Ich bin vollkommen fremd hier

Ich bin vollkommen fremd hier

Das Gefühl „fremd zu sein“ kennen die meisten hochsensiblen Menschen nur zu gut, bzw. begleitet viele HSP eine mehr oder weniger lange Zeit in ihrem Leben.

Das „sich fremd fühlen“ hat sehr viele unterschiedliche Aspekte, die mal mehr, mal weniger wichtig sein können.

 

Mein Gefühl nicht zur Gesellschaft zu gehören, ja irgendwie ein Alien zu sein, hat mich sogar den Großteil meines Lebens begleitet, aber ich habe es erfolgreich mit dem Satz „Ich bin anders“ mit der Klopfakupressur bearbeitet und hinter mir gelassen. In letzter Zeit gewinnt das Thema jedoch wieder zunehmend an Aktualität für mich. Im Zuge der

großen Transformation

wird nach und nach jeder Bereich meines Lebens von Veränderungen erfasst. In meinen jüngeren Jahren war ich Mitglied eines lesbischen Zeitungskollektivs. Manchmal haben wir höchst interessante intellektuelle Überlegungen angestellt. Eines Tages ging es darum, wer kann wohin gehen und wer fällt dann wie auf? Das war sehr spannend. Über mich wurde damals gesagt:

ich könne überall hingehen, aber ich fiele überall auf.

Ersteres hat mich sehr gefreut, weil es einfach auch stimmt. Ich bin eine Grenzgängerin, ich finde auch Themen und Dinge interessant, die für andere Menschen vollkommen abwegig sind. Aber dass ich überall auffallen werde, war weniger schön. Nicht nur, weil ich die Erfahrung selbst schon häufig gemacht hatte.

Es bedeutet ja im Grunde genommen, dass ich nirgendwo hin passe. (Das war ja alles noch vor dem Bekanntwerden von Hochsensibilität, aber mein hochsensibler Bewusstseinsprozess ist ganz eng damit verknüpft, denn einer der Schritte in diesem Prozess war, dass ich herausgefunden habe, dass ich als idealistische Heilerin zu einer Bevölkerungsgruppe gehöre, die die kleinste überhaupt ist: nur 2 % sollen zu diesem Menschentyp gehören. Was letztendlich bedeutet, dass mein Gefühl, dass ich ganz anders bin als die anderen eine wahre Ursache hat: ich bin tatsächlich anders!)

Es gab übrigens auch ein Kollektivmitglied, das ebenfalls überall hin gehen konnte, aber nicht auffiel. Dies ist umso erstaunlicher, weil sie mit ihren kurzen roten Haaren eine sehr auffällige Erscheinung war. Aber sie besaß die magische Fähigkeit, sich sofort in jede Gruppe zu integrieren. Mir war diese magische Fähigkeit nicht gegeben, damals, als ich 25 war, nicht und heute, mehr als 30 Jahre später, immer noch nicht. (Wobei sich hier natürlich sehr viel getan hat, es kommt sehr viel darauf an, mit wem ich zusammen bin usw. In meinen Seminaren stelle ich mir diese Frage natürlich auch nicht.)

In letzter Zeit habe ich oft an unsere Überlegungen gedacht. Weil

die Frage, ob ich hier eigentlich richtig bin,

immer drängender und auch immer wichtiger wird.

Es begann damit,

dass ich mir vorgenommen habe, mehr zu tanzen und mich auf die Suche nach Tanzmöglichkeiten abseits von Clubs zu begeben. Diese habe ich sehr schnell gefunden, z. B. als Barfußtanzdisco oder Tanzmeditation in meiner Stadt.

Anfangs war ich total begeistert, aber nur solange, bis ich tatsächlich dort hinging. Lauter schlanke junge Frauen im Hippielook mit Haaren bis zum Hintern. Schneller, als ich denken konnte, stülpte sich dieses Gefühl von Fremdsein über mich. Keineswegs war jemand direkt zu mir unfreundlich oder etwas Ähnliches.

Natürlich ist es blöde, Menschen nur nach ihrem Äußeren zu beurteilen, das weiß ich selbst. Vielleicht trifft es den Kern der Sache eher, wenn ich sage, da ist eine relativ homogen aussehende Gruppe und ich komme dazu und passe schon rein äußerlich nicht.

Dieses Gefühl verstärkt sich sofort um ein Vielfaches, wenn ich merke, dass die Gruppenmitglieder sich untereinander schon kennen und einiges miteinander teilen. Es ist schon klar, dass ich selbst der treibende Motor bin,

ich grenze mich selbst aus,

weil es dieses fremde Gefühl gibt und weil ich es nicht aushalten kann, dass sich niemand für mich interessiert. Dass es egal ist, ob ich da bin oder nicht.

Das triggert mich auf einer sehr existentiellen Ebene.

Das ist Stress pur. Sehr, sehr lange, habe ich mich in solchen Situationen in mich selbst zurückgezogen (ich bin sicher, die meisten von ihnen werden wissen, was ich damit meine). Dieses Verhalten habe ich zwar schon längst abgelegt, aber die auslösenden Situationen geschehen natürlich trotzdem.

Heute flüchte ich mich nicht mehr in mich selbst, ich bin auch nicht mehr ganz so gestresst (jedenfalls nicht wissentlich), ich stürze auch nicht sofort davon, ich habe dann aber keine Lust, wiederzukommen. Das war aber erst der Anfang.

In der letzten Zeit ist Spiritualität für mich immer wichtiger geworden. Nicht nur, weil ich Andreas Goldemann entdeckt habe. (Dem Himmel sei dank!) Ich habe mich auch schon vorher intensiv mit spirituellen Themen beschäftigt (das kann man auch sehr gut auf bodenständige Art und Weise tun!), mein Bedürfnis mich darüber auszutauschen, wächst aber beständig. Genauso wie das Bedürfnis,

verschiedene Teile meines Lebens mehr zusammenzubringen,

statt sie irgendwie getrennt zu halten (wobei ich das nicht absichtlich tue, das ergibt sich einfach so). Ich empfinde es z. B. eher als schwierig, mit anderen lesbischen Frauen über Spiritualität zu reden, da geht es eher um Politik, Gesellschaft, Fußball oder Musik.

Kürzlich hatte ich ganz enthusiastisch und ein bisschen provokativ verkündet, dass ich einen „ganz tollen Mann“ kennengelernt habe (wovon natürlich nicht wirklich die Rede sein kann, da ich mir ja nur Videos angucke und das Vergnügen also sehr einseitig ist). Aber ich hatte das Gefühl, das kommt so was von nicht gut an, dass ich den Mund wieder zugemacht habe.

Umgekehrt scheue ich mich, mit spirituellen Bekannten über das zu reden, was ich mit anderen lesbischen Frauen erlebe. Ich bin natürlich geoutet, das ist gar nicht das Ding. Und ich weiß natürlich auch, dass es vollkommen egal ist, ob man eine Erfahrung mit einem Mann oder einer Frau macht, weil es die Erfahrung ist, die letzten Endes zählt. Trotzdem fühlt sich das nicht richtig an.

Und ich wünsche mir Austausch mit anderen lesbischen Coaches und das ist schwierig, weil es fast unmöglich ist, es herauszufinden, ob jemand lesbisch ist oder anderweitig sexuell orientiert, heute ist das scheinbar nicht mehr so wichtig und das ist eigentlich ja auch sehr gut – grundsätzlich. Ich habe sogar schon überlegt, eine entsprechende Gruppe bei fb aufzumachen, aber das fühlt sich auch nicht richtig an, denn ich möchte ja keine beruflichen Themen besprechen.

Letzten Endes möchte ich einfach mehr mit Menschen zusammen sein,

deren Lebens- und Erfahrungshintergrund meinem ähnlich ist.

Es gibt nur eine verschwindend kleine Anzahl von Menschen, mit denen ich wirklich über ALLES sprechen kann. Das finde ich so schön und kostbar.

So kommt es, dass ich mich, wenn ich mit Menschen zusammen bin (auch solchen, die ich schon zum Teil ganz lange kenne), immer öfter frage:

Bin ich hier eigentlich richtig?

Was verbindet mich mit diesen Menschen? Fühle ich mich hier eigentlich zu Hause? Fühl ich mich wohl, wenn ich mit diesen Menschen zusammen bin?

Und ist es nicht ziemlich schräg, dass wildfremde Menschen sich mehr für das interessieren, was ich mache, als die Menschen, die ich zum Teil schon sehr lange kenne? Und so hat, sehr langsam und schleichend

eine Erschütterung meines sozialen Umfelds stattgefunden.

Meine Erde bebt immer noch. Und wie es scheint, wird sie so schnell auch nicht aufhören zu beben. Manche Menschen werden von den Spalten, die sich auftun, verschluckt, andere werden ausgespuckt und fallen mir vor die Füße …

Puh, dieser Beitrag war ein sehr, sehr schwerer Brocken Erkenntnisarbeit für mich. Zum einen ist es ein bisschen wie eine Art Coming-Out. Zum anderen sind dabei durchaus teilweise auch Ängste und ein schlechtes Gewissen erschienen, weil ich einige meiner Gedanken selbst abgelehnt habe, bzw. sie gar nicht in mein Wertesystem passen (wie zum Beispiel Menschen aufgrund ihres Äußeren abzulehnen, das finde ich grauenvoll und eigentlich unverzeihlich). Aber ich bin froh, dass ich meine ziemlich wirren Gedanken und Empfindungen in eine Ordnung gebracht und herausgefunden habe, was ich eigentlich wirklich möchte.

Nun fühle ich mich wie ein Auto, das durch eine Waschanlage geschickt wurde. Während des Waschvorgangs wurde ich ziemlich durchgerüttelt und kräftig bearbeitet, aber am Ende komme ich (irgendwie gereinigt) mit frischer Energie wieder zum Vorschein.

Wie sind Ihre Erfahrungen zum Thema „sich fremd fühlen“? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

 Von Herzen, Ihre Monika Richrath

Bild von Ronile auf Pixabay

Blogparade: 100 Momente der Freude

Blogparade: 100 Momente der Freude

Hochsensibilität ist wirklich ein weites Feld. 

Belastende Kindheitserfahrungen, Trauma, Entwicklungstrauma

sind Themen, die immer häufiger erscheinen.  Mein Blog entwickelt sich organisch, mal hierhin, mal dorthin. Wenn Sie mir folgen, haben Sie es vielleicht schon bemerkt. Das ist nur ein folgerichtiger Weg für diesen Blog, denn möglicherweise hat die Hochsensibilität selbst mit Trauma zu tun.  Von daher werde ich mich weiter mit diesem Thema beschäftigen und und meine Erkenntnisse mit Ihnen teilen.

Aber trotzdem finde ich, dass wir jetzt mal viel Freude verdient haben. Darum starte ich, bevor ich mich in meine Sommerpause verabschiede, die Blogparade „100 Momente der Freude“. Die Idee habe ich von einigen Mütterblogs geklaut, wo sich dieses Thema großer Beliebtheit zu erfreuen scheint.

Das ist genau die richtige Aufgabe für die Sommerpause finde ich. Die Auswahl dieser 100 Momente war ganz willkürlich, ich habe alles aufgeschrieben, was mir eingefallen ist. Sie werden sehen, dass eine sehr bunte Mischung aus Kindheit, Erwachsensein, privatem und beruflichem, Körper- Geist- und Seelenfreuden dabei herausgekommen ist.

Übrigens habe ich selbst ein gutes halbes Jahr gebraucht, um diese 100 Punkte zusammen zu bekommen, daher habe ich entschieden, dieser Blogparade kein Verfallsdatum zu verpassen. Ich hoffe auf rege Beteiligung!

 

  1. Ich weiß nicht, wann ich dieses wunderschöne, ganz neue Kleid und diese Marienkäferbrosche bekommen habe, auf jeden Fall bin ich das schönste Kind auf der Welt und unendlich stolz.
  2. Meine Mutter sagt zum ersten Mal, dass sie uns nie für alles Geld im Leben hergeben würde.
  3. Jeder Tag, an dem es Apfelauflauf zu essen gibt
  4. Ich sehe zum ersten Mal einen Pippi-Langstrumpf-Film und verliebe mich auf der Stelle in Pippi, Thommi und Annika gleichzeitig
  5. Im Winter mit dem Schlitten einen verschneiten Abhang herunterfahren
  6. Zu den Auserwählten gehören, die mein Vater am Sonntag mitnimmt zum Spazierengehen
  7. Auf einen Baum klettern
  8. Jeder Tag, an dem es schöne Melusine zu essen gibt (ein Auflauf aus überbackenem Blumenkohl, Kartoffeln, Hackfleisch und Tomaten)
  9. Endlich lerne ich lesen: mein erstes Buch: der Drachenfisch von Pearl S. Buck
  10. Ich bekomme eine Puppe mit dunkler Hautfarbe. Ich taufe sie „George“ und schneide ihr die Haare kurz.
  11. Ich bekomme ein ganz neues T-Shirt, das nur mir gehört.
  12. Ich höre zum ersten Mal die Nussknacker-Suite. Es ist das schönste, was ich je gehört habe.
  13. In der ersten Klasse sagt die Lehrerin zu mir, dass ich so schnell lese, dass sie gleich aus dem Fenster fällt. Ich platze fast vor Stolz.
  14. Der Geruch meiner Haut, wenn ich an einem sonnigen Tag viel draußen war
  15. Im Kindergarten bin ich verliebt in Schwester Hildegard. Am liebsten möchte ich immer in ihrer Nähe sein.
  16. Meine Mutter erzählt uns auf Wanderungen im Urlaub von ihrer Kindheit um uns vom Laufen abzulenken, davon kann ich gar nicht genug bekommen.
  17. Alvaro und ich küssen uns. Zwar sind wir erst acht, aber wir wissen jetzt schon, dass wir heiraten werden.
  18. Eigentlich bin ich schon fast zu alt für Puppen, aber meine Mutter hat sich doch zu Herzen genommen, dass ich gesagt habe, wenn ich diese Babypuppe (die mit den Augen klimpern und weinen und Pippi machen kann) nicht bekomme, sterbe ich. So kommt Sissi zu mir.
  19. Ich bekomme ein abschließbares Tagebuch geschenkt.
  20. Das Freibad in unserer Nähe wird neu gebaut. Und es bekommt sogar ein Wellenbad. Von den Wellen bekomme ich nie genug!
  21. Jeder Tag, an dem meine Mutter Steak ’n Kidney Pies mitbringt. Mjam, mjam …  ein super special treat …
  22. Auf Sylt sein
  23. Meine Ballettlehrerin angucken. Sie ist sehr süß. Sie hat kurze, rote Locken und ist über und über mit Sommersprossen übersät.
  24. Ich bekomme zum ersten Mal meine Periode. Ein großer Moment. Ich fühle mich sehr erwachsen.
  25. Das erste Mal im Meer nackt baden. Wonne pur!
  26. An einem heißen Sommertag öffnet der Himmel seine Schleusen und schickt riesengroße, warme Regentropfen, die auf meinem Körper zerplatzen. Das fühlt sich so gut an.
  27. Abhängen mit meiner Freundin Kati
  28. Zum ersten Mal sehe ich, wie sich zwei Frauen küssen. Sie sind so zart wie Elfen und es sieht sehr schön aus. Ich beschließe, dass ich auch „mal was mit einer Frau haben“ möchte.
  29. Jeder Samstagabend, den ich im Hippiekeller der Tanzschule Schäfer-Gröbel verbringen kann und wo ich mir die Seele aus dem Leib tanze.
  30. C. körperlich näher zu kommen ist wie nach Hause zu kommen. Unsere Körper kennen sich schon.
  31. Man macht mir den Vorschlag, die gerade freigewordene Stelle einer Assistentin in Paris anzunehmen.
  32. Mit F. durch Schottland reisen
  33. Ein Blick aus Babyaugen, tief und umfassend, wie nur ein Baby gucken kann. Ich fühle mich erkannt und zutiefst berührt.
  34. Mit F. durch Cornwall reisen
  35. Nach der ersten Tasse grünen Tees bin ich diesem Getränk auf immer verfallen
  36. Ulrike A. und ich beschließen, das Lesbenmagazin „lespress“ herauszugeben.
  37. Eines Tages bekomme ich eine E-Mail von einer Frau, die mich auf einer Party gesehen hat und mich unbedingt kennen lernen will. Das ist sooo romantisch!
  38. „Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags“ ist eine Offenbarung und verändert mein Leben für immer.
  39. Die Verlegerin von rororo neue Frau ruft mich höchstpersönlich! an um mir zu sagen, dass mein Manuskript leider nicht in ihr Konzept passt, aber sie möchte mir Empfehlungen geben, wo ich es probieren kann. Offenbar glaubt sie an mich.
  40. Kurz vor dem Weihnachtsfest bekomme ich einen Anruf vom Verlag, dass mein Buch (das erste!) verlegt wird.
  41. Meine erste Begegnung mit der Klopfakupressur elektrisiert mich.
  42. Das drei-/vierjährige Pflegekind meiner Schwester erzählt mir, kurz nachdem wir uns kennen gelernt haben, dass es mich schon von ganz früher kennt. Ein Gänsehautmoment …
  43. Mir wird klar, dass ich immer alles bekomme, was ich brauche. Und meistens ist es sogar schon da.
  44. Ich erfahre in einem Test auf keirsey.com, dass ich die Persönlichkeit einer „idealistischen Heilerin“ habe und dass nur 2 % aller Menschen so sind.
  45. Zum ersten Mal höre ich den Begriff „hochsensibel“
  46. Endlich! Endlich! Endlich! Die langersehnte Kündigung meines verhassten Arbeitgebers ist endlich im Briefkasten! Der Stress und das Leiden haben ein Ende!
  47. Ich kaufe mir eine Nähmaschine
  48. Ich bekomme zum ersten Mal eine Klangschalenbehandlung. Etwas Vergleichbares habe ich noch niemals erlebt.
  49. Tanzen (immer)
  50. Meine Mutter leiht mir Geld, damit ich mir den ersten Laptop meines Lebens kaufen kann
  51. Mein Verleger ist nun doch bereit, mein Klopfbuch zu veröffentlichen, wenn ich es überarbeite
  52. Meine erste Kreditkarte – juchhu, ich bin wieder kreditwürdig!
  53. Die Serie „Six Feet under“
  54. Auf Amrum sein. Schon am 2. Tag habe ich alles vergessen, einschließlich des Datums. Außerdem scheint dort fast immer die Sonne …
  55. „Vollmond“ von Pina Bausch
  56. Die Oper „Lakme“ wird auf immer unvergesslich bleiben
  57. Auf Teneriffa sein.
  58. Jede Hochzeit
  59. Ich mache Bekanntschaft mit Bodo Schäfer (Nicht persönlich, aber es reicht seine Bücher zu lesen, und die Ärmel hochzukrempeln).
  60. Wir bekommen einen Garten zur Pacht und noch ganz in der Nähe meiner Wohnung! Wir können unser Glück kaum fassen!
  61. Im ersten Frühjahr entdecken wir in unserem Garten eine Froschfamilie und sogar Lurche im Teich!
  62. Mir wird klar, dass ich keine Angst mehr habe, allein im Wald spazieren zu gehen.
  63. Gemeinsam weine ich mit meinen Geschwistern am Grab meiner Mutter. Jetzt weiß ich, wie sich TROST anfühlt.
  64. Zu wissen, dass meine Mutter jetzt frei ist und erlöst und dass es ihr gut geht.
  65. Ich gewinne ein Seminar auf Amrum!
  66. Jede Matrix Birth Reimprinting-Sitzung
  67. Zum ersten Mal ziehe ich die von mir genähte Marlene-Hose an und beschließe, nie wieder etwas anderes zu tragen, so großartig fühle ich mich.
  68. Der Tag, an dem mir klar wird, dass die Glitzerenergie des Wassers eine echte Ressource für mich und meinen Körper ist.
  69. Ich belege den 5. Platz beim Ergo-Award
  70. Mit der Freundesclique Stücke zum Aufführen zu entwickeln und zu proben
  71. Jede Rauhnacht: Selbst, wenn die Zeit an sich häufig schwierig ist, bereitet es mir Freude, die Rauhnächte zu begehen (noch mehr, nachdem ich die Klopfreise durch die Rauhnächte ins Leben gerufen habe)
  72. Ein neuer Auftraggeber kommt wie aus dem Nichts auf mich zu und verändert mein Leben
  73. Eine Wohnungsbesichtigung: Ich betrete ein Zimmer und der Wald scheint von den Hängen in die Wohnung zu fließen. So etwas habe ich noch nie gesehen!
  74. Ich erfahre, dass ich diese große, wunderbare Wohnung mit Waldblick bekomme
  75. Zum ersten Mal zeichne ich ein gelungenes Portrait
  76. Der „Heal Summit 2018“
  77. Ich lese „Mediale Medizin“ von Anthony William. Endlich bekomme ich Antworten auf unerklärliche Fragen.
  78. Ein junger Mann kommt bei einer Tanzveranstaltung zu mir und sagt mir, dass er meinen Hüftschwung einmalig findet. Das trägt mich über Monate …
  79. Jeder Moment der Erkenntnis, der mir hilft, mich selbst besser zu verstehen
  80. Jeder Klopfkongress ist spannend und bereichernd, ob ich nun als Referentin teilnehme oder „nur“ Zuhörerin“ bin
  81. Der Tag, an dem mir klar wird, dass ich wieder weitgehend gesund bin.
  82. Die Serie „So gut wie tot“ angucken
  83. Der Augenblick, an dem ich beschließe, keine Nahrungsmittelergänzungen mehr zu mir zu nehmen
  84. Jede Mahlzeit, die ich an meinem Küchentisch mit Blick auf den Wald verzehre
  85. Der Moneymindset-Summit von Jen Cincurak, der mein Leben verwandelt hat, und alles, was Jen macht
  86. Mit meinen Freundinnen über ALLES reden
  87. Wir beenden die Beziehung, in der wir uns schon seit ein paar Jahren nicht mehr wohl fühlen.
  88. Die Erkenntnis, dass wir trotzdem Freundinnen bleiben können (das geht ja auch nicht immer!)
  89. Jedes Mal, wenn ich das Orakel der inneren Stimmen lege
  90. Ich merke, dass das Weglassen von Zucker bei mir wirklich Dinge in Gang bringt
  91. Gerade bin ich in Leipzig angekommen, aber ich habe schon das Gefühl von Entfaltung und Freude. Hier könnte ich leben!
  92. Der Heilpraktiker fährt mit seiner Viren-CD um meinen Körper herum und ich merke, dass da  NICHTS ist.
  93. Meine erste Nacht auf einer 15 cm dicken Matratze. Das ist wie auf Luft schlafen.
  94. Jedesmal, wenn ich in meinem Erfolgsbuch lese, in der alle schönen Dinge stehen, die mir Klient*innen, Besucher*innen und andere mir sagen
  95. Ein wildfremdes Baby lehrt mich, wie einfühlsame Kommunikation mit Säuglingen funktioniert.
  96. Das Buch „Heile deine Leber“ von Anthony William lesen
  97. Viele, viele wunderschöne, sehr berührende Sitzungen, die ich mit Klient*innen gemeinsam erlebe
  98. Fast jeder Film mit Shah Rukh Khan (Das beruhigt meine aufgebrachte Seele)
  99. Andreas Goldemann* etwas singen und hören sehen. Ich bin verzaubert!
  100. Mich an all diese schönen Momente meines Lebens zu erinnern hat ein glückliches Lächeln auf mein Gesicht gezaubert.

Hoffentlich haben Sie Lust bekommen, sich auch an 100 schöne Momente Ihres Lebens zu erinnern!

So nehmen Sie an der Blogparade teil: Veröffentlichen Sie Ihren Blogbeitrag auf Ihrem Blog, erwähnen Sie meine Blogparade und verlinken Sie sie. Posten Sie dann Ihren Blogbeitrag in die Kommentare unter diesem Beitrag.

Wenn Sie keinen eigenen Blog haben, schreiben Sie Ihren Beitrag in ein Word-Dokument und schicken Sie es an info@eft-fuer-hochsensible-menschen.de. Ich werde es dann in diesen Beitrag einbauen.
Von Herzen,
Ihre
Monika Richrath

Bild von Prawny auf Pixabay

Was mich am Klopfen begeistert

Was mich am Klopfen begeistert

Mit diesem Beitrag nehme ich an der Klopfparade „Was begeistert dich am Klopfen“ von Michaela Thiede teil, und freue mich sehr, dass dies eine gute Gelegenheit ist, zu erzählen, wie ich eigentlich zum Klopfen gekommen bin.

Meine erste Begegnung mit der Klopfakupressur

hatte ich schon ganz früh, Anfang der 90er Jahre, als die Klopftechnik noch in den Kinderschuhen gesteckt hat. Dort wurde sie mir im Rahmen eines Qi Gong Kurses von der Lehrerin als chinesische Klopftechnik vorgestellt. Ich war sofort elektrisiert. Ich wusste sofort: DAS IST MEIN DING! Vielleicht weil ich mich nach dem Klopfen sofort besser fühlte als vorher.

Aber wie es so geht, damals hatte ich noch Schwierigkeiten mit Gruppen und ich glaube, es war das einzige Mal, dass ich diesen Kurs überhaupt besucht habe.

Ein paar Jahre später

brachte mir eine Freundin freudestrahlend eine Anleitung aus dem Internet mit, die sie mir überreichte mit den Worten: „Ich habe gedacht, das ist etwas für dich.“ Eine Klopfanleitung, wie sich herausstellte. Ich war hocherfreut und probiere das eine Zeitlang aus, vergaß es dann aber wieder.

Noch ein paar Jahre später, als ich selbst in einer emotionalen Notsituation steckte, kam mir das Klopfen wieder in den Sinn und ich suchte mir selbst eine Anleitung im Netz. Irgendwas habe ich aber nicht richtig gemacht, ich hatte nicht den erhofften Erfolg. Aber da ich verstanden hatte, dass

das Klopfen für mich richtig ist,

habe ich mich dann zu einem Kurs angemeldet um es jetzt wirklich richtig zu lernen. Das war 2009. Seitdem klopfe ich.

An der Klopfakupressur begeistert mich vieles

Ganz oben auf meiner Liste steht die Effektivität. Ich selbst habe in meinen ersten 1–3 Jahren (zugegebenermaßen fast täglichen Klopfens) mehr Veränderung erreicht als in 20 Jahren Psychotherapie. Noch dazu mit sehr viel weniger Aufwand, denn ich habe im ersten Jahr nie mehr als zwei Sätze geklopft und in der Folge nie mehr als einen Satz. Dabei bin ich übrigens geblieben.

An der Klopfakupressur gefällt mir ansonsten vor allem, dass sie

so unglaublich flexibel ist,

dass man sich sein Klopfritual so einrichten kann, wie es einem gefällt. Ich betrachte schon das Einrichten selbst als eine Art Akt der Selbstliebe.

Für hochsensible Menschen, die ja tendenziell eher auf andere schauen, als sich selbst, ist es also eine sehr gute Sache, sich zu überlegen, was ihnen gefällt, und wie sie den Klopfvorgang für sich gestalten wollen, so dass sie sich damit wirklich wohl fühlen. Welche Formulierung soll im Einstimmungssatz (Setup) verwendet werden? Welche Art der Abkürzung? Gibt es Punkte, die unangenehm sind? Wie wirkt das Klopfen auf mich und gibt es eine Tageszeit für mein Klopfritual, mit dem ich für mich das meiste herausholen kann?

Die Flexibilität bezieht sich auch noch auf andere Dinge, z. B. dass man das Klopfen

je nach Situation unterschiedlich anwenden kann,

z. B.

  • in einer ganz akuten Stress-Situation zur sofortigen Beruhigung
  • oder zur Bewältigung einer schwierigen Lebenssituation
  • oder zum Auflösen von Blockaden, Schmerzzuständen oder Belastungen aus der Vergangenheit, die sich bin die Gegenwart auswirken
  • oder für thematische Arbeit (wie ich das ja für Hochsensibilität anbiete).

Außerdem finde ich es grandios, dass ich das Klopfen

so gut für hochsensible Menschen anpassen kann.

Es gibt ja einiges im normalen Klopfprotokoll, was für hochsensible Menschen eher schwierig ist:

zum Beispiel die Stress-Skala.

Immer wieder höre und erlebe ich, dass der Umgang mit der Stress-Skala für hochsensible Menschen hochgradig stressig ist. Das kann an dem Bemühen liegen, immer alles ganz genau richtig machen zu wollen. Perfekt eben. Oder daran, dass man sich schlecht entscheiden und festlegen kann … was dann so schwierig ist, dass man lieber gar nicht klopft. Jedenfalls ist dies eine Hürde, über die hochsensible Menschen dann oft nicht hinwegkommen, dann eben nicht klopfen, obwohl sie merken, dass das Klopfen für sie angenehm ist.

Daher verwende ich die Stress-Skala meistens nicht, um diese Hemmschwelle zu entfernen.

Es geht ja auch anders.

Sowieso gilt beim Klopfen für hochsensible Menschen, dass

weniger mehr ist.

Und viel nicht zwangsläufig viel hilft.

Obwohl man sich ja sagen könnte, das wirkt jetzt so gut, ich klopfe jetzt ganz, ganz viele und löse alle meine Themen sofort auf. Ich kann Sie nur inständig bitten, das nicht zu tun, sich selbst zuliebe.

Dies betrifft ebenfalls die Dauer. Ich selbst habe schon gehört, dass manche Klopfcoaches grundsätzlich nur zweistündige Sitzungen machen. Das wäre für mich unvorstellbar. Nicht nur für meine Klient*innen, sondern auch für mich selbst. Was meine Klient*innen angeht, ist manchmal schon eine Stunde zuviel und es geht nicht länger als 30 Minuten. 15 Minuten habe ich auch schon gehabt.

Wenn ich noch länger nachdenken würde, fielen mir bestimmt noch andere Beispiele ein, aber fürs erste habe ich meiner Begeisterung für die Klopfakupressur genug Raum gegeben.

Vielleicht haben Sie ja Lust, bei der Blogparade von Michaela Thiede mitzumachen.

Auf jeden Fall freue ich mich, wie immer über Ihre Kommentare hier.

Von Herzen,
Ihre
Monika Richrath

Bild von John Hain auf Pixabay

Matrix Birth Reimprinting

Matrix Birth Reimprinting

oder wie wir unsere Geburt und unseren Start ins Leben heilen können

Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass bereits die Schwangerschaft und die Geburt

einen ganz grundlegenden Einfluss auf unser späteres Leben haben.

Durch die Art und die Umstände, wie wir den Beginn unseres Daseins erleben, werden bereits Glaubenssätze und Grundeinstellungen uns selbst und dem Leben gegenüber geprägt.

Die Zeit im Mutterleib, während der wir die Erfahrungen und Gefühle unserer Mutter wahrnehmen und untrennbar auf uns beziehen, dann die Geburt selbst und die ersten sechs Jahre unseres Lebens gestalten grundlegend das, was uns heute als Person ausmacht. Die Geburt in der Klinik, in Erzählungen oft als „normal“ abgetan, ist

selten eine einfache und völlig untraumatische Erfahrung

für das Baby und die  Mutter.

Die modernen Interventionen im Krankenhaus sind zwar effektiv, aber dennoch weitab davon, die Mutter in ihrer Kompetenz zu stärken oder zu ermächtigen. Und so gut es auch ist, für den Notfall lebensrettende Maßnahmen zu haben, so tragen viele der einzelnen Untersuchungen und Hilfsmaßnahmen eher zur Verunsicherung und damit zum Stress der Mutter, und schlussendlich des Babys, bei.

Dazu möge man sich klar machen, dass die Natur für eine normale gesunde Geburt vorsieht, dass

das Baby selbst den Geburtsbeginn einleitet,

wenn es reif dafür ist, indem es bestimmte Hormone freisetzt. Ein gebärendes Säugetier in der Natur würde sich dann einen  geschützten, ruhigen, abgedunkelten Ort suchen, wo es ungestört seine Jungen zu Welt bringen kann.

Ebenso ist es vorgesehen, dass das gebärende Muttertier, wenn es gestört wird, auf Stress reagieren kann. So kann der Geburtsprozess kurzfristig unterbrochen werden, indem die Eröffnungsphase oder die Wehen stoppen, sie sich einen neuen sicherer Ort suchen kann – um
dann den Geburtsvorgang fortzusetzten.

Eine Hebamme sagte in einem Interview sinngemäß:

„Der Ort wo die Mutter ihr Kind zur Welt bringt, sollte ähnlich intim und vertrauensvoll sein, wie der Ort, wo es gezeugt wurde. Um zu Gebären, muss die Frau sich vollkommen öffnen und loslassen können und in der bewussten Kraft ihrer Weiblichkeit sein.“

Alles was Unruhe, Angst, Stress erzeugt, führt demnach natürlicherweise zur

Geburtsunterbrechung.

Dadurch wird technische und medizinische Unterstützung während der Geburt paradoxerweise erst notwendig, weil das System Mutter-Kind nicht mehr das macht, was es eigentlich von allein tun sollte. Ein Wehentropf zur Verstärkung der Wehen, nachdem das System in Alarm abgeschaltet hat, ist heute fast Routine. Die Mutter wird von dem Vertrauen in ihren Körper und in den Prozess abgeschnitten und bekommt das Gefühl auf Hilfe von außen angewiesen zu sein.

Auch das Baby im Inneren, das normalerweise aktiv am Geschehen mitwirkt und mit dem Geburtsprozess eigentlich seine erste Selbstwirksamkeitserfahrung macht, erfährt

durch äußere Intervention die erste Mangelerfahrung.

Dadurch können im Baby Gefühle entstehen wie: „Ich bin nicht gut genug, ich schaffe es nicht allein; wenn es schwierig wird, brauche ich Hilfe, die Welt ist unberechenbar, die Welt ist gefährlich …“.

Bei einer Geburt können weitere dramatische Gegebenheiten und Interventionen passieren und

beängstigende Gefühle

hervorrufen. Sharon King, Entwicklerin des Matrix Birth Reimprintig, schreibt in ihrem Buch einige Beispiele dazu:

  • Steckenbleiben im Geburtskanal – Gefühl gefangen zu sein
  • Nabelschnur um den Hals gewickelt – unterbewusstes Gefühl des Erstickens, nicht genug Luft bekommen, kann keine enge Kleidung tragen, Angst vor Enge
  • Kaiserschnitt – man benötigt jemand anderen, um aus Situationen herauszukommen
  • Zange, Saugglocke – man lebt in Angst, dass eine schöne Sache schmerzhaft wird, Schwierigkeiten mit dem menschlichen Kontakt, Bindungsschwierigkeiten, abweisend gegenüber Berührung, Kuscheln, Halten

Bei einer Frühgeburt oder einer anschließend notwendigen Intensivbetreuung fern der Mutter ist

der Start ins Leben besonders belastet.

Oft wird aufgrund der schwierigen Umstände das natürliche

Bonding erschwert oder ganz unmöglich.

Dies sollte idealerweise in den ersten 45 Minuten nach der Geburt stattfinden. Ein Zeitfenster, in dem das Baby von Natur aus dazu programmiert ist, besonders wach und aufnahmefähig zu sein, um die Gesichter der Bezugspersonen intensiv kennen zu lernen. Für das Baby ist es grundlegend wichtig – überlebenswichtig – gleich nach der Geburt eine gute Bonding- Erfahrung zu machen, um sich in der neuen Welt liebevoll und stabil mit der Mutter zu verbinden und sich in der unbekannten Umgebung sicher und willkommen zu fühlen. Durch den innigen Blickkontakt, die Gerüche, das Hautgefühl während des Bondings, wird in Mutter und Kind, (auch Vater und Kind), ein wahrer Oxytocin-Rausch freigesetzt. Dieser ist dazu vorgesehen ein starkes Bindungsgefühl zu aktivieren und sich für ein Leben lang in diesen Menschen zu verlieben. Ein wunderbares Überlebens- und Fürsorge-Programm.

Laut Sharon King ist bei ihren Patienten die

Trennung von der Mutter nach der Geburt, das Thema Nummer Eins

in der Liste der traumatischen Erfahrungen eines Babys. Die Länge der Trennungszeit ist dabei relativ unrelevant, und was für Erwachsene kaum der Rede wert scheint, kann für ein Neugeborenes mit dem Instinkt, in der Natur überleben zu müssen, bereits bei 15 Minuten mit Todesangst, Hilflosigkeit, Alleinsein verbunden sein. Eine längere Zeit auf der Intensiv- oder Frühchen-Station, ohne intensives Känguruhen, sowieso.

Einige Beispiele an negativen Emotionen, die eine Trennung bei der Geburt hervorrufen kann:

  • Isolationsgefühle
  • Sich zurückgewiesen fühlen
  • Verlassensängste
  • Wut
  • Scham

Einige daraus entstehende Glaubenssätze können wiederum folgende sein:

  • Die Welt ist ein gefährlicher Ort
  • Ich bin nicht sicher
  • Ich bin nicht gewollt
  • Ich werde immer zurückgewiesen werden.
  • Ich bin nicht gut genug
  • Ich bin nicht liebenswert
  • Ich bin unwürdig
  • Ich bin wertlos
  • Ich sollte nicht hier sein

Meist sind sich diese Menschen dessen lange Zeit nicht bewusst, und leben mit einem

diffusen unguten, unsicheren Lebensgrundgefühl,

einem geringen Selbstwertgefühl oder einem Mangel an Urvertrauen.

Es kann auch zu einer höheren Vigilanz führen, da dieses Neugeborene nicht den Ur-Schutz erfährt, in den es sich hineinfallen lassen kann und daher im Innersten überzeugt ist, alle Gefahren allein erkennen zu müssen. Dies könnte auch einer der Faktoren sein, die mit zur
Hochsensibilität beitragen.

Manchmal fängt es aber schon im Moment der Zeugung an,

wenn dieses neue Leben eigentlich nicht geplant und erwünscht war. Wie unterschiedlich mag es sich wohl anfühlen, von Beginn an erwünscht und freudig erwartet zu werden von beiden Eltern, anstatt von ihnen unerwartet oder erst einmal unerwünscht zu sein. Alles, was die Mutter selbst fühlt, ab dem Moment der Zeugung, wird bereits vom entstehenden Fötus miterlebt und auf sich bezogen: vom ersten Erschrecken über die ungeplante Schwangerschaft, dem Nicht-Wollen, dem Überfordert-Sein, von möglicher Scham, Hilflosigkeit wie es weitergehen soll, oder eventuellen Abreibungsgedanken.

Diese Gefühle der Mutter kommen ungefiltert beim Fötus an

und prägen sein entstehendes Grundempfinden zu sich selbst und zur Welt, in die es hinein geboren wird. So können bereits hier Lebenseinstellungen entstehen, wie: „Ich bin nicht erwünscht, ich darf gar nicht da sein, ich bin schuld, ich muss mich klein und unsichtbar machen…“

Unzählige weitere Probleme können auf dem Weg entstehen. Ein gar nicht so seltenes Beispiel ist, dem „unerwünschten, falschen“ Geschlecht anzugehören. Das heißt, wenn Mutter oder Vater ein bestimmtes Geschlecht bevorzugen und das Baby von Beginn an das Gefühl erfährt „ich bin nicht richtig so“. Das kann zu einer lebenslangen Anstrengung führen, viel leisten zu müssen, um endlich richtig zu sein – was aber, egal wie sehr man sich anstrengt, nie erfüllt werden kann.

Falls Sie beim Lesen nachdenklich wurden, wie es bei Ihnen wohl gewesen sein mag oder bereits etwas in Ihnen getriggert wurde: Die gute Nachricht ist, es gibt Lösungsmöglichkeiten. Sharon King hat mit ihrer Matrix Birth Reimprinting Methode eine wunderbare, rückwirkende Heilungsmöglichkeit entwickelt.

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Was ist Matrix Birth Reimprinting?

Grundlegend nutzt es die Technik von Matrix Reimprinting, die von Karl Dawson, einem englischen EFT® Therapeuten, als Weiterentwicklung aus EFT® heraus entstanden ist. Darin ist die EFT® Klopfakupressur weiterhin ein fester Bestandteil.

Der grundlegende Unterschied dazu ist, dass man zum Moment der belastenden Erinnerung mit dem heutigen erwachsenen Selbst zurückreist, wie in ein Theaterstück. Im inneren Bild, was sich von der damaligen Situation auftut, wird dann dem damaligen jüngeren Selbst – in Matrix Reimprinting auch ECHO genannt – vom heutigen Selbst Hilfe gebracht. Das heißt, der eigentliche Klient ist das jüngere Selbst, das damals in Not war.

Dadurch bleibt der Patient dissoziiert vom ursprünglichen Erleben und braucht nicht, wie in EFT®, alles gefühlsmäßig wiederzuerleben, was besonders bei sehr belastenden Erfahrungen von Vorteil ist. Das ECHO erhält nun rückwirkend Hilfe, indem es im inneren Bild beklopft wird und den wertvollen Beistand des eigenen erwachsenen Selbsts erfährt.

Besonders wichtig in Matrix Reimprinting ist der Blick auf den damals gebildeten Glaubenssatz, die Überzeugung, die in einer schwierigen Situation unbewusst entstanden ist. Diesen gilt es zu ergründen und um 180 Grad umzuschreiben. Das heißt, nachdem das jüngere Selbst durch EFT® Erleichterung erfahren hat, wird mit ihm zusammen die Situation, das Erleben so „umgeschrieben“ wie es sich für das ECHO wirklich gut anfühlt, und es dort eine gute Erfahrung machen darf. Dadurch lösen sich nicht nur traumatische Erinnerungen, sondern es entstehen neue ressourcenreiche Bilder. Erinnerung wird auf einer tiefen Gefühlsebene umgeschrieben. Glaubenssätze werden ursächlich verändert und hilfreiche neue installiert.

Bei Matrix Birth Reimprinting kommt die Schwangerschaft und Geburtserfahrung selbst als Feld dazu. Und auch wenn wir natürlich keine bewussten Erinnerungen daran haben, hat jeder Mensch auf Zellebene, wenn er sich auf diese Zeit einschwingt, ein Körpergefühl, eine
Ahnung, ein Gefühl von dieser Zeit, die es möglich macht, ein inneres Bild zu erschaffen, an dem genauso gut gearbeitet werden kann.
Wenn alle negativen Erlebnisse und Energien aufgelöst und verändert sind – und erst dann – wird in Matrix Birth Reimprinting der Geburtsprozess noch einmal durchgemacht. Im Unterschied zu Matrix Reimprinting wird aber beim Geburts-Reimprinting die Geburt und das Bonding selbst assoziiert erlebt, also in erster Person, um alle umgeschriebenen, positiven Gefühle gänzlich zu fühlen.

Sharon King hat mit ihrer Recherche rund um Zeugung, Schwangerschaft und Geburt einen reichen Erfahrungsschatz zusammengetragen, der es ermöglicht alle kritischen Aspekte in dieser sensiblen Zeit zu beleuchten. Denn obwohl die pränatale Psychologie seit den 1980er Jahren darum weiß, dass wir bereits ab der Zeugung bewusste Wesen sind, die alles miterleben, hat sich in den Köpfen der Einzelnen noch nicht viel verändert. Noch immer herrscht die verbreitete Meinung, dass die Kleinen sich sowieso nicht erinnern. Mit Matrix Reimprinting und Birth Reimprinting gibt es jetzt eine Möglichkeit auch diese unbewusste, aber so grundlegend wichtige Zeit zu erforschen und gute Veränderung zu bewirken.

Für wen ist Matrix Birth Reimprinting geeignet?

Eigentlich für jeden, denn wir alle sind geboren worden, und haben zumindest die eigene Geburt erlebt. Wenn Sie noch unsicher sind, ob diese Methode für Sie geeignet sein sollte, lege ich Ihnen das Buch „Heile deine Geburt, heile dein Leben“ von Sharon King ans Herz.

Matrix Birth Reimprinting ist ganz besonders angezeigt, wenn Sie bewusst Veränderung für die eigene Geburtserfahrung suchen, für die schwierige Geburt eines Ihrer Kinder oder für einen noch tiefsitzenden Kindesverlust während einer Schwangerschaft. Auch für werdende Mütter, die eine eigene schwierige Geburt oder eine vorangegangene schwierige Entbindung hatten, ist es sinnvoll, sich mit Matrix Birth Reimprinting zu beschäftigen. Denn wenn eine Frau frei von unnötig triggernden Geburts-Altlasten ist und sogar noch eine Zukunftsvision der kommenden Geburt erarbeitet und imprintet, werden sie und das Baby optimal auf eine gute Geburt vorbereitet sein.

Ansonsten ist Matrix Birth Reimprinting für jeden geeignet, der sich einfach selbst besser kennen lernen will. Zum Beispiel, wenn Sie

immer wieder an dasselbe Thema stoßen,

von dem sie das Gefühl haben „Das kenne ich schon lange“, wie: Schwierigkeiten sich mit anderen zu verbinden, sich immer allein fühlen, keine Nähe zulassen zu können oder sich nicht geliebt zu fühlen. Der Ursprung könnte durchaus in dieser ersten, prägenden Lebenszeit liegen und ein Hinschauen mit Matrix Birth Reimprinting lohnt sich meistens.

Wenn Sie das Buch lesen sollten, werden Sie einen Eindruck bekommen, was in dieser Zeit alles passieren kann und warum diese Zeit so grundlegend wichtig ist für uns alle. Vielleicht werden Sie einen besonderen Bezug zu einem bestimmten Thema spüren. Meist kommt ein
Gefühl, eine Ahnung hoch, dass da was sein könnte. Aber erst wenn man überhaupt um diese Zusammenhänge weiß, und eine innere Resonanz entsteht, kann man es angehen und schlussendlich zum Guten verändern.

Ich persönlich kannte meine eigene Geschichte als Frühgeburt

und hatte bereits seit längerer Zeit die Verbindung hergestellt zwischen einem tiefen wiederkehrenden Gefühl von Alleinsein und dieser isolierten Zeit in Brutkasten, wusste aber lange nicht, wie ich dorthin
kommen sollte, geschweige denn etwas so Grundlegendes verändern könnte. Jedes Mal beim Hinspüren kam ein beklemmendes Gefühl auf und bei Reportagen zu diesem Thema wurde mir immer eng ums Herz.

Erst als ich nach meiner EFT® Ausbildung auch noch Matrix Reimprinting und Matrix Birth Reimprinting kennen lernte, wurde mir der tiefe Zusammenhang und das Wirken bis in die heutige Zeit gänzlich klar.

Jetzt, nach mehrmaliger liebevoller Bearbeitung dieser frühen Zeit, ist für mich das Geschehen gefühlsmäßig vollkommen umgeschrieben und ich habe Zugriff auf friedliche, glückliche, ressourcenreiche neue Bilder und Gefühle, die mich natürlicherweise tragen und stärken. Ein wahres Geschenk.

Und diese wohltuende, weitreichende Veränderung gebe ich heute gerne an meine Patienten weiter – in der Praxis oder auch in Online-Sitzungen. Mit der Kombination all dieser sanften Klopfmethoden können alte Erinnerungen grundlegend umgeschrieben werden und damit alte Glaubens- und Gefühls-Muster erlöst werden. Immer wieder bin ich tief berührt, wenn eine traumatische Erinnerung oder eine schwierige Situation derart beruhigt und gefühlsmäßig positiv umgedeutet wurde, dass es dem Patienten am Ende ein sanftes Strahlen auf sein Gesicht zaubert.

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Karin Arndt

Karin Arndt

geboren 1967 in München, Mutter einer Tochter, Diplom Forstwissenschaftlerin Universität Florenz, Heilpraktikerin und EFT-Therapeutin tätig seit 1999 in München und mit Online-Sitzungen

Karin Arndt

Methoden:

EFT, Matrix Reimprinting, Matrix Birth Reimprinting, Familiensystemische Klopfakupressur, Kinesiologische Testung

Therapieschwerpunkte:
EFT an Erwachsenen und Kindern, Trauma-Arbeit, transgenerationales Trauma und Belastung, Schwierige Lebensphasen, Fehlgeburt, Schwangerschafts- und Geburtstrauma, Entwicklungstrauma

Karin Arndt – Heilpraktikerin
praxis@karin-arndt.de
www.karin-arndt.de

Eine Frage der Identität

Eine Frage der Identität

Haben Sie eine Vorstellung davon, mit welcher Identität Sie durchs Leben gehen, bzw. Sie angenommen haben? Da Sie hier auf einem Blog für hochsensible Menschen sind, wäre es gut möglich, dass Sie sich als hochsensiblen Menschen identifizieren. (Ich tue es jedenfalls definitiv).

Aber was heißt das eigentlich?

Heißt das, dass Sie sich als Seelenflüster*in sehen, oder doch eher als scheues Reh  oder als einsamer Wolf? Als Lastenträger*in, als Schaman*in oder Heiler*in, als jemand mit Superkräften oder als jemand, der von Gott und der Welt verlassen wurde?

Ganz bewusst habe ich übrigens hier auch mal sehr positive Ausprägungen aufgeschrieben von Dingen, bei denen Hochsensibilität äußerst nützlich ist. Ich finde es ziemlich befremdlich, dass immer dann, wenn ich Artikel veröffentliche, in denen es um die guten Seiten der Hochsensibilität geht, sie viel weniger gelesen werden als „Leidensartikel.“ Das finde ich ganz schön bitter. Ich habe mich schon öfter gefragt, ob hochsensible Menschen besonders gerne leiden – aber ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass es vermutlich eher eine Identitätsfrage ist, bzw.

was man damit verbindet.

Fragen Sie fünf HSP, was Hochsensibilität für sie bedeutet, Sie bekommen sieben verschiedene Antworten – mindestens.

Was bedeutet „Identität“ eigentlich?

Das Wort kommt aus dem Lateinischen, vonīdem ‚derselbe‘, ĭdem ‚dasselbe‘. Der Duden bezeichnet damit 1. „die Echtheit einer Person oder Sache; völlige Übereinstimmung, mit dem was sie ist, oder als was sie bezeichnet wird“, 2. „als ‚Selbst‘ erlebte innere Einheit der Person.“

Wenn Ihnen das zu kompliziert erscheint, probieren Sie mal, Sätze über sich selbst zu formulieren, die beginnen mit „Ich bin der/die …“, so können Sie Ihren Identitäten auch auf die Spur kommen.

Identität als Zugehörigkeit

Da viele, viele hochsensible Menschen sich häufig ausgegrenzt, unverstanden, isoliert fühlen, und große Erleichterung erleben, wenn sie überhaupt (vielleicht erstmals) von dem Konzept der Hochsensibilität erfahren, liegt es absolut auf der Hand, die Identität einer hochsensiblen Person anzunehmen. Ich glaube übrigens, dass das kein bewusster Prozess ist. Vielleicht geschieht das schon in dem Augenblick, in dem einem bewusst wird, dass man „dazugehört“. Ich selbst bilde da absolut keine Ausnahme. Bestimmt vergesse ich niemals die zehn Zentner Steine, die von meiner Seele fielen im Moment der Erkenntnis. Das war wie eine Erlösung. Ich bin gar nicht so schräg und seltsam, es gibt Gründe dafür …Gründe, die nicht in meiner Macht stehen …!

Vom sozialen und emotionalen Standpunkt aus gesehen ist es auch notwendig, dass wir uns mit anderen Menschen verbinden. Wir brauchen andere Menschen, wir brauchen Verbindung. Ohne können wir nicht leben. Wir brauchen ebenfalls unbedingt Verständnis und das Gefühl, angenommen zu werden.

Keiner versteht Sie?

Wenn niemand Sie verstehen kann in Ihrem sozialen Umfeld, weil Ihre erlebte Wirklichkeit sich so krass von denen der anderen unterscheidet, wäre es eine supergute Idee, sich Gleichgesinnte zu suchen. Sie wissen nicht wo Sie diese Menschen finden können? Auf der Seite von hochsensibel.org finden Sie jede Menge Adressen von Gruppen etc. Ein paar Stunden unter Gleichgesinnten zu verbringen kann sich durchaus wie „Angekommen“ anfühlen. Dennoch sollten Sie da einfach nicht stehenbleiben. Wenn es keine

bewusste Auseinandersetzung mit der Hochsensibilität

gibt, wird es langfristig auch keine Veränderung geben. Dabei bringt Hochsensibilität jede Menge Lebensaufgaben mit sich, die in Angriff genommen werden wollen, wenn sich etwas zum Positiven verändern soll. Und wenn man das nicht anfängt, kann man in einer

Identitätsfalle

feststecken bleiben (Dies ist natürlich meine persönliche Meinung).  Wobei dies natürlich davon abhängt, was Sie eigentlich mit Ihrer hochsensiblen Identität verbinden? Nach allem, was ich so in den sozialen Netzwerken sehe und erlebe, leider eher meistens Dinge, die als „negativ“ erlebt werden. Das Problem dabei ist, dass, wenn wir einmal eine Identität angenommen haben, diese oft an uns klebt wie eine zweite Haut, die wir uns scheuen loszulassen.

In längeren Klopfakupressur-Coachings kommen wir nach ein paar Sitzungen häufig an den Punkt, wo es darum geht, eine Identität loszulassen, z. B. eine Identität als jemand, der sich niemals abgrenzen kann oder Dinge tut, die nur seinem eigenen Vergnügen dienen usw. Das ist äußerst angstbesetzt, weil man sich schon so mit der angenommenen Identität identifiziert, dass man das Gefühl hat, ohne sie sei man nichts mehr.

Ein Beispiel: jemand, der vielleicht unbedingt abnehmen will, schafft das nicht, weil er oder sie das Gefühl hat, dass von ihm/ihr nichts übrigt bleibt, wenn er/sie die Identität als dicker Mensch aufgibt … diese Angst vor Identitätsverlust ist ein sehr starker Motor, der uns von vielem abhält und kann sehr viel Stress erzeugen. Dabei haben wir ganz sicherlich sehr viele Identitäten. Und diese sind keinesfalls so festgeschrieben, wie wir glauben.

Meine Frage an Sie:

können Sie Ihre hochsensible Identität verändern?

Oder erweitern? Oder muss alles so bleiben wie es ist? Können Sie sich erlauben, jemand anderer zu werden (vielleicht eine andere Identität anzunehmen) und trotzdem hochsensibel zu bleiben? Können Sie sich vorstellen (ganz ketzerisch), dass es irgendwann in Ihrem Leben vielleicht mal gar keine Rolle mehr spielt ob Sie hochsensibel sind oder nicht?

Ich bin sehr gespannt auf Ihre Antworten. Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

Bild von cocoparisienne auf Pixabay

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