Täglich achtsam klopfen mit mir: Switchwords live

Täglich achtsam klopfen mit mir: Switchwords live

Vor kurzem habe ich mir überlegt, was ich zur allgemeinen Lage beitragen könnte. Es ist klar, dass, wenn du mit Hochensibilität und/oder vielleicht auch Entwicklungstrauma zu tun hast (und vielleicht zusätzlich sogar noch ein oder mehrere Kriegstrauma von deinen Eltern „geerbt“ hast), es sehr schwer sein kann, ruhig zu bleiben. Ängste werden ja auch vererbt.  Der Ukraine Krieg und die Pandemie sorgen dafür, dass

Angst und Ohnmacht entstehen.

Viele dieser Ohnmachtsgefühle haben übrigens mit unserer Kindheit zu tun. Dadurch, dass die Generation unserer Eltern den 2. Weltkrieg als Kinder erlebt haben, und infolgedessen eine posttraumatische Belastungsstörung entwickelt haben, wurden wir als Generation der Kriegsenkel ebenfalls unglaublich beeinträchtigt. Vielfach haben die belastenden Erfahrungen der Eltern in unserer Generation zu einer Traumatisierung durch die Eltern geführt.

Die Folgen sind ein Entwicklungstrauma, bzw. Bindungstrauma.

Deswegen triggert Angst häufig einen ganzen Trauma Hintergrund mit an.

Ich habe in der Zwischenzeit für den deutschsprachigen Markt den Ansatz für Achtsames EFT entwickelt (in Anlehnung an den Conscious EFT Ansatz von Nancy Forrester), bei dem es darum geht, Klopfen sicherer und möglichst triggerfrei zu machen. Eine Art

EFT Klopftechnik für Hochsensible 2.0

Es erscheint mir sinnvoll, möglichst vielen Menschen das Klopfen ans Herz zu legen. Weil Klopfen beruhigt und dir dabei hilft, deinen Fokus wieder auf dich selbst zu richten. Zum 1001sten Klopfanleitungsvideo auf youtube hatte ich aber keine Lust. Das gibt es wirklich schon zuhauf.

Da hatte ich die Eingebung, mehr Menschen das Klopfen mit Switchwords zugänglich zu machen. Für Menschen, die mit mir im Intensivkurs  zusammenarbeiten, ist das Klopfen von Switchwords mittlerweile ganz selbstverständlich. (Und ehrlich, ich glaube, wenn man einmal damit angefangen hat, wird es zu einer sehr lieben Gewohnheit.) Warum es also nicht einer breiteren Masse zugänglich machen?

Gleichzeitig ist es eine supergute Gelegenheit, anderen Menschen zu zeigen, wie achtsames Klopfen aussehen kann (was für hochsensible Menschen einfach supersinnvoll ist).

Wenn du mit dem Begriff Switchwords nichts anfangen kannst:

Switchwords sind kleine Schalt- und Machtworte,

die die Kraft haben, durch die Übertragung von Schwingungen etwas in dir zu bewirken. Vielleicht hast du schon einmal versucht, mit Affirmationen zu arbeiten und bist dabei kläglich gescheitert? Weil es da diese kleine innere Stimme in dir gibt, die sehr hartnäckig darauf besteht, dass das doch gar nicht alles stimmt, du bist eben nicht gelassen oder froh und glücklich … Wie kannst du da behaupten, es sei so? (Meine Erfahrung ist übrigens, dass diese Stimme nicht verschwindet, selbst, wenn man versteht, dass man es so sagen muss, damit es erst wahr werden kann).

Switchwords lösen diese Widerstände nicht aus.

Meistens jedenfalls. In der Regel sind es einfach nur bestimmte Worte oder Wortkombinationen, die dem Gehirn gar nichts sagen, die sozusagen völlig ungefährlich sind, und von daher auch keine inneren Wächter auf den Plan rufen müssen. Mit Switchwörtern kann man ganz viele verschiedene Dinge machen. Man kann sie einfach vor sich hin sagen (das mache ich morgens beim Nordic Walken übrigens häufig), man kann sie schreiben, singen und eben auch klopfen!

In diesem Artikel habe ich dazu schon einmal etwas geschrieben. Seit ich die Switchwords kennen gelernt habe, sind sie sofort ein fester Bestandteil meines Alltags geworden. (Seit ein paar Jahren biete ich übrigens auch eine Reise zum Klopfen durch die Rauhnächte an, in denen ich ausschließlich mit Switchwörtern klopfe, und die Tatsache, dass es eine richtige kleine Anhängerschaft für diese Reise gibt, zeigt mir auch, dass andere die Erfahrungen des Klopfens mit Switchwords schätzen …)

Warum ist das Klopfen mit Switchwords so einfach?

  • Du musst dir keinen Satz überlegen. Du ziehst dir einfach ein Switchword für den Tag. Ich benutze dazu dieses Kartenset. Und dann schaust du über den Tag, was das Switchword mit dir macht, wie es sich entfaltet.
  • Switchwords sind eine Art Wegbegleiter. Bei mir ist es häufig so, dass es richtige Handlungsanweisungen sind – die überraschend oft genau mit meinen Impulsen zusammentreffen. (Was mir widerum das Gefühl gibt, vom Universum behütet und getragen zu werden).
  • Mit Switchwords arbeitest du eher situativ. Du musst also nicht ein Switchword 14 Tage klopfen um eine Veränderung zu bemerken. Du kannst also getrost jeden Tag ein neues Switchword ziehen und dich auf dieses eine Wort einlassen. Trotzdem kannst du nebenbei noch deinen Satz klopfen, wenn du möchtest.

Lange Rede kurzer Sinn. Aktuell

klopfe ich jeden Tag live um 9:30 Uhr auf Instagram ein Switchword

mit euch, das ich für euch gezogen habe.

Es ist vielleicht ein bisschen irrwitzig, weil ich da nur 1–2 Minuten live bin, aber du kannst es natürlich immer nachklopfen … Das Klopfen mit anderen gemeinsam verstärkt die Energie aber noch.

Nutze gerne die Möglichkeit, mit dem Klopfen in Verbindung zu bleiben. Außerdem habe ich einen Telegram Infokanal Achtsames_EFT eingerichtet, wo du die Videos ohne Unterbrechung klopfen kannst. In der Telegram Gruppe Switchwords als Weg kannst du mit anderen deine Erfahrungen mit dem Switchwords des Tages teilen.

Ich würde mich total freuen, wenn du meinen Kanal weiterverteilst an Menschen, denen das Klopfen gut tun könnte.

Von Herzen danke an dich,

 

 

 

100 Akte der Selbstliebe

100 Akte der Selbstliebe

Eigentlich wollte ich diese Woche über etwas ganz anderes schreiben. Aber mir kam dann in den Sinn, ich solle doch lieber diesen Artikel, der schon seit Monaten in meiner Wiedervorlage vor sich hin reift, ergänzen und veröffentlichen. Ich hoffe, du kannst daraus etwas für dich mitnehmen und umsetzen. Für alle Menschen, die mit Hochsensibilität zu tun haben, ist es jetzt besonders wichtig, bei sich zu bleiben, nicht in Stress zu geraten. Damit hilfst du der Welt gerade am besten. Dir selbst auch 😉

 

1. Keine Nachrichten sehen, hören, lesen.

2. Sich auf keinen Fall morgens von dem Radio wecken lassen.

3. Ganz oft leer klopfen

4. Viel Wasser trinken (als Richtschnur gilt für eher unsportliche Menschen 1 l pro 25 kg pro Tag)

5. Sich viel bewegen

6. In die Natur gehen

7. An ein fließendes Gewässer gehen

8. In die Sonne gehen

9. Sport treiben

10. Kohlensäurehaltige Getränke meiden

11. Wenig koffeinhaltige Getränke zu sich nehmen

12. öfter mal „Nein“ sagen

(Falls nicht möglich, probiere es mit „Ich muss erst einmal gucken, ob das geht.“ Wenn es dir schwer fällt, den wahren Grund zu sagen, probiere es mit „Da habe ich schon etwas vor“ oder „Ich habe jetzt keine Zeit“ als Zwischenschritt oder -Lösung)

13. Ein Bad nehmen

14. Ein Buch lesen

15. Eine Meditation hören

16. Meditieren

17. Klopfen

18. Den Essplatz schön gestalten

19. Sich zum Essen immer an den Essplatz setzen

20. Beim Essen nichts anderes tun.

Gutes nährendes Essen ist in der Hochsensibilität wichtig21. Sich mindestens einmal am Tag eine nährende Mahlzeit zubereiten.

22. Keine Action-Filme gucken

23. Kreativ werden

24. Aufräumen

25. Entrümpeln

26. Negative Menschen meiden

27. Sehr aufgeregte Menschen meiden

(Aufregung und Stress wirken ansteckend auf dich)

28. Das Buch „Der Selbstheilungsnerv“ lesen

29. Zucker, Fette und Alkohol meiden

30. Sowieso Nahrungsmittel meiden, auf die du in irgendeiner Form reagierst

31. Den Fokus auf die Zubereitung nährender Mahlzeiten legen

32. Klopfen

33. Sich eine Massage gönnen

34. Kuscheln

35. Geld spenden

36. Jemandem Liebe schicken

37. Abgrenzungstechniken lernen

38. Eine Liste machen mit all den Dingen, für die du in deinem Leben dankbar bist.

39. Etwas gegen deine Überforderung tun

(z. B. nicht sofort die Verantwortung übernehmen, nur weil du willst, dass etwas gemacht wird.)

40. Abends dafür sorgen, dass die Küche aufgeräumt ist.

41. Eine Person nicht anrufen, wenn du davon ausgehen kannst, dass dabei sehr viele negative Emotionen über dir ausgeschüttet werden.

42. Dafür sorgen, dass immer Notfall-Snacks vorrätig sind.

43. Keine Verantwortung dafür übernehmen, dass sich jemand gut fühlt.

44. An dein eigenes Wohlbefinden denken.

In der Hochsensibilität hört man gerne mal auf zu atmen45. Immer wieder zu dir zurückkommen (z. B., indem du 3 Mal tief ein und ausatmest).

46. Für Tage ohne jegliche Verpflichtung sorgen

47. Den Tag verbummeln

48. Den Tag mit einer sportlichen Aktivitiät beginnen (wie tanzen oder Nordic Walking)

49. Mit jemandem einvernehmlich schweigen

50. Menschen treffen, die bei sich sind.

51. Sich mit Anthony William beschäftigen

52. Ein Mindmap machen mit den Projekten, die bei dir in nächster Zeit anstehen.

53. Eine Liste mit Dingen, die du unbedingt noch machen will und überlegen, welches der erste kleine Schritt ist, den du jetzt machen könntest, um in die Gänge zu kommen.

54. Eine Aufstellung deiner monatlichen Einnahmen und Ausgaben machen.

55. Musik hören

56. Dir selbst einen Liebesbrief schreiben

57. Jemand anderem einen Liebesbrief schreiben

58. Eine Ausstellung besuchen

59. Eine ABC-Liste erstellen der Dinge, die dich beruhigen

In der Hochsensibilität ist Kommunikation sehr wichtig60. Jemand erzählen, was er/sie dir bedeutet

61. Stricken

62. Dich zu einem Online-Kongress für Persönlichkeitsentwicklung anmelden und statt Fernsehen die Interviews gucken

63. Einen Spieleabend veranstalten

64. Gemeinsam mit anderen kochen

65. Dir einen Klopfsatz überlegen,

der dir jetzt in der aktuellen Situation hilft und ihn 14 Tage lang klopfen.

66. Meditieren

67. Bei meiner Blogparade 100 Momente der Freude mitmachen

68. Eine Liste aller guten Eigenschaften erstellen von der Person, die dir am nächsten ist

69. Eine Liste aller guten Eigenschaften deiner Kinder erstellen.

70. Deine Kinder bitten, dir zu sagen,

welche Eigenschaften sie an dir gut finden.

71. Deine/N Partner*in/Freund*in usw. bitten, dir zu sagen, welche Eigenschaften sie an dir gut finden.

72. Eine Collage mit deinen Lebenswünschen/-Zielen basteln

73. Singen

74. Lachen

75. Dir überlegen,

was sich durch das Klopfen für dich verändert hat

76. Dich ehrenamtlich engagieren

77. Ein festliches Abendessen für deine/n Partner*in oder beste/n Freund*in kochen

78. Eine Patience legen

79. Deinen Lieblingsfilm gucken

80. Ins Kino gehen

81. Einen Kurs buchen

mit etwas, was du immer schon mal machen wolltest

82. Eine Liste erstellen aller Dinge, die du immer machen wolltest, dich aber nicht getraut hast (Vielleicht traust du dich jetzt zu dem einen oder anderen?)

83. Alle Fotos von dir entsorgen, auf denen du dir nicht gefällst

84. Einen Heilstein finden, der dich gerade gut unterstützt

85. Ein Gedicht schreiben

86. Dich von Dingen trennen, die du nicht mehr brauchst

87. Dein Schlafzimmer elektrosmog-sicher einrichten

88. Für dich selbst ein Lieblingsgericht aus deiner Kindheit kochen

89. Dir ein Erfolgsbuch erstellen (in das kannst du dann schon mal die Listen mit deinen guten Eigenschaften kleben, die du von anderen bekommen hast. Überlege dir auch, was dir im Leben wirklich gut gelungen ist und schreibe das auf. Und ab da natürlich jeden Erfolg! Jedes Lob! usw.)

90. Wenn du nicht alleine lebst, richte dir einen Ort ein, der nur dir gehört und wo du dich sicher und geborgen fühlst (selbst wenn es nur ein Sessel in einer Ecke ist)

91. Frage dich im Laufe des Tages immer wieder, was du JETZT brauchst,

was du für ein Bedürfnis hast in diesem Moment.

92. Finde heraus, welches Deine Farbe ist und welche 2–3 Farben dazu passen

93. Entsorge alle Kleidungsstücke, in denen du dich nicht wohl fühlst.

94. Wenn du Kinder hast, führe eine familienweite Mittagsruhe ein, so dass du auch ein Nickerchen machen kannst (Von Klientinnen habe ich schon gehört, dass dies von Kindern (auch größeren dankbar angenommen wird).

95. Versuche, mehr Ordnung in deinen Haushalt zu bekommen – falls notwendig – Unordnung ist ein super Stressfaktor.

Hochsensibilität kann sich auf Kinder vererben durch Trauma96. Spiel mit deinen Kindern

oder unternimm etwas Schönes mit der Person, die dir am nächsten ist.

97. Klopfen

98. Leg dich hin und mache ein Nickerchen

99. Umarme dich selbst und tröste dich

100. Trau dich, diese Dinge umzusetzen.

Beim Schreiben dieser Liste bin ich in einen regelrechten Rausch geraten. Bitte ergänze die Liste gerne in den Kommentaren, wenn dir noch etwas einfällt.

Von Herzen,

 

 

 

 

Image by CHILLoutYourMind from Pixabay 

Backen: Image by Finn Bjurvoll Hansen from Pixabay 

Graffity: Image by Harry Fabel from Pixabay 

Liebespaar: Image by S. Hermann & F. Richter from Pixabay 

Kind: Image by 2081671 from Pixabay 

 

Trauma in Liebesbeziehungen: meine innere Familie

Trauma in Liebesbeziehungen: meine innere Familie

Wenn man sich mit dem Thema Hochsensibilität in Verbindung mit Entwicklungstrauma beschäftigt, kommt man nicht umhin, sich immer wieder mit dem Thema „Familie“ zu befassen, denn

„Familie“ steht nahezu immer in Zusammenhang mit Entwicklungstrauma.

Im Rahmen meiner Serie „Trauma in Liebesbeziehungen“ habe ich das bereits in den Artikeln „Meine Familie„und „die andere Familie“ getan.

Heute soll es nun um meine innere Familie gehen. Die steht natürlich auch in direktem Zusammenhang mit allem.

Auf diesen Artikel freue ich mit schon lange – aber ich habe ihn ebenso gefürchtet, weil ich dazu meine Tagebücher durchforsten muss (was ich bislang tunlichst vermieden habe, um keine Erinnerungen zu wecken). Es wird wieder sehr persönlich werden. Und falls es etwas gibt, was dich triggert, klopf bitte beim Lesen einen Punkt deiner Wahl.

Meine innere Familie besteht aus unterschiedlichen Personen, oder sagen wir lieber Wesen. Denn es sind nicht nur alles Kinder. Aber ich greife vor.

Vor rund 30 Jahren begann ich, mich mit Persönlichkeitsentwicklung zu beschäftigen. Der Auslöser war eine traumatische Trennung.

Hochsensibilität war noch 25–30 Jahre entfernt.

(Jedenfalls das Wissen darum). Da fiel mir ein Buch über die Arbeit mit dem inneren Kind in die Hände. Damals ein absolutes Novum. Mich hat das sehr beeindruckt und ich habe versucht, mit meinem inneren Kind in Kontakt zu treten. Das war unglaublich schwierig. Dieses Kind wollte gar nichts von mir wissen. Es war sehr scheu und vertraute mir auch nicht. Anfangs durfte ich ihm weder zu nahe kommen, noch es berühren. Es hat sehr, sehr lange gedauert,

bis mein inneres  Kind bereit war, mir zu glauben,

dass ich jetzt versuchen will, mich besser um es zu kümmern.

Als unsere Beziehung dann besser wurde, durfte es als erstes das verhasste Strickkleidchen ausziehen und es durfte sich selbst aussuchen, was es anziehen möchte: eine Latzhose aus Jeansstoff, ein rosa Sweatshirt und eine Baseball-Kappe. Alles aus ganz weichem Material. Dieses innere Kind heißt Mönchen, das ist mein liebevoller Kosename aus meiner Kindheit, der für mich Verbindung bedeutet. Mönchen ist

mein kreativer, aufgeweckter und fröhlicher Anteil, der mir ganz nahe ist.

Der hochsensible TeenagerLange Jahre blieb ich mit Mönchen allein. Aber dann tauchte eines Tages während eines Seminars plötzlich der Teenager auf. Der Teenager hat keinen Namen. Sie spricht nicht. Sie ist eine zutiefst unglückliche Person (als Teenager war ich sehr lebensmüde). Auf dem Bild sitzt sie neben Mönchen. Wie du sehen kannst, hält sie ein Kind auf dem Schoß. Es hat also irgendeine Form von Entwicklung gegeben.

Mit dem Teenager habe ich mich während meiner Trauma Therapie beschäftigt.

Sie spricht zwar immer noch nicht (so wie Teenager das häufig tun, bzw. nicht tun), aber sie ist jetzt mit uns verbunden, sie ist nicht mehr so unglücklich, und sie passt auf Peterchen auf. Peterchen taucht aber erst später auf.

Das nächste Wesen, das erschien, war ein sehr kleines Baby, das ich Pearl getauft habe. Auf dem Bild halte ich (in dem roten Pullover) Pearl auf dem Arm. Der farbige Klecks in Pearls Gesicht ist ein Schnuller.

Deprivation gehört sicher auch mit zu Entwicklungstrauma.

Ich weiß nicht, ob ich das schon mal erzählt habe: Meine Mutter war ja sehr jung, als sie mich bekam als drittes Kind (23 oder 24). Sie hatte in einer Zeitung gelesen, dass Schnuller nicht gesund seien, weil sie die Zähne verformen. Darum habe ich niemals einen Schnuller bekommen. Ich weiß, meine Mutter hat es nur gut gemeint, aber es war eine grauenvolle Deprivation. Letzten Endes wurde mir dadurch

die Erfüllung eines sehr wichtigen körperlichen Bedürfnisses verwehrt.

Den sich daraus ergebenden Mangel kann ich heute immer noch spüren. Das denke ich jedenfalls, wenngleich es auch nicht mehr so schlimm ist wie früher.

Als Kind bin ich einmal dabei erwischt worden, als ich versucht habe, in einem Supermarkt einen Schnuller zu klauen. Ich bekam nur selten Taschengeld,

aber das Saug-Bedürfnis blieb über Jahre sehr mächtig.

Als ich dann über Geld verfügte, habe ich mir einen Schnuller gekauft, aber ich kam mir so blöd dabei vor. Es hat nicht mehr funktioniert, ich konnte mir dieses Bedürfnis so nicht mehr erfüllen, das war aus und vorbei.

Zum Glück stimmte das so nicht. Denn als Pearl auftauchte, habe ich ihr sofort einen Schnuller in den Mund gesteckt und sie saugen lassen. Und sie saugt immer noch. Seit Jahren schon.

Jahrelang schien unser kleines  Quartett vollständig. 2020/21 ist meine kleine innere Familie dann explosionsartig auf das Doppelte gewachsen. Und das geschah natürlich in dem Rahmen

Trauma in Liebesbeziehungen mit meiner Beziehung mit X.

Peterchen ist als nächster aufgetaucht. Die Situation war so: wir wollten verreisen und ich sollte am Vorabend mit einer Kofferwaage die Koffer wiegen. Weil ich das aber noch nie gemacht habe, war ich überfordert und darüber gerieten wir in Streit. Das Ende vom Lied war, dass sie mir alles vor die Füße warf und zu ihrer Schwester nach nebenan ging. Mich einfach stehenließ.

Da tauchte Peterchen auf. Er wollte eigentlich nur noch weg, weit weg. Diese Situation hat übrigens die Hälfte des Urlaubs belastet und ohne die Hilfe ihrer Schwestern hätten wir uns da vielleicht wirklich getrennt.

Mit Peterchens Auftauchen hat sich etwas in meiner inneren Familie verändert. Von da an habe ich

in Situationen großer Not meiner Schar zugerufen „Kommt zu  mir“

und wir sind ganz eng zusammengerückt, so wie Footballspieler sich manchmal ganz eng aneinanderdrängen. Ich weiß bis heute nicht so genau, wofür Peterchen steht.  Vielleicht für

das Überfordert werden und das gleichzeitige Alleingelassen werden?

Es wäre durchaus möglich. Jedenfalls hat Peterchens Auftauchen auch den Teenager verändert. Der Teenager hat es von sich aus übernommen, sich um Peterchen zu kümmen.

Am Beispiel von Peterchen kann man sehr gut sehen, dass die Figuren ein Eigenleben haben, sie können durchaus ein anderes Geschlecht haben als man selbst und diesen Namen habe ich auch nicht ausgesucht (Ehrlich gesagt, finde ich den sogar ziemlich blöd!).

Nach dem Urlaub ging es mir ziemlich schlecht. Ich war total erschöpft und musste eine Weile bei mir zuhause alleine bleiben. Meiner Liebsten ging es übrigens nicht anders.

Mein immerwährendes Mutterthema war durch das alles aktiviert worden,

habe ich dann gemerkt.

Mia ist einfach aus dem Nichts aufgetaucht. Sie ist das Mädchen mit dem etwas eigenwilligen Outfit: gepunktetes Kleid und rote Gummistiefel. Über Mia weiß ich fast nichts. Denn Mia hat nur zu dem Teenager Zutrauen. Mia spricht auch nicht. Sie hat sehr viel Angst und fühlt sich alleine, aber es geht ihr besser, wenn sie sich an dem Teenager festhalten kann.

In der Therapie hat sich übrigens herausgestellt, dass der namenlose Teenager zusammenhängt mit einem

absolut traumatischen Schüleraustausch.

Als 13jährige war ich nämlich Austauschschülerin und war sechs unendlich lange Wochen bei einer französischen Familie untergebracht, die sich null um mich kümmerte. So eine Art Verlassenwerden revisited. Ich bin halb umgekommen vor Heimweh und Einsamkeit.

meine hochsensiblen DrillingeDie Kinder in den Bermuda Shorts und den Smiley T-Shirts sind im Februar 21 aufgetaucht.

Eigentlich war es zuerst nur ein Kind, das

im Rahmen der Trauma Therapie erschien.

Vermutlich, weil ich mich einige Zeit vorher wieder einmal mit meiner Familiengeschichte beschäftigt und alte Briefe sortiert hatte. Dieses Kind war gut genährt, neugierig, furchtlos, fröhlich. Aber dann bemerkte ich, dass noch ein zweites Kind dahinter war, ein Schattenkind, das aussah, wie eine mickrige Version seines Zwillings. Es war richtig unterernährt, scheu, ängstlich.

Es war also klar, dass ich mich gut um meinen Mickerling kümmern muss, aber es hat auch eine Zeit gedauert, bis das Kind bereit war, auf meinen Schoß genommen zu werden. (Und der Name war auch nur temporär …)

Den nächsten Zuwachs habe ich im Frühjahr 21 bekommen,

nach dem absolut katastrophalen Geburtstag meiner Liebsten.

Dieser Geburtstag hat sozusagen den Anfang vom Ende eingeläutet.  Wie fast immer, wenn ihre Familie dabei war, wurde es ein Desaster. Ich möchte die Situation hier nicht beschreiben, ich kann nur sagen, dass sich alle ihre Geschwister gegen sie gewandt haben und ich den Raum schon verlassen hatte, weil ich mich von der allgemeinen Stimmung irgendwie existentiell bedroht fühlte. Ich konnte ihr also nicht beistehen.

Ich war selbst in einem retraumatisierten Zustand.

Am Tag darauf hatten wir dann einen Zusammenstoß, worauf ich einfach in meine Stadt zurückfuhr. Ich konnte nicht mehr. Im Zug ist dann ein drittes Kind aufgetaucht, das ganz klar im Zusammenhang steht mit der Familien-Situation. Dieses Kind war noch weniger als der Mickerling, es war eigentlich nur ein Strich. Jedesmal, wenn ich an diesen Strich gedacht habe, habe ich mich total elend gefühlt.

Aber wie du auf dem Bild sehen kannst, ist das Strich-Kind zwischenzeitlich ein wenig gewachsen und hat sich ausgedehnt. Auch der Mickerling ist jetzt „normal“ gewachsen. Die Drillinge haben übrigens kein richtiges Geschlecht, weil sie in eine Zeit gehören, in der ich eher wie ein Junge gelebt habe, mich selbst so sah und auch von anderen so wahrgenommen wurde.

verlorene SeelenanteileWer sind nun die beiden anderen Gestalten links unten? Dabei handelt es sich um

verlorene Seelenanteile.

Nach der Trennung habe ich begonnen, regelmäßig mit meiner lieben Kollegin Sabrina Haar zu arbeiten (die unglaublich spannende Schoßraumarbeit macht und das EFT Klopfen mit der Theta Technik verbindet). Es hat sich dann irgendwann herausgestellt, dass das Seelenanteile sind, die bislang noch nicht geboren werden konnten.

Der Seelenanteil mit dem bunten Gesicht kam zuerst. Ich sollte ihm nämlich ein Gesicht aus einem Gemälde verpassen.  Weil dieser Anteil so unglaublich viel Angst vor dem Leben in mir hatte, fiel mir sofort „Der Schrei“ von Edvard Munch ein. Sabrina hat dann Matrix Reimprinting mit mir gemacht

(dabei habe ich auf dem Gemälde-Gesicht geklopft),

so lange, bis dieser Teil seine Angst verloren hatte und bereit war, zu mir zu kommen (oder eher in mich). Hinterher habe ich gemerkt, dass dieser Anteil sehr groß ist und viel Raum einnimmt. Er ist einerseits sehr, sehr sanft, aber er besitzt eine unglaublich große innere Stärke.

Zuletzt kam der Anteil ganz links. Eigentlich sah er so aus wie einer der wilden Kerle aus „Wo die wilden Kerle wohnen“. Und er war wirklich wild – furchsteufelswild.

Er kochte vor Wut darüber,

nicht genug willkommen geheißen worden zu sein,

nicht genug Liebe, Aufmerksamkeit und Fürsorge bekommen zu haben. Aber am Ende war auch er bereit, geboren zu werden.

Das sind jetzt noch nicht alle. Aber ich hoffe, das jetzt erstmal ein wenig Ruhe ist.

Ich weiß eigentlich nicht so genau, wer oder was diese Kinder sind. Im Matrix Reimprinting würde man sie wohl Echos nennen, quasi Kinder-Wesen, die entstanden sind in bestimmten Situationen und dort bleiben, bis sie „erlöst“ werden.

Meine Traumatherapeutin hat mir seinerzeit erklärt, dass es ziemlich häufig vorkommt, dass

Menschen mit Entwicklungstrauma solche inneren Familien haben.

Fest steht jedenfalls, dass es äußerst wohltuend ist, solch eine kleine Familie zu haben, weil sie sich verändern und weiterwachsen kann. Und sobald eins meiner Wesen in meinem Bewusstsein aufgetaucht ist, agiert es ganz selbstständig. Es reicht vollkommen, wenn ich ab und zu mal hinfühle, wie es ihm geht und was es macht. Der Strich-Drilling hat schon zwei Wachstumsschübe hinter sich, für die er sich aus eigenem Antrieb entschieden hat.

Mich selbst als Mutter dieser Schar zu begreifen tut auch mir wohl und stärkt mich. Wie du jedenfalls aus meiner Beschreibung sehen kannst, ist es ziemlich aufregend und bereichernd, sich auf die eigenen inneren Prozesse einzulassen und die damit verbundenen inneren Bilder. Das hilft dabei, sich selbst zu vertrauen. Und das fördert Heilung.

Und jetzt zu dir. Wie ist es mit dir? Hast du auch eine eigene innere Familie? Wie immer freue ich mich, wenn du etwas von dir erzählst in den Kommentaren.

Von Herzen,

 

 

 

Bildquelle: Privat

Machst du diese Fehler beim KLOPFEN?

Machst du diese Fehler beim KLOPFEN?

2012 habe ich damit begonnen, zu versuchen, die EFT-Klopftechnik, das KLOPFEN, mehr unter die Menschen zu bringen – vor allen Dingen solche Menschen, die

ihre Hochsensibilität als Stress empfinden.

Leidlich erfolgreich – so dachte ich bislang jedenfalls.

Meine ursprüngliche Motivation für meine Arbeit ist dabei der Erfolg gewesen, den ich selbst mit dem Klopfen gehabt habe. Ehrlich gesagt, staune ich auch nach 9 Jahren KLOPFEN immer noch über die Verwandlung, die mein Leben genommen hat.

Immer noch fühle ich mich wie Phoenix aus der Asche –

umso mehr, als im letzten Workshop einmal hochgekommen ist, dass es auch Zeiten in meinem Leben gegeben hat, in denen ich nur noch an einem seidenen Faden hing …

Trotzdem glaube ich, dass ich nichts Besonderes bin. Nichts Besonderes in dem Sinne, dass ähnliche Erfolge auch für andere Menschen erreichbar sind. (Das hat sehr eindrucksvoll das Testimonial einer Teilnehmerin meines Intensivkurses gezeigt.) Jedenfalls für die meisten anderen Menschen. (Natürlich gibt es auch Menschen, die einfach eine andere Form der Unterstützung benötigen …) aber:

Man kann beim KLOPFEN allerhand falsch machen.

Tatsächlich. Obwohl EFT an sich so einfach ist. Ich betrachte es wirklich als ein großes Glück, dass ich begonnen habe, Mini-Workshops anzubieten. Auf diese Weise konnte ich mich noch einmal neu verbinden mit den Menschen, die mir folgen. Viele folgen mir schon sehr lange. Viele haben auch mein Buch EFT-Klopftechnik für Hochsensible* gelesen, das kürzlich in der 2. Auflage neu erschienen ist. (Niemals hätte ich mir das träumen lassen!) 71 % der Rezensenten haben mir 5 Sterne gegeben! Das bedeutet doch, dass das, was ich anbiete nützlich ist für Menschen, die unter

Hochsensibilität in Verbindung mit belastenden Kindheitserfahrungen leiden.

Keine Bange, ich möchte mich nicht selbst beweihräuchern, denn jetzt kommt das große ABER.

In den Workshops, die ich bis jetzt gegeben habe, hat sich gezeigt, dass die meisten Teilnehmer*innen schon mit dem KLOPFEN vertraut sind. Aber trotzdem folgen sie meinen Empfehlungen zum KLOPFEN kaum.

Es hat mich richtig bekümmert, als ich festgestellt habe, dass in dem kostenlosen Online-Kurs, den früher angeboten habe, die meisten Menschen nur noch noch bis zur Klopfanleitung gelesen und dann aufgehört haben. Das kann ich anhand von Statistiken verfolgen.

Natürlich liegt es an jedem/jeder selbst, was er/sie mit meinem Angebot macht … aber es tut mir trotzdem so leid … Denn meine Motivation oder Begeisterung, dich mit dem KLOPFEN dabei zu unterstützen, die Lernerfahrungen, die du durch belastende Erlebnisse in der Kindheit gemacht hast, loszulassen und/oder zu verändern, ist total ungebrochen. Sie ist im Gegenteil sogar noch viel mehr gewachsen, seit ich begonnen habe,

mich intensiv mit Entwicklungstrauma auseinanderzusetzen.

Weil mein Verständnis, was Entwicklungstrauma eigentlich ist und wie es sich auf uns auswirkt und sich anfühlt, kontinuierlich wächst. Und ehrlich, ich finde alleine theoretisches Wissen unglaublich hilfsam, wenn es darum geht, sich selbst zu verstehen …

Und deswegen ist es mir so ein Anliegen, dich dabei zu unterstützen, ein stabileres und positiveres Lebensgefühl zu erreichen. Weil du ohne das Leid, die Scham und Schuld viel besser dran bist. (Widersprich mir gerne, wenn du anderer Meinung bist).

Da kommen wir wieder zu den Fehlern beim KLOPFEN zurück.

Das Kuriose daran ist, dass es häufig richtige Ängste gibt, was die korrekte Anwendung angeht. Es ist schon klar, dass hochsensible Menschen die Sicherheit haben müssen, alles ganz genau richtig zu machen. Es ist nur so schade, dass sich dieses Bedürfnis nicht auch auf die wirklich wichtigen Dinge erstreckt. Nämlich, wie häufig man was klopft, welche Sätze man dabei sagt usw. Denn wenn sich einfach nicht die großartigen Erfolge einstellen, von denen ich dir immer vorschwärme, liegt es im Wesentlichen an den grundsätzlichen Fehlern und überhaupt nicht daran, welche Punkte du wie klopfst. (Dies ist tatsächlich relativ unerheblich).

Darum habe ich letzten Endes den Intensivkurs entwickelt. Um mehr Menschen gleichzeitig bei einem DURCHBRUCH für ihr Lebensgefühl zu unterstützen.

Demnächst biete ich einen kostenlosen Workshop „Drei Wegen des achtsamen Klopfens“ an, in dem ich dir zeige, wie du achtsam richtig klopfen kannst. Außerdem hast du schon einmal die Gelegenheit, ein bisschen Intensivkurs Feeling zu schnuppern. Hier kannst du dich beim Workshop anmelden.

ZUSAMMEN gegen die Einsamkeit (no C.*)

ZUSAMMEN gegen die Einsamkeit (no C.*)

Eigentlich hatte ich vorgehabt, heute mal keinen Blogbeitrag zu schreiben und mich auszuruhen nach meiner Mini-Workshop-Woche. Nach dem intensiven Zusammensein habe ich das Bedürfnis nach Ruhe und bin froh, dass ich keine Verabredungen habe.

Aber jetzt habe ich heute morgen das Switchword BEWEGEN gezogen und habe spontan den Impuls gehabt, doch etwas zu schreiben, denn vielleicht kann ich ja etwas BEWEGEN bei dir und/oder euch, wenn ich meine Gedanken zu Papier bringe (ja, tatsächlich schreibe ich alles erst einmal mit dem Bleistift auf ein Blatt Papier, während ich auf dem Sofa sitze – und von Zeit zu Zeit mal in den Wald gucke.)

Vielleicht kennst du es von dir selbst, dass Dinge, die dir einfallen, zunächst einmal eher halbbewusst sind, sich aber gut anfühlen und erst nach und nach wirklich Gestalt annehmen. So ging es mir mit vielen Ideen, die ich zu meinem Intensivkurs hatte. (Tatsächlich ist er über einen Zeitraum von mehreren Jahren gereift.)

Dazu gehört die Idee einer Gemeinschaft.

Für mich als jemand, der auf ein Leben zurückblicken kann, das nicht nur zu großen Teilen durch meine Hochsensibilität geprägt war, sondern auch durch eine sehr umfassende, alles durchdringende Einsamkeit, ist das alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Ich denke, es ist ein Gefühl, dass viele hochsensible Menschen, deren Kindheit von belastenden Lebenserfahrungen geprägt ist, mit mir teilen.

Bei meinem vorletzten Mini-Workshop hat eine Teilnehmerin erzählt, dass sie gar nicht verstehen kann, wie es sein kann, dass da jemand ist, der weiß, wie sie sich fühlt.

Ich weiß es, weil ich es selbst erlebt habe.

Vor längerer Zeit habe ich einmal einen Artikel über soziale Phobie geschrieben, aus dem sich ganz gut ermessen lässt, welch unglaublichen Weg ich seitdem zurückegelegt habe.

Aber erst seit ich begonnen habe, mich mit Entwicklungstrauma zu beschäftigen, habe ich begonnen, auch andere Aspekte dieser Einsamkeit zu verstehen, wie sich das auf unsere Fähigkeit niedergeschlagen hat, mit anderen in Beziehung zu treten, in Beziehung zu sein oder zu bleiben, unser Gefühl in Gruppen usw. Ich habe auch verstanden, dass wir uns womöglich selbst die Schuld dafür geben, dass „wir es nicht schaffen“, dass wir steckenbleiben, unser Leben irgendwie nicht hinkriegen – was anderen doch so mühelos zu gelingen scheint. Was dann vielleicht dazu führen kann, dass wir ungewöhnlich hart mit uns umgehen und uns selbst das Leben schwer machen…

Viele hochsensible Menschen, die an

ihrer Hochsensibilität leiden, sind mit vermeidender Bindung groß geworden.

Dazu schreibe ich auf jeden Fall noch einmal einen separaten Blogbeitrag. Nur kurz: dies bedeutet, dass uns fundamentales Wissen fehlt:

  • wie sich eine sichere Bindung anfühlt
  • welche Anzeichen darauf hinweisen, dass wir uns lieber nicht einlassen sollten
  • wie sich Sinnlichkeit und Körperlichkeit anfühlen
  • wie wir Bindung aufnehmen
  • wie wir Nähe und Intimität nicht nur aushalten, sondern auch genießen können
  • wie wir uns abgrenzen können usw.

Früher habe ich anfangs Einzelstunden gegeben wie viele professionelle Klopfer*innen. Irgendwann habe ich dann eine zusätzliche Betreuung zwischen den einzelnen Sitzungen eingeführt. Und ich war total verblüfft, als ich gemerkt habe, wieviel mehr Klient*innen durch die zusätzliche Unterstützung/Betreuung erreichen. Ich glaube, das hat vor allem einen Grund:

Sie sind nicht mehr allein!

Denn für die Dauer des Coachings trage ich ihr Leben ein bisschen mit. Und – im Gegensatz zu Partner*innen kann man mir alles sagen …

Dieser positive Aspekt sollte also in meinem Kurs unbedingt zum Tragen kommen.

Mittlerweile bin ich längst nicht mehr die einzige, die EFT in Verbindung mit Hochsensibilität anbietet. Meiner Meinung nach kann sich aber nicht wirklich etwas grundlegend verändern, wenn man doch wieder alleine bleibt, klopfend zwar, aber alleine.

Aus diesem Grund ist

eine der Säulen meines Intensivkurses die Gemeinschaft.

Wir treffen uns 2 x im Monat, in triggerfreier Umgebung, wir klopfen, wir reden und wir lachen auch ganz schön viel. Und das Wissen, dass die anderen, die dabei sind, ebenfalls unter schwierigen Bedingungen aufgewachsen sind, macht dabei ganz viel.

Auch für mich übrigens. Wenn ich dafür ein Bild wählen müsste, wäre es ein Sitzsack. (Ich liebe Sitzsäcke über alles!) Sie sind weich, sie sind gemütlich – und sie passen sich meinem Körper an und geben mir dabei trotzdem Stabilität und Kontour.

Und das Besondere an dieser Gemeinschaft ist es, dass du als Teilnehmer*in eigentlich nicht viel tun musst. Nur

da sein und dich zeigen.

Aber das ist schon unendlich viel.

Ich weiß, dass gerade das „sich zeigen“ für hochsensible Menschen durch die Kindheitsserfahrungen unglaublich schwierig sein kann. Ich sehe es daran, dass die Teilnehmer*innen meiner Veranstaltungen im Allgemeinen recht zurückhaltend sind.

Bei  Onlinekursen ist es durchaus üblich, dass frühere oder aktuelle Kursteilnehmer*innen live etwas über den jeweiligen Kurs erzählen. Ich war bis jetzt davon ausgegangen, dass meine Kursteilnehmer*innen „so etwas“ nie machen würden. (Ehrlich gesagt, hatte ich auch die Befürchtung, aufdringlich zu wirken und unsere gute Beziehung aufs Spiel zu setzen.)

Nun habe ich mir aber doch ein Herz gefasst und eine meiner Kursteilnehmerinnen gefragt, die sich auch für den Workshop Widerstände angemeldet hatte. Weil ich innerhalb von fünf Monaten unglaubliche Veränderungen an ihr bemerkt habe. Und dann sagte mir Sabine doch, sie habe sich das selbst schon überlegt! Was sie live in meinem Kurs gesagt hat, kannst du dir hier selbst anhören.

Ich bin so froh und glücklich, dass das, was ich mit meinem Intensivkurs für dich/euch BEWEGEN will, Erfolg hat:

ein ganz anderes Lebensgefühl, mehr Leichtigkeit, Lebendigkeit, mehr DU.

Neben dem KLOPFEN hat daran unsere Gemeinschaft einen ganz entscheidenden Anteil. Weil wir ZUSAMMEN die Einsamkeit, Scham und/oder Isolation verlassen oder verändern können – ohne unsere jeweilige Vergangenheit wirklich auszupacken. Das ist die MAGIE des KLOPFENs.

Und gerade jetzt ist Gemeinschaft wichtiger denn je.

In diesem Sinne wünsche ich dir eine gute erste Adventswoche. Ich gehe jetzt ein bisschen in den Wald.

Von Herzen,

Deine

Monika

P.S. Wenn du diese Gemeinschaft erleben möchtest: der Intensivkurs öffnet wieder vom 21. bis 27. April 2023

 

 

Schau auf dich und verändere die Welt

Schau auf dich und verändere die Welt

Hallo Karin, mir gefällt das Motto deines Kongresses wirklich supergut: “Schau auf dich und verändere die Welt”. Wie bist du darauf gekommen, gibt es eine Geschichte dahinter?

Hallo Monika, danke! JAAA, da gibt es eine Geschichte dahinter, die sich in den letzten Jahren immer mehr gezeigt hat: Wir

hochsensible Frauen haben oftmals starke Prägungen und Muster, die immer noch in uns arbeiten und

uns daran hindern,

unser einmaliges Potential zu leben.

Das liegt daran, dass viele von uns in einer für sie nicht unbedingt förderlichen Umgebung aufgewachsen sind und wohl auch daran, dass wir immer noch in der Gesellschaft Rahmenbedingungen und Strukturen vorfinden, die uns eher anpassen lassen als mutig eigene Wege zu beschreiten.

Gibt es da deiner Erfahrung nach Muster, die besonders hervorstechen, oder ist das eher allgemein?

Das, was ich immer wieder in der Arbeit mit Frauen erfahre, ist etwas, das ich selbst gut kenne:

der ständige Zweifel, gut genug zu sein,

die Herausforderung, das eigene “anders Sein” und nicht der Norm zu entsprechen, zu akzeptieren, sowie Glaubenssätze wie “Du bist zu sensibel!”, “Du musst härter werden!” Oder: “Du darfst Dir nicht alles so zu Herzen nehmen!” aus dem Kopf und dem ganzen Körpersystem zu entlassen.

Und wie kamst du dann zu der Idee mit dem Kongress? Das ist ja schon eine echte Herausforderung für jemanden, der hochsensibel ist, oder?

Oh ja!! Ich denke aber, dass viele Hochsensible es kennen, wenn der Ruf der Seele so laut ist, dass Du einfach hinhören musst! 🙂

Ich beschäftige mich jetzt seit vielen Jahren mit dem Thema Hochsensibilität und arbeite fast ausschließlich mit Frauen.

Frauen, die immer wieder an sich zweifeln. Frauen, die körperliche Herausforderungen zu bewältigen haben, weil sie es sich nicht eingestehen wollen, dass sie

besondere Bedürfnisse haben.

Und ich bin immer wieder überrascht, wie selten es vorkommt, dass eine hochsensible Frau tatsächlich zu ihren Bedürfnissen steht bzw. diese auch benennen kann.

In meinem Kongress möchte ich die

verschiedenen Seiten des hochsensiblen Frau Seins

zeigen, Expertinnen zu Wort kommen lassen, die ihren eigenen hochsensiblen Weg gefunden haben und damit unterstützen können.


Ich verstehe mich als “Brückenbauerin” und somit wollte ich Themen von der Wissenschaft bis hin zu Spiritualität einschließen, denn sie gehören alle zum ganzheitlichen Mensch Sein. Das ist nur leider nicht immer spürbar in unserer sehr rationalen Welt…

Daher also der Titel … Das heißt, der Kongress richtet sich sowohl an Frauen, die sich schon auf den Weg gemacht haben, als auch an die, die sich vielleicht noch nicht trauen?

Auf jeden Fall! Ich denke, wir alle sind auf einem

Weg, der immer wieder neue Aspekte unseres Selbst zeigt.

Je bewusster wir hinschauen und uns selbst kennen lernen, desto eher können wir Leichtigkeit erleben und unser Potential auf die Erde bringen!

Ja, da hast du ganz bestimmt recht. Ich habe heute mittag mich ein bisschen hingelegt und da ist es mir so im Halbschlaf gedämmert “Du arbeitest zu viel”. Ich glaube, das ist eine richtige Falle, wenn man mit seinem Herzensbusiness unterwegs ist … Ich habe also auch noch viel zu lernen …

Karin, eine Frage habe ich noch, ich war ein wenig verwundert über die männlichen Referenten …

🙂 Es sind ja nur zwei! Das liegt daran, dass ich beide mit ihren Themen unbedingt dabei haben wollte!!

Das eine Thema behandelt Narzissmus und warum gerade hochsensible Frauen oftmals damit ihre Herausforderungen haben und das andere Thema liegt mir ebenso sehr am Herzen, denn es geht um die wissenschaftliche Bestätigung, dass Hochsensibilität  eine Normvariante der Evolution ist.

Ich persönlich brauche die Wissenschaft nicht, um zu

erkennen, dass ich genau so sein soll, wie ich bin,

aber ich weiß, dass viele Frauen, und vor allem oftmals auch ihre Partner, diesen Ansatz sehr schätzen – wie gesagt, wir leben in einer ungeheuer rationalisierten Welt und haben oftmals Schwierigkeiten, alles andere – was nicht mit dem Verstand einhergeht oder wir über andere Kanäle wahrnehmen – auch tatsächlich gelten zu lassen.

Meiner Erfahrung nach ist das auch ein ganz “typisch hochsensibles” Ding, sich eher auf den Verstand zu verlassen, weil die Anbindung an den Körper oft schwer ist oder – ich weiß gar nicht so recht, wie ich das nennen soll – “beeinträchtigt” vielleicht?

Ich sag sehr oft, dass ich uns hochsensible Frauen als “Luftwesen” wahrnehme – unser Verstand und unsere zahllosen Antennen sind andauernd aktiv, der Kontakt zum Boden, unsere Erdung und unser Gespür für den sehr materiellen Körper fällt uns oftmals schwer.


Das liegt sicher zum einen an unserem Wesen und zum anderen eben auch daran, dass wir es

nie gelernt haben,

dass es nicht positiv bestätigt wurde, wenn wir anders als mit unserem Verstand wahrgenommen haben und dadurch einfach nicht genug Vertrauen entwickelt haben. Das ist leider nach wie vor ein Thema.


Und sicher war es auch dieser Aspekt, der mich zu meiner Ausbildung zur Körperarbeiterin geführt hat – diese Jahre waren unglaublich wichtig für mich!

Stimmt, jetzt wo du es sagst, ich habe noch nie darüber nachgedacht, aber bei mir wird es sicher ähnlich sein, EFT/Klopfakupressur ist ja auch eine Form von Körperarbeit …

Vielen Dank, Karin, ich hoffe, dass viele Frauen Lust haben, sich den Kongress anzusehen.

Das hoffe ich natürlich auch, vielen Dank, Monika!

Der große online Kongress für hochsensible Frauen

18.-24. November 2021

de_DEDeutsch