Entwicklungstrauma heilen: Klopfen mit dem Vagus Nerv

Entwicklungstrauma heilen: Klopfen mit dem Vagus Nerv

Wie kann man Entwicklungstrauma durch belastende Kindheitserfahrungen mit Klopfen heilen? Geht das überhaupt? Und was hat der Vagusnerv mit alldem zu tun?

Die Frage, wie man Entwicklungstrauma heilen kann

wird im Netz oft gestellt. Bevor ich darauf eingehe (und auch, wie man das erreichen kann) stellt sich natürlich die Frage:

Was ist ein Entwicklungstrauma eigentlich?

Um Resilienz zu entwickeln und adäquat auf das Leben und die Welt reagieren zu können, müssen wir gewisse (emotionale) Lernerfahrungen machen, z. B. die Erfahrung auf dieser Welt willkommen zu sein, angenommen werden,  geliebt, geborgen zu sein usw. Nun ist es aber so, dass viele von uns Eltern haben, die durch den zweiten Weltkrieg, den sie als Kind oder Jugendliche:r erlebt haben, ein Trauma erlitten und diese Traumatisierung nicht aufgearbeitet haben. Für viele von uns bedeutet dies, dass wir als Kind zu wenig Aufmerksamkeit bekommen haben.

Zu den Symptomen der Traumafolgen gehören

z. B. ein Gefühl der Entfremdung anderen gegenüber, stark schwankende Gefühle anderen gegenüber sowie eine gewisse Ich-Bezogenheit. Kurz: Das, was wir für eine gute Entwicklung gebraucht hätten, haben wir von unseren Eltern nicht in dem Maß bekommen können, in dem es nötig gewesen wäre. Sie waren meistens zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Dies führt zu Störungen in der eigenen Entwicklung.

Zum Beispiel wird dadurch unsere Stressreaktion verändert. Nicht selten führt ein Trauma zu einer Aktivierung einer permanenten Kampf- oder Flucht-Reaktion. Dies wiederum führt zu Stoffwechselveränderungen im Gehirn, was sich zunächst auf das Gehirn insgesamt nachteilig auswirkt und letztendlich eben auch auf die kognitive und psychosoziale Entwicklung.

Entwicklungstrauma wird auch als Bindungstrauma bezeichnet.

Denn ein ein sehr großer Teil der Beeinträchtigungen bezieht sich auf unser Verhältnis zu anderen Menschen und auch auf unsere Beziehung zu uns selbst. Wir tun uns schwer mit Selbstakzeptanz und Selbstliebe, stellen die Bedürfnisse anderer über unsere eigenen, können uns häufig nur sehr schwer abgrenzen, haben häufig Schwierigkeiten Beziehungen aufzubauen.

Ebenso gibt es körperliche Symptome als Traumfolgestörung.

(Fast alle Menschen, die wegen eines besseren Umgangs mit Hochsensibilität zu mir gekommen sind, litten an einer Nebennierenschwäche, viele ebenfalls an einer chronischen Eppstein-Bar-Infektion, Hashimoto Thyreoiditis usw. …)

Vor einiger Zeit habe ich auf meinem Blog das Buch „Der Selbstheilungsnerv“ von Stanley Rosenberg vorgestellt. In dem Buch stellt Stanley Rosenberg uns die Polyvagal Theorie von Stephen Porges vor.

Laut der von Stephen Porges entwickelten Polyvagal-Theorie gibt es nämlich 3 Nervenkreisläufe (statt wie bisher angenommen 2): Der vordere Ast des Vagus Nerves, der für positive Entspannungszustände, Zugewandtheit und soziales Engagement sorgt, der Grenzstrang des Sympathikus, der bei Angriff oder Flucht aktiviert wird und der hintere Ast des Vagus, der für

Verlangsamung, Abschaltung und depressives Verhalten

sorgt.

Diese 3 Kreisläufe regeln unsere Körperfunktionen und helfen uns, einen konstanten, inneren Zustand aufrechtzuerhalten. Und sie hängen auch mit unseren emotionalen Zuständen zusammen (vielleicht hast du bei “Abschaltung, depressives Verhalten” schon aufgemerkt!) Diese Zustände wiederum steuern unser Verhalten.

Eine Trauma Folge ist die chronische Aktivierung des hinteren Vagus.

Der sorgt dafür, dass wir uns dem Leben entfremdet oder vom Leben abgeschnitten fühlen, oder dass wir uns nicht wirklich selbst leben.

Jetzt kommen wir zurück, zu der Frage:

Kann man ein Entwicklungstrauma heilen?

Es ist die falsche Frage. Bzw. vermutlich verknüpft mit den falschen Vorstellungen und Bedingungen. Was bedeutet es „geheilt zu sein“? Ist dann alles so wie vorher? Wird dann schlagartig alles gut? Nun – das wird es nicht. Eine Heilung im herkömmlichen Sinn, so, wie man von einer Krankheit geheilt wird, findet nicht statt. Es geht vielmehr darum, die erlebten belastenden Kindheitserfahrungen zu integrieren, in die eigene Biografie, in das eigene Selbst, ins eigene Leben und dadurch bzw. damit zu wachsen.

den vorderen Vagus beklopfenHier kommt die EFT Klopftechnik für Hochsensible ins Spiel.

Durch das Klopfen wird nämlich der vordere Vagus Ast aktiviert, der Ast, der für positive Entspannungszustände, Zugewandtheit und soziales Engagement zuständig ist. Da eine Folge von Entwicklungstrauma aber ist, dass der hintere Vagusast chronisch aktiviert ist, ist es also sehr förderlich, auf dem vorderen Vagus Ast zu klopfen, um dem Körper so nach und nach beizubringen, die Aktivierung des hinteren Vagus Astes aufzugeben.

Ich weiß natürlich nicht, wie alt du bist, wenn du diesen Artikel liest. Aber wenn du mit belastenden Kindheitserfahrungen aufgewachsen bist, ist es sehr wahrscheinlich, dass diese sich über Jahrzehnte in dein System eingeschrieben haben. Und es wird dir einleuchten, dass es etwas vollkommen anderes braucht als ein bisschen Sätzeklopfen hier und da, um wirklich etwas für dein Leben zu verändern. Dazu braucht es gewisse Dinge. Bereitschaft, wirklich etwas für dich verändern zu wollen und Ausdauer.

Genau aus diesem Grund habe ich

meinen online Kurs zum Thema Hochsensibilität, den Intensivkurs

entworfen. (Ich gebe zu, es war vielleicht nicht so schlau, ihn Intensivkurs zu nennen!) Denn eigentlich ist es eher eine Reise, die du zu dir selbst machst. Die Reise dauert ein Jahr – denn das ist ein minimaler Zeitraum für eine wesentliche Veränderung durch das Klopfen. Im Laufe der Reise kannst du die wichtigsten Lernerfahrungen, die du in den belastenden Kindheitserfahrungen gemacht hast, verändern und/oder auflösen. Indem du zuhause für dich klopfst, und zwar ganz spezielle positive Impulse, die genau auf dich zugeschnitten sind.

Ich bin deine Lotsin in diesem Prozess und sorge dafür, dass das Klopfen für dich jederzeit sicher ist. Ein unglaublich heilsamer Aspekt auf dieser Reise ist das Erleben der Gemeinschaft von Gleichgesinnten, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben wie du. Zusammen bilden wir einen sehr tragfähigen Boden. Zweimal im Monat kommen wir online zusammen, beklopfen gemeinsam das entsprechende Modulthema oder tauschen uns aus über das Klopfen oder anderes.

In einem sicheren, geschützten, triggerfreien Raum.

Ohne über das zu sprechen, was wir erlebt haben.

Wie schön das ist, illustriert vielleicht die Tatsache, dass meine erste Kursgruppe, die das Jahr jetzt um hat, noch mit mir weitermachen will – eine bessere Reklame kann ich mir nicht vorstellen!

Der Kurszugang ist vom 21. bis 27. April 2023 geöffnet und hat Platz für 10 Teilnehmer:innen. Es gibt allerdings ein paar Grundvoraussetzungen: du solltest in der Lage sein, vor der Kamera mit einem Bild zu erscheinen und in ein Mikrofon zu sprechen. Unsere Meetings werden für die Teilnehmer:innen aufgezeichnet, auch das sollte kein Problem für dich sein.

Eventuell besteht die Möglichkeit, zu einem geringeren Betrag teilzunehmen. Schreibe mir ggfs an eftloesung@gmail.com. Warte aber nicht bis zum letzten Moment damit.

Schau dir einfach die Seite mal an und die schönen Testimonals bisheriger Teilnehmer:innen. Macht dir das nicht Lust, auch auf eine Reise zu dir selbst zu gehen?

Von Herzen,

 

Unterschrift Monika Richrath

Von Selbstregulation und Selbstwirksamkeit

Von Selbstregulation und Selbstwirksamkeit

Letzte Woche hatte ich ein sonderbares Erlebnis in Sachen Selbstregulation und Selbstwirksamkeit. Ich bin immer noch verblüfft, wie schnell eine stabile innere Landschaft bei entsprechenden Reizen von außen instabil wird … Aber der Reihe nach.

Mein Personalausweis war abgelaufen.

Also habe ich mir bei der Stadtverwaltung meiner Stadt einen Termin besorgt. Ich habe mir ein Buch eingesteckt, weil ich noch gut in Erinnerung hatte von meinem letzten Besuch, dass mit Wartezeiten zu rechnen ist.

Sehr zufrieden habe ich registriert, dass im Wartebereich seit dem letzten Mal aufgrund von Corona die Sitzplatzmöglichkeiten aufgestockt wurden. Endlich nicht eingepfercht sein in zu enge Sitzgelegenheiten mit zu viel Nähe zu Menschen, denen ich nicht so nah sein möchte …

Ich habe mich also hingesetzt, versucht mein Buch zu lesen (war gar nicht so einfach, wegen der Maske konnte ich die Lesebrille nicht aufsetzen). Ich habe versucht, die sehr reizintensive Umgebung auszublenden.

Wegen meiner Hochsensibilität bzw. Hochsensitivität war das alles andere als einfach.

Überall hingen große Anzeigentafeln, auf denen Nummern standen und die Schalter für diese Nummern. Und mit einem sehr lauten Ping erschienen in kurzen Abständen immer neue Nummern. Meine Nummer lautete @4453.

Ich bin von einer Wartezeit von mindestens 20 Minuten ausgegangen und habe zunächst versucht, diese Tafeln zu ignorieren. Nicht nur die Geräusche, sondern auch die damit verbundene Bewegung auf den Tafeln und die Bewegung der Menschen um mich herum. Das ging ganz gut, solange ich lesen konnte. Leider nicht sehr lange, weil meine Augen ohne die Brille schnell müde wurden. Und ab dem Zeitpunkt, wo ich eigentlich meinen Termin hatte, musste ich natürlich auch auf die Tafel gucken.

Dann ging es so. Ein Pling ertönt: ich hebe den Blick, sehe zur Tafel, nicht meine Nummer, ich senke den Blick wieder, lese zwei, drei Worte, der nächste Pling ertönt, ich muss wieder gucken …

Sofort ist alle Selbstregulation futsch.

Relativ schnell habe ich mein Buch weggelegt, weil das Lesen so unmöglich wurde. Ich habe versucht, dort entspannt zu sitzen und auf meine Nummer zu warten. Unmöglich.

Ich weiß eigentlich (also rational), dass die Zahlen nicht in einer logischen Reihenfolge aufgerufen werden, aber als die Zahl @4479 aufgerufen wurde, begann ich richtig in Stress zu geraten. (Vermutlich war ich durch

die totale Reizüberflutung

schon ziemlich destabilisiert!) Ein Teil von mir begann sich zu fragen, wieso die 44er-Reihe jetzt schon schon so weit fortgeschritten ist. Hatte ich etwas verpasst, war meine Zahl doch schon aufgerufen wurden, während ich gelesen hatte?

Richtig schlimm wurde es, als dann nach und nach Zahlen auftauchten, die sich um meine Zahl herum bewegten @4449, @4450, @4451, @4452 … und dann plötzlich @4456, @4457 …

hochsensibler mann von zahlen überwältigtMittlerweile befand ich mich in einem Zustand hochgradiger Verwirrung.

Immer wieder habe ich mein Handy rausgekramt um mich zu vergewissern, dass meine Zahl wirklich @4453 ist. Ich habe natürlich gemerkt, dass etwas vor sich geht. Irgendwie hatte sich mit der Verwirrung ein großer Zweifel auf mich gelegt. War das wirklich meine Nummer? Warum kam die denn nicht? Warum alle anderen zuerst? Hatte man mich vergessen? Was mache ich eigentlich hier? Soll ich nicht wieder gehen? Brauche ich wirklich einen Personalausweis, ich habe doch einen gültigen Reisepass …

Und irgendwo hat ein Teil von mir registriert, dass es sich anfühlte wie in einer Art Traumazustand. Ein Gefühl, wo man sich selbst total in Frage stellt. Ein Gefühl, das definitiv zu tun hat mit

belastenden Kindheitserfahrungen, Vulnerabilität und Entwicklungstrauma.

Es fühlte sich an wie z. B. eine Situation, wo man sich fragt, ob man das Recht hat, etwas für sich zu tun und sich zum Beispiel abzugrenzen gegen jemandem, dem es schlecht geht. Vielleicht kennst du das ja. Vielleicht hast du dich dann auch schon gefragt: Darf ich das? Und wenn man sich diese Frage nur lang genug stellt, kommt diese Verwirrung über einen gekrochen.

In solch einem Zustand befand ich mich dann jedenfalls.

Für mein Empfinden hat es unendlich lang gedauert.

Bis plötzlich die @4453 oben auf dem Bildschirm erschien.

Und sofort war alles wieder gut. Ich sprang auf und lief zu meinem Schalter.

Meine Selbstregulationsfähigkeiten waren wieder da.

Sofort habe ich die Sachbearbeiterin in ein Gespräch über Augenfarben verwickelt. Das habe ich natürlich ganz automatisch gemacht, nicht bewusst, aber ich denke, ich war irgendwie getrieben von dem Wunsch, wieder Selbstwirksamkeit zu erfahren. Ans Klopfen habe ich in dieser Situation leider nicht gedacht, dabei wäre das so gut gewesen …vor allem am Notfallpunkt.

Ich glaube,

es wurden außerdem Ohnmachtsgefühle angetriggert.

Weil ich dieser Situation nicht entfliehen konnte. Weil ich warten musste, bis meine Zahl kommt (trotz des Zweifels).

Tatsächlich hat es dann ziemlich lange gedauert, bis ich wieder nach Hause gehen konnte, weil der Scanner meine Finger nicht einscannen wollte.

Als ich nach Hause fuhr, ging es mir wieder gut.

Allerdings hat mich so ein Abglanz dieser sonderbaren Verwirrung noch ein paar Tage lang begleitet. Wie eine Art Schatten. Und ich bin nach wie vor verblüfft, wie schnell es gehen kann, von einem stabilen Zustand in einen instabilen Zustand zu kommen. Aber auch:

wie schnell es geht dann wieder von dem instabilen in den stabilen Zustand.

Und das ist ja letzten Endes das, was man erreichen kann, wenn man mit Entwicklungstrauma bzw. Bindungstrauma zu tun hat. Es geht nicht darum, das Entwicklungstrauma zu heilen, sondern zu lernen, so mit den Folgen umzugehen, dass sie das eigene Leben nicht beherrschen, sondern handhabbar werden.

Kennst du Situationen, die ähnliche Dinge in dir auslösen? Ich freue mich, wenn du sie mit uns teilst.

Von Herzen,

Unterschrift Monika Richrath

 

 

 

 

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Scham: Die vielen Facetten eines tabuisierten Gefühls – eine Rezension

Scham: Die vielen Facetten eines tabuisierten Gefühls – eine Rezension

Als mir klar geworden ist, dass Scham bei Hochsensibilität in Verbindung mit belastenden Lebenserfahrungen durch Entwicklungstrauma ein sehr wichtiges Thema ist und darum in meinem Intensivkurs nicht fehlen darf, habe ich mich auf die Suche gemacht nach guter Literatur. Das Buch „Scham: Die vielen Facetten eines tabuisierten Gefühls“* hat mich sofort verführt. Konkurrenzlos.

Zum einen durch das Cover. Alleine das Wort

Scham so groß

und in roter Farbe zu lesen, macht etwas mit einem.

Ich finde es unglaublich, wie gut es dem Verlag fischer & gann gelungen ist, das Wesen der Scham optisch darzustellen! Auf der linken Seite befindet sich ein roter Streifen, der langsam in einen größeren, weißen Bereich übergeht. Das ist wie die Scham selbst, die leise und unmerklich in uns einsickert.

Auch die Farbe rot ist gut gewählt, denn das lässt an eine Wunde denken und ich denke die Wunde der Scham haben sicherlich alle, die mit

Hochsensibilität und Bindungs- und Entwicklungstrauma zu tun haben.

Auch der Untertitel „Die vielen Facetten eines tabuisierten Gefühls“ ist extrem gut gewählt. Alleine diesen Titel zu lesen, machte was mit mir.

Plötzlich konnte ich gar nicht mehr verstehen, warum ich mich in 30 Jahren Persönlichkeitsentwicklung noch nie wirklich mit dem Thema Scham beschäftigt habe! Ehrlich gesagt, hatte ich null Vorstellung davon, was Scham eigentlich ist, wo sie herkommt, was sie bewirkt.

Nur wie sie sich anfühlt, wusste ich ganz genau.

Der Autor, der französische Neuropsychiater Boris Cyrulnik, hat selbst ein sehr großes Scham-Thema. Er hat als „verstecktes Kind“ den Holocaust überlebt, musste vorgeben, jemand anderer zu sein …

Ich gebe zu, anfangs war ich etwas nervös, als ich begann, mich in das Buch zu vertiefen. Schon bald habe ich mich entspannt, denn der Text ist ausgesprochen unterhaltsam.  Tatsächlich beleuchtet Boris Cyrulnik in jedem Kapitel

ganz unterschiedliche Aspekte der Scham.

Ganz leicht und spielerisch, plaudernd gar, werden wir Leser:innen dabei mitgenommen. Tatsächlich fand ich das Buch so unterhaltsam zu lesen, dass ich direkt ein bisschen irritiert war:

Darf ein Buch über Scham

Spaß machen?

Ich glaube, dass der Autor mit Absicht diese Erzählweise gewählt hat. Natürlich enthält das Buch für jeden, der ein Scham Thema hat, verschiedene  Scham „Bomben“, aber Cyrulnik versteht es meisterlich, diese zu entschärften, indem er sie in kleine Geschichten und Begebenheiten verpackt und sowieso bestimmte Aspekte nur ganz kurz berührt, um sie in einem anderen Kapitel wieder aufzugreifen.

Ich wurde allerdings nach einer Weile etwas ungeduldig und nervös, weil ich das Gefühl hatte, die Information, die ich suche, entgleitet mir und verschwindet zwischen all den anderen Informationen. Hauptsächlich war ich ja an Scham Aspekten im Zusammenhang mit

belastenden Kindheitserfahrungen, Bindungs- und Entwicklungstrauma

interessiert.

Ich habe dann noch einmal von vorne begonnen und habe in alle Seiten, von denen ich dachte „Ja, das ist interessant für die Art von Scham, die ich suche“, einen kleinen Zettel gesteckt.

Am Ende habe ich mir dann nur die markierten Stellen hintereinander duchgelesen und dann hatte ich die Informationen, die ich suchte. Es war ein wenig so, als hätte ich nicht von links nach rechts, sondern von oben nach unten gelesen. Und es ist sehr schlau, dass der Autor in Informationen so angeordnet hat, denn als ich alles das, was ich als interessant markiert hatte, hintereinander weg las, gingen meine Scham Bomben los. Eine nach der anderen. Ich hatte keine Vorstellung davon,

wie sehr mein Leben durch Scham bestimmt wird.

Weil es ein Gefühl ist, das sich ganz unten verbirgt, am Boden unter allen möglichen Bewusstseinsschichten. Und trotzdem alles durchtränkt irgendwie.

Von daher kann ich nur sagen, dass die vermeintliche Schwäche des Buches seine größte Stärke ist. Boris Cyrulnik hat alles so gut und schön verpackt, dass es nämlich nicht weh tut.

Gut gefallen hat mir auch die Kapitelverteilung mit sehr poetisch klingenden Überschriften, wenngleich ich auch nicht immer einen Bezug zum Inhalt herstellen konnte.

Meine Vermutung ist, dass

„Scham: die vielen Facetten eines tabuisierten Gefühls“*

wohl mehrmals gelesen werden muss, um die Inhalte (von denen ich hier bewusst überhaupt nichts verraten habe) zu erfassen und in das eigene Leben zu integrieren. Gerade die Integration ist so wichtig: Jetzt, wo

ich das Ausmaß meiner Scham erahnen oder ermessen kann,

habe ich mehr Selbstmitgefühl, vielleicht verurteile ich mich auch weniger? Oder mir ist dadurch aufgefallen, dass ich mich selbst dauernd verurteile …

Ich freue mich jedenfalls schon auf die Entdeckungen, die ich bei der nächsten Leserunde dieses Buches machen werde.

Wie geht es dir beim Lesen dieser Rezension? Scham ist auf jeden Fall ein super gutes Thema zum Klopfen. Ich freue mich, wenn du einen Kommentar hinterlässt und/oder meinen Artikel teilst.

Von Herzen,

 

 

 

Boris Cyrulnik
Scham: die vielen Facetten eines tabuisierten Gefühls*
fischer & gann
ISBN 978-3903072725

20 EUR

Trauma in Liebesbeziehungen: Viele

Trauma in Liebesbeziehungen: Viele

Nach all der Aufregung der letzten Zeit komme ich nun endlich dazu, mit meiner Serie Trauma in Liebesbeziehungen weiterzumachen. (Ehrlich gesagt, musste ich dazu auch ein bisschen Mut sammeln!) Denn jetzt wird es Zeit, die Katze aus dem Sack zu lassen. Vorsorglich sage ich schon mal, dass hier allerhand Triggerpotential besteht, bitte klopf beim Lesen die Handkante oder lies nicht weiter.

Nach einem 3/4 Jahr Beziehung hatten wir uns ganz gut zusammengerauft. Es hätte eigentlich alles ganz gut sein können. Bloß ging es meiner Liebsten immer schlechter und schlechter.

Eines Tages hat sie mir überraschend

eröffnet, Viele zu sein.

Erstmal war ich wirklich froh. Das erklärte so vieles. Im Nachhinein ergaben die für mich unverständlichen Reaktionen in bestimmten Situationen jetzt  einen Sinn.

Falls dir das nicht geläufig ist: kennst du vielleicht

den Begriff multiple Persönlichkeit.

Es bedeutet, mehrere Persönlichkeiten (Innenpersonen) zu besitzen, die nicht unbedingt miteinander in Verbindung stehen müssen und je nachdem dann auch unabhängig voneinander agieren können. Sie sind unterschiedlich alt (da zu unterschiedlichen Zeitpunkten entstanden), können verschiedene Geschlechter besitzen und haben oft besondere Aufgaben. Manche Innenpersonen kommen nie nach außen und werden von anderen beschützt.

So etwas entsteht, wenn man schon ganz

früh schwere Traumata erlebt.

Dinge, die die Seele nicht verarbeiten kann.

Zunächst brachte das Bekenntnis meiner Liebsten eine riesige Erleichterung für uns beide und für die Partnerschaft. Ihr Geständnis öffnete Raum zwischen uns für Nähe, sehr viel und intensive Nähe.

Jetzt war klar z. B., warum sie auf Fotos so unterschiedlich aussah. Am Anfang hatte ich einmal ein Foto von ihr gemacht (sehr süß) von jemandem, der niemals wieder auftauchte später.

Es erklärte vor allem auch, warum wir scheinbar aus dem Nichts heraus in für mich

retraumatisierende Situationen gerieten,

in denen sie mich total heruntermachte. Das lag vor allen Dingen an einer bestimmten Innenperson, die ich die „Hauswirtschaftsmeisterin“ nannte. In Wahrheit war sie natürlich eine Schutzperson, die ihr System vor mir schützen sollte/wollte. Dazu kam auch noch, dass mich diese Person gar nicht mochte. Habe ich schon erwähnt, dass alle Innenpersonen eigene Persönlichkeiten sind mit bestimmten Vorlieben, Fähigkeiten und Verhaltensmustern?

Die Dynamik zwischen uns war kompliziert. Es konnte zum Beispiel so laufen: wir unternahmen eine wunderschöne Radtour. In der Pause bekam X mit, dass ich vergessen hatte, mir eine Wasserflasche einzupacken. Das war dann das Signal für den Startschuss der Hauswirtschaftsmeisterin, auf mir herumzuhacken und mir den Rest der Tour beweisen zu wollen, wie unfähig und lebensuntüchtig ich sei. Bis ich am Ende in Tränen aufgelöst war, oder sauer – jedenfalls nur noch weg wollte.

Sowas nennt man übrigens Täter Introjekt.

Das Opfer (sie) hatte sich das Verhalten und die Denkweise ihrer Bezugspersonen (also ihrer Täter) angeeignet als eigenes Verhaltensmuster.

Es gibt ganz viele unterschiedliche

dissoziative Störungsbilder,

bzw. Diagnosen.

Michaela Huber schreibt in ihrem Buch „Trauma und die Folgen“*, dass mehr als 80 % aller Persönlichkeitsstörungsdiagnosen durch Traumatisierungen wie frühe Vernachlässigung, Verwahrlosung, körperliche, seelische und/oder sexuelle Gewalt erklärt werden.

Und sie nennt fünf Bedingungen, die zusammenkommen müssen,

um eine dissoziative Identitätsstörung entstehen zu lassen:

1. Langjährige Misshandlungen zwischen Geburt und 6. Lebensjahr

2. Es betrifft zu 80 % Mädchen.

3. Gute Dissoziationsfähigkeiten

4. Keine kontinuierliche und sichere Bindung zu einem Elternteil oder einer anderen Bezugsperson.

5. Keine Hilfe bei der Verarbeitung des Erlebten.

Wir hatten uns ja online kennen gelernt. Obwohl ich ganz explizit geschrieben hatte: „Keine psychischen Krankheiten“ und Viele für mich wirklich am äußersten Extrem von möglichen Folgen von Entwicklungstrauma steht, ist es mir zu keinem Zeitpunkt in den Sinn gekommen mich zu trennen. Wir liebten uns ja ganz innig.

Dadurch, dass ich selbst so viel mit inneren Anteilen arbeite, war mir das Konzept an sich geläufig und vertraut. Und ich habe gedacht anfangs (ganz naiv), dass ich es lernen muss

die unterschiedlichen Innenpersonen kennen zu lernen

und einen Weg des Umgangs damit zu finden. Ich habe wohl mal wieder gedacht – merke ich gerade – dass ich glaubte, ich sei dafür verantwortlich, diese neue Tatsache in unsere Beziehung zu integrieren.

„Matt und die anderen“* hatte ich schon mit 20 gelesen. Ich wusste also grob, worum es ging. Als nächstes habe ich mir ein paar youTube-Videos einiger junger Viele-Frauen angesehen. Das war sowas von niederschmetternd. Keine von ihnen arbeitete.

Keine von ihnen hatte eine Beziehung.

(Denn dies bedeutet, jemanden zu haben, mit dem alle im System einverstanden sind.)

Meine Partnerin hat mich dann getröstet und gemeint, bei ihr wäre das doch alles nicht so, sie arbeitete und funktionierte unter normalen Umständen doch relativ gut und mit ihrer Gastgeber- oder Alltagspersönlichkeit konnte man gut zurechtkommen. Das war schon richtig.

Aber ich würde eher sagen, es hatte gut funktioniert, solange sie allein war. Mit meinem Eintreffen geriet nach und nach alles aus den Fugen. Rückblickend kann ich natürlich sehen, dass die grundsätzliche Schieflage unserer Beziehung jetzt zu einem Abrutschen wurde.

Erstmal blieb aber alles, wie es war. Weil sie mir dann vorwarf, ich kümmere mich gar nicht um diese neue Tatsache, habe ich mir Literatur besorgt und mich in das Thema

Multiple Persönlichkeitsstörungen

hineinvertieft. Irgendwo habe ich sogar ein Buch für Partner:innen aufgetrieben. Leider erinnere ich mich nicht an den Titel. Ich habe mich sogar in einer Facebook-Trauma-Gruppe angemeldet und mir dort gelegentlich Rat und Zuspruch geholt. Dort gab es allerhand Paare, bei denen ein Teil Viele waren und die manchmal schon ewig zusammen waren. Das hat mir wieder Mut gemacht.

Jetzt wollte ich die

verschiedenen Innenpersonen

kennen lernen, um einen adäquaten Umgang mit ihnen zu entwickeln. Ich wollte ja alles richtig machen. Dann wurde mir beschieden, ich solle mich nicht so bemühen. Nach und nach hat sich dann herausgestellt, dass meine Liebste selbst eher wenig über ihr System wusste und sich auch mit der Auseinandersetzung mit diesem System überfordert fühlte.

So etwas wie eine Innenkonferenz

(wo alle Innenpersonen zusammenkommen um Dinge zu besprechen, fand auch eher nicht statt. Und offenbar kam es auch nicht in Frage, mich in Einzelheiten über das System einzuweihen.

Ich glaube eigentlich immer noch, dass ich es hätte lernen können, mit den einzelnen Personen umzugehen, wenn es mir erlaubt worden wäre.

Interessanterweise sind mir manche Dinge über bestimmte Innenpersonen erst sehr, sehr viel später klar geworden. Als wir schon längst nicht mehr zusammen waren.

Rückblickend kann ich jedenfalls sagen, dass der Großteil der Auseinandersetzungen und Konflikte, die wir hatten, entstanden, wenn die Hauswirtschaftsmeisterin entweder das

System bedroht sah

oder meinte, wenn sie mich schon toleriere, solle ich mich doch nützlich machen …

Und so näherte sich auf leisen Pfoten die Erkenntnis, dass es nicht möglich ist, eine Beziehung mit einer Viele-Person zu haben, wenn nicht alle Innenpersonen mit der Partnerin einverstanden sind …

Das ist noch nicht das Ende. Aber wir rutschten jetzt schneller …

Puh, das war echt schwer. Für diesen Artikel habe ich einen ganzen Tag gebraucht.

Vielleicht hast du ja schon ähnliche Erfahrungen gemacht. Wie immer freue ich mich über deine Kommentare.

Im Netz bin ich über diese Seite gestolpert, wenn du mehr über dissoziative Persönlichkeitsstörungen wissen möchtest.

Von Herzen,

 

 

Was kann man bei Schmerzen machen?

Was kann man bei Schmerzen machen?

Als ich 2009 zum ersten Mal und ENDLICH die Diagnose „Fibromyalgie“ bekam mit den Worten „Unheilbar, da kann man nichts machen.“ war ich erst einmal nur unendlich erleichtert. Es gab einen Namen für meinen Zustand. Ich war nicht verrückt. Ich hatte mir nichts eingebildet …

Der Diagnose Fibromyalgie

waren 20 lange Jahre des Leidens vorangegangen. Denn dieser Zustand hatte mich nicht über Nacht ereilt, er hatte sich über einen unglaublich langen Zeitraum aufgebaut.

1986 habe ich angefangen zu arbeiten und 1989 kamen dann die ersten Ganzkörperschmerzattacken – die nicht nur unglaublichen Stress bedeuteten, sondern mich verwirrten und ängstigten. (Heute finde ich es kein Wunder, dass sie dort begannen, da man mir und meiner Kollegin ein schier unmenschliches Arbeitspensum abverlangte.)

Ich traute mich nicht,

mit irgendjemandem über meine Schmerzen zu sprechen.

Manchmal habe ich mich gefragt, ob ich vielleicht verrückt bin? Wo sollten denn diese Schmerzen herkommen? Sie dauerten auch nicht lange, ein paar Stunden, oder einen Tag lang. Dann vergingen Monate, bis wieder etwas passierte. Ich hatte

Angst, einem Arzt von meinen Schmerzen zu erzählen,

Angst, er würde wieder diesen gewissen Blick aufsetzen, dieses schlimme Wort „psychosomatisch“ ausstoßen und mich in gewisser Weise damit schuldig sprechen. Das wollte ich nicht. Da litt ich lieber still vor mich hin. Es war ja auch nicht so, als hätte ich es nicht aushalten können. Wie Grippeschmerzen hat es sich angefühlt.

Heute bin ich froh, dass ich damals zu keinem Arzt etwas gesagt habe.

Fibromyalgie war sowas von unbekannt damals

und es ist sehr wahrscheinlich, dass ich genau diese Reaktion bekommen hätte …

Die Jahre vergingen, ich wurde älter und älter und die Schmerzen veränderten sich. Je mehr Zeit verging, umso öfter traten sie auf – aber ich wollte immer noch nicht mit einem Arzt sprechen.

Wie ich das so schreibe, kommt mir so der Gedanke in den Kopf: „Ich hätte ja auch etwas anderes haben können, was dringend behandelt hätte werden müssen, aber ich habe vermutlich gedacht, es ist egal, weil ich sowieso niemandem wichtig bin. Den Großteil meines Lebens war ich tatsächlich sehr bindungslos. Jedenfalls habe ich mich so gesehen und gefühlt …

Irgendwann kehrte sich alles um.

Die Schmerzen wurden zu einem Dauerzustand,

ebenso die Erschöpfung. Jetzt waren es die schmerzfreien Zeiten, die die Ausnahme bildeten. 2009 – 20 Jahre nach dem ersten Auftreten der Symptome, gab es nur noch ganz gelegentliche schmerzfreie Phasen.

Fibromyalgie kommt häufig bei Hochsensibilität vorSchließlich kam es zu einer Art Knall, bei dem mein bisheriges Leben einfach in die Luft flog. Ich zog mir eine Grippe zu, eine richtige Grippe. Diese dauerte zwar nur eine Nacht, aber der sich danach ergebende Erschöpfungszustand dauerte ewig und das, was ich nicht in der Lage gewesen war, selbst herbeizuführen, wurde mir aufgezwungen: eine Arbeitsunfähigkeit und endlich kam dann auch die ersehnte Kündigung.

Heute kann ich sagen, dass die Fibromyalgie das Beste war,

was mir bis dahin passiert ist. So wurde ich gezwungen, einzusehen, dass ich in diesen Strukturen nicht überleben kann. (Natürlich befand ich mich zu diesem Zeitpunkt schon wieder in einem Burnout, in das ich zwar sehenden Auges, aber vollkommen machtlos hineingerutscht bin.) Und ich musste auch einsehen, dass mit mir einfach etwas nicht stimmte. Dass ich psychisch unglaublich angeschlagen war – um es einmal ein wenig beschönigend zu umschreiben …

Eines Tages fiel mir ein, dass meine Mutter doch in langen, akribischen Arztbesuchen herausgefunden hatte, dass sie

an einer seltsamen Krankheit mit namen Fibromyalgie litt.

Ich begann im Internet die Symptome zu recherchieren und es war sehr schnell offensichtlich, dass die Symptome zu meinen passten.

Zu dem Zeitpunkt war ich schon so fertig, dass die Diagnose „unheilbar“ für mich eher gut klang. Sowieso wollte ich am liebsten nie wieder arbeiten gehen und mit solchen Menschen zu tun haben. Mein letzter Vorgesetzter war ein hochgradig neurotischer Wissenschaftler gewesen (dem ich aber immerhin äußerst erhellende Einblicke in den Wissenschaftsbetrieb verdanke). Jetzt galt es nur noch in den Besitz einer ärztlichen Diagnose zu kommen.

Das war echt schwer. Alle Rheumatologen meiner Stadt hatten entweder einen Patientenannahmestopp oder Wartenzeiten von einem halben Jahr.

Schließlich gelang es mir, einen Termin 2 Monate später in einer kleinen Stadt außerhalb zu ergattern, wo ich dann endlich, endlich

die offizielle Diagnose „Fibromyalgie“ bekam.

Mittlerweile sehe ich viele Dinge anders, was die Fibromyalgie betrifft. „Unheilbar“ ist ein großes Wort mit eher erschlagendem Charakter, das ich weitgehend aus meinem Wortschatz gestrichen habe.

Meine Erfahrung ist:

Wieviel Schmerzen ich habe, habe ich weitestgehend selbst in der Hand

– heute bin ich weitestgehend schmerzfrei. (Und wenn mal nicht, weiß ich warum). Das EFT Klopfen, die Klopfakupressur, oder wie du es nennen willst, hat daran einen ganz entscheidenden Anteil gehabt.

Die Frage ist: Wie habe ich das gemacht?

1. Ich habe geklopft.

2. Ich habe meine Ernährung umgestellt. 

Wie ich das gemacht habe und was dabei wichtig ist, kannst du in meinem kostenlosen Workshop zum Thema Schmerzen erfahren, der direkt nach Ostern startet.

Am 19./21./22. April erfährst du, wo die Schmerzen herkommen und wie man das EFT Klopfen auf Schmerzen anwendet.

Du erfährst auch, was Hochsensibilität in Verbindung mit belastenden Lebenserfahrungen (Entwicklungsstrauma) mit deinen chronischen Schmerzen zu tun hat, bzw. warum sehr, sehr viele Menschen mit Entwicklungs- bzw. Bindungstrauma auch mit Schmerzen zu tun haben.

Du hast außerdem die Gelegenheit, einen eigenen Satz zum Thema Schmerzen zum Klopfen einzubringen, denn es gibt wieder eine gemeinsame Klopfsession zum Thema Schmerzen.

Wenn du Lust hast, dabei zu sein, freue ich mich. Denn es gibt keinen Grund, Schmerzen aushalten zu müssen und du kannst etwas gegen Schmerzen tun. Aber natürlich ist das kein Heilversprechen in irgendeiner Form. Ich zeige dir lediglich ein paar Möglichkeiten.

Sehen wir uns im Workshop? Ich freue mich, wenn du dabei bist. Falls du nicht live dabei sein kannst: es gibt eine Aufzeichnung, die dir eine Woche zum Ansehen oder Download zur Verfügung steht.

Von Herzen,

 

 

 

 

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Was ist ein Gottes Geschenk?

Was ist ein Gottes Geschenk?

Als ich das erste Mal in meinem Leben den Gedanken gehört oder gelesen habe, dass jedwede Erfahrung ein Geschenk sei, war ich hellauf empört. Das ist einige Zeit her, ich hatte vorher noch nie von Hochsensibilität, Bindungs- oder Entwicklungstrauma gehört. Alles, was ich damals sehen konnte, war, dass von mir gefordert wurde, einen Schritt zurückzutreten, aus dem Leiden heraus. Und mir schien damals auch, dass dabei schon anklang, dass mein Leiden ganz umsonst sei.

Und ich habe doch so gelitten!

Ich litt vor allem unter Verbindungslosigkeit.

(Über Einsamkeit habe ich schon hier geschrieben). Ich hatte keine Verbindung zu anderen Menschen und keine Verbindung zu mir selbst. Ich hatte auch keine Verbindung zu Dingen wie Selbstermächtigung. Und ich wusste natürlich vor allem nicht, dass dies alles typische Auswirkungen von Bindungs- und Entwicklungstrauma sind.

Mit Geschenken habe ich schon immer ein Problem gehabt.

Auf der einen Seite hat meine Mutter mir öfter mal Dinge geschenkt, die sie selbst haben wollte und nicht von mir gewünscht waren, auf der anderen Seite habe ich vielfach die Erfahrung gemacht, dass mit den Geschenken auch Formen emotionaler Erpressung verbunden waren.

Wie du vielleicht schon weißt, habe ich den Weg aus meiner Lebensmisere hinaus mit dem Klopfen gefunden. Wie ein Schmetterling bin ich aus dem von Einsamkeit, Unglück, und Depression gewobenen Kokon geschlüpft, mit meinem wahren Selbst, das unverbesserlich optimistisch und freudvoll ist.

Und mit diesem Optimismus

bekam ich gleichzeitig ein anderes Geschenk,

die wahnsinnig wertvolle Fähigkeit, in allem das Gute zu sehen und einen Sinn zu finden. Neulich habe ich den Ausdruck Arsch-Geschenk gehört oder gelesen. Das hat mir durchaus gefallen.

Aber Gottesgeschenk finde ich noch besser.

Man denkt, man befindet sich in einer Art Katastrophe, aber in Wahrheit hat man ein unglaubliches Entwicklungsgeschenk bekommen. So ist es mir letzten Endes mit meiner letzten Beziehung gegangen.

Vor der Beziehung ging es mir gut. Richtig gut. Ich fand mein Leben schön und erfüllt. Aber dann ist diese Frau in mein Leben geplatzt. Und obwohl ich so eine Angst hatte, mich einzulassen, wusste ich auch:

ich muss das machen.

Das war die einzige Gewissheit, die ich hatte, das einzige, woran ich mich festhalten konnte.

Denn innerhalb ganz kurzer Zeit ging es mir plötzlich total schlecht. Meine Sicherheit und relative Souveränität war flöten gegangen. Aber obwohl es mir so schlecht ging, habe ich nicht aufgegeben. (Ehrlich gesagt, war ich viel zu gestresst, um zu merken, wie schlecht es mir wirklich ging).  Ich hatte die Vorstellung,

die Beziehung könne heilsam für mich sein.

(Das war sie auch, aber anders als gedacht!)

Natürlich gab es Liebe, ganz viel Liebe sogar, aber wenn ich heute auf die eineinhalb Jahre zurückblicke, kann ich es nicht mehr anders sehen als einen Alptraum – zwar mit viel Liebe – aber dennoch ein Alptraum.

Einer der sehr schwierigen und strittigen Punkte in der Partnerschaft war meine Arbeit, der meine Partnerin skeptisch bis ablehnend gegenüberstand. Das Klopfen fand sie dubios und sie war der Meinung, dass es mir aufgrund meiner eigenen Traumatisierung nicht zustünde, mit traumatisierten Menschen zu arbeiten. Vor lauter Stress ist es mir aber nie in den Sinn gekommen, dass dies für sie auch hätte gelten müssen …

Es war mir schon relativ früh nach der Aufnahme meiner Arbeit als EFT-Coach klar geworden, dass die Menschen, die zu mir fanden,

nicht nur Hochsensibilität, sondern auch Trauma im Gepäck hatten.

Ich habe diese Herausforderung gemeistert, indem ich nicht mit dem Trauma selbst gearbeitet habe, sondern nur drumherum. Das hat gut funktioniert.

Nun war es ja auch so, dass ich zwar immer gewusst habe, dass ich selbst noch allerhand Leichen im Keller habe, mich jedoch davor drückte, mich damit zu beschäftigen. Im Verlauf meiner Beziehung wurden

Mein Geschenk war eine hochtraumatische Beziehungmeine Traumatisierungen ans Tageslicht gezerrt,

worauf ich überhaupt nicht vorbereitet war. Gefühle, die ich nicht kannte. Ich mich selbst erleben musste auf eine Art und Weise, die ich nicht kannte. Und auch nicht wollte.

Es war, als hätte ich eine Art Raum betreten, in dem ich eineinhalb Jahre lang durcheinander gewirbelt, geklopft, geknetet und gepufft wurde. Am Ende wurde ich einfach wieder klein zusammengefaltet ausgespuckt. Total verstört und mitgenommen. Nichts war mehr, wie es war. Auch mein Business hatte gelitten. Und ich selbst hatte mich bei dem Versuch, immer neue Wege zu finden, wie wir die Beziehung doch fortsetzen können, finanziell ziemlich ruiniert.

Dann kam die innere Aufforderung, darüber zu schreiben. Erst habe ich mich nicht getraut. Ich dachte, ich kann das meiner Ex nicht antun, sie würde sterben, wenn sie das liest. Aber da sie sich schon nicht zu Beziehungszeiten für meinen Blog interessiert hat, habe ich mich schließlich über meine Bedenken hinweggesetzt und die Artikelserie Trauma in Liebesbeziehungen begonnen (Die übrigens demnächst weitergeht).  Dadurch hat sich mein ganzes Leben vollkommen verändert.

Heute, ein Jahr nach der Trennung kann ich sehen,

welch unglaubliches Geschenk ich mit diesem Alptraum bekommen habe.

Ich habe einen richtigen Entwicklungssprung gemacht. Dadurch, dass ich ganz

wesentliche Auswirkungen von Bindungs- und Entwicklungstrauma

am eigenen Leib erfahren habe, habe ich erst verstanden, was Entwicklungstrauma wirklich ist.

So bin ich in gewisser Weise zu einer Art Traumaforscherin geworden, mit mir selbst als Studienobjekt. Die Ergebnisse kannst du auf diesem Blog lesen.

Auch der Fokus meiner Arbeit hat sich vollkommen verlagert. Weil mich ja offenbar vor allem Menschen finden,

bei denen Hochsensibilität und Entwicklungstrauma zusammenkommen,

habe ich auch die Art meines Klopfens verändert und den Conscious-EFT Ansatz der kanadischen EFT-Masterin Nancy Forrester übernommen. D. h. der Fokus liegt jetzt vor allem Dingen auf der Sicherheit. Ich habe es Achtsames EFT Klopfen genannt.

Mein Fokus liegt jetzt darauf, anderen Menschen mit ähnlichen Lebens- und Lernerfahrungen zu einem anderen Lebensgefühl zu verhelfen, ohne beim Klopfen überhaupt nur in die Nähe von Trauma zu kommen. Wie wichtig das ist, und wie man das erreichen kann, weiß ich überhaupt nur durch dieses Beziehungsgeschenk …

Und darum habe ich den Intensivkurs entwickelt. Da geht es nämlich genau darum: Lernerfahrungen aus Trauma aufzulösen, ohne sich mit dem Trauma selbst zu beschäftigen. Ein bisschen Leerklopfen dann und wann reicht natürlich nicht für ein anderes Lebensgefühl. Darum geht der Intensivkurs auch über ein Jahr, indem ich dich unterstütze und motiviere, dabei zu bleiben. Denn dann kannst du wirklich was erreichen. Der Intensivkurs öffnet bald wieder vom 21. bis 27. April 2023 für max 10 Teilnehmer:innen.

Am 17./20./21. April (also kurz vorher) gebe ich wieder einen kostenlosen online Workshop, in dem du die Gelegenheit hast, schon mal ein bisschen Intensivkursfeeling zu schnuppern. Dabei stelle ich dir 3 Wege achtsamen Klopfens vor. Warum das so schwer ist und was die belastenden Lebenserfahrungen damit zu tun haben und ich gebe auch wieder eine Klopfsession. Melde dich gerne hier an.

Übrigens glaube ich, dass die vergangenen Jahre für uns alle eine Art Gottes Geschenk waren. Ich weiß jedenfalls, dass ich nicht mehr so weitermachen will wie bisher. Und du? Kannst du/willst du so weitermachen wie bisher?

Von Herzen,

 

 

Image by Bob Dmyt from Pixabay 

Bild von photosforyou auf Pixabay 

 

 

 

de_DEDeutsch