Switchwords – eine Rezension

Switchwords – eine Rezension

Gleich zu Jahresbeginn möchte ich Sie gerne mit einem genialen Buch bekanntmachen, über das ich kurz vor Jahresende gestolpert bin und dass sich wunderbar dazu eignet, dafür zu sorgen, dass das neue Jahr sich anders gestaltet als das alte. Ich glaube, es eignet sich wunderbar, Stolpersteine, die mit der Hochsensibilität verbunden sind, aufzuheben oder zu verändern.

Das Buch Switchwords der Autorin Liz Dean ist zugegebenermaßen nicht ganz neu, die englische Originalausgabe erschien 2015, die deutschsprachige Ausgabe erfolgte 2016 durch den Ansata Verlag. Ich bin allerdings sehr guten Mutes, dass Sie dieses Buch möglicherweise auch noch nicht kennen. Mir ist es erst vor ein paar Wochen zugeflogen, vorher hatte ich noch nie davon gehört.

Wie du mit nur einem Wort dein Leben veränderst

lautet der vollmundige Untertitel des Buches. Manch eineR mag sich ja durch so eine reißerische Überschrift abgeschreckt fühlen, aber da ich selbst ab und zu etwas „reißerisch“ unterwegs bin, wenn ich der Meinung bin, dass es gerechtfertigt ist, konnte ich mich voll und ganz auf die Switchword-Technik einlassen. Ich probiere die Technik nun schon seit mehreren Wochen und bin absolut begeistert und verblüfft.

*

Was sind Switchwords

Kurz gesagt, sind es ganz bestimmte Worte, die sich an unser Unterbewusstsein richten. Liz Dean nennt es auf einer tiefen Ebene das Unbewusstsein einzuschalten. Durch das Denken, Aussprechen oder Chanten dieser Worte bringt man sich mit seinen Wünschen und Absichten in Verbindung. Tatsächlich fast so, als würde man einen Zauberstab schwingen.

Man kann Switchwords für praktisch alles verwenden:

  • Den Umgang mit Schmerzen, Niedergeschlagenheit, Schlafproblemen und Stress verbessern
  • Zum Ablegen ungewünschter Verhaltensweisen
  • Zur Vertiefung von Verbinden
  • Zum Anziehen von Liebe, Freundschaft
  • Zur Verbesserung der finanziellen Situation
  • Zur Beflügelung der Kreativität
  • Zum Lösen von Problemen
  • Zum Lernen
  • Zur Förderung von Heilung
  • Zur Stärkung von Führungsqualitäten

So funktionieren Switchwords

Switchwords wurden von James T. Mangan entwickelt, einem amerikanischen Autor und Werbefachmann, der von 1886 bis 1970 gelebt hat. Die Wirkungskraft von Switchwords beruht auf Schwingungen. Wenn wir das Wort denken, aussprechen oder chanten, verändert sich die Schwingung unseres Körpers. Wir erzeugen eine wohlwollende Resonanz in unserem Körper und schwingen auf der gleichen Frequenz wie unser angestrebtes Ziel. Das wichtige dabei ist natürlich, dass wir das Wort nicht nur einmal sagen, sondern mehrmals, wie ein Mantra. Man kann sich dabei an das eigene Gefühl halten oder sich nach den traditionellen Zahlen zum Rezitieren von Mantras halten. Diese Zahlen sind 10, 28 oder 108 Wiederholungen. (Ich selbst halte mich übrigens überhaupt nicht an diese Zahlen, sondern gehe da ganz nach Lust und Laune)

Wenn ein Wort so oft wiederholt wird, findet dabei eine Veränderung im Gehirn statt. Das Wort verliert seine Bedeutung vollkommen, übrig bleibt nur noch der Klang und letztlich die Schwingung.

Ich stelle mir vor, dass an dieser Stelle viele meiner hochsensiblen Leser und Leserinnen, die gerne immer alles wissenschaftlich evaluiert haben wollen, skeptisch die Stirn runzeln. Ich kann Ihnen nur sagen: Bitte lesen Sie weiter und probieren Sie es einfach einmal aus …

Switchwords sind stärker als Affirmationen

Weil sie über die Seele und das Gefühl wirken und das Unbewusste ansprechen. Affirmationen wirken jedoch über unser Bewusstsein, das häufig durch das Unbewusste blockiert wird – weswegen Affirmationen häufig nicht wirken können. Vielleicht haben Sie selbst schon einmal mit Affirmationen gearbeitet und sind daran gescheitert, weil es häufig eine kleine, äußerst beharrliche Stimme in uns gibt, die „ja aber …“ murmelt und so dafür sorgt, dass wir nicht weiterkommen.

Switchwords und Hochsensibilität

Ich glaube, dass Switchwords uns gut dabei unterstützen können, besser mit Hochsensbilität umzugehen. Unliebsame Verhaltensweisen könnten wir vielleicht begegnen mit den Worten AUS oder SCHNITT, z. B. wenn wir merken, dass wir mal wieder anfangen, uns das schönste Kopfkino zu erfinden. Häufig leiden wir als hochsensible Menschen darunter, dass wir uns nicht so gut mit anderen Menschen verbinden können, da ist das Wort ZUSAMMEN ausgezeichnet, es hilft uns nicht nur, uns besser mit dem zu verbinden, was wir uns wünschen, sondern auch mit uns selbst und auch mit anderen …

Kürzlich hatte ich eine tolle Switchword-Erfahrung

von der ich ihnen an dieser Stelle natürlich sehr gerne erzähle, weil sie anschaulich und auch lustig ist – irgendwie.

Der Hintergrund: Ich liebe eine gewisse schaumige italienische Nachspeise aus Wein und Ei. Und manchmal, wenn ich das Gefühl habe, ich könnte mich für etwas belohnen, dann werde ich im Supermarkt schwach für eine industriell gefertigte Version dieses Desserts, die aber – im Gegensatz zum Original – jede Menge Sahne enthält (was wegen der Laktose für mich nicht so prickelnd ist). Trotzdem schaffe ich es meistens nicht, im Supermarkt daran vorbei zu gehen. Ich kann es mir noch so sehr vornehmen, es klappt einfach nicht.

Nun ja, neulich stehe ich also wieder im Supermarkt und starre begehrlich auf besagtes Dessert, da schreit eine Stimme in meinem Kopf los „AUS AUS AUS!“ (AUS ist das Switchword zum Beenden einer schlechten Angewohnheit). Und ich weise gerne an dieser Stelle darauf hin, dass ich es mir nicht explizit vorgenommen hatte, für diese Situation ein Switchword  zu verwenden. Es passiert einfach.

Wie festgenagelt bleibe ich vor dem Regal stehen. Ich bin weder in der Lage fortzugehen, noch die Tür zum Kühlregal aufzuziehen. Der Teil in mir, der sich auf diese vermeintliche Belohnung gefreut hat, ist störrisch und will sich nicht damit abfinden, dass er die Belohnung, auf die er sich gefreut hat, nicht bekommt. „AUS! AUS! AUS!“ kommt es jetzt mit mehr Nachdruck. Ich habe das Gefühl, jemand spricht mit mir wie mit einem Hund – aber so ist es ja auch irgendwie – mit dem inneren Schweinehund …

Kurzzeitig breitet sich Verwirrung in mir aus, wie Nebel. Dann gewinnt die Vernunft die Oberhand – während ich immer noch vor dem Regal stehe und meinen Nachtisch anstarre. Die Vernunft sagt „Du wolltest das doch nicht mehr essen. Wann willst du damit anfangen, wenn nicht jetzt?“ Ja stimmt. Ein letzter enttäuschter Blick und ich kann mich endlich lösen und den Rest meiner Einkäufe erledigen. Die Begeisterung überwiegt die Enttäuschung …

Switchwords sind sofort Teil meines Lebens geworden

vielleicht liegt es daran, dass es im Supermarkt deswegen ohne bewusstes Vorgehen so gut geklappt hat. Mich begeistert an den Switchwords, dass sie so einfach sind. Es gibt verschiedene Switchword-Formen

  • Master Switchwords (können in jeder Situation angewendet werden
  • Universelle Switchwords (klappen bei fast jedem)
  • Offene Switchwords (klappen bei den meisten)
  • experimentelle Switchwords (klappen bei einigen)
  • persönliche Switchwords (funktionieren bei Ihnen)
  • Switchword-Paare
  • Switchword-Sätze

Was man mit Switchwords alles machen kann

Switchwords begeistern schon an sich. Aber es gibt noch Steigerungen: zum Beispiel kann man die Namen von Bachblüten als Switchwörter verwenden, oder energetisiertes Wasser mit einem persönlichen Energiekreis herstellen (finde ich ganz wunderbar), bestimmte Wellenfrequenzwerte klopfen (auch äußerst spannend). Für mich ist besonders interessant an Switchwords, dass sie sich wunderbar mit anderen Techniken kombinieren lassen, zum Beispiel mit der Akasha Chronik, Chakrenarbeit oder Reiki. Und natürlich auch mit der Klopfakupressur. Dies habe ich während meiner kleinen Rauhnachtreise vom Dezember 2017 bis zum Januar 2018 ausgiebig getan und bin absolut davon begeistert. Ich finde, dieses Buch gehört in jeden Bücherschrank!

Übrigens hatte das o. g. Intermezzo mit der Nachspeise noch eine kleine Nachwirkung. In meinem normalen Supermarkt bekomme ich es nämlich eigentlich nicht. Neulich stand es dort aber herum, wie ich aus dem Augenwinkel bemerkte. Ich habe es sofort eingesteckt, bin aber zuhause nicht sofort darüber hergefallen, sondern habe es am nächsten Tag ganz langsam und genüsslich verzehrt …

Switchwords sind eine äußerst effektive Möglichkeit

sich auf eine neue und ungewöhnliche Weise mit sich selbst, anderen, der Umwelt und alles darüber hinaus zu verbinden. Wenn Sie mir nicht glauben, probieren Sie einfach einmal den Switchword Satz „ZUSAMMEN-FINDEN-GÖTTLICHE SICHERHEIT„, der Geld in Ihr Leben bringt. Probieren Sie es einfach einmal aus, diese Worte ein paar Tage lang immer wieder einmal vor sich hin zu sagen, Sie werden sehen, dass es funktioniert. Und ich freue mich, wenn Sie in die Kommentare schreiben, welche unerwartete Geldquelle Ihnen zugeflattert ist …

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein funkelndes neues Jahr!

Herzlichst, Ihre

Monika Richrath

 

SWITCHWORDS*
Liz Dean
Ansata Verlag
ISBN 978-3-7787-7520
17,50 EUR

Glauben Sie an eine höhere Macht?

Glauben Sie an eine höhere Macht?

Das Jahresende nähert sich langsam wieder und ich habe schon die ein oder andere Anfrage zu den Rauhnächten bekommen.

Wenn ich nicht schon vor Jahren begonnen hätte, an eine wie auch immer geartete höhere Macht zu glauben, hätten mich die Ereignisse der letzten Monate auf jeden Fall eines Besseren belehrt. Doch das war nicht immer so.

Zwei Lager

Hochsensibilität und Spiritualität schließt sich weder aus, noch bedingt das eine das andere. Ich glaube, dass sich hochsensible Menschen vor allem in zwei verschiedene Lager teilen: es gibt die einen, die sehr im Kopf leben, und nur an das glauben, was sie selbst sehen können oder was wissenschaftlich „erwiesen“ ist und es gibt das andere Lager der Menschen, die zu einer gewissen Form der Spiritualität gefunden haben. Natürlich mag es auch noch Menschen geben, die weder das eine noch das andere sind …

Ich selbst gehöre zu der Gruppe, die ihr ganzes Leben lang zwischen diesen beiden, unversöhnlich erscheinenden Positionen hin- und hergeschwankt ist.

Wo ist Gott?

Alles, was an Spiritualität heute in mir und meinem Leben vorhanden ist, habe ich mir selbst erarbeitet. Ich wusste und weiß nicht, ob ich Menschen beneiden soll, die von Haus aus eine religiöse Erziehung bekommen haben? Manchmal erschien mir das beneidenswert, vor allen Dingen in Zeiten, wo mir der Glaube abhanden gekommen war. Dann schielte ich neidisch auf die vermeintliche gute Grundlage, die so ein gesunder Glauben doch bieten könnte – obwohl ich gar nicht so weiß, ob es so ist.

Ich habe jedenfalls nur ein Minimum an religiöser Erziehung genossen. Und das lag daran, dass mein Vater aus dem katholischen Rheinland und meine Mutter aus dem protestantischen Hamburg eine sog. „Mischehe“ geschlossen hatten, die von den jeweiligen Müttern mit Misstrauen beäugt wurde. Meine Mutter versuchte sogar noch zum Katholizismus überzutreten, aber dazu ist es letztendlich nicht mehr gekommen, weil das junge Ehepaar vom Leben überrollt wurde und sich mit anderen praktischen Dingen beschäftigen musste.

Meine Eltern hatten sich wohl noch darauf geeinigt, dass die aus der Ehe stammenden Kinder katholisch sein sollten, danach wurde über Religion aber nicht mehr gesprochen und ich musste mich an das halten, was gerade anstand: sprich der Religions- und Kommunionsunterricht. Und ich entsinne mich, dass ich große Schwierigkeiten damit hatte, weil ich nicht wusste, wer oder was Gott ist. Wo Gott war. Wirklich in der Kirche? Die Schwierigkeit war übrigens nicht so sehr, dass ich Gott nicht sehen konnte, sondern dass ich Gott nicht spürte. Nirgendwo eigentlich. Vor allen Dingen in der Kirche nicht, wo es so viele Regeln und strenge Verbote gab, denen sich sogar die Erwachsenen beugen mussten … Völlig unklar blieb daher auch, was Gott mit Liebe zu tun hatte …

Gott geküsst

In der Pubertät habe ich dann ganz unvermutet Unterstützung bekommen in Sachen religiöser Unterweisung. Da war ein Mädchen – in das ich verliebt war, weil sie alles das war, was ich nicht war und gerne gewesen wäre. Während einer Bildungsreise durch die gothischen Kathedralen Frankreichs begann sie mit mir über Gott zu sprechen. Irgendwann stellte sie mir dann triumphierend die alles entscheidende Frage, auf die ich keine Antwort wusste: Woher kommt das Leben? Dass es vermutlich einfach aus sich selbst heraus entstehen könnte, erschien mir unwahrscheinlich.  Blieb also nur noch die eine Option übrig, dass etwas den Prozess in Gang gesetzt hatte …

Erstaunlicherweise fiel es mir danach relativ einfach, in eine Art von Glauben zu fallen. Ich vermute, ich wollte gerne glauben. Vielleicht habe ich instinktiv gespürt, dass das Leben leichter fällt, wenn man an eine höhere Macht glaubt …

Die Reise spielte sich um Ostern herum ab und wir hatten reichlich Gelegenheiten, religiöse Feste zu erleben. Hier, in diesen wundervollen, hohen Räumen konnte ich mir Gott auch vorstellen. Bei einem Fest habe ich sogar wie alle anderen Anwesenden einen Jesus am Kreuz geküsst und mich durchlief dabei ein Schauer religiöser Inbrunst …
Als hochsensibler Mensch habe ich mit Religion gekämpft

Ich will nicht firmiert werden

Die religiöse Inbrunst hielt nicht lange an. In der Pubertät begann ich jeden und alles in Frage zu stellen. Alles, was mit Religion zusammenhing, wurde hinterfragt. Ich hatte die „Glaubenszeit“ genossen, ohne Frage, aber ich konnte nicht länger daran festhalten. Wie konnte Gott denn all das Elend in der Welt zulassen? Wieso wurden Kriege im Namen von Religionen geführt? Und wieso waren so viele Menschen Religionsanhänger, obwohl Religion in der Geschichte hauptsächlich zur Unterdrückung des gemeinen Volkes und zur Bereicherung einiger weniger Kirchenleute benutzt wurde? Kurzum, mir wurde klar: Ich kann nicht firmiert werden. Ich schrieb meinem Pfarrer einen Brief, dass ich nicht an der kurz bevorstehenden Firmung teilnehmen könne, weil ich nicht mehr an Gott glaube. Dieser lud mich, glaube ich mich zu erinnern, zu einer Ferienfreizeit ein, an der ich aber ganz sicher nicht teilgenommen habe – aus Furcht vor Indoktrination.

Der Ekel

Wenn ich heute so zurückblicke, fürchte ich, dass ich direkt von der Pubertät in einer Art Depression gelandet bin, in der alle Werte, die ich hatte, nach und nach ihren Wert verloren, ihre Schönheit, ihren Glanz. Um mich herum wurde alles grau. Und den absoluten spirituellen Tiefpunkt erreichte ich, als wir im Französischunterricht das Buch „Der Ekel“ von Jean-Pierre Sartre lasen. Sartre beschreibt in diesem Buch einen Ekel vor der Welt und vor sich selbst, die vollkommene Isolation des Selbst in der Welt, ohne Verbindung nach draußen, ohne Verbindung nach drinnen. Der Supergau. Die vollkommene Einsamkeit. Und ich kannte dieses Gefühl ganz genau, ich hatte es selbst schon genau so erlebt …

Glauben hilft

Was die Wende herbeigeführt hat, vermag ich heute nicht mehr zu sagen. Vermutlich war es ein langer, schleichender Prozess, zu dem die Tatsache, dass ich verschiedene, extrem schwierige Situationen buchstäblich überlebte, sicherlich beitrug.

Irgendwann habe ich verstanden, dass es mir hilft, an eine Macht zu glauben, die größer ist als ich. Und dass es nicht die höhere Macht ist, die zulässt, dass es so viel Elend auf der Welt gibt, sondern die Menschen. Dass die Menschen diejenigen sind, die dafür die Verantwortung haben. Ich scheue mich zwar immer noch ein wenig davor, diese Macht „Gott“ zu nennen, weil der Begriff für mich assoziiert ist mit „Kirche“, der gegenüber ich immer noch äußerst zwiespältige Gefühle hege, aber ich habe im Laufe der letzten zehn Jahre meines Lebens doch eine Art Glauben entwickelt, der mir wirklich hilft. Es ist eher ein Glaube an eine große, ordnende Kraft (bei Geschenken bedanke ich mich stets beim Universum), die mich unterstützt, wobei auch immer.

Durch den Tod meiner Mutter im vergangen Jahr hat dieser Glaube noch einmal einen ordentlichen Schub erhalten, weil ich hautnah erfahren habe, wie alles miteinander zusammenhängt und einen Blick werfen konnte auf die großen Mysterien des Lebens und verschiedene Energiephänomene, so dass ich nun definitiv weiß, dass da etwas ist. Für mich ist da jedenfalls definitiv etwas.

Wie Magie

Eingangs habe ich ja geschrieben, dass ich das Glauben dieses Jahr hätte lernen können, wenn ich nicht schon glaubte. Soviel hat sich in diesem Jahr verändert, sich auf eine geradezu magische Art und Weise geordnet, mehr als in den anderen Jahren.

Eins hat dabei auf dem anderen aufgebaut: das Coaching bei Sonja Kreye hat mir geholfen, mein Angebot völlig neu zu strukturieren und es so zu gestalten, dass meine Klienten und Klientinnen tiefgreifende Veränderungen in ihrem Leben erreichen können. Das war definitiv mein erster Schritt. Dies führte ja auch zu Änderungen in meinem eigenen Leben.

Im Dunstkreis von Sonja Kreye habe ich Michaela Ortmeyer kennengelernt, deren Powertag mit dem Thema „Umsatzschallmauer …“ bei mir weitreichende Erkenntnisse ausgelöst hat. Zu den wirklich verblüffenden Ergebnissen des Powertages gehört für mich, dass ich kurz darauf ein einwöchiges Seminar auf Amrum mit Christel Smaluhn zu Vergebungsarbeit von Colin Tipping gewonnen habe. Was mir nicht nur dabei half, herauszufinden, wo meine tatsächliche Blockade liegt, sondern mich auch insgesamt so gedopt hat, dass ich eine extrem schwierige Wohnungssituation relativ gelassen bewältigen konnte: Eine scheinbar auswegslose Situation hat sich für mich wie durch ein Wunder gut gelöst … und dafür bin ich unendlich dankbar .

Darüber hinaus sind neue Menschen in mein Leben getreten, habe ich auf äußerst vielfältige (und manchmal vollkommen unerwartete) Art und Weise Unterstützung von anderen bekommen, so dass ich eher das Gefühl habe, auf einer riesigen Welle zu surfen, als mich auf dem harten Boden der Realität zu befinden. Aber wer weiß, vielleicht ist die Welle ja die Realität und nicht der harte Boden? Wer genau kann das schon sagen? Sicher ist aber, dass ich in diesem Jahr ganz besonders dankbar bin für all die Dinge, die ich in diesem Jahr geschenkt bekommen habe. (Das meiste davon ist übrigens mit Geld überhaupt nicht aufzuwiegen).

Natürlich freue ich mich, wenn Sie uns erzählen, wie Sie es mit den höheren Mächten halten. Haben Sie Glaubenskrisen durchlebt? An wen oder was glauben Sie?

Herzlichst,

Ihre
Monika Richrath

 

Warum verliebe ich mich immer in den Falschen oder die Falsche?

Warum verliebe ich mich immer in den Falschen oder die Falsche?

Die Liebe ist für hochsensible Menschen ein wirklich schwieriges Stress-Thema. Die Hochsensibilität führt vielleicht dazu, dass wir vieles besonders schwer nehmen (z. B. Kränkungen), besonders viele Ängste entwickeln (z. B. bevor wir jemandem unsere Liebe gestehen) oder es vielleicht auch gar nicht wagen, auf jemanden zuzugehen. Und natürlich leiden wir unendlich, wenn es vorbei ist. Manchmal jahrelang (glauben Sie mir, ich weiß, wovon ich spreche)!

Kennen Sie diese Situation?

Sie lernen irgendwo jemanden kennen, den oder die sie sehr attraktiv finden und sie kommen zusammen. Aber es dauert nicht lange, bis erste Probleme auftauchen. Er oder sie zieht sich innerlich zurück, ist ausweichend, will sich meistens nicht festlegen. Aber es ist nicht immer so. Manchmal gibt es auch sehr intensive Momente, in denen sie einander offenbaren können. Davon oder dafür leben sie. Aber diese Momente werden immer seltener und hören irgendwann ganz auf. Oder Sie stellen fest, dass ihr Traumprinz oder Ihre Traumprinzessin das Interesse an Ihnen verliert oder sich womöglich jemand anderem zuwendet (was Sie vielleicht gar nicht wissen) oder Sie verlässt (manchmal von heute auf morgen) und Sie wissen nicht wohin mit sich vor lauter Liebeskummer.

Oder Sie sehnen sich ganz verzweifelt nach Liebe,

aber Sie finden einfach nicht die richtige Person, mit der Sie sich eine Beziehung vorstellen können? Oder Sie verlieben sich grundsätzlich nur in Menschen, die bereits anderweitig gebunden sind? Oder Sie interessieren sich grundsätzlich nur für den Typ „Bad Boy“ oder „Bad Girl“, wo Sie schon von vornherein wissen, dass es nur für eine Nacht, oder eine Woche ist? Oder Sie haben grundsätzlich nur Affairen, weil Sie Angst davon haben, dass jemand herausfinden, wie Sie wirklich sind und Sie verlassen könnte?

Irgendwann bekommt das ganze so eine Eigendynamik, Beziehungen haben dann überhaupt keine Chance mehr sich zu entwickeln, weil die Angst, dass es zu Beziehungsabbrüchen kommen könnte, immer größer wird  und die Beziehungsabbrüche sich mehren …

Permanent zurückgewiesen zu werden kann verflucht weh tun.

Dann zweifelt man an sich selbst und fragt sich vielleicht, ob man vielleicht nicht liebenswert ist in dem Sinne, ob man es wert ist, geliebt zu werden? Das produziert noch mehr Schmerz und Verzweifelung und treibt eineN in eine Art einsame Abwärtsspirale.

Ich möchte Ihnen dazu gerne einmal etwas sagen – was Sie vermutlich nicht gerne hören. (Aber glauben Sie mir, ich war zehn Jahre lang Single und weiß ganz genau, wovon ich spreche. Ich habe einmal fünf!!! Jahre (ich finde das selbst so unglaublich mittlerweile) in einer Art Nichtbeziehung ausgeharrt, in der ich überhaupt keinen festgelegten Status hatte – nur die Gewissheit, dass ich geliebt wurde. Meine Ex-Partnerin und ich haben über zehn Jahre gebraucht, um uns in einer festen Beziehung miteinander wirklich aufeinander einzulassen …)

Beziehungen sind schwierig für hochsensible Menschen

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Die Einsamkeit rufen Sie selbst hervor

Bevor Sie nun empört „Blöde Kuh“ schreien, Ihren Computer oder Ihr Handy an die Wand werfen, lesen Sie bitte einfach erst einmal weiter. Natürlich ist dies nicht im Sinne von „Sie sind es selbst schuld“ gemeint. Ganz im Gegenteil, Sie können überhaupt nichts dafür – jedenfalls nicht, solange Sie nicht wissen warum.

Es geht außerdem auch nicht darum, wie Sie sich eine Beziehung vorstellen oder wie Ihr Partner/Ihre Partnerin sein soll, damit Sie es schön miteinander haben. Es geht auch nicht darum, was Sie miteinander tun und lassen (das wird erst später wichtig!) Die einzige Frage, die Sie sich stellen können, wenn Sie da raus wollen ist:

Wie fühlt Liebe sich für Sie an?

Es ist völlig gleich, dass Sie eigentlich etwas anderes wollen. Maßgeblich ist in diesem Zusammenhang, wie Sie großgeworden sind, wie Ihre Beziehungspersonen sich Ihnen gegenüber verhalten haben.

Bindung

ist für Menschen genau so wichtig wie Nahrung, Schlaf, Bewegung usw. Bindungsforschern zufolge sind die ersten drei Lebensjahre bindungstechnisch entscheidend. Die Beziehungsregeln, die wir in dieser Zeit lernen, legen fest, wie wir später durchs Leben gehen, welche Beziehungen wir leben und wie gesund wir sind. Mittlerweile weiß man sogar um den Zusammenhang von Erkrankungen im späteren Leben und belastenden frühkindlichen Bindungserfahrungen (Mehr dazu an anderer Stelle auf diesem Blog).

Vier Bindungsstile

Vielleicht haben Sie schon einmal von den vier Bindungsstilen gehört, die der Psychiater und Psychoanalytikers John Bowlby entwickelte. Anfang der 60er Jahre wurden diese noch angezweifelt, was die Fachwelt aber zwischenzeitlich aufgegeben hat, da sie durch viele Studien bestätigt wurden.

1. Die sichere Bindung

In einer sicheren Bindung hat ein Baby das Gefühl, dass die Bindungsperson sich ihm gegenüber feinfühlig verhält, auf seine Bedürfnisse eingeht und Zuverlässigkeit bietet, so dass es sich emotional in Sicherheit fühlt. Ein sicher gebundenes Kind wird weinen, wenn die Mutter weggeht, lässt sich aber leicht nach ihrer Rückkehr beruhigen. Ein solches Bindungsmuster sollen 60 bis 65 % aller Kinder erleben. Es führt dazu, dass das Kind eine gewisse Widerstandskraft gegen psychische Belastungen entwickelt und Empathie empfinden kann.

2. Die unsicher-vermeidende Bindung

In einer unsicher-vermeidenden Bindung hat das Baby das Gefühl, dass es von den Eltern keinen Schutz und keine Sicherheit bekommt und dass es alleine zurecht kommen muss. Das Baby unterdrückt daraufhin sein Bedürfnis nach Nähe und Zuwendung. Ein Kind, das so aufwächst, wird gar nicht darauf reagieren, wenn die Mutter weggeht, und auch nicht, wenn sie wiederkommt. Trotzdem reagieren sie körperlich sehr heftig. Dieses Bindungsmuster sollen 20 bis 25 % aller Kinder erleben. Kinder, die so aufwachsen, sind weniger widerstandsfähig gegen emotionale Belastungen.

3. Die unsicher-ambivalente Bindung

Diese ähnelt der unsicher-vermeidenden Bindung, beinhaltet aber, dass die Eltern chaotisch auf die Bedürfnisse der Kinder reagieren, mal erfüllen sie diese, manchmal lehnen sie sie ab. Bei Problemen ziehen sich solche Kinder eher zurück und sind gestresst in Gegenwart ihrer Eltern, auch wenn sie sich an ihre Eltern klammern können. Diesen Bindungsstil sollen 10 bis 15 % aller Kinder erleben. Kinder, die so aufwachsen, können sich weniger gut in andere Menschen hineinversetzen.

4. Die Desorganisierte Bindung

Immerhin 5–10 % aller Kinder sollen in desorganisierten Bindungen aufwachsen. Da kann man sich auf überhaupt nichts mehr verlassen. Erregung und Anspannung der Mutter wechseln ab mit Vernachlässigung und Desinteresse. Im Zustand der Erregung kann die Mutter dann eher eine Bedrohung für das Kind darstellen. Desorganisiert gebundene Kinder laufen z. B. nach der Trennung auf die Mutter zu, aber drehen auf halbem Wege wieder um oder zeigen Zeichen von Stress, wenn sie mit ihrer Bindungsperson zusammenkommen.

Haben Sie sich dort irgendwo wiedererkannt?

Erkennen Sie das Muster Ihrer Beziehungen wieder? Verstehen Sie, dass, wenn das Verhalten Ihrer Eltern gegenüber eher vermeidend, ambivalent oder desorganisiert war, es für Sie einfach sehr schwierig ist, Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen, die sich durch Kontinuität, Nähe und Intimität auszeichnen? Sie ziehen dann Menschen an, die ebenso aufgewachsen sind und ein Problem mit Nähe, Intimität und Kontinuität haben. Das können dann Menschen sein, die sich im Kontakt mit anderen hauptsächlich auf Sexualität konzentrieren, Menschen, die sich zurückziehen, sobald es schwierig sind, Menschen, mit denen man einerseits sehr intensive Momente erleben kann, bei denen man andererseits aber auch öfter das Gefühl hat, dass es gar keine Nähe gibt. Gerade letzteres kann einen zur Verzweifelung treiben.

Wenn sich Ihnen nicht erschließt, worauf ich hinaus will, empfehle ich Ihnen den Film „Love Alien“ zu sehen. Ein junger Mann, Wolfram Huke, filmt sich selbst auf der Suche nach Liebe, das ist absolut herzzerreißend. Achten Sie vor allen Dingen auf die Szene mit der Mutter.

Hier können Sie sich ein Interview des SWR mit Wolfram Huke ansehen.

Wie können Sie es jetzt schaffen, Ihre Beziehungsmuster zu verändern?

Machen Sie sich bewusst, dass es einfach nicht ausreicht, sich andere Beziehungen zu wünschen – solange Sie auf das gepolt bleiben, was Sie zuhause erlebt haben, werden Sie immer wieder Menschen in ihr Leben ziehen, von denen Sie ganz genau das bekommen, was Sie zuhause auch bekommen haben. Menschen, die sich anders verhalten, finden Sie dann gar nicht attraktiv – das ist leider so. Nur ganz wenige Menschen haben einen so starken Willen, dass sie mit schierer Willenskraft etwas vollkommen Anderes in ihr Leben holen.

Aber es ist auf jeden Fall möglich, hier einen Schalter umzulegen! Die Klopfakupressur eignet sich wunderbar dazu, die bisherige Bindungsprogrammierung aufzulösen.

Erst einmal brauchen Sie Klarheit über das was war. Sie brauchen außerdem Geduld – wie immer.

Hier ist eine Übung für Sie

Schreiben Sie Antworten auf die folgenden Fragen auf.

  • Überlegen Sie doch einmal bitte, wie Sie zuhause groß geworden sind.
  • Was haben Sie bekommen, bzw. was haben Sie nicht bekommen?
  • Fällt Ihnen ein Wort ein, das das Verhalten Ihrer Eltern beschreibt?
  • Wie würden Sie das Verhalten Ihrer Partner oder Partnerinnen beschreiben?
  • Sehen Sie Parallelen?

Wenn Sie Ähnlichkeiten gefunden haben, versuchen Sie daraus einen Klopfsatz zu bilden und beklopfen Sie das Thema.

Sie können auch Sätze klopfen wie „Auch wenn ich nicht weiß, wie sich Liebe eigentlich anfühlt usw.“

Wie sind Sie großgeworden? Wie immer freue ich mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen.

Herzlichst,

Ihre
Monika Richrath

4 Ungewöhnliche Orte für die EFT Klopftechnik

4 Ungewöhnliche Orte für die EFT Klopftechnik

Wer sagt denn eigentlich, dass man zum EFT Klopfen immer zuhause auf dem Stuhl sitzen oder im Bett liegen sollte? Es gibt Alternativen, wirklich tolle Alternativen, finde ich. Sowieso gilt, dass deine Hochsensibilität hier eine wunderbare Unterstützung ist, weil sich die Wirkung des Ortes durch deine Wahrnehmung für dich vermutlich noch verstärkt.  Hier stelle ich dir meine besten vier ungewöhnlichen Klopforte vor:

1. Unterwegs klopfen

Zugegebenermaßen ist dies eigentlich kein richtiger Ort, weil er ja ständig verändernd ist. Bewegung durch Laufen und Gehen form das Gehirn, das haben Forscher herausgefunden. Durch das Auftreten der Füße sollen in den Adern Druckwellen erzeugt werden, die für eine bessere Durchblutung des Gehirns sorgen. Bestimmt hast du selbst schon die Erfahrung gemacht, dass ein einfacher Spaziergang dazu führen kann, dass man plötzlich in der Lage ist eine Entscheidung zu fällen, die man vorher nicht treffen konnte. Was passiert, wenn man joggt, ist dass es noch krassere Effekte gibt, dabei soll sich das Gehirn neu strukturieren – aber ich gehe jetzt mal nicht davon aus, dass du während des Joggens klopfen willst, bzw. für mich als bekennende Nichtjoggerin fühlt sich allein die Vorstellung ziemlich anstrengend an …

Zurück zum Gehen: Es ist sehr angenehm, sich langsam zu bewegen, während man klopft, denn beim Klopfen selbst führt man ja durch das Bewegen von Punkt zu Punkt einfach eine Art von Bewegung aus, die insgesamt ein rundes Fließen ergeben. Probiere das einfach einmal aus. Es ist insofern auch ganz praktisch, als dass du nicht allzuviel Rücksicht nehmen musst auf andere Spaziergänger, bzw. falls dir welche entgegenkommen, kannst einfach deine Klopfsession kurz unterbrechen und wieder aufnehmen, wenn sie vorbei sind. Außerdem bist du dann an der frischen Luft, was per se ja schon mal gut ist. Natürlich kannst du auch zuhause herumwandern, wenn deine Wohnung das hergibt …

2. An einem Fluss

An einem Fluss zu sitzen, aufs träge vorbeiziehendes Wasser zu schauen und dabei zu klopfen, hat etwas ganz Magisches. Ich finde, der Fluss des Wassers intensiviert den Klopffluss. Man hat das Gefühl, dass das, was man gerade beklopft, leichter mit dem Strom des Wassers davonfließt.

Wenn du Glück hast und die Sonne scheint gerade, gibt dir vielleicht das Funkeln des Wassers genauso einen Energiekick wie mir. Sowieso denke ich, dass dadurch, dass du mit dem Klopfen in einen besonders empfänglichen Alpha Zustand kommst, auch das Wasser anders wahr- und aufnimmst. Außerdem gilt auch hier: Du bist (höchstwahrscheinlich) an der frischen Luft und atmest tiefer ein- und aus.

3. Im Wald

Auch im Wald bekommt das Klopfen etwas Mysthisches. Das Grün der Bäume, die Stille, die Natur haben sowieso schon einen positiven Effekt auf uns und führen dazu, dass wir Stress loslassen, uns entspannen und beruhigen. Mit dem Klopfen wird diese Beruhigung und Entspannung noch vertieft. Dazu kommen die Terpene in der Waldluft, die unserer Gesundheit besonders zuträglich sind und von denen wir dann durch tiefes Ein- und Ausatmen besonders viele aufnehmen.

Im Wald zu klopfen ist wie in eine andere Welt einzutauchen. Probiere es einmal aus und erzähle uns von deinen Erfahrungen. Ich bin sehr gespannt.

4. Unter der Dusche

Klopfen beim Duschen gehört zu meinen krassesten Klopfakupressur Erfahrungen. Vermutlich liegt es daran, dass das fließende Wasser irgendetwas in unserem Gehirn in Gang setzt. Schließlich habe ich selbst unter der Dusche oft großartige Ideen.  Für diesen Artikel habe ich mal gegoogelt, woran die liegen könnte. Die Antwort war ganz einfach: beim Duschen braucht sich das Gehirn nicht nicht mit eingehenden Informationen in Form von Sinneseindrücken auseinanderzusetzen (bzw. weniger) und kann sich darum mit anderen Dingen beschäftigen.

Aber sowieso ist Wasser hervorragend dazu geeignet, Loslassprozesse zu unterstützen, meine Klient:innen trinken z. B. immer während des EFT-Coachings viel Wasser. Es tut einfach gut und hilft ungemein, das Klopfen zu unterstützen. Und das strömende Wasser, das du unter der Dusche hast, ist wirklich etwas ganz Besonderes.

EFT klopfen unter der Dusche kann magische Effekte entfalten

ABER ACHTUNG: Die Intensität hat auch eine Kehrseite. Meine Erfahrung ist, dass sich beim Klopfen unter der Dusche Türen öffnen, die sonst verschlossen bleiben oder sich nicht so weit öffnen (denn ich klopfe meistens ja auch nur einen Satz.) Ich komme mit dieser Intensität an Emotionen, die sich sonst nicht zeigen. Das kann aber durchaus auch beängstigend sein.  Vor allen Dingen, wenn du es mit einem Entwicklungstrauma aus belastenden Kindheitserfahrungen zu tun hast. Darum kann ich dir nur sagen: Probiere das Klopfen unter der Dusche nicht, wenn du in einem labilen Zustand bist und nimm dazu keinen krassen Satz. Sonst schadest du dir mehr als dass du dir hilfst.

Falls du mit dem Begriff „Klopfen“ gar nichts anfangen kannst, siehe dir doch den nachstehenden Clip zur Klopfakupressur mal an und probiere das Klopfen einfach einmal aus.

Hast du auch ungewöhnliche Klopforte? Welche Erfahrungen hast du gemacht? Ich freue mich, wenn du mir schreibst.

Von Herzen,

Unterschrift Monika Richrath

5 Fehler, die Sie beim Klopfen machen können

5 Fehler, die Sie beim Klopfen machen können

Das Klopfen an sich ist eigentlich ja wirklich nicht schwer. Trotzdem gibt es einige ganz kapitale Fehler, die Sie bei der Anwendung der Klopfakupressur machen können, die dafür sorgen, dass sich die gewünschten Veränderungen im besseren Umgang mit Ihrer Hochsensibilität nicht einstellen. In diesem Artikel erfahren Sie die 5 wichtigsten Dinge, die Sie falsch machen können.

1. Sie haben keinen Plan

Vielleicht denken Sie nicht jeden Tag dran oder haben keine Lust, jeden Tag daran zu denken, oder mögen sich einfach nicht so festlegen lassen … und klopfen immer nur dann, wenn es Ihnen gerade einfällt, mit dem, was gerade akut ist. Das kann man so machen, das bringt auch immer wieder Entspannung in der aktuellen Situation, wie ich öfter höre.

Allerdings führt das allenfalls dazu, dass Sie bestehende Situationen immer nur glätten und ausgleichen. Zu Veränderung kann das nicht führen. Damit eine Veränderung eintreten kann, bedarf es eines größeren Engagements von Ihrer Seite (das immer noch relativ klein ist im Vergleich zu anderen Methoden). Suchen Sie sich einen Satz, der Sie belastet und klopfen Sie diesen täglich 3–4 Runden, das dauert nicht länger als 2–5 Minuten (je nachdem wie ausführlich Sie Ihre Erinnerung gestalten). Diesen Zeiteinsatz können Sie immer aufbringen, egal, wie Ihre Lebensumstände sind. Betrachten Sie diese Zeit doch nicht als eine lästige Pflicht, die erledigt werden muss, sondern als eine Zeit, die Sie nur mit sich und für sich selbst verbringen. Darum empfehle ich stets, das Klopfen als Wohlfühlritual in den Tagesablauf zu integrieren.

Natürlich ist es überhaupt nicht tragisch, wenn Sie es mal einen Tag zwischendurch vergessen (außer, dass Sie vielleicht merken werden, dass ein Tag, an dem Sie nicht klopfen, sich grundsätzlich anders anfühlt als ein Tag, an dem Sie klopfen), aber die Tendenz sollte doch deutlich zu „täglich“ gehen. Wenn Sie es grundsätzlich anders handhaben, kommt die Veränderung vielleicht später, oder auch gar nicht (je nachdem, wie groß die Abstände sind).

2. Sie können sich nicht entscheiden wo Sie anfangen sollen

Gerade hochsensible Menschen haben häufig sehr viele Baustellen (die oft miteinander verknüpft sind) und verzweifeln schier vor der gestellten Aufgabe. Wo beginnen? Was ist sinnvoll? Eigentlich ist dieses Problem sehr schlimm, aber ist denn nicht jenes noch schlimmer? Was passiert, wenn ich mit dem falschen Problem anfange? Bringt das den ganzen Prozess ins Wanken? Da viele HSP sowieso ein Problem damit haben, sich zu entscheiden (weil sie meist auch die Konsequenzen ihrer Entscheidungen sehr gut sehen können) geraten sie so schnell in eine Pattsituation, wo sie handlungsunfähig werden und gar nicht erst anfangen.

Jetzt verrate ich Ihnen mal ein Geheimnis: Es ist vollkommen egal, wo Sie beginnen. Das wirklich einzig wichtige ist, dass Sie einen Satz klopfen, der eine Belastung darstellt. Sie wollen ja aus dem Stress herauskommen, nicht noch mehr Stress erleben, indem Sie sich Ewigkeiten damit herumplagen, welches Thema zuerst drankommen soll. Häufig zerbrechen Sie sich ganz umsonst darüber den Kopf, weil es wirklich nicht so wichtig ist, wo Sie beginnen. Wichtig ist, DASS Sie beginnen. Und dann nehmen Sie ganz ruhig ein Thema nach dem anderen in Angriff. Unterwegs werden Sie wahrscheinlich feststellen, dass das ein oder andere Thema sich unterwegs einfach erledigt hat 😉 Es ist nämlich so, dass gleichartige Erlebnisse und Gefühle im Gehirn in sog. Gefühls-Clustern gespeichert werden, d. h., wenn Sie ein bestimmtes Thema bearbeiten, kann es passieren, dass andere Dinge, die sich ebenfalls in diesem Cluster befunden haben, mitaufgelöst werden.

Klopfakupressur als Labyrinth

3. Sie wollen zu viel auf einmal

Was ich immer wieder sehe und erlebe, ist, dass, wenn hochsensible Menschen die Klopftechnik ausprobieren und merken, wie gut ihnen das Klopfen tut, sie am liebsten sofort alle Baustellen gleichzeitig auflösen möchten. Das ist, lassen Sie es mich bitte einmal ganz unverblümt sagen, vollkommen unrealistisch. Sie haben Ihr ganzes Leben gebraucht, um die Person zu werden, die Sie sind. Sie können nicht auf Knopfdruck ein anderer Mensch werden. Darum geht es bei der Klopfakupressur auch nicht. Es geht darum, dass Sie gelassener werden, Ihre Stressoren erkennen und auflösen, besser mit Ihrer Hochsensibilität umgehen, Ihr Leben aktiv gestalten anstatt nur zu erleiden. Kurz: sich selbst annehmen und lieben können, als der Mensch, der Sie sind. Das braucht seine Zeit. Die Veränderungen sollen ja nachhaltig sein. Auch Ihr System muss sowohl auf körperlicher, als auch auf emotionaler und geistiger Ebene mithalten können mit den Veränderungen. Sie brauchen Zeit und Raum, die Veränderungen in Ihr Leben zu integrieren, auch in Ihr soziales Leben. Auch Ihr Umfeld braucht Zeit und Raum um mit Ihren Veränderungen umzugehen. Dies ist, alles in allem, ein langsam wachsender Prozess, der sich nicht beschleunigen lässt dadurch, dass Sie ganz viel klopfen. Ganz im Gegenteil, dies bringt mich schon zum nächsten Punkt:

4. Sie unterschätzen die Klopfakupressur

Ich weiß, die Klopfakupressur kommt sehr seltsam daher, bizarr fast (wenn ich vor Publikum den Ablauf vormache, fangen immer alle zu grinsen, wenn ich den Punkt unter der Achselhöhle klopfe). Kaum zu glauben, dass etwas so Seltsames und scheinbar Kinderleichtes so eine intensive Wirkung haben soll. Vielleicht haben Sie ja auch schon erlebt, dass das Klopfen Sie beruhigt und entspannt. Da liegt es scheinbar nah, am besten mehrere Themen gleichzeitig zu bearbeiten, nach dem Motto „Viel hilft viel.“

Das ist auf jeden Fall eine massive Fehleinschätzung. Möglicherweise ist Ihnen nicht bewusst, dass jedesmal, wenn Sie klopfen, Dinge an die Oberfläche geholt werden, die mit dem Problem in einem Zusammenhang stehen – was zunächst neuen Stress auslösen kann. Eine etwas paradoxe Situation, eigentlich wollen Sie ja klopfen, um den Stress aufzulösen und nicht, um neuen zu produzieren! Am Ende stehen Sie da, haben lauter geöffnete Fässer, auf die Sie die Deckel nicht mehr bekommen, bzw. Sie haben dann Schwierigkeiten, die Übererregung wieder herunterzufahren. Das ist vollkommen kontraproduktiv.

Gerade weil hochsensible Menschen so reizempfindlich sind, schnell auf Dinge anspringen und sie schwer wieder loslassen, empfehle ich diesen sehr minimalistischen Ansatz von 2–5 Minuten Klopfen am Tag. Das ist auf jeden Fall ein sehr sinnvolles Vorgehen, wenn Sie KlopfanfängerIn sind und noch nicht wissen, wie Sie auf das Klopfen reagieren, wie die Veränderungen aussehen und was Sie sich zumuten können.  2–5 Minuten am Tag reicht wirklich aus, glauben Sie mir. Ich selbst arbeite für mich übrigens auch mit diesem minimalistischen Ansatz und habe damit supergute Erfolge erzielt. Gerade weil wir so empfindlich sind, ist weniger einfach mehr.

5. Sie sehen nicht richtig hin

Wenn man in seinen oft geschäftigen Alltag eingebunden ist, fällt es manchmal schwer, die Veränderungen wirklich wahrzunehmen. Veränderungen können jede nur denkbare Form haben, manchmal sind sie ganz klein und es bedarf großer Aufmerksamkeit, sie überhaupt wahrzunehmen. Manchmal können Veränderungen auch in Bereichen stattfinden, die wir überhaupt nicht beklopft haben und werden darum gar nicht von uns wahrgenommen. Was uns vielleicht zu der Annahme verleiten könnte, dass die Klopfakupressur „nicht wirkt“. Dabei haben sie möglicherweise einfach nur nicht richtig hingesehen …

Sie sehen, es gibt jede Menge Stolperfallen und es macht absolut Sinn, sich unterstützen zu lassen dabei zu lernen, wie Sie mit der Klopfakupressur besser mit Hochsensibilität umgehen können. Wenn Sie das spannend finden, erfahren Sie hier, wie meine Unterstützung für Sie aussieht.

Wie sieht es mit Ihnen aus? Kennen Sie die Fehler aus eigener Erfahrung oder haben Sie vielleicht andere gemacht, die hier nicht erwähnt wurden? Wie immer freue ich mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen.

Herzlichst,

Ihre
Monika Richrath

9 Dinge die sich für HSP nicht sicher anfühlen

9 Dinge die sich für HSP nicht sicher anfühlen

Milliarden Euro werden jährlich ausgegeben von Konsumenten, auf der Jagd nach Glück, Liebe, Gesundheit, Geld, Erfolg, Familie usw.  Sind nicht die Grundpfeiler des westlichen Kulturkreises auf den Erwerb dieser Dinge ausgerichtet? Darüber könnte man ganze philosophische Abhandlungen verfassen, merke ich beim Schreiben dieses Artikels. Oder politische. Da mein Thema heute aber eher Psychologie und Hochsensibilität ist, möchte ich auf etwas ganz anderes hinaus.

Wir geben uns unglaubliche Mühe zu Glück, Liebe, Gesundheit (davon können Hochsensible ganz besonders ein Lied singen), Geld und Erfolg zu kommen – vermutlich geben wir auch eine Menge Geld aus unser Ziel zu erreichen. Denken Sie an die Liebesfilme im Kino oder Fernsehen, wenn sich die beiden ProtagonistInnen endlich in die Arme fallen und impliziert wird, dass sie bis ans Ende ihrer Tage glücklich werden. Was ist dann? Ist das wirklich das Ende?

Fängt dann nicht erst alles an? Ist das nicht vor allem der Beginn von Furcht? Eine Furcht, die vielleicht viele Menschen insgeheim plagen mag, wenn aber Hochsensibilität und Wahrnehmung zusammenkommen, von hochsensiblen Menschen besonders wahrgenommen wird? Furcht ist vielleicht auch  ein zu starkes Gefühl, darum verwende ich den Begriff „nicht sicher“.

Ich habe in diesem Artikel zehn Dinge aufgelistet, die sich vor allem für HSP nicht sicher anfühlen können. Sicherheit ist für praktisch alle HSP ein fettes Thema. Das meiste davon kenne ich aus eigenen Erfahrungen.

1. Der Besitz von viel Geld

Betrifft bestimmt Abermillionen von Menschen, die potentierte Form davon sind Menschen, die Millionen im Lotto gewinnen und nach ein paar Jahren von Hartz 4 leben müssen, weil sie das Geld zum Fenster rausgeworfen haben. Ich hätte Ihnen gerne einen

Seniorin schüttelt ein leeres Sparschwein

Prozentsatz an verarmten Lottogewinnern im Verhältnis zu wohlhabenden Lottogewinnern insgesamt zur Verfügung gestellt, aber leider keinen gefunden. Vielleicht gehören Sie ja auch zu den Menschen, denen der Besitz von Geld unheimlich ist und die darum alles daran setzen, ihr Geld so schnell wie möglich wieder auszugeben, damit sie ihren Status Quo wieder herstellen können. Man leidet dann zwar unter dem Geldmangel, fühlt sich aber wohler damit, als wenn man keinen Geldmangel hat. Ich habe selbst lange Zeit dazu gehört und ich kann Ihnen versichern, es hat gedauert, bis ich herausgefunden habe warum (und natürlich hatte es überhaupt nichts mit Geld an sich zu tun).

Dabei möchte ich außerdem zu bedenken geben, dass der Mangel an Ressourcen, also u. a. Geld sehr häufig Menschen trifft, die nicht hochsensibel sind, sondern darüber hinaus auch noch mit belastenden Kindheitserfahrungen zu tun, also vielleicht ein Entwicklungstrauma erlebt haben. Unsere Kindheit prägt das ganze weitere Leben, kann u. U. dafür sorgen, dass man später nicht voll arbeitsfähig ist, chronisch krank wird usw.

2. Sich verlieben

Für hochsensible Menschen kann sich der Prozess des Verliebens anfühlen, wie sich auf dünnes Eis zu begeben. Zum einen wird das Gefühl von Verliebtheit oft intensiver wahrgenommen, was alleine schon für Aufregung sorgen kann. Ich bin in so einem Zusammenhang schon vor Glück richtig krank geworden. Aber bis Sie wissen, ob Ihre Gefühle erwidert werden oder nicht schwanken Sie vermutlich zwischen Rückzug und vorsichtigem Vortasten. Es gibt nicht nur Schmetterlinge im Bauch, sondern auch das Gefühl eines Ausgesetztseins (so habe ich es jedenfalls immer empfunden). Und vergessen Sie nicht – Bewertungen spielen hier eine wichtige Rolle, nämlich, wie der/die Angebetete Sie bewertet, ob er Sie annehmen, für gut befinden wird, für geeignet für eine Beziehung. Und wenn das nicht passiert, fühlen wir uns meistens mit unserem ganzen Wesen abgelehnt (sofern wir nicht sehr abgeklärt sind). Außerdem kommt hier wieder ein uralter Trigger zum Tragen: nämlich die Bewertungen, die wir als Kinder durch unsere Bezugspersonen (also meistens die Eltern) erlebt haben.

Sehr viele Menschen lösen dieses Problem auf eine höchst einfache, aber effektive Weise: sie verlieben sich in unerreichbare Menschen, die sie sowieso „nicht bekommen“ können, so können sie intensive Liebesgefühle ausleben, ohne sich mit dem Thema „Nähe und Distanz“ oder ohne jemals befürchten zu müssen, mit „zuviel Nähe“ umgehen zu müssen – ich weiß, wovon ich spreche – einen unendlich langen Zeitraum meines Lebens (10 Jahre) bin ich als Single durchs Leben gegangen – ohne zu verstehen, dass ich selbst es war, die diesen Zustand aufrecht erhielt.

3. Eine Beziehung eingehen

Die erste „Hürde“ ist genommen und Sie sind bereit, sich auf jemanden einzulassen. Jetzt kommt der Alltag ins Spiel. Alle Vorlieben, Lebenserfahrungen, Macken und Geschichten der beiden PartnerInnen prallen (mitunter heftig) täglich aufeinander. Auch das ist ein Prozess, der sich nicht sicher anfühlen kann. Ich bin einmal einer Frau begegnet, die sich aufgrund der Hochsensibilität nicht mehr auf eine neue Beziehung einlassen wollte,  sie empfand es als zu stressig und kräftezehrend, dauernd in Erklärungsnot geraten zu müssen. Es kann schwierig sein, sich auf eine neue Beziehung einzulassen, wenn Sie unsicher sind, wie gut Sie darin mit Ihrer Hochsensibilität aufgehoben sind. Oder wenn Sie nicht wissen, wie Sie sich einen Freiraum verschaffen und Respekt dafür.

4. Zusammenziehen

Wenn sie hochsensibel sind, sollten Sie es sich sehr gut überlegen, ob Sie wirklich mit Ihrer Beziehung zusammen wohnen möchten. Idealerweise ist IhrE PartnerIn ebenfalls hochsensibel, so dass Sie Ihre eigenen Bedürfnisse vielleicht besser kommunizieren können, aber, was wenn nicht? Das fühlt sich sehr unsicher an. Es gibt viele Punkte, die bedacht werden wollen. Können Sie sich überhaupt regenerieren, wenn jemand anderer immer da ist? Einfach nur zu erleben, dass man nicht allein ist – manche Menschen fühlen sich nicht nur grundsätzlich von anderen Menschen gestört,  sondern schon gestört von Geräuschen, die andere machen (und ich spreche dabei nicht von Schnarchen).  Haben Sie einen Rückzugsraum für sich selbst?  Persönlich glaube ich ja, dass die meisten hochsensiblen Menschen Freiraum,  Raum für sich brauchen, der nur ihnen gehört, was das Zusammenziehen von vornherein ausschließt, aber vielleicht sind Sie da ja anders gepolt. Für mich fühlt sich jedenfalls allein das Gefühl nicht sicher an, keinen Platz mehr zu haben, an dem ich die Bestimmerin bin, wo alles auf mich ausgerichtet ist und wo ich sein darf, wie ich bin.

5. Heirat

Heiraten ist Beziehung in Potenz. Ich glaube ja, für hochsensible Menschen ist Heiraten noch einmal eine ganz besondere Nummer. Heirat fühlt sich für mich auch nicht sicher an. Seit ich Luca Rohleder gelesen habe, weiß ich warum. Jetzt weiß ich, dass viele hochsensible Menschen sehr freiheitsliebende Partner sind. Für mich ist Freiheit daher nicht einfach nur ein sinnentleerter Begriff. Ich glaube an Freiheit. Meine eigene und die anderer Menschen. Und ich will die Freiheit haben, mich jeden Tag neu für meine Partnerin zu entscheiden. Aber natürlich will ich nicht ausschließen, dass es doch eines Tages einmal eine „Commitment-Ceremony“ gibt, das ist eben etwas anderes als eine Heirat, mehr eine Würdigung der gemeinsamen Liebe und Achtung für den gemeinsamen Lebensweg, als ein offiziell behördlich besiegeltes Miteinander.

6. Kinder

Sich für ein Kind zu entscheiden ist ebenfalls eine schwierige Entscheidung, die sich nicht sicher anfühlen kann. Abgesehen von Befürchtungen, die die Schwangerschaft und Geburt selbst betreffen können, könnte vielleicht das Gefühl von Kontrollverlust hier eine Rolle spielen. Wenn Sie sich für ein Kind entscheiden, wissen Sie einfach nicht, was auf Sie zukommt. Die meisten Menschen unterschätzen offenbar vollkommen, was es bedeutet Kinder zu haben, was sich mit Kindern ändert. Werden Sie als hochsensibler Mensch dem gewachsen sein? Am wichtigsten: Sie können nun nicht mehr einfach aussteigen. 18 Jahre lang.

eine arbeitsstelle zu bekommen kann sich sehr unsicher anfühlen7. Eine Arbeitsstelle bekommen

Eine Arbeitsstelle zu bekommen kann sich ebenfalls nicht sicher anfühlen, vor allen Dingen, wenn man durch äußere Umstände gezwungen wird, diese Arbeit anzunehmen, sich selbst aber keinesfalls sicher ist. Schwierig ist vielleicht daran nicht einmal die Arbeit selbst, sondern eher das Drumherum: der Umgang mit neuen Kollegen (was sich besonders schwierig anfühlen kann, wenn man schon dementsprechende negative Erfahrungen gemacht hat), man muss einen Platz finden im Unternehmensgefüge und sich dauernden Bewertungen unterziehen. Besonders schwierig wird es natürlich, wenn man sich im Grunde genommen überhaupt nicht arbeitsfähig fühlt (was ja viele HSP betreffen dürfte), am Beginn oder inmitten eines Burnouts steht.

8. Ein Geschenk zu bekommen

Bekommen Sie gerne Geschenke? Eigentlich eine tolle Sache, sollte man meinen. Nun, ich kenne einige Menschen, für die das Erhalten von Geschenken der pure Stress, nicht sicher ist. Sie mögen ihr Geschenk nicht öffnen, wenn sie dabei beobachtet werden und sehen sich lieber alles in Ruhe alleine an. Ich selbst habe damit eigentlich kein größeres Problem – so dachte ich jedenfalls. Aber einmal habe ich in einer solchen Situation einmal richtig doof reagiert, so dass ich denke, da habe ich vielleicht doch noch Besserungsbedarf: Als mir Seminarteilnehmerinnen ganz unterwartet zum Seminarende eine liebe Karte schenkten … die dann von mir spontan kaum beachtet wurde – über die ich mich aber natürlich im stillen Kämmerlein riesig gefreut habe! Das wurmt mich heute übrigens immer noch 😉

9. Gesund werden

Ich glaube, dies ist eine Furcht, die viele HSP betreffen dürfte. Zugegebenermaßen klingt es erstmal sehr komisch. Vor allen Dingen, weil viele hochsensible Menschen mit körperlichen Beschwerden zu kämpfen haben und sich nichts sehnlicher wünschen, als Gesundheit.  Aber so einfach ist es eben nicht. Vielfach gibt es ja den sog. „sekundären Krankheitsgewinn“, etwas, das dafür sorgt, dass wir krank bleiben, weil der Gewinn, den wir durch die Krankheit oder den Schwierigkeiten ziehen, letztendlich größer ist als die Wünsche, wieder gesund zu werden. Für mich liegt z. B. ein sekundärer Krankheitsgewinn darin, dass ich von Behörden anders behandelt werde, (aufgrund meiner Autoimmunkrankheiten gelte ich als „Rehabilitandin“), was mir einen gewissen Schutz bietet. Bestimmte Anforderungen werden nicht mehr an mich gestellt. Diesen Schutz aufzugeben fühlt sich für mich sehr nicht sicher an. Ich arbeite aber ganz intensiv daran, diese Furcht zu überwinden und den Schutz, den mir mein Gesundheitsstatus gibt, aufzugeben. Und ich bin sehr zuversichtlich, dass mir das irgendwann auch gelingen wird.

„Nicht sicher“ klopfen

Natürlich können Sie alles, was sich für Sie nicht sicher anfühlt, wunderbar mit der Klopfakupressur in Angriff nehmen, z. B., indem Sie den 2. Satzteil anders formulieren: Anstelle von „liebe und akzeptiere ich mich so wie ich bin“, könnten Sie sagen … „bin ich sicher“ oder „bin ich in Sicherheit“. Ein ganzer Beispielsatz für das Thema Gesundheit könnte z. B. dann lauten „Auch wenn es sich für mich nicht sicher anfühlt, gesund zu sein, bin ich in Sicherheit.“

Nun sind Sie am Drücker. Was ist für Sie nicht sicher? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Bis bald! Herzlichst, Ihre
Monika Richrath

Image by mohamed Hassan from Pixabay 

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