Von hochsensiblen Tieren und Menschen

Von hochsensiblen Tieren und Menschen

Ihre große Leidenschaft für Tiere besteht schon seit sie denken kann, ihr Interesse für Tiermedizin seit ihrer Zeit als junge Erwachsene. Dieses Interesse hat sie auch nie losgelassen und so drückte Carolin Hempel nach einer klassischen Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten und mehreren Berufsjahren noch einmal die Schulbank und schloss von 1992 bis 1993 eine Ausbildung zur Heilpraktikerin in Köln an. Als die erste Privatschule für Tierheilpraktiker in Brauweiler bei Köln eröffnete, sollte sich mit der Ausbildung zur Tierheilpraktikerin ihr Traum erfüllen. Ich habe mich mit Carolin Hempel über hochsensible Tiere und Menschen unterhalten.

Carolin, man weiß, dass Hochsensibilität auch im Tierreich vorkommt. Woran könnte ich, als jemand, der nicht mit einem Tier zusammenlebt, erkennen, dass ein Tier hochsensibel ist?

Das ist richtig, geschätzt kommt sie bei Tieren ungefähr genauso häufig vor, wie bei Menschen. Die Frage ist sehr schwierig zu beantworten. Menschen die keinerlei Erfahrung mit Tieren und deren Reaktionen haben, können die Hochsensibilität vielleicht erspüren. Hochsensibilität äußert sich bei Tieren in bestimmten Verhaltensmustern, sie nehmen Schwingungen/Gefühle wahr und reagieren entsprechend.

Was für Verhaltensmuster könnten das denn z. B. sein?

Zum einen gibt es Tiere, die sich komplett zurückziehen, z. B. aufgrund eines Traumas. Hier kann die Tierkommunikation eine Lösung sein, um das ganze Dilemma aufzulösen. Andere Tiere “gehen” auf den Menschen zu, dem es gerade nicht gut geht und versuchen Kontakt aufzunehmen. Bei Streitgesprächen versucht ein Hund  zu vermitteln, indem er auf den einen oder anderen zugeht. Grundsätzlich sollte der Mensch dem Tier gegenüber immer eine abwartende, offene Haltung einnehmen und das Tier agieren lassen.

D. h., dass Tiere, die mit Menschen zusammenleben, spüren, wenn “ihre Menschen” Hilfe brauchen? Betrifft das nur Hunde, oder verhalten sich auch andere Tiere so (wie Vögel oder Kaninchen?)

Ganz genau! Grundsätzlich trifft das auf alle Tiere zu. Es gibt eine wunderbare Geschichte von einem Panther, der ein sehr aggressives Verhalten gegenüber Menschen und Tieren zeigte. Er lebte in einem Reservat und konnte nicht zu den anderen Tieren, die in Freiheit lebten, gelassen werden. Der Leiter – ein sehr erfahrener “Tiermensch” probierte alles und wusste sich schließlich keinen Rat mehr. Dann wählte er das Mittel der Tierkommunikation. Eine sehr erfahrene Fachfrau auf diesem Gebiet nahm Kontakt zu dem Panther auf. Und es stellte sich heraus, dass dieses aggressive Verhalten aufgrund von schlechten Erfahrungen als Schutzmechanismus von ihm aufgebaut wurde. Nach zwei weiteren Sitzungen konnte er sein Verhalten komplett ändern und lebt jetzt sogar mit den Menschen und den anderen Tieren in Freiheit friedlich zusammen.

Aus meinem Bereich kann ich hauptsächlich von Pferden, Hunden und Katzen berichten, da ich mit diesen am meisten in Berührung komme und die größte Erfahrung habe. Pferde z. B. sind hochsensibel und werden heute oft im pferdegestützten Coaching in den verschiedensten Bereichen (u. a. bei Burnout Patienten) eingesetzt, um die Menschen zu therapieren.

Vielen Dank, Carolin. Damit hast du die Frage, was wir uns unter “Tierkommunikation” vorstellen können, schon beantwortet. Aber bei mir tut sich schon die nächste Frage auf bezüglich der Pferde: Meinst du, dass Pferde an sich hochsensibel sind, also alle Pferde?

Sehr gerne, Monika!

Ich denke, Ja, das ist so! Ich lebe und “arbeite” schon seit Jahrzehnten mit Pferden zusammen und ich habe noch kein Pferd erlebt, was ich nicht als hochsensibel einstufen würde. Natürlich gibt es auch hier unterschiedliche Grade der Hochsensibilität, aber hochsensibel sind alle Pferde!

Spannend, das wusste ich nicht. Ist es denn auch so, dass Tiere mit ihren oft vielfältigen Superfähigkeiten unsere menschliche Wahrnehmung immer übertreffen (bzw. unsere im Vergleich zu den Tieren relativ beschränkt ist?) Vielleicht eine blöde Frage – kam mir spontan in den Sinn?

Na ja, das kann man nicht so verallgemeinern. Es gibt Menschen die sehr sensibel sind, hochsensibel sind und es gibt natürlich auch welche, die eher “stumpf” sind. Ich glaube aber, dass alle Menschen von Geburt an so eine Fähigkeit haben, diese aber im Laufe der Zeit verblasst, durch Erziehung, gesellschaftliche Ansprüche usw., d. h. die Fähigkeit wird nicht mehr zugelassen und verkümmert dann mit der Zeit. Es geht ja im Endeffekt darum, sein “Bauchgefühl” zuzulassen und darauf zu hören.

Tiere übertreffen uns Menschen in ihrer Wahrnehmungsfähigkeit so gut wie immer, da sie sich immer auf ihre Wahrnehmung verlassen und verlassen müssen, d. h. sie ist für sie lebensnotwendig!

Pferde sind hochsensibelSpüren Tiere es, wenn sie mit hochsensiblen Menschen zusammenkommen, verhalten sie sich dann anders?

Auf jeden Fall, genau, wie Menschen, die hochsensibel sind, das spüren. Die Beziehung ist sofort wesentlich intensiver. Tiere nehmen direkt Kontakt zu hochsensiblen Menschen auf.

Das bedeutet, dass hochsensible Menschen ganz besonders von einer Beziehung zu einem Tier profitieren können? Mit Tieren kann man sich ja nicht so gut in Auseinandersetzungen verstricken … ich könnte mir ganz gut vorstellen, dass das für manche Tierhalter eine Rolle spielt …

Jetzt zu dir, Carolin. Du arbeitest im Bereich alternative Tiermedizin. Spontan würde ich mir darunter etwas ähnliches wie eine Heilpraktikerin für Tiere vorstellen …?

Meiner Meinung nach können alle Menschen von Tieren profitieren! Hochsensible Menschen können von einer Beziehung zu einem Tier naturgemäß noch mehr profitieren, da sie noch feinfühliger für nicht durch “Sprache” ausgedrückte Dinge sind.

Genau, ich arbeite als Tierheilpraktiker – richtig eine Heilpraktikerin für Tiere!

Kannst du mir für Menschen ohne Heilpraktiker-Erfahrung ein Beispiel geben, wie eine Behandlung aussieht? Ich habe ja kein Haustier, aber stellen wir uns mal vor, ich habe einen Hund, der sich anderen Menschen gegenüber aggressiv verhält … was für Behandlungsmöglichkeiten gäbe es in diesem Fall?

Es ist natürlich immer unterschiedlich und kommt auf die jeweilige Situation an, im Normalfall schaue ich mir das Tier in seiner gewohnten Umgebung an, mache mit den Besitzern eine ausführliche Anamnese und nehme natürlich mit dem Tier “Kontakt” auf. Dann entscheide ich was zu tun ist, manchmal ist es eine Reikibehandlung, manchmal eine bioenergetische Haaranalyse. In den meisten Fällen rate ich zu beidem. Es kann aber auch sein, dass ich ein einziges homöopathisches Mittel gebe. Außerdem checke ich die Umgebung nach Störfelder ab, auch das können Auslöser sein. Oft liegen die Auslöser aber weit zurück in der Vergangenheit. Dies alles gilt es aufzudecken und dann entsprechend zu therapieren.

Das klingt ja sehr spannend. Nun kann der Hund ja nicht reden. Wie kannst du solche Auslöser denn herausfinden, wenn sie in der Vergangenheit liegen und ich als aktueller Tierhalter  nichts davon weiß?

Es ist so eine Art Puzzle, was es gilt zusammen zu setzen. Ich füge alle Informationen des Besitzers (man muss auch ein bisschen hinter “den Zeilen lesen”), das Verhalten des Tieres (welches Sprache ist) und ggfs. die Ergebnisse der bioenergetischen Haaranalyse zusammen, werte sie aus und erhalte so die Ergebnisse.

Carolin, was ist denn eine bionenergetische Haaranalyse? Davon habe ich noch nie gehört …

Die bioenergetische Haaranalyse ist in etwa mit einem “Riesengroßen Blutbild” in der Schulmedizin zu vergleichen, nur dass sie wesentlich genauer und viel rechtzeitiger anzeigt, wenn was nicht in Ordnung ist. Mithilfe einer bioenergetischen Haaranalyse werden die feinstofflichen Energiefelder oder Biofelder, die ein jedes Lebewesen umgibt gemessen. Die Haare dienen als Medium, es können aber auch Nägel, Fell, ein Stück vom Huf des Pferdes oder ähnliches sein. Dieses “Medium” ist eine Art Tagebuch und hat alle Informationen über das Lebewesen gespeichert. Mithilfe der Bioresonanz und dem entsprechenden Gerät werden diese Informationen gelesen und Störungen der Biofelder aufgedeckt. Die Kunst ist natürlich hierbei zu wissen, was ich fragen muss. Es gehört also jede Menge Fachwissen, Intuition, eine perfekte Anamnese, Erfahrung usw. dazu, um an die entsprechenden Ergebnisse zu kommen. Ich habe mittlerweile einen Basis-Fragebogen  (4 DIN A Seiten), den ich immer abfrage, dazu kommen dann eventuell noch Fragen, die ich stelle, weil ich eine Vermutung habe. Als Beispiel: Ich war bei einem Pferd, habe dieses untersucht und begutachtet, eine Anamnese gemacht und aufgrund dieser vermute ich, dass dieses Pferd ein Rückenleiden hat. Dann gehe ich bei der Analyse noch genauer auf den Rücken ein und frage z. B. alle Wirbel ab oder ob er “Kissing Spines” hat oder andere Erkrankungen.

Insofern kann eine Haaranalyse bzw. die Ergebnisse derselben und damit die Behandlung  immer nur so gut sein, wie der Therapeut, der dahinter steht!

Vielen Dank, Carolin. Jetzt habe ich eine Vorstellung. Wir kommen nun langsam zum Ende des Interviews. Eine Frage habe ich aber noch, die mir so richtig auf den Nägeln brennt. Es gibt ja sehr viele Menschen, die Angst vor Hunden haben. Ich hatte das selber den Großteil meines Lebens und fand es ganz furchtbar, wenn die Besitzer riefen “Der tut nix!” Hast du einen Ratschlag für diese Menschen, die ihren Blick auf Hunde verändern könnte, wie sollen sie sich verhalten, wenn sie einem Hund begegnen?

“Der tut nix, der will nur spielen” ist ganz beliebt und natürlich bei einem Menschen, der Angst vor Hunden hat überhaupt nicht hilfreich. Wichtig ist vor allem, dass der Mensch, der Angst vor Hunden hat sich diese selber eingesteht und auch offen formuliert. Das ist schon einmal der erste Schritt. Hier hat dann auch der Hundebesitzer die Möglichkeit entsprechend zu reagieren. Für einen Menschen, der Angst vor Hunden hat ist es wichtig, dass er versucht sich zunächst einmal “neutral” zu verhalten. Also weder stehen bleibt, noch überschwänglich auf den Hund reagiert. Das macht ein Aufeinanderzugehen langsam möglich.

Meinst du, damit, man soll den Hund am besten gar nicht beachten?

So ungefähr kann man es sagen, versuchen so zu tun, als wäre gar nichts.

Als Beispiel ein Mensch mit Angst vor Hunden geht im Wald spazieren als ein Hund mit Besitzer auf ihn zukommt. Dieser Mensch sollte dann einfach in seinem vorherigen Tempo weitergehen und nichts an seinem Verhalten ändern, also nicht schneller werden, nicht stehen bleiben, nicht schnell im Wald “verschwinden”, die Arme hochnehmen o. ä.

Mir ist natürlich klar, dass das nicht einfach ist, wenn man Angst hat, aber, es ist der beste Weg.

Vielen Dank, Carolin! Vielen Dank für deine Geduld mit meinen vielen Fragen!

Ich danke Dir sehr für das Interview, es hat Spaß gemacht! Und für mich ist es auch immer wichtig, die Dinge auch mal aus einer weiteren oder anderen Perspektive zu betrachten!

Schon sind wir wieder am Ende dieses Interviews angelangt. Wie sieht es mit Ihnen aus, leben Sie mit einem Tier zusammen, vielleicht sogar einem, das Sie selbst als hochsensibel einstufen? Erzählen Sie uns von Ihren Erfahrungen.

Herzlichst,

Ihre
Monika Richrath

Carolin Hempel

Carolin Hempel

Alternative Tiermedizin Oberberg

Carolin Hempel, geb. 14.07.1959 2 Söhne, lebt seit 2005 im Oberbergischen (in Köln aufgewachsen) 1995 eröffnete ich meine Fahrpraxis und behandele seitdem Tiere ausschließlich mit alternativen Heilmethoden. Meine Herzstücke sind mittlerweile die Bioresonanz, Reiki und die Homöopathie.  
Blogparade Supersinne

Blogparade Supersinne

Nachdem ich nun selbst schon mit Beiträgen an verschiedenen Blogparade teilgenommen habe, erfülle ich mir in dieser Woche den Herzenswunsch, selbst eine Blogparade zu veranstalten – selbstverständlich mit hochsensibler Zielsetzung. Ich freue mich über rege Beteiligung. Veröffentlichen Sie einen Beitrag auf Ihrem eigenen Blog, der zu meinem Thema passt, verlinken Sie am Anfang oder Ende auf diese Blogparade. Schicken Sie den Link auf Ihre Seite als Kommentar, damit die LeserInnen möglichst viel Unterschiedliches zum Thema lesen können. Diese Blogparade hat keine zeitliche Begrenzung.

Auf die Idee mit den Supersinnen hat mich Frederik Backmann mit dem Buch „Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid“ gebracht, dort ist nämlich dauernd die Rede von Superkräften. Die Idee hatte mir so gut gefallen, dass ich sie zu Ostern in mein Gewinnspiel eingebaut habe. 

Es scheint, als tun sich viele hochsensible Menschen schwer damit, die sich aus der Hochsensibilität ergebenden Superkräfte positiv zu bewerten.

Mir selbst ist es lange Zeit übrigens auch so gegangen. Obwohl ich für mich selbst ganz klar hatte, dass ich besondere Riechfähigkeiten hatte, hatte ich doch zu viel Angst, jemand könnte mir sagen, dass ich mir das alles nur einbilde und habe niemandem davon erzählt. Eine Zeitlang konnte ich zum Beispiel riechen, wenn ich einen Laden betreten habe, wenn eine kranke Person kurz vor mir in den Laden gekommen ist (ein äußerst unangenehmer Geruch) oder Depressionen anderer Menschen (muffig wie ein uralter Putzlappen) oder überhaupt negative Energien (grell und stechend).

Diese Fähigkeiten sind mir übrigens abhanden gekommen im Laufe der Zeit. Keine Ahnung, wieso und wann. Ich halte es durchaus für möglich, dass diese besondere Wahrnehmung mit meinem chronisch erhöhten Stresspegel in Verbindung stand. Denn stresstechnisch bin ich heute ja ganz anders unterwegs als vor zehn Jahren.

hochsensibler Mann riechtWas allerdings geblieben ist, ist, dass es praktisch immer Stress für mich ist, wenn etwas riecht. Als Waschmittel kommen zum Beispiel nur solche Produkte in Betracht, die am besten nicht selbst riechen, wie etwa Waschnuss, selbst Biowaschmittel rufen mit ihren Gerüchen bei mir Kopfschmerzen hervor …

Ich denke aber, unsere Fähigkeiten sind wandelbar. So, wie meine besonderen Riechfähigkeiten verschwunden sind, habe ich nun neue, sehr interessante Fähigkeiten, die sich entwickeln.

Ich kann nun manchmal Energie auch visuell wahrnehmen. Es kommt zum Beispiel vor, dass die Energie um den Kopf einer Klientin sich im Laufe einer Sitzung verändert und ich dies sehen/spüren kann (es ist ehrlich gesagt, ein wenig schwierig, dies zu trennen). Neulich bin ich in mein Arbeitszimmer gekommen und hatte plötzlich das Gefühl, die Energie im Raum hat sich verändert, ist irgendwie klarer … Die Erklärung kam, als ich in meinem Posteingang eine für mich sehr wichtige E-Mail-Nachricht fand …

Nun aber zu Ihnen. Ich freue mich auf Ihre Beiträge zum Thema „Supersinne“. Ich habe bewusst ein eher positives Wort gewählt, aber das soll natürlich nicht heißen, dass hier nur Platz ist für positive Erfahrungen. Hier sind ein paar mögliche Vorschläge:

  • Welches ist Ihr Supersinn und welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?
  • Ist Ihnen Ihr Supersinn schon einmal zum Verhängnis geworden?
  • Wie gehen Sie grundsätzlich mit Ihrem Supersinn um (oder mit dem Ihrer Kinder)?
  • Welche besonderen Räume können Sie dank Ihrer Supersinne betreten?
  • Gibt es Menschen, die Ihre besonderen Wahrnehmungsfähigkeiten unterstützt haben (z. B. Oma oder Opa)?
  • Welchen Superhelden oder Superheldin bewundern Sie und warum?
  • Gibt es eine Serie oder einen Film, in dem jemand mit Supersinnen die Hauptrolle spielt, die Sie besonders mögen?
  • Nutzen Sie Ihre Supersinne in einem beruflichen Kontext?

Bestimmt fallen Ihnen auch noch Aspekte ein, die mir gerade nicht in den Sinn kommen. Ich freue mich auf Ihre Einsendungen. Natürlich freue mich mich auch, wenn Sie diesen Beitrag verteilen, damit möglichst viele Menschen davon erfahren. Falls Sie keinen eigenen Blog haben, können Sie Ihren Text in die Kommentare posten.

Herzlichst,

Ihre
Monika Richrath

Embrace – sich selbst annehmen

Embrace – sich selbst annehmen

Es ist schon ein wenig verrückt, dass es in unserer heutigen Zeit voller Medienpräsenz und Reizüberflutung doch immer noch Menschen gibt, die sich mit ganz einfachen genialen Ideen durchsetzen. Die Australierin Taryn Brumfitt  und Mitproduzentin Nora Tschirner wollten sich nicht länger damit abfinden, dass 91 % aller Frauen weltweit am eigenen Körperbild und mit dem eigenen Körper leiden. Das Projekt Body Image Movement entstand. Taryn Brumfitt reiste ein paar Wochen lang kreuz und quer durch die Welt um mit verschiedenen Frauen zu sprechen. Heraus kam dabei ein sehr aufwühlender, berührender und aufrührischer Dokumentarfilm.

–Letztes Wochenende wurde ich über Facebook auf den Film Embrace aufmerksam gemacht. Klingt interessant, dachte ich mir, mit dem Thema „Körperbild“ hatte ich mich selbst schon häufiger auseinandergesetzt und hatte auch das Glück diesen Film im Kino ansehen zu können (er läuft nur in einigen Kinos). Als ich danach wieder ein wenig benommen ins Tageslicht stolperte, war ich total geflasht.

Gefühlschaos

In mir brodelte ein wilder Gefühlsmix. Unendliche Begeisterung („Ich buche ein Fotoshooting“, „Ich kaufe mir einen großen Spiegel“), unendliche Trauer über das, was ich gehört und gesehen habe (wunderschöne Frauen, die ihre eigene Schönheit nicht wahrnehmen können, ein bis zum Skelett abgemagertes Wesen, Berichte über in der Modebranche verbreitete Praktiken wie das Zu sich nehmen von Wattebäuschen …) unendliche Wut über das, was uns angetan wird (Modellbilder werden digital bearbeitet und sind darum für uns unerreichbar) und das, was wir uns selbst antun (wir vergeuden unsere Energie). Ich gebe zu, ich hatte schon gehört, dass Modellbilder heutzutage digital bearbeitet werde.

Was ich aber nicht begriffen hatte: Wenn ich an einer Bushaltestelle stehe, wo auf einer Werbung ein schlankes Modell mit einer sehr sexy Taille abgebildet ist und ich mir dieses Bild ansehe und dabei sehnsüchtig denke: „So möchte ich auch gerne wieder aussehen!“, dann bin ich der Werbebranche auf den Leim gegangen und habe mich selbst verlassen …

Jetzt hat es Klick gemacht

Ich leide schon ziemlich lange an meiner eigenen Ambivalenz meinem Körper gegenüber. Und das hat durchaus auch etwas mit Hochsensibilität zu tun.

Lange habe ich gegrübelt, wann es eigentlich angefangen hat, aber ich kann keinen richtigen Anfangspunkt ausmachen. Sicher ist: als die Erschöpfung überhand nahm, verschwand zuerst meine Vitalität. Dann, als es mit dem Stress und der Erschöpfung immer so weiter ging (gute zwei Jahre), wurde es mit der Fibromyalgie so schlimm, dass ich auf längere Zeit arbeitsunfähig wurde. Zu dem Zeitpunkt konnte ich auch nicht mehr schlafen und war darum damit einverstanden, es einmal mit einem Antidepressivum zu probieren, das man mir in der Reha ans Herz legte. Es war kein völliger Misserfolg, denn ich konnte nach einiger Zeit wieder schlafen, sonst bewirkte es nur, dass ich zunahm.

Innerhalb eines Jahres wog ich 10 kg mehr.

Das war schrecklich, weil ich mein ganzes vorheriges Leben (bis auf eine kurze Zeit in der Pubertät) sehr schlank war und eigentlich auch essen konnte, was ich wollte. Ein Teil dieses Gewichts war übrigens auf Wassereinlagerungen zurückzuführen.

Monika Richrath mit 49 Kg

49 kg – der absolute Gewichtstiefpunkt

Wenn es mir richtig schlecht ging, verging mir sowieso der Appetit. Einmal bin ich auf diese Weise auch gefährlich nahe an eine Essstörung herankgekommen (denke ich mir heute). Damals lud mich meine Freundin immer schon zum Essen ein, weil sie sich Sorgen machte und mich aufpäppeln wollte. Dabei hatte ich gar nichts mit bewusstem Abnehmen oder Kontrolle im Sinn. Ich habe so gelitten an mir selbst und meinem Leben, dass ich einfach keinen Hunger hatte … Diese Zeit gehört auf jeden Fall zu den Tiefpunkten meines Lebens, auch wenn es mir damals nicht bewusst war.

Monika Richrath auf Burg Eltz mit 56 kg

Mein „Normalgewicht“ von 54 kg

Irgendwie habe ich es dann doch wieder auf 54 kg geschafft und da blieb ich dann. Ich fand es selbst sonderbar, dass ich niemals zunahm, aber fühlte mich zumindest in diesem Punkt mit meinem Körper im Reinen, obwohl ich jede Menge Bilder habe, von denen mir erst in jüngster Zeit aufgefallen ist, wie ausgezehrt ich darauf aussehe.

Monika Richrath mit 64 kg

64 kg nach der Kur

Zurück zur Kur 2009. Zwar half sie mir, mein Leben danach Schritt für Schritt wieder aufzubauen, aber gewichtstechnisch war es der Beginn einer Körperkatastrophe. Als solche habe ich sie jedenfalls lange betrachtet. Ich erkannte mich selbst nicht wieder! Immer wenn ich in den Spiegel sah, war ich verblüfft und frustriert, dass mir da dieses leicht moppelige Gesicht entgegenblickte. Ha! Heute würde ich mich vermutlich sehr freuen, wenn ich es jemals schaffen sollte, wieder nur 64 zu wiegen!

Monika Richrath mit 77 kg

Noch ein Tiefpunkt: 77 kg

Denn das war im Grunde genommen nur der Anfang. Seitdem habe ich ständig und permanent zugenommen und mich immer weiter von mir selbst und meinem Körper entfremdet. Von der Liebe zu meinem eigenen Körper auch. Obwohl ich das Antidepressivum nach einem Jahr wieder abgesetzt habe, ist es mir nicht gelungen, wieder abzunehmen. Das hatte ganz viele, verschiedene Ursachen. Zum einen habe ich Essen als Trost entdeckt und bin vom zu-wenig-Essen eher in die Sparte des Zu-viel-Essens hinübergewechselt. Ein weiterer, sehr wichtiger Punkt, ist die Tatsache, dass mir die Vitalität für bestimmte Dinge fehlte. Ich hatte einfach nicht die Kraft und Energie mehr, bestimmte Dinge zu tun, wie für Sport, Ausgehen usw. Früher war ich den ganzen Tag lang immer herumgerannt, damit war schon lange Schluss. Auch die Wechseljahre, in denen der Körper sich ja ganz neu organisiert, haben sicher eine Rolle gespielt. Trotzdem habe ich mich unendlich geschämt dafür, dass es mir nicht gelang, dieses Zusatzgewicht wieder loszuwerden, habe mir das als persönliches Versagen angekreidet.

2014 brachte eine Wende

Eine Seminarteilnehmerin hatte mich auf HPU (Hämopyrrollaktamurie) aufmerksam gemacht, ein Vitalstoffmangel im Körper, der seine Funktion beeinträchtigt. Das setzte eine ganze Kaskade von Ereignissen in Gang. (Über HPU schreibe ich demnächst einen gesonderten Artikel, denn es scheint, dass viele hochsensible Menschen davon betroffen sind.) Jedenfalls kam ich so zu einer Heilpraktikerin, die mir einen Progesteronmangel und eine Nebennierenschwäche bescheinigte. Auf der körperlichen Ebene gibt es also durchaus Erklärungen für die Gewichtszunahme und die Unfähigkeit wieder abzunehmen. Der Progesteronmangel sorgt zum Beispiel für die Wassereinlagerungen, die Nebennierenschwäche für die fehlende Vitalität. Übrigens – bei  HPU kann es vorkommen, dass man in der Jugend übernatürlich schlank ist und im Alter dann übergewichtig.

Es gab aber auch psychologische Ursachen

Vor einigen Wochen habe ich mich z. B. daran erinnert, dass ich mir irgendwann mal geschworen hatte, nie mehr so zu sein wie früher, vielleicht hat mein Körper das sehr wörtlich genommen. Ich habe u. a. diesen Schwur beklopft, noch eine kleine Lymphmassage entdeckt, die ich nun täglich mehrmals mache. Dazu kommt, dass die Behandlung meiner Heilpraktikerin nach einem Jahr Früchte trägt und ich einen deutlichen Vitalitätszuwachs spüre. Langsam habe ich das Gefühl, mir meinen Körper zurück zu erobern.

Eine Erkenntnis

Neulich ist mir der Gedanke gekommen, dass es mir eigentlich egal ist, wieviel ich wiege, solange ich nur vital bin. Die fehlende Vitalität ist das schlimmste: das Gefühl, tonnenschwer, unbeweglich zu sein und mich nicht wirklich so bewegen zu können, wie ich möchte. Eingeschränkt zu sein in meiner Bewegungsfreiheit, denn dies zieht sich durch alle Lebensebenen hindurch.

Erleichterung

Da kam Taryn Brumfitt mit ihrem Film wirklich gerade richtig! Und ich habe nun entschieden, nicht länger Energie darauf zu verschwenden, wie mein Körper aussieht, sondern mich eher damit zu beschäftigen, was ich tun kann, damit mein Körper sich besser fühlt – wie ich das ja auch schon seit längerer Zeit mache.

Plötzlich habe ich auch einen Weg gefunden um mit der allgegenwärtigen Werbung an den Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel umzugehen: ich gucke einfach weg, bzw. stelle meinen Blick auf unscharf und sage mir „Das ist nicht real“, quasi wie im Supermarkt, wo lauter Dinge stehen, die mir nicht gut tun.

Alles in allem habe ich das Gefühl, dass sich in der letzten Woche, seit ich den Film gesehen habe, ganz viel verändert hat. Alleine dadurch, dass ich die Entscheidung getroffen habe, loszulassen, jemals wieder meine Figur aus der Jugend zurückzubekommen. Dafür habe ich nun jede Menge Energie für andere Projekte übrig. Zum Beispiel mir selbst Kleidung zu nähen, die mir gefällt und in der ich mich wohlfühle …

Ich bin mir ziemlich sicher, dass viele von Ihnen einen ähnlichen Weg durchlitten haben und kann Ihnen nur ans Herz legen, sich diesen Film anzusehen. Er hat wirklich lebensveränderndes Potential!

Es ist mir bewusst, dass dieser Beitrag ungewöhnlich viele Links enthält, aber es ist mir ein echtes Anliegen, Sie für diesen Film zu interessieren. Wenn Sie sich den Stern-TV-Clip ansehen, wird gleich klar, wie verzerrt unsere Körperwahrnehmung häufig ist. Ich fand das total herzzerreißend.

Was ich leider nicht mehr wiedergefunden habe, ist der Link, mit dem Sie herausfinden können, wann der Film läuft. Wie gesagt, immer nur an einigen Tagen, kümmern Sie sich am besten gleich darum, wenn Sie den Film sehen möchten, oder kaufen Sie ihn auf DVD.

Wie sehen Sie Ihren Körper? Haben Sie etwas Ähnliches erlebt wie ich? Oder etwas ganz anderes? Ich freue mich sehr über Ihre Kommentare.

Herzlichst,

Ihre
Monika Richrath

Hochsensible Mamas

Hochsensible Mamas

Hochsensible Mamas – ein Apell an Deine besondere Aufgabe im Leben Deines Kindes

  • Bist Du Mama?
  • Oft erschöpft?
  • Fühlst Du Dich in vielen Situationen hilflos?
  • Leidest Du viel mit Deinem Kind?
  • Möchtest Du Dein Kind vor dem Leben beschützen?
  • Fällt es Dir schwer, Dein Kind in „diese“ Welt zu entlassen?

JA?

 

Dann gehörst Du wahrscheinlich so wie ich zu jenen hochsensiblen Müttern, die ihr Kind um jeden Preis davor bewahren wollen, die negativen Erfahrungen, die wir selbst erlebt haben, durchmachen  zu müssen.

Gut so! Und vollkommen verständlich.

Ich könnte mir vorstellen, dass Du auch eine Mama bist, die sich sehr stark in ihr Kind einfühlen kann, die seine Gefühle noch vor allen anderen „liest“, manchmal sogar noch bevor Dein Kind sich derer bewusst ist.

Ich könnte mir vorstellen, dass Du eine Mama bist, die große Schwierigkeiten damit hat, wenn Dein Kind in der Schule oder im Kindergarten Menschen und Situationen ausgesetzt ist, die Du nicht gutheißen kannst.

Ich könnte mir sogar vorstellen, dass Du Dich manchmal selbst verlierst und Deine Bedürfnisse sehr vernachlässigst, damit es Deinem Kind gut – oder sagen wir besser – geht.

Hab ich Recht? Ich kenne das alles!

Du bist wunderbar in Deiner Sensibilität!

Dein hochsensibles Kind hat bei Dir alles, was es braucht, um verstanden, in seiner Persönlichkeit akzeptiert und wahrgenommen zu werden. Alles Aspekte, die Du bei Deiner eigenen Mama womöglich (schmerzlich) vermisst hast. Es waren andere Zeiten und andere Umstände.

Also – Du bietest Deinem hochsensiblen Kind die besten Voraussetzungen, um eine selbstbewusste, starke und gleichzeitig sanfte und sensible Persönlichkeit zu entwickeln. Das ist großartig! Und wenn Du jetzt meinst, dass das ja alles schön und gut ist, aber Dich diese Großartigkeit doch jede Menge Kraft, Ressourcen und Mühen kosten, dann möchte ich Dir mit diesem Beitrag Mut machen und Dich bestärken, dass Du die beste Mama für Dein hochsensibles Kind bist,

…auch und vor allem, wenn Du Deine Bedürfnisse achtest, …auch und vor allem, wenn Du in Deiner Mitte bist,

…auch und vor allem, wenn Du vertraust, dass Dein Kind seinen eigenen Weg gehen wird,

…auch und vor allem, wenn Du Deinem Kind das Bewusstsein und die Stabilität vermittelst, die Du bei ihm sehen möchtest.

Und wenn Du Dich jetzt fragst, wie das gehen soll und wie Du es schaffen kannst, Dein hochsensibles Kind Schritt für Schritt in diese so wenig unterstützende Welt zu entlassen, dann möchte ich gerne meine Erfahrungen mit Dir teilen und Dir ein paar Impulse für Deinen Weg als hochsensible Mama mitgeben.

VERTRAUE!

Je nachdem, was wir in unserer Kindheit erfahren haben und wie viel Grundvertrauen wir mitbekommen haben, handeln wir in unserem späteren Leben auch aus diesem Vertrauen heraus.
Mamas, die wenig vertrauen in sich und das Leben als solches haben, neigen auch dazu, ihrem Kind oftmals nicht das Vertrauen entgegenzubringen, das es braucht, um eine selbstbewusste und stabile Persönlichkeit zu entwickeln.

Versuche Dein Vertrauen immer wieder zu stärken, indem Du Dich selbst herausforderst, Dein Kind Schritt für Schritt loszulassen, seine eigenen (auch leidvollen) Erfahrungen machen zu lassen.

Ich habe in diesen Situationen immer folgende Sätze im Kopf: „Ich vertraue meinem Sohn. Es ist sein Weg, den er geht. Ich kann ihm diesen Weg nicht abnehmen. Ich kann ihn beim Gehen unterstützen.“

Je mehr Du in Deiner Stabilität und im Vertrauen bist, desto stabiler und vertrauensvoller kann Dein Kind seinen Weg gehen.

KÜMMERE DICH UM DICH!

Es führt zu nichts, wenn Du Dich selbst aufgibst und verlierst, weil Du Dich über Dein Kind identifizierst. Dein Kind leidet mit Dir, anstatt ihm sein Leid und seine Erfahrungen, die es zu machen gilt, nehmen zu können.

Kümmere Dich darum, dass es DIR gut geht. Schau gut auf Dich und sorge gut für Dich. Dann wird Dein Kind lernen, das auch für sich zu schaffen.

Lass los – auch wenn der Trennungsschmerz groß ist. Gönn Dir Auszeiten, Alleinzeiten und liebevolle Aufmerksamkeiten.

SCHAU IN DEN SPIEGEL, DEN DEIN KIND DIR VORHÄLT!

Oftmals ist es doch so, dass wir uns als Mamas fragen, was mit unseren Kindern bloß los ist, wenn sie auf einmal wütend, aggressiv oder sonst wie sehr stark auf Situationen reagieren.

Achtung – Dein hochsensibles Kind ist Dein Spiegel! Alle Emotionen, die Du womöglich nicht auslebst oder die in Dir schlummern, kann Dein Kind empfangen und „für Dich“ an die Oberfläche bringen.

Auch Verhaltensweisen, die Du bei Dir ablehnst oder die bei Dir mit negativen Emotionen verbunden sind, kann Dir Dein Kind vor Augen führen, indem es Dich immer wieder herausfordert hinzuschauen.

Wir Mamas neigen dann vielleicht dazu zu sagen: „Ach, mein armes Kind, wie gerne möchte ich Dir das ersparen!“ – in Wirklichkeit wollen wir es uns nur selbst ersparen. Wir dürfen also aufmerksam hinschauen und anfangen, unser eigenes inneres Kind zu bemerken.

Dazu habe ich vor einiger Zeit einen eigenen Beitrag geschrieben: http://www.hochsensibilitaet.at/ich-bin-so-wuetend-warum-dieser-satz-wichtig-ist-und-wie-wir-gerade-unsere-hochsensiblen-kinder-dabei-unterstuetzen-duerfen/

WANDLE DEIN LEID IN DEINE STÄRKE UM!

Du bist unendlich stark. Stark in Deinem Leid, das Dich viel Kraft kostet. Nutze diese Kraft ins Positive!

Lebe Deinem Kind das Leben vor, in dem Du es gerne sehen würdest. Auch wenn die Gesellschaft da draußen nicht förderlich ist für die Bedürfnisse hochsensibler Menschen. Hilf mit, dass auch Dein Kind seine Aufgabe in diesem Chaos findet, um dazu beitragen zu können, dass sich was verändert.

LEBE DEINE GROSSARTIGKEIT!

Schütze Dein Kind wo es notwendig ist und lass es frei so oft es geht!

Aus eigener Erfahrung weiß ich gut, wie leicht es ist, all das zu schreiben oder zu lesen, und wie schwer und herausfordernd es sein kann, das umzusetzen.

Ich möchte Dich bestärken, diesen Weg Schritt für Schritt und mit immer mehr Bewusstsein die Verbindung zwischen Dir und Deinem Kind betreffend zu gehen.

Ich wünsche Dir aus ganzem Herzen die Kraft und die Stabilität, Eure Wege zu gehen. Manchmal ist es der gleiche und oftmals ein ganz anderer 🙂

Vielleicht interessiert Dich auch dieses Video zum Thema, das ich vor einiger Zeit aufgenommen habe:

https://www.youtube.com/watch?v=EB5G-b-ZmxU

Schreib doch bitte in die Kommentare, ob auch Du so ein starkes Band zwischen Dir und Deinem Kind wahrnimmst und was Eure Herausforderungen damit sind!

Herzlichst, Deine Karin Abriel

Karin Abriel

Karin Abriel

Mein Tempo

Diplomierte Pädagogin Diplomierte Shiatsu-Praktikerin Geboren: 26.1.1976 in Wien 2 Kinder – Anna, 14 und Max, 13 Schon sehr früh war mir klar, dass irgendetwas in mir anders tickt als bei den Menschen in meinem Umfeld. Ich spürte so Vieles und nahm wahr, was anderen scheinbar verborgen blieb. Als Kind konnte ich diese Eindrücke weder einordnen noch verarbeiten, war aber zugleich unglaublich neugierig und ließ keine Möglichkeit aus, neue Erfahrungen zu sammeln und Menschen kennenzulernen. Das ständige Überfordert Sein mit mir und meiner Umgebung und ihren Eindrücken führte im frühen Erwachsenenalter zu Depressionen und BurnOut. Mein Lebensweg hat mich durch mehrere Ausbildungen und Berufserfahrungen zu meiner Authentizität geführt und dazu, meine Hochsensibilität als Stärke anzunehmen. Durch meinen ebenfalls hochsensiblen Sohn und die tägliche Arbeit mit hochsensiblen Kindern sowie zahlreichen beruflichen Erfahrungen habe ich viele unterschiedliche Persönlichkeiten kennenlernen dürfen, die mir alle einen Teil von mir selbst gezeigt haben und mich in meine Stärke geführt haben.
Wie Sie mit Affirmationen klopfen können

Wie Sie mit Affirmationen klopfen können

Haben Sie schon einmal versucht, mithilfe von Affirmationen Ihr Leben zu verändern? Auf den ersten Blick scheinen Affirmationen eine einfache und effektive Methode zu sein, Veränderungen in Gang zu bringen.  Leider stellt sich dann aber oft heraus, dass es doch nicht so einfach ist wie geglaubt. Vor allen Dingen dann nicht, wenn man ohnehin Glaubenssysteme hat, die durch belastende Kindheitserfahrungen, bzw. ein Bindungs- oder Entwicklungstrauma geprägt sind.

Aber beginnen wir ganz von vorn.

Was versteht man eigentlich unter Affirmationen?

Immer wieder komme ich hier auf meinem Blog auf Glaubenssätze zu sprechen, die den Großteil unseres Denken und Handeln bestimmen und steuern, meist unbewusst natürlich. Ein Glaubenssatz beinhaltet eine von uns angenommene Wahrheit, wie zum Beispiel „Ich kann nicht malen.“ Die meisten unserer Glaubenssätze haben wir von unserern Eltern übernommen und häufig sind sie uns in Fleisch und Blut übergegangen, weil wir sie von Anbeginn unseres Seins sozusagen aufgesogen haben. So kann es zum Beispiel sein, dass wir als Erwachsene das Gefühl haben, wir müssen um alles kämpfen, weil unsere Eltern uns schon dieses Gefühl vermittelt haben.

Unter Affirmationen verstehen wir Selbstbestätigungen oder -vergewisserungen, mit denen unser Unterbewusstsein „umprogrammieren“ werden soll. Die negativen Glaubenssätze sollen ersetzt werden durch positive, bestätigende Glaubenssätze – die man sich natürlich möglichst häufig vorsagen soll. Dafür gibt es viele verschiedene Ansätze, man kann sie täglich eine bestimmte Zeit lang schreiben, sich überall Zettel hinkleben, sich einen Bildschirmschoner damit einrichten, Hypnose- und Mediations-CDs anhören usw. Persönlich mag ich besonders den Ansatz, eine Affirmation beim Nordic Walken oder Laufen immer wieder vorzusagen, das hat eine äußerst hypnotische Wirkung.

Wie wirken Affirmationen?

Damit eine Affirmation wirken kann, sollte sie positiv formuliert werden, immer in der Gegenwart angesiedelt sein, am besten die Verben „haben“ oder „sein“ beinhalten, individuell und konkret sein. Die Wirkung von Affirmationen beruhen darauf, dass mit der Formulierung im Präsens ein Zustand bekräftigt wird, der sich durch die wiederholte Bestätigung verwirklicht. Das ist sowohl äußerst einfach, als auch äußerst genial. Allerdings muss man ein gehöriges Maß an Zeit investieren, 10 bis 20 Minuten täglich mindestens 100 Tage lang.

Warum haben aber viele Menschen ein Problem mit Affirmationen?

Das Einfache an Affirmationen ist das Schwere an Affirmationen. Um mit Affirmationen Erfolg zu haben, muss man den eigenen Kopf mal eine Weile ausschalten  – was für hochsensible Menschen ja öfter nicht so leicht ist. Es kann ganz schnell passieren, dass man dann denkt: „Ich bin aber doch NICHT …“ und dann funktioniert es schon nicht.

Schon gerät man in Stress. Statt dessen fühlt man sich noch viel schlechter als vorher, weil es ja so aussieht, als schafften alle anderen es mit dieser Technik, bloß man selbst ist irgendwie zu blöd dazu. Ich denke, dass es gerade für hochsensible Menschen auch eine Hürde sein kann, etwas zu sagen, was eigentlich ja noch nicht so ist, nicht unbedingt eine Lüge, aber etwas, was nicht der Wahrheit entspricht. Ich will ja nicht alle über einen Kamm scheren und weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber mir ist sehr an der „Wahrheit“ gelegen (zumindest meiner eigenen) und ich habe mich lange Zeit unglaublich schwer mit Affirmationen getan – obwohl ich gleichzeitig wusste, dass darin ein ganzes Schatzkästlein für mich verborgen liegt. Mal ganz ehrlich, so einen Satz wie „Ich lasse das Bedürfnis los, für alle anderen stark zu sein“ zu sich selbst zu sagen ist doch wunderbar …

Affirmationen können sogar kontraproduktiv sein

das hat Joanne Wood von der University of Waterloo schon vor Jahren in einer Studie herausgefunden. In dieser Studie wurde untersucht, ob die Stimmung und die Gefühle von Freiwilligen durch die Aussage „Ich bin eine liebenswerte Person“ beeinflusst wurde. Dazu wurden die teilnehmenden Personen in zwei verschiedene Gruppen eingeteilt, die sich durch ein großes und ein eher wenig ausgeprägtes Selbstbewusstsein unterschieden. Beide Gruppen hatten die Aufgabe, Fragen zu beantworten, ihre Gefühle zu beschreiben und anzugeben, ob sie gerne an bestimmten Aktivitäten teilnehmen würden. Einige Probanden hörten alle 15 Sekunden einen Gong, das Zeichen, das sie dann zu sich selbst sagen sollten „Ich bin eine liebenswerte Person“. Jetzt, wo ich das aufschreibe, stelle ich mir vor, dass das ganze Setting sowieso ein wenig stressend gewesen sein mag.

Wie auch immer, die Ergebnisse waren nicht überraschend: Bei den Personen mit einem wenig ausgeprägten Selbstbewusstsein hatte sich durch das Aufsagen des Satzes eine Verschlechterung der Stimmung ergeben, der Optimismus sank und sogar die Bereitschaft, an Aktivitäten teilzunehmen. Die Forscher glauben, dass durch das Aufsagen des Satzes den Teilnehmern mit weniger Selbstbewusstsein

die Diskrepanz zwischen dem Gesagten und dem eigenen Erleben

erst richtig deutlich geworden war. Wenn Sie zu den Menschen gehören, die eine schwere Kindheit hatten, mit vielen Belastungen, also vermutlich ein Bindungs- oder Belastungstrauma erlebt haben, haben Sie das vermutlich selbst schon erlebt. Das Fazit der Forscher:

Menschen mit einem geringen Selbstbewusstsein profitieren nicht von dieser Technik

Sie glauben außerdem, dass es in solchen Fällen eher Sinn mache, keine allgemeinen Aussagen zu treffen, sondern eher eine konkrete, zu der Person passende Aussage zu bestärken, wie z. B. : „Ich bin gut im …“ Übrigens gab es keine signifikante Verbesserung bei den Menschen mit einem guten Selbstbewusstsein, was aber vielleicht am Versuchsaufbau gelegen haben mag (der mir im Einzelnen nicht bekannt ist).

Ich glaube an Affirmationen, obwohl ich es bislang noch nicht geschafft habe, mich irgendwie umzupolen, denn

der Ja-aber-Effekt steht mir einfach im Weg

Vor kurzem habe ich aber begonnen, etwas umzusetzen, was ich schon sehr lange im Sinn habe, nämlich die Klopfakupressur für Affirmationen einzusetzen. Hochsensibilität ist häufig mit Selbstwertproblemen verbunden. Das EFT Klopfen ist einfach wunderbar geeignet, Schwierigkeiten mit dem Selbstwert- und der Selbstliebe aufzulösen. Häufig ist das durchaus ein längerer Prozess, das Thema ist äußerst vielschichtig und hat viele Erscheinungsformen, die manchmal auch nicht unbedingt etwas miteinander zu tun haben scheinen. Mir selbst begegnet das Thema auch immer wieder neu.

Der Clou

ist es, nicht die positive Affirmation zu klopfen, sondern die eigenen Gefühle zu der Affirmation. Wenn Sie also zu denjenigen gehören, die sich mit Affirmationen eher schwer tun,  könnten Sie dann Sätze klopfen wie „Auch wenn ich nicht weiß, ob ich eine liebenswerte Person bin …“ oder „Auch wenn ich nicht glauben kann, dass ich eine liebenswerte Person bin …“ oder „Auch wenn ich mich nicht liebenswert fühle …“ oder „Auch wenn ich nicht liebenswert bin …“. Zugegebenermaßen, das ist ziemlich starker Tobak.  Wenn Sie sich nicht alleine an solche Themen trauen, unterstütze ich Sie gerne im Coaching dabei. Denn: wenn Sie es schaffen, hier etwas aufzulösen, haben Sie schon einen riesigen Schritt gemacht.

Affirmationen finden

Ich habe zwei Affirmationsbücher, in denen ich immer wieder mal herumblättere (bislang, um mich eher an den schönen Sätzen zu erfreuen). 1. Das große Buch der Affirmationen, geschrieben von meiner Klopfakupressurlehrerin, Frau Dr. Susanne Marx. Es ist wunderbar übersichtlich in verschiedene Themenbereiche gegliedert, enthält außerdem einen großen Wissensteil über die Informationsverarbeitung im Gehirn etc. und lässt meines Erachtens keine Wünsche offen. 2. Heile deinen Körper, von Louise L. Hay. Der Untertitel Seelisch-geistige Gründe für körperliche Krankheit sagt schon aus, worum es geht: Louise L. Hay verbindet bestimmte Affirmationen mit bestimmten Krankheiten und liefert auch mögliche Gründe dazu (was ich immer äußerst spannend finde). So haben wir eine Möglichkeit, uns auf ganz unkonventionelle Weise mit Krankheiten oder körperlichen Problemen auseinanderzusetzen.

Ein kleines Update: Ich habe mich jetzt auf das Klopfen von Switchwords verlegt, dabei umgeht man nämlich die Widerstände des Verstandes.

Wenn Sie lernen wollen, wie man klopft und mehr wissen wollen über Hochsensibilität und Überforderung in Verbindung mit Entwicklungstrauma und belastenden Kindheitserfahrungen melden Sie sich gerne bei meinem Email-Kurs „Wieder weit werden an“.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Affirmationen gemacht? Wie immer freue ich mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen.

Herzlichst, Ihre
Monika Richrath

de_DEDeutsch