So schön ist unverpackt einkaufen

So schön ist unverpackt einkaufen

Ich möchte heute mal über etwas schreiben, was vordergründig nichts mit Hochsensibilität und Überforderung zu tun hat, aber doch in weiterem Sinne mit dem Thema Überforderung.

Was hast du bei der Flutkatastrophe vor einem halben Jahr empfunden? Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass dieses Ereignis ohne Auswirkung auf jemanden geblieben sein könnte, egal, wie groß der Grad an persönlicher Betroffenheit sein mag. Schließlich wurde unser aller Gefühl für Sicherheit in den Grundfesten erschüttert. In meinem Inneren hat das noch sehr weite Kreise gezogen. Mir haben sich

besonders die Müllberge ins Gedächtnis gebrannt.

So viel Müll!

Ich muss vorausschicken, dass ich schon seit ein paar Jahren mit dem Thema „Zero Waste“ herumeiere, bislang aber noch nicht so richtig damit zu Potte gekommen bin. Ich habe mir Fragen gestellt wie: wie soll ich z. B. bei der Herstellung von Energiekugeln ohne Frischhaltefolie auskommen? (Ich stelle mir vor, dass ein Wachstuch, die Alternative zur Frischhaltefolie, in der Gefriertruhe eher leidet …

Kurz vor oder nach der Flutkatastrophe hat in meiner Straße in Bonn eine Filiale eines Unverpacktladens aufgemacht. Ich kann also nicht nur unverpackt, sondern auch nebenan einkaufen.

Das war wie ein Wink mit dem Zaunpfahl

(na ja, wohl eher mit dem Scheunentor), mich noch einmal mit diesem Thema zu beschäftigen.

Was mich von Anfang an begeistert hat, war, dass ich immer nur kleine Mengen kaufen kann, die ich dann auch tatsächlich verbrauche, statt sie –wie vorher – irgendwann zu entsorgen.

Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass ich Einkaufen total liebe. Einkaufen kann dazu führen, dass ich ruhiger werde, zentrierter und fröhlicher. (Ich komme aus einem sehr armen Elternhaus, von daher ist Einkaufen für mich sehr positiv besetzt.)

Das Unverpackt Einkaufen finde ich noch schöner.

Ich freue mich immer sehr, wenn ich in den Laden gehe.  Und ich denke, das hat doch viel mit Hochsensibilität und daraus entstehender Überforderung zu tun. Fast alles befindet sich mehr oder weniger in Glasbehältern. Ich liebe es, dass ich die Lebensmittel direkt sehen kann. Da ich ja supergerne koche und esse, sind meine Sinne sofort angesprochen und ich habe das Gefühl, einen ganz anderen Bezug zu Nahrungsmitteln zu bekommen.

Relativ schnell ist mir aufgefallen, dass es

eine Wahnsinnserleichtung ist, keine überflüssigen Entscheidungen mehr treffen zu müssen.

Bei den Nahrungsmitteln gibt es alles genau einmal. Ich muss nur entscheiden: will ich etwas oder will ich es nicht? Das ist leicht! Erst dadurch habe ich gemerkt, wie anstrengend es eigentlich ist, im Supermarkt (oder auch Bioladen) mich zwischen identischen oder ähnlichen Produkten verschiedener Hersteller zu entscheiden. Ganz abgesehen davon, dass ich im Unverpackt-Laden nie das Gefühl habe, dass mich Produkte irgendwie anschreien, in Form von Farbe oder sonstwie meine Aufmerksamkeit erheischen müssen.

Im Unverpackt Laden kann ich mich glutenfrei ernährenSelbst mit meiner glutenfreien Ernährung komme ich voll auf meine Kosten, weil es ein extra Regal mit glutenfreien Produkten gibt. Sowieso sind alle Produkte gekennzeichnet im Hinblick darauf, ob sie Gluten enthalten oder nicht.

Dadurch, dass ich

auch ganz kleine Mengen kaufen kann

bin ich viel experimentierfreudiger geworden und probiere öfter mal etwas, was ich sonst nicht kaufen würde. Das wiederum führt dazu, dass ich zuhause viel mehr Auswahl habe und ich bin grundsätzlich motivierter, alles auch aufzubrauchen, sprich, mehr zu kochen. So oder so probiere ich mich nach und nach durch das Sortiment, soweit möglich.

Mir scheint auch, dass der Nährwert der Produkte für meinen Körper größer ist, als bei anderen Produkten, selbst aus dem Bioladen. Vielleicht hat es damit zu tun, dass alles in Gläsern gelagert wird. Oder damit,

dass ich jetzt einen viel näheren Bezug zu meinem Essen habe.

Anfangs bin ich immer mit Tüten einkaufen gegangen, aber nachdem ich einmal die sehr leckeren Himbeer-Holunder-Gummis mit einer dünnen Hefe-Panade essen musste (die sich ärgerlicherweise in einer Tütenfalte versteckt hatte), bin ich doch dazu übergegangen, direkt meine eigenen Gläser mitzubringen, die ich zuhause direkt wieder in den Schrank stelle.

Apropos Naschen:

Naschkatzen kommen im Unverpackt-Laden voll auf ihre Kosten,

Hier gibt es glutenfreie Naschereien unverpacktes gibt ein ganzes Regal voller Leckereien. Ich liebe zum Beispiel die Kartoffelchips mit Alpenkräutern sehr, es gibt sehr viele Schokoladensorten (auch vegane) und köstliche glutenfreie Kekse.

Ich hatte schon einmal in einem Artikel geschrieben, welche unglaublichen Schwierigkeiten ich habe, eine gute Hautcreme zu finden, die keine Hautirritationen hervorruft. Im Prinzip bin ich schon seit 30 Jahren auf der Suche …

Ich kann es kaum glauben, aber im Unverpackt Laden bin ich jetzt endlich fündig geworden, ich habe eine Creme gefunden, die geht (von der Fa. Kräutermagie in Erftstadt). Und nicht nur das. Was Hautpflegeprodukte angeht, habe ich zum ersten Mal überhaupt das Gefühl, das mein Körper sich freut und aufatmet und sagt:

Ich will mehr davon!

Bislang habe ich nur zwei Produkte gefunden, die mir nicht gefallen haben. Eins davon war ein Kokosschwamm, der sich im Null Komma Nichts auflöste. Dafür habe ich einen anderen Schwamm gefunden, der handelsübliche Schwämme um Längen schlägt und auch noch mehrmals gewaschen werden kann.

Nicht zuletzt ist das Einkaufen im Unverpackt Laden eine total geniale Mischung aus Supermarkt und Tante Emma Laden. Ich entscheide selbst, was ich kaufe und wieviel, aber am Ende spreche ich immer mit der Person an der Kasse, wenn ich ihr meine Behälter reiche und ihr sage, wieviel Gramm sie für den Behälter abziehen soll.

Es ist einfach eine ganz andere Form der Begegnung.

Manche Dinge kann ich dort allerdings nicht bekommen, Obst und Gemüse gibt es nur wenig, aber ich habe genügend andere Läden zur Auswahl. Das Einkaufen an sich ist etwas komplizierter geworden. Ich gehe auch schon noch in andere Läden, aber ich halte mich weitgehend daran, keine Sachen zu kaufen, die in Plastik verpackt sind.

Essen zu besorgen ist jetzt fast so etwas wie Essen erbeuten/erjagen. Ich weiß ja nie, was ich bekomme. Aber auch das gefällt mir, weil es meine Verbindung zu Nahrung und Nahrungsaufnahme letztendlich stärkt.

Es gibt ganz sicher noch sehr viele Möglichkeiten für mich, das Zero Waste Konzept noch mehr in mein Leben zu integrieren. In der Zwischenzeit habe ich mein eigenes erstes Wachstuch selbst gemacht und habe mit Haarwachs schon ein neues Projekt, das ich demnächst in Angriff nehme. Aber wenn ich nur noch einmal im Monat meinen Plastikmüll in die gelbe Tonne leere, statt, wie vorher, jede Woche, bin ich schon ziemlich zufrieden. Und so fühle ich mich auch, wenn ich meine Einkäufe aus dem Unverpackt-Laden nach Hause bringe. Ruhig, gestärkt und zufrieden.

Und jetzt, nachdem der Artikel fertig ist, bin ich sogar noch zufriedener. Mir ist beim Schreiben so richtig bewusst geworden, dass alle anderen, hier aufgezählten Aspekte des Unverpackt Einkaufens für mich richtig wichtig sind und mein Leben bereichern.

Und wie geht es dir? Hast du schon Unverpackt Erfahrungen? Wie immer freue ich mich über deine Kommentare. Und teile meinen Artikel gerne mit anderen.

Von Herzen,

 

 

P. S. Das hier ist natürlich keine bezahlte Werbung. Ich schreibe diesen Artikel, weil ich einfach total dankbar bin und „meinen“ Unverpackt Laden Oat Rebels in der Burbacher Str. in Bonn-Kessenich gerne unterstützen möchte.

Hochsensibilität und Einsamkeit

Hochsensibilität und Einsamkeit

Fast alle Menschen, die mit Hochsensibilität zu tun haben, kennen

das Gefühl einer grundsätzlichen, allumfassenden Einsamkeit.

Vielleicht hast du – so wie ich früher auch – gedacht, dass dieses Gefühl daher rührt, dass du, im Gegensatz zu den meisten Menschen in deiner Umgebung viel mehr wahrnehmen kannst als andere. Wenn du hochsensitiv bist, ist das einfach so. Und natürlich fühlt man sich auch komisch und anders, weil die meisten anderen weniger intensiv wahrnehmenden Menschen kaum eine Vorstellung davon haben, was und wie man alles wahrnehmen kann.

Als ich letztes Jahr begonnen habe, mich

mit Trauma, vor allem mit Entwicklungstrauma zu beschäftigen

(ausgelöst durch meinen Artikel Trauma in Liebesbeziehungen), bin ich noch auf weitere wichtige Ursachen gestoßen.

Auf diesem Blog schreibe ich ja für hochsensible Menschen, die belastende Kindheitserfahrungen gemacht, bzw. ein Entwicklungstrauma erlebt haben.

Wenn du dich dazu zählst, hast du vermutlich selbst schon

die Erfahrung einer tief verankerten Isolation gemacht.

Vielleicht hast du sogar das Gefühl, ein Alien auf dieser Welt zu sein? Möglicherweise hast du auch festgestellt, dass Bindung jeder Art problematisch für dich ist?

Dies kann sich auf vielfältige Weise auswirken:

Vielleicht fällt es dir grundsätzlich schwer, Bindungen einzugehen (z. B. indem du dich grundsätzlich in Menschen verliebst, die entweder gar nicht verfügbar sind oder anderweitig gebunden und dir nur ein sehr begrenztes Maß an Aufmerksamkeit und Verbindlichkeit zukommen lassen können und wollen)?

Vielleicht empfindest du Nähe und Intimität grundsätzlich bedrohlich

und ziehst dich sofort zurück, wenn du jemandem zu nahe kommst ? Oder es kann sehr gut geschehen, dass du immer wieder an Menschen gerätst, die sich ganz schnell wieder zurückziehen. (Dies ist ein zweiseitiger Prozess).

Oder vielleicht fällt es dir leicht in Beziehung zu gehen, wirfst aber bei der ersten Schwierigkeit das Handtuch.

Oder du begnügst dich mit sporadischen sexuellen Kontakten.

Es kann natürlich auch sein, dass das Eingehen von Beziehung überhaupt so angstbehaftet ist, dass du lieber alleine bleibst …

Wenn du mit solchen und ähnlichen Beziehungsschwierigkeiten zu tun hast, ist es wichtig, zu wissen, dass diese Schwierigkeiten aus dem

vermeidenden Bindungsverhalten unserer Eltern oder Bezugspersonen entstanden

sind.

Dies bedeutet: unsere Eltern waren (vielleicht!) da, haben uns aber nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt oder diese vielleicht an bestimmte Bedingungen oder Aufgaben geknüpft.

Wir wurden uns

häufig selbst überlassen,

man hat sich nicht um uns gekümmert, nicht mit uns gespielt, sich nicht mit uns beschäftigt. Ich selbst hatte z. B. sehr, sehr lange Zeit gar keine Ahnung, ob meine Mutter mich eigentlich liebt? Ich habe mich das oft gefragt, aber natürlich stand es überhaupt nicht zur Debatte, sie danach zu fragen. Vielfach waren unsere Eltern froh, wenn sie sich gar nicht mit uns beschäftigen mussten und keine besondere Aufmerksamkeit brauchten. Noch besser, wenn wir schon früh Verantwortung übernommen haben, man sich auf uns verlassen konnte …

Entweder haben wir zuviel oder zu wenig Körperkontakt und Berührung erfahren (zu wenig Berührung und Kontakt wirkt sich auf die Entwicklung bestimmter Teile des Gehirns aus).  Auch die Tatsache, dass wir Schwierigkeiten haben uns zu beruhigen und

sehr anfällig sehr Stress sind,

rührt u. a. daher, dass wir von unseren Eltern und Bezugspersonen nicht genug getröstet und beachtet wurden, so dass wir einfach nicht lernen konnten, wie Selbstregulation geht.

Manchmal kommt dazu noch eine Ablehnung durch die Eltern. Das muss nicht einmal böswillig sein, es gibt viele Gründe, selbst so etwas wie simple Übrforderung der Mutter (wie es bei mir der Fall war) kann dafür sorgen, dass man sich nicht angenommen und willkommen fühlt.

Als Kind nimmt man all diese Dinge wahr. Aber weil das Kind schon früh erkennt, dass die Eltern sich nicht wirklich binden wollen, passt sich das Kind an diesen

vermeidenden Bindungsstil

an. Seine eigenes Überleben hängt davon ab. Ein Kind in einer solchen Lage wird dann eben auch so tun, als ob es keine Bindung bräuchte. Allerdings ist das So-tun-als-ob für das Kind unglaublich anstrengend. Es gibt Untersuchungen darüber, die zeigen, dass Kinder in solchen Situationen ungebunden wirken und nicht darunter zu leiden scheinen, die gemessenen Stressreaktionen aber eine ganz andere deutliche Sprache sprechen. Hierist ein Video, wo das ganz gut erklärt wird.

Im Laufe der Zeit wird dieses Verhalten verinnerlicht. Wir werden dann relativ „autonom“, regeln unsere Angelegenheiten am liebsten selbst und scheinen niemanden zu brauchen. Alleinsein scheint ein natürlicher Zustand zu sein. Vielleicht

richten wir unsere Liebesbedürfnisse auf Tiere,

Pflanzen und/oder Gegenstände. Dass manche Menschen ihr Auto, ihr Handy oder ihren Computer mehr lieben als alles andere kommt offenbar recht häufig vor …

Eine Folge der vermeidenen Bindung ist es, dass wir vielleicht später Schwierigkeiten haben,

eigene Bedürfnisse überhaupt wahrzunehmen,

geschweige denn sie zu äußern und noch weniger für ihre Erfüllung zu sorgen. (Dazu müsste man schon mal wissen, was diese Bedürfnisse sind). Hochsensiblen Menschen fällt das häufig schwer, weil sie es so gründlich verlernt haben, sich überhaupt mit ihren Bedürfnissen und ihrer Erfüllung zu beschäftigen.

Ich denke, dass dies ebenfalls ganz eng gekoppelt ist an Selbstliebe und Selbstachtung. Denn wenn Erwachsene

sich nicht mit unserer Erlebnis- und Gefühlswelt als Kind beschäftigen,

fehlt uns einfach der Zuspruch, wir können weder Vertrauen in uns selbst entwickeln, noch in die anderen oder die Welt an sich.  Wenn es uns nie gelingen kann, die Aufmerksamkeit der Erwachsenen zu fesseln, bleibt auch unsere Vorstellung von Selbstwirksamkeit unterentwickelt. Denn dann müsste es uns ja gelingen, dafür zu sorgen, dass man sich uns zuwendet … Ein Gefühl von Selbstwirksamkeit müssen wir dann erst wieder entwickeln. (KLOPFEN ist übrigens ein sehr wunderbarer Weg um eine Vorstellung von Selbstwirksamkeit zu bekommen.)

Wenn wir grundsätzlich das Gefühl haben,

von anderen Menschen kommt nichts Gutes,

ist das keine gute Voraussetzung zum Aufbau förderlicher und guter Beziehungen. Uns fehlt dann häufig das Grundverständnis der Funktionsweise von Beziehungen. Jede kleinste Misstimmung wird dann zur Katastrophe und kann die ganze Beziehung in Frage stellen. und sehr häufig hat man einfach in Beziehungen keinen Boden unter den Füßen.

Damit verbundden ist natürlich der

alles überstrahlende Aspekt Sicherheit.

Wenn wir uns als Kinder mit und bei unseren Eltern nicht sicher gefühlt haben, nicht wirklich geborgen, fehlt uns das grundsätzliche Vertrauen in andere Menschen. Nicht sicher bedeutet nicht unbedingt so schwerwiegende Dinge wie Gewalt und Misshandlung, sondern beinhaltet auch so etwas wie, dass sich niemand jemals hinter uns gestellt hat, uns recht gegeben, uns verteidigt hat. Statt dessen wurden wir vielleicht verspottet, herabgesetzt, beschämt, nicht ernst genommen, oder überhaupt nicht beachtet.

Ich persönlich empfinde Nichtbeachtung als das Schlimmste überhaupt.

Es berührt sehr existentielle Aspekte, die mit Vernichtung zu tun haben. Denn wenn ich nicht beachtet werde, bin ich nicht. Und wenn ich nicht weiß, ob ich da bin oder nicht, verliere ich den Boden unter den Füßen, den sicheren Stand im Leben. Es gab einmal eine Zeit in meinem Leben, da habe ich das sehr intensiv empfunden.

In einer solchen Umgebung aufzuwachsen bedeutet, dass sich das Verhalten der anderen (und unsere Reaktion drauf) quasi in uns selbst einschreibt. Das macht es auch so schwierig, etwas zu verändern.

Darum suchen wir im späteren Leben Partner, die eine ähnliche Ausstrahlung haben

und/oder ein ähnliches Verhalten an den Tag legen wie unsere ersten Bezugspersonen.

Selbst, wenn wir uns entscheiden, lieber ohne Partner*in zu leben, weil die Erfahrung, dass von anderen Menschen nichts Gutes kommt, uns so tief geprägt hat, entkommen wir der Prägung nicht. Wir können ihr dann in anderen Menschen begegnen, z. B. in Gestalt von Vorgesetzten, Klienten, Kund*innen usw.

Jedes Mal, wenn wir uns einlassen, ist dies

sowohl eine Chance zur Heilung vergangener Verletzungen,

als auch eine Chance zur Retraumatisierung und Verfestigung bereits bestehender Muster … Kommunikation kann dabei enorm helfen. Vor allem, wenn beide Partner*innen beeinträchtigte Bindungsmuster haben.

Konntest du dich hier wiederfinden? Wie immer freue ich mich über deine Kommentare. Ich freue mich übrigens auch, wenn du meinen Artikel teilst, damit auch andere etwas davon haben.

Von Herzen,

 

 

 

 

Foto von Rachel Claire von Pexels

Foto von Victoria Borodinova von Pexels

 

Über mich

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Hast du schon einmal den Begriff Trauma Kkette gehört? Eigentlich hatte ich gedacht, mit dem Blogartikel Respekt (mit dem ich meine Serie Trauma in Liebesbeziehungen)

Außerirdisch

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Die ganze Woche habe ich schon überlegt, worüber ich in meinem letzten (vorletzten?) Artikel des Jahres 2021 schreiben soll? Erst wollte ich einen Jahresrückblick in Switchwords machen, aber da dies bedeutet hätte, dass ich in meinen Tagebüchern von diesem Jahr hätte schmökern und mich intensiv mit dem Thema

Trauma in Liebesbeziehungen

hätte verbinden müssen, habe ich schnell wieder Abstand genommen. Allein als Akt der Selbstfürsorge. Im Augenblick ist das zu viel Stress für mich. Natürlich möchte ich meine Serie fortsetzen, aber erst in 2022.

Heute morgen bin ich ganz früh aus dem Haus gegangen, um Besorgungen zu machen. Dabei kam ich an einem Platz vorbei, an dem Weihnachtsbäume verkauft werden. Im ersten Moment wusste ich gar nicht, was da los ist. Und ich habe richtig einen kleinen Schreck bekommen, als mir klar wurde: Es ist Weihnachten. Da werden Bäume für das Weihnachtsfest verkauft.

Seit ich vor einigen Jahren begonnen habe, die Rauhnächte zu begehen, (mittlerweile in Form einer gemeinsamen Klopfreise) ist mir Weihnachten als Fest zunehmend fremd geworden. (Das hat natürlich auch noch andere Gründe.) So fremd wie in diesem Jahr aber noch nie. Während ich an den Weihnachtsbäumen vorbei lief, ist mir in den Sinn gekommen, dass ich mich im Moment wirklich

wie eine Außerirdische fühle.

In gewisser Weise so wie damals, als ich begann, mich mit dem Thema Hochsensibilität überhaupt zu beschäftigen. Damals hatte ich das Gefühl, nicht zu der Gesellschaft dazu zu gehören. Heute weiß ich, dass dieses Gefühl in Zusammenhang steht mit belastenden Erfahrungen, die ich in der Kindheit gemacht habe. Ein grundsätzliches Isolationsgefühl, entstanden durch Entwicklungstrauma und vermeidende Bindung. Dieses Gefühl habe ich damals durch KLOPFEN mit der EFT-Klopftechnik (oder Klopfakupressur) erfolgreich abgelegt.

Dass ich dieses Gefühl jetzt wieder habe, ist natürlich der Pandemie geschuldet.

Ich will mich gar nicht beschweren. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, gar nichts über C* zu schreiben (Mittlerweile fürchte ich Corona-Diskussionen wie die Pest. Meine Erfahrung ist, dass diese Diskussionen alles zerstören, was vorher an Verbindung vorhanden gewesen sein mag.  Einfach weil

dieses Thema unsere tiefsten Ängste, Traumata usw. triggert …),

aber aktuell beschäftigt mich dieses außerirdische Gefühl unglaublich.

Ich lebe jetzt seit zwei Jahren wie in einem Lockdown. Selbst als ich die Beziehung noch hatte, war es nicht anders. Es ging nur von einer kleinen Stadt in eine noch kleinere Stadt, die Züge waren leer. Und selbst am Wohnort meiner Partnerin war es wie im Lockdown: nur zum Einkaufen, spazierengehen in der Natur oder zuhause bleiben. Ab und zu ein Treffen mit ihrer Familie.

Seit einem halben Jahr bin ich jetzt praktisch nur noch bei mir Zuhause. Mich stört das gar nicht so sehr, ehrlich gesagt. Meine Wohnung ist schon so etwas wie eine Art Raumschiff für mich, der beste Platz der Welt, an dem ich sein könnte. Und

darüber hinaus bin ich wirklich sehr, sehr gerne allein.

Von daher hat sich für mich im Vergleich zu vor der Pandemie nicht so sehr viel geändert.

Es gibt natürlich ein paar Dinge, die mir unglaublich fehlen. Ausgehen, Tanzen, Museen, Kunst usw. Aber in den vergangenen Monaten habe ich entdeckt, dass es Dinge gibt, die meine diesbezüglichen Bedürfnisse auf eine andere Art und Weise befriedigen. So habe ich herausgefunden, dass das Ansehen einer DVD über Kunst mir fast das gleiche Gefühl gibt wie ein Museumsbesuch selbst …

An meinem Geburtstag habe ich mit drei anderen Freundinnen zusammen in meiner Wohnung eine Tanzparty veranstaltet. Das war unglaublich schön. Sicher, nicht so wie in einer Menschenmenge, aber doch fast …

Du hast es dir sicher schon gedacht: Ich bin nicht geimpft. Ich habe dafür sehr gute Gründe – die ich hier gar nicht erörtern möchte. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis in meiner Stadt bin ich die einzige, die nicht geimpft ist.

So eine Art Kuriosum.

Das macht mir nichts aus. Ich diskutiere das nicht. Mit niemandem.

Aber manche Dinge entwickeln sich im Stillen um dann irgendwann in mir zu explodieren.

Als ich die Fernbeziehung noch hatte und auf meinen Zug wartete und dann eine Durchsage kam zur Maskenpflicht, habe ich oft schaudernd gedacht, dass es ist irgendwie wie in 1984 von George Orwell (Vielleicht kennst du bessere Beispiele, ich bin kein Science-Fiction Fan.)

Später, als ich dann nicht mehr in bestimmte Geschäfte gehen durfte, habe ich gedacht: So fühlt sich also Apartheid an …

Nun, richtig groß einkaufen tue ich schon lange nicht mehr. Ich bin zuhause, kaufe im Supermarkt ein, benutze keine öffentlichen Verkehrsmittel, habe ein minimalistisches Sozialleben und bin fast immer zuhause, arbeite ausschließlich online.

Fast wie im Lockdown also. Weil ich das so will.

Und es geht mir nicht schlecht damit.

Die Diskussionen über die Impfpflicht haben (natürlich) auch bei mir viel in Gang gesetzt. Letztens bin ich morgens aufgestanden und mir kamen so Gedanken in den Kopf. Das ist eher ungewöhnlich. Eigentlich stehe ich morgens auf und freue mich auf den Tag, der vor mir liegt. An diesem Tag habe ich aber gedacht:

So war es also mit den Juden.

So schnell ist Schluss mit der Demokratie.

Da werden einfach die Gesetze geändert und dein Recht auf körperliche Unversehrtheit ist futsch.

Einfach so.

Und plötzlich gehörst du nicht mehr dazu, bist sogar eine Art feindliches Element.

Und das Schlimmste ist, es ist Alltag, alle finden das ganz normal …

Mir wurde ganz komisch bei diesen Gedanken. Ich habe sie mir eigentlich sofort verboten. Aber trotzdem treiben sie natürlich ihr Unwesen in meinem Unterbewusstsein. (Aber natürlich bezieht sich die Parallele, die mir hier in den Sinn kam, ausschließlich auf die schrittweise Ausgrenzung aus der Gesellschaft.)

Eingangs habe ich ja geschrieben, ich fühle mich wieder wie eine Außerirdische.

Sowas von. Aber etwas ist doch ganz anders als am Anfang, als ich begann,

mich mit Hochsensibilität und ihren Auswirkungen

zu beschäftigen.

Aber trotzdem: Selbst, wenn ich aktuell wieder das Gefühl habe, nicht zur Gesellschaft zu gehören, ist etwas vollkommen anders: ich bin nicht mehr allein,

ich bin verbunden.

Mehr als je zuvor in meinem Leben sogar. Sehr viele Menschen sind weiter weg gerückt, was ich teilweise sogar begrüße. Andere sind aber näher gekommen. Manche treffe ich nie physisch, sondern nur online. Einige sind geimpft, andere nicht, von manchen weiß ich es gar nicht. Das ist nicht die Grundlage unserer Verbindung. Die Grundlage ist, dass wir uns mögen, schätzen und Freude an der Gesellschaft der anderen haben.

Wir sind gerne zusammen.

Ich denke, dieser Aspekt kommt sogar in meinen Intensivkurs-Gruppen zum Tragen, selbst, wenn die Grundlage für solche Treffen durch Bezahlung geschaffen wurde. Mit mir macht das jedenfalls ziemlich viel. Ich freue mich immer sehr auf meine Gruppentreffen. Umgekehrt scheint es für die Teilnehmerinnen auch so zu sein – nur selten fehlt jemand.

Wenn mich die Pandemie eines gelehrt hat, dann

den Wert von Gemeinschaft.

Der nun, nach 2 Jahren quasi-Lockdown, eine ganz neue Bedeutung für mich bekommen hat. Ich mag eine Außerirdische sein, aber ich bin doch Teil einer Gemeinschaft anderer Außerirdischer und Halblingen und anderen Spezies …

Für alle, die Teil meiner Gemeinschaft sind oder sein wollen: Komm gerne in Online Community Switchwords als Weg. Dort tauschen wir uns über unsere Erfahrungen mit dem Switchword des Tages aus.

Ich wünsche dir erst einmal einen lichtvollen Advent.

Und bevor ich mich von meinen Ängsten überwältigen lasse, drücke ich schnell den „Veröffentlichen“ Button 😉

Von Herzen,

 

 

 

Image by Ribastank from Pixabay 

Nachtrag

Das hier ist mein Raum. Ich verdiene es, mit Respekt behandelt zu werden. Aggro-Kommentare landen kommentarlos da, wo sie hingehören: im Spam-Ordner.

Machst du diese Fehler beim KLOPFEN?

Machst du diese Fehler beim KLOPFEN?

2012 habe ich damit begonnen, zu versuchen, die EFT-Klopftechnik, das KLOPFEN, mehr unter die Menschen zu bringen – vor allen Dingen solche Menschen, die

ihre Hochsensibilität als Stress empfinden.

Leidlich erfolgreich – so dachte ich bislang jedenfalls.

Meine ursprüngliche Motivation für meine Arbeit ist dabei der Erfolg gewesen, den ich selbst mit dem Klopfen gehabt habe. Ehrlich gesagt, staune ich auch nach 9 Jahren KLOPFEN immer noch über die Verwandlung, die mein Leben genommen hat.

Immer noch fühle ich mich wie Phoenix aus der Asche –

umso mehr, als im letzten Workshop einmal hochgekommen ist, dass es auch Zeiten in meinem Leben gegeben hat, in denen ich nur noch an einem seidenen Faden hing …

Trotzdem glaube ich, dass ich nichts Besonderes bin. Nichts Besonderes in dem Sinne, dass ähnliche Erfolge auch für andere Menschen erreichbar sind. (Das hat sehr eindrucksvoll das Testimonial einer Teilnehmerin meines Intensivkurses gezeigt.) Jedenfalls für die meisten anderen Menschen. (Natürlich gibt es auch Menschen, die einfach eine andere Form der Unterstützung benötigen …) aber:

Man kann beim KLOPFEN allerhand falsch machen.

Tatsächlich. Obwohl EFT an sich so einfach ist. Ich betrachte es wirklich als ein großes Glück, dass ich begonnen habe, Mini-Workshops anzubieten. Auf diese Weise konnte ich mich noch einmal neu verbinden mit den Menschen, die mir folgen. Viele folgen mir schon sehr lange. Viele haben auch mein Buch EFT-Klopftechnik für Hochsensible* gelesen, das kürzlich in der 2. Auflage neu erschienen ist. (Niemals hätte ich mir das träumen lassen!) 71 % der Rezensenten haben mir 5 Sterne gegeben! Das bedeutet doch, dass das, was ich anbiete nützlich ist für Menschen, die unter

Hochsensibilität in Verbindung mit belastenden Kindheitserfahrungen leiden.

Keine Bange, ich möchte mich nicht selbst beweihräuchern, denn jetzt kommt das große ABER.

In den Workshops, die ich bis jetzt gegeben habe, hat sich gezeigt, dass die meisten Teilnehmer*innen schon mit dem KLOPFEN vertraut sind. Aber trotzdem folgen sie meinen Empfehlungen zum KLOPFEN kaum.

Es hat mich richtig bekümmert, als ich festgestellt habe, dass in dem kostenlosen Online-Kurs, den früher angeboten habe, die meisten Menschen nur noch noch bis zur Klopfanleitung gelesen und dann aufgehört haben. Das kann ich anhand von Statistiken verfolgen.

Natürlich liegt es an jedem/jeder selbst, was er/sie mit meinem Angebot macht … aber es tut mir trotzdem so leid … Denn meine Motivation oder Begeisterung, dich mit dem KLOPFEN dabei zu unterstützen, die Lernerfahrungen, die du durch belastende Erlebnisse in der Kindheit gemacht hast, loszulassen und/oder zu verändern, ist total ungebrochen. Sie ist im Gegenteil sogar noch viel mehr gewachsen, seit ich begonnen habe,

mich intensiv mit Entwicklungstrauma auseinanderzusetzen.

Weil mein Verständnis, was Entwicklungstrauma eigentlich ist und wie es sich auf uns auswirkt und sich anfühlt, kontinuierlich wächst. Und ehrlich, ich finde alleine theoretisches Wissen unglaublich hilfsam, wenn es darum geht, sich selbst zu verstehen …

Und deswegen ist es mir so ein Anliegen, dich dabei zu unterstützen, ein stabileres und positiveres Lebensgefühl zu erreichen. Weil du ohne das Leid, die Scham und Schuld viel besser dran bist. (Widersprich mir gerne, wenn du anderer Meinung bist).

Da kommen wir wieder zu den Fehlern beim KLOPFEN zurück.

Das Kuriose daran ist, dass es häufig richtige Ängste gibt, was die korrekte Anwendung angeht. Es ist schon klar, dass hochsensible Menschen die Sicherheit haben müssen, alles ganz genau richtig zu machen. Es ist nur so schade, dass sich dieses Bedürfnis nicht auch auf die wirklich wichtigen Dinge erstreckt. Nämlich, wie häufig man was klopft, welche Sätze man dabei sagt usw. Denn wenn sich einfach nicht die großartigen Erfolge einstellen, von denen ich dir immer vorschwärme, liegt es im Wesentlichen an den grundsätzlichen Fehlern und überhaupt nicht daran, welche Punkte du wie klopfst. (Dies ist tatsächlich relativ unerheblich).

Darum habe ich letzten Endes den Intensivkurs entwickelt. Um mehr Menschen gleichzeitig bei einem DURCHBRUCH für ihr Lebensgefühl zu unterstützen.

Demnächst biete ich einen kostenlosen Workshop „Drei Wegen des achtsamen Klopfens“ an, in dem ich dir zeige, wie du achtsam richtig klopfen kannst. Außerdem hast du schon einmal die Gelegenheit, ein bisschen Intensivkurs Feeling zu schnuppern. Hier kannst du dich beim Workshop anmelden.

ZUSAMMEN gegen die Einsamkeit (no C.*)

ZUSAMMEN gegen die Einsamkeit (no C.*)

Eigentlich hatte ich vorgehabt, heute mal keinen Blogbeitrag zu schreiben und mich auszuruhen nach meiner Mini-Workshop-Woche. Nach dem intensiven Zusammensein habe ich das Bedürfnis nach Ruhe und bin froh, dass ich keine Verabredungen habe.

Aber jetzt habe ich heute morgen das Switchword BEWEGEN gezogen und habe spontan den Impuls gehabt, doch etwas zu schreiben, denn vielleicht kann ich ja etwas BEWEGEN bei dir und/oder euch, wenn ich meine Gedanken zu Papier bringe (ja, tatsächlich schreibe ich alles erst einmal mit dem Bleistift auf ein Blatt Papier, während ich auf dem Sofa sitze – und von Zeit zu Zeit mal in den Wald gucke.)

Vielleicht kennst du es von dir selbst, dass Dinge, die dir einfallen, zunächst einmal eher halbbewusst sind, sich aber gut anfühlen und erst nach und nach wirklich Gestalt annehmen. So ging es mir mit vielen Ideen, die ich zu meinem Intensivkurs hatte. (Tatsächlich ist er über einen Zeitraum von mehreren Jahren gereift.)

Dazu gehört die Idee einer Gemeinschaft.

Für mich als jemand, der auf ein Leben zurückblicken kann, das nicht nur zu großen Teilen durch meine Hochsensibilität geprägt war, sondern auch durch eine sehr umfassende, alles durchdringende Einsamkeit, ist das alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Ich denke, es ist ein Gefühl, dass viele hochsensible Menschen, deren Kindheit von belastenden Lebenserfahrungen geprägt ist, mit mir teilen.

Bei meinem vorletzten Mini-Workshop hat eine Teilnehmerin erzählt, dass sie gar nicht verstehen kann, wie es sein kann, dass da jemand ist, der weiß, wie sie sich fühlt.

Ich weiß es, weil ich es selbst erlebt habe.

Vor längerer Zeit habe ich einmal einen Artikel über soziale Phobie geschrieben, aus dem sich ganz gut ermessen lässt, welch unglaublichen Weg ich seitdem zurückegelegt habe.

Aber erst seit ich begonnen habe, mich mit Entwicklungstrauma zu beschäftigen, habe ich begonnen, auch andere Aspekte dieser Einsamkeit zu verstehen, wie sich das auf unsere Fähigkeit niedergeschlagen hat, mit anderen in Beziehung zu treten, in Beziehung zu sein oder zu bleiben, unser Gefühl in Gruppen usw. Ich habe auch verstanden, dass wir uns womöglich selbst die Schuld dafür geben, dass „wir es nicht schaffen“, dass wir steckenbleiben, unser Leben irgendwie nicht hinkriegen – was anderen doch so mühelos zu gelingen scheint. Was dann vielleicht dazu führen kann, dass wir ungewöhnlich hart mit uns umgehen und uns selbst das Leben schwer machen…

Viele hochsensible Menschen, die an

ihrer Hochsensibilität leiden, sind mit vermeidender Bindung groß geworden.

Dazu schreibe ich auf jeden Fall noch einmal einen separaten Blogbeitrag. Nur kurz: dies bedeutet, dass uns fundamentales Wissen fehlt:

  • wie sich eine sichere Bindung anfühlt
  • welche Anzeichen darauf hinweisen, dass wir uns lieber nicht einlassen sollten
  • wie sich Sinnlichkeit und Körperlichkeit anfühlen
  • wie wir Bindung aufnehmen
  • wie wir Nähe und Intimität nicht nur aushalten, sondern auch genießen können
  • wie wir uns abgrenzen können usw.

Früher habe ich anfangs Einzelstunden gegeben wie viele professionelle Klopfer*innen. Irgendwann habe ich dann eine zusätzliche Betreuung zwischen den einzelnen Sitzungen eingeführt. Und ich war total verblüfft, als ich gemerkt habe, wieviel mehr Klient*innen durch die zusätzliche Unterstützung/Betreuung erreichen. Ich glaube, das hat vor allem einen Grund:

Sie sind nicht mehr allein!

Denn für die Dauer des Coachings trage ich ihr Leben ein bisschen mit. Und – im Gegensatz zu Partner*innen kann man mir alles sagen …

Dieser positive Aspekt sollte also in meinem Kurs unbedingt zum Tragen kommen.

Mittlerweile bin ich längst nicht mehr die einzige, die EFT in Verbindung mit Hochsensibilität anbietet. Meiner Meinung nach kann sich aber nicht wirklich etwas grundlegend verändern, wenn man doch wieder alleine bleibt, klopfend zwar, aber alleine.

Aus diesem Grund ist

eine der Säulen meines Intensivkurses die Gemeinschaft.

Wir treffen uns 2 x im Monat, in triggerfreier Umgebung, wir klopfen, wir reden und wir lachen auch ganz schön viel. Und das Wissen, dass die anderen, die dabei sind, ebenfalls unter schwierigen Bedingungen aufgewachsen sind, macht dabei ganz viel.

Auch für mich übrigens. Wenn ich dafür ein Bild wählen müsste, wäre es ein Sitzsack. (Ich liebe Sitzsäcke über alles!) Sie sind weich, sie sind gemütlich – und sie passen sich meinem Körper an und geben mir dabei trotzdem Stabilität und Kontour.

Und das Besondere an dieser Gemeinschaft ist es, dass du als Teilnehmer*in eigentlich nicht viel tun musst. Nur

da sein und dich zeigen.

Aber das ist schon unendlich viel.

Ich weiß, dass gerade das „sich zeigen“ für hochsensible Menschen durch die Kindheitsserfahrungen unglaublich schwierig sein kann. Ich sehe es daran, dass die Teilnehmer*innen meiner Veranstaltungen im Allgemeinen recht zurückhaltend sind.

Bei  Onlinekursen ist es durchaus üblich, dass frühere oder aktuelle Kursteilnehmer*innen live etwas über den jeweiligen Kurs erzählen. Ich war bis jetzt davon ausgegangen, dass meine Kursteilnehmer*innen „so etwas“ nie machen würden. (Ehrlich gesagt, hatte ich auch die Befürchtung, aufdringlich zu wirken und unsere gute Beziehung aufs Spiel zu setzen.)

Nun habe ich mir aber doch ein Herz gefasst und eine meiner Kursteilnehmerinnen gefragt, die sich auch für den Workshop Widerstände angemeldet hatte. Weil ich innerhalb von fünf Monaten unglaubliche Veränderungen an ihr bemerkt habe. Und dann sagte mir Sabine doch, sie habe sich das selbst schon überlegt! Was sie live in meinem Kurs gesagt hat, kannst du dir hier selbst anhören.

Ich bin so froh und glücklich, dass das, was ich mit meinem Intensivkurs für dich/euch BEWEGEN will, Erfolg hat:

ein ganz anderes Lebensgefühl, mehr Leichtigkeit, Lebendigkeit, mehr DU.

Neben dem KLOPFEN hat daran unsere Gemeinschaft einen ganz entscheidenden Anteil. Weil wir ZUSAMMEN die Einsamkeit, Scham und/oder Isolation verlassen oder verändern können – ohne unsere jeweilige Vergangenheit wirklich auszupacken. Das ist die MAGIE des KLOPFENs.

Und gerade jetzt ist Gemeinschaft wichtiger denn je.

In diesem Sinne wünsche ich dir eine gute erste Adventswoche. Ich gehe jetzt ein bisschen in den Wald.

Von Herzen,

Deine

Monika

P.S. Wenn du diese Gemeinschaft erleben möchtest: der Intensivkurs öffnet wieder vom 21. bis 27. April 2023

 

 

Das darfst du nicht!

Das darfst du nicht!

Ich habe mal irgendwo gelesen, dass Hochsensibilität dazu führen kann, dass man sehr intensive Träume hat. Meine Träume sind tatsächlich meistens so verwirrend, dass es unmöglich ist, sie in Worte zu fassen. Aber kürzlich hatte ich einen Traum, der äußerst plakativ war.

Ich träumte, ich musste mich in eine alte Obstkiste setzen (so, wie sie für Äpfel verwendet werden). Ich musste mich zwar ziemlich zusammenkrümmen, fand aber tatsächlich Platz darin. Die Kiste hatte kleine Räder und offenbar auch einen Motorantrieb, obwohl keine Steuerelemente zu sehen waren. In der Holzolzkiste musste ich einen steilen Berg hinauf fahren. Dabei wurde ich dauernd

von anderen Menschen überholt,

scheinbar vor allem Männern, die in größeren, schnelleren Kisten saßen und unter lauten Rufen ralleymäßig an mir vorbeizogen. Das war kein sehr schönes Gefühl. Ich tuckerte so vor mich hin in meiner kleinen Kiste. Manchmal hatte ich Angst, die Kiste könnte stehen bleiben. Immer wieder zogen andere Menschen in ihren offenbar leistungfähigeren Kisten an mir vorbei. Ich habe schon überlegt auszusteigen und zu Fuß zu gehen, aber irgendwie ist mir dann gedämmert, dass dies MEIN Tempo und mein Leben ist. Und dass es absolut nichts auf der Welt gibt, was ich tun kann, um meine Kiste zu beschleunigen. Alles, was ich zu tun habe, ist sitzenzubleiben.  Irgendwann kam niemand mehr vorbei.

Offenbar war ich die Letzte.

Schließlich kam ich aber doch oben auf einem Plateau an. Vorher musste ich aber noch eine sehr gefährlich aussehende Schotterstelle umfahren, von der ich nicht sicher war, dass meine kleine Kiste mit ihren handtellergroßen Rädern sie bewältigen kann. Es ging aber alles gut. Oben breitete sich eine wunderschöne Seenlandschaft vor mir aus und ich habe es genossen, dort ganz allein in der Natur zu sein.

Sofort nach dem Aufwachen war mir klar, dass mir da jemand eine Botschaft geschickt hat. Zumal ich weiß, dass alle Fortbewegungsträume sich immer auf mein Vorankommen im Leben beziehen.

Tatsächlich hadere ich immer wieder einmal mit mir und

meiner Fähigkeit, meine Ziele zu erreichen.

Obwohl ich andererseits weiß, dass ich Dinge schaffe und erreiche, die viele andere nicht schaffen, kommt mir mein Tempo häufig ennervierend langsam vor.

Es ist offenbar ganz typisch in der Hochsensibilität

(oder Vulnerabilität um dieses grässliche Wort mal auszusprechen), das Gefühl zu haben, nicht man selbst sein zu können, weil man vor allen Dingen damit beschäftigt ist, die eigenen Bedürfnisse zu unterdrücken und statt dessen die Bedürfnisse der anderen zu erkennen (wofür wir übrigens ja sehr gute, berechtigte Gründe haben bzw. hatten).

Ich habe vor Jahren einmal eine Umfrage mit dem Namen „Die 3 schlimmsten Dinge“ der Welt erstellt. (Achtung, das hat Triggerpotential!) Darin haben

87,8 % angegeben, dass sie nicht sie selbst sein konnten.

Letzte Woche hat meine liebe Kollegin Sabrina Haar ein wunderbares Interview mit mir gemacht über meinen Lebensweg. Erst dadurch ist mir in aller Deutlichkeit richtig bewusst geworden, wie sehr mein Leben dadurch bestimmt wurde, dass andere Menschen mir immer wieder vermittelt haben:

„Das darfst du nicht!“

Vermutlich hat es seinen Ursprung darin, dass ich nicht einmal selbst darüber bestimmen durfte, wann ich auf die Welt komme. Ich erinnere mich auch an eine Trauma assoziierte Situation im Kindergarten bei den Nonnen, wo ich eine gestellte Aufgabe auf meine eigene Art und Weise umsetzen wollte und dafür vor allen Kindern beschimpft und beschämt wurde … So ging es immer weiter.

In dem Interview erzähle ich von den beruflichen Schwierigkeiten, bzw.

Stolpersteinen auf meinem Lebensweg

mit denen ich zu kämpfen hatte und habe.

Was mir nach dem Interview noch richtig nachgegangen ist, ist, wie verheerend es im Grunde genommen gerade ist, wenn Menschen, die dir nahe stehen, zu dir sagen: „Das darfst du nicht!“

Vielleicht kannst du das ja für dich anders handeln, aber ich schaffe es nicht, mich vollkommen dagegen abzuschotten, auch wenn ich weiß, dass der/die andere nicht recht hat, dass es für mich nicht stimmt, was er/sie sagt.  Etwas geschieht dann doch immer. Abgesehen von dem Stress, den es auslöst.

Ein Zweifel wird in mir gesät,

der dann in aller Stille vor sich hinkeimt. Dann geht es irgendwann los mit den Gedanken: „Hat er/sie nicht doch recht?

Darf ich das wirklich?

Das hat verheerende Auswirkungen. Nicht nur, weil es viel Energie und Zuversicht abzieht, sondern weil es etwas ist, womit so viele hochsensible Menschen Probleme haben, weil sie natürliche Entfaltung einfach nicht erleben konnten.  So konnten sie einfach auch nicht lernen, dass sie das Recht haben, zu dürfen, das Recht Dinge auszuprobieren und natürlich auch das Recht zu scheitern.

Aber meistens ist ja eine der Lernerfahrungen aus

belastenden Kindheitserfahrungen,

dass wir nicht dürfen und vielleicht versuchen wir es darum gar nicht erst, weil die Angst vor Ablehnung so übermächtig ist.

Ich frage mich übrigens immer, wieder ob ich das darf, öffentlich über

Trauma in Liebesbeziehungen

schreiben. Bis jetzt habe ich es immer geschafft, mich über meine Zweifel hinwegzusetzen. Aber ich muss für jeden einzelnen Artikel mit mir kämpfen …

Für mich ist jedenfalls die Erkenntnis aus meiner Traumdeutung, dass ich nicht aufgeben soll, dass ich mein ganz eigenes Tempo und meinen eigenen Weg habe. Dass das einzig Wichtige ist, mir selbst und meinem Weg zu folgen.

Ich finde es selbst irgendwie schräg, dass ich jetzt nach 9 Jahren Selbstständigkeit das Gefühl habe, wirklich mit meinem Hochsensibilität online Kurs angekommen zu sein in meiner Arbeit. (Bei dem Intensivkurs handelt es sich um einen Jahreskurs, vielmehr eine EFT Jahresbegleitung, bei der wir deine Lernerfahrungen aus Entwicklungstrauma in einem sicheren Raum triggerfrei mit klopfen auflösen.)

Das ist sehr effektiv und macht allen Spaß. (Tatsächlich mache ich noch mit meiner ersten Gruppe über das Jahr hinaus weiter auf ihren Wunsch!) Ich bin selbst überrascht, wieviel Spaß mir die online-Arbeit mit einer Gruppe macht. Ich freue mich immer total, wenn ich die Live-Treffen mit meinen Intensivkurs-Gruppen habe. (Die nächste Gruppe macht sich übrigens im April 23 auf den Weg, falls du Lust hast, dabei zu sein).

Auch die Workshops machen mir Spaß. Im nächsten Workshop geht es darum, wie du achtsam und sicher klopfen kannst.

Hat „Das darfst du nicht!“ auch dein Leben beeinflusst? Wie immer freue ich mich, wenn du deine Erfahrungen mit uns teilst. Ich freue mich übrigens auch, wenn du meine Artikel teilst, wo auch immer.

Von Herzen,

Deine Monika

Image by Bittermuir from Pixabay 

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