5 wunderbare Methoden zum schnellen Stressabbau

5 wunderbare Methoden zum schnellen Stressabbau

In der Hochsensibilität verfängt man sich gerne in Stressspiralen. Nachfolgend finden Sie 5 ganz einfache „Tricks“, die Sie im Handumdrehen beruhigen können. Ich habe mich zu verschiedenen Kursen und Programmen angemeldet und sehr viel neues Wissen hat den Weg zu mir gefunden. Dies gebe ich supergerne an Sie weiter. 

1. Power Posing

Bestimmt ist Ihnen bekannt, dass sich die innere Verfassung auf das Körperbild und die Haltung auswirkt. Aber wissen Sie auch, dass das umgekehrt genauso gut geht, also die Haltung die Ausschüttung von Hormonen und damit die Verfassung beeinträchtigt?

Die Sozialpsychologin Amy Cuddy, Professorin für Betriebswirtschaftslehre an der Harvard Business School, hat ein bahnbrechendes Experiment unternommen: Frau Cuddy und ihr Team haben sich mit verschiedenen Körperhaltungen beschäftigt, so genannten High-Power Posen (die man auch als „geöffnet“ bezeichnet) und Low-Power Posen (geschlossen). Eine High-Power Pose ist es z. B. die Füße überkreuz auf den Schreibtisch zu legen und die Hände hinter den Kopf, oder die Arme in die Hüfte zu stemmen. Bei der Low-Power-Pose macht man sich kleiner, faltet sich zusammen, krümmt vielleicht den Rücken.

Im Versuch wurde jedem der 42 Probanden eine Speichelprobe entnommen und sowohl die Testosteron- als auch die Cortisol-Werte gemessen. Dann sollten die Personen entweder eine High-Power Pose oder eine Low-Power-Pose einnehmen. Und zwar zwei Minuten lang. Anschließend wurde ihnen wieder eine Speichelprobe entnommen und noch einmal die Testosteron- und Cortisolwerte gemessen.

Von dem Ergebnis waren die Forscher*innen selbst überrascht. Es stellte sich nämlich heraus, dass die High-Power Pose das Testosteronlevel um 20 % erhöht und den Cortisolspiegel um 25% gesenkt hatte! (Das Experiment ging übrigens noch ein bisschen weiter und beschäftigte sich mit der Risikobereitschaft. Die stieg durch das Power-Posing ebenfalls).

Frau Cuddy meint, dass diese Pose ganz besonders sinnvoll ist, wenn man weiß, dass man in Situationen kommt, in denen man bewertet wird. Sehen Sie sich das Video dazu an (es ist deutsch untertitelt), ich finde es wunderbar und auch berührend, wenn Frau Cuddy über ihre eigenen Erfahrungen spricht.

Nachdem ich mir dieses Video angesehen habe, war ich eine Zeitlang so geflasht, dass ich meinen Arbeitstag am Schreibtisch grundsätzlich damit begonnen habe, aber in der Fülle der vielen Informationen, die immer auf mich zukommen, habe ich es doch glatt wieder aus den Augen verloren. Ein Fehler, wie mir scheint 😉

2. So tun als ob

In Situationen, wo man eigentlich weg möchte, aber nicht weg kann, könnte es hilfreich sein, so zu tun, als ob man weg läuft. Drücken Sie die Zehen des rechten Fußes in den Boden und gleichzeitig die Ferse des linken Fußes, dann die linken Zehen und die rechte Ferse. Machen Sie das mehrmals und überprüfen Sie hinterher, ob sich die Anspannung gebessert hat.

Alternativ können Sie auch beide Füße fest in den Boden stemmen und die Anspannung einen Moment halten und dann wieder loslassen. Mehrmals wiederholen und nachspüren, ob sich Ihre grundsätzliche Anspannung verbessert hat. Wenn nicht, wiederholen Sie die Übung mehrmals.

3. Atmen

Mir hat jemand diese Art der Atmung gezeigt, die ich sehr spannend und effektiv finde. Ich konnte leider nirgendwo herausfinden, wie sie heißt: Atmen Sie ein und legen Sie beim Einatmen die Zunge locker hinter die oberen Zahnreihen. Beim Ausatmen legen Sie die Zunge locker hinter die unteren Zahnreihen. Das entspannt unglaublich.

Von jemand anderem habe ich noch die Information bekommen, dass die obere Zahnreihe eher mit Stress verbunden ist und die untere Zahnreihe mit Entspannung. Seitdem versuche ich immer wieder im Laufe des Tages, meine Zungenspitze hinter die unteren Zahnreihen zu legen, das ist sehr schön und nach einigen Tagen habe ich fast das Gefühl, dass die Zunge nun eher unten liegt als wie vorher oben. Eine richtige Errungenschaft also!

4. Havening

So gehts: Sorgen Sie dafür, dass Sie ein paar Minuten lang ungestört sind und setzen Sie sich bequem auf einen Stuhl. Denken Sie kurz an die Sache, die Sie verändern möchten. Dann überkreuzen Sie die Arme vor dem Körper, legen die Hände auf die Schultern und streichen mit den Händen die Arme nach unten bis zu den Händen oder Fingerspitzen. Sie können auch die Handinnenflächen streichen. Im Video unten macht Anja Strassner den Ablauf vor.

Variante: Sie könnten dabei zum Beispiel auch eine Affirmation aussprechen, mit der Sie sich wohl fühlen.

5. Klopfakupressur

Da ich ja Klopfakupressur-Coach bin empfehle ich Ihnen natürlich auch immer das Klopfen. Es ist nach wie vor meine Nummer Eins Methode gegen Stress. Dabei müssen Sie nicht einmal einen Satz klopfen: Manchmal gibt es ja so viele Themen, dass man nicht weiß, wo man beginnen soll. Oder man ist einfach total überfordert. Da gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Sie klopfen einfach leer. Sie lassen das Set-up, den Einstimmungssatz einfach weg und klopfen alle Punkte durch von der Augenbraue bis zur Handkante (oder welchem Ablauf Sie auch immer folgen), und wenn Sie am Ende angekommen sind, fangen Sie einfach wieder von vorne an. So lange, bis Sie sich besser fühlen. Das nennt man leerklopfen. Hier finden Sie eine EFT Klopftechnik Anleitung, die Sie mitmachen können. Die Bilder wechseln automatisch nach einer gewissen Zeit. Sie können aber auch die Pfeiltasten benutzten oder auf die Punkte am Anfang oder Ende klicken um von vorne zu beginnen.

Augenbraue innen

Neben dem Auge

Unter dem Auge

Unter der Nase

Auf dem Kinn

Am Schlüsselbein

Unter dem Arm

Am Daumen

Am Zeigefinger

Am Mittelfinger

Am kleinen Finger

Serienpunkt

Handkante

Ausatmen nicht vergessen

2. Sie klopfen nur die Notfallpunkte. Wie das geht, können Sie in diesem Video sehen.

Probieren Sie die Methoden doch einmal aus und schreiben in den Kommentaren, welche Erfahrungen Sie dabe gemacht haben. Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße, Ihre

Monika Richrath

Bildnachweise: Bild von Johannes Plenio auf Pixabay (Beitragsfoto), privat

Was passiert eigentlich während einer Klopfsitzung?

Was passiert eigentlich während einer Klopfsitzung?

Man kann sehr gut alleine klopfen, aber im Coaching erreicht man einfach mehr. Als Außenstehende*r scheint es manchmal offenbar unverständlich, wie sehr sich die Arbeit alleine von der Arbeit mit Begleitung unterscheidet. Dies liegt nicht nur daran, dass man grundsätzlich für sich selbst immer ein bisschen blind ist, sondern auch daran, dass man im Coaching Räume betritt, die beim Klopfen allein einfach verschlossen bleiben. Daher stelle ich Ihnen in meinem Blogbeitrag der Woche den Ablauf einer Coachingsitzung vor (mit dem Einverständnis der Betroffenen). Dieser beruht auf einer Sitzung, die tatsächlich stattgefunden hat, allerdings habe ich den Namen und einige Einzelheiten verändert.

Die Beschreibung gibt natürlich nur einen groben Verlauf der Sitzung wieder (eine Sitzung dauert ca. 60 Minuten), reicht aber, um Ihnen eine Idee davon zu geben, was in einer Klopfakupressursitzung geschieht – und auch davon, was in der Zusammenfassung in etwa stehen wird, die Sie nach der Sitzung von mir erhalten.

Nur zum Verständnis vorab: Wir beginnen mit einem Klopfsatz, der dann einige Runden lang mit verschiedenen Aspekten beklopft wird. Im Verlaufe des Klopfens fällt dem/der Klient*in entweder etwas ein oder ich stelle eine Frage, die zu einem neuen Klopfsatz führt usw.

Natürlich haben alle Klient*innen die Möglichkeit, jederzeit eigene Worte zu sagen, der Großteil meiner Klient*innen ist jedoch damit überfordert, weswegen ich häufig vorspreche und beim Aspekteklopfen die Ausdrücke und Erlebnisse oder Gefühle verwende, die mir die entsprechenden Klient*innen vorher mitgeteilt haben. Der Verlauf der nachfolgenden Sitzung ist natürlich sehr stark gekürzt.

Marianne ist eine Frau in den 40ern, die in einer kleinen Stadt im Ruhrgebiet lebt, die sie als schmutzig und einengend empfindet. Sie ist sehr unzufrieden mit ihrem Leben, weil sie sich ihrer Meinung nach immer nur im Kreis dreht. Sie hat bereits verschiedene Therapien hinter sich gebracht, die jedoch keine Heilung oder Erleichterung gebracht haben. Manchmal wurde sie auch als untherapierbar bezeichnet. Es besteht eine starke Überempfindlichkeit, z. B. gegen Gerüche, Lärm und Reizüberflutung, andere Menschen machen sie nervös.

Sie hatte mich irgendwie im Internet gefunden und beschlossen, der Klopfakupressur eine Chance zu geben, weil es so anders schien als alles, was sie bislang versucht hatte. Diese erste Sitzung fand telefonisch statt. Zunächst gab es aber eine Hürde zu überwinden, denn obwohl sie das Klopfen gerne ausprobieren wollte, fand sie es sehr seltsam, fast fragwürdig. Daher haben wir zuerst den Satz geklopft  „Auch wenn mir das alles komisch vorkommt, öffne ich mich für die Möglichkeit, mich darauf einzulassen.“

Nach einer Weile sagte sie, dass sie immer die Zähne zusammenbeisse und nicht weiter wisse. Aber sie sei so unzufrieden mit sich und ihrem Leben …

Daraufhin haben wir den Satz geklopft „Auch wenn mich eine große Unzufriedenheit plagt, akzeptiere ich mich, mit allem was ist.“

Ich wollte dann wissen, womit sie alles unzufrieden ist? Sie sei so alleine bin und habe überhaupt keine Freunde im Alltag, sie empfinde sich als unlebendig und mache zu wenig, dabei habe sie unwahrscheinlich viel Energie, ihre künstlerischen Potentiale könne sie überhaupt nicht verwerten, dabei habe sie so viele Ideen, könne diese aber kaum umsetzen oder etwas daraus machen. Dabei habe sie jede Menge Zeit und sei total gestresst, weil sie das nicht geregelt kriege. Ständig verliere sie sich im eigenen Nichtstun und wüsste nicht weiter. Außerdem würde sie sich für die eigene Unfähigkeit total verurteilen – ständig und überall.

Daraufhin haben wir den Satz geklopft „Auch wenn ich mich dafür verurteile, dass ich nichts geregelt kriege, akzeptiere ich mich mit allem, was ist.“

Nach einer Weile fiel ihr ein, dass vor ein paar Tagen der Todestag ihrer Mutter war. Ihr ist aufgefallen, dass sie im Vergleich zu früheren Jahren jetzt schon viel ruhiger war an diesem Tag. Aber sie habe oft Angst, so zu werden, wie ihre Mutter.

Daher haben wir den Satz geklopft „Auch wenn ich Angst habe, so zu werden, wie meine Mutter, akzeptiere ich mich mit allem, was ist.“

Ich wollte dann wissen, inwiefern sie sich wie ihre Mutter empfindet? Sie sagte, dass sie sich ebenfalls wie ihre Mutter aufrege über Dinge, die andere tun, dass sie andere auch kritisiere. Sie habe ebenfalls Schwierigkeiten mit Beziehungen und lebe asexuell. Wie ihre Mutter litte sie auch unter Depressionen.

Meine nächste Frage war, was sie denn von ihrer Mutter unterscheide? Grundsätzlich empfindet sie sich als wesentlich positiver als ihre Mutter, sie sei in der Lage, nicht alles negativ zu sehen und sie könne Probleme angehen.

Allerdings habe sie eine Blockade im Kopf, sie denke eben oft, dass sie etwas nicht könne. Sie sei so kreativ und würde gerne Bilder malen und ausstellen. Das wäre die Richtung, die sie ihrem Leben gerne geben würde, es würde ihr so Spaß machen zu dekorieren, aber sie habe keine Ahnung, wie sie das anstellen sollte, tatsächlich in diese Richtung zu gehen. Sowieso könne sie nicht gut für sich selbst sorgen. Es sei ihr bewusst, dass sie viel zu oft zuhause sei, sie wolle raus aus ihrem Gefängnis. Sie wolle gerne mehr draußen sein, aber das sei schwierig, wegen der Menschen draußen. Oft sei es schwierig überhaupt die Nähe der Menschen um sie herum auszuhalten, auch wenn die eigentlich gar nichts von ihr wollten.

Als nächstes haben wir den Satz geklopft „Auch wenn ich aus meinem Gefängnis ausbrechen möchte, akzeptiere ich mich mit allem, was ist.“

Was würde sie tun, wenn sie die Möglichkeit hätte, aus ihrem Gefängnis auszubrechen? „Tanzen, singen, einen Mann umarmen, mehr Leichtigkeit, Leben, Spaß haben mit anderen, ohne über Probleme zu reden, verreisen, alleine Sachen machen, endlich mal Nähe und Berührung zulassen, mir was Tolles ansehen, umziehen, mich irgendwo engagieren, ich könnte im Garten arbeiten, das würde mir Spaß machen.“

Anschließend haben wir den Satz geklopft: „Auch wenn ich all diese Einschränkungen habe, öffne ich mich für die Möglichkeit, meine Einschränkungen loszulassen.“

Von da aus sind wir langsam ins Reframing gegangen, ich habe als Handlungsimpuls vorgeschlagen, mehr rauszugehen und sich zu bewegen. Wir haben geendet mit den Worten „Ich bin wertvoll und ich verdiene Sicherheit.“

Für den Klopfsatz zuhause, den sie in den nächsten 14 Tagen klopfen sollte, haben wir uns auf den Satz geeinigt: „Auch wenn ich aus meinem Gefängnis ausbrechen will, öffne ich mich für neue Möglichkeiten.“ Diesen Satz sollte Marianne 14 Tage lang klopfen und zwar täglich 2 Runden den ersten Satzteil und 2 Runden den zweiten Satzteil.

Außerdem schlug ich vor, dass sie so oft wie möglich den wunden Punkt reiben und dabei sagen sollte „Ich liebe und akzeptiere mich, mit allem was ist.“

Für die kommende Woche haben wir ein Telefonat vereinbart.

Im Telefonat sagte sie mir, sie habe direkt in der Nacht nach der Sitzung einen Traum gehabt, in dem alles o.k. gewesen sei. Sie habe bemerkt, dass sie sehr viele Menschen kennen lerne, aber die Kontakte nicht aufrecht erhalten könne.

Das Klopfen fiel ihr sehr schwer. Beim Satzklopfen bestand so viel Unsicherheit, ob dies nun richtig sei, dass es zu neuem Stress führte. Ich habe daher vorgeschlagen, das Satzklopfen vorerst einmal beiseite zu lassen und nur die Sache mit dem wunden Punkt so oft wie möglich am Tag zu machen.

Ich wollte wissen, ob nach der Sitzung etwas Ungewöhnliches passiert sei, ob es irgendein Ereignis gegeben habe, das anders verlaufen sei als sonst? Das gab es. Eigentlich wollte sie einkaufen gehen (was in der Regel mit sehr viel Stress verbunden sei wegen der vielen Menschen in den Geschäften), statt dessen sei sie aber allein in ein indisches Restaurant gegangen. Dort habe gerade die Familie der Inhaber an einem Tisch zusammengesessen und gegessen. Sie wurde eingeladen, sich dazu zu setzen und mitzuessen. Dieser Einladung sei sie gefolgt und habe eine äußerst nette Zeit mit dieser Familie verbracht. Marianne selbst bezeichnete diese Begegnung als „außergewöhnliche soziale Interaktion“ und entschied sich, die Sitzungen fortzusetzen.

Falls Sie nun neugierig geworden sind auf das Klopfen, empfehle ich Ihnen meine EFT Klopftechnik Anleitung als Emailkurs, mit dem Sie kostengünstig die Basics der Klopfakupressur erlernen können. Dies ist die beste Möglichkeit, herauszufinden, ob Ihnen das Klopfen gefällt.

Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

 Herzliche Grüße, Ihre Monika Richrath

Bildnachweis: Maike Mentzel

Was sind eigentlich PUs?

Was sind eigentlich PUs?

Vielleicht sind Sie mit der Klopfakupressur schon einmal an einen Punkt gekommen, an dem es einfach nicht weiterzugehen schien.

Es wäre sehr gut möglich, dass Sie es in diesem Fall mit einer PU zu tun haben. PU ist eine Abkürzung für Psychische Umkehr und bezeichnet eine Heilungsblockade.

Viele Menschen tun sich mit PUs schwer

dabei ist das Konzept gar nicht so schwer zu verstehen, bzw. ich werde mich bemühen, diese Heilblockaden hier besser verständlich zu machen. Vorab sei gesagt, dass der Entwickler der EFT-Klopftechnik ®, Gary Craig, sich vom Konzept der PUs sich vollkommen distanziert hat, wofür ich persönlich aber überhaupt keine Notwendigkeit sehe, zumal ich auch bei meinen KlientInnen häufig sehe, dass diese

PUs im Zusammenhang mit der Hochsensibilität

häufig vorhanden sind, bzw. dadurch vielleicht häufig verschlimmert werden, weil es zum einen oft eine Schwierigkeit damit gibt, Dinge loszulassen. Zum anderen gibt es häufig ein Problem mit dem Selbstwert durch das empfundene Anderssein und in der Folge Probleme damit, etwas „zu verdienen“.

Der Begriff der „Psychischen Umkehr“ klingt tatsächlich kompliziert, aber wenn Sie ihn durch „Heilblockaden“ ersetzen, wird sofort verständlicher, worum es geht.

Stellen Sie sich vor, Sie möchten etwas in Ihrem Leben verändern und stoßen dabei auf die Klopfakupressur. Vielleicht sind Sie ein sehr kopfgesteuerter Mensch, der die Klopfakupressur zwar ausprobieren wird, aber von vornherein große Zweifel hat, ob etwas so Einfaches tatsächlich etwas bewirken kann. (Die Frage „Warum machen das dann nicht alle?“ wird mir wirklich ziemlich häufig gestellt). Sie fangen an zu klopfen, bemerken vermutlich, dass es sich irgendwie gut anfühlt auf körperlicher Ebene, aber weil Sie schon von Anfang an Zweifel haben, sind Sie zum einen nicht mehr richtig offen, zum anderen werden Sie eventuelle spätere, weitergehende Veränderungen einfach nicht bemerken. Damit wir uns richtig verstehen,

die Klopfakupressur funktioniert nicht, weil Sie daran glauben

sondern weil es handfeste Reaktionen auf der körperlichen Ebene gibt, wie die Ausschüttung von körpereigenen Opioiden, Serotonin etc.,kurzum Botenstoffen, die sich beruhigend auf die Stressreaktion Ihres Körpers auswirken und insgesamt ausgleichend wirken.

Dies alles wird durch das Klopfen ausgelöst. Egal, ob Sie daran glauben oder nicht.

Aber natürlich gibt es auch Reaktionen auf der psychologischen Ebene, die sehr subtil sein können und meistens so  vollkommen unaufgeregt daher kommen, dass man sie auch gut übersehen kann – weil sie sich so natürlich anfühlen (z. B., wenn man plötzlich in einer Situation ganz anders reagiert als gewöhnlich). Wenn Sie aber nicht bereit sind, diese Veränderungen überhaupt wahrzunehmen (was sehr wahrscheinlich ist, wenn Sie die Wirkung an sich anzweifeln), dann gibt es von vornherein eine Blockade und die Klopfakupressur kann nicht ihr ganzes Potential entfalten.

Es gibt viele Formen von Blockaden

Die Blockaden entstehen immer in uns selbst und sind häufig verbunden mit der Angst, etwas Bestimmtes loszulassen, dahinter kann z. B. stecken

  • Angst vor Veränderung
  • Angst die eigene Identität zu verlieren
  • Angst illoyal zu sein anderen Menschen gegenüber
  • Angst davor, etwas nicht zu verdienen
  • Angst davor, nicht sicher zu sein

Der Begriff der Psychischen Umkehr stammt von Roger Callahan und bezeichnet eine Umkehrung des Energieflusses im Körpersystem.

Die verschiedenen Formen der PU

Problemspezifische PU

Vielleicht haben Sie sich schon einmal gefragt, warum eigentlich jeder Satz mit Formulierung „Auch wenn (dies und das ist) …“ beginnt? Der Satz beginnt im Grunde genommen mit einer problemspezifischen PU. Es ist sozusagen eine Präventivmaßnahme, für den Fall, dass es ein Problem damit gibt, sich überhaupt mit diesem Problem zu befassen …

Die massive PU

Sie kann sich auf das ganze Leben auswirken und vielleicht stellen Sie fest, dass Heilmaßnahmen entweder gar nicht wirken oder nicht so, wie Sie sollten. Dahinter könnte die Grundüberzeugung stecken, dass die ganze Welt gegen Sie ist. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Sie an dieser Art von Blockade leiden, klopfen Sie keine Sätze, sondern reiben alle 1–2 Stunden den wunden Punkt und sagen dabei „Ich liebe und akzeptiere mich mit all meinen Einschränkungen“

Die massive Selbstwert PU

Dies ist eine Unterform der massiven PU. Ihr liegt die Überzeugung zugrunde, dass man es nicht verdient glücklich zu sein. Davon sind z. B. Menschen besonders betroffen, die burnoutgefährdet sind, zu wenig an sich selbst denken, zu viel Verantwortung übernehmen, Harmonie brauchen (beim Schreiben fällt mir auf, dass dies hochsensible Menschen häufig betrifft …). Die Behandlung einer massiven Selbstwert PU: Alle 1–2 Stunden den Punkt auf dem Kinn klopfen und dabei sagen „Auch wenn ich es nicht verdiene, glücklich zu sein, liebe und akzeptiere ich mich voll und ganz.“ (oder etwas Ähnliches).

Wenn Sie das Gefühl haben, eine dieser beiden Blockaden trifft auf Sie zu, versuchen Sie, meine Klopfvorschläge ein paar Monate lang durchzuziehen. Und bevor Sie jetzt entsetzt sind über den langen Zeitraum: geben Sie sich selbst eine Chance und probieren Sie es aus. Ich kann Ihnen vorab schon sagen, dass man es meistens nicht alle 1–2 Stunden schafft. Probieren Sie es trotzdem aus. Selbst wenn Sie es nur 3 Mal am Tag machen, ist es schon gut und wirkt es, aber natürlich braucht es dafür einen längeren Zeitraum …

Tiefsitzende PU

Manchmal hat man das Gefühl, man kann ein Problem grundsätzlich nicht lösen. Diesem Problem könnte man so auf den Leib rücken, dass man vor jedem Klopfdurchgang den Punkt unter der Nase beklopft und dabei 3 Mal den Satz sagt „Auch wenn ich xy nicht lösen kann, liebe und akzeptiere ich mich voll und ganz.“

Problemspezifische Selbstwert PU

Zuguterletzt gibt es noch als letzte Kombination die problemspezifische Selbstwert PU, wenn Sie nämlich das Gefühl haben, dass Sie es nicht verdienen, ein Problem grundsätzlich zu lösen.

Diesem können Sie begegnen, indem Sie vor dem normalen Klopfen den Punkt unter der Nase klopfen und dabei 3 x den Satz sagen „Auch wenn ich es nicht verdiene, xy zu lösen, liebe und akzpetiere ich mich voll und ganz.“

Ich hoffe, ich konnte das Konzept der PUs, bzw. Heilblockaden etwas verständlicher machen. Eine PU aufzulösen, bedeutet nicht, dass man das ursprüngliche Problem damit auflöst, sondern, dass man sozusagen HIndernisse aus dem Weg räumt, die die Auflösung des Problems behindern.

Haben Sie schon Erfahrungen gemacht mit Heilblockaden oder mit der Arbeit mit PUs? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

Bildnachweis: Privat

Die mit den Pferden klopft: Sabine Schnabel

Die mit den Pferden klopft: Sabine Schnabel

Im Juni dieses Jahres habe ich zum ersten Mal an der Jahrestagung des Verbandes für Klopfakupressur teilgenommen und neue KlopfkollegInnen kennengelernt, von denen ich Ihnen einige auf meiner Seite vorstellen möchte. Den Anfang macht Sabine Schnabel aus Berlin.

Sabine, du hast eine ziemlich außergewöhnliche Klopfakupressur-Zielgruppe für dich entdeckt, du arbeitest nämlich mit …

Pferden.

Wie bist du denn dahin gekommen?

Gegen Ende meiner Klopfakupressur-Ausbildung habe ich einen „Praxis-mit-Herz“-Workshop bei Marit Steinkopf besucht, in dem es darum ging, Klarheit über meine Wunschklientel zu bekommen. Das Besondere an dieser Art Coaching war bzw. ist immer noch, dass die kognitive Ebene, also das, was der Kopf uns sagt, ein wichtiger Teil von Erkenntnis ist, aber nicht die einzige Instanz. Es ging darum herauszufinden, was mein Herz sagt, was ich wirklich in meinem tiefsten Inneren will, wofür ich brenne. Bei mir kamen als Zielgruppe – oh Schreck – Pferde heraus. Das wollte ich erst gar nicht wahrhaben. Obwohl ein Teil in mir ganz laut JA!!! gerufen hat. In der Folge habe ich mich auf den Weg gemacht und gezielt Kontakt mit Pferden und Pferdehaltern aufgenommen. Ich bekam die großartige Chance, mit einer kleinen Herde frei experimentieren zu dürfen. Diese Pferde waren und sind wunderbare Lehrer für mich. Wie jedes Pferd, mit dem ich arbeite. Obwohl es Neuland für mich war, fühlte sich alles sehr stimmig an. Wenn ich vor einem Pferd stehe, bin ich in meinem Element. Nach und nach entdeckte ich, dass in meiner Familie etliche Menschen mit Pferden zu tun hatten, und auch bei mir kamen Erinnerungen hoch.

Du meinst, Erinnerungen an eigene Pferdebegegnungen …?

Ja. Erinnerungen an eigene Pferdebegegnungen als Kind und Erzählungen aus der Familie. Als Großstadtkind durfte ich meine Sommer in der Uckermark verbringen. Von diesem Schatz, den ganzen Tag im Wald, auf Sandwegen, im Wasser und mit Tieren zu sein, zehre ich noch heute. Jedes Jahr fieberte ich damals dem Besuch eines kleinen Gestütes bei Templin entgegen. Das war das Größte für mich, einem Pferd nahe zu sein. Tierärztin wollte ich in einem bestimmten Alter natürlich auch werden (lacht). Sehr glücklich war ich als Kind auf den Redefiner und Moritzburger Hengstparaden, die es bis heute gibt. Von meinem Vater erhielt ich vor kurzem den Familienglücksbringer in Form eines Hufeisens, das sein Onkel bei seiner Hufbeschlagsschmiedemeisterprüfung ad hoc für ein Pferd mit Hufproblemen schmieden musste. Er war nicht der einzige Hufschmied in der Familie. Mein Bruder hat sich als Fotograf längere Zeit mit Pferden beschäftigt. Mein Lieblingsbuch als Kind war „Das Pferdemädchen“ von Alfred Wellm. Das wäre damals wohl meine Wahl gewesen für das einzige Buch, das mit auf die Insel darf.

Sabine Schnabel

Foto: Volker Bohlmann/SVZ

Wow, das klingt herrlich! Man spürt deine Begeisterung … ich bin jetzt neugierig, was für Pferde das denn sind, mit denen du arbeitest, bzw. was es für Schwierigkeiten gibt und was du mit den Pferden machst?

Grundsätzlich arbeite ich für alle Pferde, die meine Dienste brauchen. Das können Freizeitpferde sein, Sport- oder Zuchtpferde, Therapiepferde, große Pferde, kleine Pferde, alte, junge, Ponys, Esel, egal ob als Einzelpferd oder als Herde. Es hat sich herauskristallisiert, dass ich besonders gerne mit Pferden arbeite, die als „hoffnungslose Fälle“ oder „austherapiert“ gelten.

Typische Herausforderungen, die Pferde haben, sind unseren menschlichen ziemlich ähnlich. Das reicht von Stress mit anderen Pferden in der Herde (die ja von Menschen zusammengestellt wird und nicht wie in freier Wildbahn von den Pferden selbst) über Transportprobleme (ein Pferd will nicht in den Anhänger), Futterprobleme, psychosomatische Symptome wie Hautekzeme oder Kotwasser bis hin zu Bindungsstörungen zwischen Stute und Fohlen. Auch Depressionen können dabei sein oder die Begleitung bei Geburten oder beim Sterben.

Oft rufen mich Pferdehalter, die schon sehr viel erfolglos probiert haben. Oder wenn ein Turnierpferd in speziellen Situationen sehr nervös ist. Sehr gut funktioniert die Arbeit begleitend und unterstützend zur tiermedizinischen oder physiotherapeutischen Behandlung, zur Regeneration oder wenn es mit dem Hufschmied nicht so gut läuft.

In erster Linie helfe ich dem Pferd, aus einem Zustand der Übererregung in die Entspannung zu kommen. Dazu arbeite ich hauptsächlich mit beruhigenden Klängen von Klangschalen, Monochord und anderen obertonreichen (harmonisierenden) Instrumenten. Sehr oft setze ich spezielle Stimmgabeln und meine Stimme ein. Das kombiniere ich mit Klopfakupressur. Sie kommt bevorzugt zum Einsatz, wenn es um Glaubenssätze geht. Denn auch Pferde haben Glaubenssätze und können sich selbst sabotieren. Ein Beispiel kann sein ‚Im Training springe ich super. Sobald Publikum dabei ist, schaffe ich das nicht mehr.‘  Oder ‚In diesen Pferdeanhänger gehe ich nicht!‘. Da kann man wunderbar mit Klängen und Klopfen helfen. Ich kam mal dazu, als ein Pferd nach einem Turnier partout nicht auf den Anhänger wollte. Pferdehalterin und Helfer waren total entnervt und unter Zeitdruck. Ich habe mit dem Pferd geklopft und Klang eingesetzt und konnte das Tier und sein Umfeld soweit entspannen und beruhigen, dass seine Halterin es nach kurzer Zeit problemlos auf den Anhänger führen konnte.

Ob die Klopfakupressur direkt am Tier geschieht oder auf Distanz stellvertretend bzw. mental, bestimmt das Pferd. Das kann jedes Mal anders sein.  Das gilt es zu erspüren. Denn das Pferd bestimmt, wie weit es in welchem Tempo gehen möchte.

Aber du bist immer in der Nähe des Tieres, auch wenn du stellvertretend klopfst, oder? Wie merkst du denn, dass sich ein Pferd entspannt? Spontan habe ich mich gefragt, ob Pferde eigentlich dann auch gähnen?

Ja, und wie sie das tun! Sie sind unmittelbar und ehrlich in ihren Reaktionen. Das heißt auch, dass sie weggehen, wenn sie genug haben oder wenn es ihnen nicht passt. Die meisten sind jedoch fasziniert und bleiben nach einer anfänglichen Skepsis dabei.  Oft kommen sie mehrfach wieder, und wir arbeiten portionsweise. Ich kann immer wieder beobachten, wie gut sie das für sich spüren und selbständig regeln. Dabei ist es egal, ob ich im Stall arbeite oder auf der Koppel. Wobei es natürlich sehr von Vorteil ist, wenn sie viel Platz zum freien Bewegen haben.

Ich bin immer in ihrer Nähe beziehungsweise in unmittelbarem Kontakt mit ihnen, auch wenn der in Metern gemessen unterschiedlich ausfallen kann. Die meisten lieben es, wenn sie Vertrauen gefasst haben, sehr dicht heranzukommen und den Klang oder die Berührung meiner Fingerspitzen direkt auf dem Körper zu spüren. Dahin kann es manchmal ein weiter Weg sein. Es ist eben ein Prozess.

Foto: Anika Büssemeier

Dass ein Pferd sich entspannt, merke ich neben dem Gähnen daran, dass es anfängt, „abzuschnauben“ (dieses Pferdeschnauben ist auch bei Chorleitern oder in der Gruppenarbeit mit Menschen sehr beliebt zum Spannungsabbau). Oder es leckt und kaut, „strahlt“ (uriniert), „äppelt“ (…), lässt Winde oder fängt an, sich auf dem Boden zu wälzen. Das sind alles sehr unmittelbare Reaktionen. Zudem ist spürbar, wie sich die Stimmung in der Umgebung verändert. Es wird ruhiger und friedlicher. Die Pferde schließen auch die Augen, senken den Kopf oder lassen ihre Unterlippe locker hängen, machen ihr „Entspannungsgesicht“. Als Fluchttiere, die immer auf der Hut sind, machen sie das nur, wenn sie sich sicher fühlen.

Verstehe ich es richtig, dass die einzelnen Teile des Prozesses dann manchmal nur ganz kurz sind?

Nein. So ist es nur in manchen Fällen, wenn die Pferde sehr ängstlich oder misstrauisch sind. Die meisten sind recht cool. Oder neugierig. Oder Genießer. Oder alles zusammen. Längere Passagen mit einer Klangschale auf der Kruppe oder entlang der Gliedmaßen sind durchaus üblich. Es geht immer nach dem Bedürfnis des Pferdes. Die sind so unterschiedlich wie bei uns Menschen. Einigen reicht ein kurzer Impuls oder mehrere, andere sind wie ein Schwamm und können gar nicht genug bekommen. Das ist auch tagesformabhängig. Mit Klang kann man energetisch unterversorgte Partien „auffüllen“. Genauso kann man übermäßige Anspannung mit Hilfe von Klangschwingungen mildern. Es geht immer um Ausgleich und Harmonisierung, um die Wiederherstellung des optimalen Energieflusses. Das wirkt sich dann auf das Immunsystem, die Selbstheilungskräfte und das Wohlbefinden des Pferdes aus. Die Begleitung mit Klang und Klopfakupressur scheint für die Pferde eine angenehme Erfahrung zu sein. Sonst würden sie nicht von alleine angelaufen kommen, wenn sie den Klang und das Klopfen einmal kennengelernt haben.

Du hast ja anfangs gesagt, dass du mit einigen Tieren experimentieren durftest. Musstest du mit den Pferdehaltern, die du nicht persönlich kanntest, noch Überzeugungsarbeit leisten oder wurde das gut an- und aufgenommen?

Das ist von Fall zu Fall verschieden. Viele Pferdehalter sind sehr offen, andere sagen ebenso ehrlich, dass das für sie nichts ist. Das ist ihr gutes Recht. Klang fasziniert jedoch alle, die sich darauf einlassen. Es ist wie das Klopfen etwas, das man tatsächlich erfahren muss. Da ist uns Menschen anfangs manchmal der Kopf im Weg. Sobald eine Schale oder Stimmgabel erklingt, sind die meisten fasziniert. Die Pferde sind es sowieso. Andererseits staune ich immer wieder, zum Beispiel auf Veranstaltungen, wer alles mit Klang arbeitet. Beim Klopfen ist es doch ähnlich, oder? Das finden viele anfangs auch ungewohnt bis befremdlich, und dann überzeugen die Erfahrungen diejenigen, die damit in Resonanz sind.

Was in der Pferdeszene inzwischen gängig ist, sind technische Geräte, die mit Frequenzen arbeiten wie Magnetdecken, Licht-, Laser- oder Farbtherapie. Es geht immer um Schwingungen. Die nutze ich auch für meine Arbeit. Ich persönlich arbeite mit viel Freude und Herz ganz individuell und „unplugged“. Dabei stimme mich jedes Mal neu auf das Pferd ein.

Die Bereitschaft, zunehmend auch unter sportorientierten Pferdehaltern, sich auf neue Methoden einzulassen, wächst stetig. Dabei ist die Arbeit mit Klängen ja überhaupt nicht neu. Wie sagte ein Pferdehalter neulich: ‚Vor zehn Jahren fanden wir Osteopathie auch noch komisch, und heute macht das jeder.‘ Das wird immer selbstverständlicher. So wie das Klopfen.

Mit meiner Arbeit mache ich ein Angebot. Ich bewerbe es, sage, hallo, hier bin ich, das könnt Ihr für Eure Pferde bei mir bekommen. Die Wahl liegt immer beim Pferdehalter und dann beim Pferd.

Liebe Sabine, das klingt sehr nach einer Arbeit, die passt – und nach einer Arbeit, bei der du deine Hochsensibilität wirklich im positivsten Sinne ausleben kannst, oder?

Ja, ich bin sehr froh und dankbar, dass ich nach verschiedenen beruflichen Etappen eine Tätigkeit gefunden habe, die ich sinnvoll finde und die mich erfüllt und glücklich macht. Mit dem Begriff Hochsensibilität kann ich eine Menge anfangen, würde ihn jedoch so auf mich nicht ohne weiteres anwenden. Wenn ich mit den Pferden arbeite, bin ich sicherlich in einer sehr feinen und sensiblen Wahrnehmung. Mache ich für meine Tätigkeit auf einem lauten und geschäftigen Turnier oder auf einer hektischen Messe Werbung, schalte ich teilweise in einen anderen Modus. Dabei bleibe ich gleichwohl präsent.  In diesem Wechselspiel von äußeren Reizen und ruhigen Phasen bewege ich mich.  Genau wie zum Klang essentiell eben auch die Stille gehört. In ihr passiert das Wesentliche.

Vielen Dank, Sabine!

Haben Sie schon mit Tieren geklopft? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

 

Titelbild: Anika Büssemeier

Hier sehen Sie Frau Schnabel in Aktion

Mehr Infos über Sabine Schnabel – Klang für Pferde Harmonie für Pferd und Mensch Telefon 030 22 41 22 88 / 0179 189 08 09 (überregional) mail@sabine-schnabel.de www.sabine-schnabel.de

Wu Wei – die Kunst nichts zu tun

Wu Wei – die Kunst nichts zu tun

Kennen Sie auch das Gefühl von totalem Stillstand in Ihrem Leben? Der absolute Frust, auf der einen Seite die Dinge, die Sie nicht mehr wollen, die Sie SO nicht mehr wollen, auf der anderen Seite eine nebulöse Zukunftsvision davon, wie die Dinge Ihrer Meinung nach sein sollten. Aber es geschieht NICHTS.

Das kann sich furchtbar anfühlen,

wie in einem Sumpf zu stecken, aus dem man sich einfach nicht befreien kann. Erst recht nicht, wenn Sie aktiv versuchen, etwas an Ihrer Situation zu verändern. Da eines der Merkmale der Hochsensibilität eine erhöhte Stressempfindlichkeit ist, kann es natürlich sein, dass Sie anfangen innerlich zu rotieren. Vielleicht fangen Sie an, fieberhaft zu überlegen, was Sie noch probieren können und was auch noch … Aber was immer Sie auch probieren, es funktioniert nicht. Es gibt keine Veränderung – oder wenn, dann nur zum Schlimmeren. Jetzt wissen Sie nicht weiter.

Eines haben Sie vielleicht noch nicht probiert: gar nichts zu tun. Loszulassen, die Hände in den Schoß zu legen und die Angelegenheit sich selbst zu überlassen.

In China hat man dafür sogar einen Begriff:

Wu Wei

Dieser Begriff stammt aus dem Daoismus. Das Dao wird als Wirkprinzip für den Kosmos angesehen – eine Art schöpferische und ordnende Kraft, die allem zugrunde liegt und in die man möglichst wenig eingreifen sollte. Handlung soll erst dann erfolgen, wenn sie leicht und mühelos ist, blinder Aktionismus führt meistens nicht viel weiter (außer dass man sich beschäftigt hält).

Das Gras wächst nicht schneller,

wenn man daran zieht, lautet ein Sprichwort, das mir ausgesprochen gut gefällt und das ich mir tatsächlich dann und wann selbst aufsage. Theoretisch bin ich felsenfest davon überzeugt, dass es für alles eine richtige Zeit gibt. Praktisch ist das mit dem Nichtstun natürlich manchmal schwierig auszuhalten. Gerade, wenn man als hochsensibler Mensch schnell in Stress gerät und zu Kopfkino neigt.

Ich glaube auch daran, dass sich Dinge in Stille entwickeln, in dem unendlichen Raum des scheinbaren Stillstands. Jedenfalls habe ich schon häufig die Erfahrung gemacht, dass sich nach Zeiten des gefühlten Stillstands plötzlich neue Türen öffnen und es weiter geht. Vermutlich haben Sie selbst das auch schon erlebt. Mir fällt gerade ein, dass ich einmal gehört  habe, dass bei den Aborigines Menschen nach einer Krankheit einen neuen Namen bekommen, weil sie sich dadurch verändern und entwickeln. Das hat mir sehr gefallen.

Alles entsteht in Stille

Vielleicht brauchen unsere inneren Funken diesen vermeintlich leeren Raum um in uns zu wachsen und langsam, langsam und an die Oberfläche unseres Bewusstseins zu steigen?

Obwohl ich wirklich absolut dafür bin, täglich in dem minimalistischen Rahmen von zwei bis fünf Minuten über einen längeren Zeitraum zu klopfen, habe ich doch auch schon mehrfach die Erfahrung gemacht, dass es gut sein kann, eine Klopfpause einzulegen, einen Schritt zurück zu machen und dem Körper und Geist die Zeit zu geben, die Veränderungen zu integrieren. Das geschieht nämlich nicht über Nacht. Wenn ich dann wieder mit dem Klopfen anfange, habe ich bislang immer das Gefühl gehabt, dass sich meine Ausgangsbasis verändert hat, ich quasi auf einem höheren Level starte. Auch, wenn ich die Veränderung nicht immer konkret benennen kann (Das kommt auch hin und wieder vor). Etwas hat sich verändert, das reicht.

Loslassen

Nichts tun, bedeutet auch loszulassen, was immer gerade ist. Zu vertrauen, dass das richtige geschieht (auch wenn ich den Sinn gerade nicht sehe oder verstehe), egal wie schrecklich die Erfahrung ist, die ich gerade mache. Letzten Endes helfen uns alle Erfahrungen dabei, uns weiterzuentwickeln und zu wachsen, herauszufinden, wer wir sind und was wir eigentlich wollen – was häufig vielleicht gar nichts mit dem Leben zu tun hat, das wir tatsächlich führen.

Loslassen können hat auch immer etwas mit Vertrauen zu tun. Vertrauen darin, dass es etwas oder jemanden gibt, der mich unterstützt und mir beim Wachsen hilft.

Das kann eine wirkliche Herausforderung sein, vor allem, wenn man das Gefühl hat, dass

einem gerade alles um die Ohren fliegt.

Dieses Jahr ist in dieser Hinsicht äußerst anstrengend und hält viele Lernaufgaben bereit :-/ Geht Ihnen das auch so?

Wenn Ihnen das Hände in den Schoß legen schwer fällt, probieren Sie es doch einmal mit einem Mittelweg:

Beobachten Sie die Situation

schreiben Sie Ihre Beobachtungen vielleicht sogar auf. Wer macht was wann warum? Was belastet Sie? Was möchten Sie eigentlich tun? Warum? Warum geht es nicht? Vielleicht kommen Sie so zu ganz neuen Erkenntnissen oder entwickeln einen Klopfsatz.

Oder probieren Sie einmal die Switchwords

LÄCHELN-LEUCHTEN

GÖTTLICHE ORDNUNG-STILL

zu klopfen. Das können Sie machen, so oft es Ihnen in den Sinn kommt.

Ich bin gespannt, was Sie mit diesen Worten erleben. Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

 

Bildquelle: Gotti1979, pixabay

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