Nebelkinder – eine Rezension

Nebelkinder – eine Rezension

Erst kürzlich bin ich mir selbst eines transgenerationalen Traumas in meiner Biografie bewusst geworden. Da kam das Buch „Nebelkinder – Kriegsenkel treten aus dem Traumaschatten der Geschichte“ gerade recht.

Schon als als ich den Titel „Nebelkinder “ las

wusste ich sofort: Das will ich lesen!

Da ich mich stets von meiner Intuition leiten lasse, wusste ich nicht, was mich in diesem Buch erwartet, außer, dass es offenbar Beiträge von mehreren Menschen enthält.

Ich war daher sehr überrascht, festzustellen, dass die Autoren und Autorinnen entweder zumeist schon Bücher zu dem Thema veröffentlicht haben, oder psychotherapeutisch oder künstlerisch tätig sind, sich also alle schon sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt haben. Oder sogar sich von Berufs wegen damit beschäftigen.

Das Buch ist in 3 verschiedene Kapitel gegliedert:

Erfahrung, Deutung und Heilung

und enthält eine Einführung von Sabine Bode – deren eigene Bücher „Kriegskinder – die vergessene Generation“* und „Kriegsenkel – die Erben der vergessenen Generation“* für mich die Türöffner in dieses Thema waren.

Anfangs war ich total begeistert über die vielen neuen Gedanken und Ideen, auf die dies Buch mich brachte. Ich habe das Buch mit lauter kleinen Postits versehen, z. B. aus dem Beitrag eines der beiden Herausgeber Joachim Süss: „… Wir wurden damit zu Ausgeschlossenen, die am fundamentalen Gesamtgefüge des Lebens keinen Anteil mehr hatten. Das Urbewusstsein menschlichen Daseins, nämlich Teil des großen Stroms der Existenz zu sein und dort seinen natürlichen Platz und seine natürliche Aufgabe zu haben, erreichte uns nicht mehr. Stattdessen entwickelten wir das charakteristische Gefühl eines Nebelkindes, eines Menschen also, der nicht sehr weit blicken kann, weder zurück noch nach vorn.“ (S. 36)

Oder  …“‚Das Vergangene ist nicht tot; es ist nicht einmal vergangen. Wir trennen es von uns ab und stellen uns fremd‘, schrieb Christa Wolf in Kindheitsmuster, die als Kind aus Landsberg/Warthe flüchten musste.“ (S. 51, Beitrag von Merle Hilbk)

Oder …“Sie (gemeint ist: die Generation)erfährt jedoch bei den Hilfegesuchen häufig auch die zu frühe, sogar schon im frühesten Kindesalter erfahrene Überforderung, wie ein erwachsenes Familienmitglied zu funktionieren, um die durch ihre Kindheitserfahrungen im Krieg oder der frühen Nachkriegszeit zum Teil hochtraumatisierten Eltern zu entlasten. Ihre Eltern machten sich so zu den Eltern ihrer eigenen Kinder.“ … (S. 221, Beitrag von Gabriele Lorenz-Rogler).

Ich habe schon lange keine Anthologie mehr gelesen und fand die verschiedenen Blickwinkel sehr erfrischend. Zumal einige auch bislang völlig vernachlässigte Aspekte aufgreifen, z. B. dass es eine große Scheu dagegen gibt, sich wirklich mit NS-Tätern in der Familie auseinanderzusetzen. Alles in allem habe ich ganz neue Impulse bekommen, mich mit Aspekten meiner Beziehung zu meinen Eltern zu beschäftigen, die mir bislang gar nicht bewusst waren, z. B. das Unverständnis unserer Elterngeneration uns gegenüber, die wir „alles“ zu haben schienen. Vielfach auch einen Groll gegen uns, die wir vieles nicht erleben mussten, was sie erlebt haben.

Insgesamt würde ich sagen, dass ich den

Das Trauma der Kriegsenkel ist das trauma der KriegskinderSchleier, der über diesem Trauma Thema liegt,

wieder ein Stück weiter zerreißen konnte. Und natürlich werde ich mir sicherlich weitere der in diesem Buch erwähnten Bücher anschaffen …

Die einzelnen Beiträge haben bei mir aber sehr unterschiedliche Reaktionen ausgelöst.

Der erste Beitrag, in dem der Autor Joachim Süss beschreibt, wie es war, in einer Stadt aufzuwachsen, die ursprünglich lediglich ein Standort mehrerer Munitionsfabriken war, hat mich z. B. sehr angesprochen. Die Beschreibung einer Familienaufstellung von Gabriele Mariel Pauls-Reize hat mich fast zum Weinen gebracht. Ebenso wie der Beitrag des Künstlers Andreas Bohnenstengel, (in dem er seine schrittweise Auseinandersetzung mit seiner Familie und die Auswirkungen auf ihn selbst beschreibt). Auch der Beitrag von Daniela Schiffer hat mich unglaublich berührt. Sie beschreibt darin ihre vergeblichen Bemühungen, einen Dokumentarfilm zu diesem Thema zu drehen – und stellt meines Erachtens nach den intensivsten Bezug zu dem Begriff „Nebelkinder“ am besten her. Denn:

das Leid ist groß, aber alles ist ganz diffus und schwammig,

nicht greifbar, aber wirklich darüber reden möchte auch niemand. (Und das ist vermutlich das, was am symptomatischsten ist.)

Aber es gab auch Beiträge, die mich richtig genervt haben. In einem Beitrag geht es seitenlang nur darum, was der Theologe Eugen Drewermann zu dem Thema „Kriegsenkel“ zu sagen hat. Mir erschließt sich ganz und gar nicht, warum das relevant sein soll für mich als Leserin. In einem anderen Beitrag werden eine gefühlte Ewigkeit lang Statistiken präsentiert.

Und da sind wir gleich bei der Schwachstelle des Buches. Auch wenn ich aus der Perspektive einer Leserin schreibe, ist es nicht so, dass ich hier eine Form von Betroffenheitsliteratur erwartet habe. Dennoch will ich als Leserin berührt werden – was ganz und gar nicht von der Verwendung einer bestimmten Sprache abhängt.

Der erklärte Zweck des Buches ist es ja, Leser und Leserinnen zu ermutigen,

neu über Trauma, und die Auswirkungen auf ihr Schicksal

und das ihrer Familie nachzudenken, anhand der Schilderungen der Autoren und Autorinnen in diesem Buch.

Dies ist meines Erachtens nach nur teilweise gelungen, denn eine ganze Reihe der Autor:innen sind in ihren Beiträgen für mich gar nicht richtig greifbar. Ich sehe die Ursache dafür in der Tatsache, dass die Beiträge im Großen und Ganzen für eine Art Fachpublikum verfasst worden sein zu scheinen und manche Autor:innen sich hinter dem Fachlichen verbergen. Das ist echt schade. Nicht nur für die Leser:innen, sondern auch für die Autor:innen selbst.

Nun ja, ich bin vermutlich eine ziemlich anspruchsvolle Leserin, vielleicht beurteilst du das anders. Lesenswert finde ich dieses Buch auf jeden Fall!

Vielleicht magst du etwas zu diesem Thema sagen? Wie immer gilt: ich freue mich, wenn du mir schreibst.

Von Herzen,

Unterschrift Monika Richrath

 

 

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Michael Schneider/Joachim Süss (Hg).
Nebelkinder –Kriegsenkel treten aus dem Traumschatten der Geschichte*
Europaverlag Berlin
ISBN 978-3-944305-91-2
19,99 EUR

Entwicklungstrauma: Angst vor Falten

Entwicklungstrauma: Angst vor Falten

Da habe ich immer gedacht, dass ich keine Angst vor dem Altern und Alter habe. Da habe ich mich drauf ausgeruht.  Dass ich eher jugendlich aussehe war bestimmt auch hilfreich dabei.

Vor kurzem bin ich aber eines besseren belehrt worden. Ich bin vor einigen Wochen

60 geworden und das macht mir total zu schaffen.

Aber nicht einmal in dem Sinne, dass ich jetzt weiß, dass vermutlich mehr als die Hälfte meines Lebens vorbei ist. Den Tod fürchte ich nach wie vor nicht, wenn überhaupt, denke ich, dass da spannende spirituelle Erfahrungen auf mich warten. Und ein Teil von mir möchte sowieso „nach Hause“ und das ist nicht auf dieser Erde … Außerdem weiß ich, dass ich mein Bestes gegeben habe, um meine Zeit hier sinnvoll zu nutzen. Es gibt also nichts zu bedauern eigentlich.

Plötzlich aber beschäftigen mich die äußerlichen Aspekte des Alterns.Monika Richrath im Alter

Bin ich im einen Moment noch am Spiegel vorbei gegangen und habe mir gesagt „Ich bin doch nicht 60! Das muss ein Irrtum sein!“, stehe ich einen Augenblick später davor und untersuche mein Gesicht im Spiegel auf neue Falten.

Dabei setze ich nicht einmal Schönheit mit Jugend gleich. Es gibt so viele schöne alte Menschen und manche entfalten ihre Schönheit ja auch erst spät, so wie der Schauspieler Sean Connery.

Bei anderen Menschen stört es mich gar nicht, wenn sie sich im Alter verändern. Im Gegenteil, wenn ich Schauspieler:innen sehe, die in etwa mein Alter haben alt geworden sind, finde ich es gut oder beruhigend, wenn man ihnen das Alter ansieht. Das ist ja auch richtig so.

Aber ich selbst will/soll keine Falten bekommen.

manchmal bekommen kinder keine aufmerksamkeit von den ElternDas hat u. a. auch mit eher verborgenen Auswirkungen von Entwicklungstrauma zu tun. Zu meinen belastenden Kindheitserfahrungen (die mir vielleicht jetzt erst in vollem Umfang bewusst werden) gehören die schmerzlichen Gefühl, nicht genug gesehen worden zu sein, in dem Sinne, dass mein Körper keine liebevolle Zuwendung und Aufmerksamkeit bekommen hat, die er und ich gebraucht hätten.

Ich habe überhaupt

kein Gefühl für den eigenen Körper und mich selbst entwickeln können.

Neulich sind mir alte Fotos von mir als Kind oder Teenager in die Hände gefallen. Ich hätte wirklich weinen können, als mir klar wurde, dass ich ein sehr schönes Kind war.

Zwei meiner Schwestern haben mir irgendwann mal unabhängig voneinander gesagt, dass ich am hübschesten von allen fünf Kindern gewesen sei ihrer Meinung nach.  Wie bitte? Warum hat mir das früher bloß nie jemand gesagt? Vielleicht hätten manche Dinge in meinem Leben sich anders entwickelt, wenn ich das gewusst hätte, vielleicht hätte ich mehr Selbstvertrauen in meinen Körper und mein Aussehen entwickelt. Aber natürlich ist es müßig zu spekulieren, was hätte alles passieren können, wenn dies und das anders gewesen wäre. Es war ja nicht so.

Weil ich kein Gefühl für mich selbst hatte,

glaubte ich phasenweise immer wieder, dass ich total hässlich bin.

Monika Richrath als teenagerDas tut mir heute noch weh.

Zwischen 30 und 40 war ich sehr lange Zeit Single. Und sehr bedürftig leider. Ich fürchte, ich habe mich u. a. so sehr nach einer Beziehung gesehnt, weil ich bewundert werden wollte. Ich selbst war dazu ja nicht in der Lage. Das hat natürlich nicht funktioniert. Das ist nicht wirklich eine Basis für eine Beziehung und außerdem standen meine sozialen Schwierigkeiten in voller Blüte damals.

Erst in letzter Zeit habe ich mich meinem Körper angenähert und versuche, mir und meinem Körper die liebevolle Aufmerksamkeit zu geben, die ich nicht bekommen habe.

Aber zum einen ist es

wie mit dem Schnuller, der mir als Baby nicht gegeben wurde:

ich kann es nicht wirklich nachholen. Ich kann das Bedürfnis (das immer noch da ist) nur besänftigen. So ist es auch mit dem Bewundert werden. Darum sträubt sich zum anderen alles in mir gegen das äußere Altern, weil ich denke, ich sollte das doch noch bekommen haben, ich bin nicht fertig und nicht bereit und ich bekomme es jetzt möglicherweise eben auch nicht mehr, es ist zu spät …

Aber das Universum ist sowas von cool. Vor kurzem habe ich mir den Film „Meine Stunden mit Leo“ angesehen (wunderbar, empfehle ich wärmstens, ein großartiger, berührender, sehr menschlicher und mutiger Film). Emma Thompson spielt da eine ältere Frau, die zum ersten Mal in ihrem Leben sich ihrem Körper richtig zuwendet, indem sie einen Sexarbeiter bucht.

In dem Film jammert sie so über ihr Alter, dass ich selbst ganz genervt war und deutlich sehen konnte, wie sehr die Fixierung auf das Jammern und Bedauern eine Wand errichtet zwischen sich selbst und dem Leben, dem, was passiert, dem, was wichtig ist.

In einem Augenblick sieht man Emma Thompson sogar fast nackt. Da habe ich gedacht : „Worüber beschwerst du dich eigentlich?“

Die Nachricht ist angekommen.

Danke Universum.

Danke Emma Thompson.

Das fand ich sowas von mutig. Ich glaube, ich sehe mir noch mal den Film Embrace an und suche nach intensiveren Möglichkeiten, meinem Körper viel Zuwendung zu schenken. In diesem Interview verrät Emma Thompson uns, wie die sehr natürlichen Nacktaufnahmen entstanden sind, ich finde es einfach nur klasse. Das probiere ich auf jeden Fall auch.

Wie gehst du mit dem Älterwerden und Falten um?

Ich freue mich, wenn du mir schreibst.

Von Herzen,

Unterschrift Monika Richrath

 

 

P.S. Es funktioniert übrigens 🙂

 

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Im Trauma Zustand

Im Trauma Zustand

Eigentlich gibt es den Begriff Trauma Zustand gar nicht, aber ich verwende ihn für mich ziemlich häufig. Es gibt viele verschiedene wissenschaftliche Begriffe für diese und jene Zustandsbeschreibung, in denen ich mich nicht immer wiederfinde. Daher der Begriff Trauma Zustand.

Wenn du mir schon folgst, weißt du, dass ich mich

mit Trauma und seinen Folgen

sowohl von innen heraus, als auch von oben betrachtet, beschäftige. Dass ich das so machen kann, empfinde ich echt als ein großes Glück, denn das war nicht immer so. Ich erinnere mich an einen Weihnachtsmarktbesuch. Ich sehe mich selbst da stehen, ich will Räucherstäbchen kaufen. Ich meine mich zu erinnern, dass ich dort allein bin. Räucherstäbchen kaufen, das ist keine große Sache.

im trauma zustand ist nebel im kopfPlötzlich Nebel im Kopf

und Benommenheit macht sich breit. Ich bin verwirrt. Ich weiß nicht was los ist mit mir. Ich habe mit niemandem gesprochen. Aber es ist, als zögen Wolken in meinem Kopf auf. Ich weiß nicht mehr, ob ich die Räucherstäbchen gekauft habe, oder sofort geflüchtet bin. Das ist mindestens zehn Jahre her. Aber an das Gefühl kann ich mich noch ganz genau erinnern. Weil ich mich so gar nicht gut gefühlt habe.

Heute glaube ich,

ich war damals in einem Trauma Zustand.

Was meine ich eigentlich damit?

Da ich mich vor allen Dingen

mit Entwicklungstrauma und seinen Folgen

beschäftige, denke ich heute, ich muss durch irgendwas getriggert worden sein. Wenn du den Begriff Entwicklungstrauma nicht kennst: Der Begriff Trauma bezieht sich hier darauf, dass deine natürliche Entwicklung beeinträchtigt wurde – normalerweise eine Folge der Interaktion mit deinen Eltern oder anderen Bezugspersonen. Da so viele von uns Eltern haben, die den zweiten Weltkrieg als Kinder erlebt haben, haben die traumatisierten Eltern unsere Fähigkeit zur Bindung beeinträchtigt. Das betrifft die Bindung an Menschen, Bindung zu sich selbst und auch die Bindung an den eigenen Körper. Ein Entwicklungstrauma ist also immer auch ein Bindungstrauma.

Vor kurzem habe ich noch einmal die Gelegenheit bekommen,

den Trauma Zustand mit vielen Facetten zu erleben.

Ausgelöst wurde er durch eigentlich etwas Tolles. Ich mache gerade den Kurs „Heilung des Schoßraumes“ von Andreas Goldemann*. In dieser speziellen Session ging es um die „Ablösung von Fremdenergien“. Da hat sich bei mir plötzlich etwas gelöst, etwas, was mich schon mein ganzes Leben lang quält. Es hat etwas zu tun mit ***SC***R**EN*** und weil das für mich so schlimm war, habe ich gewisse Dinge getan, um diese Situation zu vermeiden. Leider haben meine Vermeidungsstrategien dazu geführt, dass ich in andere traumatische Situationen geraten bin, so dass am Ende eine ganze Trauma Serie daraus wurde. Natürlich habe ich versucht, dieses Trauma zu heilen (z. B. durch eine TBT Trauma Buster Technique Behandlung), leider ohne Erfolg. Und dann war es nicht mal mein eigenes Trauma, sondern offenbar ein transgenerationales Trauma. Gut, das zu wissen. Das war sehr hilfreich. Aber das bedeutete nicht, dass sich alles in Wohlgefallen auflöste. Mein System brauchte Zeit, alles zu verarbeiten.

trigger führen schnell zu einer Reaktivierung eines entwickungstraumas

Das ist mir aufgefallen im Trauma Zustand:

Hat eine Trauma Aktivierung oder Reaktivierung stattgefunden, werden andere Traumata gleichzeitig mit aktiviert. Der Bewusstseinszustand ändert sich vollkommen. Man geht an einen ganz anderen inneren Ort.

  • Man ist schreckhaft (manchmal extrem), unsicher und ängstlich
  • Die Koordinationsfähigkeit des Körpers ist beeinträchtigt (ich stoße mich plötzlich überall an).
  • Ich lasse auch ständig Sachen fallen.
  • Ich muss mich häufig vergewissern, dass ich den Herd wirklich ausgemacht habe.
  • Keine Lust mich mit anderen zu treffen. Vor allem auch deswegen, weil ich über diese Dinge nur mit ganz wenigen Menschen überhaupt sprechen kann und mittlerweile ein Bewusstsein dafür habe, dass es am besten ist, gar nicht ausführlich mit anderen darüber zu sprechen, um sie nicht mit meinen Sachen „anzustecken“ (Ja, das gibt es, Trauma ist ansteckend, leider)
  • Erschöpfung und großes Schlafbedürfnis
  • Die Freude geht verloren
  • Das Leben fühlt sich anstrengend an
  • Die Ausgaben für Süßes, Salziges und Alkohol steigen sprunghaft an (ein sicheres Zeichen, dass ich hochgradig unter Stress stehe
  • Häufig das Gefühl, neben mir zu stehen, oder verpeilt zu sein.
  • Und natürlich Flashbacks ohne Ende (die nicht nur aus einem Trauma stammen, sondern verschiedene Ursprünge haben). Die Psychologin Michaela Huber beschreibt sie in ihrem Buch Trauma und die Folgen* als „plötzliches intensives Wahrnehmen von Traumabestandteilen mit Wiedererlebensqualität“. Bei mir nun kunterbunt gemischt aus den verschiedensten traumatischen Situationen. So sehe oder fühle ich mich in der einen Minute fallen (mein Sturz ist erst wenige Monate her), eine halbe Stunde später habe ich plötzlich das Gefühl, einsam, verwirrt und verzweifelt durch die Stadt zu laufen, in der ich wegen meiner Liebsten eine Zweitwohnung bezogen habe (ein paar Jahre jetzt her) und ein paar Sekunden später bin ich wieder in der Gegenwart.
    Ich sollte unbedingt noch erwähnen, dass diese Flashbacks nur dann zu kommen scheinen, wenn ich allein bin. Wenn ich mit anderen zusammen bin, geht mein Geist (meine Psyche?) nicht auf Wanderschaft.

Dieser Zustand kann sich über Wochen erstrecken. Zum Glück gibt es ganz viel, was ich über mich gelernt habe durch meine intensive Beschäftigung mit dem Thema Trauma und intensiver Selbstbeobachtung, so dass mich solch ein Zustand (so unangenehm er auch ist) nicht mehr umwirft. Es geht mir dann zwar nicht so gut, und ich muss mich ziemlich anstrengen, aber ich komme klar. Und trotzdem: diesen Zustand gilt es zu vermeiden.

Ich habe ihn diese Woche als Thema ausgewählt,

weil darauf mein Intensivkurs abzielt.

Weil bei so vielen Menschen Hochsensibilität und Entwicklungstrauma eng verknüpft sind (nicht ursächlich, sondern eher durch die Umstände), ist es mehr als sinnvoll, einen großen Bogen um Trauma Themen zu machen. Und das tun wir. In meinem online Kurs zu Hochsensibilität beschäftigen wir uns lediglich mit den Lernerfahrungen, die wir in unseren belastenden Kindheitserfahrungen gemacht haben – und auch nur, indem wir diese positiv klopfen, ohne sie weiter zu untersuchen oder in ihnen rumzugraben. Das funktioniert ausgesprochen gut.

Und wenn dabei herauskommt, dass man nach einem Jahr Klopfen viel weniger extrem auf Trauma Reaktivierungen reagiert (denn die wird es weiterhin geben), dann hat man schon super viel für sich erreicht!


Von Herzen,

Unterschrift Monika Richrath

 

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Foto von Thiago Matos 

Warum wirkt EFT bei mir nicht?

Warum wirkt EFT bei mir nicht?

Hast du vielleicht auch schon mal längere Zeit geklopft? Hattest das Gefühl, dass EFT wirklich funktioniert? Warst begeistert darüber, wie Entspannung durch das Klopfen kommt. Oder zu kommen schien? Auch wenn es vielleicht mysteriös erschien, warum EFT wirkt oder was da überhaupt wirkt.

Aber trotzdem hast du vielleicht nach einer Weile wieder aufgehört, weil du gemerkt hast, dass sich doch nicht wirklich etwas ändert.

Funktioniert EFT doch nicht?Die Frage was zu tun ist

Oder nur bei dir nicht? Mit diesen Zweifeln bist du nicht allein. So scheint es offenbar vielen, vielen Menschen zu gehen. Ich habe vor kurzem ein neues Freebie erstellt mit dem provokativen Titel „7 Fehler, die du beim Klopfen machen kannst“, das wird mir quasi aus der Hand gerissen. Viele Menschen haben also offenbar den Eindruck, dass EFT bei ihnen nicht funktioniert. Das ist auf folgende 2 Faktoren zurückzuführen:

1. Faktor: Zeit/Dauer

Um Veränderung zu bewirken braucht es kontinuierliches Klopfen über einen längeren Zeitraum.

Ich habe ja schon oft gehört, dass Menschen meine Lebensgeschichte sehr inspirierend finden. Ich bin nämlich den Großteil meines Lebens ein zutiefst unglücklicher Mensch gewesen, immer mit einem Bein in Depressionen und mehr als einmal hing mein Leben nur noch an einem seidenen Faden. Daran haben auch die mehr als 20 Jahre Psychotherapie nichts geändert. Aber nachdem ich das EFT Klopfen nach mehreren Anläufen wirklich richtig gelernt und in in meinen Alltag integriert habe, hat sich mein Leben auf erstaunliche Weise verändert. Ich habe zu meiner großen Überraschung herausgefunden, dass in mir ein ganz fröhlicher, optimistischer Mensch steckt. (Heute wundert es mich ehrlich gesagt gelegentlich, wie ich überhaupt durch die ersten 40 Jahre gekommen bin. Aber wie gesagt, manchmal band mich nur noch ein Hauch ans Leben.)

Aber diese Veränderung konnte nur stattfinden, weil ich geklopft habe, und weil ich sehr beharrlich war.

man sollte eft richtig klopfen lernenIch habe ein paar Jahre lang jeden Tag geklopft.

Ich glaube aber, dass ich nichts Besonderes bin. Die meisten Menschen können vermutlich etwas Ähnliches für sich erreichen – wenn sie wirklich kontinuierlich klopfen (Und heute muss ich auch sagen, dass es natürlich auch von der Schwere der erlittenen emotianalen Traumata abhängt). Ein Jahr ist dabei das absolute Minimum.

Wenn man sich darauf einlässt, kann man Großes erleben. Höre dir gerne das Testimonial von Sabine, einer Teilnehmerin meines Intensivkurses an.

von Testimonial Sabine

Klopfen wirkt. Immer.

Selbst, wenn du vielleicht nichts zu spüren scheinst, wirkt das Klopfen auch auf einer biologischen Ebene. In diesem Artikel kannst du nachlesen, was in einer Stunde Klopfen alles passiert.

Ich bekomme von Menschen, die mit mir morgens ein Switchword klopfen (was nur 1 Minute dauert), immer wieder die Rückmeldung, dass eine Minute klopfen ausreicht, um mit einem Lächeln gut in den Tag zu starten.

(Falls es dir nach dem Klopfen schlechter gehen sollte als vorher, liegt eine Störung in deinem Energiesystem vor. Dann könntest du mal diese energetischen Übungen von Donna Eden machen zum Homolateral Crossover. (Ich habe dazu auch eine deutsche Anleitung erstellt, die du hier findest).

Ich habe natürlich keine Ahnung, wie lange die Menschen klopfen, die den Eindruck haben, dass EFT bei ihnen nicht funktioniert, weil die Veränderungen ausbleiben. Aber ich treffe immer wieder auf Menschen, die eigentlich gute Erfahrungen mit EFT machen, es aber einfach aufgeben, sobald sich der erste kleine Erfolg einstellt.  Zeit/Dauer ist also eine der Ursachen, weswegen es keinen durchschlagenden Erfolg gibt. Aber es gibt noch etwas anderes und das ist der

2. Faktor: Fehlendes Bewusstsein bzw. fehlende Anerkennung

Was meine ich damit? Bei so Vielen ist das Leid sehr groß. Aber auch wenn nur es ein Bewusstsein dafür gibt und eine große Sehnsucht danach, geheilt zu werden, vielleicht auch wieder ganz zu werden, glaube ich, dass die wenigsten Menschen wirklich begreifen und verstehen, wie tief ihre Verletzungen eigentlich sind.

Was es bedeutet, mit z. B. depressiven Eltern aufzuwachsen, die einfach nicht für einen da sind, die so mit sich selbst beschäftigt sind aufgrund eigener Traumatisierungen und ihrer Folgen (z. B. durch Erlebnisse als Kinder im 2. Weltkrieg), Sucht, Krankheiten usw., dass keine Aufmerksamkeit für die Kinder übrig bleibt. Welche Folgen dysfunktionale Familien überhaupt für die Entwicklung von Kindern entstehen, die in dysfunktionalen Familiensystemen und ihren Strukturen aufwachsen?

Entwicklungstrauma als folge dysfunktionaler familienEntwicklungstrauma was ist das?

Vielen Menschen ist die Definition Entwicklungstrauma überhaupt nicht bekannt, dabei betrifft dieses Phänomen weite Teile unserer Gesellschaft, weltweit. Ich fokussiere mich hier allerdings hauptsächlich auf Deutschland, also zumindest auf jene, deren Eltern den 2. Weltkrieg als Kinder miterlebt haben. Aber wenn du in einem Alkoholiker Haushalt aufwächst oder deine Eltern psychisch krank sind, entfällt der Altersfaktor ohnehin. Man weiß natürlich nicht, wieso manche Menschen „es schaffen“, trotzdem ein gutes Leben führen oder gut relativ unbeschadet durchs Leben kommen. Ist das alles nur eine Frage der Resilienz?

Ich selbst bin geneigt, den Zusammenhang mit einer

von Natur aus vorhandenen Hochsensitivität herzustellen

(was nicht das gleiche ist wie Hochsensibilität). Die Fähigkeit, Dinge (also auch Verletzungen) intensiver wahrzunehmen als andere Menschen, kann dann zu einer sog. Vulnerabilität führen (das ist der wissenschaftliche Begriff).

Ein Entwicklungstrauma bedeutet, dass wir in unserer natürlichen Entwicklung beeinträchtigt wurden.

Ein Entwicklungstrauma ist daher immer auch ein Bindungstrauma

und beeinträchtigt unsere Fähigkeit zur Verbindung, mit anderen Menschen, mit uns selbst, mit unserem Körper, mit dem Leben.

Das trifft uns bis in die tiefsten Tiefen unserer Existenz.ein entwicklungstrauma ist immer auch ein bindungstrauma

Ich denke, dass es an der Zeit ist, anzuerkennen, dass das, was man mit dem Klopfen von Sätzen allein erreichen kann, einfach beschränkt ist. Zum einen, weil es zu viele offene Baustellen gibt. Zum anderen, weil man jederzeit allein Gefahr laufen kann, sich selbst zu retraumatisieren (etwas, was es unbedingt zu vermeiden gilt).

Was also ist zu tun?

Ich habe einen ganz neuen Ansatz des Klopfens entwickelt, sozusagen eine deutsche Variante des Conscious EFT von Nancy Forrester. Ich nenne meinen Ansatz Achtsames EFT klopfen.

Um beiden Faktoren Rechnung zu tragen, habe ich den Intensivkurs entwickelt.

Ein Jahr lang klopftst du positive kurze Impulse (die persönlich auf dich angepasst sind), um die Lernerfahrungen zu verändern, die du in deinen belastenden Kindheitserfahrungen gemacht hast.  Der Intensivkurs ist also ein Hochsensibilität online Kurs, in dem du außerdem Verbindung in einer kleinen Gemeinschaft mit Menschen erfahren kannst, die ähnliche Dinge erlebt haben wie du. Der Intensivkurs bietet dir einen sicheren, triggerfreien Raum, in dem wir uns auf konstruktive Weise mit den Auswirkungen von Trauma beschäftigen, ohne selbst überhaupt je in die Nähe des Traumas zu gehen. Ich sorge jederzeit persönlich dafür, dass du einen Impuls hast, mit dem du dich wohl fühlst.

Ich bin selbst davon überrascht, wie gut dieses Konzept aufgegangen ist. Alle, die bis jetzt den Kurs durchlaufen haben, wollten nach dem Ende noch eine Weile weitermachen!

Ich für meinen Teil kann sogar sagen, dass alle, die sich bis jetzt wirklich auf diese Reise zu sich selbst eingelassen haben, im Laufe des Jahres erblüht sind, aus sich selbst herausgewachsen sind. Das klingt ein bisschen kitschig, aber das kann man genau so sehen.

Von daher kann ich dich nur ermuntern,

dich auf die Klopftechnik für Hochsensible 2.0 einzulassen.

Es funktioniert (sofern du nicht sehr schwer traumatisiert bist). Es ist an der Zeit, den Anspruch aufzugeben, es alleine erreichen zu wollen oder müssen. Das kann übrigens auch eine Lernerfahrung sein, die man aus einem Entwicklungstrauma ziehen kann.

Am 17./20./21. April 2023 hast du die Gelegenheit, schon einmal ein bisschen Intensivkurs Feeling zu schnuppern. Da stelle ich dir in einem kostenlosen Workshop die 3 Wege des achtsamen Klopfens  vor und du erfährst, warum das gerade für Menschen mit belastenden Kindheitsrfahrungen so wichtig ist.  Und wir klopfen natürlich auch! Du hast die Möglichkeit, mich und meine Arbeit live zu erleben und erfährst mehr über den Intensivkurs.

Ich freue mich auf dich!

Von Herzen,

Unterschrift Monika Richrath

 

 

 

 

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Foto von cottonbro 

Trauma in Liebesbeziehungen: Nähe und Distanz

Trauma in Liebesbeziehungen: Nähe und Distanz

Es geht weiter mit meiner Serie über Trauma in Beziehungen. Nähe und Distanz ist fast immer ein Problem, wenn Trauma in einer Liebesbeziehung eine Rolle spielt. Und so langsam nähere ich mich auch dem Ende der Beziehung, obwohl es noch keine sichtbaren Anzeichen gab.

Eine Fernbeziehung ist mit nahe und abstand verbundenIm Grunde genommen bot uns die Fernbeziehung ein perfektes Setting, auch wenn wir selbst uns nicht daran gewöhnen konnten. Es war uns nicht bewusst, dass es nicht mehr besser werden konnte. Nachdem meine Partnerin mir nach einem dreiviertel Jahr Beziehung gestanden hat, Viele zu sein, eröffneten sich für unsere Beziehung neue Dimensionen von Intimität und Nähe. Die erste Hürde war genommen. Erstmal wurde alles besser, weil ich meine Partnerin jetzt besser verstehen konnte.

Wir waren euphorisch. Wir hatten das Gefühl, wir können jede Hürde nehmen. „Wir lieben uns doch!“ „Sehr!“ Wir hatten das Gefühl, dass unsere Liebe stark ist, stark genug ist. Jetzt erst recht! Ich hatte schon begonnen, eine gewisse Distanz zu entwickeln, aufgrund zahlreicher Retraumatisierungen durch die Beziehung.

Definitiv war unser

Bedürfnis nach Nähe und Distanz nicht gleich.

Am Anfang einer Beziehung sind die Bedürfnisse nach Nähe und Distanz ja völlig verwischt. Anfangs haben wir dreimal täglich telefoniert. Mir wurde bewusst, dass je länger wir zusammen waren, ich immer mehr Dinge aufgab, die ich liebte und brauchte (zuallererst mein mediales Medizin Essen). Vor allem Zeit allein zu verbringen (und genießen). Zeit in meinem Raum. Ein Ort, an dem ich so sein darf wie ich bin. Einfach herumliegen und abhängen wurde zu einem Luxusbedürfnis. Es wurde unmöglich, jede Woche einen Blogartikel zu schreiben. Mit viel Mühe und Not schaffte ich es so eben, alle 14 Tage einen Artikel zu veröffentlichen. In meiner freien Zeit musste ich meinen Haushalt machen.

Ich war diejenige, die reiste. Es war klar, dass es nur so geht. Und das am besten funktioniert. Beziehungsweise, alles andere funktioniert nicht. Aber dieses Muster begann seinen Tribut zu fordern.

Im Zuge der neugewonnenen Intimität und Nähe haben wir darüber nachgedacht, ob es Möglichkeiten gibt, die

Nähe und den Abstand zwischen uns neu und anders zu regeln.

Könnten wir mehr räumliche Nähe schaffen und trotzdem Möglichkeiten zur Distanz behalten?Denn dass wir die brauchten (vielleicht aufgrund unserer Hochsensibilität), war schon klar. Manchmal waren wir schon an einem Wochenende mit Nähe überfordert.

Aber ich war äußerst reisemüde. Außerdem war ich immer in ihrer Wohnung, wo wir gemeinsam ihr Leben lebten. Und wo ich viele Dinge nicht machen durfte. Zum Beispiel kochen. Zusammenziehen stand außer Frage. Vielleicht führt ein Entwicklungstrauma grundsätzlich zu einem Bedürfnis nach Autonomie?

Das Naehe Distanz problem im Trauma durch Umzug beseitigenIn Anbetracht dieser Umstände gab es nur eine einzige Lösung: eine kleine Zweitwohnung in der Stadt meiner Liebsten. Die Kosten wollten wir uns teilen. Zu dem Zeitpunkt schien es machbar zu sein. Auch die Götter oder das Schicksal waren uns offenbar gewogen, denn im Nullkommanichts fand ich eine schöne kleine 1 Zimmer Wohnung in einem guten Viertel. Nur 3 Wohnungen habe ich angesehen. Allerdings:

der Umzug oder eher Einzug wurde eine Katastrophe.

Die Wohnungsübergabe war am 30.12. Das öffentliche Leben war weitgehend durch Corona stillgelegt. Es gab kein Licht in der Wohnung, zumindest kein Licht im Wohnzimmer. Die Vormieterin hatte die Lampenfassungen mit Kabel mitgenommen. Darauf war ich nicht gefasst gewesen.

Ebenso war ich nicht darauf gefasst (woher denn auch), dass meine Partnerin mit der Situation und allem vollkommen überfordert war.

Die neue Nähe war ein Problem.Ein entwicklungstrauma führt in der Beziehung zu Erstarrung

Es gab Innenpersonen, die waren einfach nicht einverstanden mit mir. Die wollten mich nicht. Und so kam es, dass wir einen Tag später, also zu Sylvester,  in Streit gerieten. Die Innenperson, die mich nicht mochte, hatte sich offenbar als Strategie überlegt, wenn ich schon mal da war, sollte ich mich auch nützlich machen.  Dafür erteilte sie mir Aufträge. In der Regel ging das schief. Bevor wir zum Baumarkt fahren konnten, erteilte sie mir wieder einen Auftrag. Es ging darum ein Paket aufzugeben. Ich war total getriggert. Ich würde es falsch machen und musste mir dann wieder Sprüche anhören. Darüber wie unfähig ich bin. In der Post bin ich

in eine traumatische Erstarrung gefallen.

Und natürlich war es dann falsch. Ich wurde total wütend. Ich habe gesagt: „Das ist doch Scheiße!“ und die Autotür zugeknallt. Damit habe ich meine Partnerin getriggert. Sie hat sich gefürchtet.

Immerhin hat sie die Sache selbst erledigt. Wir sind nicht in den Baumarkt gefahren (er war sowieso wegen Corona geschlossen, aber das wusste ich nicht). Meine Partnerin ist zu sich nach Hause gefahren. Ich bin in meine neue Wohnung gegangen. Zum Glück hatte ich genug zu essen in meiner neuen Wohnung. Ich hatte auch Lesestoff mitgebracht. Aber ich hatte kein Licht. Nur ein paar Teelichter. Ich hatte kein Internet.

Im Entwicklungstrauma befindet man sich oft in einem trauma zustandIch lag im dunkeln auf meiner Matratze und war in diesem speziellen Trauma Zustand.

Und ich war sehr, sehr unglücklich. Die ganze Nacht habe ich mich gefragt: „Wie bin ich hierher gekommen? Was passiert jetzt? Ist das das Ende der Beziehung?“

Sobald es hell war, bin ich draußen rumgelaufen. Ich wollte mich mit der Stadt vertraut machen. Es war trostlos. Alles war geschlossen. Ich hatte niemanden mit dem ich reden konnte. Instinktiv habe ich mich von meiner Partnerin ferngehalten. Eines wusste ich aber genau: Wenn ich jetzt in meine Heimatstadt fahre, war es das. Und ich wusste nicht, ob ich das wirklich wollte. Also habe ich ein paar grauenvolle Tage allein verbracht. Ich bin ganz viel herumgelaufen, habe versucht, in Bewegung zu bleiben. In meiner Wohnung war ja nichts.

Irgendwann hat meine ex Freundin sich gemeldet. Gerade, als ich nach Hause fahren wollte. Ich bin dann nicht nach Hause gefahren, jedenfalls nicht sofort. Wir haben uns wieder versöhnt. Aber, du kannst es dir denken: es war der Anfang vom Ende. Allerdings nicht sofort …

Kennst du dieses Nähe-Distanz Problem? Welche Lösung hast du gefunden, für dich, für deine Beziehung? Wie immer freue ich mich, wenn du deine Erfahrungen mit uns teilst.

Von Herzen,

Unterschrift Monika Richrath


Foto von Mikhail Nilov

Fotos von Anna Shvets 

Foto von Liza Summer

 

5 Menschen, die mein Bewusstsein verändert haben

5 Menschen, die mein Bewusstsein verändert haben

Es gibt Menschen, die meinen Lebensweg mit Hochsensibilität, Hochsensitivität, EFT Klopfen, belastenden Kindheitserfahrungen und Entwicklungstrauma ganz maßgeblich beeinflusst haben – ohne, dass ich ihnen je persönlich begegnet bin. Sie wurden mir zugespielt. Jede:r hat auf seine Weise mein Leben tief erschüttert.

Da der Sommer ja traditionell eine Blogparadenzeit ist, dachte ich, ich starte mal wieder eine Blogparade und setze diesen Menschen in meinem Leben ein Denkmal. Vielleicht hat die eine oder der andere ja Lust, sich anzuschließen? 

1. Die irische Journalistin und Schriftstellerin Nuala O’Faolain

Die Aussprache ihres Namens ist ungefähr: Nola Afoilan. Zufälligerweise fiel mir in der Leihbücherei ein Hörbuch in die Hand, mit dem Titel „Nur nicht unsichtbar werden“, den Namen der Autorin Nuala O’Faolain hatte ich noch nie gehört, aber der Titel sprach mich an.

Beim ersten Mal konnte ich die CD nur in ganz kleinen Etappen hören. So sehr hat mich das, was sie erzählte, erschüttert. In dem Buch beschreibt die Autorin ihre Kindheit in Irland, die geprägt wurde durch die intensive und schwierige Beziehung ihrer Eltern. Der Vater glänzte vornehmlich durch Abwesenheit und überließ Nuala O’Faolain und ihre Geschwister der alkoholkranken der Mutter. Drei Dinge liebte die Mutter: den Vater, Alkohol und Lesen. Mit allem anderen wollte sie sich nicht beschäftigen.

Ganz abgesehen von den Parallelen zu meinem eigenen Leben, erschütterte mich zutiefst, dass die Autorin Gefühlen in mir Namen gab: Das Gefühl, unsichtbar zu sein,

das Gefühl, nicht wichtig zu sein, das Gefühl, nicht wichtig genug zu sein.

Meine Kindheit wurde von von dem Gefühl beherrscht, dass meine Mutter eigentlich etwas anderes wollte, z. B. meinen Vater, ein aufregendes Leben voller Kunst und Kultur, etwas erleben, nicht Mutter sein von fünf Kindern …  

 

2. Eva Maria Eleni

Auf Eva Maria Eleni wurde ich vor vielen Jahren zunächst auf facebook aufmerksam. Ihre Vorhersagen zur energetischen Qualität der Monate fand ich ziemlich spannend. Ihr gebührt der Verdienst, mich in die Grundlage der Energiearbeit eingeführt zu haben – ganz nebenbei und ohne, dass wir uns je persönlich kennen gelernt hätten.

Jedenfalls habe ich festgestellt, dass die Dinge, die sie beschrieb, tatsächlich in meinem Leben geschahen. Und ich stellte ebenfalls fest, dass es Tage gab, an denen ich das Gefühl hatte, draußen gegen eine gallertartige Masse zu laufen. Durch Eva Maria Eleni erfuhr ich zum ersten Mal von Portaltagen. Im Laufe der Zeit lernte ich, bestimmte Symptome und Gefühle mit Portaltagen in Verbindung zu bringen. Und

ich lernte auch, auf meine eigene energetische Wahrnehmung zu achten.

Alles, was jetzt ist und sich entwickelt, baut auf dem auf, was ich durch Eva Maria Eleni gelernt habe. Du kannst Eva Maria Eleni hier auf youtube finden.

3. Jennifer Cincurak

Jennifer Cincurak ist meine absolute Lieblings EFT Coach und Therapeutin. Seit sie mir vor Jahren als Organisatorin des Money Mindset Summits zugespielt wurde, (ein Klopfkongress, der sich ausschließlich mit dem Thema Geld befasst), folge ich ihr immer wieder einmal. Und das aus sehr gutem Grund. Denn Jennifer ist nicht nur einfach ein Money Mindset Coach, sondern beschäftigt sich mit Themen für conscious entrepreneurs, also Unternehmer:innen, die nicht einfach nur Geld verdienen möchten, sondern das Bewusstsein anderer verändern möchten. Dabei ist sie eine unermüdliche Forscherin. Das Thema Trauma kam schon im Money Mindset Summit vor.

Sie ist letzten Endes diejenige, die mich mit dem Conscious EFT Ansatz von Nancy Forrester bekannt gemacht hat, der dazu geführt hat, dass ich meine eigene Arbeit vollkommen verändert habe, indem ich den achtsamen Ansatz übernommen habe und meinen Hochsensibilität online Kurs,

den Intensivkurs „Besser umgehen mit Hochsensibilität“

entwickelt habe. Ich folge ihr eher etwas lose, aber immer, wenn ich wieder auf sie stoße, bin ich total begeistert, weil das, womit sie sich beschäftigt, für mich interessant ist. Sie ist mir sozusagen immer ein paar Schritte voraus.

 

 4. Diane Poole Heller

Eines Tages im Internet wurde ich auf magische Weise auf das Buch „Tief verbunden“ von Diane Poole Heller aufmerksam gemacht. Die deutsche Übersetzung war gerade vor einigen Tagen erschienen. Mein (vorerst) letztes Puzzleteil, was noch gefehlt hat. Welche Auswirkungen dieses Buch auf mein eigenes Leben hatte, kannst du hier nachlesen.

Es ist zu komplex, um es hier zu beschreiben. Vielleicht lässt es sich damit zusammenfassen: Durch Diane Poole Heller habe ich verstanden, wie wichtig Bindung und Verbindung für Menschen ist, dass

ein Entwicklungstrauma letzten Endes immer auch ein Bindungstrauma ist

und dass man es überwinden kann.

 5. Andreas Goldemann

Ich bin immer noch geflasht von Andreas Goldemann und seinem Gesang. Oder immer wieder neu. Er hat es geschafft, dass ich in meinen Körper eingezogen bin. Er schafft es, dass ich nach und nach Dinge aus meinem System loslassen kann.

Und er hat mich sehr inspiriert für meine eigene Arbeit. Die Arbeit mit einer Gruppe zu einem bestimmten Thema auf allgemeiner Basis, aus dem sich jeder das herausziehen kann, was er/sie gerade braucht, finde ich grandios.

Allerdings erstellt Andreas in solch einem Affenzahn neue Kurse, das ich überhaupt nicht hinterherkomme. Er ist der einzige übrigens, dem ich immer folge … und es ist wirklich spannend, seine Arbeit zu verfolgen und mitzuerleben, dass das, was er macht, immer tiefer zu gehen scheint (es kann natürlich auch sein, dass es bei mir immer tiefer geht, das weiß ich nicht).

All diesen Menschen bin ich zutiefst dankbar für ihre Wirkung auf mein Leben.

Wenn du auch Menschen hast, bei denen du dich bedanken möchtest, mach doch mit bei meiner Blogparade. Das geht so: Du schreibst einen Artikel auf deinem Blog (auf dem du diese Blogparade mit Link erwähnst) und postest deinen Artikel in die Kommentare unter dem Artikel. Wenn du keinen eigenen Blog hast, kannst du ihn direkt in die Kommentare posten (Bitte vergiss nicht, aufgrund der Lesbarkeit viele Absätze zu machen!)

Ich freue mich, wenn du dabei bist!

Von Herzen,

Unterschrift Monika Richrath

 

 

Image by Chrystal Elizabeth from Pixabay 

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