Jede*r braucht eine Schutzmütze!

Jede*r braucht eine Schutzmütze!

Ich glaube, Mützen haben Ewigkeiten ein sehr stiefmütterliches Dasein unter den Kopfbedeckungen geführt. Für mich waren Mützen lange Zeit etwas, was hauptsächlich mit Kindheit verbunden war – im wesentlichen keine gute Erinnerung. Ganz frühe Erfahrungen mit Hochsensibilität waren bei mir unweigerlich mit unliebsamen Körpererfahrungen mit „Materie“ verbunden. Meistens war die Mütze kratzig, und schon deshalb schrecklich, sie wurde unter dem Kinn zugebunden und man sah damit unweigerlich affig aus … 

Erst die  „Nerds“ (wann genau das war, weiß ich nicht mehr), haben für mich die Mütze wieder interessant gemacht. (Dabei stand ich sowieso auf Kopfbedeckungen, allerdings vornehmlich solche, mit denen man eher cool aussah, wie Hüte zum Beispiel, Basecaps usw. ) Vorbei waren die eierwärmerähnlichen Zeiten. Plötzlich bekamen Mützen interessante Formen und Designs.

Dann kam ein kalter Winter und ich legte mir die erste warme schöne Mütze zu.

Mittlerweile habe ich eine ganze Kollektion …

Vor ein paar Jahren hatte ich zum ersten Mal seit langer, langer Zeit wieder Ohrenschmerzen. Das erste, was mir dazu einfiel, war, mir einen warmen Schal um den Kopf zu binden. Welch ein angenehmes Gefühl das war … Aber warum eigentlich den Schal, ich konnte es doch viel bequemer haben mit meiner Mütze …

Das war so schön.

Auch ohne Schmerzen. Eine Mütze anzuhaben, verschafft mir

ein ganz einzigartiges Gefühl von Schutz.

(Hochsensibilität bringt häufig eine gesteigerte Empfindlichkeit gegen kratzige Wolle mit sich. Daher ist es natürlich ist es sehr wichtig dabei, dass die Mütze absolut nicht auf dem Kopf kratzen darf, ein Inneres aus Fleece oder Baumwolle ist auf jeden Fall ratsam.)

Vielleicht schwingt dabei doch noch ein wenig von der Energie des sich Kümmerns von seiten der Eltern mit, die um das Wohlergehen ihres Sprößlings besorgt waren. Jetzt kümmere ich mich selbst um mich. Mit einer Mütze auf dem Kopf fühle ich mich behütet und geschützt, irgendwie in Sicherheit, irgendwie gefeit gegen den Unbill der Welt, besser gewappnet, mir kommt es dann so vor, als käme ich besser mit dem Stress in meinem Leben zurecht.

Ganz viele hochsensible Menschen haben auch ein echtes Problem mit Grenzen. Viele wissen oder erleben oft nicht, wo eigentlich der eigene Körper aufhört. Oder spüren zu viel von anderen Menschen. Da kann es super angenehm sein, die eigenen Körpergrenzen direkt zu erleben. Zu spüren:

hier hört mein Körper auf.

Alles, was Ihren Körper berührt, kann dabei helfen. Ich fühle mich z. B. mittlerweile nur wohl beim Einschlafen, wenn ich ein Kissen vor mir und eins im Rücken habe, weil ich so ein genaueres Gefühl für meinen Körper bekomme. Wenn ich die Mütze aufhabe, ist es ähnlich. Die Mütze verleiht meinem Kopf eine Grenze und das ist äußerst angenehm.

Im vergangenen Jahr hatte ich angefangen, mich mehr mit dem Thema Trauma zu beschäftigen. Über eins sind sich alle Trauma-Expert*innen einig: zur Überwindung von Trauma gehört unweigerlich auch

die Zurückeroberung der Verbindung mit dem eigenen Körper.

Dabei kann auch eine so simple Sache helfen, wie eine Mütze zu tragen – obwohl ich Ihnen hier natürlich nicht weismachen möchte, dass Sie durch das Tragen einer Mütze ein Trauma überwinden können. Im wesentlichen geht es darum, dem Körper angenehme Empfindungen zu verschaffen.

Meine Mütze bereitet mir jedenfalls ein unglaublich angenehmes körperliches Wohlgefühl. Auch durch die Wärme, die dadurch in meinem Körper entsteht.  Da ich immer Untertemperatur habe, weiß ich das sehr zu schätzen.

Kürzlich bin ich sogar noch einen Schritt weiter gegangen. Obwohl keine dringende Notwendigkeit dafür bestand, habe ich einfach einen Nachmittag lang meine Mütze nicht ausgezogen, sondern auch noch einen weichen Schal dazu getragen, ebenso wie Handschuhe ohne Finger. Einfach nur, weil es sich so wunderbar angenehm kuschelig anfühlte. Vielleicht sollte ich mir auch noch ein paar Pulswärmer anschaffen 😉

Der Begriff „Schutzmütze“ ist mir erst heute eingefallen. Ich bin ziemlich darüber begeistert. Für mich ist die Schutzmütze etwas wie

eine Art „Tarnkappe“,

nur, dass ich dabei nicht unsichtbar werde, sondern dass die Mütze für mich andere gute Eigenschaften aufweist.

Wie sieht es mit Ihnen aus? Haben Sie auch eine Form von „Schutzbekleidung“? Wie sieht sie aus und wie fühlen Sie sich darin?

Wie immer freue ich mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen.

Von Herzen, Ihre

Monika Richrath

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Mein Rauhnachtsorakel 2019

Mein Rauhnachtsorakel 2019

Es ist wunderbar, dass kleine Tipps mir unbekannter Menschen die Kraft haben, mein Leben auf tiefgreifende Weise zu verändern. Ein sehr schönes Beispiel dafür ist es, dass mir jemand in meiner facebook-Gruppe im Zuge meiner Rauhnachtsreise oder zur Rezension des Buches Switchwords* ein Kartenset  mit Karten mit Schaltworten: „Die Kraft der 144 Schalt und Machtworte“* von Franziska Krattinger empfohlen hat.

Heute klopfe ich jeden Tag in meiner online community Switchwords als Weg um 9:30 ein Switchword, das ich für euch gezogen habe. Komm gerne dazu.

Da ich von den Switchwords so begeistert bin, habe ich mir das Set sofort zugelegt. Es ist unverzüglich Teil meines Alltags geworden. Jeden Tag ziehe ich 1–2 Karten und lasse mich von den Karten inspirieren und leiten. Das habe ich auch in den vergangenen Rauhnächten getan. (Seit einigen Jahren begehe ich die Rauhnächte, diese Zeit zwischen den Jahren sehr bewusst und mit immer mehr Begeisterung. Ein Anleitung dafür findest du hier.) Im Januar ist mir eingefallen, dass sich die Karten, die ich während der Rauhnächte gezogen habe, ja hervorragend eignen als Orakel für das ganze Jahr. Darum erzähle ich hier etwas über das Jahr 2019.

JANUAR: HEILEN

Gibt es ein schöneres Wort um in das neue Jahr mit Zuversicht zu starten? Ich habe jedenfalls jede Menge Heilungsbedarf. Den Übergang ins neue Jahr habe ich alleine verbracht, mir das Feuerwerk angesehen und mich sehr über meine neue Wohnung gefreut, die sich jetzt schon wie ein Kraftort anfühlt.

Ich beschließe, jetzt mal eine Zeitlang alle 2 Stunden etwas zu essen und merke in relativ kurzer Zeit, wie unglaublich gut mir das tut, ich habe viel weniger Energiecrashs. Körperlich geht es mir sowieso gerade nicht so gut, ich habe einen Infekt, der weder richtig kommt, noch richtig geht. Aber da ich Urlaub habe, ist es nicht weiter schlimm, ich hänge zuhause herum, lese, puzzele und entspanne mich. Ich habe viel Zeit, meiner Ernährung Aufmerksamkeit zu schenken.

Schon bald ist klar, dass ich alle 1,5 Stunden etwas essen muss.  Ich versuche es mit Ernährungsempfehlungen von Anthony William, die mir einerseits gut tun, andererseits ist die Bauchspeicheldrüse überfordert und unglaublich angestrengt.

Auch in praktischen Bereichen kommen Dinge in Ordnung, die Mängel in meiner Wohnung werden beseitigt, ich kaufe ein Abo für den öffentlichen Verkehr.

Von einer Klientin bekomme ich eine Blume der Liebe geschenkt. Wie schön! Wie gut, dass ich mich vor kurzem bei der Partnerbörse Gleichklang angemeldet habe.

Ich beginne das Buch „Verkörperter Schrecken“ von Bessel van der Kolk zu lesen und habe eine Matrix Birth Reimprinting Sitzung zum Thema „Steckenbleiben“.

Und dann, aus dem Nichts, erhalte ich ein Angebot für einen neuen Praxisraum zur Untermiete. Ich weiß sofort, dass ich das Angebot nicht ausschlagen kann und darf. Mit meinem alten Praxisraum bin ich nicht so richtig zufrieden. Der neue Raum ist wunderbar, ich sage sofort zu.

Ich beginne eine Unterhaltung auf Gleichklang mit einer Frau aus K., die ein interessantes Profil hat.

Ansonsten sitze ich ganz viel herum, bin oft erschöpft und müde, habe auch Schmerzen, muss mich mit schmerzlichen Dingen auseinander setzen. Ich merke, dass es in mir Widerstand dagegen gibt, gut für mich selbst zu sorgen und lerne, dass es damit zu tun haben kann, dass für mich als Kind nicht gesorgt wurde, dass Selbstfürsorge etwas ist, was wir von unseren Eltern lernen. So was.

Am Ende des Monats stelle ich fest, dass alle Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel nicht einmal ansatzweise so einen Effekt haben wie häufiges Essen. Daraufhin beschließe ich, alles bis auf die Basisversorgung von Anthony William herunterzufahren.

 

FEBRUAR: LACHEN/ZÄHLEN

Kein Wort könnte passender sein um diesen Monat zu beschreiben. Ich habe jeden Grund zu lachen. X (mit der ich im Januar eine Korrespondenz angefangen habe) und ich kommen uns näher.  Erst schriftlich, dann mündlich, und schließlich auch persönlich. Wir verlieben uns und zum ersten Mal bin ich mit einem bewusst hochsensiblen Menschen zusammen. Alles ist leicht und magisch. Das Leben ist aufregend.

Es gibt durchaus auch Herausforderungen im Außen, vor allem finanzieller Natur (das Wort ZÄHLEN hat bei mir eine ganz praktische Bedeutung), aber ich bin so viel mit Lachen beschäftigt, dass ich sie nicht so wichtig nehme. Und das ist sehr gut so.

MÄRZ: GETAN

Ich habs getan: mein erster Monat ohne finanzielles Netz und doppelter Boden ist vorbei und ich bin nicht untergegangen. Es ist schon klar, dass sich viele Dinge noch finden müssen, aber ich komme zurecht.

Ich melde mich zu einem Trauma online Kurs (von Klopffherapeuten) an, mit dem ich schon seit Jahren liebäugele. So oder so geht es in diesem Monat darum, Dinge zu erledigen, die ich schon lange vor mir herschiebe.  Endlich die Unterlage für die Steuer für das letzte Jahr an die Steuerberaterin schicken z. B.

Auch das Problem mit der Elektrizität in meiner Wohnung wird endlich gelöst, in der Küche wird ein funkelnagelneuer Stromkreis gelegt.

Die Trauma-Ausbildung ist der Hammer. Ich lerne so viel über mich und andere, die ich kenne, verstehe ich jetzt viel besser als vorher.

Und: am letzten Tag es Monats ist es schon aus und vorbei mit der neuen Liebe. Das ist eine sehr geschickte Überleitung in den

APRIL: ÄNDERN/LÄUTERN/WÄHLEN

Jetzt ÄNDERT sich alles. Ich bin im Grunde meines Herzens froh, besser jetzt als später, dann wäre es sicher schwerer geworden. Nichtsdestotrotz bin ich damit beschäftigt, meine Wunden zu lecken.

Die Trauma-Ausbildung, die ich im März begonnen habe, beschäftigt mich auch sehr intensiv, ich überlege, wie ich das Gelernte in die Arbeit einfließen lassen kann.

Ende des Monats unternehme ich eine Reise nach Ostdeutschland mit einer alten Freundin. Das ist die LÄUTERUNG, die ich gebraucht habe. Und am Ende des Monats WÄHLE ich tatsächlich und investiere in eine für mich nicht unerhebliche Summe und melde mich in Programmen von Andreas-Goldemann an.

MAI: ENTFERNEN

Mein Optimismus hat einen empfindlichen Dämpfer bekommen. Ich beginne alles in Frage zu stellen, was mein Leben gerade ausmacht. Ich ENTFERNE mich nicht nur von den Menschen und allem, was zwischen uns passiert ist (oder auch eben nicht). Vorübergehend ENTFERNE ich mich sogar von meiner Wohnung, sogar von meiner Lebensfreude.

Es hat viel zu tun mit den Dingen, die ich in diesem Monat über mich lerne und über die Gründe unseres Scheiterns.

Ein absolutes Highlight im Mai ist der Besuch beim Heilpraktiker, wo sich herausstellt, dass meine Virenbelastung verschwunden ist, sich ENTFERNT hat.

JUNI: OH-OHA/PLANEN

Im Juni treiben mich tatsächlich allerhand Erkenntnisprozesse an. Ich beginne, mit dem Leberbuch von Anthony William zu arbeiten und merke immer deutlicher, dass es Essen gibt, dass mich geradezu ausknockt.

Ich gehe jeden Morgen ins Schwimmbad. Das ist so schön …

Außerdem habe ich mich auf einer kostenlosen Datingseite angemeldet. Auch hier wieder viel Staunen. Über die Unverfrorenheit mancher Menschen. Was für schräge Vögel es gibt … Vorsichtig taste ich mich vorwärts. Häufiger bekomme ich dabei mal Nachrichten vom Universum, weil mir nun öfter mal Dinge ins Klo fallen, die ich dann umständlich mit Handschuhen versehen herausfischen muss. Nachricht verstanden!

Und obwohl ich über Monate hinweg nur schräge Erfahrungen mache, geht es mir gut. So gut wie noch nie in meinem Leben. Manchmal bin ich richtig ein bisschen in mich selbst verliebt. Oder in mein Leben.

Aus dem Nichts heraus fragt ein Übersetzungsbüro bei mir an, ob ich bereit bin, bei einer Ausschreibung zu einem großen EU-Projekt mitzumachen? Und ob ich will! Sowieso habe ich viel Arbeit, dies ist ein Monat, den ich sehr gut PLANEN muss. Ich mache mir viele Gedanken über meine sozialen Kontakte. Ich PLANE einige zu verändern, andere gehen zu lassen …

JULI: VERSCHMERZEN

Ich träume jetzt häufiger mal, dass ich jemanden kennen lerne. Leider muss ich wohl VERSCHMERZEN, dass ich nur Menschen kennen lerne, die psychische Erkrankungen habe.

Da ist noch eine Sache, die mich diesen Monat bewegt und die ich nicht VERSCHMERZEN kann: Jemand ist übergriffig geworden und das löst in mir ganze Lawinen aus.

Ich berappele mich aber relativ schnell wieder. Inzwischen habe ich mit Zurück zum Ursprung von Andreas Goldemann angefangen und das sorgt dafür, dass ich ziemlich bald in einer sehr allumfassenden Glückseligkeit schwimme, die mir hilft, diese Sache zu VERSCHMERZEN.

Noch etwas anderes passiert: ich lerne die Widerstandstechnik von meiner Klopflehrerein Frau Dr. Susanne Marx kennen und alle Arten von Schmerzen werden sozusagen in intensiver Klopfarbeit VERSCHMERZT und transformiert.

AUGUST: ANPASSEN

Im August bin ich voll mit ANPASSEN beschäftigt: meine Wünsche, z. B., die durch meine Widerstände blockiert werden. Vor allen Dingen in Sachen Liebe. Ich bin selbst erschrocken, was bei den Widerständen alles auftaucht. Ich will geliebt werden, aber eigentlich doch nicht? Und es gibt so viele Menschen, die mir keine Liebe zu erlauben scheinen … Ich klopfe und klopfe …

Und es gibt so viel, was ANZUPASSEN ist. Endlich den Zahnarzt wechseln, endlich einen Termin für eine medizinisch taktile Untersuchung besorgen. Mich endlich aus einer Runde zurückziehen, die schon lange nicht mehr für mich passt. Und irgendwie führt die Arbeit mit Andreas Goldemann dazu, dass ich im Umgang mit den Frauen, die ich online kennen lerne, viel entspannter werde. Ich habe weniger Erwartungen und bin viel unbeschwerter. Auf die Nase falle ich trotzdem immer wieder, aber es macht mir weniger aus.

Auch meine Figur passt sich an die neue Leberernährung an. Es fällt nun auch anderen auf, dass ich abnehme. Das ist natürlich höchst erfreulich.

Ganz am Monatsende, sozusagen auf den letzten Drücker, kommt noch eine Auftragsarbeit auf mich zu: wieder einmal werde ich mit eigenen Widerständen in Sachen Geldbewusstsein konfrontiert. Noch etwas, was ANGEPASST werden muss.

SEPTEMBER: MERKEN

Fürs erste habe ich gar keine Kapazitäten mehr, mich damit zu beschäftigen, denn ich habe mich zu dem Seminar „Heile dein Herz“ auf Amrum angemeldet, wo es um Vergebungsarbeit nach Colin Tipping geht (der dieses Jahr verstorben ist). Kaum angekommen, MERKE ich, dass meine Vergebungsarbeit (mal wieder) mit meiner Mutter sein wird.

Es ist eine sehr intensive Woche, mit vielen Prozessen und Impulsen. Als ich nach Hause komme, mache ich einfach da weiter mit der Vergebungsarbeit, wo ich aufgehört habe. Meine Wahrnehmung ist sehr geschärft, es gibt so viel, was es zu beMERKEN gibt: z. B., dass alle Frauen, die ich kennen lerne, meine Klientinnen sein könnten. So geht das nicht. Ich merke, dass ich meine sozialen Kontakte sehr unbefriedigend finde. Und wieviel Widerstände es in mir gibt gegen eine neue Beziehung. Also allerhand Themen wieder zu beklopfen … Ganz kurz vor Monatsende kommt noch ein Riesenthema auf mich zu: Kinderverschickung. Da liegen noch viele unverarbeitete Gefühle, MERKE ich.

OKTOBER: ÜBERLEGEN

Gleich zu Beginn des Monats lerne ich eine neue Loslass-Technik kennen: die Strichmännchen-Technik von Jacques Martel. Ich bin so begeistert, dass ich es gleich mit mehreren Baustellen meines Lebens ausprobiere.

Und es passiert sofort etwas. Mehrere Frauen strömen in mein Leben. Einige davon treffe ich. Andere nicht. Es gibt jedes Mal sehr viel zu ÜBERLEGEN dabei: z. B. ob ich sie ein 2. Mal treffen soll. Oder wie ich damit umgehen soll, dass meine „Favoritin“ offenbar ein riesiges Problem mit Grenzen hat (Für mich eigentlich sehr gut, denn ich schaffe es tatsächlich, mir eine funktionierende Strategie zu überlegen, damit ich nicht auf jedes Gesprächsangebot eingehen muss). Wir haben eine sehr offene, zugewandte, verbindliche Kommunikation. Bis zu unserem ersten Treffen, wo sie nur über ihre Exen spricht (über die sie offensichtlich noch nicht hinweg ist) und ich immer unsichtbarer und unsichtbarer werde. Jetzt gibt es gar nichts mehr zu ÜBERLEGEN. Aus und vorbei.

Ich klopfe den Satz: „Auch wenn ich in der Liebe immer wieder enttäuscht werde …“ längere Zeit. Und obwohl es ein bisschen dauert, bis ich diesen Schlag verarbeitet habe, geht es mir gut. Richtig gut. Die letzte Begegnung war für mich ein Ansporn, noch mehr Widerstandsarbeit zu machen und meinen eigenen Blockaden auf die Schliche zu kommen.

Noch eine ÜBERLEGUNG: Was bleibt übrig, wenn sich alle meine Strukturen ändern? Das ist erst einmal beängstigend, dann kommt aber sehr bald die Gewissheit, dass ich nie wieder so einsam sein werde wie in früheren Momenten meines Lebens, diese Person bin ich ja gar nicht mehr. Für alles, was geht, kommt etwas Neues. Etwas Besseres!

NOVEMBER: EMPFANGEN

Und dann ändert sich schlagartig alles. Am 1. November, als sie aus dem Auto steigt und mich anstrahlt. Und sich irgendwo in mir spontane Fröhlichkeit breit macht. Kein Zögern, kein Zaudern. Aber da ist alles leicht. Drei Tage lang trennen wir uns nicht mehr. Und danach immer nur für ein paar Tage, weil wir nicht ohne einander sein mögen.

Ich EMPFANGE in diesem Monat pausenlos. Der ganze Monat ist ein einziges Geschenk.

So viele Dinge, die ich wieder erleben und wieder entdecken kann. So viele Dinge, die ich noch nie erlebt habe. Im Arm gehalten zu werden, wenn ich weine z. B. Jeder Tag mit ihr ist ein Wunder.

Es erstaunt mich unendlich, dass ich nach einer langen Dürreperiode tatsächlich Liebe gefunden habe. Aber auch, dass diese Liebe sich ganz anders anfühlt, als ich gedacht habe. Ich habe nicht damit gerechnet, dass es so intensiv, so krass sein würde. So herausfordernd auch vor allem. Stress pur. Ich muss mich mit sehr vielen Ängsten und Dämonen auseinander setzen. Und körperlich komme ich dabei ziemlich auf den Hund. Vor lauter Aufregung mag ich nicht essen und schlafen kann ich auch nicht. Ganz schnell komme ich an meine Belastungsgrenzen. Hochsensibilität lässt mal wieder grüßen …

DEZEMBER: ERMUTIGEN

Ich bekomme viel ERMUTIGUNG, mich mehr und besser um mich zu kümmern jetzt. Langsamer zu treten. Grenzen zu setzen. Mich weiter und tiefer einzulassen. Zu vertrauen.

Aber da kommt auch wieder eine Lust, neue Pläne und Ideen umzusetzen: eine neue Klopfreise für dieses Jahr, einen Intensivkurs Besser umgehen mit Hochsensibilität

Das war also mein Jahr 2019. Ich bin selbst vollkommen überrascht, wie treffend sich das Rauhnachtsorakel vom letzten Jahr herausgestellt hat. Und was ich alles erreicht habe. Mit der Klopfakupressur und anderem …

Vielleicht haben Sie ja Lust, sich den einen oder anderen Link anzusehen.

In den Rauhnächten bin ich vom 20.12. bis zum 06.01. aber wieder für Sie da und unternehme mit Ihnen gemeinsam  die Klopfreise zu dir selbst .

Sind Sie dabei? Ich freue mich schon wie eine Schneekönigin auf diese Tage.

Ich wünsche Ihnen noch eine schöne Vorweihnachtszeit, schöne Feiertage und einen wunderbaren Jahreswechsel und freue mich wie immer, wenn Sie mir schreiben.

Von Herzen, Ihre

Monika Richrath

 

Tausendfühler Lars – eine Rezension

Tausendfühler Lars – eine Rezension

Es ist wirklich wunderbar, dass es Menschen gibt, die für mich Augen und Ohren aufhalten in Sachen Hochsensibilität. So bin ich zu diesem wunderbaren Kinderbuch gelangt.

Wo hochsensible Eltern sind, sind meistens auch hochsensible Kinder nicht weit weg. Oder anders herum: von Klient*innen höre ich öfter, dass sie erst durch die eigenen Kinder die eigene Hochsensibilität entdeckt haben. Von daher ist Tausendfühler Lars* eine sehr schöne Geschichte, nicht nur für hochsensible Kinder, sondern auch für Erwachsene, die ein hochsensibles Kind haben. Denn es geht in dieser Geschichte ganz viel um das Miteinander, auch um den Umgang von Erwachsenen und Kindern.

Die Geschichte beginnt mit einem Missverständnis. Lars bekommt von seiner Mama einen Pullover mitgebracht. Seine Mama hat sich Mühe gegeben und den Pullover extra in seiner Lieblingsfarbe ausgesucht und dafür gesorgt, dass er extra weich ist. Leider kratzt der Pullover aber trotzdem. Lars möchte ihn nicht anziehen. Mama ist enttäuscht und Lars frustriert, weil er nicht möchte, dass seine Mama traurig ist. Den Pullover zieht er aber trotzdem nicht an.

Am Nachmittag geht Lars zu seinem Opa in die Werkstatt, dort fühlt er sich besonders wohl. Sein Opa erklärt ihm, wie er dafür sorgt, dass er es schön hat, z. B., indem er dafür sorgt, dass das Radio nicht zu laut ist, die Sonne ihn nicht stört und er angenehme Gerüche um sich hat.

Auch sonst hat Opa tolle Ideen. Zum Beispiel macht sich Lars sorgen, dass er sich am nächsten Tag auf dem Geburtstag seiner besten Freundin nicht wohl fühlen wird, weil es dort sehr laut ist. Opa läst Lars die Sorgen einfach mit ein paar Federn wegpusten.

Und er hört sich mit Freude und Interesse Lars Fragen über die Welt an. Und Lars hat jede Menge Fragen: Ob es einen Himmel für Bienen gibt? Welchen Kuchen es gibt auf dem Fest? Ob Mama immer noch traurig ist wegen des Pullovers? Feiern Regenwürmer auch Geburtstag?

Das Fest im Kindergarten wird zuerst auch so stressig, wie Lars befürchtet hat, aber dann hat Lars eine wunderbare Idee …

Mehr möchte ich an dieser Stelle noch nicht verraten … denn natürlich wünsche ich mir, dass Sie und Ihr Kind die Geschichte noch selbst entdecken werden.

Ich finde, Tausendfühler Lars* ist eine wunderbare Geschichte über Hochsensibilität, die zwei Ziele ganz wunderbar miteinander vereint: betroffenen Kindern Hochsensibilität zu erklären und Erwachsenen einen groben Handlungsleitfaden mit an die Hand zu geben, was sie tun können, um ihr Kind in seiner Hochsensibilität von Überforderung und Reizüberflutung zu schützen.

Der Autorin Hannah-Marie Heine ist mit Unterstützung der Diplom-Psychologin Petra Tomschi eine wunderbare Geschichte gelungen, die der Illustrator Heribert Schulmeyer sehr schön in Bilder umgesetzt hat. Ganz definitiv ein wunderbares Weihnachtsgeschenk für ein hochsensibles Kind oder die Eltern eines hochsensiblen Kindes.

Von Herzen,

Ihre Monika Richrath

 

 

Hannah-Marie Heine/Heribert Schulmeyer
Tausendfühler Lars*
Kids in Balance
Psychiatrie Verlag
ISBN 978-3-86739-131-3
17 EUR

Wie Liebe sich anfühlt

Wie Liebe sich anfühlt

Letzte Woche konnten Sie keinen neuen Blogbeitrag von mir lesen – und das lag nicht daran, dass mir etwa die Ideen ausgegangen sind (im Gegenteil, ich habe bestimmt drei neue Artikelideen in der Woche). Nein, der Grund, weswegen Sie nichts von mir gelesen haben, ist der simplen Tatsache zuzuschreiben, dass das Leben mich einfach überrannt hat und ich mich mit schrägen Gefühlen und Symptomen auseinandersetzen muss. Vergangene Woche war ich einfach nicht in der Lage, einen Blogbeitrag zu verfassen

 

Ich kann nicht denken.

Ich kann mich nicht konzentrieren.

Ich kann nicht essen.

Ich kann nicht schlafen.

Am liebsten wäre ich immerzu mit ihr zusammen.

Sie ahnen es vielleicht schon. Ich habe mich verliebt. Mit Haut und Haar.

Und während ich alle Symptome einer Liebeskrankheit durchlaufe, gibt es doch einen kleinen Teil in mir, der mir selbst ein bisschen amüsiert von oben zusieht.

Das Seltsame ist, dass ich auf all das vollkommen unvorbereitet bin. Sehr sonderbar, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass ich schon länger auf der Suche bin und mich wieder verlieben wollte.

Das bringt natürlich allerhand Herausforderungen mit sich, gerade auch in Sachen Hochsensibilität, Liebe an sich ist megastressig.

Ich habe vollkommen vergessen, wie sich das anfühlt, mitten in der Nacht aufzuwachen und vor lauter Sehnsucht und Herzklopfen nicht mehr einschlafen zu können. Oder wie mir der Hals eng wird und ich nicht mehr essen kann, wegen eines Blicks von ihr. Oder wie man dauernd weiche Beine hat.

Ich habe auch vergessen, wie unglaublich verletzlich man sich am Anfang einer neuen Liebe fühlt, wie ängstlich, wie bedroht. Wie die inneren Wächter anfangen, Amok zu laufen. (In meiner Vorstellung sind das kleine aufgeregte Kerle, die eine Rüstung tragen und mit einem Speer herumfuchteln.)

Es erstaunt mich selbst, wie angsteinflößend sich das anfühlt, die relative Sicherheit und Geborgenheit meiner Singleexistenz einfach so aufzugeben, obwohl ich so viele Jahre daran gearbeitet habe, den jetzigen Zustand zu erreichen, in dem ich sagen kann (und zwar aus voller Überzeugung): Ich bin ein glücklicher Single. Ohne auch nur einen Gedanken an die Konsequenzen zu verschwenden, habe ich diesen Zustand fortgeworfen. Was nicht bedeutet, dass damit meine Ängste einfach so verpufft wären. Ganz im Gegenteil: die arbeiten jetzt eher im Untergrund und kommen nur dann und wann nach oben.

Zum Glück verfüge ich mittlerweile über genug emotionales Rüstzeug, um besser damit fertig zu werden. Und mich zu trauen, mich einzulassen. Trotz meiner schwierigen Bindungsvergangenheit. Alle möglichen Bindungstraumata springen auf und fordern meine Aufmerksamkeit. Daher muss ich jetzt gerade sehr viel und oft für mich selbst klopfen. Anders geht es nicht …

Völlig unvorbereitet bin ich auch auf die krassen körperlichen Nebenwirkungen. Ich habe nach nur 2 Wochen das Gefühl, an meine Belastungsgrenze zu stoßen.

Alles ist so aufregend und eigentlich müsste ich die ganze Zeit futtern wie ein Scheunendrescher, um die verlorenen Kalorien wieder aufzufüllen. Aber dies erweist sich als wirklich problematisch. Ein Blick – und mein Appetit verpufft – einfach so.

Darum bekomme ich nicht genug zu essen. Ein paar Kilo habe ich schon abgenommen. Bestimmt bin ich die ganze Zeit chronisch unterzuckert. Mittlerweile weiß ich ja genug über den Stress, der dadurch für den Körper entsteht. Trotzdem kann ich mich einfach nicht aufraffen zu ordentlichem Essen. Alles, wozu ich die Disziplin aufbringe, ist mir irgendwelches Essen aufzuzwingen.

Irgendwann geht das sicher vorbei. Aber im Augenblick spielen mein Gehirn und mein Körper einfach verrückt, alles ist total entgleist. Vielleicht haben Sie schon mal davon gehört, dass Verliebtsein die gleichen Gehirnregionen aktiviert, wie bei Suchtkranken. Dazu werden jede Menge Hormone ausgestoßen.

Dass es bei mir überhaupt so weit kommen konnte, verdanke ich Andreas Goldemann mit seinen schamanischen Gesängen. Da bin ich ganz sicher.

Vor 20 Jahren wurde mir gleich zwei mal relativ kurz hintereinander das Herz gebrochen (was letzten Endes der Beginn meiner Reise zu mir selbst war). Das hat tiefe Spuren hinterlassen. Danach war die Liebe für mich eher ein Minenfeld. Es dauerte 10 Jahre, bis ich überhaupt wieder eine Beziehung eingehen konnte und trotzdem blieb es sehr schwierig in meinem Beziehungsleben.

Was mich zurückbringt zu Andreas Goldemann. In seinem Kurs haben wir sehr ausführlich die Verbindung zwischen Sakral- und Herzchakra bearbeitet und Vergangenes losgelassen. Außerdem habe ich in den letzten Wochen sehr intensiv meine eigenen Widerstände beklopft. Das war schon sehr interessant, herauszufinden, dass ich zwar eigentlich eine Beziehung möchte und dann aber auch wieder nicht. Nun, ich habe das offenbar aufgelöst …

Was soll ich noch sagen? Ich bin sehr dankbar und gerührt. Alles, was ich jetzt noch zu tun habe, ist, mich dem Leben einfach hinzugeben und zu folgen, egal, wie wild und chaotisch das auch sein mag. Egal, was dabei herauskommt am Ende. Ich weiß, das klingt wirklich megakitschig. Es ist aber trotzdem wahr: Die Liebe ist eben – wie alles andere – ein Abenteuer.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Liebe gemacht. Leben Sie Liebe? Wie immer freue ich mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen.

Von Herzen, Ihre

Monika Richrath

Image by Jondolar Schnurr from Pixabay 

Ich kann kein Small Talk!

Ich kann kein Small Talk!

Wenn es eine Sache gibt, die ich früher besonders häufig in meinem Seminar über Hochsensibilität oder auch von Klienten gehört, dann das: „Ich kann kein Small Talk.“

Ich dachte, dass das einmal einen Blogartikel wert ist. Ich kenne das nämlich sehr gut aus meiner eigenen Erfahrung.

Früher habe ich Small Talk auch abgelehnt. Ich wollte Nichts Belangloses, alles, was ich tat, sollte von tiefem Sinn durchdrungen sein.

wenn man hochsensibel ist lehnt man small talk häufig abDarum hasste ich oberflächliche Gespräche.

Small Talk stand stellvertretend für mich für das Wesen dieser Welt, in der ich mich nicht wohl fühlte: immer schön an der lackierten Oberfläche bleiben, bloß nicht kratzen oder gar bohren – wer weiß, was dann offen zutage treten könnte – am besten gar nicht erst hinsehen.

Die große Weigerung, mich an solchen Gesprächen nicht zu beteiligen, hatte Konsequenzen. Letzten Endes bedeutete es immer, alleine und außen vor zu bleiben. Vor allen Dingen am Arbeitsplatz, aber auch bei jeder Gelegenheit, wo ich keine Lust hatte, auf Menschen zu treffen, die ich nicht kannte, Parties, Seminare usw. Es war jedes Mal eine neue Gelegenheit, die Erfahrung zu machen:

ich bin ausgeschlossen, ich gehöre nicht hierher.

Das tat und tut jedes Mal immer wieder neu weh, der Gewöhnungseffekt ist gleich null.

Heute denke ich, dass Small Talk vor allen Dingen für Menschen schwierig ist, die mit belastenden Kindheitserfahrungen aufgewachsen sind und ein Entwicklungstrauma erlebt haben – das ja immer auch ein Bindungstrauma ist. (Falls du dich fragst, was ein Entwicklungstrauma ist: hier erfährst du mehr).

Zu den Folgen eines Entwicklungstraumas gehören Schwierigkeiten im Umgang mit Menschen.

Es ist logisch, dass die einfache Kontaktaufnahme mit dazu zählt.

Irgendwann aber – ich habe keine Erinnerung daran, was den Prozess letzten Endes angestoßen hat – ist mir aber etwas klar geworden.

Nämlich, dass Small Talk absolut kein oberflächliches Verhalten ist. Dass es letzten Endes gar nicht darum geht, was gesagt wird, sondern, dass Small Talk eine ungemein wichtige soziale Funktion erfüllt.

Wenn Menschen aufeinandertreffen, die einander nicht kennen und sie beginnen, z. B. über das Wetter zu reden, dient das Gespräch in allererster Linie dazu, Kontakt aufzunehmen. Und natürlich ist es richtig und wichtig, über etwas zu sprechen, über das alle Menschen etwas sagen können. Es geht also darum, miteinander in Beziehung zu treten, sich durch Worte mit anderen Menschen zu verbinden. Der Inhalt des Gesagten ist dabei absolut zweitrangig. Die Verbindung aber nicht. Und das ist ungemein wichtig. Gerade für hochsensible Menschen.

Wir brauchen diese Verbindung.

Oft haben wir leider viel zu selten das Gefühl, überhaupt mit anderen Menschen verbunden zu sein. Und Verbundenheit mit anderen kann ungemein zu unserem Wohlgefühl beitragen.

Wenn ich eine Sache gelernt habe in den vergangenen Jahren, dann diese: wenn ich mich getrennt fühle von anderen, dann habe ich mich meistens von den anderen selbst getrennt. In diesem speziellen Fall schon von vornherein durch meine Weigerung, an dem Gespräch überhaupt teilzunehmen.

Die Klopfakupressur hilft beim schnellen Abbau von StressWäre es nicht schön, die Anzahl der Gelegenheiten zu reduzieren, bei denen dieses Gefühl anders zu sein überhaupt aufkommt? Das geht natürlich nicht immer und für alle Gelegenheiten. Ich selbst mache diese Erfahrung immer wieder auf zum Teil sehr tiefen Ebenen. Vor einiger Zeit habe ich darüber den Beitrag „Ich bin vollkommen fremd hier“ geschrieben. Und um diese ganz tiefen  Bindungserfahrungen, ihre Folgen und den damit verbundenen Stress nachhaltig zu verändern, bedarf es gewisser Tools, wie z. B. EFT Klopfakupressur, Matrix Birth Reimprinting, usw.).

Beim Small Talk geht es aber um Menschen, die wir noch nicht kennen. Ich habe irgendwann beschlossen,

dass ich mir das gönnen darf, mich mit anderen Menschen zu verbinden.

Dabei habe ich die sehr angenehme Erfahrung gemacht, dass das entsprechende Ereignis dann für mich ganz anders verläuft, wenn ich es anfangs schaffe, durch Small Talk mit anderen in Verbindung zu treten. Ich bin dann viel präsenter in der Gruppe, nicht nur für andere, auch für mich selbst. Ich habe das Gefühl, dazuzugehören. Und das trägt sehr zu einem positiven Empfinden in der Welt zu sein bei.

Übrigens spricht gar nichts dagegen, sich selbst

Warum in der Hochsensibilität Small Talk schwierig isteine kleine hochsensible Small-Talk Variante

zu erschaffen.

Vor Jahren habe ich einmal an einem Speed Dating teilgenommen. Und ich habe alle Teilnehmerinnen als erstes gefragt: „Wie fühlst du dich mit diesem Setting hier?“ Nach einem kleinen Verblüffungsmoment haben mir aber alle eine ehrliche Antwort gegeben, von wo aus wir dann schnell in ein richtiges Gespräch geraten sind, was in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit nicht selbstverständlich war. Ich bin dann nach Hause gegangen, in dem Bewusstsein, dass  es mir gelungen war, mich zu verbinden,

dass ich etwas Schönes geschaffen hatte an diesem Abend,

nicht nur für mich, sondern auch für die anderen.

Überlege dir doch einmal ein paar offene Fragen (auf die man nicht mit ja/nein antworten kann), die du bei passender Gelegenheit stellen kannst. Meine Lieblingsgesprächseröffnung ist nach dem obigen Event tatsächlich „Wie gefällt es dir hier?“ aber es gehen auch Dinge wie „Wie bist du hergekommen“, „Wie hast du von dieser Veranstaltung erfahren“, „Hast du schon öfter ähnliche Veranstaltungen besucht?“ usw.

Ich bin gespannt, ob du eine Lieblingseröffnung hast oder dir eine überlegst. Ich freue mich, wenn du mir schreibst.

Von Herzen,

Unterschrift Monika Richrath

 

Auf welchem Ast turnst Du? – eine Rezension

Auf welchem Ast turnst Du? – eine Rezension

Es ist wirklich spannend, welche Bücher mir das Leben vor die Füße spült und welche Impulse sich daraus für mich ergeben, durchaus auch im Bezug auf meine Hochsensibilität.

Dieses Buch zu lesen, macht wirklich Spaß, denn man wird beim Lesen so logisch geführt, dass es eine Freude ist.

 

Denn genau darum geht es:

durch Logik zum Glück finden.

Diese Methode dürfte sehr vielen Hochsensiblen, die tendenziell ja sowieso häufig sehr kopfgesteuerte Menschen sind, einfach liegen.

Die Autorin, Christiane Kilian stellt uns in „Auf welchem Ast turnst Du?“ den von ihr entwickelten Paradiesbaum vor. In Beratungen hatte sie immer wieder festgestellt, dass am Ende jedweden Problems ein zu geringes Selbstwertgefühl stand. Sie fragte sich, wie

der Zusammenhang zwischen Selbstwertgefühl
und dem Verhalten

und den stressigen Problemen dieser Menschen aussieht. Sie machte sich daran, einen Zusammenhang mit Logikketten zu erarbeiten und darzustellen.

So entstand der Paradiesbaum, der die verschiedenen Äste und Verhaltensweisen enthält, die in etwa denen der Ebenen der Transaktionsanalyse entsprechen: dem Kinder-Ich, dem Eltern-Ich und dem Erwachsenen-Ich.

Mit der Transaktionsanalyse habe ich mich übrigens am Anfang meines Weges eingehend beschäftigt, von daher war dies ein freudiges Wiedererkennen.

Sehr bestrickend und unglaublich logisch werden uns die verschiedenen Äste des Paradiesbaumes dann vorgestellt: welche Verhaltensweisen wir entwickeln, wenn wir im Kinder-Ich unterwegs sind (Trost und Zuspruch durch andere suchen, also in Abhängigkeit bleiben), oder versuchen wir uns aufzuwerten, indem wir Macht über andere ausüben (z. B. durch Belehrungen, Kritik usw.) oder setzen wir uns bewusst und aktiv für unsere eigenen Bedürfnisse ein im Erwachsenen-Ich?

Auf mich hatte der Paradiesbaum

eine sehr beschwingende Wirkung,

da ich dazu neige, mich schnell in Emotionen zu verlieren. Und tatsächlich habe ich mir noch nie so ganz nüchtern überlegt: wenn ich dies und das mache, dann geschieht das und das. Gerade in der Hochsensibilität kommt es immer wieder vor, dass man sich ohnmächtig und fremdbestimmt fühlt, Selbstermächtigung ist für hochsensible Menschen einfach das A und O. Wie leicht das gehen kann macht uns Christiane Kilian mit ihrer Logik vor.

Im Zuge dessen treten ungemein interessante Fragen zu Tage. Eine der ersten Fragen, die die Autorin uns überhaupt stellt, ist die,

wie wir mit Grenzen umgehen, die uns von außen gesetzt werden?

Also, wie verhalte ich mich zum Beispiel, wenn etwas nicht so läuft, wie ich es mir vorgestellt habe? Diese Frage habe ich mir selbst noch nie gestellt, ich finde sie wahnsinnig interessant, denn alleine daraus lässt sich sehr viel über das eigene grundsätzliche Verhalten ableiten.

In  diesem Zusammenhang hat mir außerdem besonders die Erklärung gefallen, wie sich Selbstwert, Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen unterscheiden. Das ist äußerst erhellend. Es war mir überhaupt nicht klar, dass man ein großes Selbstbewusstsein, aber trotzdem dabei ein geringes Selbstwertgefühl haben kann.

Darüber hinaus enthält „Auf welchem Baum turnst Du?“

jede Menge nützliche Informationen und praktische Tipps,

die für hochsensible Menschen super sinnvoll sind.

Besonders erwähnen möchte ich hier die

Afformationen,

deren Prinzip ich nun dank der Autorin erstmalig verstanden und sofort in meine Lebenspraxis integriert habe. Ich bin schon sehr gespannt auf das Ergebnis.

Summa Summarum ist „Auf welchem Ast turnst Du?“ ein Buch, das dem Leser und der Leserin viele nützliche Erkenntnisse und Impulse beschert, mit denen man sich lange und intensiv beschäftigen kann. Und ich finde es wunderbar und einzigartig, dass die Autorin es geschafft hat, einen Weg zu finden für die Menschen, die Gefühle so schwierig finden, dass sie sie möglichst zu vermeiden suchen und nur das, was in ihrem Kopf vorgeht, für real halten. Trotzdem schafft sie es, die beiden scheinbar nicht zu vereinenden Positionen von Gefühl und Logik so miteinander zu verbinden, dass daraus eine sehr ansprechende, beeindruckende und intensive Methode geworden ist.

Nicht vergessen möchte ich das kleine dazugehörige Poster, das man sich wunderbar an die Wand hängen und gelegentlich mal anschauen kann, quasi als Erinnerung dafür, dass man jederzeit wieder in die Selbstermächtigung kommen kann.

Eine Sache hat mir allerdings überhaupt nicht gefallen und das ist die viele Werbung, bzw. die vielen Aufforderungen an die Leserschaft, sich bei Fragen und Suche nach Hilfestellung an die Autorin zu wenden. Weniger fände ich da definitiv mehr.

Nichtsdestotrotz ist „Auf welchem Ast turnst Du?“ ein tolles Buch, von dem hochsensible Menschen besonders profitieren werden, die sehr viel im Kopf sind.

Es ist derzeit über die Webseite der Autorin zu beziehen.

Von Herzen,

Ihre Monika Richrath

Christiane Kilian
„Auf welchem Ast turnst Du? – Mit dem Paradiesbaum durch Logik zum Glück“
ISBN 978-3-86948-650-5
Preis 24 EUR
Hier bestellen

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