Was sind Frequenzen?

Was sind Frequenzen?

Nikola Tesla soll gesagt haben: „Möchtest du die Geheimnisse des Universums ergründen, dann denke in den Begriffen

Energie, Frequenz und Schwingung.“

Vor kurzem wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass die Dinge, mit denen ich mich beschäftige und die ich wirklich gut und wirksam finde: das EFT Klopfen, Switchwords und auch das Bioresonanzgerät Healy, alle mit Frequenzen arbeiten. „Stimmt“, habe ich mir gedacht, „das wäre ja mal ein interessantes Thema auf meinem Blog“. Vor allem auch, weil es darum geht, die dazugehörigen wissenschaftlichen Grundlagen zu erarbeiten. (Ganz ehrlich: Ich brauche auch einmal eine Pause von dem Thema Hochsensibilität, Trauma und belastende Kindheitserfahrungen). Es war gar nicht so einfach, herauszufinden, was Frequenzen eigentlich sind. Letzten Endes ist alles ganz anders als gedacht.

Alles Leben im Kosmos wird durch drei Kräfte gesteuert:

Licht, Elektrizität und Magnetismus.

Wir kennen natürlich den Nutzen von Elektrizität, in dem wir Geräte nutzen, die sich ein- und ausschalten lassen z. B.,  aber vielleicht ist uns weniger bewusst, dass diese Kräfte auch auf den und im Körper selbst wirken. Zum Beispiel fließen winzige elektrische Ströme im menschlichen Körper.

Licht und elektrizität gehören zu den wichtigsten kräften im kosmos

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Was versteht man unter dem Begriff Frequenz?

Letzten Endes ist es ganz anders als gedacht. Immer, wenn elektrischer Strom durch einen Leiter fließt, entsteht ein Magnetfeld. Die Stärke des Magnetfelds hängt direkt von der Stärke des Stroms ab. Wenn der Strom pulsiert oder die Stromrichtung wechselt, ändert sich das Magnetfeld ebenfalls. Ein elektromagnetisches Feld enthält immer sowohl ein magnetisches, als auch ein elektrisches Feld. Ein elektromagnetisches Feld wird durch die Frequenz charakterisiert. Sie ist ein Maß für die Wiederholungen von Schwingungen innerhalb einer bestimmten Zeitspanne. 1 Schwingung in der Sekunde ist 1 Hz (Hertz).

Ein solches Feld breitet sich wie eine Welle durch den Raum aus, verliert aber mit zunehmender Entfernung an Stärke und tritt in Interaktion mit anderen elektromagnetischen Feldern, denen es unterwegs begegnet.

Felder sind überall,

z. B. hat jede Zelle ihr eigenes elektromagnetisches Feld.

Vielleicht hast du schon einmal ein Bild des elektromagnetischen Felds der Erde gesehen. Vielleicht kennst du auch die Bilder vom Heart Math Institute … Jedenfalls sieht ein elektromagnetisches Feld des Körpers nicht anders aus. Es erstreckt sich über rund 5 Meter um unseren Körper herum. Wenn wir anderen Menschen näher kommen, interagieren unsere Felder miteinander (auch wenn wir selbst davon vielleicht gar nichts mitbekommen). (Eine gute Frage, die ich mir schon öfter gestellt habe: Wenn unsere Felder miteinander agieren, ab einem Abstand von 5 Metern, ist es vielleicht in Sachen Corona vollkommen nutzlos, 2 m Abstand zu halten?)

Interessanterweise hat man in Forschungen nachweisen können, dass sich Krankheiten in der elektromagnetischen Signatur im Energiefeld eines Lebenwesens zeigen, und zwar noch bevor sie sich tatsächlich im Körper manifestierten.

Es wird noch spannender: Mittlerweile ist bekannt, dass Felder nicht von lebenden Organismen erzeugt werden, sondern vielmehr die Materie von Feldern erzeugt wird. Man kann das in diesem kurzen Video von Markus Schmieke sehen.

Daraus folgt, dass sich

durch eine Änderung des Feldes auch die Materie ändern kann.

Beispielsweise kann die Schwingung von Tönen Materie verändern. Das erklärt, warum Switchwörter funktionieren. Denn dabei geht es letzten Endes weniger um die Bedeutung, sondern den Klang. Liz Dean, die Autorin des Buches Switchwords*, beschreibt Switchwords als „Klangvibrationen, die die Energie in unserem Umfeld beeinflussen.“

Bestimmt hast du schon gehört von den Experimenten des japanischen Wissenschaftlers Masaru Emoto, der mit Wasser experimentiert hat und bei dem Wasser mit bestimmten Worten informiert wurde. Emoto fror dann jeweils Wasserproben ein und fotografierte die Kristalle, die vollkommen unterschiedlich waren.

Aber hast du auch schon von den faszinierenden Erkenntnissen des Raumfahrtinstitutes der Universität Stuttgart gehört? Dr. Bernd -Helmut Kröplin maß im Rahmen einer Forschungsarbeit den Effekt verschieder Personen auf einfaches Wasser.

Das Setting war denkbar einfach: Studierende befüllten eine Spritze mit Wasser. Von dem Wasser aus der Spritze wurden dann jeweils ein paar Tröpfchen auf einen Objektträger gedrückt und fotografiert.

Das Ergebnis war überraschend: während sich alle Tröpfchen einer Person ähnlich waren, unterschieden sich die Tropfen der Personen untereinander, deutlich, obwohl alle das gleiche Wasser verwendet hatten! Nachzulesen in: Die Geheimnisse des Wassers.*

 

Energetische Frequenzen verändern also Materie.

Wenn das Gehirn arbeitet, erzeugt es elektromagnetische Wellen, also Frequenzen, die sich direkt auf unsere Zellen auswirken, denn  diese reagieren direkt auf elektromagnetische Felder des Gehirns, aber nur auf bestimmte Frequenzbereiche innerhalb eines bestimmten Spektrums.

man sollte eft richtig klopfen lernenEFT bzw. Klopfen wirkt direkt durch elektrische Impulse im Körper, die auf die Gehirnwellen wirken, die wiederum ihrerseits durch die Impulse ihre Frequenzen verändern. Näheres kannst du in diesem Blogartikel lesen.

Was den Healy angeht: In der Frequenz- (oder Bioresonanz-)therapie wird die Schwingungsfrequenz eines Lebewesens, eines Organs, Körpers, usw. gemessen. Dabei werden Schwachstellen aufgespürt, identifiziert und mit passenden Frequenzen ausgeglichen. 

Ich hatte mir noch ein paar Videos von Marcus Schmieke, dem Healy Entwickler angesehen um noch besser verstehen zu können, wie der Healy funktioniert. Soweit ich verstanden habe, gibt es ganz bestimmte Frequenzen, die mit Organen usw. in Resonanz gehen und diese dann aktivieren. 

Ich komme noch mal zurück zu der Ausgangsfrage: was sind Frequenzen eigentlich?

Frequenzen werden benutzt, um die Strahlungsenergie elektromagnetischer Strahlung zu beschreiben. Unter elektromagnetischer Strahlung versteht man ein (elektrisches oder magnetisches) Feld, das sich wie eine Welle durch den Raum ausbreitet. Letzten Endes besteht diese Strahlung aus winzigen Lichtteilen (Photonen). Es lässt sich feststellen, dass Licht die Grundlage aller biochemischen Vorgänge in der Natur ist. 

Noch fehlende Aspekte hebe ich mir für später auf. Warum sind Handys schlecht? Was sind heilende Frequenzen und was bewirken sie?

Ich freue mich, wenn du mir schreibst.

Von Herzen, 

Unterschrift Monika Richrath

 

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Entwicklungstrauma: Angst vor Falten

Entwicklungstrauma: Angst vor Falten

Da habe ich immer gedacht, dass ich keine Angst vor dem Altern und Alter habe. Da habe ich mich drauf ausgeruht.  Dass ich eher jugendlich aussehe war bestimmt auch hilfreich dabei.

Vor kurzem bin ich aber eines besseren belehrt worden. Ich bin vor einigen Wochen

60 geworden und das macht mir total zu schaffen.

Aber nicht einmal in dem Sinne, dass ich jetzt weiß, dass vermutlich mehr als die Hälfte meines Lebens vorbei ist. Den Tod fürchte ich nach wie vor nicht, wenn überhaupt, denke ich, dass da spannende spirituelle Erfahrungen auf mich warten. Und ein Teil von mir möchte sowieso „nach Hause“ und das ist nicht auf dieser Erde … Außerdem weiß ich, dass ich mein Bestes gegeben habe, um meine Zeit hier sinnvoll zu nutzen. Es gibt also nichts zu bedauern eigentlich.

Plötzlich aber beschäftigen mich die äußerlichen Aspekte des Alterns.Monika Richrath im Alter

Bin ich im einen Moment noch am Spiegel vorbei gegangen und habe mir gesagt „Ich bin doch nicht 60! Das muss ein Irrtum sein!“, stehe ich einen Augenblick später davor und untersuche mein Gesicht im Spiegel auf neue Falten.

Dabei setze ich nicht einmal Schönheit mit Jugend gleich. Es gibt so viele schöne alte Menschen und manche entfalten ihre Schönheit ja auch erst spät, so wie der Schauspieler Sean Connery.

Bei anderen Menschen stört es mich gar nicht, wenn sie sich im Alter verändern. Im Gegenteil, wenn ich Schauspieler:innen sehe, die in etwa mein Alter haben alt geworden sind, finde ich es gut oder beruhigend, wenn man ihnen das Alter ansieht. Das ist ja auch richtig so.

Aber ich selbst will/soll keine Falten bekommen.

manchmal bekommen kinder keine aufmerksamkeit von den ElternDas hat u. a. auch mit eher verborgenen Auswirkungen von Entwicklungstrauma zu tun. Zu meinen belastenden Kindheitserfahrungen (die mir vielleicht jetzt erst in vollem Umfang bewusst werden) gehören die schmerzlichen Gefühl, nicht genug gesehen worden zu sein, in dem Sinne, dass mein Körper keine liebevolle Zuwendung und Aufmerksamkeit bekommen hat, die er und ich gebraucht hätten.

Ich habe überhaupt

kein Gefühl für den eigenen Körper und mich selbst entwickeln können.

Neulich sind mir alte Fotos von mir als Kind oder Teenager in die Hände gefallen. Ich hätte wirklich weinen können, als mir klar wurde, dass ich ein sehr schönes Kind war.

Zwei meiner Schwestern haben mir irgendwann mal unabhängig voneinander gesagt, dass ich am hübschesten von allen fünf Kindern gewesen sei ihrer Meinung nach.  Wie bitte? Warum hat mir das früher bloß nie jemand gesagt? Vielleicht hätten manche Dinge in meinem Leben sich anders entwickelt, wenn ich das gewusst hätte, vielleicht hätte ich mehr Selbstvertrauen in meinen Körper und mein Aussehen entwickelt. Aber natürlich ist es müßig zu spekulieren, was hätte alles passieren können, wenn dies und das anders gewesen wäre. Es war ja nicht so.

Weil ich kein Gefühl für mich selbst hatte,

glaubte ich phasenweise immer wieder, dass ich total hässlich bin.

Monika Richrath als teenagerDas tut mir heute noch weh.

Zwischen 30 und 40 war ich sehr lange Zeit Single. Und sehr bedürftig leider. Ich fürchte, ich habe mich u. a. so sehr nach einer Beziehung gesehnt, weil ich bewundert werden wollte. Ich selbst war dazu ja nicht in der Lage. Das hat natürlich nicht funktioniert. Das ist nicht wirklich eine Basis für eine Beziehung und außerdem standen meine sozialen Schwierigkeiten in voller Blüte damals.

Erst in letzter Zeit habe ich mich meinem Körper angenähert und versuche, mir und meinem Körper die liebevolle Aufmerksamkeit zu geben, die ich nicht bekommen habe.

Aber zum einen ist es

wie mit dem Schnuller, der mir als Baby nicht gegeben wurde:

ich kann es nicht wirklich nachholen. Ich kann das Bedürfnis (das immer noch da ist) nur besänftigen. So ist es auch mit dem Bewundert werden. Darum sträubt sich zum anderen alles in mir gegen das äußere Altern, weil ich denke, ich sollte das doch noch bekommen haben, ich bin nicht fertig und nicht bereit und ich bekomme es jetzt möglicherweise eben auch nicht mehr, es ist zu spät …

Aber das Universum ist sowas von cool. Vor kurzem habe ich mir den Film „Meine Stunden mit Leo“ angesehen (wunderbar, empfehle ich wärmstens, ein großartiger, berührender, sehr menschlicher und mutiger Film). Emma Thompson spielt da eine ältere Frau, die zum ersten Mal in ihrem Leben sich ihrem Körper richtig zuwendet, indem sie einen Sexarbeiter bucht.

In dem Film jammert sie so über ihr Alter, dass ich selbst ganz genervt war und deutlich sehen konnte, wie sehr die Fixierung auf das Jammern und Bedauern eine Wand errichtet zwischen sich selbst und dem Leben, dem, was passiert, dem, was wichtig ist.

In einem Augenblick sieht man Emma Thompson sogar fast nackt. Da habe ich gedacht : „Worüber beschwerst du dich eigentlich?“

Die Nachricht ist angekommen.

Danke Universum.

Danke Emma Thompson.

Das fand ich sowas von mutig. Ich glaube, ich sehe mir noch mal den Film Embrace an und suche nach intensiveren Möglichkeiten, meinem Körper viel Zuwendung zu schenken. In diesem Interview verrät Emma Thompson uns, wie die sehr natürlichen Nacktaufnahmen entstanden sind, ich finde es einfach nur klasse. Das probiere ich auf jeden Fall auch.

Wie gehst du mit dem Älterwerden und Falten um?

Ich freue mich, wenn du mir schreibst.

Von Herzen,

Unterschrift Monika Richrath

 

 

P.S. Es funktioniert übrigens 🙂

 

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Hochsensibilität und Hitze: Meine besten 10 Hitze Hacks

Hochsensibilität und Hitze: Meine besten 10 Hitze Hacks

Wenn man mit Hochsensibilität und Hochsensitivität zu tun hat (also mit einer besonders intensiven und sehr feinen Wahrnehmung), bleibt es nicht aus, dass sich dies auch auf das Erleben von Hitze erstreckt. Ich verrate dir meine besten Hacks im Umgang mit Hitze.

Was soll man bei Hitze tun, wenn man hochsensibel ist?

Lass mich noch kurz hinzufügen, dass ich im 3. Stock lebe (wo es sowieso heiß ist im Sommer), in einer Wohnung mit Dachschrägen. Außerdem habe ich vier Sonnenfenster: zwei mit Sonne am Vormittag, zwei Fenster nach Westen mit Sonne von Mittag bis zum Abend. (Jedes Jahr, wenn die Hitzewelle vorbei ist, nehme ich mir vor, mir doch endlich einmal Sonnen Fensterfolie zu besorgen.  Bis jetzt ist es bei diesem frommen Vorsatz geblieben!) Ich besitze weder einen Kühlturm, noch verfügt die Wohnung über eine Klimaanlage. Dazu kommt noch:

ich mag keine Temperaturen über 25 Grad.

Mein Körper verträgt keine Hitze. Punkt. Ein Umzug in eine andere Wohnung ist keine Option. Meine Wohnung ist der beste Platz, den ich je für mich in der Welt gefunden habe. Ich musste also lernen mit Hitze umzugehen, denn ich kann ja nicht ein anderer Mensch werden.

Über die Jahre habe ich mir so ein ziemlich ausgeklügeltes Hitzemanagement erarbeitet. Ich warte schon seit Jahren auf eine Gelegenheit, das weiterzugeben 😉 Hier sind also meine besten Hitze Hacks für dich.

1. Lösche oder deaktiviere alle Temperatur Apps,

nicht nur auf dem Computer und dem Handy, sondern meide die Wettervorhersage generell. Du tust dir keinen Gefallen, wenn du die Temperatur verfolgst. Ganz im Gegenteil: du beraubst dich selbst der Möglichkeit, trotz oder mit der Hitze gelassen zu bleiben und mit ihr umzugehen. Temperatur Apps führen nur dazu, dass du

Angst vor der Hitze entwickelst.

Dafür gibt es sogar einen Fachbegriff: Thermophobie.

In dem Augenblick, wo du denkst: „Oh mein Gott, es wird schon wieder …°“, setzt du eine Stressspirale in Gang, der sich alles unterordnet, was du an diesem Tag erlebst. Andere Erfahrungen, die du machen könntest, finden nicht statt, aufgrund dieser Priorisierung.

Dabei hat man gerade, wenn man hochsensibel ist, die Möglichkeit, andere Dinge zu erleben. Nämlich, indem man seinen Fokus auf etwas anderes richtet. Auf ein schönes Beisammensein. Auf ein schönes Gespräch. Ein gutes Buch. Allerdings geht das nicht, wenn diese große Angst vor Hitze im Raum steht.

Hochsensibilität Hitze: du brauchst ein Innenthermometer2. Unverzichtbar: Das Innenthermomenter

Ein Innenthermometer gib es schon für ganz kleines Geld und hat sich für mich als ein wesentlich sinnvolleres Gerät im Umgang mit Hitze erwiesen als ein Ventilator. Das Thermometer hilft, die eigene Wahrnehmung neutral zu bestätigen. So habe ich im Laufe der Zeit herausgefunden, dass

3. Lüften manchmal nur morgens sinnvoll ist.

Früher war es sicher anders. Bei einer Hitzewelle kühlt sich die Luft nicht unbedingt am Abend ab oder in der Nacht (weswegen es kontraproduktiv ist, nachts mit offenem Fenster zu schlafen), sondern meist erst zwischen 7 und 10 Uhr morgens. (Es lohnt sich also, das abends vor dem Schlafengehen noch zu überprüfen.) Wenn die Luft sich abends nicht abkühlt, lasse ich alles geschlossen und reiße erst nach dem Aufstehen alle Fenster auf und mache ordentlich Durchzug.

Ich behalte das Thermometer im Auge. Sobald die Termperatur wieder steigt, schließe ich alle Fenster ausnahmslos. Die Zeitspanne, in der die Luft sich abkühlt, ist manchmal extrem kurz. Aber es sorgt dafür, dass die Luft in der Wohnung kühler ist als draußen.

4. Verdunkeln

Überall dort, wo es möglich ist, verdunkele ich. Zum Beispiel hängt vor einem der frühen Sonnenfenster ein dunkler Vorhang, der verhindert, dass die Sonne hinein scheint. Auch die Wärme bleibt so eine Zeitlang draußen. An den späten Sonnenfenstern habe ich zum Glück Rolläden. Die lasse ich aber erst dann runter, wenn die Sonne dort hineinscheint. Ich will ja nicht immer im Dunkeln sitzen!

5. Nicht abtrocknen

Nach der lauwarmen Dusche trocke ich mich nicht ab. Die Verdunstung des Wassers auf der Haut gibt  einen angenehmen Kühlungseffekt.

6. Keine Lotion verwenden

Nach dem Abtrocknen verwende ich keine Bodylotion (die Schwitzen begünstigt), da die Poren von der Bodylotion verstopft werden. Ein Körperöl ist da viel besser. Ich experimentiere zur Zeit mit selbstgemachter Naturkosmetik und habe eine herrliche Körperbutter fabriziert, die im Wesentlichen aus Mandelöl und Aprikosenkernöl besteht (mit grünem Tee und Limette). Auch das enthaltene Bienenwachs verstopft die Poren nicht.

7. Viel kühlendes Obst und GemüseWenn du hochsensibel bist solltest du bei hitze viel obst essen

Bei warmen Temperaturen habe ich ein Lieblingsfrühstück: das ist der Melonen-Slushie von Anthony William aus der Medialen Medizin. Gefrorene Melone mit frischer Melone und einem Schuss Limettensaft (und evtl. Wasser mixen). Lecker. Und Kühlt wunderbar.

Welches Obst und Gemüse kühlt den Körper?

  • Gurke
  • Kopfsalat
  • Mangold
  • Radieschen
  • Tomaten
  • Spargel
  • Spinat
  • Sellerie
  • Wassermelone
  • Zitrusfrüchte
  • Artischocken
  • Avocado
  • Bananen
  • Löwenzahn
  • Chicorée
  • Erdbeeren
  • Feigen
  • Heidelbeeren

Umgekehrt gilt natürlich, dass alle Nahrungsmittel, die im Körper Hitze erzeugen, besser gemieden werden sollten. Zum Beispiel Knoblauch, Chili, Ingwer, tierische Lebensmittel, Kaffee und Alkohol.

Und natürlich gilt auch, dass Chips, Schokolade usw. total kontraproduktiv sind, weil sie die Leber belasten, was wiederum dazu führt, dass du mehr schwitzt.

8. Grünen Tee trinken

Für mich ist heißer grüner Tee das beste Getränk im Sommer. Zum einen hat der Tee im Körper eine kühlende Wirkung, zum anderen muss der Körper sich weniger anstrengen,um das Getränk auf Körpertemperatur zu bringen (was wieder zu Schwitzen führt). Andere kühlende Getränke sind Buttermilch, Kokoswasser und natürlich Wasser. Gerade viel Wasser zu trinken ist wichtig, weil Blut bei Hitze dicker wird. (Hier ist ein interessanter Artikel über die Hintergründe zur Gesundheit).

Wie du hitze trotz hochsensibilität ertragen kannst9. Vor die Tür gehen

Irgendwann wird es auch in meiner Wohnung heiß (Obwohl ich es bis jetzt geschafft habe, unter 30 ° zu bleiben). Ich habe mir jetzt angewöhnt, dann mal nach draußen zu gehen, irgendwo eine Kleinigkeit zu besorgen. Meistens bin ich dann sofort erschüttert, wie heiß es tatsächlich ist. Komme ich in meine Wohnung zurück, denke ich als erstes: „Boah, ist das hier kühl!“ und bin erstmal wieder zufrieden.

10. Kalt abreiben

In den vergangenen Jahren bin ich morgens um 6 Uhr ins Schwimmbad gegangen. Das war super, weil der Körper schon frühmorgens eine Abkühlung bekommen hat, die länger vorhielt. Dieses Jahr ist das Schwimmbad leider geschlossen, daher muss ich auf andere Hilfsmittel zurückgreifen.

Falls man tagsüber zuhause ist, kann man natürlich immer mal für Abkühlung unter der Dusche sorgen. Oder das Handgelenk kühlen. Wenn es ganz schlimm wird, reibe ich Arme und Beine immer wieder mal mit einem kalten Waschlappen ab. Da ich im Sommer relativ häufig dicke oder heiße Füße habe, stecke ich die abends beim Schlafengehen einfach in einen nassen Waschlappen zum Kühlen (und ein Handtuch als Unterlage). Das hilft recht gut.

Was hast du noch für Tipps, die den Umgang mit Hitze erleichtern? Wie immer freue ich mich über deine Kommentare.


Von Herzen,

Unterschrift Monika Richrath

 

 

 

 

P.S.  Kennst du eigentlich schon das Switchword Klopfen? Ich mache es jeden Morgen live auf Instagramm um 9:30. Die Aufzeichnung kannst du dir dann ohne Unterbrechung auf meinem neuen Telegramm-Kanal ansehen. 

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Entwicklungstrauma heilen: Klopfen mit dem Vagus Nerv

Entwicklungstrauma heilen: Klopfen mit dem Vagus Nerv

Wie kann man Entwicklungstrauma durch belastende Kindheitserfahrungen mit Klopfen heilen? Geht das überhaupt? Und was hat der Vagusnerv mit alldem zu tun?

Die Frage, wie man Entwicklungstrauma heilen kann

wird im Netz oft gestellt. Bevor ich darauf eingehe (und auch, wie man das erreichen kann) stellt sich natürlich die Frage:

Was ist ein Entwicklungstrauma eigentlich?

Um Resilienz zu entwickeln und adäquat auf das Leben und die Welt reagieren zu können, müssen wir gewisse (emotionale) Lernerfahrungen machen, z. B. die Erfahrung auf dieser Welt willkommen zu sein, angenommen werden,  geliebt, geborgen zu sein usw. Nun ist es aber so, dass viele von uns Eltern haben, die durch den zweiten Weltkrieg, den sie als Kind oder Jugendliche:r erlebt haben, ein Trauma erlitten und diese Traumatisierung nicht aufgearbeitet haben. Für viele von uns bedeutet dies, dass wir als Kind zu wenig Aufmerksamkeit bekommen haben.

Zu den Symptomen der Traumafolgen gehören

z. B. ein Gefühl der Entfremdung anderen gegenüber, stark schwankende Gefühle anderen gegenüber sowie eine gewisse Ich-Bezogenheit. Kurz: Das, was wir für eine gute Entwicklung gebraucht hätten, haben wir von unseren Eltern nicht in dem Maß bekommen können, in dem es nötig gewesen wäre. Sie waren meistens zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Dies führt zu Störungen in der eigenen Entwicklung.

Zum Beispiel wird dadurch unsere Stressreaktion verändert. Nicht selten führt ein Trauma zu einer Aktivierung einer permanenten Kampf- oder Flucht-Reaktion. Dies wiederum führt zu Stoffwechselveränderungen im Gehirn, was sich zunächst auf das Gehirn insgesamt nachteilig auswirkt und letztendlich eben auch auf die kognitive und psychosoziale Entwicklung.

Entwicklungstrauma wird auch als Bindungstrauma bezeichnet.

Denn ein ein sehr großer Teil der Beeinträchtigungen bezieht sich auf unser Verhältnis zu anderen Menschen und auch auf unsere Beziehung zu uns selbst. Wir tun uns schwer mit Selbstakzeptanz und Selbstliebe, stellen die Bedürfnisse anderer über unsere eigenen, können uns häufig nur sehr schwer abgrenzen, haben häufig Schwierigkeiten Beziehungen aufzubauen.

Ebenso gibt es körperliche Symptome als Traumfolgestörung.

(Fast alle Menschen, die wegen eines besseren Umgangs mit Hochsensibilität zu mir gekommen sind, litten an einer Nebennierenschwäche, viele ebenfalls an einer chronischen Eppstein-Bar-Infektion, Hashimoto Thyreoiditis usw. …)

Vor einiger Zeit habe ich auf meinem Blog das Buch „Der Selbstheilungsnerv“ von Stanley Rosenberg vorgestellt. In dem Buch stellt Stanley Rosenberg uns die Polyvagal Theorie von Stephen Porges vor.

Laut der von Stephen Porges entwickelten Polyvagal-Theorie gibt es nämlich 3 Nervenkreisläufe (statt wie bisher angenommen 2): Der vordere Ast des Vagus Nerves, der für positive Entspannungszustände, Zugewandtheit und soziales Engagement sorgt, der Grenzstrang des Sympathikus, der bei Angriff oder Flucht aktiviert wird und der hintere Ast des Vagus, der für

Verlangsamung, Abschaltung und depressives Verhalten

sorgt.

Diese 3 Kreisläufe regeln unsere Körperfunktionen und helfen uns, einen konstanten, inneren Zustand aufrechtzuerhalten. Und sie hängen auch mit unseren emotionalen Zuständen zusammen (vielleicht hast du bei “Abschaltung, depressives Verhalten” schon aufgemerkt!) Diese Zustände wiederum steuern unser Verhalten.

Eine Trauma Folge ist die chronische Aktivierung des hinteren Vagus.

Der sorgt dafür, dass wir uns dem Leben entfremdet oder vom Leben abgeschnitten fühlen, oder dass wir uns nicht wirklich selbst leben.

Jetzt kommen wir zurück, zu der Frage:

Kann man ein Entwicklungstrauma heilen?

Es ist die falsche Frage. Bzw. vermutlich verknüpft mit den falschen Vorstellungen und Bedingungen. Was bedeutet es „geheilt zu sein“? Ist dann alles so wie vorher? Wird dann schlagartig alles gut? Nun – das wird es nicht. Eine Heilung im herkömmlichen Sinn, so, wie man von einer Krankheit geheilt wird, findet nicht statt. Es geht vielmehr darum, die erlebten belastenden Kindheitserfahrungen zu integrieren, in die eigene Biografie, in das eigene Selbst, ins eigene Leben und dadurch bzw. damit zu wachsen.

den vorderen Vagus beklopfenHier kommt die EFT Klopftechnik für Hochsensible ins Spiel.

Durch das Klopfen wird nämlich der vordere Vagus Ast aktiviert, der Ast, der für positive Entspannungszustände, Zugewandtheit und soziales Engagement zuständig ist. Da eine Folge von Entwicklungstrauma aber ist, dass der hintere Vagusast chronisch aktiviert ist, ist es also sehr förderlich, auf dem vorderen Vagus Ast zu klopfen, um dem Körper so nach und nach beizubringen, die Aktivierung des hinteren Vagus Astes aufzugeben.

Ich weiß natürlich nicht, wie alt du bist, wenn du diesen Artikel liest. Aber wenn du mit belastenden Kindheitserfahrungen aufgewachsen bist, ist es sehr wahrscheinlich, dass diese sich über Jahrzehnte in dein System eingeschrieben haben. Und es wird dir einleuchten, dass es etwas vollkommen anderes braucht als ein bisschen Sätzeklopfen hier und da, um wirklich etwas für dein Leben zu verändern. Dazu braucht es gewisse Dinge. Bereitschaft, wirklich etwas für dich verändern zu wollen und Ausdauer.

Genau aus diesem Grund habe ich

meinen online Kurs zum Thema Hochsensibilität, den Intensivkurs

entworfen. (Ich gebe zu, es war vielleicht nicht so schlau, ihn Intensivkurs zu nennen!) Denn eigentlich ist es eher eine Reise, die du zu dir selbst machst. Die Reise dauert ein Jahr – denn das ist ein minimaler Zeitraum für eine wesentliche Veränderung durch das Klopfen. Im Laufe der Reise kannst du die wichtigsten Lernerfahrungen, die du in den belastenden Kindheitserfahrungen gemacht hast, verändern und/oder auflösen. Indem du zuhause für dich klopfst, und zwar ganz spezielle positive Impulse, die genau auf dich zugeschnitten sind.

Ich bin deine Lotsin in diesem Prozess und sorge dafür, dass das Klopfen für dich jederzeit sicher ist. Ein unglaublich heilsamer Aspekt auf dieser Reise ist das Erleben der Gemeinschaft von Gleichgesinnten, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben wie du. Zusammen bilden wir einen sehr tragfähigen Boden. Zweimal im Monat kommen wir online zusammen, beklopfen gemeinsam das entsprechende Modulthema oder tauschen uns aus über das Klopfen oder anderes.

In einem sicheren, geschützten, triggerfreien Raum.

Ohne über das zu sprechen, was wir erlebt haben.

Wie schön das ist, illustriert vielleicht die Tatsache, dass meine erste Kursgruppe, die das Jahr jetzt um hat, noch mit mir weitermachen will – eine bessere Reklame kann ich mir nicht vorstellen!

Der Kurszugang ist vom 21. bis 27. April 2023 geöffnet und hat Platz für 10 Teilnehmer:innen. Es gibt allerdings ein paar Grundvoraussetzungen: du solltest in der Lage sein, vor der Kamera mit einem Bild zu erscheinen und in ein Mikrofon zu sprechen. Unsere Meetings werden für die Teilnehmer:innen aufgezeichnet, auch das sollte kein Problem für dich sein.

Eventuell besteht die Möglichkeit, zu einem geringeren Betrag teilzunehmen. Schreibe mir ggfs an eftloesung@gmail.com. Warte aber nicht bis zum letzten Moment damit.

Schau dir einfach die Seite mal an und die schönen Testimonals bisheriger Teilnehmer:innen. Macht dir das nicht Lust, auch auf eine Reise zu dir selbst zu gehen?

Von Herzen,

 

Unterschrift Monika Richrath

Von Selbstregulation und Selbstwirksamkeit

Von Selbstregulation und Selbstwirksamkeit

Letzte Woche hatte ich ein sonderbares Erlebnis in Sachen Selbstregulation und Selbstwirksamkeit. Ich bin immer noch verblüfft, wie schnell eine stabile innere Landschaft bei entsprechenden Reizen von außen instabil wird … Aber der Reihe nach.

Mein Personalausweis war abgelaufen.

Also habe ich mir bei der Stadtverwaltung meiner Stadt einen Termin besorgt. Ich habe mir ein Buch eingesteckt, weil ich noch gut in Erinnerung hatte von meinem letzten Besuch, dass mit Wartezeiten zu rechnen ist.

Sehr zufrieden habe ich registriert, dass im Wartebereich seit dem letzten Mal aufgrund von Corona die Sitzplatzmöglichkeiten aufgestockt wurden. Endlich nicht eingepfercht sein in zu enge Sitzgelegenheiten mit zu viel Nähe zu Menschen, denen ich nicht so nah sein möchte …

Ich habe mich also hingesetzt, versucht mein Buch zu lesen (war gar nicht so einfach, wegen der Maske konnte ich die Lesebrille nicht aufsetzen). Ich habe versucht, die sehr reizintensive Umgebung auszublenden.

Wegen meiner Hochsensibilität bzw. Hochsensitivität war das alles andere als einfach.

Überall hingen große Anzeigentafeln, auf denen Nummern standen und die Schalter für diese Nummern. Und mit einem sehr lauten Ping erschienen in kurzen Abständen immer neue Nummern. Meine Nummer lautete @4453.

Ich bin von einer Wartezeit von mindestens 20 Minuten ausgegangen und habe zunächst versucht, diese Tafeln zu ignorieren. Nicht nur die Geräusche, sondern auch die damit verbundene Bewegung auf den Tafeln und die Bewegung der Menschen um mich herum. Das ging ganz gut, solange ich lesen konnte. Leider nicht sehr lange, weil meine Augen ohne die Brille schnell müde wurden. Und ab dem Zeitpunkt, wo ich eigentlich meinen Termin hatte, musste ich natürlich auch auf die Tafel gucken.

Dann ging es so. Ein Pling ertönt: ich hebe den Blick, sehe zur Tafel, nicht meine Nummer, ich senke den Blick wieder, lese zwei, drei Worte, der nächste Pling ertönt, ich muss wieder gucken …

Sofort ist alle Selbstregulation futsch.

Relativ schnell habe ich mein Buch weggelegt, weil das Lesen so unmöglich wurde. Ich habe versucht, dort entspannt zu sitzen und auf meine Nummer zu warten. Unmöglich.

Ich weiß eigentlich (also rational), dass die Zahlen nicht in einer logischen Reihenfolge aufgerufen werden, aber als die Zahl @4479 aufgerufen wurde, begann ich richtig in Stress zu geraten. (Vermutlich war ich durch

die totale Reizüberflutung

schon ziemlich destabilisiert!) Ein Teil von mir begann sich zu fragen, wieso die 44er-Reihe jetzt schon schon so weit fortgeschritten ist. Hatte ich etwas verpasst, war meine Zahl doch schon aufgerufen wurden, während ich gelesen hatte?

Richtig schlimm wurde es, als dann nach und nach Zahlen auftauchten, die sich um meine Zahl herum bewegten @4449, @4450, @4451, @4452 … und dann plötzlich @4456, @4457 …

hochsensibler mann von zahlen überwältigtMittlerweile befand ich mich in einem Zustand hochgradiger Verwirrung.

Immer wieder habe ich mein Handy rausgekramt um mich zu vergewissern, dass meine Zahl wirklich @4453 ist. Ich habe natürlich gemerkt, dass etwas vor sich geht. Irgendwie hatte sich mit der Verwirrung ein großer Zweifel auf mich gelegt. War das wirklich meine Nummer? Warum kam die denn nicht? Warum alle anderen zuerst? Hatte man mich vergessen? Was mache ich eigentlich hier? Soll ich nicht wieder gehen? Brauche ich wirklich einen Personalausweis, ich habe doch einen gültigen Reisepass …

Und irgendwo hat ein Teil von mir registriert, dass es sich anfühlte wie in einer Art Traumazustand. Ein Gefühl, wo man sich selbst total in Frage stellt. Ein Gefühl, das definitiv zu tun hat mit

belastenden Kindheitserfahrungen, Vulnerabilität und Entwicklungstrauma.

Es fühlte sich an wie z. B. eine Situation, wo man sich fragt, ob man das Recht hat, etwas für sich zu tun und sich zum Beispiel abzugrenzen gegen jemandem, dem es schlecht geht. Vielleicht kennst du das ja. Vielleicht hast du dich dann auch schon gefragt: Darf ich das? Und wenn man sich diese Frage nur lang genug stellt, kommt diese Verwirrung über einen gekrochen.

In solch einem Zustand befand ich mich dann jedenfalls.

Für mein Empfinden hat es unendlich lang gedauert.

Bis plötzlich die @4453 oben auf dem Bildschirm erschien.

Und sofort war alles wieder gut. Ich sprang auf und lief zu meinem Schalter.

Meine Selbstregulationsfähigkeiten waren wieder da.

Sofort habe ich die Sachbearbeiterin in ein Gespräch über Augenfarben verwickelt. Das habe ich natürlich ganz automatisch gemacht, nicht bewusst, aber ich denke, ich war irgendwie getrieben von dem Wunsch, wieder Selbstwirksamkeit zu erfahren. Ans Klopfen habe ich in dieser Situation leider nicht gedacht, dabei wäre das so gut gewesen …vor allem am Notfallpunkt.

Ich glaube,

es wurden außerdem Ohnmachtsgefühle angetriggert.

Weil ich dieser Situation nicht entfliehen konnte. Weil ich warten musste, bis meine Zahl kommt (trotz des Zweifels).

Tatsächlich hat es dann ziemlich lange gedauert, bis ich wieder nach Hause gehen konnte, weil der Scanner meine Finger nicht einscannen wollte.

Als ich nach Hause fuhr, ging es mir wieder gut.

Allerdings hat mich so ein Abglanz dieser sonderbaren Verwirrung noch ein paar Tage lang begleitet. Wie eine Art Schatten. Und ich bin nach wie vor verblüfft, wie schnell es gehen kann, von einem stabilen Zustand in einen instabilen Zustand zu kommen. Aber auch:

wie schnell es geht dann wieder von dem instabilen in den stabilen Zustand.

Und das ist ja letzten Endes das, was man erreichen kann, wenn man mit Entwicklungstrauma bzw. Bindungstrauma zu tun hat. Es geht nicht darum, das Entwicklungstrauma zu heilen, sondern zu lernen, so mit den Folgen umzugehen, dass sie das eigene Leben nicht beherrschen, sondern handhabbar werden.

Kennst du Situationen, die ähnliche Dinge in dir auslösen? Ich freue mich, wenn du sie mit uns teilst.

Von Herzen,

Unterschrift Monika Richrath

 

 

 

 

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Wo leben im Alter?

Wo leben im Alter?

 In der letzten Zeit kommt im Gespräch mit anderen gleichaltrigen Menschen häufig die Frage auf, wie und wo wir im Alter leben sollen?

Vor kurzem war ich auf einem Gartenfest eingeladen, wo ich mehrere Menschen kennen gelernt habe. Wir haben uns sofort verstanden (ich nehme an, wir waren alle ähnlich sozialisiert).  Klopfen, Yoga, Psychologie und Persönlichkeitsentwicklung waren ganz normale Themen, die unsere Unterhaltung streiften. Ich habe mir natürlich überhaupt keine Gedanken darüber gemacht, aber ich war dann doch ein wenig geschockt, zu erfahren, dass alle mehr oder weniger um die 60 Jahre alt waren. Was ich keinem zugeschrieben hätte.

Dabei werde ich selbst in ein paar Monaten 60 Jahre alt.

Aber immer, wenn ich an einem Spiegel vorbeikomme, denke ich: „Du? 60? Never!“ Diese Zahl scheint so gar keinen Bezug zu mir zu haben. Ich weiß noch, dass ich mit 30 dachte, die Hälfte meines Lebens ist jetzt vorbei! Und früher waren Menschen mit 60 alt.  So habe ich sie zumindest wahrgenommen. Alte Menschen haben (in meinen Augen) ganz abwegige Dinge getan (sowas wie sich für den Blauen Bock und das Musikantenstadl interessiert).  Aber wir sind heute eben anders alt oder älter als die Menschen früher.

ALT fühle ich mich schon gar nicht.

Nicht mal ÄLTER. Eigentlich fühle ich mich wie gerade erst im Leben angekommen. Als hätte ich gerade erst an der Oberfläche dessen gekratzt, was möglich sein könnte. Ich habe wenig Lust, mich jetzt schon damit zu befassen, was in 10 Jahren sein wird. Vorzusorgen. Erste Schritte zu unternehmen. Solange ich es noch gut bis in die 3. Etage schaffe, ist doch alles gut oder?

Als Kind hatte ich in dem Alter zwischen 7 bis 10 Jahren eine Zeitlang furchtbare Ängste,

ich könnte qualvoll sterben im Alter

und habe deswegen den lieben Gott gebeten, mich, wenn es soweit wäre, sanft entschlafen zu lassen. Heute weiß ich, dass ich da schon verdammtes Glück haben müsste, denn dass wir krank zu werden scheinen und uns die ganze Zeit elend dahinschleppen (wenn wir das überhaupt noch schaffen und nicht bettlägerig werden) oder

pflegebedürftig werden,

ist heute wohl eher die Norm als die Ausnahme. In meinem Freundeskreis ist es jedenfalls fast ausnahmslos so. Und wenn es keinen körperlichen Verfall gibt, hat man es statt dessen mit geistigem Verfall zu tun, was kein Deut besser ist.

Es ist schon klar, dass ich alles daran setze, dass es bei mir nicht so sein wird. Aber ich möchte nicht so überheblich sein, zu behaupten, dass mir das nicht passieren wird. Ich weiß das ja gar nicht. Dass man sein Leben daran ausrichtet, andere zu unterstützen bedeutet nicht zwangsläufig, dass man selbst verschont bleibt. Ich muss immer daran denken, dass Colin Tipping z. B. an Krebs gestorben ist – und er hat so Tolles geleistet für die Welt! Ich kann es also auch nur versuchen. Wie erfolgreich ich damit sein werde, weiß ich erst später.

Meine Mutter ist 2016 an ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) gestorben. 

(Mehr darüber kannst du in diesem Artikel erfahren.) Das hat mir eine ganz nüchterne Sicht darauf verschafft, was körperlicher Verfall bedeutet und welche Konsequenzen sich daraus ergeben. 

Dabei hatte meine Mutter noch wahnsinniges Glück, sie bekam einen Platz in einer Intensivbetreuung, hatte eigene vier Wände und wurde trotzdem betreut. Außerdem hatte sie noch fünf Kinder, die sich darum kümmerten, es ihr in der verbleibenden Zeit so gut wie möglich schön zu machen.

Nun, ich habe keine fünf Kinder. Nicht mal eins. Es gibt also niemanden,

der sich dann um mich kümmern würde.

Im Falle meiner Mutter war es ja so, dass die „richtige“ Pflege von Fachpersonal durchgeführt wurde und trotzdem waren wir fünf Kinder mit dem Rest ziemlich überfordert. Meine Mutter hat dann wenig mehr als sich selbst gesehen. (Ich denke, das ist eine Traumafolge nichtverarbeiteter Kriegserlebnisse und hochsensibel war meine Mutter übrigens auch.) Die Lebenserwartung mit ALS ist recht kurz, aber zwei Jahre waren doch mehr als genug um den Beschluss zu fassen, dass ich nicht möchte, (falls ich mich noch einmal verlieben sollte), dass meine Partnerin ihr eigenes Leben für meines aufgeben muss.

Ein konventionelles Altenheim ist überhaupt keine Option.

Was wäre dann mit meiner Hochsensibilität? Was wäre mit meinen Nahrungsmittel-unverträglichkeiten? Was wäre mit meiner Würde? Ich habe zu schreckliche Dinge gehört/gesehen/mitbekommen. 

Siechtum ist sowieso keine Option. (Es kann natürlich sein, dass ich, wenn es soweit sein wird, mich doch mit aller Kraft ans Leben klammere, ich glaube es aber nicht). Ich kann nur hoffen, bitten, beten, dass ich immer genug Klarheit habe, um entsprechende Vorkehrungen zu treffen.

Eigentlich träume ich von einer Hausgemeinschaft für Alte.

Jede hat ihren eigenen Raum. Wir teilen uns die Pflegekräfte (das ist bestimmt billiger) und wir haben trotzdem ein Maximum an Autonomie. Aber wann ist man denn alt? Neulich habe ich jemanden in einer Wohnanlage besucht, die explizit angelegt ist für eine Klientel ab 50+. Das war ein sehr komisches Gefühl.

Ich weiß weder, wer dieser Hausgemeinschaft angehören sollte, noch, wo ich wirklich leben will. Vor kurzem ist bei mir noch einmal der Wunsch aufgewallt, in ein ganz anderes Land zu ziehen. Aber ganz allein ist das jetzt auch nicht sehr attraktiv. Zumal ich ja herausgefunden habe, dass ich gut darin bin, Gemeinschaft zu stiften und diese auch selbst brauche. Ich stelle mir vor, dass es einfacher sein wird, mit den Macken anderer zurecht zu kommen, die ich noch nicht kenne, als mit den Macken meiner Freundinnen.

Richtige Lust auf ein „Projekt“ habe ich übrigens auch nicht.

Schon beim Gedanken an mögliche Projekttreffen stehen die 80er Jahre mit den vielen endlosen Plenumssitzungen wieder auf und ich werde ganz matt. Am liebsten wäre mir, ich könnte irgendwo einsteigen.

Am Anfang dieses Artikels war ich noch ein wenig ratlos. Schreiben hilft wirklich! Ich werde jetzt also langsam mal anfangen, mich zu erkundigen, was es für Projekte gibt, wie so etwas aussieht und falls du, liebe Leserin, lieber Leser in der Altenpflege tätig bist und/oder solche Projekte kennst, schreibe mir bitte (gerne auch in die Kommentare).

Es schadet ja nichts, wenn ich das ganz locker in Angriff nehme. Ich freue mich, wie immer von dir zu hören. Wo willst du im Alter leben?

Von Herzen,

 

 

 

 

P. S. Dieses Foto hat meine Ex-Partnerin übrigens mit Face App erstellt. Und das ist total krass, weil ich sehe aus wie ich. Aber ich sehe auch genauso aus wie meine Mutter …

de_DEDeutsch