Warum kann das Lernen für sensible und schüchterne Kinder zum Problem werden?

Warum kann das Lernen für sensible und schüchterne Kinder zum Problem werden?

Sensible und schüchterne Kinder haben gemeinsam, dass sie große Angst davor haben, Fehler zu machen, aufzufallen. Sie haben Angst davor, den Erwartungen anderer nicht gerecht werden zu können und sind aus diesem Grund oft sehr passiv im Unterricht. Sie bleiben lieber stumm, wollen nicht auffallen, bleiben so hinter ihren Möglichkeiten zurück und werden oft verkannt.

Sensible und schüchterne Kinder haben feine Antennen für Kritik

Ein weiteres Problem ist, dass sie empfindlich für Kritik sind und sehr schnell an sich selbst zweifeln. Aber schauen wir doch mal genau in die Schule hinein, dann beginnt das Problem bereits mit den Bewertungen. Sobald die Kinder in die Schule kommen, werden sie bewertet und ernten im schlimmsten Fall fast täglich Kritik.

Vera Birkenbihl erklärte mit ihrem Lernberg, ab wann theroretisch Kritik, Bewertungen beim Lernen beginnen dürften:

Lerneinsteiger vertragen definitiv keine Kritik. Gerade in der Schuleingangsphase sind Spaß, Spiel, Spannung, und vor allem positive Bestärkung, notwendig. Die Fortgeschrittenen vertragen dann schon etwas Kritik, nur der Meister verträgt viel Kritik.

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft

In unserem Schulsystem werden die Kinder ab dem ersten Tag in der Schule an ihrer Leistung gemessen. Kinder mit Lernproblemen ernten oft Kritik und haben irgendwann mehr oder weniger Angst vor schlechten Zensuren, vor der Kritik des Lehrers, dafür im Unterricht vielleicht an die Tafel gehen zu müssen, vor der ganzen Klasse vorlesen zu müssen… . Das erzeugt Angst – die Angst vor Fehlern. Diese Angst erzeugt oft genug auch Bauchschmerzen, Kopfschmerzen … .

Wenn wir Angst haben, können wir nicht denken

Angst erzeugt Stress und beides gemeinsam blockiert den Bereich in unserem Gehirn, der für das Denken und Lernen verantwortlich ist. Tatsächlich erzeugt Angst immer einen Ausnahmezustand in uns – wir kennen das, wir schwitzen, sind nervös und wollen flüchten. So natürlich auch unsere Kinder. Nur mit dem Unterschied, dass sie noch nicht genau wissen, was mit ihnen geschieht und warum das so ist. Auf jeden Fall erschwert genau diese Angst den Kindern das Lernen, sie geraten schnell in einen Teufelskreis. Der wiederum führt dazu, dass die Kinder ihr Selbstvertrauen völlig verlieren können, sie sich deshalb auch nicht mehr anstrengen. Wer nicht an sich glaubt, gibt schnell auf.

Die Antennen der Kinder

Diese Kinder wissen genau, dass sie Probleme in der Schule haben, dass Lehrer hilflos sind oder verärgert oder denken, sie seien faul oder gar dumm. Und sie sehen auch in den Gesichtern der Eltern, dass diese sich Sorgen machen. Doch sie können die Sorgen nicht richtig interpretieren und denken schnell, dass die Eltern böse auf sie sind und vielleicht aufhören könnten sie zu lieben.

Deshalb sind die Gespräche und der Glaube an das Kind so wichtig

Wir Erwachsenen müssen also an unsere Kinder glauben, glauben, dass auch sie es schaffen und ihren Weg gehen werden. Es gibt heute viele Wege, um Schulabschlüsse zu machen oder nachzuholen.

Wichtig ist, den Druck herauszunehmen und den Stress zu lindern. Denn den haben die Kinder in der Schule schon ausreichend.

Stille Kinder haben es in der Schule besonders schwer

Stille und ängstliche Kinder haben es in der Schule oft besonders schwer, geraten oft in Schubladen, in die sie nicht hineingehören. In der Grundschule sind sie oft noch beliebt, da sehr still, sie fallen kaum auf. Es sei denn, sie versuchen ihre Probleme zu überspielen, indem sie zum Klassenkasper werden.

Aber in der weiterführenden Schule sind diese Schüler oft unbeliebt, weil sie missverstanden werden: Er meldet sich nie, also hat er nicht gelernt, ist faul oder dumm. Leider passiert es vielen sehr ruhigen Schülern, dass sie falsch eingeschätzt werden.

Hilfe leisten, so früh wie möglich!

Sobald Sie merken, dass Ihr Kind Probleme in der Schule hat, sollten Sie ihm jede Hilfe geben, die es braucht. Hat es Probleme mit Deutsch oder Mathe, dann suchen Sie bitte, wenn möglich, recht schnell eine gute Lerntherapie für Ihr Kind. So früh wie möglich, denn je mehr es verpasst, desto länger braucht es, um den Anschluss wiederzuerlangen. Und je früher dem Kind geholfen wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sein Selbstbewusstsein schnell gestärkt wird.

Sabine Omarow

Sabine Omarow

Praxis für Lernstörungen

Ich wurde 1963 geboren und habe zwei Kinder. Meine Tochter hatte große Probleme in der Schule, hat diese aber mit einem Realschulabschluss beendet und das Abitur nachgemacht. Mein Sohn ist hochbegabt. Zu meinem Beruf kam ich über die Erlebnisse mit meinen Kindern. Ich studierte deshalb zwei  Jahre Psychologie und machte den Legasthenietrainer. 2003 gründete ich in Berlin meine erste Praxis für Lerntraining. 2016 zog ich aus privaten Gründen von Berlin nach Paderborn und gründete dort zum zweiten Mal meine Praxis für Lerntraining. Diese läuft inzwischen wieder gut an. Mein Beruf ist meine Berufung, denn ich habe einen wundervollen Beruf. https://www.xing.com/profile/Sabine_Omarow?sc_o=mxb_p
Ich persönlich arbeite seit vielen Jahren mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die eine Lese-Rechtschreib- und/oder Rechenschwäche haben. Um mehr über die Lernprobleme aufzuklären und zu zeigen, wie geholfen werden kann, führe ich vom 25.2.2018-4.3.2018 einen Onlinekongress zum Thema Lernprobleme – LRS oder Rechenschwäche durch. Die Teilnahme ist kostenlos! Möchten Sie mehr über Lernprobleme erfahren? Dann melden Sie sich hier an: https://lrs-kongress.com Vielen Dank! Sabine Omarow Fotos: Sputnik Eins Fotografie Sabine Hergemöller
Glauben Sie an eine höhere Macht?

Glauben Sie an eine höhere Macht?

Das Jahresende nähert sich langsam wieder und ich habe schon die ein oder andere Anfrage zu den Rauhnächten bekommen.

Wenn ich nicht schon vor Jahren begonnen hätte, an eine wie auch immer geartete höhere Macht zu glauben, hätten mich die Ereignisse der letzten Monate auf jeden Fall eines Besseren belehrt. Doch das war nicht immer so.

Zwei Lager

Hochsensibilität und Spiritualität schließt sich weder aus, noch bedingt das eine das andere. Ich glaube, dass sich hochsensible Menschen vor allem in zwei verschiedene Lager teilen: es gibt die einen, die sehr im Kopf leben, und nur an das glauben, was sie selbst sehen können oder was wissenschaftlich „erwiesen“ ist und es gibt das andere Lager der Menschen, die zu einer gewissen Form der Spiritualität gefunden haben. Natürlich mag es auch noch Menschen geben, die weder das eine noch das andere sind …

Ich selbst gehöre zu der Gruppe, die ihr ganzes Leben lang zwischen diesen beiden, unversöhnlich erscheinenden Positionen hin- und hergeschwankt ist.

Wo ist Gott?

Alles, was an Spiritualität heute in mir und meinem Leben vorhanden ist, habe ich mir selbst erarbeitet. Ich wusste und weiß nicht, ob ich Menschen beneiden soll, die von Haus aus eine religiöse Erziehung bekommen haben? Manchmal erschien mir das beneidenswert, vor allen Dingen in Zeiten, wo mir der Glaube abhanden gekommen war. Dann schielte ich neidisch auf die vermeintliche gute Grundlage, die so ein gesunder Glauben doch bieten könnte – obwohl ich gar nicht so weiß, ob es so ist.

Ich habe jedenfalls nur ein Minimum an religiöser Erziehung genossen. Und das lag daran, dass mein Vater aus dem katholischen Rheinland und meine Mutter aus dem protestantischen Hamburg eine sog. „Mischehe“ geschlossen hatten, die von den jeweiligen Müttern mit Misstrauen beäugt wurde. Meine Mutter versuchte sogar noch zum Katholizismus überzutreten, aber dazu ist es letztendlich nicht mehr gekommen, weil das junge Ehepaar vom Leben überrollt wurde und sich mit anderen praktischen Dingen beschäftigen musste.

Meine Eltern hatten sich wohl noch darauf geeinigt, dass die aus der Ehe stammenden Kinder katholisch sein sollten, danach wurde über Religion aber nicht mehr gesprochen und ich musste mich an das halten, was gerade anstand: sprich der Religions- und Kommunionsunterricht. Und ich entsinne mich, dass ich große Schwierigkeiten damit hatte, weil ich nicht wusste, wer oder was Gott ist. Wo Gott war. Wirklich in der Kirche? Die Schwierigkeit war übrigens nicht so sehr, dass ich Gott nicht sehen konnte, sondern dass ich Gott nicht spürte. Nirgendwo eigentlich. Vor allen Dingen in der Kirche nicht, wo es so viele Regeln und strenge Verbote gab, denen sich sogar die Erwachsenen beugen mussten … Völlig unklar blieb daher auch, was Gott mit Liebe zu tun hatte …

Gott geküsst

In der Pubertät habe ich dann ganz unvermutet Unterstützung bekommen in Sachen religiöser Unterweisung. Da war ein Mädchen – in das ich verliebt war, weil sie alles das war, was ich nicht war und gerne gewesen wäre. Während einer Bildungsreise durch die gothischen Kathedralen Frankreichs begann sie mit mir über Gott zu sprechen. Irgendwann stellte sie mir dann triumphierend die alles entscheidende Frage, auf die ich keine Antwort wusste: Woher kommt das Leben? Dass es vermutlich einfach aus sich selbst heraus entstehen könnte, erschien mir unwahrscheinlich.  Blieb also nur noch die eine Option übrig, dass etwas den Prozess in Gang gesetzt hatte …

Erstaunlicherweise fiel es mir danach relativ einfach, in eine Art von Glauben zu fallen. Ich vermute, ich wollte gerne glauben. Vielleicht habe ich instinktiv gespürt, dass das Leben leichter fällt, wenn man an eine höhere Macht glaubt …

Die Reise spielte sich um Ostern herum ab und wir hatten reichlich Gelegenheiten, religiöse Feste zu erleben. Hier, in diesen wundervollen, hohen Räumen konnte ich mir Gott auch vorstellen. Bei einem Fest habe ich sogar wie alle anderen Anwesenden einen Jesus am Kreuz geküsst und mich durchlief dabei ein Schauer religiöser Inbrunst …
Als hochsensibler Mensch habe ich mit Religion gekämpft

Ich will nicht firmiert werden

Die religiöse Inbrunst hielt nicht lange an. In der Pubertät begann ich jeden und alles in Frage zu stellen. Alles, was mit Religion zusammenhing, wurde hinterfragt. Ich hatte die „Glaubenszeit“ genossen, ohne Frage, aber ich konnte nicht länger daran festhalten. Wie konnte Gott denn all das Elend in der Welt zulassen? Wieso wurden Kriege im Namen von Religionen geführt? Und wieso waren so viele Menschen Religionsanhänger, obwohl Religion in der Geschichte hauptsächlich zur Unterdrückung des gemeinen Volkes und zur Bereicherung einiger weniger Kirchenleute benutzt wurde? Kurzum, mir wurde klar: Ich kann nicht firmiert werden. Ich schrieb meinem Pfarrer einen Brief, dass ich nicht an der kurz bevorstehenden Firmung teilnehmen könne, weil ich nicht mehr an Gott glaube. Dieser lud mich, glaube ich mich zu erinnern, zu einer Ferienfreizeit ein, an der ich aber ganz sicher nicht teilgenommen habe – aus Furcht vor Indoktrination.

Der Ekel

Wenn ich heute so zurückblicke, fürchte ich, dass ich direkt von der Pubertät in einer Art Depression gelandet bin, in der alle Werte, die ich hatte, nach und nach ihren Wert verloren, ihre Schönheit, ihren Glanz. Um mich herum wurde alles grau. Und den absoluten spirituellen Tiefpunkt erreichte ich, als wir im Französischunterricht das Buch „Der Ekel“ von Jean-Pierre Sartre lasen. Sartre beschreibt in diesem Buch einen Ekel vor der Welt und vor sich selbst, die vollkommene Isolation des Selbst in der Welt, ohne Verbindung nach draußen, ohne Verbindung nach drinnen. Der Supergau. Die vollkommene Einsamkeit. Und ich kannte dieses Gefühl ganz genau, ich hatte es selbst schon genau so erlebt …

Glauben hilft

Was die Wende herbeigeführt hat, vermag ich heute nicht mehr zu sagen. Vermutlich war es ein langer, schleichender Prozess, zu dem die Tatsache, dass ich verschiedene, extrem schwierige Situationen buchstäblich überlebte, sicherlich beitrug.

Irgendwann habe ich verstanden, dass es mir hilft, an eine Macht zu glauben, die größer ist als ich. Und dass es nicht die höhere Macht ist, die zulässt, dass es so viel Elend auf der Welt gibt, sondern die Menschen. Dass die Menschen diejenigen sind, die dafür die Verantwortung haben. Ich scheue mich zwar immer noch ein wenig davor, diese Macht „Gott“ zu nennen, weil der Begriff für mich assoziiert ist mit „Kirche“, der gegenüber ich immer noch äußerst zwiespältige Gefühle hege, aber ich habe im Laufe der letzten zehn Jahre meines Lebens doch eine Art Glauben entwickelt, der mir wirklich hilft. Es ist eher ein Glaube an eine große, ordnende Kraft (bei Geschenken bedanke ich mich stets beim Universum), die mich unterstützt, wobei auch immer.

Durch den Tod meiner Mutter im vergangen Jahr hat dieser Glaube noch einmal einen ordentlichen Schub erhalten, weil ich hautnah erfahren habe, wie alles miteinander zusammenhängt und einen Blick werfen konnte auf die großen Mysterien des Lebens und verschiedene Energiephänomene, so dass ich nun definitiv weiß, dass da etwas ist. Für mich ist da jedenfalls definitiv etwas.

Wie Magie

Eingangs habe ich ja geschrieben, dass ich das Glauben dieses Jahr hätte lernen können, wenn ich nicht schon glaubte. Soviel hat sich in diesem Jahr verändert, sich auf eine geradezu magische Art und Weise geordnet, mehr als in den anderen Jahren.

Eins hat dabei auf dem anderen aufgebaut: das Coaching bei Sonja Kreye hat mir geholfen, mein Angebot völlig neu zu strukturieren und es so zu gestalten, dass meine Klienten und Klientinnen tiefgreifende Veränderungen in ihrem Leben erreichen können. Das war definitiv mein erster Schritt. Dies führte ja auch zu Änderungen in meinem eigenen Leben.

Im Dunstkreis von Sonja Kreye habe ich Michaela Ortmeyer kennengelernt, deren Powertag mit dem Thema „Umsatzschallmauer …“ bei mir weitreichende Erkenntnisse ausgelöst hat. Zu den wirklich verblüffenden Ergebnissen des Powertages gehört für mich, dass ich kurz darauf ein einwöchiges Seminar auf Amrum mit Christel Smaluhn zu Vergebungsarbeit von Colin Tipping gewonnen habe. Was mir nicht nur dabei half, herauszufinden, wo meine tatsächliche Blockade liegt, sondern mich auch insgesamt so gedopt hat, dass ich eine extrem schwierige Wohnungssituation relativ gelassen bewältigen konnte: Eine scheinbar auswegslose Situation hat sich für mich wie durch ein Wunder gut gelöst … und dafür bin ich unendlich dankbar .

Darüber hinaus sind neue Menschen in mein Leben getreten, habe ich auf äußerst vielfältige (und manchmal vollkommen unerwartete) Art und Weise Unterstützung von anderen bekommen, so dass ich eher das Gefühl habe, auf einer riesigen Welle zu surfen, als mich auf dem harten Boden der Realität zu befinden. Aber wer weiß, vielleicht ist die Welle ja die Realität und nicht der harte Boden? Wer genau kann das schon sagen? Sicher ist aber, dass ich in diesem Jahr ganz besonders dankbar bin für all die Dinge, die ich in diesem Jahr geschenkt bekommen habe. (Das meiste davon ist übrigens mit Geld überhaupt nicht aufzuwiegen).

Natürlich freue ich mich, wenn Sie uns erzählen, wie Sie es mit den höheren Mächten halten. Haben Sie Glaubenskrisen durchlebt? An wen oder was glauben Sie?

Herzlichst,

Ihre
Monika Richrath

 

Versteckte Wohnstresse beseitigen

Versteckte Wohnstresse beseitigen

Wohnen bedeutet, in einer vertrauten Umgebung zu sich selbst zu kommen. Wohnen bedeutet, sich regenerieren zu können, sich zurückziehen zu können und die Akkus wieder aufzuladen.

Hier hat Stress nichts verloren. Und doch gibt es Wohnstress, der uns häufig gar nicht bewusst ist. Hochsensible sind für verstecke Wohnstresse anfälliger, eben weil sie sehr sensibel sind und die Eindrücke intensiver wahrnehmen.

Wo lauern die versteckten Wohnstresse? Häufig sind es Dinge, die gerade modern sind, wie viel zu viel Glas. Etwas, das gerade dann, wenn wir Schutz und Geborgenheit brauchen, nicht unseren Bedürfnissen entspricht. Aber auch das genaue Gegenteil kann Stress verursachen. Kleine Fenster, wenig Licht und dunkle Farben bewirken eine Beengung, die uns nicht gut tut. Sollen wir also überall den „goldenen“ Mittelweg gehen?

Meine Antwort ist ganz klar NEIN, weil wir dann indifferente Räume schaffen. Wir brauchen Räume, die unseren Bedürfnissen entsprechen, oder die wir entsprechend unseren Bedürfnissen anpassen können. Wir brauchen Sonne und wir brauchen Blickschutz. Dies sollte sich verbinden lassen.

copyright: FotoliaWohnstress Einblick

Wie bereits erwähnt, kann der Modetrend Glas zu einem massiven Stressfaktor werden. In einem meiner Artikel, zum Thema „Authentisch Wohnen“, habe ich beschrieben, wie Modetrends unsere Bedürfnisse zudecken. Damit verhindern wir Erholung und schaffen Stress. Was auf diesem Bild behaglich aussieht, ist von innen betrachtet weit weniger attraktiv, weil wir uns in einem schutzlosen Raum befinden. Mangelnder Blickschutz ist mittlerweile einer der häufigsten Wohnstresse. Besonders in Gebäuden aus den letzten Jahren, kommt dies sehr häufig vor.

Modetrends vs. Bedürfnisse

Dieses Haus ist modern gestaltet und entspricht dem Trend nach Transparenz und Offenheit. Es kann bestimmt auch als gelungene Architektur bezeichnet werden. Es kann sein, dass Dir dieses Haus gefällt, und dass Du dieses Haus vielleicht auch kaufen würdest. Ich möchte auch durchaus offenlassen, dass es eine Gruppe von Menschen gibt, die sich darin wohl fühlen würden. Was ich jedoch ganz klar vermitteln möchte: Durch trendige Gestaltung und durch moderne Architektur werden wir verleitet, einige unserer wesentlichen Bedürfnisse in den Hintergrund zu stellen. Nämlich das Bedürfnis nach Schutz, Geborgenheit und Behaglichkeit. Auch das Bedürfnis nach einem konfliktfreien Zusammenleben wird oft untergraben. Wir haben dann zwar ein modernes Haus, das wahrscheinlich vielen Menschen gefällt, jedoch kaum Geborgenheit bieten kann.

Wohnstress Zusammenleben

Im Zusammenleben, sei es in der Familie, als Paar oder auch in einer anderen Wohngemeinschaft, erleben wir fast immer auch Konflikte. Dies ist natürlich, weil wir alle verschiedene Bedürfnisse haben. Unterschiedliche Bedürfnisse sind jedoch die Ursache von Konflikten. Problematisch wird es, wenn die Wohnung diese Konflikte verstärkt, bzw. wenn es raumbedingt nicht möglich ist, gewisse Konflikte zu lösen. Meist ist dies bei zu offenen Grundrissen der Fall. Modern sind Häuser, wo der Gemeinschaftsbereich von Kochen, Essen und Wohnen ohne Abgrenzung ineinander über geht. Um zu veranschaulichen, wo die Probleme dabei liegen, möchte ich einfach einige Alltagssituationen beschreiben:

  • Du kommst von einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause und die Kinder spielen im Gemeinschaftsbereich. Du wünscht Dir Ruhe und eine halbe Stunde abschalten. Wenn es keinen Rückzugsraum gibt, so kannst Du dieser Situation nicht entfliehen und wirst dies mürrisch über Dich ergehen lassen
  • Dein Partner hat Besuch und Du willst nicht dabei sein. Bei einem offenen Wohn- Essbereich bleibt möglicherweise nur noch das Schlafzimmer als Ausweichvariante
  • Ein Kind will am Esstisch Hausübungen machen und braucht dazu Deine Unterstützung. Die anderen, jüngeren Kinder, spielen im Gemeinschaftsbereich, machen Lärm und toben. Du versuchst sie zur Ruhe zu bringen, was Dir wahrscheinlich nicht gelingen wird, weil Du Dich ja auf das Kind mit den Hausübungen konzentrierst.

Die Lösung für diese Form von Wohnstress ist es stets, Zonen zu schaffen und diese voneinander abzugrenzen. Sobald 2 Personen zusammen leben, ist die Minimumvariante 2 Aufenthaltsräume, unabhängig von den Schlafzimmern, damit ein aktiver und ein passiver Bereich geschaffen werden kann. Stehen diese Räume nicht zur Verfügung, können Nischen eine Lösung anbieten, die man auch mit Raumteiler schaffen kann.

Wohnstress Reizüberflutung

Die mediale Reizüberflutung ist in aller Munde. Umso wichtiger wird es immer mehr, zumindest Zuhause Ruhezonen zu schaffen, und dies hat viel mit Gestaltung zu tun. Menschen, die in der Natur sparzieren gehen, verarbeiten Stress wesentlich schneller als Menschen, die in einer Stadt sparzieren gehen. Diese einfache Tatsache sollte uns animieren, diesen Erholungseffekt auch in die Wohnung zu holen. Stattdessen streben wir nach klaren Linien und einer Farbgebung, die keine ist. Weiß – Grau – möglicherweise sogar Schwarz. Auch hier spielt der Modetrend unsere Bedürfnisse aus. Forscher haben herausgefunden, dass jenes satte Grün, das wir so häufig in der Natur sehen, Stresshormone senkt. Exotische Bäume mit roten Blättern, entfalten bei Weitem nicht die erholsame Wirkung, wie Bäume mit unserem Grün. Die Natur ist in uns genetisch verankert und wirkt jeder Reizüberflutung entgegen. Einige Möglichkeiten der Reizüberflutung habe ich in „Die Heilkraft der Natur“ beschrieben. Farben, Bilder und andere Accessoires können Gesten der Natur sein und damit deren Wirkung in unsere Räume bringen. Dadurch erreichen wir auch, dass Wohnen gesund macht.

Was können wir machen?

Um nicht in die Falle der versteckten Wohnstresse zu geraten, können wir uns folgende Fragen stellen:

  • Erlebe ich in meiner Wohnung einen Mangel an Geborgenheit und Schutz?
  • Kommt es im Zusammenleben mit meiner Familie immer wieder zu Konflikten, die eigentlich nicht sein müssten?
  • Fällt es mir in meiner Wohnung schwer, zur Ruhe zu kommen und Stress zu verarbeiten?

Wenn Du eine dieser Fragen mit Ja beantwortest, dann solltest Du der Ursache auf den Grund gehen. Die Ursachen können vielfältig sein, und möglicherweise gibt es eine Reihe von Stressfaktoren, die entschärft werden sollten. Hier einige Beispiele.

Blickschutz für unsere Geborgenheit

„Sehen ohne gesehen zu werden“ gibt Sicherheit. Dieses Bedürfnis stammt aus unserer Stammesgeschichte, wo es galt Gefahren zu erkennen und selbst möglichst unsichtbar zu sein. Man könnte meinen, dies ist heute nicht mehr relevant – sagt der Kopf. Aber unser Gefühl spricht eine andere Sprache. Das Bedürfnis nach Geborgenheit können wir nicht negieren, es wird uns immer begleiten, es ist ein genetisches Erbe aus unserer Evolutionsgeschichte.

Wenn Du an einem Platz zu wenig Geborgenheit spürst, ist der erste Schritt, auf fehlenden Blickschutz zu achten. Hast Du eine Glasfläche identifiziert, die Dir nicht behagt, solltest Du noch überlegen, in welchem Bereich das Glas verdeckt sein sollte. Rollläden und Jalousien lassen sich nur von oben nach unten schließen, was nicht optimal ist. Vor allem bei raumhohen Fenstern und Türen sollte eher der Brüstungsbereich verdeckt werden. Dies kann man mit Plissees erreichen, die man meist beliebig verschließen kann, also auch von unten nach oben.

Lichtqualität für unsere gute Stimmung

Für unser Empfinden und unsere Stimmung ist nicht nur die Lichtstärke entscheidend, sondern vor allem die Lichtfarbe. Durch warmes Licht (3000 Kelvin und weniger) erreichen wir Entspannung und Erholung, durch kühles Licht (5000 Kelvin und mehr) erreichen wir Aktivierung und geistige Frische. Dies spiegelt sich auch im Tagesverlauf wider. Morgens ist das Licht kühler als abends und unterstützt damit auch das Aufwachen, wohingegen das Abendlicht Ruhe und Beschaulichkeit bewirkt. Es gibt auch Lampen, wo diese Lichtfarbe geändert werden kann, womit wir also die Lichtqualität unseren Bedürfnissen anpassen können. Wollen wir diese Lampen nicht kaufen, so sollte man sich auf die jeweilige Raumfunktion beziehen. Warmes Licht im Schlafzimmer, kühles Licht am Schreibtisch.

Schallschlucker für eine bessere Kommunikation

Räume mit viel Glas und harten Oberflächen, haben meist eine schlechte Akustik. Dies bedeutet, Du hörst nicht nur das gesprochene Wort, sondern auch das Echo und das gleichzeitig. Dann wird es schwierig, den anderen zu verstehen. Längere Gespräche sind hier fast unmöglich. Gerade Hochsensible sind dabei sehr leicht irritiert.

Was wir hier brauchen, sind Schallschlucker, in Form von weichen Materialien. Es gibt etwa Fliesen und Trennwände aus Filz. Sogar schallschluckende Bilder werden angeboten. Einige dieser Elemente im Raum verbessern nicht nur die Akustik, sondern meist auch das Behaglichkeitsempfinden.

Holz und Lehm für unsere Nase

Es gibt Räume, wo sprichwörtlich dicke Luft herrscht. Schlechter Geruch kann sich in den Materialien festsetzen. Wollen wir unserer Nase etwas Gutes tun, so ist offenporiges Holz zu empfehlen. Allgemein herrscht die Meinung vor, Holz sollte unbedingt behandelt werden, und so wird es zumindest geölt. Flächen jedoch, die kaum beansprucht werden, können ruhig unbehandelt, also gehobelt, aber nicht mehr weiter behandelt werden. Was ist hier der Unterschied. Das Holz hat die Fähigkeit Feuchtigkeit aufzunehmen und bindet damit gleichzeitig diverse Geruchsstoffe. Der Meister in dieser Qualität ist jedoch der Lehm, der aus mehreren Gründen das Raumklima verbessert. Lehm reguliert die Luftfeuchtigkeit im mittleren Niveau (ca. 50%), wo wir Menschen uns am wohlsten fühlen. Einen Hauch von Lehmputz bekommt man auch mit Lehmfarbe in den Raum.

Mein Geschenk für Hochsensible

Speziell für hochsensible Menschen habe ich meine „8 Wohntipps“ zusammen gestellt, die Du Dir gratis herunter laden kannst. Öfters bin ich darauf angesprochen worden, ob diese Wohntipps nur für Hochsensible gedacht sind. Natürlich sind diese Empfehlungen auch für Nicht Hochsensible wertvoll. Hochsensible sind für verstecke Wohnstresse zwar anfälliger, Du wirst jedoch auch davon profitieren, wenn Du nicht weißt, ob Du hochsensibel bist. 91% aller Menschen sagen, dass Erholung und Regeneration für sie ein wesentlicher Aspekt des Wohnens ist. Im Online-Kurs „Erholsam Wohnen“, spreche ich alle diese 91% von uns an, die Wohnstresse beseitigen wollen und sich mehr Erholung wünschen.

Die Botschaft dieses Artikels ist ganz einfach

Die Hauptbotschaft dieses Artikels lautet: Deine Bedürfnisse und nicht Modetrends geben vor, wie die Räume gestaltet sein sollen, die Dir gut tun. Dabei kannst Du an mehreren Schrauben drehen, je nachdem wo in Deiner Wohnung die Stresspunkte sitzen. Im Artikel „Die 3 Wege den Wohnstress zu beseitigen“ findest Du weitere Gedanken dazu, wie man sich dem Thema nähern kann.

Viel Freude beim Wohngestalten wünscht

Herbert Reichl

Herbert Reichl

Herbert Reichl

Wohnpsychologe und Planer

Spezialgebiet erholsam Wohnen 54 Jahre, verheiratet, 1 Tochter (13 Jahre) Meine beiden Berufe miteinander verbunden sind zu meiner Leidenschaft geworden. Räume so zu planen und gestalten, dass sie den Menschen entsprechen.
9 Dinge die sich für HSP nicht sicher anfühlen

9 Dinge die sich für HSP nicht sicher anfühlen

Milliarden Euro werden jährlich ausgegeben von Konsumenten, auf der Jagd nach Glück, Liebe, Gesundheit, Geld, Erfolg, Familie usw.  Sind nicht die Grundpfeiler des westlichen Kulturkreises auf den Erwerb dieser Dinge ausgerichtet? Darüber könnte man ganze philosophische Abhandlungen verfassen, merke ich beim Schreiben dieses Artikels. Oder politische. Da mein Thema heute aber eher Psychologie und Hochsensibilität ist, möchte ich auf etwas ganz anderes hinaus.

Wir geben uns unglaubliche Mühe zu Glück, Liebe, Gesundheit (davon können Hochsensible ganz besonders ein Lied singen), Geld und Erfolg zu kommen – vermutlich geben wir auch eine Menge Geld aus unser Ziel zu erreichen. Denken Sie an die Liebesfilme im Kino oder Fernsehen, wenn sich die beiden ProtagonistInnen endlich in die Arme fallen und impliziert wird, dass sie bis ans Ende ihrer Tage glücklich werden. Was ist dann? Ist das wirklich das Ende?

Fängt dann nicht erst alles an? Ist das nicht vor allem der Beginn von Furcht? Eine Furcht, die vielleicht viele Menschen insgeheim plagen mag, wenn aber Hochsensibilität und Wahrnehmung zusammenkommen, von hochsensiblen Menschen besonders wahrgenommen wird? Furcht ist vielleicht auch  ein zu starkes Gefühl, darum verwende ich den Begriff „nicht sicher“.

Ich habe in diesem Artikel zehn Dinge aufgelistet, die sich vor allem für HSP nicht sicher anfühlen können. Sicherheit ist für praktisch alle HSP ein fettes Thema. Das meiste davon kenne ich aus eigenen Erfahrungen.

1. Der Besitz von viel Geld

Betrifft bestimmt Abermillionen von Menschen, die potentierte Form davon sind Menschen, die Millionen im Lotto gewinnen und nach ein paar Jahren von Hartz 4 leben müssen, weil sie das Geld zum Fenster rausgeworfen haben. Ich hätte Ihnen gerne einen

Seniorin schüttelt ein leeres Sparschwein

Prozentsatz an verarmten Lottogewinnern im Verhältnis zu wohlhabenden Lottogewinnern insgesamt zur Verfügung gestellt, aber leider keinen gefunden. Vielleicht gehören Sie ja auch zu den Menschen, denen der Besitz von Geld unheimlich ist und die darum alles daran setzen, ihr Geld so schnell wie möglich wieder auszugeben, damit sie ihren Status Quo wieder herstellen können. Man leidet dann zwar unter dem Geldmangel, fühlt sich aber wohler damit, als wenn man keinen Geldmangel hat. Ich habe selbst lange Zeit dazu gehört und ich kann Ihnen versichern, es hat gedauert, bis ich herausgefunden habe warum (und natürlich hatte es überhaupt nichts mit Geld an sich zu tun).

Dabei möchte ich außerdem zu bedenken geben, dass der Mangel an Ressourcen, also u. a. Geld sehr häufig Menschen trifft, die nicht hochsensibel sind, sondern darüber hinaus auch noch mit belastenden Kindheitserfahrungen zu tun, also vielleicht ein Entwicklungstrauma erlebt haben. Unsere Kindheit prägt das ganze weitere Leben, kann u. U. dafür sorgen, dass man später nicht voll arbeitsfähig ist, chronisch krank wird usw.

2. Sich verlieben

Für hochsensible Menschen kann sich der Prozess des Verliebens anfühlen, wie sich auf dünnes Eis zu begeben. Zum einen wird das Gefühl von Verliebtheit oft intensiver wahrgenommen, was alleine schon für Aufregung sorgen kann. Ich bin in so einem Zusammenhang schon vor Glück richtig krank geworden. Aber bis Sie wissen, ob Ihre Gefühle erwidert werden oder nicht schwanken Sie vermutlich zwischen Rückzug und vorsichtigem Vortasten. Es gibt nicht nur Schmetterlinge im Bauch, sondern auch das Gefühl eines Ausgesetztseins (so habe ich es jedenfalls immer empfunden). Und vergessen Sie nicht – Bewertungen spielen hier eine wichtige Rolle, nämlich, wie der/die Angebetete Sie bewertet, ob er Sie annehmen, für gut befinden wird, für geeignet für eine Beziehung. Und wenn das nicht passiert, fühlen wir uns meistens mit unserem ganzen Wesen abgelehnt (sofern wir nicht sehr abgeklärt sind). Außerdem kommt hier wieder ein uralter Trigger zum Tragen: nämlich die Bewertungen, die wir als Kinder durch unsere Bezugspersonen (also meistens die Eltern) erlebt haben.

Sehr viele Menschen lösen dieses Problem auf eine höchst einfache, aber effektive Weise: sie verlieben sich in unerreichbare Menschen, die sie sowieso „nicht bekommen“ können, so können sie intensive Liebesgefühle ausleben, ohne sich mit dem Thema „Nähe und Distanz“ oder ohne jemals befürchten zu müssen, mit „zuviel Nähe“ umgehen zu müssen – ich weiß, wovon ich spreche – einen unendlich langen Zeitraum meines Lebens (10 Jahre) bin ich als Single durchs Leben gegangen – ohne zu verstehen, dass ich selbst es war, die diesen Zustand aufrecht erhielt.

3. Eine Beziehung eingehen

Die erste „Hürde“ ist genommen und Sie sind bereit, sich auf jemanden einzulassen. Jetzt kommt der Alltag ins Spiel. Alle Vorlieben, Lebenserfahrungen, Macken und Geschichten der beiden PartnerInnen prallen (mitunter heftig) täglich aufeinander. Auch das ist ein Prozess, der sich nicht sicher anfühlen kann. Ich bin einmal einer Frau begegnet, die sich aufgrund der Hochsensibilität nicht mehr auf eine neue Beziehung einlassen wollte,  sie empfand es als zu stressig und kräftezehrend, dauernd in Erklärungsnot geraten zu müssen. Es kann schwierig sein, sich auf eine neue Beziehung einzulassen, wenn Sie unsicher sind, wie gut Sie darin mit Ihrer Hochsensibilität aufgehoben sind. Oder wenn Sie nicht wissen, wie Sie sich einen Freiraum verschaffen und Respekt dafür.

4. Zusammenziehen

Wenn sie hochsensibel sind, sollten Sie es sich sehr gut überlegen, ob Sie wirklich mit Ihrer Beziehung zusammen wohnen möchten. Idealerweise ist IhrE PartnerIn ebenfalls hochsensibel, so dass Sie Ihre eigenen Bedürfnisse vielleicht besser kommunizieren können, aber, was wenn nicht? Das fühlt sich sehr unsicher an. Es gibt viele Punkte, die bedacht werden wollen. Können Sie sich überhaupt regenerieren, wenn jemand anderer immer da ist? Einfach nur zu erleben, dass man nicht allein ist – manche Menschen fühlen sich nicht nur grundsätzlich von anderen Menschen gestört,  sondern schon gestört von Geräuschen, die andere machen (und ich spreche dabei nicht von Schnarchen).  Haben Sie einen Rückzugsraum für sich selbst?  Persönlich glaube ich ja, dass die meisten hochsensiblen Menschen Freiraum,  Raum für sich brauchen, der nur ihnen gehört, was das Zusammenziehen von vornherein ausschließt, aber vielleicht sind Sie da ja anders gepolt. Für mich fühlt sich jedenfalls allein das Gefühl nicht sicher an, keinen Platz mehr zu haben, an dem ich die Bestimmerin bin, wo alles auf mich ausgerichtet ist und wo ich sein darf, wie ich bin.

5. Heirat

Heiraten ist Beziehung in Potenz. Ich glaube ja, für hochsensible Menschen ist Heiraten noch einmal eine ganz besondere Nummer. Heirat fühlt sich für mich auch nicht sicher an. Seit ich Luca Rohleder gelesen habe, weiß ich warum. Jetzt weiß ich, dass viele hochsensible Menschen sehr freiheitsliebende Partner sind. Für mich ist Freiheit daher nicht einfach nur ein sinnentleerter Begriff. Ich glaube an Freiheit. Meine eigene und die anderer Menschen. Und ich will die Freiheit haben, mich jeden Tag neu für meine Partnerin zu entscheiden. Aber natürlich will ich nicht ausschließen, dass es doch eines Tages einmal eine „Commitment-Ceremony“ gibt, das ist eben etwas anderes als eine Heirat, mehr eine Würdigung der gemeinsamen Liebe und Achtung für den gemeinsamen Lebensweg, als ein offiziell behördlich besiegeltes Miteinander.

6. Kinder

Sich für ein Kind zu entscheiden ist ebenfalls eine schwierige Entscheidung, die sich nicht sicher anfühlen kann. Abgesehen von Befürchtungen, die die Schwangerschaft und Geburt selbst betreffen können, könnte vielleicht das Gefühl von Kontrollverlust hier eine Rolle spielen. Wenn Sie sich für ein Kind entscheiden, wissen Sie einfach nicht, was auf Sie zukommt. Die meisten Menschen unterschätzen offenbar vollkommen, was es bedeutet Kinder zu haben, was sich mit Kindern ändert. Werden Sie als hochsensibler Mensch dem gewachsen sein? Am wichtigsten: Sie können nun nicht mehr einfach aussteigen. 18 Jahre lang.

eine arbeitsstelle zu bekommen kann sich sehr unsicher anfühlen7. Eine Arbeitsstelle bekommen

Eine Arbeitsstelle zu bekommen kann sich ebenfalls nicht sicher anfühlen, vor allen Dingen, wenn man durch äußere Umstände gezwungen wird, diese Arbeit anzunehmen, sich selbst aber keinesfalls sicher ist. Schwierig ist vielleicht daran nicht einmal die Arbeit selbst, sondern eher das Drumherum: der Umgang mit neuen Kollegen (was sich besonders schwierig anfühlen kann, wenn man schon dementsprechende negative Erfahrungen gemacht hat), man muss einen Platz finden im Unternehmensgefüge und sich dauernden Bewertungen unterziehen. Besonders schwierig wird es natürlich, wenn man sich im Grunde genommen überhaupt nicht arbeitsfähig fühlt (was ja viele HSP betreffen dürfte), am Beginn oder inmitten eines Burnouts steht.

8. Ein Geschenk zu bekommen

Bekommen Sie gerne Geschenke? Eigentlich eine tolle Sache, sollte man meinen. Nun, ich kenne einige Menschen, für die das Erhalten von Geschenken der pure Stress, nicht sicher ist. Sie mögen ihr Geschenk nicht öffnen, wenn sie dabei beobachtet werden und sehen sich lieber alles in Ruhe alleine an. Ich selbst habe damit eigentlich kein größeres Problem – so dachte ich jedenfalls. Aber einmal habe ich in einer solchen Situation einmal richtig doof reagiert, so dass ich denke, da habe ich vielleicht doch noch Besserungsbedarf: Als mir Seminarteilnehmerinnen ganz unterwartet zum Seminarende eine liebe Karte schenkten … die dann von mir spontan kaum beachtet wurde – über die ich mich aber natürlich im stillen Kämmerlein riesig gefreut habe! Das wurmt mich heute übrigens immer noch 😉

9. Gesund werden

Ich glaube, dies ist eine Furcht, die viele HSP betreffen dürfte. Zugegebenermaßen klingt es erstmal sehr komisch. Vor allen Dingen, weil viele hochsensible Menschen mit körperlichen Beschwerden zu kämpfen haben und sich nichts sehnlicher wünschen, als Gesundheit.  Aber so einfach ist es eben nicht. Vielfach gibt es ja den sog. „sekundären Krankheitsgewinn“, etwas, das dafür sorgt, dass wir krank bleiben, weil der Gewinn, den wir durch die Krankheit oder den Schwierigkeiten ziehen, letztendlich größer ist als die Wünsche, wieder gesund zu werden. Für mich liegt z. B. ein sekundärer Krankheitsgewinn darin, dass ich von Behörden anders behandelt werde, (aufgrund meiner Autoimmunkrankheiten gelte ich als „Rehabilitandin“), was mir einen gewissen Schutz bietet. Bestimmte Anforderungen werden nicht mehr an mich gestellt. Diesen Schutz aufzugeben fühlt sich für mich sehr nicht sicher an. Ich arbeite aber ganz intensiv daran, diese Furcht zu überwinden und den Schutz, den mir mein Gesundheitsstatus gibt, aufzugeben. Und ich bin sehr zuversichtlich, dass mir das irgendwann auch gelingen wird.

„Nicht sicher“ klopfen

Natürlich können Sie alles, was sich für Sie nicht sicher anfühlt, wunderbar mit der Klopfakupressur in Angriff nehmen, z. B., indem Sie den 2. Satzteil anders formulieren: Anstelle von „liebe und akzeptiere ich mich so wie ich bin“, könnten Sie sagen … „bin ich sicher“ oder „bin ich in Sicherheit“. Ein ganzer Beispielsatz für das Thema Gesundheit könnte z. B. dann lauten „Auch wenn es sich für mich nicht sicher anfühlt, gesund zu sein, bin ich in Sicherheit.“

Nun sind Sie am Drücker. Was ist für Sie nicht sicher? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Bis bald! Herzlichst, Ihre
Monika Richrath

Image by mohamed Hassan from Pixabay 

Ein seltener Gast: das grundlose Glück

Ein seltener Gast: das grundlose Glück

Heute ist einfach alles perfekt. Die Sonne scheint, es ist warm (aber nicht zu warm), Frühling liegt in der Luft und ich fühle mich einfach super. Ich bin freudig und energiegeladen und kann mich nur mit Mühe davon abhalten, über die Straße zu hüpfen. Ich lächele wildfremde Menschen an, wildfremde Menschen lächeln erfreut zurück. Ich könnte die ganze Welt umarmen …

Was ist passiert?

Kein Sechser im Lotto, keine Heirat, Schwangerschaft, Erbschaft, volles Seminar oder sonstige erfreuliche Nachricht oder Erfolgsbotschaft.

Einfach nur … grundloses Glück

Das letzte Mal, als das grundlose Glück mich ereilte, ist schon ein paar Wochen her. Aber da ist mir aufgefallen, dass das grundlose Glück schon seit Jahren nicht mehr bei mir zu Gast war. An die letzte Gelegenheit erinnere ich mich deswegen so gut, weil ich es im Rahmen eines Klopfseminars vor zwei Jahren als positiven Anker benutzt hatte.

Wie es immer so geht, ich hatte überhaupt nicht gemerkt, dass es sich verabschiedet hatte aus meinem Leben. Vielleicht war das insgesamt gesehen auch kein besonderes Wunder, denn 2015 war ein Jahr, das ganz und gar im Zeichen der ALS-Erkrankung meiner Mutter stand und es nicht allzuviel zu Lachen gab. Natürlich war ich trotzdem hin und wieder glücklich, aber das grundlose Glück ist nun einmal ein ganz besonderer Zustand

in dem ich Lust habe, die ganze Welt zu umarmen, Friedlichkeit und Freundlichkeit versprühe, vital bin, mein Körper sich wohl fühlt. Aber es ist noch mehr.

Es ist das Gefühl, richtig zu sein.

Für mich als hochsensibler Mensch ist dieses Gefühl ganz besonders wertvoll, denn den Großteil meines Lebens habe ich sehr gehadert mit mir selbst, meiner Hochsensibilität, bzw. den Eigenschaften, die meine Hochsensibilität ausmachen und widerspiegeln. Heute weiß ich natürlich, dass ich richtig bin. Aber es wirklich auch zu spüren, mit jeder Faser meine Körpers, ist nach wie vor etwas Besonderes für mich.

Es ist das Gefühl zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Das Gefühl, dass alles miteinander verbunden ist. Das Gefühl, dass alles gut ist, so wie es ist. Was nichts anderes bedeutet, dass ich mein Leben akzeptiere in genau der Form, die es gerade hat. Dass ich dankbar bin, für das, was ich habe.

Grundloses Glück ist offenbar eine Art erweiterter Bewusstseinszustand

wird mir eben beim Schreiben klar. Denn im Zustand des grundlosen Glücks gibt es keine Begrenzungen und Beschränkungen. Dann liegt die ganze Welt vor mir, mit ihren vielen verlockenden Möglichkeiten, die wie Diamanten funkeln. In diesem Zustand bin ich auch in der Lage, viel weiter zu denken und vermutlich auch auf einer höheren Ebene Veränderung zu bewirken, einfach nur, indem ich jegliche Bewertung der Welt und mir selbst aufgebe.

Denn im grundlosen Glückstaumel bin auch ich viel größer und schöner, Halt, das ist nicht richtig, merke ich beim Schreiben. Ich denke, es ist andersherum. Im Zustand des grundlosen Glücks kann ich die Dinge in ihrer Schönheit und Großartigkeit wahrnehmen. Alle Beschränkungen fallen von mir ab, vor allen Dingen alle limitierenden, kleinlichen Glaubenssätze über mein Äußeres und Inneres. Dann bin ich einfach. Gut und wertvoll, funkelnd eben. Ein Zustand, den ich gerne öfter erleben würde, habe ich mir beim letzten Anfall grundlosen Glücks gedacht.

Nun kann man diesen äußerst angenehmen Zustand leider nicht herbeirufen, aber mir fiel bei dieser Gelegenheit ein, dass ich früher tatsächlich ziemlich häufig grundlos glücklich war, und das, obwohl meine Kindheit und Jugend insgesamt eine sehr schwierige Zeit für mich war, ich im Grunde genommen keine wirklichen Herzensbindungen an andere Menschen hatte, oder die, die ich hatte, nicht als Herzensbindung wahrnehmen konnte (im Gegenteil, außerhalb meiner Familie machten mir die meisten Menschen Angst).

Trotzdem verfügen Kinder offenbar über besondere Bewältigungsstrategien, denn es gab viele Glücksmomente – die ich vielleicht oft auch mit mir alleine erlebte. Ich erinnere mich z. B. dass meine Haut nach einem Tag an der Sonne wahnsinnig gut roch, und ich den ganzen Abend lang immer wieder an meinem Arm schnupperte, trunken vor Glück über meinen guten Geruch … Es gab viele solche kleinen Glücksinseln und es gab vor allen Dingen sehr viel grundloses Glück.

Nach Sonne kommt Regen …

Trotz Leid und Elend war das Leben insgesamt viel leichter, weil es  eher in Phasen verlief, als in Augenblicken. Eine Zeitlang hatte ich eine gute Phase und dann kam eine schlechte, die aber immer getragen war von der Zuversicht, dass es danach wieder gut werden würde. Wann dieses Gleichgewicht gekippt ist, vermag ich nicht mit Genauigkeit zu sagen. Ich vermute Anfang/Mitte 20, als die ersten Liebesbeziehungen kamen, die für einen so unsicheren und schüchternen Menschen wie mich äußerst schwierig waren. Wenn ich aber so in mich hineinspüre, dann ist sofort sonnenklar, dass meine erste Beziehung zu einer Frau auf mein zerbrechliches Gleichgewicht heruntergedonnert ist, wie der Zementblock in ein Fisch namens Wanda auf einen bedauernswerten Hund … Ich möchte das jetzt nicht weiter auswalzen, sicher ist aber, es gab einen entscheidenden Wendepunkt, an dem Stress, Depressionen und Erschöpfung die Überhand gewannen und das grundlose Glück begann, sich rar zu machen und mich nur noch dann und wann besuchte.

Ehrlich gesagt, war ich ganz schön schockiert, festzustellen, dass es Jahre her war, dass ich mich so gefühlt habe – und das, ohne es zu merken …

Eigentlich hatte ich gehofft, ich könnte an dieser Stelle auf ein paar wissenschaftliche Publikationen zurückgreifen, aus denen hervorgeht, was das grundlose Glück auf biochemischer Ebene im Körper bewirkt, aber nichts, nada. Die Wissenschaft schweigt dazu, scheint es. Die Einträge, die meine Suchmaschine zum Begriff „grundloses Glück“ ausspruckt, sind: Werbung, Werbung und wieder Werbung, mit sonderbaren Einträgen zwischendurch wie „mein Mann ist grundlos unglücklich“ …

Mir ist beim Schreiben dieses Blogeintrages wieder eingefallen, dass ich vor einigen Jahren ja das grundlose Glück als Anker beim Klopfen benutzt habe und habe seitdem immer wieder einmal in mich hineingehorcht und mich dieses Ankers erinnert, und einfach mal geklopft, dass ich schon lange nicht mehr grundlos glücklich war.  Sie können es mir glauben oder auch nicht, aber daraufhin ist wirklich etwas passiert – ich wurde nicht grundlos glücklich, aber mein Körper begann innerlich zu strahlen, so dass ich zumindest einen Teil der grundlosen Glückserfahrung zurück habe. Das finde ich sehr schön.

Wie geht es Ihnen? Kennen Sie grundloses Glück? Haben Sie eine andere Bezeichnung dafür? Wie oft sind Sie grundlos glücklich? Wie immer, freue ich mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen.

Herzlichst, Ihre

Monika Richrath

Hochsensible Mamas

Hochsensible Mamas

Hochsensible Mamas – ein Apell an Deine besondere Aufgabe im Leben Deines Kindes

  • Bist Du Mama?
  • Oft erschöpft?
  • Fühlst Du Dich in vielen Situationen hilflos?
  • Leidest Du viel mit Deinem Kind?
  • Möchtest Du Dein Kind vor dem Leben beschützen?
  • Fällt es Dir schwer, Dein Kind in „diese“ Welt zu entlassen?

JA?

 

Dann gehörst Du wahrscheinlich so wie ich zu jenen hochsensiblen Müttern, die ihr Kind um jeden Preis davor bewahren wollen, die negativen Erfahrungen, die wir selbst erlebt haben, durchmachen  zu müssen.

Gut so! Und vollkommen verständlich.

Ich könnte mir vorstellen, dass Du auch eine Mama bist, die sich sehr stark in ihr Kind einfühlen kann, die seine Gefühle noch vor allen anderen „liest“, manchmal sogar noch bevor Dein Kind sich derer bewusst ist.

Ich könnte mir vorstellen, dass Du eine Mama bist, die große Schwierigkeiten damit hat, wenn Dein Kind in der Schule oder im Kindergarten Menschen und Situationen ausgesetzt ist, die Du nicht gutheißen kannst.

Ich könnte mir sogar vorstellen, dass Du Dich manchmal selbst verlierst und Deine Bedürfnisse sehr vernachlässigst, damit es Deinem Kind gut – oder sagen wir besser – geht.

Hab ich Recht? Ich kenne das alles!

Du bist wunderbar in Deiner Sensibilität!

Dein hochsensibles Kind hat bei Dir alles, was es braucht, um verstanden, in seiner Persönlichkeit akzeptiert und wahrgenommen zu werden. Alles Aspekte, die Du bei Deiner eigenen Mama womöglich (schmerzlich) vermisst hast. Es waren andere Zeiten und andere Umstände.

Also – Du bietest Deinem hochsensiblen Kind die besten Voraussetzungen, um eine selbstbewusste, starke und gleichzeitig sanfte und sensible Persönlichkeit zu entwickeln. Das ist großartig! Und wenn Du jetzt meinst, dass das ja alles schön und gut ist, aber Dich diese Großartigkeit doch jede Menge Kraft, Ressourcen und Mühen kosten, dann möchte ich Dir mit diesem Beitrag Mut machen und Dich bestärken, dass Du die beste Mama für Dein hochsensibles Kind bist,

…auch und vor allem, wenn Du Deine Bedürfnisse achtest, …auch und vor allem, wenn Du in Deiner Mitte bist,

…auch und vor allem, wenn Du vertraust, dass Dein Kind seinen eigenen Weg gehen wird,

…auch und vor allem, wenn Du Deinem Kind das Bewusstsein und die Stabilität vermittelst, die Du bei ihm sehen möchtest.

Und wenn Du Dich jetzt fragst, wie das gehen soll und wie Du es schaffen kannst, Dein hochsensibles Kind Schritt für Schritt in diese so wenig unterstützende Welt zu entlassen, dann möchte ich gerne meine Erfahrungen mit Dir teilen und Dir ein paar Impulse für Deinen Weg als hochsensible Mama mitgeben.

VERTRAUE!

Je nachdem, was wir in unserer Kindheit erfahren haben und wie viel Grundvertrauen wir mitbekommen haben, handeln wir in unserem späteren Leben auch aus diesem Vertrauen heraus.
Mamas, die wenig vertrauen in sich und das Leben als solches haben, neigen auch dazu, ihrem Kind oftmals nicht das Vertrauen entgegenzubringen, das es braucht, um eine selbstbewusste und stabile Persönlichkeit zu entwickeln.

Versuche Dein Vertrauen immer wieder zu stärken, indem Du Dich selbst herausforderst, Dein Kind Schritt für Schritt loszulassen, seine eigenen (auch leidvollen) Erfahrungen machen zu lassen.

Ich habe in diesen Situationen immer folgende Sätze im Kopf: „Ich vertraue meinem Sohn. Es ist sein Weg, den er geht. Ich kann ihm diesen Weg nicht abnehmen. Ich kann ihn beim Gehen unterstützen.“

Je mehr Du in Deiner Stabilität und im Vertrauen bist, desto stabiler und vertrauensvoller kann Dein Kind seinen Weg gehen.

KÜMMERE DICH UM DICH!

Es führt zu nichts, wenn Du Dich selbst aufgibst und verlierst, weil Du Dich über Dein Kind identifizierst. Dein Kind leidet mit Dir, anstatt ihm sein Leid und seine Erfahrungen, die es zu machen gilt, nehmen zu können.

Kümmere Dich darum, dass es DIR gut geht. Schau gut auf Dich und sorge gut für Dich. Dann wird Dein Kind lernen, das auch für sich zu schaffen.

Lass los – auch wenn der Trennungsschmerz groß ist. Gönn Dir Auszeiten, Alleinzeiten und liebevolle Aufmerksamkeiten.

SCHAU IN DEN SPIEGEL, DEN DEIN KIND DIR VORHÄLT!

Oftmals ist es doch so, dass wir uns als Mamas fragen, was mit unseren Kindern bloß los ist, wenn sie auf einmal wütend, aggressiv oder sonst wie sehr stark auf Situationen reagieren.

Achtung – Dein hochsensibles Kind ist Dein Spiegel! Alle Emotionen, die Du womöglich nicht auslebst oder die in Dir schlummern, kann Dein Kind empfangen und „für Dich“ an die Oberfläche bringen.

Auch Verhaltensweisen, die Du bei Dir ablehnst oder die bei Dir mit negativen Emotionen verbunden sind, kann Dir Dein Kind vor Augen führen, indem es Dich immer wieder herausfordert hinzuschauen.

Wir Mamas neigen dann vielleicht dazu zu sagen: „Ach, mein armes Kind, wie gerne möchte ich Dir das ersparen!“ – in Wirklichkeit wollen wir es uns nur selbst ersparen. Wir dürfen also aufmerksam hinschauen und anfangen, unser eigenes inneres Kind zu bemerken.

Dazu habe ich vor einiger Zeit einen eigenen Beitrag geschrieben: http://www.hochsensibilitaet.at/ich-bin-so-wuetend-warum-dieser-satz-wichtig-ist-und-wie-wir-gerade-unsere-hochsensiblen-kinder-dabei-unterstuetzen-duerfen/

WANDLE DEIN LEID IN DEINE STÄRKE UM!

Du bist unendlich stark. Stark in Deinem Leid, das Dich viel Kraft kostet. Nutze diese Kraft ins Positive!

Lebe Deinem Kind das Leben vor, in dem Du es gerne sehen würdest. Auch wenn die Gesellschaft da draußen nicht förderlich ist für die Bedürfnisse hochsensibler Menschen. Hilf mit, dass auch Dein Kind seine Aufgabe in diesem Chaos findet, um dazu beitragen zu können, dass sich was verändert.

LEBE DEINE GROSSARTIGKEIT!

Schütze Dein Kind wo es notwendig ist und lass es frei so oft es geht!

Aus eigener Erfahrung weiß ich gut, wie leicht es ist, all das zu schreiben oder zu lesen, und wie schwer und herausfordernd es sein kann, das umzusetzen.

Ich möchte Dich bestärken, diesen Weg Schritt für Schritt und mit immer mehr Bewusstsein die Verbindung zwischen Dir und Deinem Kind betreffend zu gehen.

Ich wünsche Dir aus ganzem Herzen die Kraft und die Stabilität, Eure Wege zu gehen. Manchmal ist es der gleiche und oftmals ein ganz anderer 🙂

Vielleicht interessiert Dich auch dieses Video zum Thema, das ich vor einiger Zeit aufgenommen habe:

https://www.youtube.com/watch?v=EB5G-b-ZmxU

Schreib doch bitte in die Kommentare, ob auch Du so ein starkes Band zwischen Dir und Deinem Kind wahrnimmst und was Eure Herausforderungen damit sind!

Herzlichst, Deine Karin Abriel

Karin Abriel

Karin Abriel

Mein Tempo

Diplomierte Pädagogin Diplomierte Shiatsu-Praktikerin Geboren: 26.1.1976 in Wien 2 Kinder – Anna, 14 und Max, 13 Schon sehr früh war mir klar, dass irgendetwas in mir anders tickt als bei den Menschen in meinem Umfeld. Ich spürte so Vieles und nahm wahr, was anderen scheinbar verborgen blieb. Als Kind konnte ich diese Eindrücke weder einordnen noch verarbeiten, war aber zugleich unglaublich neugierig und ließ keine Möglichkeit aus, neue Erfahrungen zu sammeln und Menschen kennenzulernen. Das ständige Überfordert Sein mit mir und meiner Umgebung und ihren Eindrücken führte im frühen Erwachsenenalter zu Depressionen und BurnOut. Mein Lebensweg hat mich durch mehrere Ausbildungen und Berufserfahrungen zu meiner Authentizität geführt und dazu, meine Hochsensibilität als Stärke anzunehmen. Durch meinen ebenfalls hochsensiblen Sohn und die tägliche Arbeit mit hochsensiblen Kindern sowie zahlreichen beruflichen Erfahrungen habe ich viele unterschiedliche Persönlichkeiten kennenlernen dürfen, die mir alle einen Teil von mir selbst gezeigt haben und mich in meine Stärke geführt haben.
de_DEDeutsch