Was mich am Klopfen begeistert

Was mich am Klopfen begeistert

Mit diesem Beitrag nehme ich an der Klopfparade „Was begeistert dich am Klopfen“ von Michaela Thiede teil, und freue mich sehr, dass dies eine gute Gelegenheit ist, zu erzählen, wie ich eigentlich zum Klopfen gekommen bin.

Meine erste Begegnung mit der Klopfakupressur

hatte ich schon ganz früh, Anfang der 90er Jahre, als die Klopftechnik noch in den Kinderschuhen gesteckt hat. Dort wurde sie mir im Rahmen eines Qi Gong Kurses von der Lehrerin als chinesische Klopftechnik vorgestellt. Ich war sofort elektrisiert. Ich wusste sofort: DAS IST MEIN DING! Vielleicht weil ich mich nach dem Klopfen sofort besser fühlte als vorher.

Aber wie es so geht, damals hatte ich noch Schwierigkeiten mit Gruppen und ich glaube, es war das einzige Mal, dass ich diesen Kurs überhaupt besucht habe.

Ein paar Jahre später

brachte mir eine Freundin freudestrahlend eine Anleitung aus dem Internet mit, die sie mir überreichte mit den Worten: „Ich habe gedacht, das ist etwas für dich.“ Eine Klopfanleitung, wie sich herausstellte. Ich war hocherfreut und probiere das eine Zeitlang aus, vergaß es dann aber wieder.

Noch ein paar Jahre später, als ich selbst in einer emotionalen Notsituation steckte, kam mir das Klopfen wieder in den Sinn und ich suchte mir selbst eine Anleitung im Netz. Irgendwas habe ich aber nicht richtig gemacht, ich hatte nicht den erhofften Erfolg. Aber da ich verstanden hatte, dass

das Klopfen für mich richtig ist,

habe ich mich dann zu einem Kurs angemeldet um es jetzt wirklich richtig zu lernen. Das war 2009. Seitdem klopfe ich.

An der Klopfakupressur begeistert mich vieles

Ganz oben auf meiner Liste steht die Effektivität. Ich selbst habe in meinen ersten 1–3 Jahren (zugegebenermaßen fast täglichen Klopfens) mehr Veränderung erreicht als in 20 Jahren Psychotherapie. Noch dazu mit sehr viel weniger Aufwand, denn ich habe im ersten Jahr nie mehr als zwei Sätze geklopft und in der Folge nie mehr als einen Satz. Dabei bin ich übrigens geblieben.

An der Klopfakupressur gefällt mir ansonsten vor allem, dass sie

so unglaublich flexibel ist,

dass man sich sein Klopfritual so einrichten kann, wie es einem gefällt. Ich betrachte schon das Einrichten selbst als eine Art Akt der Selbstliebe.

Für hochsensible Menschen, die ja tendenziell eher auf andere schauen, als sich selbst, ist es also eine sehr gute Sache, sich zu überlegen, was ihnen gefällt, und wie sie den Klopfvorgang für sich gestalten wollen, so dass sie sich damit wirklich wohl fühlen. Welche Formulierung soll im Einstimmungssatz (Setup) verwendet werden? Welche Art der Abkürzung? Gibt es Punkte, die unangenehm sind? Wie wirkt das Klopfen auf mich und gibt es eine Tageszeit für mein Klopfritual, mit dem ich für mich das meiste herausholen kann?

Die Flexibilität bezieht sich auch noch auf andere Dinge, z. B. dass man das Klopfen

je nach Situation unterschiedlich anwenden kann,

z. B.

  • in einer ganz akuten Stress-Situation zur sofortigen Beruhigung
  • oder zur Bewältigung einer schwierigen Lebenssituation
  • oder zum Auflösen von Blockaden, Schmerzzuständen oder Belastungen aus der Vergangenheit, die sich bin die Gegenwart auswirken
  • oder für thematische Arbeit (wie ich das ja für Hochsensibilität anbiete).

Außerdem finde ich es grandios, dass ich das Klopfen

so gut für hochsensible Menschen anpassen kann.

Es gibt ja einiges im normalen Klopfprotokoll, was für hochsensible Menschen eher schwierig ist:

zum Beispiel die Stress-Skala.

Immer wieder höre und erlebe ich, dass der Umgang mit der Stress-Skala für hochsensible Menschen hochgradig stressig ist. Das kann an dem Bemühen liegen, immer alles ganz genau richtig machen zu wollen. Perfekt eben. Oder daran, dass man sich schlecht entscheiden und festlegen kann … was dann so schwierig ist, dass man lieber gar nicht klopft. Jedenfalls ist dies eine Hürde, über die hochsensible Menschen dann oft nicht hinwegkommen, dann eben nicht klopfen, obwohl sie merken, dass das Klopfen für sie angenehm ist.

Daher verwende ich die Stress-Skala meistens nicht, um diese Hemmschwelle zu entfernen.

Es geht ja auch anders.

Sowieso gilt beim Klopfen für hochsensible Menschen, dass

weniger mehr ist.

Und viel nicht zwangsläufig viel hilft.

Obwohl man sich ja sagen könnte, das wirkt jetzt so gut, ich klopfe jetzt ganz, ganz viele und löse alle meine Themen sofort auf. Ich kann Sie nur inständig bitten, das nicht zu tun, sich selbst zuliebe.

Dies betrifft ebenfalls die Dauer. Ich selbst habe schon gehört, dass manche Klopfcoaches grundsätzlich nur zweistündige Sitzungen machen. Das wäre für mich unvorstellbar. Nicht nur für meine Klient*innen, sondern auch für mich selbst. Was meine Klient*innen angeht, ist manchmal schon eine Stunde zuviel und es geht nicht länger als 30 Minuten. 15 Minuten habe ich auch schon gehabt.

Wenn ich noch länger nachdenken würde, fielen mir bestimmt noch andere Beispiele ein, aber fürs erste habe ich meiner Begeisterung für die Klopfakupressur genug Raum gegeben.

Vielleicht haben Sie ja Lust, bei der Blogparade von Michaela Thiede mitzumachen.

Auf jeden Fall freue ich mich, wie immer über Ihre Kommentare hier.

Von Herzen,
Ihre
Monika Richrath

Bild von John Hain auf Pixabay

Matrix Birth Reimprinting

Matrix Birth Reimprinting

oder wie wir unsere Geburt und unseren Start ins Leben heilen können

Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass bereits die Schwangerschaft und die Geburt

einen ganz grundlegenden Einfluss auf unser späteres Leben haben.

Durch die Art und die Umstände, wie wir den Beginn unseres Daseins erleben, werden bereits Glaubenssätze und Grundeinstellungen uns selbst und dem Leben gegenüber geprägt.

Die Zeit im Mutterleib, während der wir die Erfahrungen und Gefühle unserer Mutter wahrnehmen und untrennbar auf uns beziehen, dann die Geburt selbst und die ersten sechs Jahre unseres Lebens gestalten grundlegend das, was uns heute als Person ausmacht. Die Geburt in der Klinik, in Erzählungen oft als „normal“ abgetan, ist

selten eine einfache und völlig untraumatische Erfahrung

für das Baby und die  Mutter.

Die modernen Interventionen im Krankenhaus sind zwar effektiv, aber dennoch weitab davon, die Mutter in ihrer Kompetenz zu stärken oder zu ermächtigen. Und so gut es auch ist, für den Notfall lebensrettende Maßnahmen zu haben, so tragen viele der einzelnen Untersuchungen und Hilfsmaßnahmen eher zur Verunsicherung und damit zum Stress der Mutter, und schlussendlich des Babys, bei.

Dazu möge man sich klar machen, dass die Natur für eine normale gesunde Geburt vorsieht, dass

das Baby selbst den Geburtsbeginn einleitet,

wenn es reif dafür ist, indem es bestimmte Hormone freisetzt. Ein gebärendes Säugetier in der Natur würde sich dann einen  geschützten, ruhigen, abgedunkelten Ort suchen, wo es ungestört seine Jungen zu Welt bringen kann.

Ebenso ist es vorgesehen, dass das gebärende Muttertier, wenn es gestört wird, auf Stress reagieren kann. So kann der Geburtsprozess kurzfristig unterbrochen werden, indem die Eröffnungsphase oder die Wehen stoppen, sie sich einen neuen sicherer Ort suchen kann – um
dann den Geburtsvorgang fortzusetzten.

Eine Hebamme sagte in einem Interview sinngemäß:

„Der Ort wo die Mutter ihr Kind zur Welt bringt, sollte ähnlich intim und vertrauensvoll sein, wie der Ort, wo es gezeugt wurde. Um zu Gebären, muss die Frau sich vollkommen öffnen und loslassen können und in der bewussten Kraft ihrer Weiblichkeit sein.“

Alles was Unruhe, Angst, Stress erzeugt, führt demnach natürlicherweise zur

Geburtsunterbrechung.

Dadurch wird technische und medizinische Unterstützung während der Geburt paradoxerweise erst notwendig, weil das System Mutter-Kind nicht mehr das macht, was es eigentlich von allein tun sollte. Ein Wehentropf zur Verstärkung der Wehen, nachdem das System in Alarm abgeschaltet hat, ist heute fast Routine. Die Mutter wird von dem Vertrauen in ihren Körper und in den Prozess abgeschnitten und bekommt das Gefühl auf Hilfe von außen angewiesen zu sein.

Auch das Baby im Inneren, das normalerweise aktiv am Geschehen mitwirkt und mit dem Geburtsprozess eigentlich seine erste Selbstwirksamkeitserfahrung macht, erfährt

durch äußere Intervention die erste Mangelerfahrung.

Dadurch können im Baby Gefühle entstehen wie: „Ich bin nicht gut genug, ich schaffe es nicht allein; wenn es schwierig wird, brauche ich Hilfe, die Welt ist unberechenbar, die Welt ist gefährlich …“.

Bei einer Geburt können weitere dramatische Gegebenheiten und Interventionen passieren und

beängstigende Gefühle

hervorrufen. Sharon King, Entwicklerin des Matrix Birth Reimprintig, schreibt in ihrem Buch einige Beispiele dazu:

  • Steckenbleiben im Geburtskanal – Gefühl gefangen zu sein
  • Nabelschnur um den Hals gewickelt – unterbewusstes Gefühl des Erstickens, nicht genug Luft bekommen, kann keine enge Kleidung tragen, Angst vor Enge
  • Kaiserschnitt – man benötigt jemand anderen, um aus Situationen herauszukommen
  • Zange, Saugglocke – man lebt in Angst, dass eine schöne Sache schmerzhaft wird, Schwierigkeiten mit dem menschlichen Kontakt, Bindungsschwierigkeiten, abweisend gegenüber Berührung, Kuscheln, Halten

Bei einer Frühgeburt oder einer anschließend notwendigen Intensivbetreuung fern der Mutter ist

der Start ins Leben besonders belastet.

Oft wird aufgrund der schwierigen Umstände das natürliche

Bonding erschwert oder ganz unmöglich.

Dies sollte idealerweise in den ersten 45 Minuten nach der Geburt stattfinden. Ein Zeitfenster, in dem das Baby von Natur aus dazu programmiert ist, besonders wach und aufnahmefähig zu sein, um die Gesichter der Bezugspersonen intensiv kennen zu lernen. Für das Baby ist es grundlegend wichtig – überlebenswichtig – gleich nach der Geburt eine gute Bonding- Erfahrung zu machen, um sich in der neuen Welt liebevoll und stabil mit der Mutter zu verbinden und sich in der unbekannten Umgebung sicher und willkommen zu fühlen. Durch den innigen Blickkontakt, die Gerüche, das Hautgefühl während des Bondings, wird in Mutter und Kind, (auch Vater und Kind), ein wahrer Oxytocin-Rausch freigesetzt. Dieser ist dazu vorgesehen ein starkes Bindungsgefühl zu aktivieren und sich für ein Leben lang in diesen Menschen zu verlieben. Ein wunderbares Überlebens- und Fürsorge-Programm.

Laut Sharon King ist bei ihren Patienten die

Trennung von der Mutter nach der Geburt, das Thema Nummer Eins

in der Liste der traumatischen Erfahrungen eines Babys. Die Länge der Trennungszeit ist dabei relativ unrelevant, und was für Erwachsene kaum der Rede wert scheint, kann für ein Neugeborenes mit dem Instinkt, in der Natur überleben zu müssen, bereits bei 15 Minuten mit Todesangst, Hilflosigkeit, Alleinsein verbunden sein. Eine längere Zeit auf der Intensiv- oder Frühchen-Station, ohne intensives Känguruhen, sowieso.

Einige Beispiele an negativen Emotionen, die eine Trennung bei der Geburt hervorrufen kann:

  • Isolationsgefühle
  • Sich zurückgewiesen fühlen
  • Verlassensängste
  • Wut
  • Scham

Einige daraus entstehende Glaubenssätze können wiederum folgende sein:

  • Die Welt ist ein gefährlicher Ort
  • Ich bin nicht sicher
  • Ich bin nicht gewollt
  • Ich werde immer zurückgewiesen werden.
  • Ich bin nicht gut genug
  • Ich bin nicht liebenswert
  • Ich bin unwürdig
  • Ich bin wertlos
  • Ich sollte nicht hier sein

Meist sind sich diese Menschen dessen lange Zeit nicht bewusst, und leben mit einem

diffusen unguten, unsicheren Lebensgrundgefühl,

einem geringen Selbstwertgefühl oder einem Mangel an Urvertrauen.

Es kann auch zu einer höheren Vigilanz führen, da dieses Neugeborene nicht den Ur-Schutz erfährt, in den es sich hineinfallen lassen kann und daher im Innersten überzeugt ist, alle Gefahren allein erkennen zu müssen. Dies könnte auch einer der Faktoren sein, die mit zur
Hochsensibilität beitragen.

Manchmal fängt es aber schon im Moment der Zeugung an,

wenn dieses neue Leben eigentlich nicht geplant und erwünscht war. Wie unterschiedlich mag es sich wohl anfühlen, von Beginn an erwünscht und freudig erwartet zu werden von beiden Eltern, anstatt von ihnen unerwartet oder erst einmal unerwünscht zu sein. Alles, was die Mutter selbst fühlt, ab dem Moment der Zeugung, wird bereits vom entstehenden Fötus miterlebt und auf sich bezogen: vom ersten Erschrecken über die ungeplante Schwangerschaft, dem Nicht-Wollen, dem Überfordert-Sein, von möglicher Scham, Hilflosigkeit wie es weitergehen soll, oder eventuellen Abreibungsgedanken.

Diese Gefühle der Mutter kommen ungefiltert beim Fötus an

und prägen sein entstehendes Grundempfinden zu sich selbst und zur Welt, in die es hinein geboren wird. So können bereits hier Lebenseinstellungen entstehen, wie: „Ich bin nicht erwünscht, ich darf gar nicht da sein, ich bin schuld, ich muss mich klein und unsichtbar machen…“

Unzählige weitere Probleme können auf dem Weg entstehen. Ein gar nicht so seltenes Beispiel ist, dem „unerwünschten, falschen“ Geschlecht anzugehören. Das heißt, wenn Mutter oder Vater ein bestimmtes Geschlecht bevorzugen und das Baby von Beginn an das Gefühl erfährt „ich bin nicht richtig so“. Das kann zu einer lebenslangen Anstrengung führen, viel leisten zu müssen, um endlich richtig zu sein – was aber, egal wie sehr man sich anstrengt, nie erfüllt werden kann.

Falls Sie beim Lesen nachdenklich wurden, wie es bei Ihnen wohl gewesen sein mag oder bereits etwas in Ihnen getriggert wurde: Die gute Nachricht ist, es gibt Lösungsmöglichkeiten. Sharon King hat mit ihrer Matrix Birth Reimprinting Methode eine wunderbare, rückwirkende Heilungsmöglichkeit entwickelt.

Bild von Free-Photos auf Pixabay

Was ist Matrix Birth Reimprinting?

Grundlegend nutzt es die Technik von Matrix Reimprinting, die von Karl Dawson, einem englischen EFT® Therapeuten, als Weiterentwicklung aus EFT® heraus entstanden ist. Darin ist die EFT® Klopfakupressur weiterhin ein fester Bestandteil.

Der grundlegende Unterschied dazu ist, dass man zum Moment der belastenden Erinnerung mit dem heutigen erwachsenen Selbst zurückreist, wie in ein Theaterstück. Im inneren Bild, was sich von der damaligen Situation auftut, wird dann dem damaligen jüngeren Selbst – in Matrix Reimprinting auch ECHO genannt – vom heutigen Selbst Hilfe gebracht. Das heißt, der eigentliche Klient ist das jüngere Selbst, das damals in Not war.

Dadurch bleibt der Patient dissoziiert vom ursprünglichen Erleben und braucht nicht, wie in EFT®, alles gefühlsmäßig wiederzuerleben, was besonders bei sehr belastenden Erfahrungen von Vorteil ist. Das ECHO erhält nun rückwirkend Hilfe, indem es im inneren Bild beklopft wird und den wertvollen Beistand des eigenen erwachsenen Selbsts erfährt.

Besonders wichtig in Matrix Reimprinting ist der Blick auf den damals gebildeten Glaubenssatz, die Überzeugung, die in einer schwierigen Situation unbewusst entstanden ist. Diesen gilt es zu ergründen und um 180 Grad umzuschreiben. Das heißt, nachdem das jüngere Selbst durch EFT® Erleichterung erfahren hat, wird mit ihm zusammen die Situation, das Erleben so „umgeschrieben“ wie es sich für das ECHO wirklich gut anfühlt, und es dort eine gute Erfahrung machen darf. Dadurch lösen sich nicht nur traumatische Erinnerungen, sondern es entstehen neue ressourcenreiche Bilder. Erinnerung wird auf einer tiefen Gefühlsebene umgeschrieben. Glaubenssätze werden ursächlich verändert und hilfreiche neue installiert.

Bei Matrix Birth Reimprinting kommt die Schwangerschaft und Geburtserfahrung selbst als Feld dazu. Und auch wenn wir natürlich keine bewussten Erinnerungen daran haben, hat jeder Mensch auf Zellebene, wenn er sich auf diese Zeit einschwingt, ein Körpergefühl, eine
Ahnung, ein Gefühl von dieser Zeit, die es möglich macht, ein inneres Bild zu erschaffen, an dem genauso gut gearbeitet werden kann.
Wenn alle negativen Erlebnisse und Energien aufgelöst und verändert sind – und erst dann – wird in Matrix Birth Reimprinting der Geburtsprozess noch einmal durchgemacht. Im Unterschied zu Matrix Reimprinting wird aber beim Geburts-Reimprinting die Geburt und das Bonding selbst assoziiert erlebt, also in erster Person, um alle umgeschriebenen, positiven Gefühle gänzlich zu fühlen.

Sharon King hat mit ihrer Recherche rund um Zeugung, Schwangerschaft und Geburt einen reichen Erfahrungsschatz zusammengetragen, der es ermöglicht alle kritischen Aspekte in dieser sensiblen Zeit zu beleuchten. Denn obwohl die pränatale Psychologie seit den 1980er Jahren darum weiß, dass wir bereits ab der Zeugung bewusste Wesen sind, die alles miterleben, hat sich in den Köpfen der Einzelnen noch nicht viel verändert. Noch immer herrscht die verbreitete Meinung, dass die Kleinen sich sowieso nicht erinnern. Mit Matrix Reimprinting und Birth Reimprinting gibt es jetzt eine Möglichkeit auch diese unbewusste, aber so grundlegend wichtige Zeit zu erforschen und gute Veränderung zu bewirken.

Für wen ist Matrix Birth Reimprinting geeignet?

Eigentlich für jeden, denn wir alle sind geboren worden, und haben zumindest die eigene Geburt erlebt. Wenn Sie noch unsicher sind, ob diese Methode für Sie geeignet sein sollte, lege ich Ihnen das Buch „Heile deine Geburt, heile dein Leben“ von Sharon King ans Herz.

Matrix Birth Reimprinting ist ganz besonders angezeigt, wenn Sie bewusst Veränderung für die eigene Geburtserfahrung suchen, für die schwierige Geburt eines Ihrer Kinder oder für einen noch tiefsitzenden Kindesverlust während einer Schwangerschaft. Auch für werdende Mütter, die eine eigene schwierige Geburt oder eine vorangegangene schwierige Entbindung hatten, ist es sinnvoll, sich mit Matrix Birth Reimprinting zu beschäftigen. Denn wenn eine Frau frei von unnötig triggernden Geburts-Altlasten ist und sogar noch eine Zukunftsvision der kommenden Geburt erarbeitet und imprintet, werden sie und das Baby optimal auf eine gute Geburt vorbereitet sein.

Ansonsten ist Matrix Birth Reimprinting für jeden geeignet, der sich einfach selbst besser kennen lernen will. Zum Beispiel, wenn Sie

immer wieder an dasselbe Thema stoßen,

von dem sie das Gefühl haben „Das kenne ich schon lange“, wie: Schwierigkeiten sich mit anderen zu verbinden, sich immer allein fühlen, keine Nähe zulassen zu können oder sich nicht geliebt zu fühlen. Der Ursprung könnte durchaus in dieser ersten, prägenden Lebenszeit liegen und ein Hinschauen mit Matrix Birth Reimprinting lohnt sich meistens.

Wenn Sie das Buch lesen sollten, werden Sie einen Eindruck bekommen, was in dieser Zeit alles passieren kann und warum diese Zeit so grundlegend wichtig ist für uns alle. Vielleicht werden Sie einen besonderen Bezug zu einem bestimmten Thema spüren. Meist kommt ein
Gefühl, eine Ahnung hoch, dass da was sein könnte. Aber erst wenn man überhaupt um diese Zusammenhänge weiß, und eine innere Resonanz entsteht, kann man es angehen und schlussendlich zum Guten verändern.

Ich persönlich kannte meine eigene Geschichte als Frühgeburt

und hatte bereits seit längerer Zeit die Verbindung hergestellt zwischen einem tiefen wiederkehrenden Gefühl von Alleinsein und dieser isolierten Zeit in Brutkasten, wusste aber lange nicht, wie ich dorthin
kommen sollte, geschweige denn etwas so Grundlegendes verändern könnte. Jedes Mal beim Hinspüren kam ein beklemmendes Gefühl auf und bei Reportagen zu diesem Thema wurde mir immer eng ums Herz.

Erst als ich nach meiner EFT® Ausbildung auch noch Matrix Reimprinting und Matrix Birth Reimprinting kennen lernte, wurde mir der tiefe Zusammenhang und das Wirken bis in die heutige Zeit gänzlich klar.

Jetzt, nach mehrmaliger liebevoller Bearbeitung dieser frühen Zeit, ist für mich das Geschehen gefühlsmäßig vollkommen umgeschrieben und ich habe Zugriff auf friedliche, glückliche, ressourcenreiche neue Bilder und Gefühle, die mich natürlicherweise tragen und stärken. Ein wahres Geschenk.

Und diese wohltuende, weitreichende Veränderung gebe ich heute gerne an meine Patienten weiter – in der Praxis oder auch in Online-Sitzungen. Mit der Kombination all dieser sanften Klopfmethoden können alte Erinnerungen grundlegend umgeschrieben werden und damit alte Glaubens- und Gefühls-Muster erlöst werden. Immer wieder bin ich tief berührt, wenn eine traumatische Erinnerung oder eine schwierige Situation derart beruhigt und gefühlsmäßig positiv umgedeutet wurde, dass es dem Patienten am Ende ein sanftes Strahlen auf sein Gesicht zaubert.

Bild von Sanjasy auf Pixabay 

 

Karin Arndt

Karin Arndt

geboren 1967 in München, Mutter einer Tochter, Diplom Forstwissenschaftlerin Universität Florenz, Heilpraktikerin und EFT-Therapeutin tätig seit 1999 in München und mit Online-Sitzungen

Karin Arndt

Methoden:

EFT, Matrix Reimprinting, Matrix Birth Reimprinting, Familiensystemische Klopfakupressur, Kinesiologische Testung

Therapieschwerpunkte:
EFT an Erwachsenen und Kindern, Trauma-Arbeit, transgenerationales Trauma und Belastung, Schwierige Lebensphasen, Fehlgeburt, Schwangerschafts- und Geburtstrauma, Entwicklungstrauma

Karin Arndt – Heilpraktikerin
praxis@karin-arndt.de
www.karin-arndt.de

Der Geldmangel-Notfall

Der Geldmangel-Notfall

Eigentlich hatte ich nach meiner langen Artikelserie „Was hinter Armut steckt“ im Februar gedacht, dass ich das Geld Thema erst einmal zu den Akten legen und mein Leben genießen könnte … Aber weit gefehlt!

Viel schneller, als mir lieb war, musste ich mich erneut mit diesem unliebsamen Thema auseinandersetzen.  Als ich diesen Artikel schrieb, glaubte ich, es gäbe keinen direkten Bezug zur Hochsensibilität, außer dem enormen Stress der Situation. Mittlerweile, 2022, denke ich aber ganz anders. Die intensive Beschäftigung mit den Themenkomplexen

Hochsensibilität, Hochsensitivität, belastenden Kindheitserfahrungen und Entwicklungstrauma

hat dazu geführt, dass mir klar geworden sind, dass davon betroffene  Menschen häufig mit Armut zu tun haben. Denn vielfach sind die Folgen der belastenden Kindheitserfahrungen so gravierend, dass es entweder körperliche Einschränkungen durch chronische Krankheiten gibt oder man psychisch den Belastungen im Beruf einfach nicht mehr gewachsen ist. Dazu gehört ja nicht nur die Arbeit an sich, sondern man fühlt sich auch überfordert  mit den sozialen Beziehungen am Arbeitsplatz. Häufig ist die Fähigkeit zur Verbindung mit anderen Menschen durch das, was man erlebt hat, beeinträchtigt.Geldmangel löst Stress aus

Ständige Existenzängste verschlimmern oder potenzieren bereits vorhandene Ängste.

Ich selbst erlebe immer wieder das gleiche. Der Auslöser war die Steuererklärung für das vergangene Jahr, die ich in diesem Jahr zum ersten Mal überhaupt von einer Steuerberaterin habe erstellen lassen. Ich hatte in meiner Naivität noch gedacht, vielleicht ist ja evtl. eine Rückzahlung drin? Statt dessen muss ich Steuern nachzahluen und zwar mehrere Tausend Euro. Ich konnte es gar nicht glauben. Ein paar Tausend Euro!

Nachdem ich verstanden habe, dass ich nicht träume, sondern dass diese Zahl vor mir dort wirklich steht, setzte eine Stressreaktion ein und

 ich wurde von Stresshormonen überflutet.

Mir brach der Schweiß aus. Ich versank in Existenzängsten. Ich dachte Dinge wie:

  • „Jetzt ist alles aus.“
  • „Ich muss aufgeben!“
  • „Wie kann ich das bezahlen?“
  • „Das schaffe ich NIEMALS!“

Vielleicht würde ich es auch schaffen, aber dann hätte ich gar keine Reserve mehr und ohne Reserve könnte ich auch nicht weitermachen … Ich brauchte doch meine Reserve! Auch die anvisierte Einbauküche rückt in unerreichbare Ferne …

Es hat mich richtig geschüttelt. Als hochsensibler Mensch muss ich Ihnen ja nicht erzählen, was für ein Programm da in mir ablief … Den ganzen restlichen Tag lang. Und weil Stress die unangenehme Eigenschaft hat, den Blickwinkel zu verändern, so dass nur noch ein Tunnelblick übrig bleibt, habe ich an diesem Tag auch gar nichts Anderes differenzierter wahrgenommen. Jedenfalls habe ich keine Erinnerung mehr daran, was an diesem Tag sonst noch war. Nur

das Gefühl existenzieller Bedrohung

kann ich sofort wieder abrufen.

Am nächsten Tag fiel mein Blick auf das Buch „Switch Words“, das auf meinem Sofa immer in Griffnähe liegt. Richtig, da war doch diese Switchword-Kombination zum Anziehen von Geld! Mit dem anziehen von Geld über Switchwords habe ich schon gute Erfahrungen gemacht. Das habe ich gleich mal intensiv vor mich hingesagt. Im Laufe des Tages bekam ich dann einen größeren Lektoratsauftrag.

Mir wurde klar, dass, selbst, wenn ich meine Reserve hergeben muss, ich eine neue Reserve aufbauen kann. So ist es eben mit dem Geld, es geht mal auf, mal ab. Aber solange ich lebe, geht es eben auch immer weiter. Ich bin nicht mehr ausgeliefert. Ich kann durchaus etwas unternehmen, selbst wenn ich die Forderung nicht ändern kann.

Am schlimmsten ist nämlich die Angst

Die Angst alles zu verlieren. Das Gefühl existenzieller Bedrohung. Das Gefühl ausgeliefert zu sein.

Das Problem ist:

Angst unterbricht den natürlichen Geldfluss

Man zieht ja immer das in sein Leben, was man ausstrahlt. Wenn ich nun nur doch denke: „Ich schaffe das niemals, ich werde immer im Mangel leben“, dann wird es passieren. Ich selbst habe den Großteil meines Lebens ja so gelebt, aber habe zum Glück ja mittlerweile gelernt und erfahren, dass es auch anders geht. Und dass das viel mit Ausstrahlung und eigenen Glaubenssätzen zu tun hat.

Eine anleitung zum Klopfen zu Geldmangel

Also habe ich eine Audio zum Klopfen, die

Geldmangel-Notfalldatei Mitklopfdatei (MP3,

erstellt für künftige Geldmangel-Notfälle. Die habe ich ein paar Tage lang geklopft. Danach war ich in der Lage, der Steuerberaterin ihre Unterlagen zurückzuschicken und mir zu überlegen, wie ich mit den Geldsorgen umgehen soll. Interessanterweise hat

sich mein Blickwinkel für die Situation vollkommen verändert.

Die Bedrohung ist weg. Statt dessen sehe ich das ganze jetzt als eine Herausforderung, wie eine etwas schwierige Aufgabe, die ich bewältigen muss. Ich habe mich schon mehrfach dabei ertappt, dass ich vor mich hin sage: „Ich schaffe das!“ und ich habe mittlerweile überhaupt keinen Zweifel mehr daran, dass es so sein wird. Ich darf nur keine Angst haben …

Ich habe ein nettes Orakel mit dem Spruch „Wenn das Leben dir Zitronen anbietet, mache Limonade draus.“

Darum biete ich Ihnen die Geldmangel-Notfall-Mitklopfdatei für Ihre Mangel-Notfälle für kleines Geld an. Sie können Sie immer wieder hören und klopfen, wenn Sie sie brauchen. Bei mir war es sicherlich auch nicht das letzte Mal 😉

Darum geht es in der Mitklopfdatei:

  • Ängste wegen der Mangelsituation auflösen
  • Sich für einen anderen Umgang mit dem Thema öffnen
  • sich dafür öffnen, alte, negative Mangel-Glaubenssätze loszulassen und neue Glaubenssätze zu installieren
  • sofort neues Geld anziehen.

Falls Sie sich nun fragen:

warum ich die Datei nicht einfach verschenke?

  • Lt DSGVo darf ich keine sog. „Freebies“ mehr im Austausch gegen E-Mail-Adressen verschicken.
  • Im Zuge der Bearbeitung meiner eigenen Glaubenssätze habe ich mich ein für alle Mal dafür entschieden, das ich es verdiene für meine Arbeit bezahlt zu werden (außerdem habe ich ein kostenloses Angebot zum Lernen der Klopfakupressur)
  • Es ist wichtig, in sich selbst, in die persönliche Weiterentwicklung zu investieren (bei mir war dies der erste Schritt aus dem Geldmangel heraus!)

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie auf der Shop-Seite in die Kommentare schreiben, in welcher Form Geld für Sie gekommen ist.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen entspanntes Empfangen.
Von Herzen,
Monika Richrath

Bildnachweise: Pixabay

Auch alte Wunden können heilen – eine Rezension

Auch alte Wunden können heilen – eine Rezension

Auf dieses Buch habe ich lange und ungeduldig gewartet. Dass ich es erst jetzt besprechen kann, hat mit eigenen unerwarteten Entwicklungen in meinem Leben zu tun, die mir seit letztem Jahr vor die Füße fallen. So habe ich den Erscheinungstermin des Buches verpasst, obwohl ich Dami Charf schon eine ganze Weile folge …

 Um es gleich vorweg zu nehmen: Für mich ist „Auch alte Wunden können heilen“

DAS Buch des Jahres 2019.

Weil es eine Erklärung liefert für mein ganzes Leben. Und wenn Sie hochsensibel sind (wovon ich jetzt mal ausgehe, da Sie diesen Artikel auf meinem Blog für hochsensible Menschen lesen), könnte es auch IHR Buch des Jahres werden. Auch wenn der Begriff „Hochsensibilität“ kein einziges Mal fällt. Warum also? Ich hatte ja geschrieben, dass ich Dami Charf schon eine Weile folge, immer wieder habe ich auf Ihrem Blog herumgestöbert, einige ihrer zahlreichen Videos verteile ich sogar im Netz weiter, weil sie mir so gut gefallen. Irgendwann habe ich ihr mal geschrieben und angefragt, ob sie nicht Lust hat, einen Gastbeitrag für meinen Blog zum Thema Trauma und Hochsensibilität zu schreiben. Dazu kam es damals leider nicht, weil sie mit dem Buch beschäftigt war. Schließlich veröffentlichte sie einen Videoclip, in dem sie erklärte, dass ihrer Meinung nach

Hochsensibilität durch Trauma

ausgelöst wird. Damals war ich irgendwie empört – selbst, wenn für mich auch damals schon durch die Arbeit mit meinen hochsensiblen Klient*innen ein gewisser Zusammenhang offensichtlich war. Nun, nach der Lektüre weiß ich, was sie gemeint hat damit.

„Auch alte Wunden können heilen“

ist in drei Teile gegliedert. Im ersten Teil geht es um frühe Verletzungen und wie sie sich auf unser Leben auswirken, im zweiten Teil geht es um die 5 Lernaufgaben, die wir im Leben haben und im dritten Teil geht es um die Integration traumatischer Erfahrungen. Dabei geht es im wesentlichen weniger um Schocktraumata, die sich auf einmalig auftretende Ereignisse beziehen, sondern um sog. Entwicklungstraumata, die sich auf immer wiederkehrende Ereignisse im Zusammenhang mit Bindung beziehen und permanenten Stress auslösen. Dabei geht es z. B. darum, in welchem Bindungsmuster wir aufgewachsen sind, wie die Interaktion zwischen uns und unseren Eltern oder Beziehungspersonen ausgesehen hat, welche emotionale Färbung sie hatte usw. Ganz wichtig ist, dass es sich dabei häufig um Erfahrungen handelt, die aus dem vorsprachlichen Bereich kommen und schon sehr früh die Art und Weise prägen, wie wir uns und die Welt wahrnehmen. Von unseren Erfahrungen hängt es ab, wie gut wir später mit

den 5 Lernaufgaben zurechtkommen:

  1. Sicherheit und Willkommensein
  2. Bedürfnisse und Sattwerden
  3. Hilfe annehmen können
  4. Selbstständigkeit und Verbundenheit
  5. Liebe und Sexualität.

Für mich war

die überraschendste Erkenntnis

diese: wenn Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach problematisch sind, können die betroffenen Menschen

nicht im Leben ankommen,

sie haben dann vielleicht ihr ganzes Leben lang das Gefühl, fremd und ANDERS zu sein, empfinden sich als einsam und wertlos. Aber es geht noch weiter: Babies, die nicht wirklich willkommen geheißen wurden, gleich nach der Geburt, oder kurz danach alleine gelassen wurden oder vielleicht schmerzhafte Erfahrungen machen mussten,

ziehen sich aus ihrem Körper zurück.

Sie landen weder in sich selbst richtig, noch in der Welt. Darum gibt es später so häufig ein Problem mit Grenzen. Und darum spüren viele der Betroffenen andere Menschen viel besser als sich selbst … Kommt Ihnen das bekannt vor? Auf mich hat jedenfalls fast alles gepasst wie die Faust aufs Auge und ich habe mich beim Lesen fast ununterbrochen gewunden.

Das Buch ist sehr angenehm geschrieben. Ich fand praktisch in jedem Satz Weisheit und Erkenntnis. Nebenbei erfährt man eine Menge spannender Dinge, z. B.:

Was ist Neurozeption?

Was geschieht bei Dissoziation? Welche Symptome weisen auf ein Trauma hin? usw. Ganz besonders hat mir gefallen, dass Dami Charf auch immer wieder kleine Dinge aus ihrem Leben erzählt, das ist äußerst sympathisch und authentisch. Der Untertitel des Buches lautet: „Wie Verletzungen aus der Kindheit unser Leben bestimmen und wie wir uns davon lösen können.“ Eins ist sicher:

Das geht nur über den Körper.

Darin sind sich Traumaforscher offenbar einig. Das Vermeidenwollen von Schmerz führt zur Abspaltung des Körpers und zu Anspannung. Dies führt aber leider langfristig zu einer Abkopplung von Lebendigkeit überhaupt.

Es gilt sich die Lebendigkeit zurückzuerobern.

Durch bewusste Körperwahrnehmung über alle Sinne z. B. Das klingt nach einem langen und mühseligen Prozess, aber nach allem, was ich über Traumaforschung bisher erfahren und gelernt habe, gibt es keinen anderen Weg. Klopfen, bzw. die Klopfakupressur ist übrigens auch eine Form der Körperarbeit.

Mein einziger Kritikpunkt 

für dieses Buch liegt in seinem Ende. Nirgendwo erklärt Dami Charf genau, wie die Methode Somatic Experiencing, mit der sie arbeitet, eigentlich aussieht. Das zu wissen wäre auf jeden Fall interessant gewesen. Und ich hatte das Gefühl, dass sie selbst sich in diesem letzten Kapitel zurückzieht, irgendwie verschwindet, das fand ich auch schade, aber eher für die Autorin.

Trotzdem empfehle ich Ihnen das Buch ganz uneingeschränkt. Ich bin sicher, Sie werden den größtmöglichen Nutzen für ihr Leben daraus ziehen …

Wie ging es Ihnen beim Lesen dieses Buches? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße, Ihre Monika Richrath

Bild von congerdesign auf Pixabay

Eine Frage der Identität

Eine Frage der Identität

Haben Sie eine Vorstellung davon, mit welcher Identität Sie durchs Leben gehen, bzw. Sie angenommen haben? Da Sie hier auf einem Blog für hochsensible Menschen sind, wäre es gut möglich, dass Sie sich als hochsensiblen Menschen identifizieren. (Ich tue es jedenfalls definitiv).

Aber was heißt das eigentlich?

Heißt das, dass Sie sich als Seelenflüster*in sehen, oder doch eher als scheues Reh  oder als einsamer Wolf? Als Lastenträger*in, als Schaman*in oder Heiler*in, als jemand mit Superkräften oder als jemand, der von Gott und der Welt verlassen wurde?

Ganz bewusst habe ich übrigens hier auch mal sehr positive Ausprägungen aufgeschrieben von Dingen, bei denen Hochsensibilität äußerst nützlich ist. Ich finde es ziemlich befremdlich, dass immer dann, wenn ich Artikel veröffentliche, in denen es um die guten Seiten der Hochsensibilität geht, sie viel weniger gelesen werden als „Leidensartikel.“ Das finde ich ganz schön bitter. Ich habe mich schon öfter gefragt, ob hochsensible Menschen besonders gerne leiden – aber ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass es vermutlich eher eine Identitätsfrage ist, bzw.

was man damit verbindet.

Fragen Sie fünf HSP, was Hochsensibilität für sie bedeutet, Sie bekommen sieben verschiedene Antworten – mindestens.

Was bedeutet „Identität“ eigentlich?

Das Wort kommt aus dem Lateinischen, vonīdem ‚derselbe‘, ĭdem ‚dasselbe‘. Der Duden bezeichnet damit 1. „die Echtheit einer Person oder Sache; völlige Übereinstimmung, mit dem was sie ist, oder als was sie bezeichnet wird“, 2. „als ‚Selbst‘ erlebte innere Einheit der Person.“

Wenn Ihnen das zu kompliziert erscheint, probieren Sie mal, Sätze über sich selbst zu formulieren, die beginnen mit „Ich bin der/die …“, so können Sie Ihren Identitäten auch auf die Spur kommen.

Identität als Zugehörigkeit

Da viele, viele hochsensible Menschen sich häufig ausgegrenzt, unverstanden, isoliert fühlen, und große Erleichterung erleben, wenn sie überhaupt (vielleicht erstmals) von dem Konzept der Hochsensibilität erfahren, liegt es absolut auf der Hand, die Identität einer hochsensiblen Person anzunehmen. Ich glaube übrigens, dass das kein bewusster Prozess ist. Vielleicht geschieht das schon in dem Augenblick, in dem einem bewusst wird, dass man „dazugehört“. Ich selbst bilde da absolut keine Ausnahme. Bestimmt vergesse ich niemals die zehn Zentner Steine, die von meiner Seele fielen im Moment der Erkenntnis. Das war wie eine Erlösung. Ich bin gar nicht so schräg und seltsam, es gibt Gründe dafür …Gründe, die nicht in meiner Macht stehen …!

Vom sozialen und emotionalen Standpunkt aus gesehen ist es auch notwendig, dass wir uns mit anderen Menschen verbinden. Wir brauchen andere Menschen, wir brauchen Verbindung. Ohne können wir nicht leben. Wir brauchen ebenfalls unbedingt Verständnis und das Gefühl, angenommen zu werden.

Keiner versteht Sie?

Wenn niemand Sie verstehen kann in Ihrem sozialen Umfeld, weil Ihre erlebte Wirklichkeit sich so krass von denen der anderen unterscheidet, wäre es eine supergute Idee, sich Gleichgesinnte zu suchen. Sie wissen nicht wo Sie diese Menschen finden können? Auf der Seite von hochsensibel.org finden Sie jede Menge Adressen von Gruppen etc. Ein paar Stunden unter Gleichgesinnten zu verbringen kann sich durchaus wie „Angekommen“ anfühlen. Dennoch sollten Sie da einfach nicht stehenbleiben. Wenn es keine

bewusste Auseinandersetzung mit der Hochsensibilität

gibt, wird es langfristig auch keine Veränderung geben. Dabei bringt Hochsensibilität jede Menge Lebensaufgaben mit sich, die in Angriff genommen werden wollen, wenn sich etwas zum Positiven verändern soll. Und wenn man das nicht anfängt, kann man in einer

Identitätsfalle

feststecken bleiben (Dies ist natürlich meine persönliche Meinung).  Wobei dies natürlich davon abhängt, was Sie eigentlich mit Ihrer hochsensiblen Identität verbinden? Nach allem, was ich so in den sozialen Netzwerken sehe und erlebe, leider eher meistens Dinge, die als „negativ“ erlebt werden. Das Problem dabei ist, dass, wenn wir einmal eine Identität angenommen haben, diese oft an uns klebt wie eine zweite Haut, die wir uns scheuen loszulassen.

In längeren Klopfakupressur-Coachings kommen wir nach ein paar Sitzungen häufig an den Punkt, wo es darum geht, eine Identität loszulassen, z. B. eine Identität als jemand, der sich niemals abgrenzen kann oder Dinge tut, die nur seinem eigenen Vergnügen dienen usw. Das ist äußerst angstbesetzt, weil man sich schon so mit der angenommenen Identität identifiziert, dass man das Gefühl hat, ohne sie sei man nichts mehr.

Ein Beispiel: jemand, der vielleicht unbedingt abnehmen will, schafft das nicht, weil er oder sie das Gefühl hat, dass von ihm/ihr nichts übrigt bleibt, wenn er/sie die Identität als dicker Mensch aufgibt … diese Angst vor Identitätsverlust ist ein sehr starker Motor, der uns von vielem abhält und kann sehr viel Stress erzeugen. Dabei haben wir ganz sicherlich sehr viele Identitäten. Und diese sind keinesfalls so festgeschrieben, wie wir glauben.

Meine Frage an Sie:

können Sie Ihre hochsensible Identität verändern?

Oder erweitern? Oder muss alles so bleiben wie es ist? Können Sie sich erlauben, jemand anderer zu werden (vielleicht eine andere Identität anzunehmen) und trotzdem hochsensibel zu bleiben? Können Sie sich vorstellen (ganz ketzerisch), dass es irgendwann in Ihrem Leben vielleicht mal gar keine Rolle mehr spielt ob Sie hochsensibel sind oder nicht?

Ich bin sehr gespannt auf Ihre Antworten. Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

Bild von cocoparisienne auf Pixabay

Kein Gefühl für Grenzen?

Kein Gefühl für Grenzen?

Ich vermute (glaube eigentlich eher), dass hochsensible Menschen eine ganz besondere Beziehung zu Grenzen haben. Mir fallen da vor allen Dingen drei verschiedene Aspekte ein:

 

Ein Aspekt: Das kennen bestimmt fast alle Hochsensiblen sehr gut: das Gefühl,

dass andere permanent unsere Grenzen überschreiten.

Dies kommt praktisch andauernd vor. Im Supermarkt, wenn die Person hinter uns zu sehr auf die Pelle rückt, wenn andere ihren emotionalen Müll bei uns abladen, wenn uns dauernd neue Arbeit aufgedrängt wird, wenn andere uns unerfüllbare Aufgaben aufbürden, wohl wissend, dass sie unerfüllbar sind, wenn niemand uns Ruhe gönnen will, wenn unsere Kinder dauernd an uns zerren, damit wir mit ihnen spielen usw.

Manchmal kann sich das ganze Leben überhaupt wie eine einzige riesige Grenzüberschreitung anfühlen. Dann sind wir offenbar schon an jenem besonderen Punkt angekommen, an dem sich die Stressspirale immer weiter nach oben schraubt und uns einfach alles nervt. Dann erleben wir uns häufig als besonders ohnmächtig, weil wir offenbar nichts tun können, um diesen Zustand zu ändern (Gibt es aber doch: Wenn Sie an diesem Punkt sind, könnten Sie es mal mit der Klopfakupressur probieren, um wieder herunterzukommen auf ein normales Stresslevel).

Ein weiterer Aspekt:

Wir selbst können uns nicht abgrenzen.

Sehr, sehr, sehr viele hochsensible Menschen haben ein echtes Problem damit, sich abzugrenzen.  Es vergeht quasi kein Coaching, ohne dass dieser Punkt auf den Tisch kommt.

Die Ursachen sind äußerst vielfältig

Wenn ich von mir selbst ausgehe, kann ich sagen, dass es den Großteil meines Lebens (ich meine, mehr als 2/3) mir überhaupt nicht möglich war, NEIN auch nur zu denken, geschweige denn zu sagen.

Ansprüche und Anforderungen anderer abzulehnen war einfach ein Ding der Unmöglichkeit.

Denn ich dachte: wenn ich die Anforderungen der anderen nicht erfülle, werde ich nicht geliebt. Dann würde der Berg der ohnehin schon empfundenen Ablehnung der Umwelt (von der ich heute übrigens gar nicht mehr so recht weiß, ob er tatsächlich existierte) noch weiter anwachsen und das erschien mir unerträglich.

Im letzten Jahr habe ich mich sehr intensiv mit meiner Vergangenheit beschäftigt

Früher habe ich immer gedacht, ein Geheimnis müsse meine Geburt umranken, ein tragisches Ereignis, eine grandiose Erklärung für das sehr deutliche Gefühl, nicht wirklich gewollt gewesen zu sein. Was ich herausgefunden habe: es gibt kein solches tragisches Ereignis. Nur tragischen Alltag. Und tragische Überforderung. Während mein Vater verzweifelt versuchte, mit dem Leben zurecht zu kommen und dies nur schaffte, indem er von einem Nervenklinikaufenthalt zum nächsten reiste, kämpfte meine sehr junge Mutter in dieser Zeit alleine mit dem stressigen Alltag einer alleinerziehenden Mutter zweier kleiner Mädchen. Und dann noch ich im Anmarsch. Ich kann es ihr heute nicht verdenken, dass sie sich nicht wirklich auf mich gefreut hat, natürlich nicht. Das Gefühl aber bleibt, scheint irgendwie in mir eingefroren zu sein.

Ich habe übrigens schon verschiedene Versuche unternommen, dieses Gefühl aufzulösen, den großen Durchbruch hat es aber bislang noch nicht gegeben.

Für mich ist jedenfalls dieses Grundgefühl nicht wirklich willkommen zu sein, der Motor gewesen, nicht NEIN sagen zu können.

Ich habe immer alles gemacht, was man mir an- und aufgetragen hat und ich habe niemals hinterfragt, warum ich das eigentlich mache. Sehr lange Zeit jedenfalls nicht. Für meine Arbeitgeber war das immer äußerst praktisch. Ich habe für 3 gearbeitet (in einem Fall wurde tatsächlich einem Mitarbeiter gekündigt, damit ich seine Arbeit mitmache!) Kein Wunder, dass ich so mehrere Burnouts erwirtschaftet habe.

Dazu kam auf jeden Fall auch noch das Gefühl, nicht und nie in Ordnung zu sein. Heute verbinde ich dies vor allen Dingen mit der Hochsensibilität, aber es gibt natürlich auch noch andere, familiär bedingte Konstellationen und Aspekte.

Wichtig ist dabei vor allen Dingen eins: Wenn wir nicht lernen, uns abzugrenzen

verhalten wir uns selbst anderen gegenüber grenzüberschreitend,

natürlich nicht immer, aber häufig. Es hängt eben davon ab, wie gut wir es gelernt haben, uns auf gesunde Art und Weise abzugrenzen. Wenn nicht, können die Formen der Grenzüberschreitungen die unterschiedlichsten Formen annehmen:

indem wir über andere bestimmen oder versuchen sie zu kontrollieren oder auf andere Weise zu manipulieren, indem wir überhaupt nicht wahrnehmen können, wie es sich für andere anfühlen mag, wenn wir uns ihnen gegenüber so und so verhalten (trotz einer grundsätzlichen Empathiefähigkeit). Manchmal ist das eigene Leid oder die eigene Bedürftigkeit eben größer …

Meine eigene sehr schräge Erfahrung ist, dass Therapeut*innen sich besonders häufig grenzüberschreitend verhalten, aber vielleicht ist dies eigentlich verständlich. Ich habe irgendwo mal gehört oder gelesen, dass Therapeut*innen häufig Therapeut*in werden, weil sie eigentlich selbst Hilfe benötigen. Mir erscheint das äußerst logisch.

Abgrenzen kann und muss man üben.

Immer und andauernd. So wie jetzt! Eigentlich habe ich heute Abend noch sehr viel zu tun und zu erledigen. Aber trotzdem wollte ich Sie am Sonntag nicht ohne einen Blogbeitrag lassen (so im Laufe der Zeit entwickele ich doch eine Art Blogger-Ehrgeiz), von daher grenze ich mich mal definitiv ab gegen meine eigenen Ansprüche. Darum bekommen Sie diese Woche nur einen kurzen Artikel …

Wie gut können Sie sich abgrenzen? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

Bild von Thomas B. auf Pixabay 

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