Entwicklungstrauma heilen: Klopfen mit dem Vagus Nerv

Entwicklungstrauma heilen: Klopfen mit dem Vagus Nerv

Wie kann man Entwicklungstrauma durch belastende Kindheitserfahrungen mit Klopfen heilen? Geht das überhaupt? Und was hat der Vagusnerv mit alldem zu tun?

Die Frage, wie man Entwicklungstrauma heilen kann

wird im Netz oft gestellt. Bevor ich darauf eingehe (und auch, wie man das erreichen kann) stellt sich natürlich die Frage:

Was ist ein Entwicklungstrauma eigentlich?

Um Resilienz zu entwickeln und adäquat auf das Leben und die Welt reagieren zu können, müssen wir gewisse (emotionale) Lernerfahrungen machen, z. B. die Erfahrung auf dieser Welt willkommen zu sein, angenommen werden,  geliebt, geborgen zu sein usw. Nun ist es aber so, dass viele von uns Eltern haben, die durch den zweiten Weltkrieg, den sie als Kind oder Jugendliche:r erlebt haben, ein Trauma erlitten und diese Traumatisierung nicht aufgearbeitet haben. Für viele von uns bedeutet dies, dass wir als Kind zu wenig Aufmerksamkeit bekommen haben.

Zu den Symptomen der Traumafolgen gehören

z. B. ein Gefühl der Entfremdung anderen gegenüber, stark schwankende Gefühle anderen gegenüber sowie eine gewisse Ich-Bezogenheit. Kurz: Das, was wir für eine gute Entwicklung gebraucht hätten, haben wir von unseren Eltern nicht in dem Maß bekommen können, in dem es nötig gewesen wäre. Sie waren meistens zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Dies führt zu Störungen in der eigenen Entwicklung.

Zum Beispiel wird dadurch unsere Stressreaktion verändert. Nicht selten führt ein Trauma zu einer Aktivierung einer permanenten Kampf- oder Flucht-Reaktion. Dies wiederum führt zu Stoffwechselveränderungen im Gehirn, was sich zunächst auf das Gehirn insgesamt nachteilig auswirkt und letztendlich eben auch auf die kognitive und psychosoziale Entwicklung.

Entwicklungstrauma wird auch als Bindungstrauma bezeichnet.

Denn ein ein sehr großer Teil der Beeinträchtigungen bezieht sich auf unser Verhältnis zu anderen Menschen und auch auf unsere Beziehung zu uns selbst. Wir tun uns schwer mit Selbstakzeptanz und Selbstliebe, stellen die Bedürfnisse anderer über unsere eigenen, können uns häufig nur sehr schwer abgrenzen, haben häufig Schwierigkeiten Beziehungen aufzubauen.

Ebenso gibt es körperliche Symptome als Traumfolgestörung.

(Fast alle Menschen, die wegen eines besseren Umgangs mit Hochsensibilität zu mir gekommen sind, litten an einer Nebennierenschwäche, viele ebenfalls an einer chronischen Eppstein-Bar-Infektion, Hashimoto Thyreoiditis usw. …)

Vor einiger Zeit habe ich auf meinem Blog das Buch „Der Selbstheilungsnerv“ von Stanley Rosenberg vorgestellt. In dem Buch stellt Stanley Rosenberg uns die Polyvagal Theorie von Stephen Porges vor.

Laut der von Stephen Porges entwickelten Polyvagal-Theorie gibt es nämlich 3 Nervenkreisläufe (statt wie bisher angenommen 2): Der vordere Ast des Vagus Nerves, der für positive Entspannungszustände, Zugewandtheit und soziales Engagement sorgt, der Grenzstrang des Sympathikus, der bei Angriff oder Flucht aktiviert wird und der hintere Ast des Vagus, der für

Verlangsamung, Abschaltung und depressives Verhalten

sorgt.

Diese 3 Kreisläufe regeln unsere Körperfunktionen und helfen uns, einen konstanten, inneren Zustand aufrechtzuerhalten. Und sie hängen auch mit unseren emotionalen Zuständen zusammen (vielleicht hast du bei “Abschaltung, depressives Verhalten” schon aufgemerkt!) Diese Zustände wiederum steuern unser Verhalten.

Eine Trauma Folge ist die chronische Aktivierung des hinteren Vagus.

Der sorgt dafür, dass wir uns dem Leben entfremdet oder vom Leben abgeschnitten fühlen, oder dass wir uns nicht wirklich selbst leben.

Jetzt kommen wir zurück, zu der Frage:

Kann man ein Entwicklungstrauma heilen?

Es ist die falsche Frage. Bzw. vermutlich verknüpft mit den falschen Vorstellungen und Bedingungen. Was bedeutet es „geheilt zu sein“? Ist dann alles so wie vorher? Wird dann schlagartig alles gut? Nun – das wird es nicht. Eine Heilung im herkömmlichen Sinn, so, wie man von einer Krankheit geheilt wird, findet nicht statt. Es geht vielmehr darum, die erlebten belastenden Kindheitserfahrungen zu integrieren, in die eigene Biografie, in das eigene Selbst, ins eigene Leben und dadurch bzw. damit zu wachsen.

den vorderen Vagus beklopfenHier kommt die EFT Klopftechnik für Hochsensible ins Spiel.

Durch das Klopfen wird nämlich der vordere Vagus Ast aktiviert, der Ast, der für positive Entspannungszustände, Zugewandtheit und soziales Engagement zuständig ist. Da eine Folge von Entwicklungstrauma aber ist, dass der hintere Vagusast chronisch aktiviert ist, ist es also sehr förderlich, auf dem vorderen Vagus Ast zu klopfen, um dem Körper so nach und nach beizubringen, die Aktivierung des hinteren Vagus Astes aufzugeben.

Ich weiß natürlich nicht, wie alt du bist, wenn du diesen Artikel liest. Aber wenn du mit belastenden Kindheitserfahrungen aufgewachsen bist, ist es sehr wahrscheinlich, dass diese sich über Jahrzehnte in dein System eingeschrieben haben. Und es wird dir einleuchten, dass es etwas vollkommen anderes braucht als ein bisschen Sätzeklopfen hier und da, um wirklich etwas für dein Leben zu verändern. Dazu braucht es gewisse Dinge. Bereitschaft, wirklich etwas für dich verändern zu wollen und Ausdauer.

Genau aus diesem Grund habe ich

meinen online Kurs zum Thema Hochsensibilität, den Intensivkurs

entworfen. (Ich gebe zu, es war vielleicht nicht so schlau, ihn Intensivkurs zu nennen!) Denn eigentlich ist es eher eine Reise, die du zu dir selbst machst. Die Reise dauert ein Jahr – denn das ist ein minimaler Zeitraum für eine wesentliche Veränderung durch das Klopfen. Im Laufe der Reise kannst du die wichtigsten Lernerfahrungen, die du in den belastenden Kindheitserfahrungen gemacht hast, verändern und/oder auflösen. Indem du zuhause für dich klopfst, und zwar ganz spezielle positive Impulse, die genau auf dich zugeschnitten sind.

Ich bin deine Lotsin in diesem Prozess und sorge dafür, dass das Klopfen für dich jederzeit sicher ist. Ein unglaublich heilsamer Aspekt auf dieser Reise ist das Erleben der Gemeinschaft von Gleichgesinnten, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben wie du. Zusammen bilden wir einen sehr tragfähigen Boden. Zweimal im Monat kommen wir online zusammen, beklopfen gemeinsam das entsprechende Modulthema oder tauschen uns aus über das Klopfen oder anderes.

In einem sicheren, geschützten, triggerfreien Raum.

Ohne über das zu sprechen, was wir erlebt haben.

Wie schön das ist, illustriert vielleicht die Tatsache, dass meine erste Kursgruppe, die das Jahr jetzt um hat, noch mit mir weitermachen will – eine bessere Reklame kann ich mir nicht vorstellen!

Der Kurszugang ist vom 21. bis 27. April 2023 geöffnet und hat Platz für 10 Teilnehmer:innen. Es gibt allerdings ein paar Grundvoraussetzungen: du solltest in der Lage sein, vor der Kamera mit einem Bild zu erscheinen und in ein Mikrofon zu sprechen. Unsere Meetings werden für die Teilnehmer:innen aufgezeichnet, auch das sollte kein Problem für dich sein.

Eventuell besteht die Möglichkeit, zu einem geringeren Betrag teilzunehmen. Schreibe mir ggfs an eftloesung@gmail.com. Warte aber nicht bis zum letzten Moment damit.

Schau dir einfach die Seite mal an und die schönen Testimonals bisheriger Teilnehmer:innen. Macht dir das nicht Lust, auch auf eine Reise zu dir selbst zu gehen?

Von Herzen,

 

Unterschrift Monika Richrath

Scham: Die vielen Facetten eines tabuisierten Gefühls – eine Rezension

Scham: Die vielen Facetten eines tabuisierten Gefühls – eine Rezension

Als mir klar geworden ist, dass Scham bei Hochsensibilität in Verbindung mit belastenden Lebenserfahrungen durch Entwicklungstrauma ein sehr wichtiges Thema ist und darum in meinem Intensivkurs nicht fehlen darf, habe ich mich auf die Suche gemacht nach guter Literatur. Das Buch „Scham: Die vielen Facetten eines tabuisierten Gefühls“* hat mich sofort verführt. Konkurrenzlos.

Zum einen durch das Cover. Alleine das Wort

Scham so groß

und in roter Farbe zu lesen, macht etwas mit einem.

Ich finde es unglaublich, wie gut es dem Verlag fischer & gann gelungen ist, das Wesen der Scham optisch darzustellen! Auf der linken Seite befindet sich ein roter Streifen, der langsam in einen größeren, weißen Bereich übergeht. Das ist wie die Scham selbst, die leise und unmerklich in uns einsickert.

Auch die Farbe rot ist gut gewählt, denn das lässt an eine Wunde denken und ich denke die Wunde der Scham haben sicherlich alle, die mit

Hochsensibilität und Bindungs- und Entwicklungstrauma zu tun haben.

Auch der Untertitel „Die vielen Facetten eines tabuisierten Gefühls“ ist extrem gut gewählt. Alleine diesen Titel zu lesen, machte was mit mir.

Plötzlich konnte ich gar nicht mehr verstehen, warum ich mich in 30 Jahren Persönlichkeitsentwicklung noch nie wirklich mit dem Thema Scham beschäftigt habe! Ehrlich gesagt, hatte ich null Vorstellung davon, was Scham eigentlich ist, wo sie herkommt, was sie bewirkt.

Nur wie sie sich anfühlt, wusste ich ganz genau.

Der Autor, der französische Neuropsychiater Boris Cyrulnik, hat selbst ein sehr großes Scham-Thema. Er hat als „verstecktes Kind“ den Holocaust überlebt, musste vorgeben, jemand anderer zu sein …

Ich gebe zu, anfangs war ich etwas nervös, als ich begann, mich in das Buch zu vertiefen. Schon bald habe ich mich entspannt, denn der Text ist ausgesprochen unterhaltsam.  Tatsächlich beleuchtet Boris Cyrulnik in jedem Kapitel

ganz unterschiedliche Aspekte der Scham.

Ganz leicht und spielerisch, plaudernd gar, werden wir Leser:innen dabei mitgenommen. Tatsächlich fand ich das Buch so unterhaltsam zu lesen, dass ich direkt ein bisschen irritiert war:

Darf ein Buch über Scham

Spaß machen?

Ich glaube, dass der Autor mit Absicht diese Erzählweise gewählt hat. Natürlich enthält das Buch für jeden, der ein Scham Thema hat, verschiedene  Scham „Bomben“, aber Cyrulnik versteht es meisterlich, diese zu entschärften, indem er sie in kleine Geschichten und Begebenheiten verpackt und sowieso bestimmte Aspekte nur ganz kurz berührt, um sie in einem anderen Kapitel wieder aufzugreifen.

Ich wurde allerdings nach einer Weile etwas ungeduldig und nervös, weil ich das Gefühl hatte, die Information, die ich suche, entgleitet mir und verschwindet zwischen all den anderen Informationen. Hauptsächlich war ich ja an Scham Aspekten im Zusammenhang mit

belastenden Kindheitserfahrungen, Bindungs- und Entwicklungstrauma

interessiert.

Ich habe dann noch einmal von vorne begonnen und habe in alle Seiten, von denen ich dachte „Ja, das ist interessant für die Art von Scham, die ich suche“, einen kleinen Zettel gesteckt.

Am Ende habe ich mir dann nur die markierten Stellen hintereinander duchgelesen und dann hatte ich die Informationen, die ich suchte. Es war ein wenig so, als hätte ich nicht von links nach rechts, sondern von oben nach unten gelesen. Und es ist sehr schlau, dass der Autor in Informationen so angeordnet hat, denn als ich alles das, was ich als interessant markiert hatte, hintereinander weg las, gingen meine Scham Bomben los. Eine nach der anderen. Ich hatte keine Vorstellung davon,

wie sehr mein Leben durch Scham bestimmt wird.

Weil es ein Gefühl ist, das sich ganz unten verbirgt, am Boden unter allen möglichen Bewusstseinsschichten. Und trotzdem alles durchtränkt irgendwie.

Von daher kann ich nur sagen, dass die vermeintliche Schwäche des Buches seine größte Stärke ist. Boris Cyrulnik hat alles so gut und schön verpackt, dass es nämlich nicht weh tut.

Gut gefallen hat mir auch die Kapitelverteilung mit sehr poetisch klingenden Überschriften, wenngleich ich auch nicht immer einen Bezug zum Inhalt herstellen konnte.

Meine Vermutung ist, dass

„Scham: die vielen Facetten eines tabuisierten Gefühls“*

wohl mehrmals gelesen werden muss, um die Inhalte (von denen ich hier bewusst überhaupt nichts verraten habe) zu erfassen und in das eigene Leben zu integrieren. Gerade die Integration ist so wichtig: Jetzt, wo

ich das Ausmaß meiner Scham erahnen oder ermessen kann,

habe ich mehr Selbstmitgefühl, vielleicht verurteile ich mich auch weniger? Oder mir ist dadurch aufgefallen, dass ich mich selbst dauernd verurteile …

Ich freue mich jedenfalls schon auf die Entdeckungen, die ich bei der nächsten Leserunde dieses Buches machen werde.

Wie geht es dir beim Lesen dieser Rezension? Scham ist auf jeden Fall ein super gutes Thema zum Klopfen. Ich freue mich, wenn du einen Kommentar hinterlässt und/oder meinen Artikel teilst.

Von Herzen,

 

 

 

Boris Cyrulnik
Scham: die vielen Facetten eines tabuisierten Gefühls*
fischer & gann
ISBN 978-3903072725

20 EUR

Was ist achtsames Klopfen?

Was ist achtsames Klopfen?

Seit mehr als 10 Jahren ist Klopfen ein fester Bestandteil meines Lebens. Sowohl beruflich als auch privat. Als mir eingefallen ist (na ja,eher zugefallen ist), das Klopfen mit dem Thema Hochsensibilität zu verbinden, hatte ich eigentlich noch keine Vorstellung davon, wie gut das Klopfen geeignet ist, wirklich grundlegende Veränderungen einzuleiten.

Denn:

Wenn man klopft, beginnt man zu wachsen.

Und zwar auf eine unglaublich unaufgeregte Art und Weise. Zum Beispiel tauchen plötzlich Fragen im eigenen Bewusstsein auf, die man sich vielleicht noch nie oder schon lange nicht mehr gestellt hat: „Wer bin ich? Was will ich eigentlich? …“

Oft ist dieses Wachstum übrigens so selbstverständlich, dass man den Shift oder die Veränderung gar nicht richtig wahrnimmt oder ihr andere Gründe zuschreibt. (Es gibt sogar das seltsame Phänomen, dass man vergisst, dass man ein Thema überhaupt geklopft hat! Dieses Phänomen hat sogar einen extra Namen.)

Als ich begann, als Klopfcoach zu arbeiten, wusste man noch relativ wenig über Hochsensibilität. Das Konzept der Hochsensibilität wurde z. B. von der Wissenschaft selbst offenbar gar nicht wirklich ernst genommen. Mittlerweile weiß man mehr.

Für mich hat sich in den letzten Jahren deutlich herausgeschält, dass die Menschen, die zu mir finden, hochsensitive Menschen sind (also Menschen, die grundsätzlich mehr wahrnehmen können als die meisten anderen). Dazu kommt noch, dass diese Menschen

ein Entwicklungstrauma erlebt haben,

also in ihrer Kindheit belastende Kindheitserfahrungen gemacht haben. Bei den meisten ist dadurch etwas entstanden, was man Vulnerabilität nennt. Dieser Begriff bezeichnet eine Tendenz zu Ängsten, Grübeleien, geringem Selbstwertgefühl usw.

Dieser Begriff ist echt schrecklich, aber trotzdem passt er auch total gut. Ich weiß aus eigener Erfahrung nur zu gut, wie sich das Leben in so einem Zustand anfühlen kann: Der Großteil meines bisherigen Lebens hat sich angefühlt wie eine einzige große Wunde. Ich habe mich in diesem Zustand selbst als Opfer gesehen, dem Dinge immer zustießen. Ich habe mich machtlos und ohnmächtig gefühlt.

Das Gefühl des Ausgeliefertseins ist

durch das Klopfen verschwunden,

hat sich aufgelöst. Einfach so. (Aber natürlich stellt sich wahre Veränderung nur ein, wenn du über einen längeren Zeitraum regelmäßig klopfst!) Ich habe durch das Klopfen einen ganz anderen Zustand erreicht. Für mich war außerdem die sensationellste Veränderung, dass ich herausgefunden habe, dass ich gar nicht diese depressive, lebensuntüchtige und ängstliche Person bin, für die ich mich hielt. Mein wahres Wesen ist Fröhlichkeit, Optimismus und ganz viel Freude. Das habe ich einfach durch das Klopfen herausgefunden. 20 Jahre Psychotherapie hatten keinen vergleichbaren Effekt …

Sehr lange Zeit bin ich in einem relativ stabilen Zustand gewesen.

Aber das Leben ändert sich. Und wir uns mit.

Auch mein Klopfen verändert sich.

Meine Art zu klopfen und meine Arbeit mit Klient*innen wurden von den Entwicklungen in meinem Leben beeinflusst. In den letzten zwei Jahren wurde ich quasi dazu gezwungen, etwas zu tun, was ich lange Zeit einfach vermieden habe:

mich mit meinem Entwicklungstrauma auseinanderzusetzen,

mit meinen belastenden Kindheitserfahrungen zu beschäftigen, den Lernerfahrungen, die ich gemacht habe, den Glaubenssätzen und Blockaden, die dadurch entstanden sind.

Als ich verstanden habe, dass es so gut wie immer einen traumatischen Hintergrund bei meinen Klient*innen gibt, habe ich zunächst versucht, diesem durch entsprechende Ausbildungen zu begegnen. Aber ich habe relativ schnell gemerkt, dass dieser Weg für mich nicht passt.

Und dann habe ich von dem Conscious EFT-Ansatz gehört,

ein Ansatz, den die französische EFT-Masterin Nancy Forrester entwickelt hat. Das war wie eine Offenbarung für mich. (Ehrlich gesagt, glaube ich ja, dass ich geführt werde, auch in meiner Arbeit!) Ich habe diesen Ansatz sofort übernommen und in meine Arbeit integriert.

Grundsätzlich ist es so, dass Klopfen immer auch Gefühle mit hochholt. Das bedeutet, dass hochsensible Menschen mit einem Trauma Hintergrund sehr viel mehr Vorsicht walten lassen sollten, weil die Gefahr, getriggert zu werden und ganz schnell in unerwünschte Zustände zu geraten, relativ groß ist. Es geht also darum,

Klopfen viel sicherer zu gestalten.

Das bedeutet z. B.: nicht mehr in der Vergangenheit herumstochern, sondern in der Gegenwart klopfen. Viel Leerklopfen. Außerdem habe ich diesen Ansatz für mich und meine Arbeit noch weiterentwickelt:

Mit dem Klopfen von Impulsen.

Das heißt, wir klopfen gar keine ganzen Sätze mehr, sondern nur noch Satzteile oder ganz kurze Sätze. Sie beziehen sich weniger auf einzelne Situationen, sondern auf Lernerfahrungen, die in einem Entwicklungstrauma in vielen verschiedenen Sitautionen gemacht wurden. So kannst du mit dem Klopfen von Impulsen sehr viel mehr erreichen als mit dem Klopfen einzelner Sätze.

Außerdem wirken sie auf einer sehr viel tieferen Ebene und haben eine nachhaltigere Wirkung. Und – ganz wichtig: du läufst weniger Gefahr getriggert zu werden.

Die Impulse sind übrigens einer der Grundpfeiler meines Jahres-Intensivkurses, der vom 21. bis 27. April wieder öffnet. Wir bewegen uns dabei im Laufe eines Jahres durch die wichtigsten Themen der Hochsensibilität. Im Intensivkurs begleite ich dich ein Jahr lang in einer kleinen Gruppe auf deinem Weg, damit du mit dem EFT Klopfen wirklich einen Durchbruch für dein Lebensgefühl erreichen kannst, eine stabile Ebene.

Alles in allem ist achtsames Klopfen (so nenne ich es jetzt für mich) einfach sehr sinnvoll, wenn du belastende Erfahrungen in der Kindheit gemacht hast. Weil Sicherheit da auf jeden Fall ein Thema für dich ist, ebenso wie Verbindung oder Scham, um nur einmal die wichtigsten Themen herauszugreifen, die meist durch ein Entwicklungstrauma zu Beeinträchtigungen in deinem Leben und deiner Psyche führen. Ich selbst sehe das achtsame Klopfen übrigens tatsächlich als eine Art Schlüssel dafür, mit dem Klopfen für sich selbst nicht nur viel mehr zu erreichen, sondern auch viel nachhaltigere Veränderungen.

Für mich bedeutet achtsames Klopfen auch, das Klopfen für mich selbst ebenfalls sicherer zu gestalten. Darum habe ich das Klopfcoaching aufgegeben. Darum klopfe ich jetzt nicht mehr wirklich, sondern lege nur noch meine Finger auf den Punkt. Mal sehen, was noch so kommt …

Was für Erfahrungen hast du mit dieser neuen Art zu klopfen gemacht? Wie immer freue ich mich, wenn du deine Erfahrungen mit uns teilst.

Von Herzen,

 

 

 

 

Image by Екатерина Киселёва from Pixabay 

Hochsensibilität und Einsamkeit

Hochsensibilität und Einsamkeit

Fast alle Menschen, die mit Hochsensibilität zu tun haben, kennen

das Gefühl einer grundsätzlichen, allumfassenden Einsamkeit.

Vielleicht hast du – so wie ich früher auch – gedacht, dass dieses Gefühl daher rührt, dass du, im Gegensatz zu den meisten Menschen in deiner Umgebung viel mehr wahrnehmen kannst als andere. Wenn du hochsensitiv bist, ist das einfach so. Und natürlich fühlt man sich auch komisch und anders, weil die meisten anderen weniger intensiv wahrnehmenden Menschen kaum eine Vorstellung davon haben, was und wie man alles wahrnehmen kann.

Als ich letztes Jahr begonnen habe, mich

mit Trauma, vor allem mit Entwicklungstrauma zu beschäftigen

(ausgelöst durch meinen Artikel Trauma in Liebesbeziehungen), bin ich noch auf weitere wichtige Ursachen gestoßen.

Auf diesem Blog schreibe ich ja für hochsensible Menschen, die belastende Kindheitserfahrungen gemacht, bzw. ein Entwicklungstrauma erlebt haben.

Wenn du dich dazu zählst, hast du vermutlich selbst schon

die Erfahrung einer tief verankerten Isolation gemacht.

Vielleicht hast du sogar das Gefühl, ein Alien auf dieser Welt zu sein? Möglicherweise hast du auch festgestellt, dass Bindung jeder Art problematisch für dich ist?

Dies kann sich auf vielfältige Weise auswirken:

Vielleicht fällt es dir grundsätzlich schwer, Bindungen einzugehen (z. B. indem du dich grundsätzlich in Menschen verliebst, die entweder gar nicht verfügbar sind oder anderweitig gebunden und dir nur ein sehr begrenztes Maß an Aufmerksamkeit und Verbindlichkeit zukommen lassen können und wollen)?

Vielleicht empfindest du Nähe und Intimität grundsätzlich bedrohlich

und ziehst dich sofort zurück, wenn du jemandem zu nahe kommst ? Oder es kann sehr gut geschehen, dass du immer wieder an Menschen gerätst, die sich ganz schnell wieder zurückziehen. (Dies ist ein zweiseitiger Prozess).

Oder vielleicht fällt es dir leicht in Beziehung zu gehen, wirfst aber bei der ersten Schwierigkeit das Handtuch.

Oder du begnügst dich mit sporadischen sexuellen Kontakten.

Es kann natürlich auch sein, dass das Eingehen von Beziehung überhaupt so angstbehaftet ist, dass du lieber alleine bleibst …

Wenn du mit solchen und ähnlichen Beziehungsschwierigkeiten zu tun hast, ist es wichtig, zu wissen, dass diese Schwierigkeiten aus dem

vermeidenden Bindungsverhalten unserer Eltern oder Bezugspersonen entstanden

sind.

Dies bedeutet: unsere Eltern waren (vielleicht!) da, haben uns aber nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt oder diese vielleicht an bestimmte Bedingungen oder Aufgaben geknüpft.

Wir wurden uns

häufig selbst überlassen,

man hat sich nicht um uns gekümmert, nicht mit uns gespielt, sich nicht mit uns beschäftigt. Ich selbst hatte z. B. sehr, sehr lange Zeit gar keine Ahnung, ob meine Mutter mich eigentlich liebt? Ich habe mich das oft gefragt, aber natürlich stand es überhaupt nicht zur Debatte, sie danach zu fragen. Vielfach waren unsere Eltern froh, wenn sie sich gar nicht mit uns beschäftigen mussten und keine besondere Aufmerksamkeit brauchten. Noch besser, wenn wir schon früh Verantwortung übernommen haben, man sich auf uns verlassen konnte …

Entweder haben wir zuviel oder zu wenig Körperkontakt und Berührung erfahren (zu wenig Berührung und Kontakt wirkt sich auf die Entwicklung bestimmter Teile des Gehirns aus).  Auch die Tatsache, dass wir Schwierigkeiten haben uns zu beruhigen und

sehr anfällig sehr Stress sind,

rührt u. a. daher, dass wir von unseren Eltern und Bezugspersonen nicht genug getröstet und beachtet wurden, so dass wir einfach nicht lernen konnten, wie Selbstregulation geht.

Manchmal kommt dazu noch eine Ablehnung durch die Eltern. Das muss nicht einmal böswillig sein, es gibt viele Gründe, selbst so etwas wie simple Übrforderung der Mutter (wie es bei mir der Fall war) kann dafür sorgen, dass man sich nicht angenommen und willkommen fühlt.

Als Kind nimmt man all diese Dinge wahr. Aber weil das Kind schon früh erkennt, dass die Eltern sich nicht wirklich binden wollen, passt sich das Kind an diesen

vermeidenden Bindungsstil

an. Seine eigenes Überleben hängt davon ab. Ein Kind in einer solchen Lage wird dann eben auch so tun, als ob es keine Bindung bräuchte. Allerdings ist das So-tun-als-ob für das Kind unglaublich anstrengend. Es gibt Untersuchungen darüber, die zeigen, dass Kinder in solchen Situationen ungebunden wirken und nicht darunter zu leiden scheinen, die gemessenen Stressreaktionen aber eine ganz andere deutliche Sprache sprechen. Hierist ein Video, wo das ganz gut erklärt wird.

Im Laufe der Zeit wird dieses Verhalten verinnerlicht. Wir werden dann relativ „autonom“, regeln unsere Angelegenheiten am liebsten selbst und scheinen niemanden zu brauchen. Alleinsein scheint ein natürlicher Zustand zu sein. Vielleicht

richten wir unsere Liebesbedürfnisse auf Tiere,

Pflanzen und/oder Gegenstände. Dass manche Menschen ihr Auto, ihr Handy oder ihren Computer mehr lieben als alles andere kommt offenbar recht häufig vor …

Eine Folge der vermeidenen Bindung ist es, dass wir vielleicht später Schwierigkeiten haben,

eigene Bedürfnisse überhaupt wahrzunehmen,

geschweige denn sie zu äußern und noch weniger für ihre Erfüllung zu sorgen. (Dazu müsste man schon mal wissen, was diese Bedürfnisse sind). Hochsensiblen Menschen fällt das häufig schwer, weil sie es so gründlich verlernt haben, sich überhaupt mit ihren Bedürfnissen und ihrer Erfüllung zu beschäftigen.

Ich denke, dass dies ebenfalls ganz eng gekoppelt ist an Selbstliebe und Selbstachtung. Denn wenn Erwachsene

sich nicht mit unserer Erlebnis- und Gefühlswelt als Kind beschäftigen,

fehlt uns einfach der Zuspruch, wir können weder Vertrauen in uns selbst entwickeln, noch in die anderen oder die Welt an sich.  Wenn es uns nie gelingen kann, die Aufmerksamkeit der Erwachsenen zu fesseln, bleibt auch unsere Vorstellung von Selbstwirksamkeit unterentwickelt. Denn dann müsste es uns ja gelingen, dafür zu sorgen, dass man sich uns zuwendet … Ein Gefühl von Selbstwirksamkeit müssen wir dann erst wieder entwickeln. (KLOPFEN ist übrigens ein sehr wunderbarer Weg um eine Vorstellung von Selbstwirksamkeit zu bekommen.)

Wenn wir grundsätzlich das Gefühl haben,

von anderen Menschen kommt nichts Gutes,

ist das keine gute Voraussetzung zum Aufbau förderlicher und guter Beziehungen. Uns fehlt dann häufig das Grundverständnis der Funktionsweise von Beziehungen. Jede kleinste Misstimmung wird dann zur Katastrophe und kann die ganze Beziehung in Frage stellen. und sehr häufig hat man einfach in Beziehungen keinen Boden unter den Füßen.

Damit verbundden ist natürlich der

alles überstrahlende Aspekt Sicherheit.

Wenn wir uns als Kinder mit und bei unseren Eltern nicht sicher gefühlt haben, nicht wirklich geborgen, fehlt uns das grundsätzliche Vertrauen in andere Menschen. Nicht sicher bedeutet nicht unbedingt so schwerwiegende Dinge wie Gewalt und Misshandlung, sondern beinhaltet auch so etwas wie, dass sich niemand jemals hinter uns gestellt hat, uns recht gegeben, uns verteidigt hat. Statt dessen wurden wir vielleicht verspottet, herabgesetzt, beschämt, nicht ernst genommen, oder überhaupt nicht beachtet.

Ich persönlich empfinde Nichtbeachtung als das Schlimmste überhaupt.

Es berührt sehr existentielle Aspekte, die mit Vernichtung zu tun haben. Denn wenn ich nicht beachtet werde, bin ich nicht. Und wenn ich nicht weiß, ob ich da bin oder nicht, verliere ich den Boden unter den Füßen, den sicheren Stand im Leben. Es gab einmal eine Zeit in meinem Leben, da habe ich das sehr intensiv empfunden.

In einer solchen Umgebung aufzuwachsen bedeutet, dass sich das Verhalten der anderen (und unsere Reaktion drauf) quasi in uns selbst einschreibt. Das macht es auch so schwierig, etwas zu verändern.

Darum suchen wir im späteren Leben Partner, die eine ähnliche Ausstrahlung haben

und/oder ein ähnliches Verhalten an den Tag legen wie unsere ersten Bezugspersonen.

Selbst, wenn wir uns entscheiden, lieber ohne Partner*in zu leben, weil die Erfahrung, dass von anderen Menschen nichts Gutes kommt, uns so tief geprägt hat, entkommen wir der Prägung nicht. Wir können ihr dann in anderen Menschen begegnen, z. B. in Gestalt von Vorgesetzten, Klienten, Kund*innen usw.

Jedes Mal, wenn wir uns einlassen, ist dies

sowohl eine Chance zur Heilung vergangener Verletzungen,

als auch eine Chance zur Retraumatisierung und Verfestigung bereits bestehender Muster … Kommunikation kann dabei enorm helfen. Vor allem, wenn beide Partner*innen beeinträchtigte Bindungsmuster haben.

Konntest du dich hier wiederfinden? Wie immer freue ich mich über deine Kommentare. Ich freue mich übrigens auch, wenn du meinen Artikel teilst, damit auch andere etwas davon haben.

Von Herzen,

 

 

 

 

Foto von Rachel Claire von Pexels

Foto von Victoria Borodinova von Pexels

 

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Wenn man sich mit Trauma in Liebesbeziehungen und Hochsensibilität beschäftigt, kommt man nicht umhin, sich mit Familie zu beschäftigen, nicht nur der eigenen, sondern auch der des/der Partner*in. Ob man das nun möchte oder nicht.

Bis jetzt habe ich mich erfolgreich um das Thema Familie gedrückt, aber nun muss es eben doch sein. Familie ist ja der Ort, wo der ganze Stress entsteht, wo wir geformt werden, wo wir uns verlassen und verlassen werden und verloren gehen. Und bitte denke daran, wenn dich hier etwas triggert, zu klopfen, an der Handkante oder am Schlüsselbein oder an einem Punkt deiner Wahl, den du besonders gern hast.

Ich habe mich immer superschwer getan mit den Familien meiner Partner und Partnerinnen. Vermutlich weil es dort so

viele Parallelen zu meiner eigenen Familie

gab. In den ersten Beziehungen, die ich mit anderen einging, spielte das Thema Alkohol immer irgendwie in irgendeiner Form eine Rolle, ob nun im Hintergrund oder nicht. Das Leben lässt grüßen! Später hat sich das etwas verloren, bzw. ich bekam nicht mehr genug von den Familien meiner Partner*innen mit um das beurteilen zu können. Wenn machbar, blieb ich auf Abstand.

Zu meiner eigenen Familie habe ich

ein sehr, sehr schwieriges Verhältnis.

Irgendwie habe ich mich im Kreis meiner Familie nie wohl gefühlt. Und sicher schon gar nicht. Das lag nicht nur an der drangvollen Enge (Tatsächlich bewohne ich jetzt eine Wohnung alleine, die fast so groß ist, wie die Wohnung, in der ich aufgewachsen bin, nur, dass wir damals zuerst zu siebt dort lebten und später zu sechst!) und des völligen Fehlens eines eigenen Raums …

Ganz lange Zeit hätte ich gar nicht zu sagen vermocht, was eigentlich so schwierig war, warum ich mich so unwohl fühle. Sicher, ich hatte diese sehr schwierige Beziehung mit meiner Mutter, das Gefühl, nicht willkommen zu sein, was mich praktisch mein ganzes Leben lang begleitet hat (Erst in diesem Jahr konnte ich mit meiner Mutter eine Art Frieden machen, post-mortem). Aber besser spät als nie! Das Verhältnis zu meinem schon vor Ewigkeiten verstorbenem Vater betrachte ich auch als weitgehend geklärt …

Ich bin übrigens sicher, dass meine

Eltern beide mit Hochsensibilität zu tun hatten,

und auch, dass beide Scanner-Persönlichkeiten waren, so wie ich. Sie waren beide sehr wissbegierig und vielseitig interessiert, das wird sie auch verbunden haben. Meine Geschwister würde ich da erst einmal nicht so einsortieren. Aber vielleicht tue ich ihnen auch unrecht.

Entwicklungstrauma als Folge dysfunktionaler FamilienJedenfalls sind meine Geschwister ein Kapitel für sich. Grundsätzlich war es schon einmal sehr schwierig für mich, dass

mein Status als drittes von fünf Kindern in der Familie nie festgelegt war,

sondern davon abhing, mit dem ich das Zimmer teilte. Waren es die beiden Älteren, gehörte ich zu den Großen, waren es die beiden Jüngeren, gehörte ich zu den Kleinen. Mit dem Status waren gewisse Privilegien verbunden, z. B. wie lange man aufbleiben darf. Meine ganze Kindheit hindurch gab es Dinge, die ich mal durfte und dann mal wieder nicht.

Dinge, die für meine Geschwister selbstverständlich waren, galten für mich nicht,

z. B. musste ich mit 16 zu anderen Uhrzeiten zuhause sein als alle anderen.

Früher ist mir das nie in den Sinn gekommen, aber im Rückblick kommt es mir vor, als habe mich meine Mutter in irgendeiner Form an sie gebunden. Obwohl ich nicht zu sagen vermag, wie genau. Sicher ist jedenfalls, dass ich erst, nachdem meine Mutter gestorben  war, das Gefühl hatte:

Jetzt kann ich mein eigenes Leben leben!

Falls du mir bis jetzt in meiner Serie Trauma in Liebesbeziehungen gefolgt bist, erinnerst du dich vielleicht daran, dass ich relativ schnell gemerkt habe, dass die Beziehung mit X tief vergrabene Dinge ans Tageslicht holte und ich überhaupt nicht mehr klarkam.

Darum habe ich eine Traumatherapie begonnen.

Irgendwann fiel mir ein Familienfoto in die Hände, wo ich im Kreise meiner Schwestern sitze. Natürlich kannte ich das Foto. Es wurde aufgenommen, als ich ungefähr 18 war. Aber zum ersten Mal habe ich auf diesem Foto etwas erkannt (und es war eine tief körperlich empfundene Erkenntnis!): nämlich, dass ich im Vergleich mit meinen Schwestern

einfach verkümmert

wirke. Nicht nur halb so groß, sondern insgesamt nur die Hälfte von allem. Als sei ich nicht richtig gediehen.

Das war ein tiefer Schock.

Es war, als würde ich zum ersten Mal mein Unwohlsein in meiner Familie wirklich verstehen, mit all meinen Sinnen begreifen. Und es ist natürlich überhaupt nicht verwunderlich, dass ich in meiner Familie das Gefühl habe, ich bin einfach nichts und alles was ich kann und weiß, zählt dort nicht.

In meinem letzten Workshop habe ich gesagt, dass ich dich, meine treue(n) Leser*innen und Follower*innen

viel mehr als Familie begreife

als meine eigene Herkunftsfamilie. Im Großen und Ganzen fühle ich mich von dir und euch wirklich gesehen, als das, was ich bin und kann. Du/Ihr gibst/gebt mir das Gefühl, etwas zur Welt beitragen zu können, etwas zu bewirken, in dir und deinem Leben.

In meiner Familie zählt all das nicht, dort bin ich überhaupt nichts.

Nur ein paar Beispiele: Als wir die Feier für die Beeerdigung meiner Mutter planten und ich eine Rede halten wollte, wurde mir beschieden „Aber nur ganz kurz!“ Abfällige Bemerkungen darüber, wieso ich mir denn einbilden würde, ich könnte jemals ein Buch veröffentlichen und etwas zu sagen haben, habe ich mehrfach gehört …

Das alles gärt nun schon seit Jahren in mir.

Nach dem Tod meiner Mutter sind wir übrig gebliebenen Kinder erst einmal enger zusammengerückt. Irgendwann kam aber der Moment, wo ich gemerkt habe, das Unwohlsein im Kreis meiner Geschwister hat mich wieder eingeholt.

Und so kam es, dass sich im Zuge meiner Traumatherapie in irgendeinem Winkel meiner Selbst Mut angesammelt hat, so dass ich meinen Geschwistern eines Tages, als ein online Treffen im Gespräch war, für mich selbst überraschend mitgeteilt habe, dass ich sie fürs erste nicht sprechen und treffen möchte.

Ich war es einfach leid, dass, wenn ich in unserer Whatsapp-Gruppe etwas über mein Leben erzähle, einfach keine Reaktionen kommen. Als sei ich unsichtbar.

Ich bin sehr froh mit meiner Entscheidung.

Es ist, als sei eine Riesenlast von mir gefallen. Erst durch die Distanzierung habe ich gemerkt, wie unwohl ich mich mein ganzes Leben in meiner Familie gefühlt habe. (Natürlich gab es am Anfang auch ein Angstmoment, aber das ist ziemlich schnell verflogen).

Parallel dazu habe ich mich auch noch aus einer Freundesgruppe gelöst, wo ich genau das gleiche Gefühl habe: dass es nicht wichtig ist, ob ich da bin oder nicht, außer aus Gründen der Vollständigkeit oder außer ich soll etwas Bestimmtes tun. Aber eigentlich interessiert sich niemand für mich. Und wir sprechen auch keine gemeinsame Sprache, es ist unmöglich für mich, bei den anderen anzudocken, weil ich ihre Interessen weder verstehen noch nachvollziehen kann.

So geht es mir wohl mit allen größeren Gruppen. Stets sind sie für mich wie

eine Art Abbild meiner Familiendynamik gewesen.

Jetzt habe ich zum ersten Mal in meinem Leben das Gefühl, eine positive Veränderung erreicht zu haben. Indem ich mich von denen abgewandt habe, in deren Gegenwart ich mich unwohl fühle. Statt dessen habe ich mich Menschen zugewandt, mit denen es eine gemeinsame Kommunikationsebene gibt und gemeinsame Interessen. Menschen, die sich für das interessieren, was mich bewegt und womit ich mich beschäftige und was ich mache. Und ich interessiere mich in gleichem Maß für ihr Leben. Das ist so etwas von befreiend! Ich habe das Gefühl,

ich darf mich endlich entfalten!

Eigentlich sollte dies ein Artikel über meine Famlie und die Familie von X werden. Kaum hatte ich mich hingesetzt, flog der Stift nur so über das Papier, also kommt ihre Familie erst im Artikel nächste Woche dran. Es ist verrückt, mir scheint, je mehr ich zu dem Thema schreibe, umso mehr will aus mir heraus …ich muss den Worten, die sich schon in mir drängeln, einfach nur die Möglichkeit geben, herauskommen zu dürfen …

Wie gehts dir mit deiner Familie? Erträgst du sie, bist du auch auf Abstand gegangen oder hast du deinen Frieden gemacht? Wie immer freuen wir uns, wenn du  deine Geschichte mit uns teilst.

Von Herzen,

Deine Monika

Trauma in Liebesbeziehungen

Trauma in Liebesbeziehungen

Schon länger haben Sie nichts PERSÖNLICHes mehr von mir gehört.  Abgesehen von dem Launch meines Intentensivkurses, dem Online Kurs Hochsensibilität, war ich vollkommen damit beschäftigt, meinen Kopf oben zu halten. Als ich von der Blogparade „Beziehungsgeflüster“ von Dr. Annette Pitzer und Steffi Linke erfahren habe, war natürlich sofort klar, dass ich an dieser Blogparade teilnehme. Es ist eine supergute Gelegenheit über Trauma und Liebe, über Trauma in Beziehungen zu schreiben – und über den damit verbundenen Stress. Meine eigene Liebesbeziehung ist vor einiger Zeit explodiert (direkt vor dem Kurslaunch), wegen des Trauma Themas. In diesem Artikel möchte ich einmal REFLEKTIEREN, wie sich ein Trauma und Liebe sich konkret auf mein Leben ausgewirkt haben. Dazu muss ich allerdings ein bisschen ausholen.

Vor ungefähr 30 Jahren wurde mir das Herz gebrochen

und ich wundere mich heute manchmal noch darüber, dass ich das überlebt habe. Denn ich hatte damals nichts. Nach nur 7 Monaten, in denen ich übergangslos vom Himmel in die Hölle rauschte, fand ich mich PLÖTZLICH ALLEIN wieder. Ich fühlte mich zerstört, vernichtet, denn ich hatte keine wirkliche Erklärung bekommen. Nur, dass ich mich in manchen Situationen nicht verhalten hatte, wie die andere es sich gewünscht hätte.

Also stand ich selbst als Person in Frage. Weil mir das immer wieder passierte, glaubte ich, an mir wäre etwas, was es anderen

unmöglich machte, mich zu lieben.

Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch nie von Hochsensibilität gehört, geschweige denn Entwicklungstrauma, ich hatte mich noch nie mit Selbsterfahrung beschäftigt, ich hatte keine Ressourcen. Ich hatte nichts. Ich hatte vor allem mich selbst nicht.

Verzweifelt wollte ich geliebt werden.

Wie Millionen anderer Menschen glaubte ich, ich würde mich besser fühlen, wenn jemand mich liebte. Mir endlich das geben, wonach ich mich so sehnte. Ich hatte so eine große Sehnsucht danach. Es hat sehr, sehr lange gedauert, diese Sehnsucht FALLEN zu LASSEN und zu verstehen, dass der SCHLÜSSEL darin liegt, dass ich mich selbst lieben muss. Es hat ungefähr 10 bis 20 Jahre gedauert, bis diese Erkenntnis wirklich bei mir angekommen ist. (Sie kennen das vielleicht auch, dass man etwas vom Verstand zwar begreifen kann, aber erst in der Lage ist, etwas zu tun, wenn die Erkenntnis in den Körper eingezogen ist.)

Für mich war diese vernichtende Erfahrung

der Startschuss fürs Leben.

Ich begann, mich mit mir selbst auseinanderzusetzen, mit meinem Leben, meinen Wünschen, meinen Bedürfnissen. Ich erfuhr von Hochsensibilität, lernte das KLOPFEN kennen und schaffte es, mich einmal gründlich durch mein Leben zu KLOPFEN und viele Glaubenssätze in Bezug auf mich und mein Leben aufzulösen.

in einer Beziehung mit Trauma zweifelt man am eigenen WertObwohl ich unglaublich viele Dinge verändern konnte:

Liebe blieb für mich etwas vollkommen Unerreichbares.

In mir war etwas kaputt gegangen. So als könnte diese Wunde nie wieder heilen. Ich blieb dann 10 Jahre lang Single. Anfangs habe ich gelitten wie ein Hund. In meiner Single Anfangszeit war der Sonntag der schlimmste Tag der Woche. Jeder Sonntag eine Art Super-GAU, an dem ich beweinte, was ich nicht hatte.

Später, gegen Ende meiner Singlezeit wurden Sonntage zu den besten Tagen. Weil es Tage ohne Verpflichtung waren, an denen ich ganz frei entscheiden konnte, was ich tun wollte.  Freiheit pur.

Ich habe also gemerkt und gelernt, dass ich die Zeit mit mir alleine sehr genieße und vor allen Dingen auch brauche (was mir vorher überhaupt nicht klar war), um mich von dem Stress aus Hochsensbilität zu erholen und mich wieder zu SAMMELN.

Irgendwann war ich auch wieder bereit für die Liebe.  Aber in den Beziehungen, die ich hatte, bekam ich einfach

nicht die Nähe, die ich mir so sehr wünschte.

Das lag natürlich auch an mir. Im Grunde genommen konnte ich Nähe nur sehr schwer aushalten, ich fand sie beängstigend und habe mir von daher meine Partnerinnen entsprechend ausgesucht – nicht bewusst natürlich. Irgendwann ist mir aufgegangen, dass ich offenbar meine Partnerin so auszuWÄHLEN schien, dass ich genau das Gefühl bekam, mit dem ich aufgewachsen bin: Gelegentliche Nähe, ja, aber nie, wenn ich es brauche oder mir wünsche. Ohne jede Verlässlichkeit. Kein sicherer Boden unter den Füßen. Niemals.

Vielleicht kennen Sie selbst auch das Gefühl, dass Sie jemandem sehr nahe sind und 10 Minuten später ist es so,

als hätte es die Nähe niemals gegeben?

Mich hat das sehr häufig zur Verzweifelung gebracht. Ich denke, es ist eine ganz typische Folgeerscheinung belasteter Bindungsmuster.

Außerdem litt ich sehr unter dem Gefühl, dass ich für meine Partnerinnen niemals der wichtigste Mensch zu sein schien. Es gab immer andere Personen, die wichtiger oder zumindest genauso wichtig waren. …

Am Ende kam ich zu dem Schluss, dass es mir

ohne Beziehung einfach besser geht.

Zumal ich wirklich gerne mit mir allein bin. Und aufgrund der Hochsensibilität EINFACH sehr spezielle Bedürfnisse habe. (Ich muss nur an den Stress denken, jemandem erklären zu müssen, dass Zusammenziehen deswegen grundsätzlich nicht in Frage kommt. Das können die wenigsten Menschen verstehen!)

Ich habe begonnen, mich mit Trauma zu befassen. Ich habe Bücher von Bessel van der Kolk, Peter Levine, Michaela Huber und Diane Poole Heller gelesen. Und nach und nach ist mir dann gedämmert, dass die Beziehung, in der mir das Herz gebrochen wurde,

eine ganz typische traumatische Beziehung

war. Dies bedeutet: 2 Menschen mit einem Trauma thema gehen eine Beziehung ein. Zuerst fühlt man sich total verstanden, weil der/die andere ähnliche innere Zustände kennt wie man selbst. (Meine Erfahrung ist übrigens, dass die Traumata völlig unterschiedliche Ursachen haben können, die Auswirkungen häufig aber einander ähneln.) Dieses Gefühl, gesehen, erkannt und angenommen zu werden ist unvergleichlich. Der Himmel sozusagen.

Aber dann, nach einem vergleichsweise kurzen Zeitraum (typischerweise 7 Monate), wenn der erste Lack ab ist,

melden sich mit Vehemenz die jeweiligen Lebensthemen zurück,

die im Zuge der Verliebtheit in den Hintergrund gerückt waren. Man hört vielleicht dann auf, den/die Partner*in mit Wohlwollen zu betrachten.

Er/sie wird jetzt ungewollt zu einem Triggerfaktor.

Beide fühlen sich jetzt nicht mehr sicher in einer Beziehung. So rauschen beide vom Himmel im Expresstempo in die „Hölle“. Und binnen kurzem fliegt die Beziehung in die Luft.

Auf Netflix gibt es eine Serie zu sehen mit dem Titel FEEL GOOD, wo diese Beziehungsdynamik auf geradezu schmerzliche Weise beschrieben wird. Es geht hier auch um zwei Frauen (aber natürlich wäre es nicht anders, wenn es um ein heterosexuelles Paar ginge oder sonstige Orientierungen und Ausrichtungen.) Sie lieben sich eigentlich, aber sicher fühlen sie sich miteinander nicht. Beide sind von Selbsthass zerfressen und jede auf ihre eigene Art haltlos. Sie möchten miteinander reden, aber es geht einfach nicht. Sie können nicht in Worte fassen, was sie bewegt, weil sie selbst sich überhaupt nicht verstehen, geschweige denn, dass sie kommunizieren könnten, was in ihren vorgeht. Vordergründig sieht es so als, als wäre das Drogenproblem der einen das Problem in der Beziehung. Die andere versucht ihrerseits alle Probleme mit Sex zu lösen …

Eine traumatische Beziehung …

DAS also war mir passiert. Trotzdem ist es mir nicht möglich gewesen, diese Frau loszulassen, über einen unglaublich langen Zeitraum nicht. Dadurch, dass ich ganz PLÖTZLICH verlassen wurde, hatte ich keine Möglichkeit, mit dieser Beziehung abzuschließen. Das hat mich in den Grundfesten meiner Existenz erschüttert, auch jetzt, 30 Jahre danach, träume ich noch manchmal von dieser Frau.

Irgendwann habe ich dann doch meinen Frieden damit gemacht – so halbwegs jedenfalls. Ich habe auch verstanden, dass in all meinen Partnerschaften (Männer und Frauen) es auf beiden Seiten diesen Trauma-Hintergrund gab. Obwohl ich von mir ganz lange Zeit überhaupt keine Ahnung hatte, woraus dieser Trauma-Hintergrund eigentlich bestand … Erst im Verlauf des letzten Jahres konnte ich für mich selbst AUFDECKEN, dass ich ein Entwicklungstrauma als Folge belastender Kindheitserlebnisse erlebt habe, dazu werde ich auf diesem Blog sicherlich noch eine Menge schreiben. Seltsamerweise gibt es dazu nur sehr wenig Literatur, obwohl das soviele Menschen zu betreffen scheint.

Soweit die Einleitung. Ich weiß, es ist lang, aber es ist wichtig. Jetzt kann ich in der Gegenwart ankommen.

Eigentlich war ich ein glücklicher Single.

Irgendwann ist in mir doch noch einmal der Wunsch nach einer Partnerschaft aufgekommen. Ich habe mich gefragt, wie es wohl wäre, mit jemandem zusammen zu sein, und alles Wissen, was ich in den letzten 30 Jahren über Beziehungen und über mich SAMMELN konnte, in dieser Beziehung umzusetzen? Ich habe mich auf die SUCHE gemacht und wurde nach allerlei Irrungen und Wirrungen schließlich dann von X gefunden. Ich habe darüber schon verschiedentlich geschrieben, z. B. in den Artikeln Wie Liebe sich anfühlt und katastrophale Bindungserfahrungen.

Unser erstes Date dauerte 3 Tage

Noch nie im Leben habe ich mit jemandem soviel gelacht. Ich fühlte mich irgendwie magisch, als sei ich zu dieser Person geleitet worden (zu dieser Zeit hörte ich täglich Meditationen zur Anziehung). Allen Ängsten zum Trotz habe ich mich eingelassen auf die Beziehung. Es gab mir eine gewisse Sicherheit, dass X fast das gleiche Alter hatte wie ich und eine ähnliche Sozialisation erlebt hatte, unser biografischer Hintergrund wies mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede auf. Und: wichtigster Punkt: wir hatten beide schon viel an uns gearbeitet, besaßen ein gewisses Maß an psychologischer und emotionaler Bildung und kannten unseren Trauma-Hintergrund, was von Anfang an von uns beiden auch immer wieder thematisiert wurde. Für mich waren das

gute Grundvoraussetzungen mich einzulassen.

Wir wohnten allerdings nicht in der gleichen Stadt.

Mein Gott, was war ich verliebt! Anfangs telefonierten wir 3 x täglich und lasen uns morgens um 7 Uhr Gedichte vor.

Ein wenig mit Schrecken habe ich gemerkt, dass ich mich so verliebt fühlte wie damals vor 30 Jahren. Einerseits war das gut. Offenbar hatte sich mein Herz wieder erholt. Aber was wäre, wenn mir das Herz wieder gebrochen würde? Ich habe mich zum Glück noch nie von Ängsten bremsen lassen. Irgendwie habe ich gedacht,

ich gebe der Liebe noch eine letzte Chance und gebe alles!

So nahmen die Dinge ihren Lauf. Aus unterschiedlichen Gründen konnte sie nicht zu mir kommen, weswegen ich ein richtiges Wanderleben begann – natürlich ohne zu registrieren, wie sehr mich das destabilisierte …

Wegen der Fernbeziehung hatten wir ja immer nur ganz wenig Zeit miteinander. Was haben wir uns auf Weihnachten gefreut! Weihnachten wollten wir endlich einmal 10 Tage am Stück miteinander verbringen.

Es wurde die totale Katastrophe.

Ich erkannte weder meine Partnerin, noch mich selbst wieder …

Im Laufe des Schreibens dieses Artikels ist mir klar geworden, dass ich dieses Thema ganz unmöglich in einen Artikel pressen kann. Mittlerweile gibt es schon eine ganze Artikelserie dazu. Wenn Sie mehr über Trauma in Liebesbeziehungen wissen möchten, abonnieren Sie doch meinen Blog. Im nächsten Artikel wird es darum gehen, wie sich Traumata konkret im Alltag einer Beziehung auswirken.

Vielleicht haben Sie sich hier soweit ja schon wieder erkannt? Wie immer freue ich mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen.

Von Herzen,

Ihre

Monika Richrath

Photo by Sharon McCutcheon on Unsplash

Photo by Hello I’m Nik on Unsplash

 

 

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