HPU-Diagnose und dann?

HPU-Diagnose und dann?

In letzter Zeit werde ich immer wieder von verzweifelten Menschen angeschrieben, die das Thema HPU für sich entdeckt haben. Kein Wunder, denn man geht davon aus, dass rund  11 % der Bevölkerung an der Stoffwechselstörung HPU leiden. Häufig genug gibt es einen ziemlich hohen Leidensdruck und die Anzahl der Ärzte, geschweige denn Therapeuten, die je davon gehört haben, ist eher gering.  Selbst bei medizinischen Fachleuten, bei denen man davon ausgehen könnte, dass sie sich kontinuierlich weiterbilden …

Es gibt die lustige? traurige? schräge? Geschichte, dass ich einem Professor der Endokrinologie von HPU erzählte. Der Professor drehte sich um und tippt was in seinen Computer. „Oh“, dachte ich „der ist aufgeschlossen!“ und habe mich schon gefreut. Weit gefehlt. Nach kurzer Zeit dreht der Professor sich wieder um „Das kennen die Amerikaner nicht.“ (Dies ist umso witziger, als die KPU, eine Stoffwechselstörung, die der HPU sehr ähnlich ist und gleich therapiert wird, von Amerikanern „entdeckt“ wurde.)

Außerdem habe ich vor kurzem noch einmal die Ergebnisse des Fragebogens angesehen, den ich seinerzeit online gestellt hatte. Diese sprechen wirklich für sich. Bis jetzt haben 2.272 Menschen den Fragebogen ausgefüllt, 89,7 % davon sind weiblich.

91 % bezeichnen sich als hochsensibel.

Von diesen wissen 22,6 % dass sie eine HPU haben und 69,1 % vermuten es. Diese Zahlen bestätigen zum einen, dass HPU und KPU hauptsächlich Frauen betreffen, zum anderen, dass es offenbar einen Zusammenhang mit der Hochsensibilität zu geben scheint, bzw. vielleicht sogar eher die biochemischen Zusammenhänge mit der Hochsensibilität. Mehr dazu können Sie in meinem ersten Artikel HPU und Hochsensibilität nachlesen. Dort finden Sie auch den Link zum Online-Test für die Wahrscheinlichkeit des Vorliegens einer HPU. Endgültige Sicherheit kann natürlich nur ein richtiger Befund bringen.

Offenbar scheinen HPU und KPU zu einer

grundsätzlichen Verarbeitungsschwäche

zu führen. Die schlechte Entgiftungsfähigkeit des Körpers ist hierbei sicherlich nur ein Aspekt. Denken Sie nur einmal daran, dass einerseits z. B. ein Merkmal der Hochsensibilität die viel gründlichere (vielleicht auch langsamere?) Verarbeitung ist. Andererseits kommt es häufig genug vor, dass manche Dinge überhaupt nicht verarbeitet werden können aufgrund von Überforderung, oder dass hochsensible Menschen oft ein Problem mit „Loslassen“ haben, egal, ob es sich um Menschen, Orte, Gedanken oder Gefühle handelt. Ein sehr bezeichnendes Merkmal der HPU ist z. B. das „nicht träumen“ – was ja letzten Endes auch mit der Verarbeitung des eigenen Lebens zu tun hat. Ich bin natürlich keine Wissenschaftlerin, und will Ihnen das auch nicht als die Weisheit letzter Schluss verkaufen, aber für mich macht das alles einen sehr logischen Sinn.

Daher dachte ich, es wäre eine gute Gelegenheit, das Thema noch einmal in meinem Blog aufzugreifen. Es ist nicht nur so, dass die Liste der Therapeuten sehr klein ist, sondern häufig sind davon auch Menschen betroffen, für die der Besuch beim Heilpraktiker einfach unerschwinglich ist. Das sorgt wiederum für Stress, was doppelt schlecht ist, weil Stress dazu führt, dass die Prozesse in der HPU noch schneller laufen und sich Symptome verschlimmern. Darum erzähle ich weiter unten noch einmal genauer, was ich seinerzeit unternommen habe. Aber beachten Sie bitte: wenn Sie dies nachmachen möchten, tun Sie dies vollkommen auf eigene Gefahr.

Nochmal kurz:

Bei der HPU (Hämopyrrollactamurie) und KPU (Kryptopyrrolurie) ist die innere Membran der Mitochondrien gestört. Wenn Ihnen die  „Mitochondrien“ noch kein Begriff sind: Jede der 70 bis 100 Billionen Zellen des menschlichen Körpers enthält eine Zellmembran, einen Zellkern und verschiedene sog. Zellorganellen. Diese bezeichnen eine kleine, abgeschlossene Funktionseinheit in der Zelle, die eine ganz spezifische Aufgabe hat, wozu auch die Mitochondrien gehören. Zu den wichtigen Aufgaben, die die Mitochondrien erfüllen, gehören zum Beispiel die Produktion unserer Lebensenergie (die man auch ATP nennt), sondern neben anderem mehr auch die sog. Hämsynthese. Das Häm-Molekül wird an der inneren Membran der doppelwandigen Zellwand der Mitochondrien hergestellt.

Das Häm-Molekül

erfüllt viele verschiedene Aufgaben im Körper. Es wird gebraucht

  • zur Entgiftung der Leber
  • zur Bildung von Schilddrüsenhormonen
  • zur Bildung von Hämoglobin
  • zur Speicherung von Vitamin D3
  • zur Bildung von ATP
  • für den Muskelstoffwechsel.

Acht enzymatische Schritte sind normalerweise notwendig, um in einem gesunden Körper Häm herzustellen. Die HPU führt jedoch dazu, dass sich  die Zahl dieser Schritte reduziert, weil mehrere Enzyme nicht richtig arbeiten. Auch ist das gebildete  Häm ist für den Körper dann unbrauchbar, weil es verändert ist und damit nicht funktionfähig. Der Körper versucht, dieses unbrauchbare Molekül loszuwerden, indem er Zink, Mangan und P5P anhängt um es wasserlöslich zu machen. Anschließend kann es über die Nieren ausgeschieden werden. Zink, Mangan und P5P fehlen dem Körper aber jetzt.

Die Stoffwechselabläufe, die durch die HPU fehlerhaft ablaufen sind: die Entgiftung, der Sauerstofftransport in Blut und Muskulatur und die Energiegewinnung.

Das ist aber noch nicht alles. Es gibt

jede Menge Symptome und körperliche Schwierigkeiten.

Mit einigen habe ich mich schon auf diesem Blog beschäftigt. Zum Beispiel:

  • Nebennierenschwäche
  • Schilddrüsenstörungen (z. B. Hashimoto-Thyreoiditis)
  • ADS/ADHS
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Schwierigkeiten im Verdauungsbereich
  • Menstruation, Fruchtbarkeit und Schwangerschaft
  • Infektionen (z. B. Borreliose oder HBV-Infektionen)
  • Halswirbelsäulentraumata
  • Zahnprobleme
  • Schlafstörungen
  • Depressionen
  • Angststörungungen
  • Osteoporose
  • chronische Erschöpfung und Burnout
  • Medikamentenunverträglichkeit

Natürlich wird stets empfohlen, eine/n Heilpraktiker*in zu rate zu ziehen. Ich habe seinerzeit alleine mit der HPU-Therapie begonnen. Es wurde mir dann aber doch mulmig, als es darum ging, das P5P (Pyridoxal-5-Phosphat) einzunehmen. Vielleicht wegen des Namens, der in meinen Augen sehr pompös klang. Ich habe mir dann doch eine Heilpraktikerin gesucht, die HPU auf ihrer Webseite erwähnte. 

Es hat sich dann aber herausgestellt, dass es doch noch 1001 verschiedene körperliche Themen gab, die viel dringender als HPU waren. Im Nachhinein habe ich mir dann gedacht, dass ich das auch ruhig alleine hätte angehen können. Ich sage an dieser Stelle noch einmal, falls Sie irgendetwas nachmachen möchten, tun Sie es auf eigene Gefahr. 

Ich halte es aber für sehr sinnvoll, vor dem Start einen richtigen HPU-Test bei KEAC zu machen. Damit Sie Ihre Werte kennen und die Möglichkeit einer Überprüfung haben.

Die Verarbeitungsschwäche ist auf jeden Fall ein Knackpunkt der HPU, sowohl in den Symptomen als auch in der Therapie.

Viel hilft nicht zwangsläufig viel,

eher im Gegenteil. Wenn man hier nicht ganz besonnen vorgeht, kann man Gefahr laufen, psychotische Schübe auszulösen und das möchten Sie ganz sicher nicht. 

Wenn Sie nicht sowieso bei einem Heilpraktiker*in in Behandlung sind und vielleicht schon länger Zink und/oder Mangan nehmen,

fangen Sie ganz winzigklein an.

Zwar gibt es im Netz die Empfehlung, Zink 30 Minuten vor den Mahlzeiten zu sich zu nehmen, aber meine Erfahrung ist, dass Zink auf nüchternen Magen Übelkeit verursacht. Das wäre schon ein denkbar schlechter Start. Zu beachten gibt es ebenfalls, dass Zink mit Antibiotika (z. B. Tetracyclinen), Kaffee und schwarzem und grünen Tee reagieren kann und eher im Abstand von ein paar Stunden eingenommen werden sollte. Bei Vorliegen von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren ist eine Rücksprache mit dem Arzt erforderlich. Ich erinnere mich ehrlich gesagt, nicht mehr sehr genau, aber vermutlich habe ich meine halbe Zinktablette abends eingenommen, damit sie mit keinen anderen Mitteln in die Quere kommt. KEAC empfiehlt die Einnahme nach einer warmen Mahlzeit.

Wie gesagt, ich habe sehr, sehr klein begonnen. Allerdings mit einem guten Zinkpräparat aus der Apotheke. Die Dosis lag bei etwas weniger als 13 mg. 

Nach vier Wochen habe ich dann die ganze Tablette genommen (25 mg). Wiederum vier Wochen.

Dann habe ich begonnen, täglich Mangan einzunehmen. Der Tagesbedarf liegt bei 2–5 mg täglich. Auch hier kann man klein beginnen und die Dosis ein paar Wochen später aufstocken. Die Überdosierung von Mangan kann zu Magen-Darm Störungen, neurologischen und parkinsonähnlichen Störungen, Psychosen, Atemwegsbeschwerden, Sprachstörungen, Blutdruckerhöhungen und Kopfschmerzen führen, auch hier gilt also: Sachte, Sachte! Und am besten auch hier die Einnahme nach einer wamen Mahlzeit.

Da ich soweit alles gut vertragen habe, habe ich dann begonnen, täglich 50 mg Pyridoxal-5-Phosphat oder B6-Phosphat morgens einzunehmen. Es ist nur diese ganz besondere Form von Vitamin B6, die den entscheidenden Unterschied ausmacht. Erst nach ein paar Wochen getrennter Einnahme von Zink, Mangan und P5P habe ich begonnen, an die Einnahme des Kombi-Präparats von KEAC zu denken (Es ist natürlich wesentlich günstiger als alle Medikamente zusammen). 

Auch hier können Sie wieder/weiter einschleichen. Ich habe z. B. zunächst die Kinderversion probiert, bevor ich mich an das Präparat für Erwachsene machte. Ich will nicht unerwähnt lassen, dass ich das Kombipräparat für Erwachsene nicht sehr gut vertragen habe, erst das Umschwenken auf das Kombipräparat mit Magnesium hat dafür gesorgt, dass ich das Präparat gut einnehmen konnte.

Dr. J. Kamsteeg erwähnt irgendwo in seinem Buch „HPU und dann …?“, dass die HPU mit der Therapie sich innerhalb von sechs Monaten bessern sollte, ich habe die Präparate mindestens ein Jahr lang zu mir genommen. Natürlich sollte am Ende noch ein neuer Test gemacht werden um zu überprüfen, wie sich die Werte verändert haben.

Jetzt bin ich natürlich neugierig, wer von Ihnen sich schon selbst quasi auf den Weg gemacht hat, was haben Sie unterwegs erlebt, haben Sie Tipps, die Sie den anderen auf den Weg mitgeben möchten? Wie immer freue ich mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen.

Von Herzen, Ihre

Monika Richrath

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Literaturempfehlung

Dr. Tina Maria Ritter/Dr. Liutgard Baumeister-Jesch
Stoffwechselstörung HPU*
VAK
ISBN 978-3-86731-152-6
18,50 EUR

Jede*r braucht eine Schutzmütze!

Jede*r braucht eine Schutzmütze!

Ich glaube, Mützen haben Ewigkeiten ein sehr stiefmütterliches Dasein unter den Kopfbedeckungen geführt. Für mich waren Mützen lange Zeit etwas, was hauptsächlich mit Kindheit verbunden war – im wesentlichen keine gute Erinnerung. Ganz frühe Erfahrungen mit Hochsensibilität waren bei mir unweigerlich mit unliebsamen Körpererfahrungen mit „Materie“ verbunden. Meistens war die Mütze kratzig, und schon deshalb schrecklich, sie wurde unter dem Kinn zugebunden und man sah damit unweigerlich affig aus … 

Erst die  „Nerds“ (wann genau das war, weiß ich nicht mehr), haben für mich die Mütze wieder interessant gemacht. (Dabei stand ich sowieso auf Kopfbedeckungen, allerdings vornehmlich solche, mit denen man eher cool aussah, wie Hüte zum Beispiel, Basecaps usw. ) Vorbei waren die eierwärmerähnlichen Zeiten. Plötzlich bekamen Mützen interessante Formen und Designs.

Dann kam ein kalter Winter und ich legte mir die erste warme schöne Mütze zu.

Mittlerweile habe ich eine ganze Kollektion …

Vor ein paar Jahren hatte ich zum ersten Mal seit langer, langer Zeit wieder Ohrenschmerzen. Das erste, was mir dazu einfiel, war, mir einen warmen Schal um den Kopf zu binden. Welch ein angenehmes Gefühl das war … Aber warum eigentlich den Schal, ich konnte es doch viel bequemer haben mit meiner Mütze …

Das war so schön.

Auch ohne Schmerzen. Eine Mütze anzuhaben, verschafft mir

ein ganz einzigartiges Gefühl von Schutz.

(Hochsensibilität bringt häufig eine gesteigerte Empfindlichkeit gegen kratzige Wolle mit sich. Daher ist es natürlich ist es sehr wichtig dabei, dass die Mütze absolut nicht auf dem Kopf kratzen darf, ein Inneres aus Fleece oder Baumwolle ist auf jeden Fall ratsam.)

Vielleicht schwingt dabei doch noch ein wenig von der Energie des sich Kümmerns von seiten der Eltern mit, die um das Wohlergehen ihres Sprößlings besorgt waren. Jetzt kümmere ich mich selbst um mich. Mit einer Mütze auf dem Kopf fühle ich mich behütet und geschützt, irgendwie in Sicherheit, irgendwie gefeit gegen den Unbill der Welt, besser gewappnet, mir kommt es dann so vor, als käme ich besser mit dem Stress in meinem Leben zurecht.

Ganz viele hochsensible Menschen haben auch ein echtes Problem mit Grenzen. Viele wissen oder erleben oft nicht, wo eigentlich der eigene Körper aufhört. Oder spüren zu viel von anderen Menschen. Da kann es super angenehm sein, die eigenen Körpergrenzen direkt zu erleben. Zu spüren:

hier hört mein Körper auf.

Alles, was Ihren Körper berührt, kann dabei helfen. Ich fühle mich z. B. mittlerweile nur wohl beim Einschlafen, wenn ich ein Kissen vor mir und eins im Rücken habe, weil ich so ein genaueres Gefühl für meinen Körper bekomme. Wenn ich die Mütze aufhabe, ist es ähnlich. Die Mütze verleiht meinem Kopf eine Grenze und das ist äußerst angenehm.

Im vergangenen Jahr hatte ich angefangen, mich mehr mit dem Thema Trauma zu beschäftigen. Über eins sind sich alle Trauma-Expert*innen einig: zur Überwindung von Trauma gehört unweigerlich auch

die Zurückeroberung der Verbindung mit dem eigenen Körper.

Dabei kann auch eine so simple Sache helfen, wie eine Mütze zu tragen – obwohl ich Ihnen hier natürlich nicht weismachen möchte, dass Sie durch das Tragen einer Mütze ein Trauma überwinden können. Im wesentlichen geht es darum, dem Körper angenehme Empfindungen zu verschaffen.

Meine Mütze bereitet mir jedenfalls ein unglaublich angenehmes körperliches Wohlgefühl. Auch durch die Wärme, die dadurch in meinem Körper entsteht.  Da ich immer Untertemperatur habe, weiß ich das sehr zu schätzen.

Kürzlich bin ich sogar noch einen Schritt weiter gegangen. Obwohl keine dringende Notwendigkeit dafür bestand, habe ich einfach einen Nachmittag lang meine Mütze nicht ausgezogen, sondern auch noch einen weichen Schal dazu getragen, ebenso wie Handschuhe ohne Finger. Einfach nur, weil es sich so wunderbar angenehm kuschelig anfühlte. Vielleicht sollte ich mir auch noch ein paar Pulswärmer anschaffen 😉

Der Begriff „Schutzmütze“ ist mir erst heute eingefallen. Ich bin ziemlich darüber begeistert. Für mich ist die Schutzmütze etwas wie

eine Art „Tarnkappe“,

nur, dass ich dabei nicht unsichtbar werde, sondern dass die Mütze für mich andere gute Eigenschaften aufweist.

Wie sieht es mit Ihnen aus? Haben Sie auch eine Form von „Schutzbekleidung“? Wie sieht sie aus und wie fühlen Sie sich darin?

Wie immer freue ich mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen.

Von Herzen, Ihre

Monika Richrath

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Katastrophale Bindungserfahrungen

Katastrophale Bindungserfahrungen

Jetzt hast du wirklich sehr, sehr lange nichts mehr von mir gehört. Die Pause am Jahresende hatte ich wirklich bitter nötig, denn, ehrlich gesagt, bin ich sehr mitgenommen von den Entwicklungen in meinem Leben.  Daher finde ich, es ist eine ganz gute Idee, das Jahr 2020 (ich liebe diese Zahl total!) mit einem persönlichen Artikel über meine Bindungserfahrungen zu starten.

Wenn du meinem Blog folgst, erinnerst du dich vielleicht, dass ich mich vor kurzem verliebt habe. Und das ist eine echte Herausforderung (Stress pur) für mich.

Beziehungen sind für mich eher ein Buch mit sieben Siegeln, bis jetzt für mich nicht richtig zu entziffern war. Was daran liegt, dass meine

Bindungserfahrungen katastrophal

sind.

Mittlerweile habe ich mich an den Gedanken gewöhnt, dass meine Beziehungskatastrophen etwas mit meinen frühkindlichen Erfahrungen in der Welt zu tun haben. (Nach allem, was ich mittlerweile über Trauma gelernt habe, weiß ich ja jetzt, dass ich ein Entwicklungstrauma erlebt habe.)

Eine gute Gelegenheit einmal zu erzählen,

wie meine erste Bindung ausgesehen hat:

Das Alter meiner Mutter bei meiner Geburt betrug gerade mal 24. Das erste Kind hatte sie mit 21 bekommen. Das zweite mit 22. Sie lebte mit ihren 2 Kindern in der Wohnung ihrer Mutter. Mein Vater glänzte vornehmlich durch seine Abwesenheit. Er fühlte sich offenbar nur in psychiatrischen Kliniken geborgen. Alleine gelassen, musste meine Mutter sich um die beiden Kinder kümmern. Sie war total frustriert. 24! So jung und schon irgendwie gefangen. Sie hatte sich sicher ein anderes Leben vorgestellt! Sie war ziemlich verzweifelt. Nervös. Einsam. Alles musste sie alleine machen. Die Beziehung zu meinem Vater hatte schon Schaden genommen.

sich auf das neue Baby freuen war für meine Mutter nicht möglichKein Wunder, dass sie sich nicht auf mich, das neue Baby freute.

Tragischerweise hatte es ja gar nichts mit mir persönlich zu tun. Aber ich habe immer gewusst, dass ich nie willkommen war. Im Zuge meiner Familienrecherche habe ich dann ja auch herausgefunden, dass mein Gefühl richtig war.

Im Grunde genommen war also unsere Beziehung schon von meiner Geburt an belastet. Kein Wunder, dass ich es nicht eilig hatte mit dem Geborenwerden. Eineinhalb Wochen habe ich mir Zeit gelassen. Ob ich dann tatsächlich freiwillig zur Welt kam oder geholt werden musste, konnte ich bislang leider nicht herausfinden.

Mit meiner Mutter und mir ging es problematisch weiter.

Im Krankenhaus war noch alles gut gewesen.

Vielleicht, weil meine Mutter dort selbst umsorgt wurde und sich ausruhen konnte. Zuhause war das anders. Da war sie wieder alleine mit der Verantwortung für die Kinder. Mein Vater war wieder irgendwo zur Kur. Jedenfalls hatte meine Mutter keine Milch mehr für mich (Ich beginne erst jetzt zu ahnen, wie sich das auf mich ausgewirkt haben könnte!).

Drei Monate nach meiner Geburt gab es einen großen Einschnitt für die Familie. Meiner Mutter zog mit meinem Vater ins Rheinland in die erste eigene Wohnung. Da die Kinder während des Umzugs den Erwachsenen im Weg gewesen wären, wurden wir verteilt und für ein paar Tage bei Verwandten und Bekannten untergebracht. Ich kam zu einer Freundin der Mutter meines Vaters (meine Patin?). Ziemlich katastrophal für ein drei Monate altes Baby.

Aber es kam noch schlimmer

6 Monate nach meiner Geburt war meine Mutter (die zudem wieder schwanger war mit meinem Bruder) total am Ende ihrer Kräfte. Sie wurde zur Kur in die Eifel geschickt, in ein von Nonnen geleitetes Heim, ohne Kinder natürlich, sie sollte sich ja erholen. Sechs Wochen lang. Meine beiden Schwestern waren in dieser Zeit in einem Kinderheim untergebracht, mein Vater war in dieser Zeit zwar wieder zu Hause, aber offenbar konnte oder wollte er sich die Aufgabe, sich sechs Wochen lang um zwei Kleinkinder zu kümmern, nicht zumuten.

Ich war in dieser Zeit wieder bei der oben besagten Freundin der Mutter meines Vaters.

eine furchterregende Haushaltshilfe sorgte für traumaEs gab auch später noch andere Gelegenheiten,

eine sechswöchige, traumatische Kinderverschickung im Allgäu,

ein Krankenhausaufenthalt meiner Mutter, in deren Abwesenheit wir von einer furchterregenden Haushaltshilfe regiert wurden …

Die Liebesgeschichte zwischen meiner Mutter und mir

bestand vornehmlich aus Schwierigkeiten und Abbrüchen

was in der Folge dazu geführt hat, dass Liebe, Bindung und Beziehungen für mich immer schwierig waren. Ich glaube, dass ich mich die erste und zweite Trennung traumatisiert hat. Sie haben die Weichen für mein weiteres Leben gestellt. Das hat sich in allen Beziehungen fortgesetzt.

Oftmals wurde ich von jetzt auf gleich verlassen,

ohne Angabe von Gründen oder vollkommen absurden, nicht nachvollziehbaren Gründen. Eine Freundin hat mit mir Schluss gemacht, weil sie meinen (vollkommen legalen) Schwangerschaftsabbruch Anfang 20 so schrecklich fand (sie wollte selbst Kinder haben – hat aber meines Wissens bis jetzt keine Kinder bekommen). Oder jemand ließ sich am Telefon verleugnen und war fortan nie mehr zu sprechen. Oder ich wurde durch permanentes Fremdgehen verlassen. Die Liste ist sehr lang und ließe sich unendlich fortsetzen.

Manchmal bin ich auch selbst gegangen.

Die Männer habe ich durchweg alle selbst verlassen. Die Frauen eher weniger, aber es kam auch schon vor.

Bei Bindungsschwierigkeiten sind die Rollen durchaus austauschbar, ohne etwas an dem Gesamtkonzept zu verändern. Es hat sehr lange gedauert, bis ich verstanden habe, dass ich nicht nur verlassen wurde, sondern mich selbst auch aktiv zurückgezogen habe aus der jeweiligen Beziehung, von Anfang an. Aber als Baby hat man da nicht so sehr die Wahl …

Wie auch immer, all das hat natürlich dazu geführt, dass die Angst mit jeder neuen Liebe wächst und ich schon im Vorfeld einer Beziehung Verlassensängste in einem vollkommen unangemessenen Ausmaß entwickele, aber auch Angst davor verletzt zu werden etc. Wie ich heute nun weiß,

sind das ganz typische Folgen eines Entwicklungstraumas.

Nicht umsonst wird das auch Bindungstrauma genannt.

Diesmal fühle ich mich aber besser gewappnet. Weil ich so viel über Bindung und Trauma gelernt habe im letzten Jahr. Weil ich so viel geklopft habe. Weil ich mich so intensiv mit meinen Glaubenssätzen zum Thema Liebe und Bindung auseinandergesetzt habe. Weil ich schon im letzten Jahr damit begonnen habe, mich nach und nach von Menschen zu trennen, mit und zu denen es keine richtige Bindung gibt.

Und weil ich es einfach noch einmal wissen will:

Jetzt kann ich meine Hochsensibilität viel bewusster leben,

ich habe einen besseren Blick über meine Bedürfnisse – auch wenn mir ziemlich schnell klar geworden ist, dass ich noch sehr, sehr viel Handlungsbedarf habe – ich weiß zumindest theoretisch, was ich jetzt brauche und will. Ich habe eine Vorstellung, dass all das Wissen über Hochsensibilität, Trauma und Bindung mir helfen könnte, eine Beziehung mit mehr Wahrhaftigkeit zu führen, dass die Beziehung an sich sich anders anfühlen könnte. Ob das so sein wird, weiß ich natürlich nicht.

Das kann ich nur herausfinden, wenn ich mich einlasse.

Eins habe ich aber schon herausgefunden: nämlich, dass, wenn ich mich einlasse, ein Teil der alten Wunde heilen kann. Und dass diese Wunden vor allem im Miteinander heilen …

Darum bin ich bereit für das Abenteuer Liebe …

Welche Erfahrungen hast du in Beziehungen gemacht? Konntest du bewusst etwas verändern? Bleibst du lieber allein? Wie immer freue ich mich, wenn du deine Erfahrungen mit uns teilst.

Falls dich interessiert, wie es denn ausgegangen ist mit meiner neuen Liebe, kannst du hier zu meiner Artikelserie Trauma in Liebesbeziehung kommen.

Von Herzen,

Unterschrift Monika Richrath

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Mein Rauhnachtsorakel 2019

Mein Rauhnachtsorakel 2019

Es ist wunderbar, dass kleine Tipps mir unbekannter Menschen die Kraft haben, mein Leben auf tiefgreifende Weise zu verändern. Ein sehr schönes Beispiel dafür ist es, dass mir jemand in meiner facebook-Gruppe im Zuge meiner Rauhnachtsreise oder zur Rezension des Buches Switchwords* ein Kartenset  mit Karten mit Schaltworten: „Die Kraft der 144 Schalt und Machtworte“* von Franziska Krattinger empfohlen hat.

Heute klopfe ich jeden Tag in meiner online community Switchwords als Weg um 9:30 ein Switchword, das ich für euch gezogen habe. Komm gerne dazu.

Da ich von den Switchwords so begeistert bin, habe ich mir das Set sofort zugelegt. Es ist unverzüglich Teil meines Alltags geworden. Jeden Tag ziehe ich 1–2 Karten und lasse mich von den Karten inspirieren und leiten. Das habe ich auch in den vergangenen Rauhnächten getan. (Seit einigen Jahren begehe ich die Rauhnächte, diese Zeit zwischen den Jahren sehr bewusst und mit immer mehr Begeisterung. Ein Anleitung dafür findest du hier.) Im Januar ist mir eingefallen, dass sich die Karten, die ich während der Rauhnächte gezogen habe, ja hervorragend eignen als Orakel für das ganze Jahr. Darum erzähle ich hier etwas über das Jahr 2019.

JANUAR: HEILEN

Gibt es ein schöneres Wort um in das neue Jahr mit Zuversicht zu starten? Ich habe jedenfalls jede Menge Heilungsbedarf. Den Übergang ins neue Jahr habe ich alleine verbracht, mir das Feuerwerk angesehen und mich sehr über meine neue Wohnung gefreut, die sich jetzt schon wie ein Kraftort anfühlt.

Ich beschließe, jetzt mal eine Zeitlang alle 2 Stunden etwas zu essen und merke in relativ kurzer Zeit, wie unglaublich gut mir das tut, ich habe viel weniger Energiecrashs. Körperlich geht es mir sowieso gerade nicht so gut, ich habe einen Infekt, der weder richtig kommt, noch richtig geht. Aber da ich Urlaub habe, ist es nicht weiter schlimm, ich hänge zuhause herum, lese, puzzele und entspanne mich. Ich habe viel Zeit, meiner Ernährung Aufmerksamkeit zu schenken.

Schon bald ist klar, dass ich alle 1,5 Stunden etwas essen muss.  Ich versuche es mit Ernährungsempfehlungen von Anthony William, die mir einerseits gut tun, andererseits ist die Bauchspeicheldrüse überfordert und unglaublich angestrengt.

Auch in praktischen Bereichen kommen Dinge in Ordnung, die Mängel in meiner Wohnung werden beseitigt, ich kaufe ein Abo für den öffentlichen Verkehr.

Von einer Klientin bekomme ich eine Blume der Liebe geschenkt. Wie schön! Wie gut, dass ich mich vor kurzem bei der Partnerbörse Gleichklang angemeldet habe.

Ich beginne das Buch „Verkörperter Schrecken“ von Bessel van der Kolk zu lesen und habe eine Matrix Birth Reimprinting Sitzung zum Thema „Steckenbleiben“.

Und dann, aus dem Nichts, erhalte ich ein Angebot für einen neuen Praxisraum zur Untermiete. Ich weiß sofort, dass ich das Angebot nicht ausschlagen kann und darf. Mit meinem alten Praxisraum bin ich nicht so richtig zufrieden. Der neue Raum ist wunderbar, ich sage sofort zu.

Ich beginne eine Unterhaltung auf Gleichklang mit einer Frau aus K., die ein interessantes Profil hat.

Ansonsten sitze ich ganz viel herum, bin oft erschöpft und müde, habe auch Schmerzen, muss mich mit schmerzlichen Dingen auseinander setzen. Ich merke, dass es in mir Widerstand dagegen gibt, gut für mich selbst zu sorgen und lerne, dass es damit zu tun haben kann, dass für mich als Kind nicht gesorgt wurde, dass Selbstfürsorge etwas ist, was wir von unseren Eltern lernen. So was.

Am Ende des Monats stelle ich fest, dass alle Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel nicht einmal ansatzweise so einen Effekt haben wie häufiges Essen. Daraufhin beschließe ich, alles bis auf die Basisversorgung von Anthony William herunterzufahren.

 

FEBRUAR: LACHEN/ZÄHLEN

Kein Wort könnte passender sein um diesen Monat zu beschreiben. Ich habe jeden Grund zu lachen. X (mit der ich im Januar eine Korrespondenz angefangen habe) und ich kommen uns näher.  Erst schriftlich, dann mündlich, und schließlich auch persönlich. Wir verlieben uns und zum ersten Mal bin ich mit einem bewusst hochsensiblen Menschen zusammen. Alles ist leicht und magisch. Das Leben ist aufregend.

Es gibt durchaus auch Herausforderungen im Außen, vor allem finanzieller Natur (das Wort ZÄHLEN hat bei mir eine ganz praktische Bedeutung), aber ich bin so viel mit Lachen beschäftigt, dass ich sie nicht so wichtig nehme. Und das ist sehr gut so.

MÄRZ: GETAN

Ich habs getan: mein erster Monat ohne finanzielles Netz und doppelter Boden ist vorbei und ich bin nicht untergegangen. Es ist schon klar, dass sich viele Dinge noch finden müssen, aber ich komme zurecht.

Ich melde mich zu einem Trauma online Kurs (von Klopffherapeuten) an, mit dem ich schon seit Jahren liebäugele. So oder so geht es in diesem Monat darum, Dinge zu erledigen, die ich schon lange vor mir herschiebe.  Endlich die Unterlage für die Steuer für das letzte Jahr an die Steuerberaterin schicken z. B.

Auch das Problem mit der Elektrizität in meiner Wohnung wird endlich gelöst, in der Küche wird ein funkelnagelneuer Stromkreis gelegt.

Die Trauma-Ausbildung ist der Hammer. Ich lerne so viel über mich und andere, die ich kenne, verstehe ich jetzt viel besser als vorher.

Und: am letzten Tag es Monats ist es schon aus und vorbei mit der neuen Liebe. Das ist eine sehr geschickte Überleitung in den

APRIL: ÄNDERN/LÄUTERN/WÄHLEN

Jetzt ÄNDERT sich alles. Ich bin im Grunde meines Herzens froh, besser jetzt als später, dann wäre es sicher schwerer geworden. Nichtsdestotrotz bin ich damit beschäftigt, meine Wunden zu lecken.

Die Trauma-Ausbildung, die ich im März begonnen habe, beschäftigt mich auch sehr intensiv, ich überlege, wie ich das Gelernte in die Arbeit einfließen lassen kann.

Ende des Monats unternehme ich eine Reise nach Ostdeutschland mit einer alten Freundin. Das ist die LÄUTERUNG, die ich gebraucht habe. Und am Ende des Monats WÄHLE ich tatsächlich und investiere in eine für mich nicht unerhebliche Summe und melde mich in Programmen von Andreas-Goldemann an.

MAI: ENTFERNEN

Mein Optimismus hat einen empfindlichen Dämpfer bekommen. Ich beginne alles in Frage zu stellen, was mein Leben gerade ausmacht. Ich ENTFERNE mich nicht nur von den Menschen und allem, was zwischen uns passiert ist (oder auch eben nicht). Vorübergehend ENTFERNE ich mich sogar von meiner Wohnung, sogar von meiner Lebensfreude.

Es hat viel zu tun mit den Dingen, die ich in diesem Monat über mich lerne und über die Gründe unseres Scheiterns.

Ein absolutes Highlight im Mai ist der Besuch beim Heilpraktiker, wo sich herausstellt, dass meine Virenbelastung verschwunden ist, sich ENTFERNT hat.

JUNI: OH-OHA/PLANEN

Im Juni treiben mich tatsächlich allerhand Erkenntnisprozesse an. Ich beginne, mit dem Leberbuch von Anthony William zu arbeiten und merke immer deutlicher, dass es Essen gibt, dass mich geradezu ausknockt.

Ich gehe jeden Morgen ins Schwimmbad. Das ist so schön …

Außerdem habe ich mich auf einer kostenlosen Datingseite angemeldet. Auch hier wieder viel Staunen. Über die Unverfrorenheit mancher Menschen. Was für schräge Vögel es gibt … Vorsichtig taste ich mich vorwärts. Häufiger bekomme ich dabei mal Nachrichten vom Universum, weil mir nun öfter mal Dinge ins Klo fallen, die ich dann umständlich mit Handschuhen versehen herausfischen muss. Nachricht verstanden!

Und obwohl ich über Monate hinweg nur schräge Erfahrungen mache, geht es mir gut. So gut wie noch nie in meinem Leben. Manchmal bin ich richtig ein bisschen in mich selbst verliebt. Oder in mein Leben.

Aus dem Nichts heraus fragt ein Übersetzungsbüro bei mir an, ob ich bereit bin, bei einer Ausschreibung zu einem großen EU-Projekt mitzumachen? Und ob ich will! Sowieso habe ich viel Arbeit, dies ist ein Monat, den ich sehr gut PLANEN muss. Ich mache mir viele Gedanken über meine sozialen Kontakte. Ich PLANE einige zu verändern, andere gehen zu lassen …

JULI: VERSCHMERZEN

Ich träume jetzt häufiger mal, dass ich jemanden kennen lerne. Leider muss ich wohl VERSCHMERZEN, dass ich nur Menschen kennen lerne, die psychische Erkrankungen habe.

Da ist noch eine Sache, die mich diesen Monat bewegt und die ich nicht VERSCHMERZEN kann: Jemand ist übergriffig geworden und das löst in mir ganze Lawinen aus.

Ich berappele mich aber relativ schnell wieder. Inzwischen habe ich mit Zurück zum Ursprung von Andreas Goldemann angefangen und das sorgt dafür, dass ich ziemlich bald in einer sehr allumfassenden Glückseligkeit schwimme, die mir hilft, diese Sache zu VERSCHMERZEN.

Noch etwas anderes passiert: ich lerne die Widerstandstechnik von meiner Klopflehrerein Frau Dr. Susanne Marx kennen und alle Arten von Schmerzen werden sozusagen in intensiver Klopfarbeit VERSCHMERZT und transformiert.

AUGUST: ANPASSEN

Im August bin ich voll mit ANPASSEN beschäftigt: meine Wünsche, z. B., die durch meine Widerstände blockiert werden. Vor allen Dingen in Sachen Liebe. Ich bin selbst erschrocken, was bei den Widerständen alles auftaucht. Ich will geliebt werden, aber eigentlich doch nicht? Und es gibt so viele Menschen, die mir keine Liebe zu erlauben scheinen … Ich klopfe und klopfe …

Und es gibt so viel, was ANZUPASSEN ist. Endlich den Zahnarzt wechseln, endlich einen Termin für eine medizinisch taktile Untersuchung besorgen. Mich endlich aus einer Runde zurückziehen, die schon lange nicht mehr für mich passt. Und irgendwie führt die Arbeit mit Andreas Goldemann dazu, dass ich im Umgang mit den Frauen, die ich online kennen lerne, viel entspannter werde. Ich habe weniger Erwartungen und bin viel unbeschwerter. Auf die Nase falle ich trotzdem immer wieder, aber es macht mir weniger aus.

Auch meine Figur passt sich an die neue Leberernährung an. Es fällt nun auch anderen auf, dass ich abnehme. Das ist natürlich höchst erfreulich.

Ganz am Monatsende, sozusagen auf den letzten Drücker, kommt noch eine Auftragsarbeit auf mich zu: wieder einmal werde ich mit eigenen Widerständen in Sachen Geldbewusstsein konfrontiert. Noch etwas, was ANGEPASST werden muss.

SEPTEMBER: MERKEN

Fürs erste habe ich gar keine Kapazitäten mehr, mich damit zu beschäftigen, denn ich habe mich zu dem Seminar „Heile dein Herz“ auf Amrum angemeldet, wo es um Vergebungsarbeit nach Colin Tipping geht (der dieses Jahr verstorben ist). Kaum angekommen, MERKE ich, dass meine Vergebungsarbeit (mal wieder) mit meiner Mutter sein wird.

Es ist eine sehr intensive Woche, mit vielen Prozessen und Impulsen. Als ich nach Hause komme, mache ich einfach da weiter mit der Vergebungsarbeit, wo ich aufgehört habe. Meine Wahrnehmung ist sehr geschärft, es gibt so viel, was es zu beMERKEN gibt: z. B., dass alle Frauen, die ich kennen lerne, meine Klientinnen sein könnten. So geht das nicht. Ich merke, dass ich meine sozialen Kontakte sehr unbefriedigend finde. Und wieviel Widerstände es in mir gibt gegen eine neue Beziehung. Also allerhand Themen wieder zu beklopfen … Ganz kurz vor Monatsende kommt noch ein Riesenthema auf mich zu: Kinderverschickung. Da liegen noch viele unverarbeitete Gefühle, MERKE ich.

OKTOBER: ÜBERLEGEN

Gleich zu Beginn des Monats lerne ich eine neue Loslass-Technik kennen: die Strichmännchen-Technik von Jacques Martel. Ich bin so begeistert, dass ich es gleich mit mehreren Baustellen meines Lebens ausprobiere.

Und es passiert sofort etwas. Mehrere Frauen strömen in mein Leben. Einige davon treffe ich. Andere nicht. Es gibt jedes Mal sehr viel zu ÜBERLEGEN dabei: z. B. ob ich sie ein 2. Mal treffen soll. Oder wie ich damit umgehen soll, dass meine „Favoritin“ offenbar ein riesiges Problem mit Grenzen hat (Für mich eigentlich sehr gut, denn ich schaffe es tatsächlich, mir eine funktionierende Strategie zu überlegen, damit ich nicht auf jedes Gesprächsangebot eingehen muss). Wir haben eine sehr offene, zugewandte, verbindliche Kommunikation. Bis zu unserem ersten Treffen, wo sie nur über ihre Exen spricht (über die sie offensichtlich noch nicht hinweg ist) und ich immer unsichtbarer und unsichtbarer werde. Jetzt gibt es gar nichts mehr zu ÜBERLEGEN. Aus und vorbei.

Ich klopfe den Satz: „Auch wenn ich in der Liebe immer wieder enttäuscht werde …“ längere Zeit. Und obwohl es ein bisschen dauert, bis ich diesen Schlag verarbeitet habe, geht es mir gut. Richtig gut. Die letzte Begegnung war für mich ein Ansporn, noch mehr Widerstandsarbeit zu machen und meinen eigenen Blockaden auf die Schliche zu kommen.

Noch eine ÜBERLEGUNG: Was bleibt übrig, wenn sich alle meine Strukturen ändern? Das ist erst einmal beängstigend, dann kommt aber sehr bald die Gewissheit, dass ich nie wieder so einsam sein werde wie in früheren Momenten meines Lebens, diese Person bin ich ja gar nicht mehr. Für alles, was geht, kommt etwas Neues. Etwas Besseres!

NOVEMBER: EMPFANGEN

Und dann ändert sich schlagartig alles. Am 1. November, als sie aus dem Auto steigt und mich anstrahlt. Und sich irgendwo in mir spontane Fröhlichkeit breit macht. Kein Zögern, kein Zaudern. Aber da ist alles leicht. Drei Tage lang trennen wir uns nicht mehr. Und danach immer nur für ein paar Tage, weil wir nicht ohne einander sein mögen.

Ich EMPFANGE in diesem Monat pausenlos. Der ganze Monat ist ein einziges Geschenk.

So viele Dinge, die ich wieder erleben und wieder entdecken kann. So viele Dinge, die ich noch nie erlebt habe. Im Arm gehalten zu werden, wenn ich weine z. B. Jeder Tag mit ihr ist ein Wunder.

Es erstaunt mich unendlich, dass ich nach einer langen Dürreperiode tatsächlich Liebe gefunden habe. Aber auch, dass diese Liebe sich ganz anders anfühlt, als ich gedacht habe. Ich habe nicht damit gerechnet, dass es so intensiv, so krass sein würde. So herausfordernd auch vor allem. Stress pur. Ich muss mich mit sehr vielen Ängsten und Dämonen auseinander setzen. Und körperlich komme ich dabei ziemlich auf den Hund. Vor lauter Aufregung mag ich nicht essen und schlafen kann ich auch nicht. Ganz schnell komme ich an meine Belastungsgrenzen. Hochsensibilität lässt mal wieder grüßen …

DEZEMBER: ERMUTIGEN

Ich bekomme viel ERMUTIGUNG, mich mehr und besser um mich zu kümmern jetzt. Langsamer zu treten. Grenzen zu setzen. Mich weiter und tiefer einzulassen. Zu vertrauen.

Aber da kommt auch wieder eine Lust, neue Pläne und Ideen umzusetzen: eine neue Klopfreise für dieses Jahr, einen Intensivkurs Besser umgehen mit Hochsensibilität …

Das war also mein Jahr 2019. Ich bin selbst vollkommen überrascht, wie treffend sich das Rauhnachtsorakel vom letzten Jahr herausgestellt hat. Und was ich alles erreicht habe. Mit der Klopfakupressur und anderem …

Vielleicht haben Sie ja Lust, sich den einen oder anderen Link anzusehen.

In den Rauhnächten bin ich vom 20.12. bis zum 06.01. aber wieder für Sie da und unternehme mit Ihnen gemeinsam  die Klopfreise zu dir selbst .

Sind Sie dabei? Ich freue mich schon wie eine Schneekönigin auf diese Tage.

Ich wünsche Ihnen noch eine schöne Vorweihnachtszeit, schöne Feiertage und einen wunderbaren Jahreswechsel und freue mich wie immer, wenn Sie mir schreiben.

Von Herzen, Ihre

Monika Richrath

 

Ich kann kein Small Talk!

Ich kann kein Small Talk!

Wenn es eine Sache gibt, die ich früher besonders häufig in meinem Seminar über Hochsensibilität oder auch von Klienten gehört, dann das: „Ich kann kein Small Talk.“

Ich dachte, dass das einmal einen Blogartikel wert ist. Ich kenne das nämlich sehr gut aus meiner eigenen Erfahrung.

Früher habe ich Small Talk auch abgelehnt. Ich wollte Nichts Belangloses, alles, was ich tat, sollte von tiefem Sinn durchdrungen sein.

wenn man hochsensibel ist lehnt man small talk häufig abDarum hasste ich oberflächliche Gespräche.

Small Talk stand stellvertretend für mich für das Wesen dieser Welt, in der ich mich nicht wohl fühlte: immer schön an der lackierten Oberfläche bleiben, bloß nicht kratzen oder gar bohren – wer weiß, was dann offen zutage treten könnte – am besten gar nicht erst hinsehen.

Die große Weigerung, mich an solchen Gesprächen nicht zu beteiligen, hatte Konsequenzen. Letzten Endes bedeutete es immer, alleine und außen vor zu bleiben. Vor allen Dingen am Arbeitsplatz, aber auch bei jeder Gelegenheit, wo ich keine Lust hatte, auf Menschen zu treffen, die ich nicht kannte, Parties, Seminare usw. Es war jedes Mal eine neue Gelegenheit, die Erfahrung zu machen:

ich bin ausgeschlossen, ich gehöre nicht hierher.

Das tat und tut jedes Mal immer wieder neu weh, der Gewöhnungseffekt ist gleich null.

Heute denke ich, dass Small Talk vor allen Dingen für Menschen schwierig ist, die mit belastenden Kindheitserfahrungen aufgewachsen sind und ein Entwicklungstrauma erlebt haben – das ja immer auch ein Bindungstrauma ist. (Falls du dich fragst, was ein Entwicklungstrauma ist: hier erfährst du mehr).

Zu den Folgen eines Entwicklungstraumas gehören Schwierigkeiten im Umgang mit Menschen.

Es ist logisch, dass die einfache Kontaktaufnahme mit dazu zählt.

Irgendwann aber – ich habe keine Erinnerung daran, was den Prozess letzten Endes angestoßen hat – ist mir aber etwas klar geworden.

Nämlich, dass Small Talk absolut kein oberflächliches Verhalten ist. Dass es letzten Endes gar nicht darum geht, was gesagt wird, sondern, dass Small Talk eine ungemein wichtige soziale Funktion erfüllt.

Wenn Menschen aufeinandertreffen, die einander nicht kennen und sie beginnen, z. B. über das Wetter zu reden, dient das Gespräch in allererster Linie dazu, Kontakt aufzunehmen. Und natürlich ist es richtig und wichtig, über etwas zu sprechen, über das alle Menschen etwas sagen können. Es geht also darum, miteinander in Beziehung zu treten, sich durch Worte mit anderen Menschen zu verbinden. Der Inhalt des Gesagten ist dabei absolut zweitrangig. Die Verbindung aber nicht. Und das ist ungemein wichtig. Gerade für hochsensible Menschen.

Wir brauchen diese Verbindung.

Oft haben wir leider viel zu selten das Gefühl, überhaupt mit anderen Menschen verbunden zu sein. Und Verbundenheit mit anderen kann ungemein zu unserem Wohlgefühl beitragen.

Wenn ich eine Sache gelernt habe in den vergangenen Jahren, dann diese: wenn ich mich getrennt fühle von anderen, dann habe ich mich meistens von den anderen selbst getrennt. In diesem speziellen Fall schon von vornherein durch meine Weigerung, an dem Gespräch überhaupt teilzunehmen.

Die Klopfakupressur hilft beim schnellen Abbau von StressWäre es nicht schön, die Anzahl der Gelegenheiten zu reduzieren, bei denen dieses Gefühl anders zu sein überhaupt aufkommt? Das geht natürlich nicht immer und für alle Gelegenheiten. Ich selbst mache diese Erfahrung immer wieder auf zum Teil sehr tiefen Ebenen. Vor einiger Zeit habe ich darüber den Beitrag „Ich bin vollkommen fremd hier“ geschrieben. Und um diese ganz tiefen  Bindungserfahrungen, ihre Folgen und den damit verbundenen Stress nachhaltig zu verändern, bedarf es gewisser Tools, wie z. B. EFT Klopfakupressur, Matrix Birth Reimprinting, usw.).

Beim Small Talk geht es aber um Menschen, die wir noch nicht kennen. Ich habe irgendwann beschlossen,

dass ich mir das gönnen darf, mich mit anderen Menschen zu verbinden.

Dabei habe ich die sehr angenehme Erfahrung gemacht, dass das entsprechende Ereignis dann für mich ganz anders verläuft, wenn ich es anfangs schaffe, durch Small Talk mit anderen in Verbindung zu treten. Ich bin dann viel präsenter in der Gruppe, nicht nur für andere, auch für mich selbst. Ich habe das Gefühl, dazuzugehören. Und das trägt sehr zu einem positiven Empfinden in der Welt zu sein bei.

Übrigens spricht gar nichts dagegen, sich selbst

Warum in der Hochsensibilität Small Talk schwierig isteine kleine hochsensible Small-Talk Variante

zu erschaffen.

Vor Jahren habe ich einmal an einem Speed Dating teilgenommen. Und ich habe alle Teilnehmerinnen als erstes gefragt: „Wie fühlst du dich mit diesem Setting hier?“ Nach einem kleinen Verblüffungsmoment haben mir aber alle eine ehrliche Antwort gegeben, von wo aus wir dann schnell in ein richtiges Gespräch geraten sind, was in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit nicht selbstverständlich war. Ich bin dann nach Hause gegangen, in dem Bewusstsein, dass  es mir gelungen war, mich zu verbinden,

dass ich etwas Schönes geschaffen hatte an diesem Abend,

nicht nur für mich, sondern auch für die anderen.

Überlege dir doch einmal ein paar offene Fragen (auf die man nicht mit ja/nein antworten kann), die du bei passender Gelegenheit stellen kannst. Meine Lieblingsgesprächseröffnung ist nach dem obigen Event tatsächlich „Wie gefällt es dir hier?“ aber es gehen auch Dinge wie „Wie bist du hergekommen“, „Wie hast du von dieser Veranstaltung erfahren“, „Hast du schon öfter ähnliche Veranstaltungen besucht?“ usw.

Ich bin gespannt, ob du eine Lieblingseröffnung hast oder dir eine überlegst. Ich freue mich, wenn du mir schreibst.

Von Herzen,

Unterschrift Monika Richrath

 

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