnen haben mir netterweise einfach eine E-Mail geschrieben, dass sie meinen Newsletter weiterhin bekommen möchten oder sich andere kreative Wege ausgedacht um mir mitzuteilen, dass sie weiterhin Interesse an  meinen Informationen haben.

Bevor ich mich jetzt hinsetze und mich wieder Ewigkeiten mit einem Formular beschäftige (von dem ich jetzt schon Angst habe, dass es vielleicht auch nicht klappen könnte), bitte ich Sie, mir einfach eine kurze E-Mail zu schicken, dass Sie mit der Verarbeitung Ihrer Daten einverstanden sind und den Newsletter weiter bekommen möchten. Das ist fürs erste der am wenigsten komplizierteste Weg.

Es ist mir schon klar, dass einige von Ihnen mir vielleicht nicht mehr folgen mögen, weil sie das zu nervig oder anstrengend finden. Aber ich kann das nun nicht mehr ändern oder aufheben. Das Kind ist in den Brunnen gefallen und für mich eine ganz schön harte Nuss in Sachen Gelassenheitsübung. Aber ich kann nicht umhin zu bemerken, dass ich hier auf jeden Fall Fortschritte gemacht habe. Früher hätte ich vielleicht eine Blogpause einlegen wollen, um Gras über die Sache wachsen zu lassen …

Mir bleibt nur, mich für das Chaos zu entschuldigen und den Stress und die Selbstzweifel (einige von ihnen haben gedacht, es läge an ihnen, dass das Formular nicht funktioniert hat), den ich Ihnen völlig überflüssigerweise beschert habe

und Ihnen von ganzem Herzen für Ihre Treue, Ihr Interesse und Ihre Nachtsicht zu danken.

Es ist mir bewusst, dass dieser Blogbeitrag extrem kurz ist für meine Verhältnisse. Ich muss mich jetzt erst einmal mit meinem sicherlich überquellenden Posteingang beschäftigen  …

Am Wochenende habe ich übrigens sehr interessante Klopfer und Klopferinnen kennengelernt, von denen ich demnächst die ein oder andere auf diesem Blog vorstellen werde, darauf können Sie sich jetzt schon freuen.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

 

Bildquelle:Geralt, pixabay

Wu Wei – die Kunst nichts zu tun

Wu Wei – die Kunst nichts zu tun

Kennen Sie auch das Gefühl von totalem Stillstand in Ihrem Leben? Der absolute Frust, auf der einen Seite die Dinge, die Sie nicht mehr wollen, die Sie SO nicht mehr wollen, auf der anderen Seite eine nebulöse Zukunftsvision davon, wie die Dinge Ihrer Meinung nach sein sollten. Aber es geschieht NICHTS.

Das kann sich furchtbar anfühlen,

wie in einem Sumpf zu stecken, aus dem man sich einfach nicht befreien kann. Erst recht nicht, wenn Sie aktiv versuchen, etwas an Ihrer Situation zu verändern. Da eines der Merkmale der Hochsensibilität eine erhöhte Stressempfindlichkeit ist, kann es natürlich sein, dass Sie anfangen innerlich zu rotieren. Vielleicht fangen Sie an, fieberhaft zu überlegen, was Sie noch probieren können und was auch noch … Aber was immer Sie auch probieren, es funktioniert nicht. Es gibt keine Veränderung – oder wenn, dann nur zum Schlimmeren. Jetzt wissen Sie nicht weiter.

Eines haben Sie vielleicht noch nicht probiert: gar nichts zu tun. Loszulassen, die Hände in den Schoß zu legen und die Angelegenheit sich selbst zu überlassen.

In China hat man dafür sogar einen Begriff:

Wu Wei

Dieser Begriff stammt aus dem Daoismus. Das Dao wird als Wirkprinzip für den Kosmos angesehen – eine Art schöpferische und ordnende Kraft, die allem zugrunde liegt und in die man möglichst wenig eingreifen sollte. Handlung soll erst dann erfolgen, wenn sie leicht und mühelos ist, blinder Aktionismus führt meistens nicht viel weiter (außer dass man sich beschäftigt hält).

Das Gras wächst nicht schneller,

wenn man daran zieht, lautet ein Sprichwort, das mir ausgesprochen gut gefällt und das ich mir tatsächlich dann und wann selbst aufsage. Theoretisch bin ich felsenfest davon überzeugt, dass es für alles eine richtige Zeit gibt. Praktisch ist das mit dem Nichtstun natürlich manchmal schwierig auszuhalten. Gerade, wenn man als hochsensibler Mensch schnell in Stress gerät und zu Kopfkino neigt.

Ich glaube auch daran, dass sich Dinge in Stille entwickeln, in dem unendlichen Raum des scheinbaren Stillstands. Jedenfalls habe ich schon häufig die Erfahrung gemacht, dass sich nach Zeiten des gefühlten Stillstands plötzlich neue Türen öffnen und es weiter geht. Vermutlich haben Sie selbst das auch schon erlebt. Mir fällt gerade ein, dass ich einmal gehört  habe, dass bei den Aborigines Menschen nach einer Krankheit einen neuen Namen bekommen, weil sie sich dadurch verändern und entwickeln. Das hat mir sehr gefallen.

Alles entsteht in Stille

Vielleicht brauchen unsere inneren Funken diesen vermeintlich leeren Raum um in uns zu wachsen und langsam, langsam und an die Oberfläche unseres Bewusstseins zu steigen?

Obwohl ich wirklich absolut dafür bin, täglich in dem minimalistischen Rahmen von zwei bis fünf Minuten über einen längeren Zeitraum zu klopfen, habe ich doch auch schon mehrfach die Erfahrung gemacht, dass es gut sein kann, eine Klopfpause einzulegen, einen Schritt zurück zu machen und dem Körper und Geist die Zeit zu geben, die Veränderungen zu integrieren. Das geschieht nämlich nicht über Nacht. Wenn ich dann wieder mit dem Klopfen anfange, habe ich bislang immer das Gefühl gehabt, dass sich meine Ausgangsbasis verändert hat, ich quasi auf einem höheren Level starte. Auch, wenn ich die Veränderung nicht immer konkret benennen kann (Das kommt auch hin und wieder vor). Etwas hat sich verändert, das reicht.

Loslassen

Nichts tun, bedeutet auch loszulassen, was immer gerade ist. Zu vertrauen, dass das richtige geschieht (auch wenn ich den Sinn gerade nicht sehe oder verstehe), egal wie schrecklich die Erfahrung ist, die ich gerade mache. Letzten Endes helfen uns alle Erfahrungen dabei, uns weiterzuentwickeln und zu wachsen, herauszufinden, wer wir sind und was wir eigentlich wollen – was häufig vielleicht gar nichts mit dem Leben zu tun hat, das wir tatsächlich führen.

Loslassen können hat auch immer etwas mit Vertrauen zu tun. Vertrauen darin, dass es etwas oder jemanden gibt, der mich unterstützt und mir beim Wachsen hilft.

Das kann eine wirkliche Herausforderung sein, vor allem, wenn man das Gefühl hat, dass

einem gerade alles um die Ohren fliegt.

Dieses Jahr ist in dieser Hinsicht äußerst anstrengend und hält viele Lernaufgaben bereit :-/ Geht Ihnen das auch so?

Wenn Ihnen das Hände in den Schoß legen schwer fällt, probieren Sie es doch einmal mit einem Mittelweg:

Beobachten Sie die Situation

schreiben Sie Ihre Beobachtungen vielleicht sogar auf. Wer macht was wann warum? Was belastet Sie? Was möchten Sie eigentlich tun? Warum? Warum geht es nicht? Vielleicht kommen Sie so zu ganz neuen Erkenntnissen oder entwickeln einen Klopfsatz.

Oder probieren Sie einmal die Switchwords

LÄCHELN-LEUCHTEN

GÖTTLICHE ORDNUNG-STILL

zu klopfen. Das können Sie machen, so oft es Ihnen in den Sinn kommt.

Ich bin gespannt, was Sie mit diesen Worten erleben. Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

 

Bildquelle: Gotti1979, pixabay

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