Trauma in Liebesbeziehungen

Trauma in Liebesbeziehungen

Schon länger haben Sie nichts PERSÖNLICHes mehr von mir gehört.  Abgesehen von dem Launch meines Intentensivkurses, dem Online Kurs Hochsensibilität, war ich vollkommen damit beschäftigt, meinen Kopf oben zu halten. Als ich von der Blogparade „Beziehungsgeflüster“ von Dr. Annette Pitzer und Steffi Linke erfahren habe, war natürlich sofort klar, dass ich an dieser Blogparade teilnehme. Es ist eine supergute Gelegenheit über Trauma und Liebe, über Trauma in Beziehungen zu schreiben – und über den damit verbundenen Stress. Meine eigene Liebesbeziehung ist vor einiger Zeit explodiert (direkt vor dem Kurslaunch), wegen des Trauma Themas. In diesem Artikel möchte ich einmal REFLEKTIEREN, wie sich ein Trauma und Liebe sich konkret auf mein Leben ausgewirkt haben. Dazu muss ich allerdings ein bisschen ausholen.

Vor ungefähr 30 Jahren wurde mir das Herz gebrochen

und ich wundere mich heute manchmal noch darüber, dass ich das überlebt habe. Denn ich hatte damals nichts. Nach nur 7 Monaten, in denen ich übergangslos vom Himmel in die Hölle rauschte, fand ich mich PLÖTZLICH ALLEIN wieder. Ich fühlte mich zerstört, vernichtet, denn ich hatte keine wirkliche Erklärung bekommen. Nur, dass ich mich in manchen Situationen nicht verhalten hatte, wie die andere es sich gewünscht hätte.

Also stand ich selbst als Person in Frage. Weil mir das immer wieder passierte, glaubte ich, an mir wäre etwas, was es anderen

unmöglich machte, mich zu lieben.

Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch nie von Hochsensibilität gehört, geschweige denn Entwicklungstrauma, ich hatte mich noch nie mit Selbsterfahrung beschäftigt, ich hatte keine Ressourcen. Ich hatte nichts. Ich hatte vor allem mich selbst nicht.

Verzweifelt wollte ich geliebt werden.

Wie Millionen anderer Menschen glaubte ich, ich würde mich besser fühlen, wenn jemand mich liebte. Mir endlich das geben, wonach ich mich so sehnte. Ich hatte so eine große Sehnsucht danach. Es hat sehr, sehr lange gedauert, diese Sehnsucht FALLEN zu LASSEN und zu verstehen, dass der SCHLÜSSEL darin liegt, dass ich mich selbst lieben muss. Es hat ungefähr 10 bis 20 Jahre gedauert, bis diese Erkenntnis wirklich bei mir angekommen ist. (Sie kennen das vielleicht auch, dass man etwas vom Verstand zwar begreifen kann, aber erst in der Lage ist, etwas zu tun, wenn die Erkenntnis in den Körper eingezogen ist.)

Für mich war diese vernichtende Erfahrung

der Startschuss fürs Leben.

Ich begann, mich mit mir selbst auseinanderzusetzen, mit meinem Leben, meinen Wünschen, meinen Bedürfnissen. Ich erfuhr von Hochsensibilität, lernte das KLOPFEN kennen und schaffte es, mich einmal gründlich durch mein Leben zu KLOPFEN und viele Glaubenssätze in Bezug auf mich und mein Leben aufzulösen.

in einer Beziehung mit Trauma zweifelt man am eigenen WertObwohl ich unglaublich viele Dinge verändern konnte:

Liebe blieb für mich etwas vollkommen Unerreichbares.

In mir war etwas kaputt gegangen. So als könnte diese Wunde nie wieder heilen. Ich blieb dann 10 Jahre lang Single. Anfangs habe ich gelitten wie ein Hund. In meiner Single Anfangszeit war der Sonntag der schlimmste Tag der Woche. Jeder Sonntag eine Art Super-GAU, an dem ich beweinte, was ich nicht hatte.

Später, gegen Ende meiner Singlezeit wurden Sonntage zu den besten Tagen. Weil es Tage ohne Verpflichtung waren, an denen ich ganz frei entscheiden konnte, was ich tun wollte.  Freiheit pur.

Ich habe also gemerkt und gelernt, dass ich die Zeit mit mir alleine sehr genieße und vor allen Dingen auch brauche (was mir vorher überhaupt nicht klar war), um mich von dem Stress aus Hochsensbilität zu erholen und mich wieder zu SAMMELN.

Irgendwann war ich auch wieder bereit für die Liebe.  Aber in den Beziehungen, die ich hatte, bekam ich einfach

nicht die Nähe, die ich mir so sehr wünschte.

Das lag natürlich auch an mir. Im Grunde genommen konnte ich Nähe nur sehr schwer aushalten, ich fand sie beängstigend und habe mir von daher meine Partnerinnen entsprechend ausgesucht – nicht bewusst natürlich. Irgendwann ist mir aufgegangen, dass ich offenbar meine Partnerin so auszuWÄHLEN schien, dass ich genau das Gefühl bekam, mit dem ich aufgewachsen bin: Gelegentliche Nähe, ja, aber nie, wenn ich es brauche oder mir wünsche. Ohne jede Verlässlichkeit. Kein sicherer Boden unter den Füßen. Niemals.

Vielleicht kennen Sie selbst auch das Gefühl, dass Sie jemandem sehr nahe sind und 10 Minuten später ist es so,

als hätte es die Nähe niemals gegeben?

Mich hat das sehr häufig zur Verzweifelung gebracht. Ich denke, es ist eine ganz typische Folgeerscheinung belasteter Bindungsmuster.

Außerdem litt ich sehr unter dem Gefühl, dass ich für meine Partnerinnen niemals der wichtigste Mensch zu sein schien. Es gab immer andere Personen, die wichtiger oder zumindest genauso wichtig waren. …

Am Ende kam ich zu dem Schluss, dass es mir

ohne Beziehung einfach besser geht.

Zumal ich wirklich gerne mit mir allein bin. Und aufgrund der Hochsensibilität EINFACH sehr spezielle Bedürfnisse habe. (Ich muss nur an den Stress denken, jemandem erklären zu müssen, dass Zusammenziehen deswegen grundsätzlich nicht in Frage kommt. Das können die wenigsten Menschen verstehen!)

Ich habe begonnen, mich mit Trauma zu befassen. Ich habe Bücher von Bessel van der Kolk, Peter Levine, Michaela Huber und Diane Poole Heller gelesen. Und nach und nach ist mir dann gedämmert, dass die Beziehung, in der mir das Herz gebrochen wurde,

eine ganz typische traumatische Beziehung

war. Dies bedeutet: 2 Menschen mit einem Trauma thema gehen eine Beziehung ein. Zuerst fühlt man sich total verstanden, weil der/die andere ähnliche innere Zustände kennt wie man selbst. (Meine Erfahrung ist übrigens, dass die Traumata völlig unterschiedliche Ursachen haben können, die Auswirkungen häufig aber einander ähneln.) Dieses Gefühl, gesehen, erkannt und angenommen zu werden ist unvergleichlich. Der Himmel sozusagen.

Aber dann, nach einem vergleichsweise kurzen Zeitraum (typischerweise 7 Monate), wenn der erste Lack ab ist,

melden sich mit Vehemenz die jeweiligen Lebensthemen zurück,

die im Zuge der Verliebtheit in den Hintergrund gerückt waren. Man hört vielleicht dann auf, den/die Partner*in mit Wohlwollen zu betrachten.

Er/sie wird jetzt ungewollt zu einem Triggerfaktor.

Beide fühlen sich jetzt nicht mehr sicher in einer Beziehung. So rauschen beide vom Himmel im Expresstempo in die „Hölle“. Und binnen kurzem fliegt die Beziehung in die Luft.

Auf Netflix gibt es eine Serie zu sehen mit dem Titel FEEL GOOD, wo diese Beziehungsdynamik auf geradezu schmerzliche Weise beschrieben wird. Es geht hier auch um zwei Frauen (aber natürlich wäre es nicht anders, wenn es um ein heterosexuelles Paar ginge oder sonstige Orientierungen und Ausrichtungen.) Sie lieben sich eigentlich, aber sicher fühlen sie sich miteinander nicht. Beide sind von Selbsthass zerfressen und jede auf ihre eigene Art haltlos. Sie möchten miteinander reden, aber es geht einfach nicht. Sie können nicht in Worte fassen, was sie bewegt, weil sie selbst sich überhaupt nicht verstehen, geschweige denn, dass sie kommunizieren könnten, was in ihren vorgeht. Vordergründig sieht es so als, als wäre das Drogenproblem der einen das Problem in der Beziehung. Die andere versucht ihrerseits alle Probleme mit Sex zu lösen …

Eine traumatische Beziehung …

DAS also war mir passiert. Trotzdem ist es mir nicht möglich gewesen, diese Frau loszulassen, über einen unglaublich langen Zeitraum nicht. Dadurch, dass ich ganz PLÖTZLICH verlassen wurde, hatte ich keine Möglichkeit, mit dieser Beziehung abzuschließen. Das hat mich in den Grundfesten meiner Existenz erschüttert, auch jetzt, 30 Jahre danach, träume ich noch manchmal von dieser Frau.

Irgendwann habe ich dann doch meinen Frieden damit gemacht – so halbwegs jedenfalls. Ich habe auch verstanden, dass in all meinen Partnerschaften (Männer und Frauen) es auf beiden Seiten diesen Trauma-Hintergrund gab. Obwohl ich von mir ganz lange Zeit überhaupt keine Ahnung hatte, woraus dieser Trauma-Hintergrund eigentlich bestand … Erst im Verlauf des letzten Jahres konnte ich für mich selbst AUFDECKEN, dass ich ein Entwicklungstrauma als Folge belastender Kindheitserlebnisse erlebt habe, dazu werde ich auf diesem Blog sicherlich noch eine Menge schreiben. Seltsamerweise gibt es dazu nur sehr wenig Literatur, obwohl das soviele Menschen zu betreffen scheint.

Soweit die Einleitung. Ich weiß, es ist lang, aber es ist wichtig. Jetzt kann ich in der Gegenwart ankommen.

Eigentlich war ich ein glücklicher Single.

Irgendwann ist in mir doch noch einmal der Wunsch nach einer Partnerschaft aufgekommen. Ich habe mich gefragt, wie es wohl wäre, mit jemandem zusammen zu sein, und alles Wissen, was ich in den letzten 30 Jahren über Beziehungen und über mich SAMMELN konnte, in dieser Beziehung umzusetzen? Ich habe mich auf die SUCHE gemacht und wurde nach allerlei Irrungen und Wirrungen schließlich dann von X gefunden. Ich habe darüber schon verschiedentlich geschrieben, z. B. in den Artikeln Wie Liebe sich anfühlt und katastrophale Bindungserfahrungen.

Unser erstes Date dauerte 3 Tage

Noch nie im Leben habe ich mit jemandem soviel gelacht. Ich fühlte mich irgendwie magisch, als sei ich zu dieser Person geleitet worden (zu dieser Zeit hörte ich täglich Meditationen zur Anziehung). Allen Ängsten zum Trotz habe ich mich eingelassen auf die Beziehung. Es gab mir eine gewisse Sicherheit, dass X fast das gleiche Alter hatte wie ich und eine ähnliche Sozialisation erlebt hatte, unser biografischer Hintergrund wies mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede auf. Und: wichtigster Punkt: wir hatten beide schon viel an uns gearbeitet, besaßen ein gewisses Maß an psychologischer und emotionaler Bildung und kannten unseren Trauma-Hintergrund, was von Anfang an von uns beiden auch immer wieder thematisiert wurde. Für mich waren das

gute Grundvoraussetzungen mich einzulassen.

Wir wohnten allerdings nicht in der gleichen Stadt.

Mein Gott, was war ich verliebt! Anfangs telefonierten wir 3 x täglich und lasen uns morgens um 7 Uhr Gedichte vor.

Ein wenig mit Schrecken habe ich gemerkt, dass ich mich so verliebt fühlte wie damals vor 30 Jahren. Einerseits war das gut. Offenbar hatte sich mein Herz wieder erholt. Aber was wäre, wenn mir das Herz wieder gebrochen würde? Ich habe mich zum Glück noch nie von Ängsten bremsen lassen. Irgendwie habe ich gedacht,

ich gebe der Liebe noch eine letzte Chance und gebe alles!

So nahmen die Dinge ihren Lauf. Aus unterschiedlichen Gründen konnte sie nicht zu mir kommen, weswegen ich ein richtiges Wanderleben begann – natürlich ohne zu registrieren, wie sehr mich das destabilisierte …

Wegen der Fernbeziehung hatten wir ja immer nur ganz wenig Zeit miteinander. Was haben wir uns auf Weihnachten gefreut! Weihnachten wollten wir endlich einmal 10 Tage am Stück miteinander verbringen.

Es wurde die totale Katastrophe.

Ich erkannte weder meine Partnerin, noch mich selbst wieder …

Im Laufe des Schreibens dieses Artikels ist mir klar geworden, dass ich dieses Thema ganz unmöglich in einen Artikel pressen kann. Mittlerweile gibt es schon eine ganze Artikelserie dazu. Wenn Sie mehr über Trauma in Liebesbeziehungen wissen möchten, abonnieren Sie doch meinen Blog. Im nächsten Artikel wird es darum gehen, wie sich Traumata konkret im Alltag einer Beziehung auswirken.

Vielleicht haben Sie sich hier soweit ja schon wieder erkannt? Wie immer freue ich mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen.

Von Herzen,

Ihre

Monika Richrath

Photo by Sharon McCutcheon on Unsplash

Photo by Hello I’m Nik on Unsplash

 

 

Wer stärker fühlt, hat mehr vom Leben – eine Rezension

Wer stärker fühlt, hat mehr vom Leben – eine Rezension

Ich habe schon so viele Bücher über Hochsensibilität gelesen (mittlerweile sind es so viele, dass ich überhaupt nicht mehr nachkomme und den Überblick verloren habe). „Wer stärker fühlt, hat mehr vom Leben“* sticht jedoch ganz deutlich hervor:

Es ist einfach anders.

Zum einen fällt das Wort „Hochsensibilität“ überhaupt nicht. Die Autorin Kathrin Sohst beschäftigt sich statt dessen mit dem Begriff der „Sensibilität“ im Allgemeinen und im Besonderen. Dahinter verbergen sich sehr wertvolle wissenschaftliche Erkenntnisse, die auch in meine eigene Arbeit eingeflossen sind. Die eigentlich jede*r hochsensible Mensch kennen sollte – weil sie wirklich viel Entlastung bringen. Kathrin Sohst schreibt jedenfalls auf eine unglaublich angenehme neutrale Art und Weise, die es mir als Leserin ermöglicht, einen Schritt zurückzumachen und mein Leben aus einer Meta-Perspektive zu betrachten.

Was ist eigentlich so besonders an diesem Buch?

Es hat eine Weile gedauert, aber dann ist mir gedämmert, dass

das Leid fehlt,

das uns sonst in Büchern über Hochsensibilität entgegenfließt, und zwar völlig.

Dabei lässt die Autorin uns in „Wer stärker fühlt, hat mehr vom Leben“* durchaus an eigenen Erfahrungen teilhaben, die schwierig bis leidvoll waren. Aber nie bleiben wir dort stecken. Statt dessen nimmt uns Kathrin Sohst mit auf eigene

Erkenntnis- und Wachstumsprozesse.

Unsere eigenen Erkenntnis- und Wachstumsprozesse kommen dabei nie zu kurz. Zahlreiche Übungen regen den/die Leser*in dazu an, das eigene Leben zu reflektieren und/oder zu untersuchen. Manchmal bedeutet dies, sich ganz in sich selbst zu versenken und manchmal sich von außen zu betrachten.

Letzten Endes ist es das Anliegen von Frau Sohst, dass wir eine andere Sichtweise einnehmen und unsere Sensibilität als eine wunderbare Kraft begreifen. Der Titel „Wer stärker fühlt, hat mehr vom Leben“* ist wunderbar gewählt und wirklich aussagekräftig. Diese neue Sichtweise können wir jedoch nur annehmen, wenn wir uns

mit uns selbst und unserem Leben auseinandersetzen,

dies betont Frau Sohst stimmer wieder. Dabei unterstützen uns die vielen Reflektionsmöglichkeiten. Denn wenn wir herausgefunden haben, wo unsere Stolpersteine liegen, können wir damit beginnen, etwas zu verändern. Und natürlich ist eine Neubewertung unserer Sensibilität kaum möglich, wenn wir – vielleicht wie bisher – versuchen, ein Leben zu führen, das sich an den Maßstäben anderer orientiert. Daran können wir immer nur scheitern. Es geht darum,

mit der eigenen Sensibilität eigene Maßstäbe und Perspektiven zu entwickeln,

um langfristig mit Überforderforderung zurecht zu kommen. Das geht ausschließlich über den Weg der Selbstliebe und Selbstakzeptanz. Frau Sohst fordert Sie mit diesem Buch auf, sich auf sich selbst einzulassen, sich selbst und das eigene Leben zu erforschen, eigene Schlüsse zu ziehen und eigene Wege zu finden.

Bei alldem verliert die Autorin

nie den globalen Kontext aus dem Auge.

Es geht immer wieder um den Zustand oder die Zustände auf der Erde und was wir Menschen brauchen.

Sensibilität steht ganz oben auf der Liste.

Ganz folgerichtig werden wir im letzten Kapitel „Vision: Bewusstseinsbildung für eine neue Welt“ aufgerufen, unsere Sensibilität in die Welt einzubringen, um sie zu einem besseren Ort zu machen. Denn nicht nur die Erde, auch die Menschen, die sie bevölkern, brauchen unsere Sensibilität. Ob ihnen das nun klar ist oder nicht! Ein wunderbares Schlusswort!

Kathrin Sohst
„Wer stärker fühlt, hat mehr vom Leben“*
dtv
ISBN 978-3-423-26261-3
18 EUR

Blogparade:  3 Lieblingsrituale

Blogparade: 3 Lieblingsrituale

Durch die ganze Aufregung wegen des Launches meines Intensivkurses ist meine Schreibtätigkeit für den Blog ein wenig ins Hintertreffen geraten. Das will ich absofort ändern. Schon lange habe ich keine Blogparade mehr veranstaltet. Nach all den schwierigen Themen, die sich aus der Hochsensibilität häufig ergeben, kam mir in den Sinn, dass es schön ware, sich mal wieder ganz ohne Stress auf leichte und schöne Dinge zu fokussieren.

Darum geht es in dieser Blogparade um 3 stärkende Lieblingsrituale. Wenn Sie weniger haben, macht es auch nichts. Meine 3 Lieblingsrituale finden alle morgens statt.

1. Tee trinken

Es ist ein bisschen verrückt, auch nach 10.585 Tagen (oder so), seit ich dieses Ritual pflege, freue ich mich morgens immer noch unglaublich auf meine allererste Tasse grünen Tee.

Ganz früher, als ich noch als Morgenmuffel unterwegs war, gab es die erste Tasse Tee erst im Büro (oft mit der ersten Zigarette des Tages – bei dem Gedanken schüttelt es mich heute vor Entsetzen). Ein Morgenmuffel bin ich schon lange nicht mehr. Ich glaube, das hat auch etwas mit der ersten Tasse Tee zu tun. Denn

dieses Ritual ist mein Einstieg in den Tag

mein Weg, mit der Welt in Kontakt zu treten. Dieses Ritual habe ich vor ca. 20 Jahren etabliert, als ich mal wieder mitten in einem Burnout war und überdies noch meine Arbeit verloren hatte. Von Hochsensibilität wusste ich damals noch nichts, aber ich hatte mal wieder für 3 gearbeitet und mich völlig übernommen.

In dieser Zeit gewöhnte ich mir an, die erste Tasse Tee des Tages im Bett zu trinken, melancholische Lounge-Musik zu hören, mich langsam in den Tag hinein zu tasten und an ihn zu gewöhnen. So habe ich meine Morgen-Muffeligkeit verloren. Fast nebenbei.

Heute trinken ich meine erste Tasse Tee übrigens nicht mehr im Bett. Nachdem ich im Zuge meiner Recherchen zu meinem Buch „Die Geheimnisse des gesunden Schlafs“ herausgefunden habe, dass es wichtig ist morgens nach dem Aufwachen gleich aufzustehen, trinke ich die erste Tasse des Tages auf dem Sofa.

Von dort habe ich

einen wunderschönen Blick auf einen bewaldeten Berghang,

der vom Sofa manchmal wie der Rücken eines sehr großen, grünen, schlafenden Tieres wirkt. Im Winter erlebe ich es oft, dass der Berghang sich morgens nach und nach aus der Dunkelheit oder dem Nebel herausschält. Der Blick ins Grüne sorgt dafür, dass ich

mich verbunden fühle

mit der Natur, dem Leben, dem Universum, einfach allem.

2. Tagebuch schreiben

Dies ist eng verknüpft mit dem Teetrinken. Das Hören melancholischer Lounge-Musik habe ich zwischenzeitlich aufgegeben. (Dabei hat mir das Klopfen übrigens sehr geholfen.) Ich bin irgendwann darauf gekommen, dass das Hören melancholischer Lounge-Musik bei mir eine Sehnsucht unterhielt. Ich hatte nämlich nicht nur die Arbeit verloren, sondern mir war auch das Herz gebrochen worden, sehr gründlich. (Das war echt eine ziemlich schlimme Zeit in meinem Leben.) Sehnsuchtsvolle Musik zu hören war absolut nicht hilfreich für den Umgang mit der Tatsache, verlassen worden zu sein. Nachdem ich die Sehnsucht eine Weile beklopft habe, konnte ich das Hören dieser Art von Musik aufgeben. DAS war hilfreich!

Statt dessen habe ich begonnen, regelmäßig morgens Tagebuch zu schreiben – und dabei Tee getrunken. Irgendwie sind das Tee trinken und geistige Anregung auch miteinander verknüpft.

Eine Zeitlang habe ich es mit automatischem Schreiben probiert, aber das hat mich eher genervt. Ich hatte mich schon daran gewöhnt, mein schriftlich Leben festzuhalten. Vielleicht hat mich das auch

getröstet, weil ich mich einsam fühlte

damals. Oder weil ich eine Bestätigung wollte, dass mein Leben nicht umsonst war. Das war alles noch in einer anderen Zeitrechnung. Damals wusste ich noch gar nichts über mich. Dinge stießen mir einfach zu. Ich hatte mich noch nicht mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt und

noch nie von Hochsensibilität gehört.

Tagebuch geschrieben habe ich eigentlich schon seit ich gelernt habe zu schreiben. Früher habe ich aber nur besonders schöne oder besonders schreckliche Sachen aufgeschrieben. Als ich die Gewohnheit aufnahm, jeden Tag morgens zu schreiben, habe ich begonnen, jeden Tag alles aufzuschreiben, was mir wert schien, festgehalten zu werden.

Es ist schon ziemlich toll, ich könnte mein Leben über weite Strecken fast lückenlos nachvollziehen. Es ist mir ganz unverständlich, dass es Menschen gibt, die ihre Tagebücher verbrennen. (Den Wunsch, sich von der Vergangenheit zu trennen, verstehe ich natürlich schon.) Aber meine Tagebücher zu vernichten kann ich mir nicht vorstellen. Für mich steht schon fest, dass ich mein Tagebuch mal einem Archiv vermache, als Zeitzeugendokument.

Das Tagebuchschreiben hat mich

zu dem gemacht, was ich heute bin.

Ich denke, diesen Blog gibt es nur, weil ich durch das Tagebuchschreiben die Fähigkeit erworben habe, über mich zu schreiben und zu erzählen. Mit ein bisschen Distanz, Humor und Ironie. Das eine habe ich so lange gemacht, dass das andere ganz leicht fiel und fällt und sich ganz natürlich anfühlt.

Aber zurück zu meinen Lieblingsritualen: Wenn ich mit dem Tagebuchschreiben und Teetrinken fertig bin, starte ich

3. Nordic Walking

Ich habe das vor Jahren schon einmal begonnen, sogar einen Blogbeitrag dazu geschrieben. Leider ist es nach und nach in Vergessenheit geraten, vielleicht habe ich es auch nicht lange genug gemacht, um wirklich eine Gewohnheit daraus zu etablieren. Jetzt laufe ich aber schon seit mehreren Wochen wieder fast jeden Tag und es macht mich sowas von glücklich! Eigentlich laufe ich nur dann nicht, wenn ich morgens einen akuten Erschöpfungsschub habe (was zum Glück nicht mehr allzu häufig vorkommt).

Was ich selbst sehr schön finde, ist, dass mir das eine ganz besondere Form von Körperglück beschert. Es ist häufig so, dass, noch während ich schreibend auf dem Sofa sitze, in mir so eine Freude hochblubbert. Die schiere Vorfreude auf die Bewegung. Beim Laufen sage ich dann häufig mein Switchword des Tages vor mich hin. Bei meiner aktuellen Strecke von 35 Minuten kommt da ganz schön was zusammen 😉

Jetzt sind Sie am Zug.

Welches sind Ihre 3 Lieblingsrituale?

Welche Rituale verleihen Ihnen Kraft? Schreiben Sie entweder einen Beitrag auf Ihrem eigenen Blog und verlinken Sie ihn in den Kommentaren. Bitte verweisen Sie im Text auf meine Blogparade und setzen Sie einen Link zu dieser Seite.

Falls Sie keinen eigenen Blog haben, können Sie mir den Text auch schicken und ich setze ihn für Sie in die Kommentare.

Jetzt bin ich ganz gespannt, welche Rituale Sie haben, die Ihnen Kraft und Zuversicht geben.

Bitte schicken Sie Ihre Beiträge bis zum 31. August 2021 ein.

Von Herzen,

Ihre

Monika Richrath

Image by Baohm from Pixabay 

Lieblingsrituale von Gundula
1) Ich war schon immer ein begeisterter Frühaufsteher. Und jetzt ist es Lina, unsere 13jährige Süddeutsche Hütehündin, die früh ab ca. 6.30 Uhr oder eher uns mitteilt, dass sie ausgeschlafen hätte.
Sie schläft mit im Schlafzimmer auf dem Fußboden. Und dort kann sie unter 3 Optionen wählen: Hundebett (noch von Wuffi), Flauschdecke oder etwas kühleres Bettchen, also eine richtige Prinzessin.
Dann gähnt sie, oder scharrt mit ihren Krallen auf dem Fußboden, oder seufzt – alles Dinge, um ihre „Herde“ wach zu bekommen. Und natürlich stehe ich auf und lasse sie schnell in den Garten. Dann gehe ich wieder ins Bett, nachdem Lina ganz schnell wieder drin ist.
Gegen 7 Uhr stehen wir dann auf – da läuten die Glocken der Evangelischen und Katholischen Kirche im Dorf.
2) Unserem über 14 Jahre alten Malteser Rüden Wuffi zu Ehren, der am 01.03.2021 wegen Krebs und dadurch viel Wasser in der Lunge eingeschläfert wurde, dusche ich mich jeden Morgen (nur) kalt.
Dieses Kaltduschen habe ich eigentlich seit meinem 15. Lebensjahr vorgenommen, allerdings 2 Jahre lang ausgesetzt, bevor ich Wuffi das Versprechen gegeben habe.
3) Und weil ich schon viele Artikel über Kokosöl (Dr. Goerg) gelesen habe, habe ich ebenfalls wieder mit Kokosöl-Ziehen angefangen. Das mache ich beim Abbürsten mit der Klosterbürste (Messingborsten), Duschen, Abtrocknen, danach leichtes Einölen mit Kokosöl. Alles in allem dauert dieser Ölzieh-Prozess etwa 6 Minuten.
4) Danach gehen Lina und ich Gassi. Sie ist ein sehr lieber, freundlicher Hund. Allerdings hat sie durch das  neunjährige aktive Schafhüten gelernt, dass andere Hunde für „ihre Herde“ – also jetzt ich – eine Gefahr darstellen könnten und ist dann nicht mehr so freundlich. Deshalb muss sie leider an die Leine.
5) Nach dem Gassigehen hat mein Mann schon den Kaffee gekocht, und wir sitzen am Frühstückstisch. Zuerst bekommt Lina ihr Fressen. Sie wird nicht verwöhnt, sondern ist gleichwertiges Familienmitglied, muss jedoch auch warten können wie alle anderen auch.
6) Nach dem Frühstücken wird „gewimmelt“. Und zwar June’s Journey. „June’s Journey ist ein Computerspiel des deutschen Spieleentwicklers und -publishers Wooga. Das Wimmelspiel wurde 2017 auf Facebook sowie für mobile Endgeräte mit den Betriebssystemen Android und iOS veröffentlicht.“
 
Ich bin eigentlich kein Computerspieler, doch habe ich mich von meinem Mann überzeugen lassen, dass dieses Wimmeln einiges an Geist abverlangt. So kommen einmal pro Woche auch noch Vergleichs- und Zeitspiele dazu, die enorm fordernd sind. Wir spielen immer ohne Geld!!!
7) Früher habe ich auch sog. Sehnsuchtsmusik angehört. Schnell habe ich gemerkt, dass dies für mein Wesen nicht förderlich ist. Deshalb komme ich seit Jahren ohne jegliche Musik aus – „und das ist gut so“ (dieses Wortspiel kommt in einem Märchen vor. Da war einem Mann aufgetragen worden, als Antwort immer nur „und das ist gut so“ zu sagen, egal in welcher Situation er sich befindet …).
8) Und gern gehe ich in unseren Hausgarten, wenn mir nach Unterbrechung meiner Tätigkeit zumute ist. Ich bin sehr schnell geistig ermüdet und muss öfters eine Pause machen.

Sind Sie ein Kontrollfreak?

Sind Sie ein Kontrollfreak?

Das ist keine schöne Frage, oder? Klingt irgendwie ziemlich unangenehm. Dieses Thema geistert schon seit Jahren durch meinen Hinterkopf.

Kontrolle hat immer eine Rolle gespielt

in meinem Leben. Lange Zeit vor allem, indem andere versucht haben, mich zu kontrollieren. Meine Mutter natürlich vor allem. Es wird zwar nicht so viel gesprochen oder geschrieben (zumindest ist das mein Eindruck), aber ich denke, dass Kontrolle in der Hochsensibilität eine ganz wichtige Rolle spielt. Ich hatte vor Ewigkeiten mal einen Blogbeitrag veröffentlicht mit dem Titel „Die drei schlimmsten Dinge„. In dem Artikel gibt es auch eine Umfrage, bei der bis jetzt 87,6 % aller Antwortenden angegeben haben, dass sie nicht sie selbst sein durften. Und dies kann ja nur geschehen, wenn Kontrolle ausgeübt wird, in welcher Form auch immer.

Immer, wenn wir etwas tun aus uns selbst heraus und wir werden dafür

kritisiert, bewertetet oder vielleicht sogar geschlagen,

versucht jemand uns zu kontrollieren. Jemand versucht dann, uns in eine bestimmte Richtung zu lenken. Was in uns das Gefühl entstehen lässt, wir dürfen nicht sein, wer wir sind, wir sollen keine eigenen Entscheidungen treffen. Was für ein Stress.

Ich habe erst im Verlauf der letzten Jahre verstanden,

dass Kontrolle einem Sicherheitsbedürfnis entspringt.

Und zwar der Person, die kontrolliert. Die kontrollierende Person versucht damit, sich zu schützen, davor, dass jemand sich auf eine Art und Weise verhält, die sie in irgendeiner Form bedroht. Ich habe früher z. B. auch versucht, Menschen dazu zu bringen, sich auf eine bestimmte Art und Weise zu verhalten, z. B. indem sie die gleichen Bücher lesen sollten wie ich.

Das kann durchaus krasse Formen annehmen.

Eine ganz klassische Form der Kontrolle, die Eltern ausüben ist z. B. die Wahl der Kleidung ihrer Kinder. Das klingt jetzt vielleicht erstmal nicht so schlimm und man könnte denken, das ist doch normal, dass Eltern die Kleidung ihrer Kinder aussuchen. Ich finde das nicht normal. Daraus ergeben sich außerdem sehr viele Konsequenzen für das eigene Leben.  Vieleicht haben Sie sich schon gedacht, dass ich damit mein ganzes Leben lang ein Thema mit meiner Mutter gehabt habe. Das erst durch ihren Tod zum Stillstand kam.

Als kleines Kind hat man mich weitgehend in Ruhe gelassen, ich musste zwar ab und an Kleider tragen (die hauptsächlich schrecklich waren, weil sie kratzten), aber ich durfte rumlaufen und aussehen wie ein Junge. Bis ich eine Tages meine heißgeliebte Badehose nicht mehr tragen sollte.

Das gehört sich nicht

war das Argument dazu. Ich weiß heute nicht mehr, wie viel oder wenig Busen man damals schon sah. Vermutlich eher wenig. Das ist auch nicht wichtig.

Jedenfalls war das

der Auftakt zu lebenslanger Kleidungs-Kontrolle.

Wenn ich es so recht bedenke, hatte die Kontrolle meistens mit dem Körper zu tun, also damit, dass man etwas von dem Körper sah, was man besser nicht hätte sehen sollen. Die Röcke waren zu kurz,  man konnte den Bauch sehen usw.

Ich weiß heute gar nicht mehr, wie ich es als Teenager geschafft habe, halbnackt herumzulaufen. So wie Teenager das nun mal tun. Ich glaube, man muss seinen neuen Körper vielleicht zeigen und ausprobieren, wie das auf andere wirkt? Jedenfalls gab es eine weiße Crepe-Bluse, die damals sehr modern waren. Sie war praktisch durchsichtig. Ich erinnere mich an Fahrradtouren, die ich alleine in dieser Bluse unternahm. Wie bin ich damit aus dem Haus gekommen? Meine Mutter hätte mich nicht gehen lassen,

wenn sie mich in diese Aufzug gesehen hätte,

das ist mal sicher.

Mein Auszug von Zuhause führte zu keiner Veränderung.

Es gab weiterhin häufig Bemerkungen und Kritik über mein Äußeres von meiner Mutter. Wenn es keine Worte gab, gab es eben Blicke, sehr beredete Blicke. Und das war wirklich schlimm für mich. Nach jeder Bemerkung fühlte ich mich irgendwie vernichtet,

total falsch.

Manchmal zog ich andere Sachen an, als ich eigentlich anziehen wollte, nur, um Bemerkungen aus dem Weg zu gehen. Ich fühlte mich so ohnmächtig, weil ich meine Mutter nicht daran hindern konnte, meine Kleidung zu kritisieren. Ich habe mich sogar einmal deswegen coachen lassen. Dabei kam aber nichts herum, außer, dass mir dämmerte, dass das Verhalten meiner Mutter nicht richtig ist.

In meinen 40ern begann ich mich zu wehren. Einmal sagte ich meiner Mutter, als wir gemeinsam unterwegs waren und sie schon wieder „so“ guckte: „Geh du vor, dann musst du mich nicht anschauen!“

Irgendwann habe ich ihr sogar per E-Mail

gedroht, den Kontakt abzubrechen,

wenn sie nicht aufhört, Bemerkungen über meine Kleidung zu machen. Das hat sie wohl erschreckt, denn sie gab sich dann eine Weile Mühe, ganz erfolgreich. Nur um irgendwann „zusammenzubrechen“ mit den Worten „Ich kann einfach nicht anders.“

Der Gipfel war, dass ich dann eine Partnerin bekam, die sich ganz genauso verhielt wie meine Mutter! Einmal war ich mit beiden unterwegs, da sagte eine von beiden, „du hast da einen Fleck“ (was ziemlich häufig vorkommt. Ich vermute, es liegt an schlechter Koordinationsfähigkeit meiner Gliedmaßen). Da habe ich zu beiden gesagt, „Ok, da habt ihr ja was, worüber ihr euch unterhalten könnt, ich gehe derweil mal weg.“ Und habe mich einfach ein paar Meter weiter gestellt. Wir haben dann alle darüber gelacht, aber natürlich war es nicht witzig.

Ich habe meiner Partnerin vielfach erklärt, dass das einzige, was sie damit erreicht, ist, dass ich mich schlecht und unzulänglich fühle und rein gar

nichts Positives aus ihren Bemerkungen ensteht.

Sie konnte trotzdem nicht damit aufhören.

Vor ein paar Wochen hat dieses Thema für mich eine ganz grundlegende Veränderung erfahren. Eigentlich eher im Vorbeigehen habe ich im Internet etwas aufgeschnappt. Den genauen Wortlaut weiß ich nicht mehr. Oder wer es gesagt hat. Jedenfalls war der Sinn: was bedeutet es, wenn du ein bestimmtes Kleidungsstück anziehen musst, damit jemand anderer sich wohlfühlt?

Das ist ganz tief in mich hineingefalllen. Das hat mich regelrecht erschüttert. Eines weiß ich jetzt: ich werde mir nie mehr Kleidungs-Kontrolle gefallen lassen!

Kennen Sie so etwas auch aus Ihrem Leben? Wie immer freue ich mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen.

Von Herzen,

Ihre

Monika Richrath

Image by Gerd Altmann from Pixabay 

Wie Sie sich mit der EFT-Klopftechnik in ein neues Lebensgefühl hineinklopfen

Wie Sie sich mit der EFT-Klopftechnik in ein neues Lebensgefühl hineinklopfen

Das ist eine echte Herausforderung für meine Hochsensibilität. Mein Leben fühlt sich im Moment als, als säße ich auf einem rasenden Zug, der immer mehr und mehr an Geschwindigkeit aufnimmt. Zwischendurch werden immer wieder einmal neue Waggons angehängt, was die Fahrt nicht verlangsamt, sondern beschleunigt. Stress pur.

Das hätte ich mir nicht träumen lassen, dass ich innerhalb so kurzer Zeit als Sprecherin auf vier verschiedenen Kongressen auftrete! Es ist natürlich sehr schön, auf das Thema Hochsensibilität aufmerksam machen zu können, und auf meine Arbeit mit dem Intensivkurs.

2010 habe ich meine erste Klopfausbildung angefangen. Die Idee, die

EFT-Klopftechnik mit dem Thema Hochsensibilität zu verbinden,

hatte ich relativ schnell. Es war eine sehr gute Idee, denn ich hatte ja das beste Studienobjekt für meine Zielgruppe, das man sich nur wünschen kann: mich selbst.

Auch wenn ich damals noch keine wirkliche Ahnung von Hochsensibilität hatte. Nur eines wusste ich: dass ich den Stress, die Ängste,

all das Unglück, aus dem mein Leben bestand,

das wollte ich nicht mehr. Obwohl ich natürlich fairerweise sagen muss, einen wirklich bewussten Entschluss mein Leben zu ändern, gab es nicht. (Das wurde wohl woanders entschieden.) Eines kann ich allerdings: Chancen wahrnehmen. Wenn mir etwas vor die Nase gesetzt wird, und ich weiß, oder merke, es ist gut für mich, dann packe ich zu. Und lasse nicht mehr los. Die Verbindung von Klopfakupressur mit dem Thema Hochsensibilität wurde mir übrigens genauso vor die Nase gesetzt. Die Idee für den Intensivkurs auch.

Ich hatte schon lange von einer Art Jahresgruppe geträumt, bin aber vor der eher hochpreisigen Natur zurückgeschreckt. Was irgendwie gut war, denn dann habe ich Andreas Goldemann getroffen und war sofort

fasziniert von seiner Art der Gruppenarbeit.

Ich wusste quasi sofort, dass ich meine Arbeit langfristig ähnlich ausrichten möchte. Das heißt, eine Form von thematischer Arbeit zu Hochsensibilität anzubieten, die zwar vom Angebot her allgemein, aber doch tiefgehend ist, aus der sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann individuell den größtmöglichen Nutzen ziehen können.

Irgendwann hatte ich meine Arbeit von Einzelstunden auf Sitzungspakete umgestellt. Was logischerweise dazu führte, dass ich meine Klientinnen und Klienten über einen mehr oder weniger langen Zeitraum in ihrem Leben begleiten konnte. Dabei hat sich herauskristallisiert, dass bei manchen Menschen sich innere Zustände etabliert haben, die

eine wirkliche Veränderung verhinderten,

auch wenn das Klopfen an sich durchaus wirkte.

Warum das so ist, bzw., worauf es ankommt, habe ich erst vor relativ kurzer Zeit verstanden. 2019 habe ich mich verliebt und das hat eine ganze Kaskade von Ereignissen in meinem Leben ausgelöst.

Letzten Endes hat es dazu geführt, dass ich begonnen habe, mich intensiv

mit dem Thema Trauma,

vor allen Dingen Entwicklungstrauma, zu beschäftigen. Ich habe nicht nur viel über Trauma gelernt, sondern habe selbst eine Traumatherapie begonnen. Was mir dabei geholfen hat, sehr viele Dinge in Sachen Hochsensibilität zu verstehen, z. B.

wo diese inneren Zustände herkommen,

die jegliche Veränderung sabotieren, auch wenn man sich das noch so sehr wünscht.

Und es wurde mir wieder ein passendes, aber sehr wichtiges Detail vor die Nase gesetzt, nämlich, wie man klopfen kann, für sich selbst klopfen kann, ohne dabei traumatische Trigger zu berühren und trotzdem Veränderung bewirken kann. Dabei geht es vor allen Dingen darum, in sich selbst ein Gefühl für Sicherheit aufzubauen. Zwei Dinge sind hierbei besonders wichtig:

Dies benötigt Zeit.

Man kann nicht über Nacht ein anderer Mensch werden. Ihr System hat sich in Ihrem aktuellen Zustand eingerichtet. Mag sein, dass es sich nicht gut anfühlt, aber es ist vertraut. Höchstwahrscheinlich wird sich Ihr System nur zögerlich auf Veränderung einlassen, aber das ist o.k. Sie benötigen diese Zeit.

Ich selbst habe diese Zeit natürlich auch benötigt. Wenn man aber bedenkt, dass ich 40–45 Jahre ein sehr unglücklicher depressiver Mensch war, und sich innerhalb von 1–2 Jahren fast täglichen Klopfens mein Leben vollkommen verändert hat, ist diese Zeitspanne sehr kurz.

In dieser Zeit habe ich herausgefunden, dass ich ein total fröhlicher, optimistischer Mensch bin.

Heute sprudele ich nur so über vor Lebensfreude

– meistens jedenfalls.

Was mich (vielleicht) von anderen Menschen unterscheidet, die keinen so durchschlagenden Erfolg mit der Klopfakupressur hatten, ist: Beharrlichkeit. Ich höre so oft von Menschen: „Ja, EFT kenne ich, habe ich mal gemacht, hat mir gut getan, hat gewirkt, habe ich aber aufgehört.“

Glauben Sie mir, ich bin gar nichts Besonderes. Es gibt nur einen Grund, warum ich es geschafft habe,

mich in ein ein ganz neues Lebensgefühl hineinzuklopfen:

ich bin einfach dabei geblieben! Die Klopfakukpressur entfaltet ihre stärkste Wirkung am besten langfristig. Das ist das ganze Geheimnis.

Was mich zu der letzten Zutat bringt: Klopfen mit Begleitung. Durch das Coaching habe ich schon gemerkt, dass Begleitung ein ganz entscheidender Faktor ist bei Veränderungsprozessen. Ich habe mir also Gedanken gemacht, wie ich Sie als Gruppe begleiten kann und dafür gute Lösungen gefunden.

Jetzt, wo alles beisammen ist, kann es losgehen:

mein Intensivkurs geht online!

Das Ziel des Kurses ist also, Ihnen die Möglichkeit zu geben, langfristig Stress, Überforderung und Erschöpfung aus der Hochsensibilität aufzulösen, damit Sie ein neues Lebensgefühl entwickeln können, in dem Sie sich sicher und wohl in sich selbst und der Welt fühlen können. Und damit das auch geschehen kann, ist der Kurs wirklich langfristig angelegt. Die einzelnen Module sind so aufgebaut, dass Sie zu dem jeweiligen Modulthema Informationen bekommen, es gibt eine u. a. eine jeweilige vorbereitende Übung zu der gemeinsamen Live-Klopfsession (die natürlich auch aufgezeichnet wird). Sie bekommen danach von mir eine Klopfanleitung bis zur nächsten Session. Alle zwei Wochen treffen wir uns online zu einer live Q+A Session, wo Sie mir Ihre Fragen stellen können.

Ich möchte noch betonen, dass in der Live-Klopfsession wir

alle gemeinsam an einem Thema arbeiten.

Ich habe hier ein sehr gut funktionierendes Workshop-Konzept entwickelt. Zu keinem Zeitpunkt werden wir die Themen einzelner Personen vor der Gruppe beklopfen. (Diese Arbeit von Gruppenarbeit ist in der Klopfergemeinde sehr verbreitet, finde ich aber für hochsensible Menschen vollkommen unpassend.)

Ihr täglicher Aufwand für den Kurs beträgt ca. 10–15 Minuten, aber Sie können natürlich auch mehr Zeit investieren. Es gibt in jedem Modul zahlreiche Bonustracks mit hilfreichen Übungen, die Sie je nach Belieben verwenden können, aber nicht müssen.

Der Kurs ist noch nicht vollständig fertig, was Ihnen die Gelegenheit gibt, die Inhalte noch mitzugestalten, wenn Sie das möchten.

Mir gibt es die Gelegenheit, Ihnen

den Kurs zu einem ganz unschlagbaren Preis anzubieten.

Ansonsten habe ich mir überlegt, den Kurs 4 mal im Jahr anzubieten, um Ihnen die Entscheidung für eine Teilnahme zu erleichern. Konkret bedeutet dies, dass Sie den Kurszugang vom 21. bis zum 27. April 2023 kaufen können. Sie können dann sofort starten. 

Mir ist wichtig, dass Sie sich ruhigen Gewissens für den Kurs entscheiden können. Es gibt kein Risiko für Sie. Sie können bis zu 30 Tage nach dem Kauf den Kurs zurückgeben, wenn es Ihnen nicht gefällt. Dann wird Ihnen der Betrag rückerstattet. Sie haben also nichts zu verlieren. Aber so unendlich viel zu gewinnen. Probeiren Sie es einfach aus. Ich zeige Ihnen, wie Sie entspannt Stress, Überforderung und Erschöpfung loslassen und in ein neues Lebensgefühl kommen können.

Am 21. April geht es los! Sind Sie dabei? Ich freue mich auf Sie!

Von Herzen, Ihre

Monika Richrath

 

Female Revolution Onlinekongress

Female Revolution Onlinekongress

Diese Woche unterhalte ich mich mit Sabrina Haar, der Organisatorin des Kongresses Female Revolution.

Liebe Sabrina, was hat dich dazu gebracht, einen Online-Kongress veranstalten zu wollen?

Das kam bei mir mit einem Spaziergang am Rhein. Ich liebe es mich über die Natur mit dem großen Ganzen zu verbinden. Hab im Austausch damit nachgefragt, wie es für mich beruflich weiter geht und wie ich meine Berufung leben kann. Als ich zuhause ankam, hatte ich eine Mail im Postkasten, die mich wie magisch anzog. Da war klar: ich mach einen online Kongress und da ich Frauen helfen will in ihre eigene Kraft zu kommen, geht es in dem

online Kongress um weibliche Spiritualität und Selbstheilung.

Also ein klarer Fall von Synchronizität also 🙂

Ok, in dem Kongress geht es auch um unsere weibliche Kraft. Was stellst du dir denn darunter vor, bzw. was bedeutet “weibliche Kraft” für dich?

Sabrina Haar organisiert den Kongress Female RevolutionDarunter verstehe ich das zu leben, was sehr lange von jeder Frau und auch von der Gesellschaft unterdrückt wurde:

  • Gefühle fühlen und zulassen
  • das Leben so wie es ist fließen und sein zu lassen ohne etwas wegmachen oder verdrängen zu wollen
  • in Frieden mit sich selbst und mit anderen zu leben
  • voll und ganz mit dem eigenen Herzen verbunden zu sein und von Herzen zu leben

und mit den Rhythmen der Natur und des eigenen Körpers zu leben

Natürlich gibt es da noch so viel mehr. Das ist allerdings das was mir dabei aktuell sehr am Herzen liegt. Wir sind ja alle auf einem Weg und entwickeln uns 😉

Das heißt, der Kongress richtet sich auf jeden Fall an Frauen, die auf dem Weg sind oder die sich eigentlich auf den Weg machen wollen, aber entweder nicht wissen, welchen Weg sie einschlagen sollen oder die einfach nicht vorankommen, egal, was sie unternehmen?

Ja genau. Oft habe wir schon

sehr viel theoretisches Wissen angehäuft,

können Muster und Glaubenssätze benennen und wissen doch noch nicht, wie wir das ganze verändern können. Dabei hilft der Kongress. Er bleibt auch nicht nur theoretisch sondern es gibt Heilung Sitzungen (Theta Technik zur Herzheilung), Übungen und Anleitungen der Expertinnen. Wir schauen wirklich ganz genau hin, was der Grund dafür sein kann, wenn sich etwas nicht vorwärts bewegt im eigenen Leben. Das Ziel ist es absolut kraftvoll zu sein und immer mehr zu werden – als Frau.

Wir hatten ja schon in meinem Interview darüber gesprochen, dass eine ganze Reihe Aspekte

auch das Thema Hochsensibilität zu berühren scheinen.

Magst du vielleicht etwas von deiner Geschichte erzählen – ich glaube, das ist das, was Menschen am meisten begeistert, der Mensch hinter einem Projekt?

Na klar. Meine Geschichte beginnt, wie das bei vielen so ist, mit einer tiefen Krise. Ich hatte eine schamanische Aufstellung gemacht und plötzlich war mein Leben über Nacht pech schwarz. Ich hatte

eine schwere Depression mit all den Symptomen

die so dazu gehören und keine Ahnung, was eigentlich passiert war. Zu dem Zeitpunkt kannte ich mich mit Energiearbeit noch Null aus.

Zuerst vertraute ich mich der Schulmedizin an und dachte die üblichen therapeutischen Verfahren würde mir helfen. Das war allerdings nicht so. Es wurde nicht besser.

Dann machte ich mich auf die Suche nach Methoden und Möglichkeiten wie ich mir selbst helfen konnte. Die Liste an Methoden, die ich getestet habe, ist wirklich sehr lang. Denn ich kam – obwohl es sehr nahe lag (hatte ja eine Familienaufstellung gemacht) nicht auf die Idee, dass dort die ganzen Schwierigkeiten herkamen.

Ich konnte nämlich nicht loslassen.

Wo andere z. B. das Systemische Klopfen nutzen um vorwärts zu kommen, bewegte sich bei mir mit dieser Methode nichts.

Oh, ich kenne das gut, das endlose Suchen nach einer Methode … Letzten Endes bist du aber doch fündig geworden?

Genau 🙂 Der lange

Weg endete mit der Klopfakupressur und der Theta Technik,

die ich beide als Ausbildung auf dem Weg genießen durfte und mit dem Schamanismus. Heute ist die Depression weg und ich will meine ganzen Erfahrungen nutzen um sie an andere Frauen, denen es vielleicht noch so geht – wie es bei mir war-  weiter zu geben. Besonders wichtig ist es mir dabei von Herzen meine Herzenswerte zu leben.

Was meinst du damit?

Mit den Herzenswerten meine ich die Werte, die unsere Seele/unser Leuchten/ unsere Essenz ausmachen. Die sind bei jedem anders und jeder will etwas anderes in diesem Leben ausleben. Die Herzenswerte sind für mich der Kompass in meinem Leben. Nicht so sehr  das “was will ich leben”, sonder mehr das “wie will ich es leben”. Wenn ich meine Herzenwerte kenne, kann ich mich in allen Lebensbereichen danach ausrichten.

Könntest du mir ein Beispiel dafür geben?

Klar,

einer meiner Herzenswerte ist Freiheit.

Wenn ich also versuchen würde mich in einem Beamtenjob unterzubringen, wäre das absolut nicht passend. Ich würde dort nicht glücklich werden. Wenn ich statt dessen allerdings als Selbständige arbeite, habe ich diese Freiheit und fühle mich wohl. Das lässt sich natürlich auf die anderen Lebensbereiche übertragen.

Ok, verstehe. Hast du etwas, was du gerne noch unbedingt loswerden möchtest?

Habe ich 🙂 Ich finde um sich im eigenen Leben so richtig wohl zu fühlen ist es wichtig, dass eine Frau – allerdings gilt das auch für Männer-

von innen nach außen lebt

und nicht andersherum. Nur wenn ich mich mit dem wohl fühle was ich tue, kann ich kraftvoll durch Leben gehen. Dazu gehört für mich auch, dass ich darauf achte wie es meinem Körper geht, in welcher Jahreszeit wir leben z.B.im Winter weniger Aktivität als im Sommer und wo wir in unserem weiblichen Zyklus gerade stehen. Es geht darum mit sich zu leben, das zu ehren, anzunehmen und da sein zu lassen statt gegen sich. Das Leben ist ein Fluss, also lasst uns damit fließen.

Oh, das klingt sehr schön. Wenn ich das so lese, berührt das in mir eine ziemlich tiefe Sehnsucht … Vielleicht, weil das Dinge sind, die in der Hochsensibilität häufig schwierig sind, z. B. die Verbindung mit dem eigenen Körper.

Oder, weil es

dieses tiefe Wissen in dir gibt,

dass diese weibliche Seite noch mehr ausgelebt werden will? Warum auch immer: diese Sehnsucht fühlen viele Frauen.

Um diese Sehnsucht geht es auch in deinem Kongress, oder?

Ja genau. Es geht darum, wie ich in Kontakt mit meinem ewigen wahren Selbst komme. Die pure echte Lebendigkeit und Anbindung an den Ort von dem wir alle herkommen – nach mehr vom Leben auf unsere eigene -weibliche- Weise.

Das ist ja jetzt ein sehr schönes Schlusswort, Sabrina. Wann geht es denn los?

Wir starten am 14. Mai 21 und jede Frau ist herzlich eingeladen mitzumachen! Wenn du -die diesen Artikel liest- also den inneren Call fühlst, dass der Kongress für dich ist: dann melde ich gerne an: www.female-revolution.de

Ich freue mich auf dich!!

Danke, Sabrina, für das Gespräch. Ich wünsche uns einen wundervollen Kongress mit vielen Erkenntnissen und Inspirationen!

Ich danke dir liebe Monika für dieses Interview!

de_DEDeutsch