Was Sicherheit uns bedeutet

Was Sicherheit uns bedeutet

Ich glaube, dass die Bedeutung der Sicherheit für unser eigenes Leben allgemein ziemlich unterschätzt wird. Wenn gesagt wird, dass jemand “ in Sicherheit“ ist, gehen wir erst einmal von körperlicher Unversehrtheit aus, bzw. von einem Schutz, der der Erhaltung der körperlichen Unversehrtheit dient. Wir haben dabei weniger im Blick, dass „Sicherheit“ fast unser gesamtes Denken und Handeln bestimmt und die Grundmotivation allen Handelns ist.

Vermutlich haben Sie schon einmal von der Bedürfnispyramide, bzw. der Maslowschen Bedürfnishierarchie gehört, ein Modell, das von dem amerikanischen Psychologen Abraham Maslow stammt und in dem er versucht, eine Rangfolge menschlicher Bedürfnisse und Motivationen zu beschreiben. Die Pyramidenform, in der dieses Modell hauptsächlich bekannt ist, stammt übrigens nicht von ihm selbst, was uns aber nicht weiter beschäftigen muss, ebensowenig, dass dieses Modell seit seiner Entstehung vielkritisiert wurde.

Die Bedürfnispyramide erklärt unser Sicherheitsbedürfnis

Wie Sie sehen können, kommt die Sicherheit dabei direkt hinter den physiologischen Grundbedürfnissen wie essen, trinken und schlafen.

Sicherheit das bedeutet nicht nur körperliche Unversehrtheit, es bedeutet auch z. B. materielle Sicherheit, wie es uns ein geregeltes Einkommen bieten kann oder finanzielle Unabhängigkeit.

 

Wie würden Sie „Sicherheit“ für sich definieren?

Wenn ich so in mich hineinhorche, dann wäre meine Definition von Sicherheit das Gefühl, dass es keine Bedrohungen irgendwelcher Art gibt. Hochsensibilität könnte in diesem Zusammenhang natürlich dazu führen, dass wir uns schneller bedroht fühlen als andere. Dabei geht es um wesentlich mehr als nur den finanziellen Rahmen. Nahezu alles kann sich bedrohlich anfühlen.

Wir können uns z. B. bedroht fühlen, wenn

  • unser Selbstbild ins Wanken gerät
  • wir unsere Komfortzone verlassen sollen
  • wir erfolgreich sind (nicht nur, aber auch in finanzieller Hinsicht)
  • sich das Gefüge unserer sozialen Beziehungen verändert
  • wir für uns selbst einstehen sollen
  • wir unsere Gefühle zeigen sollen
  • wenn wir unsere Gefühle als unkontrollierbar erleben
  • wenn wir das Gefühl haben, uns gegen die Eltern zu wenden
  • wir uns verlieben oder uns in anderer Weise gefühlsmäßig auf einen Menschen oder eine Gruppe einlassen

etc. um nur ein paar Möglichkeiten zu benennen. Zu dem Thema Sicherheit hatte ich schon einmal einen Artikel geschrieben, über Dinge, die sich nicht sicher anfühlen können.

Unsere Sicherheitsbedürfnisse haben sehr viel zu tun mit unseren Grundüberzeugungen und Glaubenssätzen, darauf, wie wir die  die Welt sehen, damit, was wir über die Welt gelernt haben. Als Säugling und Kleinkind (vermutlich schon seit der Zeugung) wissen wir instinktiv, dass unser Überleben von unseren Eltern abhängt. Wir sind in diesem Alter jedoch nicht in der Lage, Situationen objektiv zu beurteilen, da wir uns selbst als Mittelpunkt erleben und alles, was passiert, auf uns selbst beziehen.

Wenn sich also ein Elternteil unerwartet von uns abwendet,

kann dies durchaus einen lebensbedrohenden Charakter haben. Wir wissen ja nicht, ob es vorübergehend ist und dass es gleich anders sein kann, weil es für uns nur das Jetzt gibt und sonst nichts. Das Unterbewusstsein versucht mit seinen beschränkten Mitteln die Situation zu erklären (denn es muss ja dafür sorgen, dass uns nicht geschieht). Oft zieht es dann Schlussfolgerungen wie: Ich bin nicht gut genug, ich bin es nicht wert, geliebt zu werden usw.

Eine einzige Situation kann durchaus ausreichen,

um eine Grundüberzeugung zu entwickeln, die sich auf das ganze Leben auswirkt. Sicher ist jedenfalls, dass wir im Laufe unseres Lebens einen ganzen Katalog an Glaubenssätzen entwickeln, die eins gemeinsam haben: sie sollen für unsere Sicherheit sorgen, bzw., jedes Mal, wenn wir in eine Situation geraten, die der ursprünglichen Situation in irgendeiner Form ähnelt, können wir uns existentiell bedroht fühlen, ohne uns vielleicht erklären zu können, wo dieses massive Gefühl der Bedrohung herkommt. Auch dies dient unserem Schutz, das Unbewusste möchte  vermeiden, dass wir eine ähnliche lebensbedrohliche Situation wieder erleiden müssen und reagiert daher mit Stress.

Besonders wichtig ist dabei:

Manche Situationen können sich so bedrohlich anühlen (ohne dass es uns bewusst ist), dass wir nicht in der Lage sind, sie zu verändern, solange wir uns nicht mit dem Sicherheitsaspekt beschätigen. Zum Beispiel könnte eine Person unbedingt abnehmen wollen. Sie strengt sich an wie verrückt, aber es funktioniert einfach nicht. Dabei kann die Motivation durchaus sein, sich selbst als attraktiver zu erleben. Aber die Konsequenz aus der gesteigerten Attraktivität kann sich grauenvoll anfühlen für das Sicherheitsbedürfnis dieser Person. Vielleicht wird sie dann als möglicheR SexualpartnerIn wahrgenommen, und entsprechende Angebote werden an sie herangetragen. DAS will sie auf keinen Fall. Und weil das so ist, wird es mit dem Abnehmen nichts werden, dafür sorgt das Unbewusste dieser Person, denn es möchte sie ja schützen. Denken Sie daran: alle Ihre Systeme arbeiten für, nicht gegen Sie!

Glaubenssätze kann man zum Glück verändern

z. B. durch die Klopfakupressur. Gerade bei Sicherheitsthemen kann das Klopfen Wunder wirken, z. B., indem man statt „liebe und akzeptiere ich mich voll und ganz“ sagt „bin ich sicher“ oder „bin ich in Sicherheit“ oder „bin ich behütet und beschützt.“

Manchmal können sich Grundüberzeugungen aber auch ganz von allein verändern, oder Huckepack im Gepäck anderer Glaubenssätze.

In den vergangenen Wochen wurden meine Sicherheitsbedürfnisse wegen der Eigenbedarfskündigung, die ich bekommen habe, auf eine ziemlich harte Probe gestellt … Alle möglichen Glaubenssätze tauchten auf, nicht nur meine eigenen. Angefangen von: „Du wirst unter der Brücke schlafen“ (von meiner Mutter), über „Sie sollten das annehmen“ (meine Vermieterin) bis hin zu „Kein Vermieter will mich“ (mein eigener).

Diese Woche habe ich selbst so eine Art Erleuchtung gehabt, was meine eigenen Glaubenssätze angeht. Bislang habe ich fast nur in eher kleinen Wohnungen gelebt, meistens in 1-Zimmer-Wohnungen. In größeren Wohnungen fühlte ich mich nicht wohl. Ich habe mir das immer erklärt mit: zuviel Platz.

Nun bin ich ja in eine größere Wohnung gezogen, in der ich mich sehr wohl fühle – so, als wäre ich schon immer dort gewesen. Am Anfang war der viele Platz tatsächlich verwirrend. Kurzfristig tauchte auch das Gefühl existentieller Bedrohung auf, aber nach ein bis zwei Tagen war es verschwunden. Vielleicht wegen meines Wohlgefühls. Jedenfalls wurde mir an einem Tag schlagartig klar, woher das Gefühl der Bedrohung kam: Es hat natürlich einen Zusammenhang mit der Wohnung, in der ich aufgewachsen bin (3 Zimmer).

Es ist eigentlich ganz einfach: wenn ich in einem Zimmer bin, kann ich nicht wissen, was in den anderen Zimmern vor sich geht. Offenbar meint mein Unbewusstes, dass ich das wissen sollte. Es erklärt sehr gut meine bisherige Vorliebe für 1-Zimmer-Wohnungen: Da habe ich immer alles im Blick und unter Kontrolle. Das ist in der neuen Wohnung offenbar nicht mehr notwendig. Wunderbar, zumal ich dieses Thema meines Wissens nach niemals bewusst bearbeitet habe, hat es sich dennoch erledigt, das finde ich klasse.

Dies ist nur ein klitzekleiner Ausschnitt aus dem Thema Sicherheit.  Was bedeutet Sicherheit für Sie? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

Bildnachweise: Pixabay

Was sind eigentlich PUs?

Was sind eigentlich PUs?

Vielleicht sind Sie mit der Klopfakupressur schon einmal an einen Punkt gekommen, an dem es einfach nicht weiterzugehen schien.

Es wäre sehr gut möglich, dass Sie es in diesem Fall mit einer PU zu tun haben. PU ist eine Abkürzung für Psychische Umkehr und bezeichnet eine Heilungsblockade.

Viele Menschen tun sich mit PUs schwer

dabei ist das Konzept gar nicht so schwer zu verstehen, bzw. ich werde mich bemühen, diese Heilblockaden hier besser verständlich zu machen. Vorab sei gesagt, dass der Entwickler der EFT-Klopftechnik ®, Gary Craig, sich vom Konzept der PUs sich vollkommen distanziert hat, wofür ich persönlich aber überhaupt keine Notwendigkeit sehe, zumal ich auch bei meinen KlientInnen häufig sehe, dass diese

PUs im Zusammenhang mit der Hochsensibilität

häufig vorhanden sind, bzw. dadurch vielleicht häufig verschlimmert werden, weil es zum einen oft eine Schwierigkeit damit gibt, Dinge loszulassen. Zum anderen gibt es häufig ein Problem mit dem Selbstwert durch das empfundene Anderssein und in der Folge Probleme damit, etwas „zu verdienen“.

Der Begriff der „Psychischen Umkehr“ klingt tatsächlich kompliziert, aber wenn Sie ihn durch „Heilblockaden“ ersetzen, wird sofort verständlicher, worum es geht.

Stellen Sie sich vor, Sie möchten etwas in Ihrem Leben verändern und stoßen dabei auf die Klopfakupressur. Vielleicht sind Sie ein sehr kopfgesteuerter Mensch, der die Klopfakupressur zwar ausprobieren wird, aber von vornherein große Zweifel hat, ob etwas so Einfaches tatsächlich etwas bewirken kann. (Die Frage „Warum machen das dann nicht alle?“ wird mir wirklich ziemlich häufig gestellt). Sie fangen an zu klopfen, bemerken vermutlich, dass es sich irgendwie gut anfühlt auf körperlicher Ebene, aber weil Sie schon von Anfang an Zweifel haben, sind Sie zum einen nicht mehr richtig offen, zum anderen werden Sie eventuelle spätere, weitergehende Veränderungen einfach nicht bemerken. Damit wir uns richtig verstehen,

die Klopfakupressur funktioniert nicht, weil Sie daran glauben

sondern weil es handfeste Reaktionen auf der körperlichen Ebene gibt, wie die Ausschüttung von körpereigenen Opioiden, Serotonin etc.,kurzum Botenstoffen, die sich beruhigend auf die Stressreaktion Ihres Körpers auswirken und insgesamt ausgleichend wirken.

Dies alles wird durch das Klopfen ausgelöst. Egal, ob Sie daran glauben oder nicht.

Aber natürlich gibt es auch Reaktionen auf der psychologischen Ebene, die sehr subtil sein können und meistens so  vollkommen unaufgeregt daher kommen, dass man sie auch gut übersehen kann – weil sie sich so natürlich anfühlen (z. B., wenn man plötzlich in einer Situation ganz anders reagiert als gewöhnlich). Wenn Sie aber nicht bereit sind, diese Veränderungen überhaupt wahrzunehmen (was sehr wahrscheinlich ist, wenn Sie die Wirkung an sich anzweifeln), dann gibt es von vornherein eine Blockade und die Klopfakupressur kann nicht ihr ganzes Potential entfalten.

Es gibt viele Formen von Blockaden

Die Blockaden entstehen immer in uns selbst und sind häufig verbunden mit der Angst, etwas Bestimmtes loszulassen, dahinter kann z. B. stecken

  • Angst vor Veränderung
  • Angst die eigene Identität zu verlieren
  • Angst illoyal zu sein anderen Menschen gegenüber
  • Angst davor, etwas nicht zu verdienen
  • Angst davor, nicht sicher zu sein

Der Begriff der Psychischen Umkehr stammt von Roger Callahan und bezeichnet eine Umkehrung des Energieflusses im Körpersystem.

Die verschiedenen Formen der PU

Problemspezifische PU

Vielleicht haben Sie sich schon einmal gefragt, warum eigentlich jeder Satz mit Formulierung „Auch wenn (dies und das ist) …“ beginnt? Der Satz beginnt im Grunde genommen mit einer problemspezifischen PU. Es ist sozusagen eine Präventivmaßnahme, für den Fall, dass es ein Problem damit gibt, sich überhaupt mit diesem Problem zu befassen …

Die massive PU

Sie kann sich auf das ganze Leben auswirken und vielleicht stellen Sie fest, dass Heilmaßnahmen entweder gar nicht wirken oder nicht so, wie Sie sollten. Dahinter könnte die Grundüberzeugung stecken, dass die ganze Welt gegen Sie ist. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Sie an dieser Art von Blockade leiden, klopfen Sie keine Sätze, sondern reiben alle 1–2 Stunden den wunden Punkt und sagen dabei „Ich liebe und akzeptiere mich mit all meinen Einschränkungen“

Die massive Selbstwert PU

Dies ist eine Unterform der massiven PU. Ihr liegt die Überzeugung zugrunde, dass man es nicht verdient glücklich zu sein. Davon sind z. B. Menschen besonders betroffen, die burnoutgefährdet sind, zu wenig an sich selbst denken, zu viel Verantwortung übernehmen, Harmonie brauchen (beim Schreiben fällt mir auf, dass dies hochsensible Menschen häufig betrifft …). Die Behandlung einer massiven Selbstwert PU: Alle 1–2 Stunden den Punkt auf dem Kinn klopfen und dabei sagen „Auch wenn ich es nicht verdiene, glücklich zu sein, liebe und akzeptiere ich mich voll und ganz.“ (oder etwas Ähnliches).

Wenn Sie das Gefühl haben, eine dieser beiden Blockaden trifft auf Sie zu, versuchen Sie, meine Klopfvorschläge ein paar Monate lang durchzuziehen. Und bevor Sie jetzt entsetzt sind über den langen Zeitraum: geben Sie sich selbst eine Chance und probieren Sie es aus. Ich kann Ihnen vorab schon sagen, dass man es meistens nicht alle 1–2 Stunden schafft. Probieren Sie es trotzdem aus. Selbst wenn Sie es nur 3 Mal am Tag machen, ist es schon gut und wirkt es, aber natürlich braucht es dafür einen längeren Zeitraum …

Tiefsitzende PU

Manchmal hat man das Gefühl, man kann ein Problem grundsätzlich nicht lösen. Diesem Problem könnte man so auf den Leib rücken, dass man vor jedem Klopfdurchgang den Punkt unter der Nase beklopft und dabei 3 Mal den Satz sagt „Auch wenn ich xy nicht lösen kann, liebe und akzeptiere ich mich voll und ganz.“

Problemspezifische Selbstwert PU

Zuguterletzt gibt es noch als letzte Kombination die problemspezifische Selbstwert PU, wenn Sie nämlich das Gefühl haben, dass Sie es nicht verdienen, ein Problem grundsätzlich zu lösen.

Diesem können Sie begegnen, indem Sie vor dem normalen Klopfen den Punkt unter der Nase klopfen und dabei 3 x den Satz sagen „Auch wenn ich es nicht verdiene, xy zu lösen, liebe und akzpetiere ich mich voll und ganz.“

Ich hoffe, ich konnte das Konzept der PUs, bzw. Heilblockaden etwas verständlicher machen. Eine PU aufzulösen, bedeutet nicht, dass man das ursprüngliche Problem damit auflöst, sondern, dass man sozusagen HIndernisse aus dem Weg räumt, die die Auflösung des Problems behindern.

Haben Sie schon Erfahrungen gemacht mit Heilblockaden oder mit der Arbeit mit PUs? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

Bildnachweis: Privat

Wie Glauben Berge versetzt – oder Wohnungen herbeischafft

Wie Glauben Berge versetzt – oder Wohnungen herbeischafft

Nach so viel Gesundheitsthemen in den letzten Wochen erzähle ich diese Woche gerne einmal wieder etwas Privates, über eine ausgesprochen gute Erfahrung, die ich mit mir selbst gemacht habe.

Wenn Sie diesem Blog schon längere Zeit folgen, können Sie sich vielleicht noch daran erinnern, dass ich erst letztes Jahr im Oktober in eine neue Wohnung am Waldrand gezogen bin, in der ich mich sehr wohl fühlte und aus der ich auch nicht so schnell wieder weg wollte. Nun, das Leben hatte offenbar anderes mit mir vor …

im September bekam ich eine Kündigung wegen Eigenbedarf

Verrückterweise kam es nicht ganz und gar überraschend für mich, denn einige Wochen zuvor hatte ich ein paar Tage lang das ganz intensive Gefühl „Ich werde hier nicht mehr lange sein“, was ich aber beiseite geschoben habe, als völlig irrationale Panikgefühle. Dazu muss ich noch sagen, dass meine Vermieterin beim Einzug gesagt hatte, ich bräuchte mir keine Sorgen zu machen, dass jemals eine Kündigung wegen Eigenbedarf käme – was natürlich dazu führte, dass mir immer klar war, dass es einmal so kommen könnte. Und so war es dann ja auch …

Die Nacht nach dieser Ankündigung konnte ich kaum schlafen

Ich fühlte mich hochgradig bedroht und hatte einen Megastress. Es geht mir so gut in der Nähe des Waldes, hier ist ein absoluter Sehnsuchtsort für mich. Trotzdem habe ich schon in dieser Nacht begonnen, die ganze Situation aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Ganz automatisch habe ich mit allen Dingen beschäftigt, die mir an der Wohnung nicht gefallen. Vor allen Dingen die winzige Küche, die wohl eher für einen 2-m großen Telekom-Manager gedacht ist, der kaum jemals etwas kocht, war von Anfang an eine echte Herausforderung für mich … aber es gab noch allerhand Anderes. Kurz und gut, am nächsten Morgen

war ich bereit für etwas Neues

Zum Glück bin ich unglaublich flexibel 😉 Meine Vermieterin hatte mir übrigens eine andere Wohnung angeboten, die für ihre Tochter nicht passte, die jedoch in einem anderen Stadtteil liegt (genau genommen, in dem Staddteil, von dem aus ich an den Wald gezogen bin und in den ich partout nicht zurückwollte), die aber noch nicht bezugsfertig war. So hatte ich vielleicht einen Monat Zeit, etwas Neues zu finden. Ich habe keine Ahnung, wieviel Wohnungssuchende auf eine Wohnung kommen in Bonn, aber die Wohnungssituation war hier schon immer sehr angespannt, wegen der vielen Studenten. Der Flüchtlingszuzug hat die Lage natürlich noch weiter verschärft. Zunächst verfiel ich in Apathie. Zwar studierte ich Wohnungsangebote im Internet, aber die Preise verursachten mir eher Schnappatmung und aus dem letzten Jahr hatte ich noch sehr gut in Erinnung, wie beliebt Selbstständige bei Vermietern sind … Dazu kam noch, dass meine „alte“ Wohnung im vergangenen Jahr durch den hochwertigen Standard selbst für die Verhältnisse meiner Stadt (die schon immer mit die höchsten Mieten in Deutschland hat) deutlich über dem Durchschnitt lag. Mittlerweile aber sind die Mieten so angestiegen, dass der Preis jetzt normal ist, aber ohne den gehobenen Standard …

Bis eine Freundin mir ein günstiges Wohnungsangebot schickte in der Gegend, in der ich gerne wohnen wollte, das ich einfach nicht ignorieren konnte und auf das ich mich kurzerhand bewarb. Zu diesem Zeitpunkt fühlte ich mich trotzdem immer noch sehr bedroht und war schon halb entschlossen, diese Wohnung unbedingt zu nehmen, wenn sie nur halbwegs in Frage käme … Das Leben hat mich aber eines anderen belehrt. Im Augenblick wohne ich zwar in einer 1-Zimmer-Wohnung, diese besteht jedoch aus einem sehr großen Zimmer. Es ist ja immer ein wenig schwierig bei Besichtigungen, viel zu viele Menschen schieben sich durch Räume, man hat nicht wirklichZeit, den Ort zu erspüren. Ich nehme mir das immer wieder vor, aber scheitere in der konkreten Besichtigungssitution immer wieder. Ich habe keine Ahnung, ob meine Hochsensibilität in diesen Augenblicken eher hinderlich ist oder nützlich. Nach meinen jüngsten Erfahrungen würde ich aber eher sagen: nützlich.

Die nun zu besichtigende Wohnung verursachte mir nämlich irgendwie Beklemmungen, ohne dass ich hätte genau sagen können warum. Sie hatte den von mir gewünschten traumhaften Blick auf den Wald, eine wunderbare Küche, in der ich hätte schön kochen können, einen Parkettboden, aber Teppichboden im Schlafzimmer und die Hälfte der Badewanne wurde von einer riesigen Gastherme eingenommen, das ging gar nicht, ich konnte das Badezimmer gar nicht betreten und prallte schon bei Anblick dieses Monstrums zurück. Meine Vorsätze zerstoben wie Sand im Wind. Natürlich gab es auch jede Menge Mitbewerber (viel zu viel für den vorhandenen Raum), von denen sich einer hartnäckig an die Fersen der Vermieterin geheftet hatte. Ich hätte diese Wohnung vielleicht bekommen können (mit einer Eigenbedarfkündigung hat man vielleicht so etwas wie einen Mitleidsbonus), aber letzten Endes habe ich nicht einmal meine Unterlagen eingereicht, wegen dieses Beklemmungsgefühls. Mir wurde klar, dass – Notlage hin, Notlage her – ich nur einen Ort auswählen kann, an dem ich mich wirklich richtig wohlfühle. Vielleicht ist das ein bisschen albern oder banal, aber so ein Umzug kostet jede Menge Energie, von der ich immer noch viel zu wenig habe. Diese Besichtigung hatte aber zumindest den Effekt, dass ich aus meiner Lethargie erwachte und mir zwei weitere Wohnungen ansah. In einer davon (palastuöse 3 Zimmer mit Wohnküche) spürte ich ein Gefühl von Entfaltung im Brustraum, in der dritten wieder Beklemmungen in der Herzgegend.

In der Zwischenzeit quälte ich mich mit Fragen wie

„Soll ich nicht doch nach X ziehen?“ „Nochmal diesen Wohnungsuchstress stehe ich nicht durch!“ „Und wenn ich einfach hier bleibe – selbst wenn ich vorübergehend keine eigene Wohnung habe?“ Auf keine dieser Fragen hatte ich eine Antwort. Eines Tages fiel mir beim Aufräumen „Das kleine Buch der Antworten“ in die Hände. Also stellte ich die Frage: „Soll ich nach x ziehen?“ Die Antwort des Buches „Das wäre ein Kompromiss.“ Natürlich habe ich sehr geschmunzelt. Ich habe dem Buch eine weitere Frage gestellt: „Soll ich hier am Wald bleiben?“ Die Antwort des Buches hat gelautet „Das gibt dir Kraft.“ Genau das war die Antwort, die ich gebraucht hatte.

Die Nähe zum Wald gibt mir Kraft

wie nichts sonst. Und ich würde nicht wegziehen, bloß weil woanders eine Wohnung verfügbar wäre. Außerdem würde dann jemand anderer über mein Leben bestimmen. Das wollte ich nicht. Lieber würde ich ein paar Wochen bei einer Freundin unterkriechen.

Ich war also felsenfest entschlossen

in dieser Ecke meiner Stadt zu bleiben. Am darauffolgenden Wochenende war ich auf einem auf einem Stadtteilfest und habe etwas gemacht, was ich immer schon mal machen wollte: Ich habe mir aus der Hand lesen lassen. Das war echt ziemlich krass, weil die Handleserin zu mir sagte, sie sehe einen Umzug in den nächsten 1–2 Jahren. „Oh“, habe ich etwas überrascht gesagt, „Der steht unmittelbar bevor“. Sie studierte dann eingehend meine Hand und sagte, „Es gibt keine Probleme“ und noch „Sie kommen an einen guten Ort“, und das hat mich darin bestärkt, dass alles gut ist und ich alles daran setzen sollte, hier zu bleiben.

Ein paar Tage später bekomme ich eine E-Mail

des Immobilienmaklers der einzigen Wohnung, die mir wirklich gefallen hat. (Zwar nicht direkt am Waldrand, dafür aber mit Blick auf den Wald und viel viel Himmel …) Der Hausverwalter möchte mich kennenlernen … ein paar Tage später habe ich meinen neuen Mietvertrag unterschrieben

und dem Himmel gedankt.

Es kann also doch ganz leicht gehen, selbst wenn die äußeren Umstände dagegen sprechen zu scheinen. Und ich glaube, dass mir zwei „Dinge“ dabei besonders geholfen haben: Ich hatte keine Angst (z. B. auf der Straße zu landen) und ich war felsenfest entschlossen, in dieser Ecke meiner Stadt zu bleiben. Komme, was wolle …

Haben Sie auch schon einmal etwas erreicht durch schieren Willen? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare. 

 Herzliche Grüße,

Ihre Monika Richrath 

Bildnachweise: Pixabay

Wie ich meine Hochsensibilität entdeckt habe

Wie ich meine Hochsensibilität entdeckt habe

Die Tage ist mir im Netz ein Test über den Weg gelaufen, der für meinen eigenen Weg eine Schlüsselrolle gespielt hat.

Ich glaube, ich habe noch nie erzählt, wie ich eigentlich herausgefudnen habe, dass ich hochsensibel bin. Dies ist eine gute Gelegenheit, es nachzuholen.

In der zweiten Hälfter der 1990er war ich schon unterwegs in Richtung meines mittlerweile 3. Burnouts und habe versucht, so viel wie möglich über mich herauszufinden.

Eines Tages stieß ich im Internet auf eine englischsprachige Seite, die Keirsey.com heißt, auf der man einen Persönlichkeitstest machen konnte (damals unentgeltlich).

Bei diesem Test geht es um

vier verschiedene Temperament-Grundtypen:

Artisan, Guardian,  Idealist, Rational. Diese lassen sich auch wieder jeweils in 4  verschiedene Grundtypen unterteilen, die jeweils mit einem Kürzel bezeichnet werden:

Artisan: Promoter (ESTP), Performer (ESFP), Crafter (ISTP), Composer (ISFP)

Guardian: Supervisor (ESTJ), Provider (ESFJ), Inspector (ISTJ), Protector (ISFJ)

Idealist: Teacher (ENFJ), Champion (ENFP), Counselor (INFJ), Healer (INFP)

Rational: Fieldmarshal (ENTJ), Inventor (ENTP), Mastermind (INTJ), Architect (INTP).

Ich denke, dass ich so gerne Persönlichkeitstest machte, war auch der Tatsache geschuldet, dass ich keine richtige Vorstellung davon hatte, wer ich eigentlich war und von mir  selbst ohnehin nur ein sehr verzerrtes Bild hatte, weil ich meine vermeintlichen schlechten Eigenschaften überdeutlich wahrnahm, mir meiner positiven Qualitäten aber in keinster Weise bewusst war.

Ich habe also diesen Test gemacht und mein Testergebnis war:

Idealist Healer

Dort stand damals auch, dass nur 1 % aller Menschen zu diesem Typ gehören. Ich war wie vom Donner gerührt. Audrey Hepburn (mit der ich mich Zeit meines Lebens irgendwie verwandt gefühlt habe) sollte übrigens auch eine idealistische Heilerin sein.

Nur 1 %

Das erklärte alles. Das erklärte, warum ich mich so anders fühlte als alle anderen. Ich WAR anders. Es lag nicht daran, dass ich irgendwie unfähig war, mit anderen zurecht zu kommen (obwohl das ja auch eine sehr lange Zeit in meinem Leben tatsächlich so war), oder dass ich mir etwas einbildete, es war tatsächlich so.

Eine zentnerschwere Last fiel von meinen Schultern

Die Last meines eigenen Selbsts, die Last meines bisherigen Lebens. Ich hatte die Erklärung für mich selbst gefunden. Und ich SOLLTE wohl so sein, ich war offenbar so gedacht, das heißt, das meine bisherigen Erfahrungen, so bitter sie vielleicht gewesen waren, einen Sinn hatten (auch wenn ich ihn vielleicht erst einmal nicht erkennen konnte).

Falls ich jemals in die Verlegenheit kommen sollte, mein Leben auf fünf Schlüsselmomente reduzieren zu müssen, dann wäre dies mit Sicherheit einer. Denn dies war der Moment, in dem ich begann, Vertrauen zu fassen. Vertrauen in mich selbst, in die Welt und ja, auch ins Universum. Es war ja sozusagen alles gut.

Wenn Sie mögen schauen Sie sich die Seite mal an, ich weiß nicht, ob es die englische Sprache ist, aber jedes Mal, wenn ich lese, was dort über den Idealist Healer steht, werde ich total gerührt …

Da der Text ja auf englisch war, habe ich noch weiter nach dem Test in deutsch gesucht und habe diesen Test auch gefunden. Dort bekam ich sogar noch die Abkürzung INFP mit auf den Weg. Damit habe ich dann weiter gegoogelt und bin ganz schnell irgendwo in einem Forum gelandet (von denen es damals noch viele gab). Dort tauchte dann ganz schnell

der Begriff „hochsensibel“

auf.  Ach?  Diese Bezeichnung war mir vollkommen neu, aber natürlich sofort einsichtig. Dort wurde das Buch von Elaine Aron erwähnt, das damals das einzige erhältliche Buch zum Thema war. Ich habe es mir sofort bestellt, mich innerhalb von zwei Tagen hindurchgefräst. Aber dann

war es das leider für die nächsten Jahre.

Obwohl ich mich zu 100 % erkannte und endlich gesehen fühlte, fing ich zunächst einmal gar nichts mit diesem Wissen an. Es war mir damals nicht klar, dass

Erkennen ein wichtiger Schritt

ist, aber eben nur ein winzigkleiner Schritt im Vergleich zu den vielen Schritten, die die Integration und Umsetzung in das eigene Leben mit sich bringt. So hat es alles in allem noch ein paar Jahre gedauert, bis ich bereit war, mein Leben meiner Hochsensibilität anzupassen und nicht umgekehrt. Heute weiß ich

die Umsetzung ist ein lebenslanger Prozess

der nie aufhört, aber manche Schritte sind eben größer und wichtiger als andere. Das Klopfen hat mir dabei wirklich sehr geholfen, weil ich so zu mir selbst gekommen bin, und begonnen habe, mich selbst wichtig zu nehmen meine eigenen Bedürfnisse nicht mehr in den Hintergrund zu stellen, sondern mich vielmehr von ihnen leiten lasse.

Wie haben Sie herausgefunden, dass Sie hochsensibel sind? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

P.S. Der Test beruht übrigens auf Persönlichkeitstypen, die C.G. Jung entwickelt hat und dann von Isabel Briggs Myers/Katharine Cook Briggs zum Myers-Briggs Typenindikator und David Keirsey zum Keirsey Temperament Sorter weiterentwickelt wurden.

Ich mache diesen Test immer wieder mal ganz gerne zwischendurch und bin mittlerweile nicht mehr so auf die „Heilerin“ festgelegt, sondern finde mich gelegentlich auch in der „Beraterin“ wieder. Das passt ja auch gut 🙂

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So vermeiden Sie als HSP Überforderung in der Selbstständigkeit – 9 Tipps

So vermeiden Sie als HSP Überforderung in der Selbstständigkeit – 9 Tipps

Ich habe es schon oft geschrieben – und werde es vermutlich viele, viele weitere Male schreiben – dass für viele hochsensible Menschen die berufliche Selbstständigkeit der einzige Weg ist, um überhaupt am Berufsleben partizipieren zu können.

Allerdings ist es mit der Entscheidung zur Selbstständigkeit nicht getan, ganz im Gegenteil. Damit die Selbstständigkeit von Anfang an ein Sprungbrett und nicht zur Falle gerät, gibt es einiges zu beachten. Hier habe ich 9 Tipps für Sie, wie das gelingen kann.

1. Sorgen Sie für Ihre finanzielle Sicherheit

Dies ist ein äußerst essentieller Punkt. Hochsensibilität hat ja immer zu tun mit einem erhöhten Stressaufkommen und vor allen Dingen Geldstress hat man in der Selbstständigkeit meistens – zumindest am Anfang – reichlich. Zumindest wenn man alleinstehend ist oder ausschließlich für den eigenen Unterhalt aufkommt (und vielleicht noch für den von Kindern).

Es dauert seine Zeit, eine erfolgreiche berufliche Selbstständigkeit aufzubauen. Es ist daher absolut sinnvoll, sich mehrgleisig aufzustellen und mehrere Einkommensquellen zu haben. Dabei muss es sich nicht unbedingt um ein festes Gehalt handeln. Es könnten z. B. ein oder mehrere Nebenjobs sein, der Verkauf von Waren, Affiliate-Provisionen oder auch der vorübergehende Bezug von Leistungen des Jobcenters. Im Internet gibt es zahlreiche Plattformen wie freelancer.com, upwork usw., auf denen man online Jobs finden kann, die man für Menschen irgendwo auf der Welt bei sich zuhause erledigt (nein, ich spreche nicht von Heimarbeit). Das ist äußerst praktisch, wenn auch nicht immer gut bezahlt, aber eine tolle Möglichkeit, Einkommen zu generieren.

Unter Selbstständigen geht die Weisheit um, dass man erst nach 5 Jahren weiß, ob das Business funktioniert. Ich kann das aus eigener Erfahrung bestätigen. Man kann den Zeitraum möglicherweise abkürzen und das bringt mich gleich zu Punkt

2. Suchen Sie sich von Anfang an Unterstützung

Dies ist ein Fehler, den ich gemacht habe und es war ein wirklich schwerwiegender Fehler. Hätte ich nicht erst im dritten Jahr in ein wirkungsvolles Coaching investiert, wäre es vielleicht schneller gegangen. Aber auch nur vielleicht. Denn Sie benötigen Zeit für Ihr inneres Wachstum, das Emporwachsen und Sichtbarwerden. Das Sich-Sichtbar-Machen ist für viele Hochsensible nicht einfach. Ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass sich dieser Prozess wirklich beschleunigen lässt. Es ist ja nicht nur so, dass Sie einfach etwas tun, sondern eher etwas, was Sie sind oder etwas, was Sie werden. Vor allem, wenn Ihr Herzblut in Ihrem Geschäft steckt, wovon ich jetzt einfach mal ausgehe.

Aber ich bin abgeschweift. Sie brauchen Unterstützung von Anfang an und zwar von einer Person, die sich auskennt in Ihrem Bereich.

Ich habe mich zu Beginn meiner Selbstständigkeit auf ein KfW-Coaching verlassen, weil ich das bekommen konnte. Das war zum großen Teil rausgeschmissenes Geld, weil die Coaches nur auf gewerbliche Selbstständigkeit fokussiert waren und vor allen Dingen nicht an meine „Geschäftsidee“ glaubten und von meiner Zielgruppe „hochsensible Menschen“ hielten sie schon gar nichts. Rückblickend kann ich sagen, dass mir das teilweise sogar eher geschadet hat. Außerdem hatten sie null Ahnung vom Internetmarketing …

Lassen Sie sich daher von Anfang an coachen (und achten Sie auch möglichst darauf, dass Ihr Coach Ihre Präferenzen bedienen kann (wenn Sie sich zum Beispiel möglichst wenig im internet aufhalten wollen, brauchen Sie jemanden, der sich darauf spezialisiert hat). Das ist supergut angelegtes Geld, das Sie vielfach zurückbekommen.

3. Arbeiten Sie an Ihren Glaubenssätzen

Am besten von Anfang an und nicht erst dann, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist und die Klienten ausbleiben. Selbstsabotage ist ziemlich weit verbreitet unter den Menschen. Als SelbstständigeR schadet man sich damit enorm. Kürzlich habe ich zwei Audidateien zum Löschen von selbstsabotierenden Glaubenssätzen erstellt (eine Trance-Reisen-Version und eine Klopfversion), in denen es darum geht, von den Eltern und anderen übernommenen (oder auch selbstgestrickte) Selbstsabotageprogramm zu löschen und sie durch erfolgsbejahende Glaubenssätze zu den Themen Erfolg, Wohlstand, Selbsttausdruck und Selbstermächtigung zu ersetzen. Wenn Sie die Klopfakupressur einmal ausprobieren möchten, haben Sie hier die Möglichkeit, kostenlos die Basics zu lernen.

4. Trennen Sie Arbeit und Freizeit strikt voneinander

Sorgen Sie z. B. dafür, dass der Computer nach Möglichkeit nicht im Schlafzimmer steht (falls doch, sollte er vom Bett aus nicht zu sehen sein!). Ein eigenes Arbeitszimmer wäre natürlich ideal.

Schaffen Sie sich explizite Freizeitklamotten für Zuhause an, die Sie nie draußen anziehen würden. Ich ziehe mir nach der Erledigung meiner Tagesarbeit z. B. immer einen bestimmten Pullover und eine bestimmte kuschelige Hose an, um mir selbst zu zeigen, dass jetzt Feierabend angesagt ist.

5. Setzen Sie sich niemals (wirklich niemals!) in diesen Freizeitklamotten oder im Schlafanzug an den Computer

Respektieren Sie die eigenen von Ihnen gesetzten Zeiten. Seien Sie sich selbst ein guter Arbeitgeber (oder eine gute Arbeitgeberin)!

6. Legen Sie ein Ende Ihres Arbeitstages fest

und halten Sie sich daran – ebenso wie an das Wochenende. Ihre Kraft und Ihre Energie sind Ihr kostbarstes Gut. Sie sollten sie auch so behandeln, indem Sie dafür sorgen, dass Ihnen ausreichend Regenerationszeit zur Verfügung steht.

7. Reservieren Sie feste Tage für eigene Belange

An diesen Tagen können Sie Dinge erledigen wie Arztbesuche oder Behördengänge, aber Sie haben damit auch einen Zeitraum zur Verfügung, um Ihre Selbstständigkeit voranzutreiben. Das ist Zeit, in der Ihre Kreativität zum Zuge kommt, Sie sich neue Dinge überlegen können, Aktionspläne erstellen usw. Diese Dinge fallen im normalen Alltagsgeschäft nämlich schnell unter den Tisch. Das sorgt für sehr viel Stress. Das muss nicht sein. Und vor allen Dingen: verteidigen Sie diese Zeit mit Zähnen und Klauen. Diese Zeit ist tendenziell immer sehr bedroht, weil man nur allzu schnell bereit ist, sie für Klienten zu opfern. Ich halte das für einen Fehler und betrachte diese Zeit mittlerweile als ebenso wichtig wie die Zeit für Klienten.

8. Sorgen Sie für ausreichende Bewegung

In der Regel sitzt man als SelbstständigeR sehr, sehr viel am Schreibtisch, oft auch noch ziemlich angespannt. Sorgen Sie für viele Pausen: eine alle 1,5 Stunden (wie in der Schule). Denken Sie daran, dass Sie dies in Ihrem letzten Job gebraucht hätten und nicht bekommen haben. Jetzt sind Sie in der Lage, es sich selbst zu geben 😉 Machen Sie Gymnastik, gehen Sie laufen, schwimmen, was auch immer. Bewegen Sie sich möglichst viel. Das hilft Stress abzubauen.

9. Nehmen Sie sich ab und zu einfach mal frei!

Ich finde es unschlagbar, ab und zu einfach mal herumbummeln zu können, während die meisten anderen Menschen arbeiten müssen. Dann liebe ich meine Selbstständigkeit am meisten und fühle mich wie ein Glückspilz. Ein unschlagbares Gefühl!

Was hat sich für Sie als unverzichtbarer Faktor gegen Überforderung in der Selbstständigkeit erwiesen? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

Bildnachweise: Pixabay

Was Überforderung mit Bindungserfahrungen zu tun hat

Was Überforderung mit Bindungserfahrungen zu tun hat

In der letzten Zeit bin ich einer überwältigenden Fülle von aufregenden Informationen begegnet, die ich hoffentlich so nach und nach auf diesem Blog aufbereiten und Ihnen zur Verfügung stellen kann.

Sehr spannend ist zum Beispiel der Zusammhang zwischen erlebten

Bindungserfahrungen in der Familie

und einer als grundsätzlich und absolut erlebten Überforderung. Es stellt sich natürlich die Frage, inwieweit dies mit der eigenen Hochsensibilität zusammenhängt, oder ob sie vielleicht durch den permanenten Stress verstärkt wird? Mir scheint, dass dies einer der wichtigsten Artikel ist, die ich seit dem Bestehen meines Blogs überhaupt geschrieben habe.

Wie ein Schwamm

Vielleicht haben Sie schon einmal gehört, dass das, was wir in den ersten Lebensjahren erleben, prägend ist für unser ganzes späteres Leben. Im Alter von zwei bis sechs Jahren befindet sich das kindliche Gehirn im Delta- und Thetazustand. Zum Vergleich: Wenn wir meditieren oder tiefenentspannt sind, befindet sich unser Gehirn bei 3–8 Hz im Thetazustand, der Deltazustand tritt bei 0,4–3 Hz bei Bewusstseinszuständen wie Tiefschlaf, Tiefenhypnose oder Trance auf. Leichte Entspannung entspricht hingegen dem Alpha-Bereich von 8–12 Hz. Unser ganz normales Alltagsbewusstsein hingegen bewegt sich im Beta-Zustand bei einer Frequenz von 13–21 Hz. Bei erhöhter Alarmbereitschaft verändert sich die Frequenz noch weiter in einen Bereich von 21–38 Hz.

Bei den Delta- und Thetazuständen des Gehirns handelt es sich um sog.

hypnogogische Trancezustände.

In diesen Zuständen wird alles, was das Kind wahrnimmt und erfährt, ohne Bewertung im Unterbewusstsein  (was eigentlich ein Unbewusstsein ist) abgespeichert. Hypnotherapeuten rufen diese Gehirnzustände in der Hypnose hervor, um neue Verhaltensweisen im Unterbewusstsein ihrer Klienten zu verankern.

Allerdings beginnt das Kind erst im Alter von sieben Jahren ein analytisches Bewusstsein für sich selbst zu entwickeln. Für das Kind ist daher erst einmal

alles wahr und richtig, was es hört und sieht.

Und es kann gar nicht anders, als alles, was es erlebt, in einen direkten Zusammenhang mit sich selbst zu setzen, weil ihm die Voraussetzungen dafür fehlen, etwas kritisch zu prüfen und es dann vielleicht zu verwerfen. Natürlich wird immer auch versucht, das Erlebte in einen Kontext einzuordnen, z. B., ich bin schuld, weil der Vater oder die Mutter sich ärgern oder weil ich nicht genüge, ist der Vater oder die Mutter vielleicht weggegangen. Sie sehen es schon:

So entstehen Glaubenssätze, die unser ganzes Leben blockieren

Ist dieser Glaubenssatz erst einmal entstanden, werden wir immer wieder neue Erfahrungen anziehen, die diesen Glaubenssatz zu bestätigen scheinen. Und jede neue Erfahrung sorgt dafür, dass sich das Erlebte wahr anfühlt.

Die meisten Glaubenssätze entstehen natürlich im Zusammenhang mit dem, was wir in unseren ersten Lebensjahren erfahren – meistens in der Familie.

Angeblich sollen 50% aller Menschen in Deutschland

in sicheren Bindungsmustern aufwachsen,

das bedeutet, dass sie sich als Kinder in der Famillie  sicher und geborgen fühlen. Natürlich gibt es auch mal Streit, das kann ja gar nicht ausbleiben. Aber im Prinzip dürfen sie Kind sein und die Eltern sind die Erwachsenen.

Seinerzeit war es die einzige offizielle Zahl, die ich finden konnte. Ehrlich gesagt halte ich sie für utopisch, aber das macht im Augenblick nichts. Gehen wir also davon aus, dass im Umkehrschluss die übrigen 50% aller Menschen in Deutschland in Familien aufwachsen, in denen sie sich einfach nicht sicher fühlen. (Wenn Sie mehr über die verschiedenen Bindungsmuster erfahren wollen, lege ich Ihnen diesen Artikel ans Herz).

Sicherheit ist eine der grundlegendsten Erfahrungen unseres Lebens

oder eben das Fehlen derselben.

Alles beginnt mit der Überforderung unserer Eltern (Wir könnten den Faden natürlich noch weiterspinnen zu den Großeltern und Ur-Großeltern, aber das führt jetzt einfach zu weit). Gehen wir einfach davon aus,

dass unsere Eltern überfordert sind

mit der eigenen Lebenssituation. Das kann viele Ursachen haben, z. B. traumatische Kriegserfahrungen, Bindungsschwierigkeiten, Krankheiten, fehlendes Bewusstsein für die eigenen Bedürfnisse usw. Vielleicht waren die Eltern noch gar nicht bereit für eine feste Bindung, haben dann aufgrund einer ungewollten Schwangerschaft doch geheiratet, und noch weitere Kinder bekommen, ohne jemals das ganze Konstrukt zu hinterfragen. Dies ist

eine denkbar ungünstige Ausgangssituation.

Es kann natürlich auch sein, dass die Hochsensibilität eines Elternteils das Famillienleben beeinflusst, so dass sich vielleicht ein Elternteil zum inneren Rückzug entschließt, während ein anderer Elternteil die Situation durch aggressives Verhalten zu verändern versucht . Vielleicht werden die Eltern es einander übelnehmen, einander  „in die Falle gegangen zu sein“ und nun hier festzusitzen, ohne dies je gewollt zu haben. Vielleicht werden die Eltern häufig miteinander streiten, innerlich zueinander auf Abstand gehen, das Kind instrumentalisieren und missbrauchen als Verbündeten im Kampf gegen den jeweiligen anderen Ehepartner.

Für das Kind ist Sicherheit überlebenswichtig

Fehlende Sicherheit kann zum Beispiel bedeuten

  • das eigene Zuhause wie einen Minenfeld zu erleben (man weiß nie, wann die nächste Mine hochgeht)
  • das Verhalten der Erwachsenen ist vollkommen unverständlich
  • sich nicht geliebt und umsorgt zu fühlen
  • in Armut aufzuwachsen
  • die Eltern oder ein Elternteil ist krank
  • Fehlende Unterstützung und Zuspruch
  • sich selbst als vollkommen unwichtig zu erleben
  • Gewalt in der Familie
  • sexueller Missbrauch und Übergriffe

Es gibt also keine Beständigkeit. In dem einen Augenblick ist etwas so, aber es kann im nächsten Augenblick wieder ganz anders sein. Das Kind verliert das Bewusstsein für eine Art von Kontinuität. Das Leben besteht immer nur aus Augenblicken.

Das Kind wird versuchen, dafür zu sorgen, dass

seine eigene Sicherheit

wieder hergestellt wird. Entweder aus eigenem Antrieb, weil das eigene Überleben von der Sicherheit abhängt, oder auch, wenn es einen gefühlten Auftrag von den Eltern oder einem Elternteil erhält, ohne dass dieser jemals wirklich ausgesprochen werden muss. Es wird versuchen, es für seine Eltern wieder gut zu machen, z. B. indem es sich um einen Elternteil besonders kümmert. Es kann dann aber auch wieder erleben, dass die Eltern sich gegeneinander verbünden, zu einem Zeitpunkt, an dem es vielleicht gar nicht damit rechnet.

Aber da es ein Kind ist, ist es naturgemäß immer

mit dieser Aufgabe überfordert.

Was immer es auch tut, es wird nicht das richtige sein. (Es gibt natürlich leider auch Erwachsene, die so perfide sind, ihren Kindern diese Schuld zu suggerieren.) So entsteht ein Gefühl tiefer Schuld und tiefen Versagens, das grundsätzliche Gefühl nicht gut genug zu sein. Eine andere Strategie, die Kinder dann entwickeln können ist

am besten nicht aufzufallen

keine Wünsche zu äußern und keine Bedürfnisse anzumelden, am besten den Eindruck zu erwecken, nicht da zu sein, weil man so den Eltern am besten hilft. Sie ahnen es schon:

das Kind lernt so, dass es nicht wichtig ist,

dass seine Bedürfnisse nicht wichtig sind und das eigene Leben für die Eltern keine Relevanz hat, vor allen Dingen keine positive. Sie ahnen sicherlich schon, worauf es hinausläuft: ein Kind, dass in einem solchen Rahmen aufwächst, kann gar keine Selbstliebe und Selbstachtung entwickeln, denn von den Eltern bekommt es immer nur die eigene Unwichtigkeit gespiegelt.

Insgesamt erlebt sich das Kind als ohnmächtig, was sehr viel Stress auslöst und auch dazu führt, dass es keine Positivität und keine Freude entwickeln kann. Das ganze Leben bleibt grau in grau.

Diese Erfahrungen tragen wir bis in unser Erwachsenenleben hinein

Sie bestimmen fast unser gesamtes Handeln. Mittlerweile geht man ja davon aus, dass unser Gehirn zu 95% automatisch arbeitet, also von diesen Erfahrungen geleitet wird. Dies bedeutet, dass als Erwachsene das Erleben immer von dieser grundsätzlichen Überforderung bestimmt wird, einer Mischung aus der fehlenden Möglichkeit, sich zu entspannen, einer übergroßen Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen (möglicherweise geboren aus der ewig bestehenden Schuld, die man abzutragen versucht), einem fehlenden Bewusstsein für die eigenen Bedürfnisse sowie das Fehlen von positiven Gefühlen gegenüber dem eigenen Selbst (wie Selbstliebe, Selbstachtung, das Erkennen des eigenen Wertes).

Diese Erfahrungen tragen wir auch in unsere Beziehungen hinein,

denn sie sorgen dafür, dass wir Beziehungen grundsätzlich misstrauisch gegenüberstehen, weil wir die Erfahrungen eines positiven Gehaltens- und Unterstütztwerdens überhaupt nicht kennen. Sie sorgen dafür, dass wir die Dinge mit uns selbst abmachen, anstatt mit unseren PartnerInnen zu sprechen und sie sorgen vor allen Dingen dafür, dass wir in Beziehungen

keine Sicherheit erleben.

Vielleicht suchen wir uns PartnerInnen aus, mit denen das gar nicht möglich ist, mit denen sich die Erfahrungen unserer Kindheit eher wiederholen statt sie zu verändern, d. h., die Wahrscheinlichkeit, dass wir PartnerInnen wählen, die ihrerseits fehlende Sicherheitserfahrungen in der Kindheit gemacht haben, ist ziemlich hoch.

Dazu kommt noch, dass letzen Endes es dabei ja immer auch um die

Bindung zu sich selbst geht, die durch diese Bindungserfahrungen leidet.

Und wenn die Bindung zu oder an sich selbst fehlt, funktionieren ganz viele Dinge nicht so, wie sie sollten. Gerade solche Themen wie beruflicher und finanzieller Erfolg und Wohlstand – Sicherheitsthemen erster Klasse – leiden unglaublich darunter. Denn wie soll man erfolgreich sein, wenn man das Gefühl hat, dass man dies nicht verdient … oder glaubt nicht gut genug zu sein …

Die große Frage ist:

Wie können Sie das ändern?

Ich bin selbst so aufgewachsen und habe mir diese Frage natürlich auch gestellt. Denn mir ist so nach und nach gedämmert, dass ganz viele Dinge, die in meinem Leben nicht richtig laufen, eben mit diesen selbstsabotierenden Glaubenssätzen zu tun haben. Dazu kam noch, dass ich ein Interview mit Bruce Lipton gesehen habe, der von einem eigenen Augenblick der Selbsterkenntnis sprach, in dem er zu dem Schluss kam, dass er seine eigenen Glaubenssätze erst einmal löschen müsse. Tolle Idee fand ich. Denn mir war selbst schon klar:

auch Wohlstand hängt mit Bindungserfahrungen zusammen.

Gesagt, getan. Ich habe also eine Trancereise aufgenommen, in der es um die Löschung von alten Glaubenssätzen geht, die man von anderen übernommen hat, Glaubenssätze, die den Erfolg, das berufliche Fortkommen und Wohlstand behindern und sie durch Glaubenssätze ersetzt, die Selbstliebe, Selbstausdruck und Selbstwert steigern.  Vom Ergebnis bin ich so begeistert, dass ich mich dazu entschieden habe, sie für kleines Geld zum Verkauf anzubieten. Diese Trancereise sollten Sie mindestens 100 Tage täglich 1–2 Mal hören.

Ich bin sehr gespannt, welche Erfahrungen Sie damit machen. Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

de_DEDeutsch