Tief verbunden – eine Rezension

Tief verbunden – eine Rezension

Auf dieses Buch habe ich mein Leben lang gewartet! Diesem Umstand schreibe ich die Tatsache zu, dass ich es nur zwei Tage nach dem offiziellen Erscheinungstermin in Deutschland im Netz gefunden habe. Dabei folge ich der Autorin Diane Poole Heller schon eine ganze Weile.

Auf sie bin ich gestoßen im Rahmen eines englischsprachigen online Kongresses zum Thema Trauma. Schon damals hat mich begeistert und fasziniert, dass sie sich spezialisiert hat auf Beziehungswunden, bzw. das Thema „Bindung“. Ich hatte sogar geliebäugelt mit der von ihr angebotenen entsprechenden Ausbildung, habe aber schon gelernt, dass ich solche Dinge doch lieber in der Muttersprache tue. Umso mehr freut es mich, dass Tief verbunden* in deutscher Sprache erschienen ist.

„Wie wir alte Beziehungsmuster auflösen und dauerhafte Partnerschaften eingehen“,

lautet der Untertitel. Das Vorwort stammt von Peter A. Levine, dessen Schülerin Diane Poole Heller ist. Sie hat seine Methode Somatic Experiencing in ihre Arbeit einfließen lassen. Das Ergebnis ist wundervoll geworden.

Tief verbunden* besticht meiner Meinung nach durch einen sehr intensiven praktischen Ansatz, d. h., das Buch enthält sehr viele Übungen, die man zum großen Teil alleine durchführen kann.

Bevor ich mich der Gliederung zuwende, lege ich Ihnen noch ans Herz, vor dem Lesen

das Attachment Quizz

zu machen, das Diane Poole Heller auf ihrer Webseite anbietet (leider nur in englischer Sprache), aber ich empfand es als äußerst hilfreich, die eigenen Beziehungsmuster in Form einer Torte dargestellt zu sehn. Ich glaube, dass man sich mit dem Buchinhalt noch mal anders verbinden kann …

Das Buch ist superklar und logisch strukturiert: Nach dem Vorwort und der Einleitung stellt Diane Poole Heller

die verschiedenen Bindungstypen

vor. Dabei beginnt sie mit der sicheren Bindung zuerst. Vielleicht, weil sie davon ausgeht, dass der Wunsch und die Fähigkeit zu sicherer Bindung in allen Menschen biologisch verankert ist (Schon dies empfand ich als große Erleichterung, kein ganz und gar hoffnungsloser Fall zu sein). Manchmal haben wir das nur vergessen aufgrund von Strategien, die wir uns als Kinder aneignen mussten.

Bei der Beschreibung der verschienen Bindungstypen (sichere Bindung, vermeidende Bindung, ambivalente Bindung, desorientierte Bindung) geht es immer auch um die speziellen Ausprägungen und die Auswirkungen auf das eigene Leben, sowie der Darstellung nach außen.

Meines Erachtens nach ist dieses Buch für hochsensible Menschen super super spannend, denn auch wenn das Wort „Hochsensibilität“ an sich nicht fällt, geht die Autorin auf vieles ein,

was hochsensible Menschen häufig erleben:

zum Beispiel sind viele HSP extrem nüchtern und kopfgesteuert. Dies könnte daran liegen, dass Kinder, die nicht genug Unterstüzung, Präsenz und Verbundenheit erlebt haben, eher die linke Gehirnhälfte stärker entwickeln, wo es eher um Logik etc. geht. Dies ist nur ein Merkmal des vermeidenden Bindungstyps.

Aufgemerkt habe ich jedoch besonders im Teil, der sich mit der ambivalenten Bindung beschäftigt. Die ambivalente Bindung entsteht, wenn Eltern nicht beständig und sicher verfügbar sind, also mal da und dann wieder nicht und/oder sich uns gegenüber nicht angemessen verhalten, indem sie unsere Grenzen nicht respektieren etc.

Dies bedeutet, dass wir nicht lernen konnten, uns selbst zu regulieren, unser eigenes Gefühlsleben zu steuern und auch nicht, uns darauf zu verlassen, dass immer jemand für uns da ist. Dazu gehört übrigens auch, dass unsere Bedürfnisse vielleicht nicht erfüllt wurden und dass wir es nicht lernen konnten, gesunde Grenzen zu setzen.

Klingelt da was bei Ihnen?

Bei mir hat es beim Lesen von Tief verbunden* pausenlos geklingelt. Ich fand praktisch auf jeder Seite eine spannende Aussage oder Erkenntnis, obwohl ich durchaus mit den Grundzügen der Bindungstheorie vertraut bin.

Alleine das Lesen des Buches hat schon sehr viel in mir bewirkt. Vor allen Dingen eine große Erleichterung. Bisher fand ich es vor allen Dingen eher beschämend, jemandem nahe sein zu wollen und dies gleichzeitig zu fürchten. Ich empfand das als eine Art persönlichen Versagens. Aber das ist es nicht. Es ist einfach eine ganz normale Ausprägung eines ambivalenten Bindungsmusters.

Zuguterletzt geht es dann noch natürlich um Bindungstypen und Liebesbeziehungen, was sie jeweils ausmacht, was man tun kann um eine Beziehung zu finden, sie sicherer zu machen oder sich aus einer Beziehung zu lösen. Auch hier gibt es natürlich wieder Übungen.

Alles in allem kann ich Ihnen nur raten, sich Tief verbunden* unbedingt anzuschaffen (ich finde, es ist wirklich  eine Schatztruhe voller interessanter  nützlicher Informationen) und natürlich auch, mit dem Buch zu arbeiten, vor allen Dingen, wenn Sie unter Ihrer Hochsensibilität leiden und Beziehungen zu anderen Menschen Sie grundsätzlich in Stress versetzen. Ich bin sicher, da geht ganz viel und freue mich meinerseits auch schon darauf, die Übungen jetzt mal ganz in Ruhe zu machen.

Bleiben Sie gesund! Ich freue mich wie immer über Ihre Kommentare.

Von Herzen, Ihre

Monika Richrath

 

 

Diane Poole Heller
Tief verbunden*
Kösel
ISBN 978-3-466-34751-3
20 EUR

Vom Jobfrust zur Jobmagie – Interview mit Lisa Laufer

Vom Jobfrust zur Jobmagie – Interview mit Lisa Laufer

Im Mai 2020 veranstaltete Lisa Laufer den Kongress „Vom Jobfrust zur Jobmagie“, der besonders spannend ist für hochsensible und vielbegabte Menschen. Jetzt wird der Kongress vom 6. bis 16. November noch einmal neu aufgelegt. Ich kann Ihnen nur empfehlen, sich den Kongress anzugucken, ich selbst habe darüber sehr viele spannende Impulse bekommen – zum Beispiel habe ich herausgefunden, dass ich selbst eine Scannerin bin (etwas, was mir absolut nicht klar war!).

Die Hochsensibilität bringt es mit sich, dass man sich mit dem Thema Arbeit und Beruf häufig schwer tut oder es lange dauert, bis man einen für sich gangbaren Weg findet. Davon kann ich selbst ja ein Lied singen … Darum freue ich mich sehr, dass Lisa Laufer mich für diesen Kongress als Referentin angefragt hat und habe die Chance für ein Gespräch mit ihr genutzt, um mehr über den Kongress zu erfahren, das Sie jetzt noch einmal lesen können.

Lisa, wie bist du auf die Idee zu diesem Kongress gekommen?

Ich hatte schon lange vor einen Online Kongress zu veranstalten. Zum einen, weil ich Lust auf diese Herausforderung hatte, aber natürlich auch, weil ich weiß, wie viele Menschen man mit einem Online Kongress erreichen kann. 

Und die Zielgruppe hochsensible Menschen liegt dir besonders am Herzen?

Genau, das hat natürlich den Grund, dass ich selbst hochsensibel (und auch vielbegabt bin). Lange Zeit hatte ich mit meiner Hochsensibilität zu kämpfen und war mehr überfordert, als dass ich das große Geschenk dahinter erkannt hätte. Da ich selbst den Weg gegangen bin, mich mit mir und meiner außergewöhnlichen Art auseinanderzusetzen, kann ich heute sagen, dass ich immer mehr die schöne Seite dieses Teils von mir sehen und auch nutzen kann. 

Und weil ich eben auch in meiner Selbstständigkeit einige Herausforderungen fand und feststellte, dass Online Business für Hochsensible “anders” funktioniert, kam es zu der Idee einen Online Kongress mit diesem Themenschwerpunkt zu gestalten.

In wiefern ist denn Vielbegabung schwierig im Berufsleben?

Die Vielbegabung ist eine Herausforderung, weil man sich sehr schwer für eine Sache entscheiden kann und sich nicht festlegen will (ich habe meine Nische schon drei oder vier Mal gewechselt …), dann kommt überhaupt die Frage, welches meiner  1000 Themen und Leidenschaften nehme ich für ein Business?
Dann kommt hinzu, dass viele Schwierigkeiten haben sich lange für eine Sache zu interessieren. Wenn man etwas gelernt hat, z. B. fotografieren, dann ist das so lange spannend, bis man es kann und dann kommt das Nächste dran. Die nächste spannende Herausforderung.
So nun weißt Du ja, dass eine gewisse Beständigkeit notwendig ist, wenn man (vor allem Online) erfolgreich sein möchte. Der Kniff ist herauszufinden, was man denn eigentlich möchte und dann wie ich daraus ein Business machen kann. Und dafür hab ich 2 mega empfehlenswerte Interviews 🙂

In dem Kongress geht es aber nicht nur um Business Themen, sondern um Themen wie: Selbstfürsorge und Achtsamkeit, wie gehe ich mit Gefühlen und Blockaden um, was will ich generell in meinem Leben erreichen und was macht mich als Person eigentlich aus. Ich denke, dass, wenn man sich auf den eigenen Weg gehen möchte, man ein solides und gesundes Fundament aufbauen muss. Ansonsten funktioniert das Ganze nicht 🙂 

Ich bin auch davon überzeugt, dass viele typische (Marketing) Strategien für Hochsensible ein wenig modifiziert werden müssen, damit man sich auch mit seinem Business wohlfühlen kann.

Das ist ein supergutes Stichwort. Diese Erfahrung habe ich selbst immer wieder und wieder machen müssen, dass die gängigen Strategien nicht für hochsensible Menschen funktionieren und habe ziemlich lange gebraucht, bis ich etwas gefunden habe, was für viele Menschen, die auf meine Seite kommen funktioniert. Aber eben niemals für alle … 

Nun hast du ja wirklich sehr viele hochsensible Referenten versammelt, die ich zum Teil nur ausschnittsweise und zum Teil gar nicht kenne. Die Bereiche, in denen die Referenten tätig sind, sind ziemlich breit gespannt, oder?

Genau. Es arbeiten auch nicht alle schwerpunktsmäßig mit Hochsensiblen zusammen. Was ich aber sagen kann, ist, dass die Referenten andere Wege gehen, als die Meisten im Online Business. Viele von ihnen bezeichnen sich selbst als sehr einfühlsam und vielseitig, andere kommunizieren es nicht auf ihren Seiten. Trotzdem habe ich bei den Interviews festgestellt, dass die Experten mega gut zur Thematik passen (manchmal besser als erwartet). Was sie auf jeden Fall alle ausmacht, ist, dass es wichtig für sie ist authentisch ihren eigenen Herzensweg zu gehen und dabei nicht nach dem Motto “schneller, weiter, höher” agieren, sondern dass ihnen ein bewusster Weg wichtig ist, auf dem sie nicht nur auf sich selbst achten können, sondern sogar immer mehr zu sich selbst finden können.

Das ist sehr schön gesagt! Ich finde, dass jeder, der einen authentischen Weg geht, eine Inspiration ist für andere, sich ebenfalls auf den eigenen Weg zu machen. Denn ich glaube, dass es das ist, worauf es für Hochsensible ganz besonders ankommt: der eigene Weg, weg vom Schielen nach den anderen, der “Normalität”, bzw.dem Leistungsvermögen, das man dann oft ja gar nicht hat …

Ich habe schon sehr lange keinen Online-Kongress mehr von vorne bis hinten gehört, aber diesmal bin ich auf jeden Fall bis zum Schluss dabei, nicht nur, weil ich als Referentin dabei bin, sondern auch, weil ich das Thema sehr spannend finde und noch auf Inspiration hoffe. Ich bin ja schon ziemlich lange selbstständig, aber es geht bestimmt noch viel besser, als ich es mir bis jetzt eingerichtet habe …

Ist der Kongress schon länger in Planung gewesen oder ist er auch dieser besonderen Zeit geschuldet? Mir scheint, dass gerade jetzt ein sehr guter Zeitpunkt ist dafür, sich mit dem eigenen Weg auseinanderzusetzen, was meinst du?

Das ist lustig, dass Du das sagst. Den Kongress zu veranstalten, habe ich im Dezember beschlossen. Als dann die “Corona-Phase” begann, dachte ich erst einmal darüber nach, ob ich den Kongress dann lieber verschieben sollte. Heute bin ich aber echt froh, dass ich das nicht getan habe! Ich sehe es genauso, wie Du, dass viele Menschen gerade jetzt die Zeit haben sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Gleichzeitig stelle ich (traurigerweise) fest, dass einige ihre Firma/ ihren Arbeitgeber von einer ganz anderen Seite kennen lernen und das nicht immer im positiven Sinne. Da kommt dann schon einmal die Frage auf: Wofür mache ich das Ganze eigentlich?

Ich weiß schon, dass die Selbstständigkeit nicht das absolute Nonplusultra für alle ist (ich glaube, manche brauchen etwas anderes), aber wenn es eine Sache gibt, im Leben, die mir so richtig leid tut, dann die, dass ich nicht früher im Leben den Mut gehabt habe, mich selbstständig zu machen und den langwierigen Umweg über Krankheit machen musste, damit ich den Mut dazu überhaupt aufgebracht habe. Von daher finde ich es ganz wunderbar, andere Menschen dazu zu ermutigen, es nicht erst dann zu machen, wenn gar nichts anderes mehr geht …

Was ich vielleicht noch gerne an dieser Stelle erwähnen möchte, ist, dass mir bewusst ist, dass Selbstständigkeit/ Unternehmertum nicht für jeden etwas ist. In diesem Online Kongress geht es ja vor allem darum, seinen eigenen Weg zu gehen und sich selbst zu verwirklichen. Genau aus diesem Grund sprechen wir auch darüber, was wir machen können, wenn wir im Job unzufrieden sind, aber gerne angestellt bleiben möchten. Es ist also für alle spannend, die merken, dass sie sich beruflich gerne verändern wollen, aber noch nicht so richtig wissen was sie eigentlich wirklich wollen und brauchen. 

Also vermutlich für den Großteil der hochsensiblen Menschen …

Wer losgehen möchte, um sich selbst zu verwirklichen und sich ein Leben aufzubauen, so wie man es will, der wird irgendwann feststellten, dass dies zum einen ein langer Prozess ist und zum anderen eine Reise zu selbst. Man darf sich auf seinem Weg immer wieder mit sich selbst beschäftigen und wird feststellen, dass es darauf ankommt: Wer bin ich eigentlich und was macht mich aus und was möchte ich in die Welt tragen. Weitere Informationen zum Thema Online Business findest du in diesem Artikel.

So schön, Lisa! Eine Frage habe ich noch: Es gibt nicht nur Interviews, sondern du hast auch noch anderes im Gepäck, oder?

Ja genau. Also die Interviews sind jeweils für 24 Stunden verfügbar. Wer sich aber noch intensiver damit beschäftigen möchte, der hat die Möglichkeit ein Kongress Paket zu kaufen. Dort haben die Experten wunderbare Boni vorbereitet: Kurse, Coachings, Ebooks, Meditationen, Übungen … 

Das klingt sehr schön und auch, als hätte man sehr lange etwas von diesem Kongress.

Vielen Dank, Lisa, dass du mit mir gesprochen hast, trotz deines bestimmt vollen Terminkalenders! Ich freue mich schon auf das Replay!

Vielen lieben Dank Monika!!

Der Sinn des Ganzen

Der Sinn des Ganzen

Eigentlich war ich, seit ich mich erinnern kann, eine eingefleischte Pessimistin. Sozial gestört, depressiv, konnte ich mir gar nicht vorstellen, wie sich das Leben eines optimistischen Menschen anfühlen könnte. Optimistische Menschen hatten für mich irgendwie „einen Hau weg“, die die bittere Realität verleugneten. 

Ich wusste noch nichts darüber,

dass Bewusstsein Realität erschafft.

Grundsätzlich ging ich davon aus, dass am Grunde von allem Traurigkeit ist und Freude nur eine dünne Oberfläche darüber.

So ging das mein ganzes Leben lang, über die frühen Jugend- bis in die mittleren Erwachsenenjahre, wo sich Dinge ganz langsam verschoben und entfalteten. Die Klopfakupressur hatte daran übrigens einen ganz entscheidenden Anteil.

Durch das Klopfen entdeckte ich zum einen das wahre Wesen der Dinge: Dass am Grunde von allem Freude ist und diese Freude von Trauer und Traurigkeit überlagert werden kann. Zum anderen entdeckte ich durch das Klopfen auch, dass ich keine gestörte, depressive Persönlichkeit bin, wie bis dahin angenommen, sondern dass in mir ein überaus fröhlicher, optimistischer Mensch steckt, ja sogar, dass

ich durch und durch Optimistin bin.

Noch eines habe ich seitdem gelernt (ich halte es für eine der wichtigsten Lektionen meines Lebens überhaupt!): dass alles, was mir in meinem Leben widerfährt, einen Sinn für mich hat. Auch wenn ich ihn nicht immer sofort zu erkennen vermag. (Tatsächlich dauert es manchmal sogar Jahre, bis ich sagen kann: gut, dass diese oder jene Sache, die ich mir so sehnlich gewünscht habe, nicht geschehen ist!) Das gilt natürlich auch für schwierige Dinge. Wenn ich z. B. nicht an Fibromyalgie erkrankt wäre, hätte ich vielleicht niemals den Mut gefunden, mich auf in ein Leben zu machen, das mir gemäß ist und mich noch viel, viel länger in Arbeitsstrukturen herumgequält, für die ich weder das psychische, noch das physische Rüstzeug besaß.  Vielleicht hätte es auch sehr viel länger gedauert, bis ich meine Hochsensibilität entdeckt hätte …

Ich will jetzt aber nicht zu weit abschweifen. Für mich sind meine neu (wieder)entdeckte Fröhlichkeit und mein unverbesserlicher Optimismus Meilensteine in meiner Entwicklung, die nicht nur mein ganzes Leben verändert haben, sondern sich immer wieder als äußerst nützlich erweisen, z. B. ganz besonders in der aktuellen Lage.  

Hatte ich mich in den ersten Tagen noch mitreißen lassen von der Berichterstattung in den Medien, habe ich aber sehr schnell gemerkt, dass mir das

sehr viel zusätzlichen Stress

verursacht. Ich fand die den ganzen lieben langen Tag lang zur Verfügung gestellten Informationen nicht wirklich hilfreich, da viel zu widersprüchlich, eher heizen sie die allgemeine Verwirrung an, als dass sie beruhigen. Also habe ich getan, was ich eigentlich immer tue: ich habe aufgehört, die Nachrichten zu gucken. Die wichtigsten Informationen wurden mir sowieso immer persönlich zugetragen.

Ich habe mich natürlich relativ bald gefragt,

was wohl der Sinn dieser Pandemie sein könnte?

Nach ein paar Tagen zuhause, als ich das erste Mal wieder rausging, habe ich unendlich gestaunt über die wunderbare, weiche, leichte Luft. Ich habe mich sofort in dieses neue Element verliebt. Wenn ich mich draußen aufhielt, wurde ich sofort leicht und froh, nur, weil dieses Schöne Neue um mich herum war.

Und natürlich konnte ich so zum ersten Mal ermessen, wie verseucht die Luft also normalerweise sein muss, wenn es jetzt so einen krassen Unterschied im Erleben gibt. Mir scheint, so etwas habe ich noch nie eingeatmet. (Aber ich weiß natürlich nicht, wie es als Kind war, damals gab es ja sehr viel weniger Autos als heute.)

Es ist vielleicht etwas schräg, aber ich habe das Gefühl, dass die Natur durch die schöne Luft für mich viel erreichbarer geworden ist. Jetzt möchte ich draußen sein, nicht nur, weil die Sonne scheint, sondern weil ich mit allem verbunden sein und mich als Teil der Natur erleben möchte …

Diese schöne, neue Luft empfinde ich als ein Geschenk, auch als ein Sinn-Geschenk. Und dann lief auch noch auf Terra X ausgerechnet der Dreiteiler „Anthropozän“, in dem es um die Veränderungen geht, die der Mensch auf der Erde bewirkt (hat). In der Folge „Luft“ erzählt ein Mensch von der Nasa dem Moderator Dirk Steffens, dass jedes Jahr acht Millionen Menschen sterben, deren Tod direkt auf die Luftverschmutzung zurückzuführen ist. Acht Millionen jährlich? Irgendwie kann ich die ganze Corona-Aufregung nicht wirklich verstehen. Da fehlen mir die Relationen, für mich nehmen sich die 200.000 Corona-Toten (zum Zeitpunkt an dem ich diesen Artikel schrieb) weltweit ja fast lächerlich dagegen aus … Ich bin ja keine Wissenschaftlerin, aber es wäre durchaus denkbar, dass die Menschen, die an Corona sterben, sowieso in den acht Millionen enthalten sind, da die Luftverschmutzung sich ja vor allem auf die Atemwege auswirkt.

Eine andere Sache, die ich ebenfalls sehr genossen habe (und ich denke, viele hochsensible Menschen werden mir da zustimmen), ist die Stille auf den Straßen, der reduzierte Verkehr, das fehlende Gewusel …

Auch in mir selbst ist es schlagartig ruhig geworden.

In der letzten Zeit bin ich sehr viel unterwegs gewesen. Jetzt fand ich es sehr wohltuend, viel, viel Zeit in meiner Wohnung zu verbringen und meinen eigenen Raum in aller Ausführlichkeit zu genießen.

Interessanterweise habe ich ganz von alleine, ohne, dass ich es mir irgendwie vorgenommen hätte, einen ruhigeren Gang eingeschlagen. Mir wurde bewusst, wie erschöpft und ruhebedürftig ich im Grunde genommen bin und habe ganz ohne schlechtes Gewissen meinen Blog erstmal auf Eis gelegt und mich weitestgehend aus den sozialen Netzwerken zurückgezogen. Auch das fand ich sehr angenehm. Auch die Ruhe im oder auf dem Computer hat mir gut getan. Ich habe sogar darüber nachgedacht, das Bloggen aufzugeben. Mich aber dagegen entschieden. Ich habe noch so viel vor und so viel zu sagen. Aber vielleicht kommt in absehbarer Zeit nur noch alle zwei Wochen ein neuer Artikel, das habe ich noch nicht entschieden.

Über Whatsapp bekam ich in der Sinnfrage einen kleinen Clip, in dem es darum ging, dass ein Sinn dieser Krise sein könnte, uns an

die Wichtigkeit des menschlichen Kontakts zu erinnern.

Das erscheint mir auch ein sehr guter Sinn zu sein. In der ersten Woche habe ich auf der Straße allen Menschen ins Gesicht gesehen, weil es etwas sehr Kostbares geworden war. Später habe ich begonnen, mehr zu telefonieren und mich auszutauschen …

Jetzt bin ich allerdings ziemlich traurig, die Maßnahmen wurden vor kurzem gelockert und schlagartig war es vorbei mit der guten Luft …

Mittlerweile ist das Tragen von Masken Pflicht und das finde ich wirklich sehr gruselig und verunsichernd. Ich merke, dass jedes Mal, wenn mir ein Mensch mit Maske begegnet, eine ganz archaische Furcht in mir aufsteigt, weil es mir durch die Bedeckung des Mundes schwer fällt, den Menschen einzuschätzen in dem Sinne von „Freund oder Feind“ und grundsätzlich ich das Tragen von Masken mit Terrorismus und Kriminalität in Verbindung bringe …

Wie geht es Ihnen? Welchen Sinn können Sie in dem ganzen entdecken? Wie geht es Ihnen mit der Maskenpflicht? Ich freue mich, wenn Sie mir schreiben und Ihre Erfahrungen mit uns teilen.

Herzlichst, Ihre

Monika Richrath

P.S. Falls Sie das Klopfen mit der Klopfakupressur mal ausprobieren möchten, können Sie sich hier in meinen kostengünstigen E-Mail-Kurs eintragen.

 

Image by Gerd Altmann from Pixabay 

 

 

Ich bin Referentin beim großen online Schlafkongress

Aktuell werden wir alle gerade vor große Herausforderungen gestellt, manche vollkommen unerwartet. Nun habe ich heute morgen noch schnell einen Newsletter verschickt, um Sie auf den großen online Schlafkongress aufmerksam zu machen, bei dem ich u. a. als Referentin mit dabei bin, da musste ich leider die Erfahrung machen, dass die meisten Internetseiten, mit denen ich arbeite, gar nicht funktionieren. Daher hat mein Newsletter offenbar nicht den richtigen Link gespeichert. Deswegen also mache ich hier  noch einmal ein bisschen Werbung für den Kongress.

Schlaf, guter und richtiger erholsamer Schlaf ist gerade jetzt ein ziemlich wichtiges Thema. Ich könnte mir vorstellen, dass sich  viele Menschen schlaflos herumwälzen, angesichts der aktuellen Entwicklung des Weltgeschehens. Jeden Tag gibt es etwas Neues, Stress auslösendes, mit dem man fertig werden muss.

Dabei ist Schlaf an sich sowieso ein riesengroßes Thema, weil so viele Menschen heutzutage nicht mehr gut schlafen können.

Deshalb freue ich mich sehr, dass ich als Referentin beim

Großen online Schlafkongress

mit dabei bin, der vom 20. bis 29. März 2020 kostenlos online stattfindet.

Es sind viele interessante Referenten dabei, die das Thema „Schlaf“ aus vielen Blickwinkeln beleuchten und sich mit „Gesundheit“ im allgemeinen befassen. Wie bei allen online-Kongressen müssen Sie sich zuerst registrieren und können sich dann die jeweils freigeschalteten Interviews 24 Stunden lang kostenlos ansehen.

Es wird sicherlich spannend und vielleicht gibt es ja die Möglichkeit, sich diesem Kongress intensiver zu widmen, weil man mehr zuhause ist. Und ich hoffe sehr, dass es dann auch geht. Sehr gerne würde ich Ihnen mehr verraten, aber ich habe gerade selbst keinen Zugriff.

Das Interview mit mir geht am 23. März um 19:00 Uhr online und ist dann für 24 Stunden verfügbar.

Hier geht es zum Sendeplan

P. S. Vielleicht haben Sie es schon gemerkt, dass bei mir seit einiger Zeit ziemlich der Wurm drin steckt, Sie bekommen deutlich weniger zu lesen, mein Blog erscheint nur noch in unregelmäßigen Abständen.

Das war von mir gar nicht so geplant, denn die Themen gehen mir nach wie vor nicht aus. Es ist nur so, dass ich seit einem guten halben Jahr vor sehr vielen persönlichen Herausforderungen stehe, die mich viel Kraft kosten, so dass ich einfach nicht die Energie für wöchentliche Blogbeiträge habe. Ich versuche es vorerst mit einem zweiwöchentlichen Rhythmus und bitte um Verständnis, wenn es trotzdem mal nicht klappt. Offenbar geht online gerade bei mir nur eine Art Notbetrieb …

Bleiben Sie gesund, versuchen Sie,  sich nicht stressen zu lassen, bis bald

Herzlichst, Ihre

Monika Richrath

Der hochsensible Blick

Der hochsensible Blick

Ich besuche relativ regelmäßig Filmvorführungen und tausche mich hinterher mit anderen über den Film aus. Filme, die mich begeistern, veranlassen andere zu entnvervtem „Ach, wie langweilig“. Darum ist mir klargeworden, dass es für mich offenbar eine Art hochsensiblem Blick gibt, der dazu führt, dass ich bestimmte Filme meide und anderen den Vorzug gebe.

Darum habe ich mir einmal Gedanken gemacht darüber, wie ein Film für mich beschaffen sein muss, damit er mir gefällt …

 

Er muss ruhig sein

Das beinhaltet sehr viele Dinge. Meine Hochsensibilität äußert sich z. B. darin, dass ich mega bewegungsempfindlich bin und schnelle Bewegungen in meinem Umfeld mich in sehr kurzer Zeit sehr nervös machen. Harry Potter ist mir z. B. aus diesem Grund ein Graus. Auch Action Filme scheiden da von vornherein aus oder auch Science Fiction (die meisten jedenfalls).

Einen ruhigen Film zu sehen, bei dem ich mich so richtig entspannen kann, impliziert meistens auch eine ruhige Kameraführung, lange Kamerafahrten und wenig Schnitte. Also möglichst wenig Stress beim Schauen.

Ruhig bedeutet auch, dass es möglichst keine Hintergrundmusik gibt. Nicht weil ich per se nicht mit diesem zusätzlichen Reiz zurecht komme, sondern, weil es mich immer ärgert, dass durch die Musik meine Emotionen manimpuliert werden. Ich möchte bitteschön selbst entscheiden, ob ich traurig oder gerührt sein möchte und nicht dazu gezwungen werden. Dem kann ich mich in der Regel nicht entziehen. Hintergrundmusik führt bei mir letzten Endes immer dazu, dass ich mich durch den Ärger vom Filmgeschehen entferne.

Inhalt

Das ist natürlich ein sehr großer Komplex. Einerseits soll der Inhalt mich fesseln, darf auf der anderen Seite aber nicht zu gewalttätig sein.

Trotzdem liebe ich

Krimis

sehr, aber nicht jeden, natürlich. Mit dem Tatort habe ich schon vor Jahren abgeschlossen, da viel zu viel Aufregung vor dem Schlafengehen. Am liebsten habe ich britische Krimis, zu meinem großen Leidwesen habe ich allerdings mittlerweile den Großteil der englischen Krimiserien durch, auf die ich ohne Netflix Zugriff habe.

Ich glaube übrigens, dass Krimis trotz potentieller Gewaltszene für hochsensible Menschen durchaus eine sehr geeignete Filmlektüre sind, weil sie hochsensiblen Werten entgegenkommen:

  • Es geht meistens um Gerechtigkeit, darum, dass Übeltäter bestraft werden und die Toten (oder andere Geschädigte) Gerechtigkeit erfahren.
  • Es geht auch darum, eine Ordnung wiederherzustellen.

Ich liebe außerdem alles, was sich in weiterem und engerem Sinn mit

Naturwissenschaft

beschäftigt. Auch das hat, glaube ich, durchaus einen Zusammenhang mit Hochsensibilität: Ich will verstehen, wie die Welt funktioniert und das Leben. Aus diesem Grunde mag ich

Tierfilme

so gerne. Weil sie mir ein Fenster geöffnet haben in Bereiche, die mir früher vollkommen verschlossen waren.

Jetzt wächst mit jeder neuen Doku, die ich mir ansehe, meine Ehrfurcht vor dem Leben auf dieser Erde, von den Wundern, die die Natur uns schenkt.

Jeder Film trägt dazu bei, mich meines Platzes im Großen und Ganzen zu vergewissern: Dass es dieses Universum gibt, dass ich ein Teil davon bin, welch ein Glück ich habe, die Schönheit dieser Erde erleben zu dürfen (Ich gehe davon aus, dass dies für die nachfolgenden Generationen immer schwieriger werden wird.).

Natürlich lache ich auch total gerne. Aber grobschlächtiger Humor geht dar nicht. Oder Clips, bei denen darüber gelacht wird, dass andere Menschen sich weh tun.

Am liebsten sehe ich

Dramedy-Filme,

die so sind wie das Leben selbst, wo Trauer und Komik immer nebeneinander existieren. Ich mag Geschichten über Menschen, die sich weiterentwickeln, innerlich wachsen. Ich mag Filme, die mich berühren, auch solche, die mir manchmal tagelang „nachlaufen“.

Immer noch gefallen mir auch ganz besonders Filme, die sich in irgendeiner Form mit dem Thema Tod auseinandersetzen, weil dieses Mysterium für mich nach wie vor spannend und faszinierend ist.

Und ich mag (wirklich wirklich)

Tiefsinn und philosophische Betrachtungen über das Leben.

Vor kurzem habe ich noch einmal „Das brandneue Testament“ gesehen. Das ist so richtig nach meinem Geschmack, sehr skuril, sehr schräg, aber sehr viel Hintersinn …

Ich mag

Filme, die das Leben feiern,

sich zum Beispiel mit der Freude des Essens beschäftigen, wie Julie & Julia, (selbst wenn ich mittlerweile Essen zu mir nehme, das gar nichts mehr mit dem Essen im Film zu tun hat). Ich mag aber das Gefühl der Fülle und Lebensfreude und Sinnlichkeit, die Filme über Essen vermitteln.

Es ist ganz verrückt, aber während ich dies aufschreibe, fallen mir lauter Filme ein, die ich sehr gerne wieder einmal sehen würde, weil sie die von mir beschriebenen Eigenschaften aufweisen. Dabei überkommt mich ein Gefühl großer Fülle, dass es immer genug schöne Dinge geben wird, die ich Lust habe, mir anzusehen …

Jetzt sind Sie am Zug. Was sehen Sie gerne? Wie immer freue ich mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen.

Von Herzen, Ihre

Monika Richrath

 

Image by Gerd Altmann from Pixabay 

de_DEDeutsch