Wu Wei – die Kunst nichts zu tun

Wu Wei – die Kunst nichts zu tun

Kennen Sie auch das Gefühl von totalem Stillstand in Ihrem Leben? Der absolute Frust, auf der einen Seite die Dinge, die Sie nicht mehr wollen, die Sie SO nicht mehr wollen, auf der anderen Seite eine nebulöse Zukunftsvision davon, wie die Dinge Ihrer Meinung nach sein sollten. Aber es geschieht NICHTS.

Das kann sich furchtbar anfühlen,

wie in einem Sumpf zu stecken, aus dem man sich einfach nicht befreien kann. Erst recht nicht, wenn Sie aktiv versuchen, etwas an Ihrer Situation zu verändern. Da eines der Merkmale der Hochsensibilität eine erhöhte Stressempfindlichkeit ist, kann es natürlich sein, dass Sie anfangen innerlich zu rotieren. Vielleicht fangen Sie an, fieberhaft zu überlegen, was Sie noch probieren können und was auch noch … Aber was immer Sie auch probieren, es funktioniert nicht. Es gibt keine Veränderung – oder wenn, dann nur zum Schlimmeren. Jetzt wissen Sie nicht weiter.

Eines haben Sie vielleicht noch nicht probiert: gar nichts zu tun. Loszulassen, die Hände in den Schoß zu legen und die Angelegenheit sich selbst zu überlassen.

In China hat man dafür sogar einen Begriff:

Wu Wei

Dieser Begriff stammt aus dem Daoismus. Das Dao wird als Wirkprinzip für den Kosmos angesehen – eine Art schöpferische und ordnende Kraft, die allem zugrunde liegt und in die man möglichst wenig eingreifen sollte. Handlung soll erst dann erfolgen, wenn sie leicht und mühelos ist, blinder Aktionismus führt meistens nicht viel weiter (außer dass man sich beschäftigt hält).

Das Gras wächst nicht schneller,

wenn man daran zieht, lautet ein Sprichwort, das mir ausgesprochen gut gefällt und das ich mir tatsächlich dann und wann selbst aufsage. Theoretisch bin ich felsenfest davon überzeugt, dass es für alles eine richtige Zeit gibt. Praktisch ist das mit dem Nichtstun natürlich manchmal schwierig auszuhalten. Gerade, wenn man als hochsensibler Mensch schnell in Stress gerät und zu Kopfkino neigt.

Ich glaube auch daran, dass sich Dinge in Stille entwickeln, in dem unendlichen Raum des scheinbaren Stillstands. Jedenfalls habe ich schon häufig die Erfahrung gemacht, dass sich nach Zeiten des gefühlten Stillstands plötzlich neue Türen öffnen und es weiter geht. Vermutlich haben Sie selbst das auch schon erlebt. Mir fällt gerade ein, dass ich einmal gehört  habe, dass bei den Aborigines Menschen nach einer Krankheit einen neuen Namen bekommen, weil sie sich dadurch verändern und entwickeln. Das hat mir sehr gefallen.

Alles entsteht in Stille

Vielleicht brauchen unsere inneren Funken diesen vermeintlich leeren Raum um in uns zu wachsen und langsam, langsam und an die Oberfläche unseres Bewusstseins zu steigen?

Obwohl ich wirklich absolut dafür bin, täglich in dem minimalistischen Rahmen von zwei bis fünf Minuten über einen längeren Zeitraum zu klopfen, habe ich doch auch schon mehrfach die Erfahrung gemacht, dass es gut sein kann, eine Klopfpause einzulegen, einen Schritt zurück zu machen und dem Körper und Geist die Zeit zu geben, die Veränderungen zu integrieren. Das geschieht nämlich nicht über Nacht. Wenn ich dann wieder mit dem Klopfen anfange, habe ich bislang immer das Gefühl gehabt, dass sich meine Ausgangsbasis verändert hat, ich quasi auf einem höheren Level starte. Auch, wenn ich die Veränderung nicht immer konkret benennen kann (Das kommt auch hin und wieder vor). Etwas hat sich verändert, das reicht.

Loslassen

Nichts tun, bedeutet auch loszulassen, was immer gerade ist. Zu vertrauen, dass das richtige geschieht (auch wenn ich den Sinn gerade nicht sehe oder verstehe), egal wie schrecklich die Erfahrung ist, die ich gerade mache. Letzten Endes helfen uns alle Erfahrungen dabei, uns weiterzuentwickeln und zu wachsen, herauszufinden, wer wir sind und was wir eigentlich wollen – was häufig vielleicht gar nichts mit dem Leben zu tun hat, das wir tatsächlich führen.

Loslassen können hat auch immer etwas mit Vertrauen zu tun. Vertrauen darin, dass es etwas oder jemanden gibt, der mich unterstützt und mir beim Wachsen hilft.

Das kann eine wirkliche Herausforderung sein, vor allem, wenn man das Gefühl hat, dass

einem gerade alles um die Ohren fliegt.

Dieses Jahr ist in dieser Hinsicht äußerst anstrengend und hält viele Lernaufgaben bereit :-/ Geht Ihnen das auch so?

Wenn Ihnen das Hände in den Schoß legen schwer fällt, probieren Sie es doch einmal mit einem Mittelweg:

Beobachten Sie die Situation

schreiben Sie Ihre Beobachtungen vielleicht sogar auf. Wer macht was wann warum? Was belastet Sie? Was möchten Sie eigentlich tun? Warum? Warum geht es nicht? Vielleicht kommen Sie so zu ganz neuen Erkenntnissen oder entwickeln einen Klopfsatz.

Oder probieren Sie einmal die Switchwords

LÄCHELN-LEUCHTEN

GÖTTLICHE ORDNUNG-STILL

zu klopfen. Das können Sie machen, so oft es Ihnen in den Sinn kommt.

Ich bin gespannt, was Sie mit diesen Worten erleben. Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

 

Bildquelle: Gotti1979, pixabay

Wie ich meine Seelenwünsche entdeckt habe

Wie ich meine Seelenwünsche entdeckt habe

Noch vor wenigen Jahren wäre ich überhaupt nicht auf die Idee gekommen, mich mit meiner Seele zu beschäftigen. Erst recht nicht mit ihren Bedürfnissen. Das hatte für mich einen abgehobenen und esoterischen Beigeschmack, damit wollte ich lieber nichts zu tun haben. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es vielen hochsensiblen Menschen ähnlich geht, weil viele von uns  sehr kopfgesteuert sind und sich nur auf „Beweise“ verlassen (am besten auf solche, die von der Wissenschaft erbracht werden).

Für mich hat sich in den letzten Wochen viel verändert. Ganz besonders in Sachen Seelenbedürfnisse.

Als Kind hatte ich den innigen Wunsch zu zeichnen

und ich hatte meistens auch eine genaue Ahnung davon, wie das, was ich zeichnen wollte aussehen sollte. Leider sah es nie so aus. Meine Zeichnungen sahen eben wie Kinderzeichnungen aus. In meiner Parallelklasse, die mit uns zusammen Kunstunterricht hatte, gab es einen Jungen, der Wahnsinnsportraits zeichnen konnte. So, wie ich hätte gerne zeichnen wollen. Menschen. Menschen, die so aussahen wie wirkliche Menschen. In jeder Kunstunterrichtsstunde bin ich fast gestorben vor Stress, Bewunderung und Neid. Wahrscheinlich hat sich bei mir da auch der Glaubenssatz eingenistet, dass man Talent haben muss, um gut zeichnen zu können. Daran mangelte es mir ganz offensichtlich. Ich begrub diesen Wunsch und wandte mich anderen Dingen zu.

Erste Zeichnung von Monika RichrathAb und zu tauchte dieser Wunsch wieder auf

und ich erinnere mich daran, dass ich später noch verschiedene Zeichenversuche unternahm, aber mit anderen Objekten. Zum Beispiel habe ich im Rahmen eines Kurses für Kinder Statuen gezeichnet, Kapitelle in einer Kirche und Säulen und ein paar Jahre während eines Urlaubes auf Sylt ein paar Landschaftsaufnahmen von Fotos abgezeichnet. Ich fand sie selbst ganz gelungen, erinnere mich aber nicht mehr ob ich mich getraut habe, die letzteren überhaupt anderen Menschen zu zeigen. Danach ging unglaublich viel Zeit ins Land. Jahrzehnte über Jahrzehnte, in denen meine Beziehung zu Kunst hauptsächlich darin bestand, in Ausstellungen zu gehen und mir die Kunst anderer Menschen anzusehen. Und in all dieser langen Zeit ist in mir immer wieder der Wunsch aufgetaucht

Ich will Menschen zeichnen

sehr, sehr hartnäckig. Immer wieder fielen mir jene letzten Zeichnungen ein, die ich gemacht hatte und die mir selbst gefallen hatten. Vielleicht war ich gar nicht so talentlos wie ich glaubte? Vielleicht brauchte ich einfach nur Übung? Also kaufte ich mir ein dickes Buch darüber, wie man Menschen zeichnet und legte voller Enthusiasmus los. Schon bald musste ich aber feststellen, das es trotzdem immer noch nicht so einfach war. Das erste Bild gefiel mir. Alle anderen nicht. Ich war nicht in der Lage, meinen Zeichnungen einen Ausdruck zu verleihen, sie erstarrten in grässlichen Fratzen …

Entmutigt gab ich auf

– aber nur halbwegs. Vielleicht brauchte ich so etwas wie Unterricht? Hatte ich denn nicht neulich im Supermarkt auf dem schwarzen Brett eine Telefonnummer gesehen? Die hing da auch noch. Und ich trug sie ein volles halbes Jahr mit mir herum, weil es mir nicht sicher erschien, zu einer mir unbekannten Person nach Hause zu gehen. Dann lernte ich die Künstlerin Johanna Kinast auf einem Event persönlich kennen. Ich glaube auch, dass der Tod meiner Mutter im Februar 2016 eine Rolle gespielt hat. Mein Bedürfnis zu zeichnen wurde irgendwie immer dringender. Im November 2016 ging ich zum ersten Mal recht nervös zu meinem Kunstkurs, der sich für mich als ideal herausgestellt hat, weil er mir alle Freiheiten lässt. Ich entscheide selbst, was ich wie zeichne und nur, wenn ich nicht weiterkomme mit einer Sache, frage ich die Künstlerin um Rat. Im Laufe der Zeit hat sich herausgestellt

Menschen zu zeichnen macht mich einfach glücklich.

Das ist für mich Auszeit pur. Ich als Mensch löse mich vollkommen auf im Prozess der Kreativität, tauche ab oder verbinde mich mit oben und das ist einfach herrlich. Meistens zeichne ich Portraits von Postkarten von Gemälden ab. Das ist ungemein spannend. Manchmal tauchen auf meinem Papier Menschen auf, von denen ich weiß, das ich sie von irgendwoher kenne oder die mir bekannt vorkommen. Das Buch ziehe ich übrigens nur noch dann und wann zu Rate. Wie sich zeigt, ist das Zeichnen auch eine Sache der Übung. vor zwei Wochen ist es mir zum ersten Mal gelungen, der Person auf meiner Zeichnung das gleiche Alter zu verleihen wie der Person meiner Vorlage. Yippieh! Die anderen Menschen in dem Kurs malen übrigens zum meistens Aquarelle. Daran habe ich mich auch einmal versucht, das hat mir auch Spaß gemacht, aber ich habe gemerkt, das ist es einfach nicht für mich. Diese sehr innige Verbindung nach irgendwohin hat sich nicht eingestellt. Natürlich wollte ich es auch probieren, weil ich mal wieder Schwierigkeiten damit hatte, anders zu sein als die anderen, aus dem Rahmen zu fallen. Hochsensibilität lässt grüßen. Ich habe dann aber ganz vernünftig mit mir gesprochen. Mein Wunsch ist es, Menschen zu zeichnen – und später mal (wenn ich von den Menschen die Nase voll habe), Landschaften. Das steht schon fest. Wenn ich in diesen Kurs gehe, dann um zu zeichnen. Sonst hat es keinen Zweck. Es ist übrigens gar nicht wichtig, dabei ob ich nun wirklich jede, jede Woche zu meinem Kurs gehe und eine Zeichnung mache oder nicht. Das wichtige ist es, langfristig dran zu bleiben, dafür zu sorgen, dass mein Wunsch einen Rahmen hat. Denn wenn ich es zuhause alleine machen möchte, mache ich es eben doch nicht. Das kennen Sie bestimmt selbst auch.

Warum ist das Zeichnen nun ein Seelenwunsch?

In den letzten Monaten war bei mir einiges los, nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich ging es ganz schön hoch her. Durch die Arbeit mit meinen Klienten und Klientinnen und meine eigene Auseinandersetzung mit mir habe ich verstanden, dass

das wichtigste am Menschsein ist der Ausdruck unserer selbst.

Ok, das klingt jetzt ein bisschen gestelzt. Einfacher: Wir müssen einfach nach außen bringen, was in uns ist.

Das ist unsere Lebensaufgabe

oder zumindest ein Teil davon. Davon bin ich felsenfest überzeugt. Wir müssen uns ausdrücken. Wenn wir das nicht tun, zum Beispiel unsere Gefühle nicht ausdrücken,  werden wir krank oder entwickeln chronische Schmerzen usw. Es wäre natürlich auch eine ganz spannende Frage, ob sich Hochsensibilität in Seelenbedürfnissen ausdrückt, bzw. ob hochsensible Menschen besondere Seelenbedürfnisse haben? Was mich selbst angeht, arbeite ich gerade an einem neuen Buch zum Thema Schlafstörungen. Im Zuge meiner Recherchen habe ich dabei mein Leben zwar nur in wenigen Dingen, dafür aber ganz entscheidend verändert, so dass ich wieder einen besseren Blick auf meine eigenen Bedürfnisse habe und mir selbst wieder näher gekommen bin. Und so ist mir klar geworden, dass dieses innige Bedürfnis zeichnen zu wollen, ein Seelenbedürfnis sein muss, denn es begleitet mich schon fast mein ganzes Leben. Und dass auch meine Tanzlust ein Seelenbedürfnis ist, dem ich jetzt mehr und mehr wieder nachgehe. Und je mehr ich tanze, umso mehr Lust zum Tanzen habe ich und umso glücklicher bin ich. Genauso, wie ich immer mehr Lust zum Zeichnen habe, je mehr ich zeichne. Ich glaube übrigens,

Seelenbedürfnisse sind nur für einen selbst

wichtig. Ich denke, es ist gerade die Hingabe an die Selbstentfaltung, die uns so glücklich macht. Ganz ohne Stress. Wenn Sie nicht wissen, was Ihre Seelenbedürfnisse sein könnten, kann ich Ihnen nur empfehlen, sich Gedanken darüber zu machen, was Sie vielleicht schon als Kind geliebt, aber begraben haben. Es gibt ja den wunderschönen Spruch, dass man nie zu alt ist für eine glückliche Kindheit …

Welche Seelenbedürfnisse haben Sie? Gehen Sie Ihnen nach? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare. 

Herzliche Grüße,

Ihre Monika Richrath

Was durch ein Bild deutlich wird

Was durch ein Bild deutlich wird

Mit der  Kunsttherapeutin Elvira Schmitz verbinden mich ganz besondere Umstände: Frau Schmitz war die Kunsttherapeutin meiner Mutter und hat meine Mutter im Sterbeprozess unterstützt. Vor kurzem jährte sich der 2. Todestag meiner Mutter und ich freue mich sehr, dass Frau Schmitz bereit ist, sich mit mir über ihre Arbeit zu unterhalten.

Ich zeige Elvira Schmitz einen von mir gebastelten Baum und bitte sie, etwas dazu zu sagen.

Schmitz: Der Baum ist ein schönes Sinnbild für die kunsttherapeutische Begleitung. Der  Baum als Selbstbild, das die momentane Lebenssituation abbildet. Es ist mir wichtig, der begleiteten Person Raum zu lassen für das, was in ihr wachsen  möchte. Dabei gilt es, nicht die Richtung des Wachstums vorzugeben, sondern die Wachstumsbestrebungen zu fördern. Ein Baum ist dafür ein gutes Beispiel.

Warum ist das „Raum lassen“ so wichtig?

Schmitz: Durch das Zulassen eigener Bilder und Symbole kann sich der Mensch ohne Leistungsdruck entfalten. Die nicht wertende und empathische Begegnung mit der Therapeutin kann  befreiend und inspirierend wirken. Die Ganzheit  des Menschen wird angesprochen. Dies ermöglicht ein langsames und vertrauensvolles Hineinwachsen in die therapeutische Beziehung. Eine Beziehung die angst- und wertfrei ist.

Ist das immer so?

Schmitz: Natürlich kommt auch hinzu, dass der Mensch sich zeigen möchte, und das ist auch gut so. Durch das Zeigen wird ja auch viel von der Persönlichkeit des Gegenübers sichtbar. Und das finde ich so spannend am Miteinander. Ist das bei Ihrer Arbeit auch so?

Bei mir ist es auch so, aber anders. Wenn ich einen Vergleich machen müsste, dann geht es bei mir eher in die Entfaltung. Und wenn ich mir angucke, was mit meiner Mutter geschehen ist, dann war der Prozess umgekehrt, der ging von außen nach innen.

Ja ganz definitiv. Vor allem auch, weil meine Mutter so wahnsinnige Angst vor dem Tod hatte und ich finde, es ist immer noch ein Mysterium und Wunder, dass sie es geschafft hat, loszulassen. Und Sie haben ihr dabei wahnsinnig geholfen.

Schmitz:Ihre Mutter habe ich als eine sehr direkte und im positiven Sinne fordernde Frau erlebt. Sie suchte ein klares und aufrichtiges Gegenüber. Dies ist in einer therapeutischen Beziehung meist einfacher als in einer Familiensituation. In dem Buch „Eine Rose hält das Gleichgewicht“, das ich über die Begleitung ihrer Mutter geschrieben habe, wird dies deutlich.

Können Sie das genauer beschreiben?

Schmitz: Ihre Mutter war bereit, mich als kompetente Begleiterin anzunehmen. Jemand, der der zuhört, nicht bewertet und Raum schafft für Gedanken und Gefühle. Das Besondere unserer Beziehung aber war, dass ihre Mutter mir erlaubte, für sie zu malen.

Wegen ihrer Erkrankung konnte sie das selbst nicht mehr. Durch dieses Verfahren, das in der Kunsttherapie als Bilddiktat bekannt ist, konnte ihre Mutter das ausdrücken, was ihr auf der Seele lag, und was nicht in Worte gefasst werden kann: Angst, Hilflosigkeit, Trauer, aber auch Hoffnung und Lebensfreude. Und dies trotz der schweren Erkrankung und dem Wissen um den nahen Tod.

Wie sind Sie dazu kommen, das zu machen, was Sie jetzt tun?

Schmitz: Als Kind hatte ich viele Bilder im Kopf und habe mir meine eigenen Fantasie-Räume geschaffen. Angeregt durch illustrierte Kinderbücher begann ich zu zeichnen und zu malen. Da bin ich ganz in meine Bildwelt eingetaucht und konnte meinen Fantasien Ausdruck verleihen und sie sichtbar machen. Dabei habe ich mich pudelwohl gefühlt. Und genau dieses Wohlfühlen ist das, was ich in der kunsttherapeutischen Begleitung erreichen möchte. Denn dieses wunderbare Gefühl ermöglicht auch hochbelasteten Menschen, sich nicht als krank und hilflos, sondern als stark, aktiv und schaffend zu empfinden. Das sind die Ressourcen, die wir in uns tragen und die uns helfen, zu leben.

So geht es mir ja auch mit dem Zeichnen. Wenn ich jetzt gerade noch einmal einen Schritt zurückgehe, dann haben Sie sich nicht von Anfang an gesagt, ich mache jetzt etwas mit Kunst?

Schmitz: Es hat mich immer dorthin gezogen, aber klar war es nicht. Manchmal trifft man im Leben  Menschen, die einen auch ohne große Worte auf den Weg bringen können. Ich hatte das Glück und habe freie Kunst an der FH in Köln studiert.

Und wie ging es weiter?

Schmitz: Durch den Tod meinen Vaters bin ich in den Hospiz-und Palliativbereich „geführt“ worden.   Dieser Verlust hat in mir eine tiefe Trauerphase ausgelöst. Als ich diese Trauer nicht mehr allein tragen konnte, bin ich zu meiner Zen-Lehrerin gefahren und habe dort ein Seminar zu und über Rainer Maria Rilke belegt. Dort fand meine Trauer ihren Platz in Gedichten und Bildern. Diese Erfahrung hat mich zum nächsten Lebensschritt geführt.

Wie sind Sie zur Hospizarbeit gekommen?

Schmitz: Ich las in der Zeitung einen kurzen Artikel mit dem Titel „Wer gründet mit mir einen ambulanten Hospizdienst?“ Da bin ich hin und habe gemeinsam mit anderen Menschen einen ambulanten Hospizdienst gegründet. Dort war ich im Vorstand tätig und  habe kranke und sterbende Menschen begleitet. Das war genau das, was ich suchte.

Gibt es noch andere Einflüsse?

Schmitz: Meine Malkurse für Erwachsene und Kinder. Neben dem Vermitteln  kreativer Techniken ist es mein Anliegen, die Freude am Malen zu fördern. Weniger Technik, dafür mehr malerische Selbsterfahrung. Zu schauen, was und wie der Mensch malt und nur Hilfestellung anzubieten, wenn es gewünscht wird. Das habe ich bei Arno Stern in Paris gelernt: Wertschätzend wachsen lassen.

Was bedeutet „Wertschätzend wachsen lassen in diesem Zusammenhang?“  

Schmitz: Unbedachte Worte können viel zerstören, besonders im kreativen Bereich. Das bekomme ich immer wieder von Menschen aus deren Schulzeit geschildert. Aussagen wie: „Du kannst nicht malen“, „das ist falsch“ oder „das sieht nicht aus“ führen dazu, dass erwachsene Menschen diese Urteile ein Leben lang mit sich herumtragen.

Wertschätzend wachsen lassen ist meine Antwort auf falsche Glaubenssätze, die verhindern, dass kreatives Tun und die Freude daran zu einer heilsamen Ressource wird.

Und was hat Sie dazu gebracht Kunsttherapie zu studieren?

Schmitz: In meinen Kursen erlebte ich häufig Menschen, die sich in Lebenskrisen befanden. Ich wurde mit Depressionen, schwerwiegenden Erkrankungen und Trauer konfrontiert. Ich fühlte ich mich nicht genügend gerüstet, was mich veranlasste, Kunsttherapie zu studieren.

Das ist also eine richtige Ausbildung?

Schmitz: Ja, ein Vollzeitstudium, das mit dem Master of Arts abschließt. Von morgens bis abends in den Vorlesungen zu sitzen war ungewohnt für mich, weil nicht so selbstbestimmt wie mein Leben vor dem Studium. Aber es war gut. Ich habe viel gelernt und erfahren, dass ich vieles intuitiv richtig gemacht hatte. Seither arbeite ich als Kunsttherapeutin mit dem Schwerpunkt hospiz- und palliative kunsttherapeutische Begleitung. Dazu gehört auch der Bereich der Trauerbegleitung.

Findet man als Kunsttherapeutin eine Anstellung?

Schmitz: Ich wollte von Anfang an freiberuflich arbeiten. Im Palliativbereich bin ich als freie Kunsttherapeutin für das Zentrum für Palliativmedizin am Malteserkrankenhaus in Bonn und die Palliativstation „Saunders“ in der Uniklinik in Bonn tätig. Daneben betreue ich auch Klienten auf Honorarbasis.

Ist es denn immer so, dass es geht wie bei meiner Mutter, dass Sie für die Leute malen?

Schmitz: Nein, nicht immer. Ich male nur dann für Menschen, wenn sie selbst nicht mehr malen können oder wollen. Bei einer älteren Dame habe ich es erlebt, dass sie nach anfänglichen Versuchen das Malen mir überlassen hat. Das gibt es auch.

Und wenn die Leute selber noch malen können, dann sprechen Sie mit Ihnen?

Schmitz: Ja. Es ist wichtig gemeinsam zu erkunden, was die Person interessiert, was und wie sie malen oder modellieren möchte. Um das herauszufiltern zeige ich verschiedene Materialien und motiviere, diese auszuprobieren. Wenn ein Material, z.B. Pastellkreide, ausgewählt wird, kann ein Thema entstehen. Dazu bringe ich unterschiedliche Bildmotive als Vorlage zum Malen mit. Wenn jemand Tiere mag, dann kann ich daran anknüpfen und ein Bildmotiv als Vorlage und Inspiration zum Malen anbieten. Natürlich kann auch ohne Vorlage aus der Fantasie gemalt werden.

Ist das Verfahren immer gleich?

Schmitz: Es gibt viele Herangehensweisen. Es kann auch sein, dass die Person weiß, was sie malen möchte, oder es ergibt sich ein Thema aus dem Gespräch. Es ist immer individuell und von Mensch zu Mensch verschieden. Wichtig ist, dass es eine genaue Auftragsklärung gibt. Was wünscht sich die Person von der Begleitung, welche Vorstellungen und Erfahrungen gibt es?

Was machen Sie, wenn kein Bilddiktat gewünscht ist?

Schmitz: Meistens male ich während der „Malzeit“ auch, damit die begleitete Person sich nicht beobachtet oder im schlimmsten Fall bewertet fühlt. Wenn sich während des Malens ein Gespräch entwickelt, sollte wertschätzend über die Inhalte des Bildes gesprochen werden. Dann wirken Worte klärend. Auf der Bildebene können selbst schwere und belastende Situationen mit wohltuendem Abstand betrachtet werden. Dies ermöglicht ein schrittweises Herangehen und Entdecken der Ressourcen des Malenden. Auf jeden Fall wirken die Bilder über den Malmoment hinaus.

Wie bei meiner Mutter

Schmitz: Ja, ihre Mutter ist ein wunderbares Beispiel, weil sie im Detail über ihr Tun reflektierte. Jede Farbnuance war ihr wichtig. Sie verband  damit bestimmte Assoziationen. Zum Beispiel  erinnerte sich ihre Mutter bei der Farbe Lila an einen lilafarbenen Rucksack, den sie von einer ihrer Töchter zum 50. Geburtstag geschenkt bekam. Und welche Gefühle damit verbunden waren.

Ich stelle mir vor, dass Ihre Arbeit sehr befriedigend sein muss …

Schmitz: Sehr. Diesen Moment mitzuerleben, wenn ein Mensch seine Erfahrung mit einem teilt und sich vertrauensvoll auf die malende Kommunikation einlässt. Und über das Malen für sich einen Erlebnisraum öffnet, der wieder mit dem Leben verbindet oder versöhnt. Und das alles trotz leidvoller Erkrankung.

Ich fühle mich beschenkt, dass ich Menschen auf diese spezielle Weise begleiten kann. Dazu gehört auch, von der Lebensgeschichte berührt zu werden, ohne die therapeutische Aufgabe der Begleitung aus den Augen zu verlieren. Hierfür ist der Malprozess ihrer Mutter beispielhaft.

Ich verstehe das sehr gut, das ist bei mir ja auch nicht anders.

Schmitz:  Die Beziehung ist das, was trägt. Und künstlerisches Tun ist ein wunderbares Beziehungsangebot. Aber auch ihr Angebot, oder Musik, Tanz, Theater, Singen und vieles mehr.

Wie sehen Sie denn Hochsensibilität, wenn ich die Frage mal ganz vage formulieren soll, denn Sie sind doch auch hochsensibel, oder?

Schmitz: In meinem Beruf sollte ich das sein.

Wenn ich Ihnen so zuhöre dann denke ich, Sie können nicht nicht hochsensibel sein. Das geht irgendwie gar nicht. Haben Sie sich damit schon einmal auseinandergesetzt?

Schmitz: Eine Freundin, die selbst Therapeutin ist und mein Buch über ihre Mutter gelesen hat, sagte zu mir: „Weißt du, ich habe dein Buch gelesen. Und dann ein Buch über Hochsensibilität. Das musst Du unbedingt lesen. Du bist auch eine davon!“

Vielen Dank für das Gespräch, liebe Frau Schmitz!

"Eine Rose hält das Gleichgewicht"

„Eine Rose hält das Gleichgewicht“ zeigt die außergewöhnliche Auseinandersetzung einer starken und mutigen Frau mit ihrer schweren Erkrankung. Komplett gelähmt und unfähig zu sprechen, schuf sie bewegende Bilder durch die Hilfe einer Kunsttherapeutin, die das Malen nach genauen Angaben stellvertretend übernahm. Über mehrere Monate hinweg wurde dieser Sterbeprozess durch ein Team verschiedener Berufsgruppen der Pallativversorgung begleitet. Die vorliegende Geschichte ist zwar keine Siegesgeschichte, aber eine Lösungsgeschichte: „Die Rose trägt den Kopf recht eigenwillig und trotzig. Geschwungen, aber mit einer gewissen Kraft. Von hier aus sieht es aus, als sei die Blüte das Nest. Fast wie ein Triumph.“ Kurzbeschreibung und Bestellung:  http://www.malzeit-praxis.de/malzeit-mobil/ Weitere Infos zu Elvira Schmitz
Die Liebe empathischer Menschen

Die Liebe empathischer Menschen


Schon lange habe ich mich beim Lesen eines Buches nicht mehr so gesehen und erkannt gefühlt – was sich wunderbar anfühlte. Gleichzeitig habe ich mich beim Lesen aber auch pausenlos vor Scham gewunden, eben weil ich mich darin zu
300 % selbst wiedererkannt habe …

Unbequeme Wahrheiten hören vermutlich die wenigsten Menschen gern. Und doch bin ich wirklich froh, dieses Buch gelesen zu haben, denn nachdem ich diese Wahrheiten nun aufgenommen und verarbeitet habe, habe ich natürlich auch den Beschluss gefasst, etwas an meinem Liebesverhalten zu verändern. Von daher bin ich sicher, dass Die Liebe empathischer Menschen mich nun eine ganze Zeitlang begleiten wird.

Schon der Untertitel des Buches

Die Gratwanderung zwischen wahrer Liebe und seelischen Verletzungen

machte mich ziemlich neugierig. Ich glaube ja, dass ich sie schon gefunden habe, die „wahre Liebe“, hadere aber immer wieder mit seelischen Verletzungen.

Grundsätzlich hat es mir übrigens sehr gut gefallen, dass Herr Rohleder über empathische Menschen schreibt, und Hochsensibilität eher als Extremform der Empathie betrachtet. Hier fühlte ich mich sehr gut aufgehoben.

Wie schon in „Die Berufung für Hochsensible“ greift der Autor auch in diesem Buch auf das  theoretische Konstrukt des „Drei-Ich-Modell nach Luca Rohleder© “ zurück: das NEUGEBORENEN-ICH (NI), ERWACHSENEN-ICH (EI),  und das HÖHERE-ICH (HI).

Neugeborenene verfügen nach der Geburt über Urinstinkte oder Reflexe, denn sie sind allein nicht überlebensfähig. (Mit den Instinkten sind der Zugriff des HÖHEREN-ICHs auf die Informationen der UNSICHTBAREN WELT gemeint). Das Gehirn ist noch nicht vollständig ausgereift, die Festplatte quasi unbeschrieben und einige Teile des Gehirns entwickeln sich erst durch bestimmte Lernprozesse. Wenn Sie Kinder haben, haben Sie vielleicht selbst schon die Erfahrung gemacht, dass Sie in jungen Jahren eine gewisse Übersinnlichkeit besaßen, die sich in späteren Jahren verloren hat.

Empathische Menschen zeichnen sich nach Luca Rohleder dadurch aus, dass sie die Anbindung an die UNSICHTBARE WELT nicht vollständig verloren haben. An einem bestimmten Zeitpunkt vor oder nach der Geburt kam die Entwicklung eines herkömmlichen Inneren Kindes zum Erliegen. An seine Stelle trat das NEUGEBORENEN-ICH. Herr Rohleder glaubt, dass dies bei allen Extremformen der Hochsensibilität kurz vor oder nach der Geburt geschehen sein muss, bei den empathischen Menschen irgendwann danach. Er schreibt so schön „Empathische Menschen stehen noch mit einem Bein in der UNSICHTBAREN WELT.“ Mit der UNSICHTBAREN WELT sind das intuitive Wissen von Zusatzinformationen über Umwelt, Umfeld und andere Menschen gemeint. Das HÖHERE-ICH stellt dabei die Verbindung zur UNSICHTBAREN WELT dar. Vielleicht haben empathische Menschen deshalb oft das Gefühl, nicht auf die Erde zu gehören?

Halten wir an dieser Stelle erst einmal fest, dass Sie als empathischer Mensch über ein NEUGEBORENEN-ICH verfügen. In der prägenden Phase werden Sie daher vermutlich ein gewisses empathisches Liebesideal entwickeln, das geprägt ist von Ehrlichkeit, Bedingungslosigkeit, Engagement und Selbstlosigkeit – Ihre Vorstellung von WAHRER LIEBE. Vielleicht werden Sie niemals aufhören, nach diesem Ideal zu suchen … Dieses Ideal orientiert sich an der Zeit ihrer Geburt, als Ihre Mutter höchstwahrscheinlich vollkommen auf Sie fixiert war und Sie selbst nichts tun mussten. Ein Teil von Ihnen hat sich die Erinnerung an diese Zeit bewahrt und hört nie mehr auf, nach der bedingungslosen Liebe zu suchen, die Sie erlebt haben.

Da habe ich schon ziemlich geschluckt

Denn ich habe tatsächlich selbst das Problem, dass meine Erwartung auf Händen getragen zu werden, meist nicht erfüllt wird. Erst durch das Lesen die Liebe empathischer Menschen ist mir das überhaupt klar geworden – und auch, wie schräg diese Erwartung eigentlich ist. Auch wenn ich eine sehr fürsorgliche Partnerin bin, wäre ich zu diesem selbstlosen Engagement selbst gar nicht bereit …

Außerdem geschah noch etwas Anderes, was ebenfalls in dieser prägenden Phase geschehen kann:

die Entwicklung von Urängsten.

Wenn Säuglinge das Gefühl haben, nicht beachtet und vergessen zu werden kann sich das zu einer Sache auf Leben und Tod entwickeln. Denn wenn niemand kommt und das Baby füttert, muss es sterben. Herr Rohleder hat es ganz wunderbar beschrieben: dass die Instinkte eines Neugeborenen permanent dafür sorgen, sicherzustellen, dass die Eltern anwesend sind. Daher liegen Babys nur da und schauen und hören. Sobald es Anzeichen dafür gibt, dass z. B. die Mutter nicht mehr verfügbar ist, stellt dies für das Kind eine Bedrohung dar. Denn das Kind kennt nur den aktuellen Augenblick und es weiß, dass es in Gefahr ist, wenn keiner da ist …

Das NEUGEBORENEN-ICH beobachtet permanent seine Bezugspersonen um herauszufinden, ob es geliebt wird und wenn es das Gefühl hat, dass es nicht so ist, kann es Urängste entwickeln. Dies sorgt zum einen dafür, dass Sie schon als ganz kleiner Mensch übermässigem Stress ausgesetzt waren (was sich auf Ihr ganzes weiteres Leben auswirken kann), zum anderen können Sie Verhaltensweisen entwickeln, die Sie selbst behindern, auf andere Menschen befremdlich wirken und nur sehr schwer wieder loszuwerden sind. Mich z. B. triggert das Gefühl, nicht beachtet zu werden, unglaublich an und kann tagelang andauernde Stressattacken in Gang setzen …

Wachsen und werden

Natürlich ist Herr Rohleder mit seinem Latein da noch längst nicht am Ende. Im Gegenteil, nach diesen wichtigen Grundlagen geht es nun um weitere Lebensphasen

  • die vergeistigte Phase
  • die überlastete Phase
  • die lebensverneindende Phase
  • die erwachende Phase
  • die erlösende Phase
  • die liebende Phase

und darum, wie Sie die Liebe in den jeweiligen Phasen erleben. Auch das ist ungemein spannend und erhellend und baut auf den Erkenntnissen auf, die Sie als Säugling erlebt haben. Warum sind empathische Menschen im hohen Grade gerade in Liebesdingen erregbar? Warum entwickeln sie Zukunftsängste? Was ist das empathische Liebesparadoxon? Warum haben viele empathische Menschen (EM) Schwierigkeiten mit Bindung und emotionaler Nähe? Warum sind empathische Menschen häufig regelrechte Kontrollfreaks? Wie kann ich eine Bindungsphobie auflösen?

Dieses Buch ist wirklich spannend

von der ersten bis zur letzten Zeile. Ich hoffe, ich konnte Sie ein bisschen neugierig machen. Ich habe ganz bewusst nur einen Aspekt des Buches so ausführlich beschrieben, in der Hoffnung, dass Ihnen das Lust auf mehr macht. Die Liebe empathischer Menschen ist meiner Meinung nach eine Anschaffung fürs Leben. Dazu kommt noch, dass Herr Rohleder seinen Schreibstil ganz entscheidend verbessert hat. Mein Lesefluss wurde nicht mehr durch inneres Aufbegehren gestört, sondern ich konnte mich ganz und gar auf den (wie ich finde äußerst wertvollen) Inhalt konzentrieren. Das Buch bekommt einen Ehrenplatz in meinem Bücherregal und ich bin ganz sicher, dass ich es in absehbarer Zeit wieder zur Hand nehmen und noch einmal lesen werde. Bestimmt auch um die ein oder andere Erkenntnis zu beklopfen.

Welche Erfahrungen haben Sie mit der Liebe gemacht? Kennen Sie die oben beschriebenen Phänomene von sich selbst? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

Die Liebe empathischer Menschen*
Luca Rohleder
dielus edition
ISBN 978-3-9817975-8-9

22,99 EUR

Switchwords – eine Rezension

Switchwords – eine Rezension

Gleich zu Jahresbeginn möchte ich Sie gerne mit einem genialen Buch bekanntmachen, über das ich kurz vor Jahresende gestolpert bin und dass sich wunderbar dazu eignet, dafür zu sorgen, dass das neue Jahr sich anders gestaltet als das alte. Ich glaube, es eignet sich wunderbar, Stolpersteine, die mit der Hochsensibilität verbunden sind, aufzuheben oder zu verändern.

Das Buch Switchwords der Autorin Liz Dean ist zugegebenermaßen nicht ganz neu, die englische Originalausgabe erschien 2015, die deutschsprachige Ausgabe erfolgte 2016 durch den Ansata Verlag. Ich bin allerdings sehr guten Mutes, dass Sie dieses Buch möglicherweise auch noch nicht kennen. Mir ist es erst vor ein paar Wochen zugeflogen, vorher hatte ich noch nie davon gehört.

Wie du mit nur einem Wort dein Leben veränderst

lautet der vollmundige Untertitel des Buches. Manch eineR mag sich ja durch so eine reißerische Überschrift abgeschreckt fühlen, aber da ich selbst ab und zu etwas „reißerisch“ unterwegs bin, wenn ich der Meinung bin, dass es gerechtfertigt ist, konnte ich mich voll und ganz auf die Switchword-Technik einlassen. Ich probiere die Technik nun schon seit mehreren Wochen und bin absolut begeistert und verblüfft.

*

Was sind Switchwords

Kurz gesagt, sind es ganz bestimmte Worte, die sich an unser Unterbewusstsein richten. Liz Dean nennt es auf einer tiefen Ebene das Unbewusstsein einzuschalten. Durch das Denken, Aussprechen oder Chanten dieser Worte bringt man sich mit seinen Wünschen und Absichten in Verbindung. Tatsächlich fast so, als würde man einen Zauberstab schwingen.

Man kann Switchwords für praktisch alles verwenden:

  • Den Umgang mit Schmerzen, Niedergeschlagenheit, Schlafproblemen und Stress verbessern
  • Zum Ablegen ungewünschter Verhaltensweisen
  • Zur Vertiefung von Verbinden
  • Zum Anziehen von Liebe, Freundschaft
  • Zur Verbesserung der finanziellen Situation
  • Zur Beflügelung der Kreativität
  • Zum Lösen von Problemen
  • Zum Lernen
  • Zur Förderung von Heilung
  • Zur Stärkung von Führungsqualitäten

So funktionieren Switchwords

Switchwords wurden von James T. Mangan entwickelt, einem amerikanischen Autor und Werbefachmann, der von 1886 bis 1970 gelebt hat. Die Wirkungskraft von Switchwords beruht auf Schwingungen. Wenn wir das Wort denken, aussprechen oder chanten, verändert sich die Schwingung unseres Körpers. Wir erzeugen eine wohlwollende Resonanz in unserem Körper und schwingen auf der gleichen Frequenz wie unser angestrebtes Ziel. Das wichtige dabei ist natürlich, dass wir das Wort nicht nur einmal sagen, sondern mehrmals, wie ein Mantra. Man kann sich dabei an das eigene Gefühl halten oder sich nach den traditionellen Zahlen zum Rezitieren von Mantras halten. Diese Zahlen sind 10, 28 oder 108 Wiederholungen. (Ich selbst halte mich übrigens überhaupt nicht an diese Zahlen, sondern gehe da ganz nach Lust und Laune)

Wenn ein Wort so oft wiederholt wird, findet dabei eine Veränderung im Gehirn statt. Das Wort verliert seine Bedeutung vollkommen, übrig bleibt nur noch der Klang und letztlich die Schwingung.

Ich stelle mir vor, dass an dieser Stelle viele meiner hochsensiblen Leser und Leserinnen, die gerne immer alles wissenschaftlich evaluiert haben wollen, skeptisch die Stirn runzeln. Ich kann Ihnen nur sagen: Bitte lesen Sie weiter und probieren Sie es einfach einmal aus …

Switchwords sind stärker als Affirmationen

Weil sie über die Seele und das Gefühl wirken und das Unbewusste ansprechen. Affirmationen wirken jedoch über unser Bewusstsein, das häufig durch das Unbewusste blockiert wird – weswegen Affirmationen häufig nicht wirken können. Vielleicht haben Sie selbst schon einmal mit Affirmationen gearbeitet und sind daran gescheitert, weil es häufig eine kleine, äußerst beharrliche Stimme in uns gibt, die „ja aber …“ murmelt und so dafür sorgt, dass wir nicht weiterkommen.

Switchwords und Hochsensibilität

Ich glaube, dass Switchwords uns gut dabei unterstützen können, besser mit Hochsensbilität umzugehen. Unliebsame Verhaltensweisen könnten wir vielleicht begegnen mit den Worten AUS oder SCHNITT, z. B. wenn wir merken, dass wir mal wieder anfangen, uns das schönste Kopfkino zu erfinden. Häufig leiden wir als hochsensible Menschen darunter, dass wir uns nicht so gut mit anderen Menschen verbinden können, da ist das Wort ZUSAMMEN ausgezeichnet, es hilft uns nicht nur, uns besser mit dem zu verbinden, was wir uns wünschen, sondern auch mit uns selbst und auch mit anderen …

Kürzlich hatte ich eine tolle Switchword-Erfahrung

von der ich ihnen an dieser Stelle natürlich sehr gerne erzähle, weil sie anschaulich und auch lustig ist – irgendwie.

Der Hintergrund: Ich liebe eine gewisse schaumige italienische Nachspeise aus Wein und Ei. Und manchmal, wenn ich das Gefühl habe, ich könnte mich für etwas belohnen, dann werde ich im Supermarkt schwach für eine industriell gefertigte Version dieses Desserts, die aber – im Gegensatz zum Original – jede Menge Sahne enthält (was wegen der Laktose für mich nicht so prickelnd ist). Trotzdem schaffe ich es meistens nicht, im Supermarkt daran vorbei zu gehen. Ich kann es mir noch so sehr vornehmen, es klappt einfach nicht.

Nun ja, neulich stehe ich also wieder im Supermarkt und starre begehrlich auf besagtes Dessert, da schreit eine Stimme in meinem Kopf los „AUS AUS AUS!“ (AUS ist das Switchword zum Beenden einer schlechten Angewohnheit). Und ich weise gerne an dieser Stelle darauf hin, dass ich es mir nicht explizit vorgenommen hatte, für diese Situation ein Switchword  zu verwenden. Es passiert einfach.

Wie festgenagelt bleibe ich vor dem Regal stehen. Ich bin weder in der Lage fortzugehen, noch die Tür zum Kühlregal aufzuziehen. Der Teil in mir, der sich auf diese vermeintliche Belohnung gefreut hat, ist störrisch und will sich nicht damit abfinden, dass er die Belohnung, auf die er sich gefreut hat, nicht bekommt. „AUS! AUS! AUS!“ kommt es jetzt mit mehr Nachdruck. Ich habe das Gefühl, jemand spricht mit mir wie mit einem Hund – aber so ist es ja auch irgendwie – mit dem inneren Schweinehund …

Kurzzeitig breitet sich Verwirrung in mir aus, wie Nebel. Dann gewinnt die Vernunft die Oberhand – während ich immer noch vor dem Regal stehe und meinen Nachtisch anstarre. Die Vernunft sagt „Du wolltest das doch nicht mehr essen. Wann willst du damit anfangen, wenn nicht jetzt?“ Ja stimmt. Ein letzter enttäuschter Blick und ich kann mich endlich lösen und den Rest meiner Einkäufe erledigen. Die Begeisterung überwiegt die Enttäuschung …

Switchwords sind sofort Teil meines Lebens geworden

vielleicht liegt es daran, dass es im Supermarkt deswegen ohne bewusstes Vorgehen so gut geklappt hat. Mich begeistert an den Switchwords, dass sie so einfach sind. Es gibt verschiedene Switchword-Formen

  • Master Switchwords (können in jeder Situation angewendet werden
  • Universelle Switchwords (klappen bei fast jedem)
  • Offene Switchwords (klappen bei den meisten)
  • experimentelle Switchwords (klappen bei einigen)
  • persönliche Switchwords (funktionieren bei Ihnen)
  • Switchword-Paare
  • Switchword-Sätze

Was man mit Switchwords alles machen kann

Switchwords begeistern schon an sich. Aber es gibt noch Steigerungen: zum Beispiel kann man die Namen von Bachblüten als Switchwörter verwenden, oder energetisiertes Wasser mit einem persönlichen Energiekreis herstellen (finde ich ganz wunderbar), bestimmte Wellenfrequenzwerte klopfen (auch äußerst spannend). Für mich ist besonders interessant an Switchwords, dass sie sich wunderbar mit anderen Techniken kombinieren lassen, zum Beispiel mit der Akasha Chronik, Chakrenarbeit oder Reiki. Und natürlich auch mit der Klopfakupressur. Dies habe ich während meiner kleinen Rauhnachtreise vom Dezember 2017 bis zum Januar 2018 ausgiebig getan und bin absolut davon begeistert. Ich finde, dieses Buch gehört in jeden Bücherschrank!

Übrigens hatte das o. g. Intermezzo mit der Nachspeise noch eine kleine Nachwirkung. In meinem normalen Supermarkt bekomme ich es nämlich eigentlich nicht. Neulich stand es dort aber herum, wie ich aus dem Augenwinkel bemerkte. Ich habe es sofort eingesteckt, bin aber zuhause nicht sofort darüber hergefallen, sondern habe es am nächsten Tag ganz langsam und genüsslich verzehrt …

Switchwords sind eine äußerst effektive Möglichkeit

sich auf eine neue und ungewöhnliche Weise mit sich selbst, anderen, der Umwelt und alles darüber hinaus zu verbinden. Wenn Sie mir nicht glauben, probieren Sie einfach einmal den Switchword Satz „ZUSAMMEN-FINDEN-GÖTTLICHE SICHERHEIT„, der Geld in Ihr Leben bringt. Probieren Sie es einfach einmal aus, diese Worte ein paar Tage lang immer wieder einmal vor sich hin zu sagen, Sie werden sehen, dass es funktioniert. Und ich freue mich, wenn Sie in die Kommentare schreiben, welche unerwartete Geldquelle Ihnen zugeflattert ist …

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein funkelndes neues Jahr!

Herzlichst, Ihre

Monika Richrath

 

SWITCHWORDS*
Liz Dean
Ansata Verlag
ISBN 978-3-7787-7520
17,50 EUR

Glauben Sie an eine höhere Macht?

Glauben Sie an eine höhere Macht?

Das Jahresende nähert sich langsam wieder und ich habe schon die ein oder andere Anfrage zu den Rauhnächten bekommen.

Wenn ich nicht schon vor Jahren begonnen hätte, an eine wie auch immer geartete höhere Macht zu glauben, hätten mich die Ereignisse der letzten Monate auf jeden Fall eines Besseren belehrt. Doch das war nicht immer so.

Zwei Lager

Hochsensibilität und Spiritualität schließt sich weder aus, noch bedingt das eine das andere. Ich glaube, dass sich hochsensible Menschen vor allem in zwei verschiedene Lager teilen: es gibt die einen, die sehr im Kopf leben, und nur an das glauben, was sie selbst sehen können oder was wissenschaftlich „erwiesen“ ist und es gibt das andere Lager der Menschen, die zu einer gewissen Form der Spiritualität gefunden haben. Natürlich mag es auch noch Menschen geben, die weder das eine noch das andere sind …

Ich selbst gehöre zu der Gruppe, die ihr ganzes Leben lang zwischen diesen beiden, unversöhnlich erscheinenden Positionen hin- und hergeschwankt ist.

Wo ist Gott?

Alles, was an Spiritualität heute in mir und meinem Leben vorhanden ist, habe ich mir selbst erarbeitet. Ich wusste und weiß nicht, ob ich Menschen beneiden soll, die von Haus aus eine religiöse Erziehung bekommen haben? Manchmal erschien mir das beneidenswert, vor allen Dingen in Zeiten, wo mir der Glaube abhanden gekommen war. Dann schielte ich neidisch auf die vermeintliche gute Grundlage, die so ein gesunder Glauben doch bieten könnte – obwohl ich gar nicht so weiß, ob es so ist.

Ich habe jedenfalls nur ein Minimum an religiöser Erziehung genossen. Und das lag daran, dass mein Vater aus dem katholischen Rheinland und meine Mutter aus dem protestantischen Hamburg eine sog. „Mischehe“ geschlossen hatten, die von den jeweiligen Müttern mit Misstrauen beäugt wurde. Meine Mutter versuchte sogar noch zum Katholizismus überzutreten, aber dazu ist es letztendlich nicht mehr gekommen, weil das junge Ehepaar vom Leben überrollt wurde und sich mit anderen praktischen Dingen beschäftigen musste.

Meine Eltern hatten sich wohl noch darauf geeinigt, dass die aus der Ehe stammenden Kinder katholisch sein sollten, danach wurde über Religion aber nicht mehr gesprochen und ich musste mich an das halten, was gerade anstand: sprich der Religions- und Kommunionsunterricht. Und ich entsinne mich, dass ich große Schwierigkeiten damit hatte, weil ich nicht wusste, wer oder was Gott ist. Wo Gott war. Wirklich in der Kirche? Die Schwierigkeit war übrigens nicht so sehr, dass ich Gott nicht sehen konnte, sondern dass ich Gott nicht spürte. Nirgendwo eigentlich. Vor allen Dingen in der Kirche nicht, wo es so viele Regeln und strenge Verbote gab, denen sich sogar die Erwachsenen beugen mussten … Völlig unklar blieb daher auch, was Gott mit Liebe zu tun hatte …

Gott geküsst

In der Pubertät habe ich dann ganz unvermutet Unterstützung bekommen in Sachen religiöser Unterweisung. Da war ein Mädchen – in das ich verliebt war, weil sie alles das war, was ich nicht war und gerne gewesen wäre. Während einer Bildungsreise durch die gothischen Kathedralen Frankreichs begann sie mit mir über Gott zu sprechen. Irgendwann stellte sie mir dann triumphierend die alles entscheidende Frage, auf die ich keine Antwort wusste: Woher kommt das Leben? Dass es vermutlich einfach aus sich selbst heraus entstehen könnte, erschien mir unwahrscheinlich.  Blieb also nur noch die eine Option übrig, dass etwas den Prozess in Gang gesetzt hatte …

Erstaunlicherweise fiel es mir danach relativ einfach, in eine Art von Glauben zu fallen. Ich vermute, ich wollte gerne glauben. Vielleicht habe ich instinktiv gespürt, dass das Leben leichter fällt, wenn man an eine höhere Macht glaubt …

Die Reise spielte sich um Ostern herum ab und wir hatten reichlich Gelegenheiten, religiöse Feste zu erleben. Hier, in diesen wundervollen, hohen Räumen konnte ich mir Gott auch vorstellen. Bei einem Fest habe ich sogar wie alle anderen Anwesenden einen Jesus am Kreuz geküsst und mich durchlief dabei ein Schauer religiöser Inbrunst …
Als hochsensibler Mensch habe ich mit Religion gekämpft

Ich will nicht firmiert werden

Die religiöse Inbrunst hielt nicht lange an. In der Pubertät begann ich jeden und alles in Frage zu stellen. Alles, was mit Religion zusammenhing, wurde hinterfragt. Ich hatte die „Glaubenszeit“ genossen, ohne Frage, aber ich konnte nicht länger daran festhalten. Wie konnte Gott denn all das Elend in der Welt zulassen? Wieso wurden Kriege im Namen von Religionen geführt? Und wieso waren so viele Menschen Religionsanhänger, obwohl Religion in der Geschichte hauptsächlich zur Unterdrückung des gemeinen Volkes und zur Bereicherung einiger weniger Kirchenleute benutzt wurde? Kurzum, mir wurde klar: Ich kann nicht firmiert werden. Ich schrieb meinem Pfarrer einen Brief, dass ich nicht an der kurz bevorstehenden Firmung teilnehmen könne, weil ich nicht mehr an Gott glaube. Dieser lud mich, glaube ich mich zu erinnern, zu einer Ferienfreizeit ein, an der ich aber ganz sicher nicht teilgenommen habe – aus Furcht vor Indoktrination.

Der Ekel

Wenn ich heute so zurückblicke, fürchte ich, dass ich direkt von der Pubertät in einer Art Depression gelandet bin, in der alle Werte, die ich hatte, nach und nach ihren Wert verloren, ihre Schönheit, ihren Glanz. Um mich herum wurde alles grau. Und den absoluten spirituellen Tiefpunkt erreichte ich, als wir im Französischunterricht das Buch „Der Ekel“ von Jean-Pierre Sartre lasen. Sartre beschreibt in diesem Buch einen Ekel vor der Welt und vor sich selbst, die vollkommene Isolation des Selbst in der Welt, ohne Verbindung nach draußen, ohne Verbindung nach drinnen. Der Supergau. Die vollkommene Einsamkeit. Und ich kannte dieses Gefühl ganz genau, ich hatte es selbst schon genau so erlebt …

Glauben hilft

Was die Wende herbeigeführt hat, vermag ich heute nicht mehr zu sagen. Vermutlich war es ein langer, schleichender Prozess, zu dem die Tatsache, dass ich verschiedene, extrem schwierige Situationen buchstäblich überlebte, sicherlich beitrug.

Irgendwann habe ich verstanden, dass es mir hilft, an eine Macht zu glauben, die größer ist als ich. Und dass es nicht die höhere Macht ist, die zulässt, dass es so viel Elend auf der Welt gibt, sondern die Menschen. Dass die Menschen diejenigen sind, die dafür die Verantwortung haben. Ich scheue mich zwar immer noch ein wenig davor, diese Macht „Gott“ zu nennen, weil der Begriff für mich assoziiert ist mit „Kirche“, der gegenüber ich immer noch äußerst zwiespältige Gefühle hege, aber ich habe im Laufe der letzten zehn Jahre meines Lebens doch eine Art Glauben entwickelt, der mir wirklich hilft. Es ist eher ein Glaube an eine große, ordnende Kraft (bei Geschenken bedanke ich mich stets beim Universum), die mich unterstützt, wobei auch immer.

Durch den Tod meiner Mutter im vergangen Jahr hat dieser Glaube noch einmal einen ordentlichen Schub erhalten, weil ich hautnah erfahren habe, wie alles miteinander zusammenhängt und einen Blick werfen konnte auf die großen Mysterien des Lebens und verschiedene Energiephänomene, so dass ich nun definitiv weiß, dass da etwas ist. Für mich ist da jedenfalls definitiv etwas.

Wie Magie

Eingangs habe ich ja geschrieben, dass ich das Glauben dieses Jahr hätte lernen können, wenn ich nicht schon glaubte. Soviel hat sich in diesem Jahr verändert, sich auf eine geradezu magische Art und Weise geordnet, mehr als in den anderen Jahren.

Eins hat dabei auf dem anderen aufgebaut: das Coaching bei Sonja Kreye hat mir geholfen, mein Angebot völlig neu zu strukturieren und es so zu gestalten, dass meine Klienten und Klientinnen tiefgreifende Veränderungen in ihrem Leben erreichen können. Das war definitiv mein erster Schritt. Dies führte ja auch zu Änderungen in meinem eigenen Leben.

Im Dunstkreis von Sonja Kreye habe ich Michaela Ortmeyer kennengelernt, deren Powertag mit dem Thema „Umsatzschallmauer …“ bei mir weitreichende Erkenntnisse ausgelöst hat. Zu den wirklich verblüffenden Ergebnissen des Powertages gehört für mich, dass ich kurz darauf ein einwöchiges Seminar auf Amrum mit Christel Smaluhn zu Vergebungsarbeit von Colin Tipping gewonnen habe. Was mir nicht nur dabei half, herauszufinden, wo meine tatsächliche Blockade liegt, sondern mich auch insgesamt so gedopt hat, dass ich eine extrem schwierige Wohnungssituation relativ gelassen bewältigen konnte: Eine scheinbar auswegslose Situation hat sich für mich wie durch ein Wunder gut gelöst … und dafür bin ich unendlich dankbar .

Darüber hinaus sind neue Menschen in mein Leben getreten, habe ich auf äußerst vielfältige (und manchmal vollkommen unerwartete) Art und Weise Unterstützung von anderen bekommen, so dass ich eher das Gefühl habe, auf einer riesigen Welle zu surfen, als mich auf dem harten Boden der Realität zu befinden. Aber wer weiß, vielleicht ist die Welle ja die Realität und nicht der harte Boden? Wer genau kann das schon sagen? Sicher ist aber, dass ich in diesem Jahr ganz besonders dankbar bin für all die Dinge, die ich in diesem Jahr geschenkt bekommen habe. (Das meiste davon ist übrigens mit Geld überhaupt nicht aufzuwiegen).

Natürlich freue ich mich, wenn Sie uns erzählen, wie Sie es mit den höheren Mächten halten. Haben Sie Glaubenskrisen durchlebt? An wen oder was glauben Sie?

Herzlichst,

Ihre
Monika Richrath

 

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