Sind Sie ein Kontrollfreak?

Sind Sie ein Kontrollfreak?

Das ist keine schöne Frage, oder? Klingt irgendwie ziemlich unangenehm. Dieses Thema geistert schon seit Jahren durch meinen Hinterkopf.

Kontrolle hat immer eine Rolle gespielt

in meinem Leben. Lange Zeit vor allem, indem andere versucht haben, mich zu kontrollieren. Meine Mutter natürlich vor allem. Es wird zwar nicht so viel gesprochen oder geschrieben (zumindest ist das mein Eindruck), aber ich denke, dass Kontrolle in der Hochsensibilität eine ganz wichtige Rolle spielt. Ich hatte vor Ewigkeiten mal einen Blogbeitrag veröffentlicht mit dem Titel „Die drei schlimmsten Dinge„. In dem Artikel gibt es auch eine Umfrage, bei der bis jetzt 87,6 % aller Antwortenden angegeben haben, dass sie nicht sie selbst sein durften. Und dies kann ja nur geschehen, wenn Kontrolle ausgeübt wird, in welcher Form auch immer.

Immer, wenn wir etwas tun aus uns selbst heraus und wir werden dafür

kritisiert, bewertetet oder vielleicht sogar geschlagen,

versucht jemand uns zu kontrollieren. Jemand versucht dann, uns in eine bestimmte Richtung zu lenken. Was in uns das Gefühl entstehen lässt, wir dürfen nicht sein, wer wir sind, wir sollen keine eigenen Entscheidungen treffen. Was für ein Stress.

Ich habe erst im Verlauf der letzten Jahre verstanden,

dass Kontrolle einem Sicherheitsbedürfnis entspringt.

Und zwar der Person, die kontrolliert. Die kontrollierende Person versucht damit, sich zu schützen, davor, dass jemand sich auf eine Art und Weise verhält, die sie in irgendeiner Form bedroht. Ich habe früher z. B. auch versucht, Menschen dazu zu bringen, sich auf eine bestimmte Art und Weise zu verhalten, z. B. indem sie die gleichen Bücher lesen sollten wie ich.

Das kann durchaus krasse Formen annehmen.

Eine ganz klassische Form der Kontrolle, die Eltern ausüben ist z. B. die Wahl der Kleidung ihrer Kinder. Das klingt jetzt vielleicht erstmal nicht so schlimm und man könnte denken, das ist doch normal, dass Eltern die Kleidung ihrer Kinder aussuchen. Ich finde das nicht normal. Daraus ergeben sich außerdem sehr viele Konsequenzen für das eigene Leben.  Vieleicht haben Sie sich schon gedacht, dass ich damit mein ganzes Leben lang ein Thema mit meiner Mutter gehabt habe. Das erst durch ihren Tod zum Stillstand kam.

Als kleines Kind hat man mich weitgehend in Ruhe gelassen, ich musste zwar ab und an Kleider tragen (die hauptsächlich schrecklich waren, weil sie kratzten), aber ich durfte rumlaufen und aussehen wie ein Junge. Bis ich eine Tages meine heißgeliebte Badehose nicht mehr tragen sollte.

Das gehört sich nicht

war das Argument dazu. Ich weiß heute nicht mehr, wie viel oder wenig Busen man damals schon sah. Vermutlich eher wenig. Das ist auch nicht wichtig.

Jedenfalls war das

der Auftakt zu lebenslanger Kleidungs-Kontrolle.

Wenn ich es so recht bedenke, hatte die Kontrolle meistens mit dem Körper zu tun, also damit, dass man etwas von dem Körper sah, was man besser nicht hätte sehen sollen. Die Röcke waren zu kurz,  man konnte den Bauch sehen usw.

Ich weiß heute gar nicht mehr, wie ich es als Teenager geschafft habe, halbnackt herumzulaufen. So wie Teenager das nun mal tun. Ich glaube, man muss seinen neuen Körper vielleicht zeigen und ausprobieren, wie das auf andere wirkt? Jedenfalls gab es eine weiße Crepe-Bluse, die damals sehr modern waren. Sie war praktisch durchsichtig. Ich erinnere mich an Fahrradtouren, die ich alleine in dieser Bluse unternahm. Wie bin ich damit aus dem Haus gekommen? Meine Mutter hätte mich nicht gehen lassen,

wenn sie mich in diese Aufzug gesehen hätte,

das ist mal sicher.

Mein Auszug von Zuhause führte zu keiner Veränderung.

Es gab weiterhin häufig Bemerkungen und Kritik über mein Äußeres von meiner Mutter. Wenn es keine Worte gab, gab es eben Blicke, sehr beredete Blicke. Und das war wirklich schlimm für mich. Nach jeder Bemerkung fühlte ich mich irgendwie vernichtet,

total falsch.

Manchmal zog ich andere Sachen an, als ich eigentlich anziehen wollte, nur, um Bemerkungen aus dem Weg zu gehen. Ich fühlte mich so ohnmächtig, weil ich meine Mutter nicht daran hindern konnte, meine Kleidung zu kritisieren. Ich habe mich sogar einmal deswegen coachen lassen. Dabei kam aber nichts herum, außer, dass mir dämmerte, dass das Verhalten meiner Mutter nicht richtig ist.

In meinen 40ern begann ich mich zu wehren. Einmal sagte ich meiner Mutter, als wir gemeinsam unterwegs waren und sie schon wieder „so“ guckte: „Geh du vor, dann musst du mich nicht anschauen!“

Irgendwann habe ich ihr sogar per E-Mail

gedroht, den Kontakt abzubrechen,

wenn sie nicht aufhört, Bemerkungen über meine Kleidung zu machen. Das hat sie wohl erschreckt, denn sie gab sich dann eine Weile Mühe, ganz erfolgreich. Nur um irgendwann „zusammenzubrechen“ mit den Worten „Ich kann einfach nicht anders.“

Der Gipfel war, dass ich dann eine Partnerin bekam, die sich ganz genauso verhielt wie meine Mutter! Einmal war ich mit beiden unterwegs, da sagte eine von beiden, „du hast da einen Fleck“ (was ziemlich häufig vorkommt. Ich vermute, es liegt an schlechter Koordinationsfähigkeit meiner Gliedmaßen). Da habe ich zu beiden gesagt, „Ok, da habt ihr ja was, worüber ihr euch unterhalten könnt, ich gehe derweil mal weg.“ Und habe mich einfach ein paar Meter weiter gestellt. Wir haben dann alle darüber gelacht, aber natürlich war es nicht witzig.

Ich habe meiner Partnerin vielfach erklärt, dass das einzige, was sie damit erreicht, ist, dass ich mich schlecht und unzulänglich fühle und rein gar

nichts Positives aus ihren Bemerkungen ensteht.

Sie konnte trotzdem nicht damit aufhören.

Vor ein paar Wochen hat dieses Thema für mich eine ganz grundlegende Veränderung erfahren. Eigentlich eher im Vorbeigehen habe ich im Internet etwas aufgeschnappt. Den genauen Wortlaut weiß ich nicht mehr. Oder wer es gesagt hat. Jedenfalls war der Sinn: was bedeutet es, wenn du ein bestimmtes Kleidungsstück anziehen musst, damit jemand anderer sich wohlfühlt?

Das ist ganz tief in mich hineingefalllen. Das hat mich regelrecht erschüttert. Eines weiß ich jetzt: ich werde mir nie mehr Kleidungs-Kontrolle gefallen lassen!

Kennen Sie so etwas auch aus Ihrem Leben? Wie immer freue ich mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen.

Von Herzen,

Ihre

Monika Richrath

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Wie Sie sich mit der EFT-Klopftechnik in ein neues Lebensgefühl hineinklopfen

Wie Sie sich mit der EFT-Klopftechnik in ein neues Lebensgefühl hineinklopfen

Das ist eine echte Herausforderung für meine Hochsensibilität. Mein Leben fühlt sich im Moment als, als säße ich auf einem rasenden Zug, der immer mehr und mehr an Geschwindigkeit aufnimmt. Zwischendurch werden immer wieder einmal neue Waggons angehängt, was die Fahrt nicht verlangsamt, sondern beschleunigt. Stress pur.

Das hätte ich mir nicht träumen lassen, dass ich innerhalb so kurzer Zeit als Sprecherin auf vier verschiedenen Kongressen auftrete! Es ist natürlich sehr schön, auf das Thema Hochsensibilität aufmerksam machen zu können, und auf meine Arbeit mit dem Intensivkurs.

2010 habe ich meine erste Klopfausbildung angefangen. Die Idee, die

EFT-Klopftechnik mit dem Thema Hochsensibilität zu verbinden,

hatte ich relativ schnell. Es war eine sehr gute Idee, denn ich hatte ja das beste Studienobjekt für meine Zielgruppe, das man sich nur wünschen kann: mich selbst.

Auch wenn ich damals noch keine wirkliche Ahnung von Hochsensibilität hatte. Nur eines wusste ich: dass ich den Stress, die Ängste,

all das Unglück, aus dem mein Leben bestand,

das wollte ich nicht mehr. Obwohl ich natürlich fairerweise sagen muss, einen wirklich bewussten Entschluss mein Leben zu ändern, gab es nicht. (Das wurde wohl woanders entschieden.) Eines kann ich allerdings: Chancen wahrnehmen. Wenn mir etwas vor die Nase gesetzt wird, und ich weiß, oder merke, es ist gut für mich, dann packe ich zu. Und lasse nicht mehr los. Die Verbindung von Klopfakupressur mit dem Thema Hochsensibilität wurde mir übrigens genauso vor die Nase gesetzt. Die Idee für den Intensivkurs auch.

Ich hatte schon lange von einer Art Jahresgruppe geträumt, bin aber vor der eher hochpreisigen Natur zurückgeschreckt. Was irgendwie gut war, denn dann habe ich Andreas Goldemann getroffen und war sofort

fasziniert von seiner Art der Gruppenarbeit.

Ich wusste quasi sofort, dass ich meine Arbeit langfristig ähnlich ausrichten möchte. Das heißt, eine Form von thematischer Arbeit zu Hochsensibilität anzubieten, die zwar vom Angebot her allgemein, aber doch tiefgehend ist, aus der sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann individuell den größtmöglichen Nutzen ziehen können.

Irgendwann hatte ich meine Arbeit von Einzelstunden auf Sitzungspakete umgestellt. Was logischerweise dazu führte, dass ich meine Klientinnen und Klienten über einen mehr oder weniger langen Zeitraum in ihrem Leben begleiten konnte. Dabei hat sich herauskristallisiert, dass bei manchen Menschen sich innere Zustände etabliert haben, die

eine wirkliche Veränderung verhinderten,

auch wenn das Klopfen an sich durchaus wirkte.

Warum das so ist, bzw., worauf es ankommt, habe ich erst vor relativ kurzer Zeit verstanden. 2019 habe ich mich verliebt und das hat eine ganze Kaskade von Ereignissen in meinem Leben ausgelöst.

Letzten Endes hat es dazu geführt, dass ich begonnen habe, mich intensiv

mit dem Thema Trauma,

vor allen Dingen Entwicklungstrauma, zu beschäftigen. Ich habe nicht nur viel über Trauma gelernt, sondern habe selbst eine Traumatherapie begonnen. Was mir dabei geholfen hat, sehr viele Dinge in Sachen Hochsensibilität zu verstehen, z. B.

wo diese inneren Zustände herkommen,

die jegliche Veränderung sabotieren, auch wenn man sich das noch so sehr wünscht.

Und es wurde mir wieder ein passendes, aber sehr wichtiges Detail vor die Nase gesetzt, nämlich, wie man klopfen kann, für sich selbst klopfen kann, ohne dabei traumatische Trigger zu berühren und trotzdem Veränderung bewirken kann. Dabei geht es vor allen Dingen darum, in sich selbst ein Gefühl für Sicherheit aufzubauen. Zwei Dinge sind hierbei besonders wichtig:

Dies benötigt Zeit.

Man kann nicht über Nacht ein anderer Mensch werden. Ihr System hat sich in Ihrem aktuellen Zustand eingerichtet. Mag sein, dass es sich nicht gut anfühlt, aber es ist vertraut. Höchstwahrscheinlich wird sich Ihr System nur zögerlich auf Veränderung einlassen, aber das ist o.k. Sie benötigen diese Zeit.

Ich selbst habe diese Zeit natürlich auch benötigt. Wenn man aber bedenkt, dass ich 40–45 Jahre ein sehr unglücklicher depressiver Mensch war, und sich innerhalb von 1–2 Jahren fast täglichen Klopfens mein Leben vollkommen verändert hat, ist diese Zeitspanne sehr kurz.

In dieser Zeit habe ich herausgefunden, dass ich ein total fröhlicher, optimistischer Mensch bin.

Heute sprudele ich nur so über vor Lebensfreude

– meistens jedenfalls.

Was mich (vielleicht) von anderen Menschen unterscheidet, die keinen so durchschlagenden Erfolg mit der Klopfakupressur hatten, ist: Beharrlichkeit. Ich höre so oft von Menschen: „Ja, EFT kenne ich, habe ich mal gemacht, hat mir gut getan, hat gewirkt, habe ich aber aufgehört.“

Glauben Sie mir, ich bin gar nichts Besonderes. Es gibt nur einen Grund, warum ich es geschafft habe,

mich in ein ein ganz neues Lebensgefühl hineinzuklopfen:

ich bin einfach dabei geblieben! Die Klopfakukpressur entfaltet ihre stärkste Wirkung am besten langfristig. Das ist das ganze Geheimnis.

Was mich zu der letzten Zutat bringt: Klopfen mit Begleitung. Durch das Coaching habe ich schon gemerkt, dass Begleitung ein ganz entscheidender Faktor ist bei Veränderungsprozessen. Ich habe mir also Gedanken gemacht, wie ich Sie als Gruppe begleiten kann und dafür gute Lösungen gefunden.

Jetzt, wo alles beisammen ist, kann es losgehen:

mein Intensivkurs geht online!

Das Ziel des Kurses ist also, Ihnen die Möglichkeit zu geben, langfristig Stress, Überforderung und Erschöpfung aus der Hochsensibilität aufzulösen, damit Sie ein neues Lebensgefühl entwickeln können, in dem Sie sich sicher und wohl in sich selbst und der Welt fühlen können. Und damit das auch geschehen kann, ist der Kurs wirklich langfristig angelegt. Die einzelnen Module sind so aufgebaut, dass Sie zu dem jeweiligen Modulthema Informationen bekommen, es gibt eine u. a. eine jeweilige vorbereitende Übung zu der gemeinsamen Live-Klopfsession (die natürlich auch aufgezeichnet wird). Sie bekommen danach von mir eine Klopfanleitung bis zur nächsten Session. Alle zwei Wochen treffen wir uns online zu einer live Q+A Session, wo Sie mir Ihre Fragen stellen können.

Ich möchte noch betonen, dass in der Live-Klopfsession wir

alle gemeinsam an einem Thema arbeiten.

Ich habe hier ein sehr gut funktionierendes Workshop-Konzept entwickelt. Zu keinem Zeitpunkt werden wir die Themen einzelner Personen vor der Gruppe beklopfen. (Diese Arbeit von Gruppenarbeit ist in der Klopfergemeinde sehr verbreitet, finde ich aber für hochsensible Menschen vollkommen unpassend.)

Ihr täglicher Aufwand für den Kurs beträgt ca. 10–15 Minuten, aber Sie können natürlich auch mehr Zeit investieren. Es gibt in jedem Modul zahlreiche Bonustracks mit hilfreichen Übungen, die Sie je nach Belieben verwenden können, aber nicht müssen.

Der Kurs ist noch nicht vollständig fertig, was Ihnen die Gelegenheit gibt, die Inhalte noch mitzugestalten, wenn Sie das möchten.

Mir gibt es die Gelegenheit, Ihnen

den Kurs zu einem ganz unschlagbaren Preis anzubieten.

Ansonsten habe ich mir überlegt, den Kurs 4 mal im Jahr anzubieten, um Ihnen die Entscheidung für eine Teilnahme zu erleichern. Konkret bedeutet dies, dass Sie den Kurszugang vom 21. bis zum 27. April 2023 kaufen können. Sie können dann sofort starten. 

Mir ist wichtig, dass Sie sich ruhigen Gewissens für den Kurs entscheiden können. Es gibt kein Risiko für Sie. Sie können bis zu 30 Tage nach dem Kauf den Kurs zurückgeben, wenn es Ihnen nicht gefällt. Dann wird Ihnen der Betrag rückerstattet. Sie haben also nichts zu verlieren. Aber so unendlich viel zu gewinnen. Probeiren Sie es einfach aus. Ich zeige Ihnen, wie Sie entspannt Stress, Überforderung und Erschöpfung loslassen und in ein neues Lebensgefühl kommen können.

Am 21. April geht es los! Sind Sie dabei? Ich freue mich auf Sie!

Von Herzen, Ihre

Monika Richrath

 

Was ist Heilung?

Was ist Heilung?

Gibt es Heilung?

Diese Frage wurde neulich in einer Facebook-Gruppe gestellt,  in der ich Mitglied bin. Da stellt sich doch die Frage, was Heilung eigentlich bedeutet? Und sieht das nicht für jeden anders aus?

Bei Wikipedia fand ich den interessanten Ansatz, dass

Heilung je nach Kontext verschiedene Bedeutung hat.

In der Medizin wird Heilung definiert als Wiederherstellen der Gesundheit, als Erreichen eines vorherigen Ausgangszustandes.

In der Psychotherapie wird der Begriff der Heilung gleichgesetzt mit einer Wiederherstellung der psychischen Gesundheit. Das ist natürlich sehr viel schwammiger und lässt viel Raum für Spekulation.

Ich glaube aber, dass diese Bedeutungen häufig verwechselt werden, und dass ich selbst diese Begriffe auch lange Zeit verwechselt habe.

Als ich so zurückgedacht habe, ist mir klar geworden, dass ich

Heilung  als eine Art „Wischtechnik“ begriffen habe.

Heilung bedeutete für mich etwas Ungutes wegzumachen, wegzuwischen. Um einen Zustand wiederherzustellen, in dem eine bestimmte Sache niemals passiert ist. Nur, wenn ich „geheilt“ wäre, wäre wieder alles gut, und ich könnte mit meinem Leben weitermachen.

Ganz schön naiv bin ich gewesen,

denke ich mir heute. Außerdem habe ich Heilung auch häufig gleichgesetzt mit „Ganzsein“. Das ist verständlich. Und wünschen wir uns nicht alle, ganz zu sein?

Das Problem an der Sache ist, dass ich, was mich betrifft, trotzdes Wunsches mich als „ganz“ zu empfinden, mich doch niemals so empfand.

Es kam mir im Gegeneil so vor, als sei ich eigentlich nur halb. Schon von Anfang an habe ich versucht, so wenig Raum einzunehmen wie möglich. Ich glaube schon, dass es da

einen Zusammenhang mit Hochsensibilität

gibt. Jedenfalls erinnere ich mich, dass ich schon als Kind darüber gestresst und betrübt war, dass „ich so wenig Raum einnehme“. Für ein Kind sind das, glaube ich, nicht so sehr typische Gedanken. Oder kennen Sie so etwas aus Ihrem eigenen Leben?

Beim Schreiben dieses Artikels wird mir klar, dass es diesen einen Moment, an dem ich mich als „heil“ hätte empfinden können, gar nicht gab.

Ja natürlich. Man kann mir entgegenhalten, dass ich mich unmöglich an meine ersten Jahre erinnern kann und folglich gar nicht wissen kann, was früher war. Das weiß ich natürlich nicht. Ich kann mich nur auf mein jetziges, aktuelles Gefühl verlassen. (Und ja, es ist mir bewusst, dass ich es mir in bestimmten Überzeugungen eingerichtet habe. Dass diese Überzeugungen irgendwann sicherlich veränderbar sind, aber jetzt gerade nicht.)

Was ich heute äußerst

naiv an meiner Vorstellung von Heilung finde,

ist, dass sie das Leben viel zu statisch sieht. Im Grunde genommen wird in dieser Vorstellung das Leben an sich vollkommen ausgeklammert. Das Leben ist einfach nicht so, dass man einfach etwas auf „Reset“ setzt und alles ist wie vorher.

Das Leben ist kein linearer Prozess. Es bildet vielmehr Schlaufen, Schleifen, Kurven, läuft rückwärts oder parallel.

Leben ist ein durchaus chaotischer Prozess.

Aber in und mit diesem Prozess verändern wir uns und wachsen. Vor einiger Zeit habe ich irgendwo gelesen, dass bei den – ich glaube, es waren Aborigines – Menschen nach einer Krankheit einen neuen Namen erhalten. Ich fand das sofort logisch, weil es meinem eigenen Erleben ziemlich nahe kommt.

Erst als ich begonnen habe, mich mit Trauma zu beschäftigen, hat sich mein Begriff von Heilung verändert.

In der Trauma-Arbeit bedeutet Heilung vielmehr „Integration“.

Dies bedeutet, dass belastende Erfahrungen in der eigenen Geschichte nicht mehr als chaotische, verstörende Einzelerlebnisse herumgeistern, sondern dass sie eine Erklärung bekommen, und einen Platz in der eigenen Biografie.

Was bedeutet, dass man zu einem Leben zurückkehrt, in dem gewissen Erfahrungen nicht ausradiert sind, sondern in dem man durch die Erfahrungen verändert wurde. Integration bedeutet immer voranzugehen.  Weiterzumachen. Sich der Erfahrungen bewusst zu sein, ohne von ihnen in massiver Weise beeinträchtigt zu werden (Obwohl es natürlich auch eine Definitionsfrage ist, was man als beeinträchtigend erlebt.).

Ich selbst stehe immer noch

am Anfang meiner Trauma-Reise.

Aber eines habe ich doch schon begriffen: dass wir einen sehr hohen Preis zahlen, wenn wir versuchen, unsere Gefühle abzuspalten und uns tot zu stellen. Und so erlebe ich Heilung persönlich gerade auch als die Fähigkeit und Bereitschaft, mich mit Gefühlen zu beschäftigen, die ich mir lange Zeit meines Lebens versagt habe.

Die Klopfakupressur bzw. das Klopfen haben mir auf diesem Weg unschätzbare Dienste geleistet. Weil ich durch das Klopfen herausgefunden habe, wie viel Freude eigentlich in mir steckt.

Und was bedeutet Heilung für Sie?  Wie immer freue ich mich, wenn Sie Ihre Meinung mit uns teilen.

Von Herzen, Ihre

Monika Richrath

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Fühlen verboten –  wenn Eltern regelmäßig Alkohol trinken

Fühlen verboten – wenn Eltern regelmäßig Alkohol trinken

Eigentlich ist es unglaublich, dass ich mich noch nie mit dem

Thema Alkohol und Alkoholismus,

als Familienkrankheit beschäftigt habe.

Vielleicht ist es auch ganz typisch für das Thema Alkoholsucht, dass es einerseits auf sehr schreckliche Weise präsent ist. (Im Netz habe ich die Information gefunden, dass 6,7 % der 18–64jährigen Bevölkerung in Deutschland Alkohol in riskanter Weise konsumiert, wovon zwischen 1,6 und 2,7 % als alkoholabhängig gelten.) Auf der anderen Seite wird es aber relativ wenig thematisiert. In den sozialen Netzwerken ist mir hierzu noch nie ein Artikel begegnet.

Natürlich habe ich auch einen eigenen Zugang dazu, denn

ich bin das erwachsene Kind eines Alkoholikers.

Ich hatte durchaus schon seit Jahren auf dem Schirm, dass ich irgendwann, eines fernen Tages, mal über Alkoholismus schreiben muss.

Vor kurzem habe ich den Beitrag 10 belastende Kindheitserfahrungen veröffentlicht und eine dazu passende Umfrage erstellt. Es war mir schon klar, dass Alkoholismus in der Familie auf jeden Fall zu den Faktoren gehört, die zu belastenden Erfahrungen in der Kindheit beitragen und als Folge ein Entwicklungstrauma begünstigen. Als ich mir nach einer Zeit die Antworten ansah, war ich geschockt, dass

mehr als die Hälfte

angegeben hatten, dass sie mit einem süchtigen Elternteil aufgewachsen sind. Aufgrund dessen habe ich mir das Buch Familienkrankheit Alkoholismus* von Ursula Lambrou angeschafft.

Das war wie eine Offenbarung.

Wieder sind eine ganze Reihe von Puzzleteilchen meines Lebens an ihren Platz gefallen. Weil mir einfach nicht bewusst war, dass Kinder grundsätzlich am meisten darunter leiden, und welchen Stress es für sie bedeutet, wenn ihre Eltern trinken. Zumindest nicht das Ausmaß und die Folgen, die sich durch elterlichen Alkoholismus für Kinder ergeben.

Denn wenn Eltern alkoholkrank sind, werden

Kinder automatisch vernachlässigt.

Punkt. Der nicht trinkende Elternteil (sofern vorhanden) wird sich immer mehr um den trinkenden Elternteil kümmern und sorgen. Für die Kinder bleibt dann nicht mehr viel Aufmerksamkeit übrig. Die laufen dann eher so mit.

Eine Folge der Vernachlässigung in der Kindheit ist,  dass in den Kindern schon früh ein Gefühl von Wertlosigkeit entsteht, weil man nie wichtig genug zu sein scheint. Weil die anderen offenbar immer wichtiger sind.

Kinder, die in einem solchen Umfeld aufwachsen, entwickeln ganz typische Verhaltensweisen, die auch im Zusammenhang mit Hochsensibilität häufig vorkommen. Eine sehr wichtig Ursache ist:

Es gibt kaum/keinen Schutz.

Der trinkende Elternteil entwickelt sich zu einer möglichen Gefahrenquelle für die Kinder. Unvorhersehbares Verhalten,  Aggressivität  können dazu führen, dass Menschen, die mit viel Aggressivität in der Familie aufwachsen, den Zugang zu Wut nicht nur nicht mehr finden, sondern vollkommen verlieren. Was kein Wunder ist, wenn sie die Erfahrung von Kontrollverlust mehrfach erlebt haben. Der nicht trinkende Elternteil ist oft nicht in der Lage, die Kinder zu (be)schützen.

Es muss aber gar nicht sein, dass es tatsächliche Gewaltausbrüche gibt. Mein Vater war kein Schläger. Zwar gab es hin und wieder sog. (sehr schmerzhafte) Kopfnüsse, aber ich habe nicht das Gefühl, wirklich geschlagen worden zu sein. Trotzdem war in meiner Familie

latente Gewalt vorhanden

jedenfalls zu einem bestimmten Zeitpunkt, und es gab keinen Ort, an dem man wirklich sicher gewesen wäre.

Irgendwie waren beim Streichen der Türen alle Schlösser überpinselt worden, mit dem Ergebnis, dass es nicht ein Zimmer gab, das man hätte abschließen können. Wir haben uns beholfen, indem wir einen sehr schweren Schreibtisch vor die Tür des Kinderzimmers gestellt haben. Wir zwängten uns durch einen sehr engen Spalt hinaus und hinein.

Eines Abends hat mein Vater tatsächlich versucht, hereinzukommen, gab aber gleich auf, als er den schweren Gegenstand hinter der Tür spürte. Was er bei uns wollte? Keine Ahnung.

Eine Erfahrung, die ich mit vielen anderen traumatisierten Menschen teile, ist die, dass wir es kaum aushalten können,

wenn Menschen sich unvorhersehbar verhalten.

Da kann man sehr schnell getriggert werden. Auch durch scheinbare Kleinigkeiten. Die in den Augen anderen Menschen (ohne Trauma Hintergrund) eher unverständlich wirken.

Alkohol und Alkoholismus zuhause fördern HochsensibilitätWenn Alkoholismus eine Rolle spielt

in unserer Familie, spielen wir als Kinder kaum eine Rolle. Alles dreht sich um den trinkenden Elternteil. Unsere Wünsche, Erlebnisse und Bedürfnisse werden nicht beachtet. Sie scheinen für unsere Eltern nicht weiter wichtig zu sein.

Dies schränkt unsere natürliche Entwicklung ein. Wir können uns nicht richtig entfalten. Zum einen deshalb, weil uns kein Gefühl für den eigenen Wert vermittelt wird. (Was bedeutet, dass wir keine Selbstliebe, Selbstachtung und vielleicht auch kein Selbstbewusstsein entwickeln können.) Zum anderen aber

verlieren wir den Zugang zu unseren eigenen Gefühlen

nach und nach. Zuerst verstecken wir unsere Gefühle vor unseren Eltern und später vor uns selbst.

Wir sehnen uns weg.

Ich wollte immer von Zuhause weglaufen und habe Bücher verschlungen, in denen Kinder von zuhause wegliefen. Das waren meine Lieblingsbücher. Weil die jeweiligen Protagonist*innen den Mut dazu hatten. Was mich angeht, so gab es kleine Versuche abzuhauen, aber ich bin immer wieder nach Hause gekommen, freiwillig. Und so rechtzeitig, dass niemand etwas gemerkt hat. Ich glaube, ich wollte meiner Mutter keinen zusätzlichen Kummer bereiten.

So oder so, in einem Alkoholiker Haushalt

dreht sich alles um Geheimhaltung.

In erster Linie geht es darum, dass Menschen außerhalb nicht davon erfahren sollen, was in der Familie vor sich geht. „Das geht andere nichts an!“ Kennen Sie diesen Satz?

Als Kind hat man in einem derartigen Familiensystem die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass dies so bleibt.

Die Geheimhaltung setzt sich dann weiter fort, indem nicht über Gefühle gesprochen wird.

Bis das Fühlen selbst ein Problem wird.

Etwas zu fühlen, würde ja bedeuten, dass man sich der Vorgänge in der Familie äußerst bewusst bleibt.

Viele Kinder in einer solchen Lage entscheiden sich dann für eine Form des inneren emotionalen „Totstellens“. Für die Kinder geht es um existentielle Fragen, sie bekommen dann das Gefühl, um ihr Überleben kämpfen zu müssen.  Von daher müssen sie Überlebenstechniken entwickeln um mit schwierigen Situationen umgehen zu können. Nichts mehr zu fühlen ist eine solche Strategie.

Eine andere, sehr probate Technik (Und ich bin sicher, dass Sie hier besonders aufmerken werden), ist

das Übernehmen von Verantwortung.

Ohnmächtig, handlungsunfähig zu sein ist ein schreckliches Gefühl. Handeln zu können, etwas zu tun, scheint ein guter Weg aus Chaos, Angst und Unordnung heraus zu sein.

Dieses Verhalten kann sich aber im Laufe des Lebens verselbstständigen. Wenn wir immer Verantwortung übernehmen. Auch solche, für die wir gar nicht zuständig sind. Oder um die Dinge am Laufen zu halten, usw.

Wenn wir uns als Kinder immer wieder in Situationen wiederfinden, in denen wir keine Kontrolle haben, können wir das Überlebensmuster entwickeln,

alles unter Kontrolle haben zu wollen.

In einem gewissen Maß mag uns das gelingen. Aber letzten Endes ist das Leben nicht kontrollierbar. Menschen auch nicht. Besonders schrecklich ist es, dass wir anderen Menschen dann das antun, was uns selbst als Kind angetan wurde, als wir nicht wir selbst sein konnten. (Dazu habe ich noch eine andere Umfrage erstellt, die Sie hier finden).

Ganz wichtig ist natürlich, dass

wir kein Vertrauen in unsere Gefühle entwickeln können.

Es bedeutet auch, dass wir die Verbindung zu unserem Körper nicht mehr herstellen können und ihn verlassen, weil Fühlen einfach weh tut. Kein Wunder eigentlich, dass so viele hochsensible Menschen mit Schmerzen zu tun haben später in ihrem Leben.

Die jahrelange Geheimhaltung führt letzten Endes auch zu

Angst vor Nähe.

Es kann dabei durchaus sein, dass wir uns nach Nähe sehnen, sehr intensiv sogar, aber meistens ziehen wir dann eher die falschen Partner und Partnerinnen in unser Leben, die ebenfalls keine Nähe erfahren haben. So ist eine Neuauflage des alten Leids quasi schon vorprogrammiert. Dazu habe ich schon einmal einen Artikel geschrieben „Warum verliebe ich mich immer in den/die Falsche*n„.

Es braucht sehr viel persönliche Entwicklungsarbeit um hier etwas zu verändern. Es ist aber möglich. Das zählt letzten Endes. Mir hat die Klopfakupressur dabei geholfen, einen Zugang zu meinem eigenen Wesen zu finden und mich auf den Weg zu machen. Nach und nach habe ich gelernt, mit den Schwierigkeiten aus dem Entwicklungstrauma (was häufig eine Ursache von Hochsensibilität ist, bzw. sich häufig hinter dem persönlichen Erleben von Hochsensibilität verbirgt, besser umzugehen. Denn es ist nie zu spät, damit zu beginnen, sich das Leben leichter. zu machen Wenn Sie also Lust haben, mal in die Klopfakupressur hineinzuschnuppern, melden Sie sich zu einem meiner kostenlosen Kurse an.

Puh, das war jetzt ganz schön viel Input. Toll, wenn Sie bis zum Schluss durchgehalten haben!

Vielleicht mögen Sie Ihre Erfahrungen in Sachen Alkohol und Familie mit uns teilen?

Von Herzen, Ihre

Monika Richrath

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Was Hypnose und Trance in uns bewirken

Was Hypnose und Trance in uns bewirken

Hochsensibilität ist ja meist mit einem Übermaß an Stress und Überforderung verbunden. Von daher finde ich alle Methoden interessant, die beim Abbau von Stress helfen können. Hypnose kann das auch. Aber noch viel, viel mehr.

Ich hätte mir niemals träumen lassen können, dass ich einmal mit Hypnose und Trance zu tun haben könnte. Lange habe ich Hypnose betrachtet wie Magie, etwas, das außergwöhnlicher Fähigkeiten bedarf. Außerdem erschien mir Hypnose auch abschreckend durch das, was ich als junge Erwachsene im Fernsehen als Showhypnose gesehen hatte. Mich anderen Menschen so auszuliefern empfand ich für mich als unvorstellbar. Vermutlich weil ich mich ohnehin

durch die Hochsensibilität als ausgeliefert empfand

– selbst wenn es mir damals noch nicht bewusst war. Jedenfalls habe ich meine Abneigung gegen Hypnose wie Milliarden anderer Menschen über Jahrzehnte gehegt und gepflegt. Umso überraschter war ich, als ich 2009 entdeckte, dass in meiner Coaching-Ausbildung in der Präsenzwoche auch Hypnose auf dem Lehrplan stand. Ehrlich gesagt habe ich da schon geschluckt.

Ich und Hypnose!

Es war dann aber ganz anders als gedacht. Nach einer relativ kurzen Einweisung sollten wir das selbst in Kleingruppen ausprobieren. Ich war unglaublich aufgeregt. Daran erinnere ich mich noch sehr gut. Aber dann wusste ich nach ungefähr zwei Minuten, dass es mir gefällt. Überraschung!

Ich bin von der Fortbildung weggefahren mit dem Gefühl, dass ich offenbar ein Händchen dafür habe. Außerdem hatte ich mich währenddessen unglaublich gut und richtig gefühlt (sowohl als Übende als auch als Übungsobjekt). Darüber hinaus war meine Übungspartnerin, die ich in Trance versetzt hatte, hochzufrieden. Damals wusste ich noch nicht,  dass grundsätzlich

theoretisch jeder Mensch in Hypnose versetzt werden kann.

Allerdings wohl nicht in gleichem Maße. Studien weisen darauf hin, dass 10–15 % aller Menschen besonders auf Hypnose reagieren, weil sie eine große Vorstellungskraft haben. Umgekehrt gibt es einen ebenso großen Prozentsatz an Menschen, die aus den verschiedensten Gründen nicht gut hypnotisierbar sind.

Trotz der theoretisch vorhandenen grundsätzlichen Hypnotisierbarkeit von Menschen gibt es eine ganze Reihe von Kontraindikationen, z. B. bei Beeinträchtigungen oder Veränderungen der Gehirnfunktionen wie Psychosen, Borderline-Störungen, Bipolarität, Depressionen, Persönlichkeitssstörungen, Epilepsie, Parkinson usw. Außerdem gibt es gewisse körperliche Umstände, die gegen eine Hypnose sprechen, z. B. schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie Schlaganfall oder Herzinfarkt, Thrombose und Suchtmittelerkrankungen (außer Rauchen).

Ich war jedenfalls so geflasht von meinen Hypnoseerlebnissen während der Coaching Ausbildung, dass ich mich später für eine Grundausbildung in Hypnose anmeldete. Es war sehr schnell klar, dass Hypnose an sich gar nichts mit Showhypnose zu tun hat – ganz im Gegenteil, dies ist ein ganz eigener Bereich.

Jedenfalls geht es in der Hypnose nicht darum, den eigenen Willen aufzugeben, ganz im Gegenteil: In meiner ersten Hypnose habe ich mich sogar richtig geärgert über irgendetwas, was meine Übungspartnerin machte, womit ich nicht einverstanden war!)

In der therapeutischen Hypnose geht es vielmehr darum, die Verbindung zu sich selbst zu stärken und Vertrauen zu sich selbst zu gewinnen.

Was ist denn Hypnose eigentlich?

Hypnose ist eine Methode, mit der ein ganz besonderer Bewusstseinszustand erreicht werden kann, der zwischen Schlaf und Wachbewusstsein liegt.

In der Hypnose kann man Stress loslassen und Ideen entwickelnDieser ganz besondere Zustand wird Trance genannt.

Man ist nicht mehr zu 100 % wach, aber bekommt doch noch fast alles mit. Ein Zustand, der vergleichbar ist mit dem Halbschlaf, in dem man sich morgens vor dem Aufwachen oder abends vor dem Einschlafen befindet. Also ein Zustand, den Sie kennen.

Die äußere Realität entfernt sich, wir denken nicht mehr kritisch-analytisch. Statt dessen intensiviert sich unser inneres Erleben. Unsere Informationsverarbeitung geschieht nun über Bilder und Sinne.

In der Trance treten wir in einen intensiven Kontakt mit uns selbst,

können intensiv Entspannung, Selbstvertrauen, Gelassenheit, Kraft, Sicherheit, Beruhigung usw. erfahren.

Worte und Bilder wirken im Trancezustand viel stärker als im Wachbewusstsein, dadurch fällt es uns viel leichter etwas in unserem Leben zu verändern. Weil Hypnose sich an das Unterbewusstsein wendet, wo dort gespeicherte Programmierungen aufgelöst und durch neue ersetzt werden können.

Jeder Mensch erlebt Hypnose anders.

Dies hängt von der individuellen Arbeitsweise des Gehirns und des Nervensystems ab,  ebenso wie von der Trancefähigkeit, der Tagesform usw.

Ich selbst erlebe Trancezustände wie „Auf Reise gehen“, daher finde ich den Begriff Trance-Reise sehr passend. Als ich begann, Hypnose-Audiodateien anderer Menschen zu hören, stellte ich mir anfangs immer vor, ich gehe durch den Wald auf einem Weg, der stetig abwärts führt …

Die Reise beginnt mit einer mehr oder weniger langen Entspannung zur Einleitung, gefolgt von Vorschlägen zu einem bestimmten Thema. Längere Phasen, in denen überhaupt nicht gesprochen wird, sind übrigens ein Teil des Prozesses, der zur Vertiefung dient. Schließlich taucht man nach einer Ausleitung wieder auf. Sollte man eingeschlafen sein, wacht man irgendwann einfach wieder auf. Ich bin dann meistens erholt und deutlich fitter als vorher.

Der Trancezustand ist dabei nicht einheitlich.

Es gibt leichte, mittlere und tiefe Trancezustände, in denen man vielleicht die Stimme des/der Hypnotisierenden nicht mehr hört.  Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man sich während einer Trance-Reise ganz natürlich zwischen diesen verschiedenen Zuständen bewegt. Zum Beispiel kann man das Gefühl haben, jetzt könnte man die Augen öffnen, um gleich darauf wieder tiefer abzutauchen.

Die Trance sorgt auch für physiologische Veränderungen im Körper.

Zum Beispiel sinken Blutdruck und Pulsfrequenz und die Muskeln entspannen sich. Das Immunsystem wird stimuliert und die Hirnströme werden beeinflusst. In der Hypnose verändern sich Gehirnwellen vor allem zu Theta-Wellen.

Ich empfinde es schon dem Schlaf als sehr ähnlich, wo man sich ja auch auf verschiedenen Ebenen bewegt. (Allerdings ist natürlich klar, dass dies völlig unterschiedliche Zustände sind.) Die Muskelentspannung sorgt dafür, dass ich mich in einer Trance phasenweise nicht bewegen kann. (Im Schlaf ist das ja auch so, bloß bekomme ich da nichts davon mit.) Beim ersten Mal fand ich das etwas beunruhigend, aber da ich nun weiß, dass es normal ist, verschwende ich keine Gedanken mehr daran.

Wie fühlt sich ein Trance-Zustand an?

Wie gesagt, jeder erlebt das anders. Für mich ist es wie ein weiches Dahingleiten, während ich wie auf Wolken gebettet bin. Ab und zu geht es weiter nach oben, ab und zu tauche ich ab nach unten. Streckenweise bin ich einfach richtig weg. Den Zustand der intensiven Zugewandtheit zu sich selbst empfinde ich als unglaublich schön.

Was geschieht bei Trance im Gehirn?

Durch bildgebende Verfahren weiß man heute, dass in einem Trancezustand die Hirnbereiche besonders aktiv sind, die für Sehen, Fühlen und Bewegen zuständig sind. (Im Gegenzug dazu sind die Bereiche, die für Vernunft, kritisches Denken und Entscheidungen zuständig sind, heruntergefahren.) Diese Bereiche verhalten sich während einer Hypnose genau so, als würden wir etwas live erleben! Für das Gehirn ist etwas, was wir uns vorstellen, genauso wirklich wie etwas, was wir erleben. Darum wirken in der Trance sog. Suggestionen oder Vorschläge so gut.

Ich habe irgendwann angefangen, selbst Trance-Reisen zu erstellen. Bei Trance-Reisen und geführten Meditationen geht es wirklich um ganz persönliche Vorlieben, z. B. ob es Musik gibt im Hintergrund oder ob man die Stimme von jemandem mag oder nicht. Mir waren die meisten Stimmen nicht angenehm.

Vor einiger Zeit habe ich den Intensivkurs Besser umgehen mit Hochsensibilität (natürlich mit Klopfakupressur)erstellt. Einerseits ist es ein Selbstlernkurs, andererseits betreue und begleite ich mit dem Kurs die Teilnehmer:innen über einen längeren Zeitraum. Ganz wunderschön!

Sicherheit spielt in der Hochsensibilität eine besonders wichtige Rolle, meistens vor allem als nicht oder wenig vorhanden. Darum habe ich eine Trancereise erstellt, die „Dein sicherer Ort“ heißt, die ein Bonustrack aus dem Kurs ist. Vielleicht haben Sie Lust, diese Trance-Reise einmal auszuprobieren. Mittlerweile gibt es sogar auf mehrfachen Wunsch eine kleine Hörprobe. So können Sie zumindest ausprobieren, ob meine Stimme Ihnen angenehm ist. Das Praktische daran ist, dass man nichts weiter tun muss, als sich die Datei über einen längeren Zeitraum täglich anzuhören. Das ist eine gute Gelegenheit, ein kleines Selbstliebe-Ritual zu etablieren.

Haben Sie Erfahrungen mit Trance-Reisen? Wie immer freue ich mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen.

Von Herzen, Ihre

Monika Richrath

Image by Sarah Richter from Pixabay (Beitragsbild)

Image by Arek Socha from Pixabay 

Mutterlos

Mutterlos

Vor ziemlich genau 5 Jahren ist meine Mutter gestorben. Seit ihrem Tod hat sich unser Verhältnis zueinander immer wieder verändert und gewandelt. Grund genug um einmal eine Art Zwischenbilanz zu ziehen. Möglicherweise bin ich auch nach fünf Jahren immer noch nicht „am Ende“ angekommen. Ich habe so viel gelernt über Hochsensibilität im letzten Jahr, aber auch über Trauma und es ist unmöglich für mich, beides voneinander zu trennen. Das liegt sicher an den belastenden Kindheitserfahrungen.

Mein Verhältnis zu meiner Mutter war immer sehr schwierig.

Sehr beladen mit unausgesprochenen und unaussprechlichen Dingen. Ich habe ihr immer irgendwie gegrollt, jahrzehntelang, ohne genau zu wissen, warum. Im Nachhinein denke ich, dass meine Mutter diesen Groll auch gespürt haben muss. Allerdings wurde er nie thematisiert. Wenn ich eins von meiner Mutter gelernt habe, dann das, wie man Dinge ausschweigt.

Immer habe ich das Gefühl gehabt, um meine Geburt ranke sich ein Geheimnis. Als Kind und Jugendliche habe ich oft das Gefühl gehabt, gar nicht zur Familie zu gehören, vielleicht bei der Geburt vertauscht worden zu sein. (Vielleicht kennen andere hochsensible Menschen das Gefühl, dass da keine Liebe ist, ja auch?) Vielleicht war mir schon

sich auf das neue Baby freuen war für meine Mutter nicht möglichals Kind bewusst, dass etwas fehlte, dass ich einsam war.

Einmal haben wir (einige meiner Geschwister und ich) unsere Mutter gefragt, für wieviel Geld sie uns verkaufen würde. Weiß der Geier, wie wir darauf kamen. Meine Mutter hat gelacht und gesagt, sie würde uns niemals verkaufen, wir seien doch ihr Liebstes auf der Welt. Ich weiß noch genau, wie erleichtert ich da war. Wie sich ein gewisser emotionaler Stress auflöste. „Sie liebt uns also doch“ habe ich gedacht. Ich hatte zwar nicht wirklich angenommen, dass sie uns verkaufen würde, aber offenbar habe ich mich in meinen ersten Kindheitsjahren emotional in einer Art Niemandsland bewegt.

Ich weiß nicht mehr genau, wie alt ich damals war. Vielleicht sieben oder acht Jahre, nicht mehr klein und noch nicht groß. Aber in gewissem Sinne hatte ich überhaupt keinen festen Boden unter den Füßen. Bis zu diesem Moment hatte es schon mehrere schwerwiegende Bindungsabbrüche gegeben.

Heute denke ich, dass diese Zeit vor allem

durch Bindungslosigkeit und Verbindungsstörungen geprägt

war. Demzufolge hatte ich überhaupt keine Vorstellung davon, was ich anderen Menschen bedeuten könnte.  Bis Mitte 40 (bevor ich die Klopfakupressur und Klopfen entdeckte), war ich mir überhaupt nicht sicher, dass überhaupt jemand, irgendjemand zu meiner Beerdigung kommen würde.

Heute weiß ich, dass dieses Gefühl einer (vielleicht krankhaften?) Bindungslosigkeit u. a. auch daher rührt, dass es bis auf den einen, eben erwähnten Augenblick, niemals ganz direkte Liebesbezeugungen gab. Nie habe ich so etwas gehört wie „Ich hab dich lieb.“ Das hat Spuren hinterlassen.

Ehrlich gesagt, weiß ich nicht,

ob sich diese Wunde jemals wirklich schließen wird.

Vor kurzem habe ich noch einmal den Film „Lion“* gesehen, den ich sehr mag. Jedes Mal heule ich Rotz und Wasser. Vor allem weil Saroo, um dessen Lebensgeschichte es hier geht (durch unglückliche Umstände von seinem Heimatland Indien nach Tasmanien verschlagen, wo er adoptiert wird) sich sein ganzes Leben lang der überschwänglichen und grenzenlosen Liebe seiner biologischen Mutter bewusst bleibt. Eine Liebe, die ich von meiner Mutter nicht bekommen habe.

Trotzdem haben sich Dinge verändert.

Ich habe meinen Groll losgelassen. Das ist ganz automatisch ohne mein Zutun geschehen, durch die Krankheit meiner Mutter.In der Hochsensibilität spielt Stress in der Pflege eine besondere Rolle

Ich habe herausgefunden, dass es keine Geheimnisse gibt um meine Geburt. Nur Überforderung im Alltag. Und eben auch, dass meine Mutter sich  aufgrund der Überforderung weder über die Schwangerschaft, noch auf mich gefreut hat. Vielleicht wollte meine Mutter mich auch nicht, das kann ich nicht mehr herausfinden. Und das will ich auch gar nicht genau wissen. Das, was ich weiß, ist schon schwierig genug für mich.

In den vergangenen fünf Jahren habe ich natürlich versucht, klarzukommen, mit dem, was ich herausgefunden habe. Das Tool meiner Wahl war dabei Matrix Birth Reimprinting von Sharon King (über das du auf meinem Blog mehrere Artikel finden kannst) und ich habe mir dazu professionelle Hilfe gesucht.

 Image by Schmidsi from Pixabay

Ein sehr wichtiger Teil von Matrix Birth Reimprinting ist es, dass man die Umstände seiner Geburt verändert und ich habe davon reichlich gebraucht gemacht. Zum Beispiel kam ich in einer wahnsinnig gemütlichen Baumhöhle zur Welt. Ähnlich wie die Wohnung von Kaninchen in Winnie the Poo, mein Vater, meine Geschwister sind alle da. Ich konnte ein Bonding direkt nach der Geburt mit meinem Vater nachholen, aber mit meiner Mutter gab es kein Bonding. Und ich habe über mehrere Jahre hinweg mehrere Sitzungen gehabt.

Zuguterletzt habe ich mich entschieden, noch einmal geboren zu werden und

neu geboren werden in einem baumhaus

Image by Schmidsi from Pixabay

mich selbst in Empfang zu nehmen.

Meine Mutter einfach loszulassen. Das war eine wunderschöne Sitzung, die in mir sehr viel verändert hat. Ich war so erleichtert. Danach hatte ich auch nicht mehr das Bedürfnis, dieses Thema zu bearbeiten.

Allerdings arbeitet es offenbar noch im Unterbewusstsein oder im Unbewussten. Vor einiger Zeit habe ich ja begonnen, mich endlich mit den traumatischen Ereignissen meines Lebens zu beschäftigen. Das führt offenbar dazu, dass ich das Gefühl habe, ich hätte überhaupt nie eine Mutter gehabt! Und dass mir das Gefühl trotz einer großen Familie allein zu sein, sehr präsent ist. Darum fühle ich mich gerade sehr mutterlos.

Natürlich habe ich auch Dinge von meiner Mutter bekommen. Sehr gute Dinge. Sie hat immer unsere Kreativität gefördert. Interesse an Kunst geweckt. Interesse an allem. (Heute glaube ich, dass meine Mutter eine Scannerin war.) Und sie hat mir diese wahnsinnigen spirituellen Erfahrungen geschenkt, die ich mit ihrem Tod und Sterben machen konnte. Erfahrungen, die mich auf immer verändert haben.

Aber es bleibt auch dabei, dass ich erst nach ihrem Tod das Gefühl hatte, jetzt wirklich frei zu sein, mein eigenes Leben zu leben. Das Leben ist wirklich voller Überraschungen.

Es kann natürlich sein, dass sich das alles noch einmal ändert, aber im Augenblick fühlt es sich nicht so an für mich.

Wie geht es dir mit deiner Mutter? Kennst du ähnliche Gefühle? Wie immer freue ich mich, wenn du mir schreibst.

Von Herzen,

Unterschrift Monika Richrath

Bild von Free-Photos von Pixabay 

 

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