Die Wahrheit über Hochsensibilität?

Die Wahrheit über Hochsensibilität?

Eigentlich hatte ich es mir schon in der Überzeugung gemütlich gemacht, dass Hochsensibilität offenbar doch etwas mit Trauma zu tun hat. Früher bin ich nicht dieser Ansicht gewesen, aber je mehr ich mich mit dem Thema Trauma beschäftigt habe, umso deutlicher schien sich dort ein Zusammenhang abzuzeichnen. Bei praktisch allen Menschen, die ich kennen gelernt habe und kennen lerne, stellt sich früher oder später heraus, dass ein traumatischer Hintergrund besteht, so dass ich diesen Zusammenhang (zähneknirschend) akzeptiert habe.

Nun habe ich aber im Laufe des Online-Kongresses von Lisa Laufer Vom Jobfrust zur Jobmagie erfahren, dass dies gar nicht so ist.

 

Ich habe beim Kongress in dem Gespräch mit Kathrin Sohst erfahren, dass es interessante Studien zu dem Thema gibt, die auf eine ganz andere Ursache von Hochsensibilität hinweisen. Denn offenbar wird mittlerweile in und zu diesem Thema geforscht! Und habe gleich einen ganz neuen Begriff gelernt (der mir sehr viel besser gefällt als Hochsensibilität):

Neurosensitivität

Der Wissenschaftler Michael Pluess der Queen Mary University of London bezeichnet damit die „Fähigkeit, Umgebungsreize zu registrieren und zu verarbeiten.“ Ganz einfach. Ganz neutral. Ohne irgendeine Form von schlechtem Beigeschmack.

Zwei Studien aus dem Jahr 2018 geben Aufschluss darüber, dass der Anteil hochsensibler Menschen in der Bevölkerung mitnichten 15–20 % beträgt, wie bislang angenommen. Die Studien von LIONETTI ET AL., 2018; PLUESS ET AL., 2018) zeigen vielmehr auf, dass Sensitivität zwar angeboren ist, aber nicht in jedem Menschen gleich vorhanden ist. Pluess kam in seiner Studie  mit 906 Psychologie-Studenten zu dem Schluss dass Sensitivität in Menschen etwa folgendermaßen verteilt ist: 

  • 29 % wenig sensitiv
  • 40 % mittelsensitiv
  • 31 % hochsensitiv.

Das bedeutet: wir sind eigentlich nichts Besonderes. Wir sind keine besseren Menschen oder so. Wir können einfach mehr wahrnehmen. Punkt.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, wenn Sie dies lesen. Ich war, als ich es hörte und dann nachrecherchiert habe, einfach nur erleichtert. Habe mich dann daran erinnert, dass ich schon immer das Gefühl hatte, dass die Zahl 15–20 % an angeblichen Hochsensiblen einfach viel zu niedrig gegriffen war und dass ich früher, sehr viel früher, eigentlich auch davon ausgegangen bin, dass Sensitivität einfach nur Persönlichkeitsmerkmal ist, aber damals war die Forschung einfach noch nicht so weit und ich hatte zwischenzeitlich mein Interesse auf andere Dinge gelenkt.

Das ist aber noch nicht alles.

Man weiß ja heute, dass sich das Gehirn entsprechend den Erfahrungen in der frühen Kindheit „formt“ und darüber bestimmt, wie wir auf Reize reagieren. Konkret bedeutet dies, wenn sich in unserer Kindheit gute und schlechte Dinge die Waage halten, werden wir eine generelle Sensitivität entwickeln. Erleben wir jedoch in unserer Kindheit sehr viel Stress und erfahren wenig Unterstützung, entwickeln wir vielleicht eine 

Vulnerabilität

also eine Empfindlichkeit gegenüber Bedrohungen, Stress, Ängsten usw.

Dies muss aber nicht zwangsläufig so sein. Erfahren wir in der Kindheit vorwiegend Unterstützung, so können wir eine

Vantage-Sensibilität

entwickeln (Vantage: Vorteil). Die Wissenschaftler Tom Boyce und Bruce Ellis hatten bereits vor längerer Zeit die Begriffe „Löwenzahn- und Orchideenkinder“ geprägt. Die Löwenzahnkinder werden als robust betrachtet, belastbar, anpassungsfähig. Die Orchideenkinder sind hingegen sehr viel empfindlicher. Allerdings können sie sich in einem unterstützenden Umfeld so gut entwickeln, dass sie gesünder und belastbarer sind als Löwenzahnkinder. Denn eines ist dabei ganz wichtig:

die Fähigkeit, Positives wahrzunehmen.

Denn diese helfen ja dabei, mit dem Negativen fertig zu werden.

So kommt es also nicht nur auf die Wahrnehmung an sich an, sondern auch, ob wir Gutes und Schlechtes wahrnehmen und verarbeiten können.

Prof. Dr. Michael Pluess hat bereits in einer früheren Studie 2015 vier verschiedene Sensitivitätstypen unterschieden. Zu den drei o. g. kommt noch der Typ mit einer niedrigen Sensitivität hinzu.

Wie verarbeiten die unterschiedlichen Typen Reize?

Jemand mit niedriger Sensitivität wird sowohl positiven als auch negativen Reizen gegenüber nur eine geringe Sensitivität aufweisen.

Menschen mit einer generellen Sensitivität zeigen gegenüber positiven und negativen Reizen eine hohe Sensitivität.

Jemand mit einer vulnerablen Sensitivität zeigt eine erhöhte Wahrnehmung für negative Reize und geringe Wahrnehmung von positiven Reizen.

Und schließlich wird jemand mit einer Vantage-Sensibilität eine erhöhte Wahrnehmung für positive Reize zeigen und eine geringere Wahrnehmung von negativen Reizen.

Natürlich sind solche Typisierungen immer mit Vorsicht zu betrachten. Was mir bei Prof. Pluess ganz und gar fehlt, sind die Menschen, die aufgrund eines superschlechten Umfeldes nicht die Gelegenheit hatten, ein empathisches Gehirn zu entwickeln und in der Folge keine Sensitivität entwickeln können.

Ich selbst finde mich in dieser Aufstellung gar nicht wieder, denn ich stehe sowohl mit einem Bein in  Vulnerabilität als auch in  Vantage, habe also allem gegenüber eine hohe Wahrnehmung. Dort habe ich mich hingearbeitet durch beständiges Klopfen. Und es gibt sogar eine Studie, die zeigt, dass Menschen mit einer vulnerablen Sensitivität diese auch verändern können. Zwar geht es in der Studie um ein achtwöchiges Achtsamkeitstraining, aber es gibt sicherlich sehr viel mehr Wege aus der Vulnerabilität heraus als diesen einen. Ich selbst bin dafür ja das beste Beispiel. Mir hat die Klopfakupressur sehr geholfen.

Ich weiß noch nicht, was ich selbst mit den Informationen anfange, die ich erhalten habe. Vielleicht werde ich in Zukunft nur noch von hochsensitiven Menschen sprechen …

Wie geht es Ihnen jetzt nach dem Lesen des Artikels? Können Sie sich dort wiederfinden? Haben Sie sich vielleicht sogar schon in eine andere „Gruppe“ gearbeitet? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Von Herzen, Ihre

Monika Richrath

Bild von Karina Förster auf Pixabay 

Der Sinn des Ganzen

Der Sinn des Ganzen

Eigentlich war ich, seit ich mich erinnern kann, eine eingefleischte Pessimistin. Sozial gestört, depressiv, konnte ich mir gar nicht vorstellen, wie sich das Leben eines optimistischen Menschen anfühlen könnte. Optimistische Menschen hatten für mich irgendwie „einen Hau weg“, die die bittere Realität verleugneten. 

Ich wusste noch nichts darüber,

dass Bewusstsein Realität erschafft.

Grundsätzlich ging ich davon aus, dass am Grunde von allem Traurigkeit ist und Freude nur eine dünne Oberfläche darüber.

So ging das mein ganzes Leben lang, über die frühen Jugend- bis in die mittleren Erwachsenenjahre, wo sich Dinge ganz langsam verschoben und entfalteten. Die Klopfakupressur hatte daran übrigens einen ganz entscheidenden Anteil.

Durch das Klopfen entdeckte ich zum einen das wahre Wesen der Dinge: Dass am Grunde von allem Freude ist und diese Freude von Trauer und Traurigkeit überlagert werden kann. Zum anderen entdeckte ich durch das Klopfen auch, dass ich keine gestörte, depressive Persönlichkeit bin, wie bis dahin angenommen, sondern dass in mir ein überaus fröhlicher, optimistischer Mensch steckt, ja sogar, dass

ich durch und durch Optimistin bin.

Noch eines habe ich seitdem gelernt (ich halte es für eine der wichtigsten Lektionen meines Lebens überhaupt!): dass alles, was mir in meinem Leben widerfährt, einen Sinn für mich hat. Auch wenn ich ihn nicht immer sofort zu erkennen vermag. (Tatsächlich dauert es manchmal sogar Jahre, bis ich sagen kann: gut, dass diese oder jene Sache, die ich mir so sehnlich gewünscht habe, nicht geschehen ist!) Das gilt natürlich auch für schwierige Dinge. Wenn ich z. B. nicht an Fibromyalgie erkrankt wäre, hätte ich vielleicht niemals den Mut gefunden, mich auf in ein Leben zu machen, das mir gemäß ist und mich noch viel, viel länger in Arbeitsstrukturen herumgequält, für die ich weder das psychische, noch das physische Rüstzeug besaß.  Vielleicht hätte es auch sehr viel länger gedauert, bis ich meine Hochsensibilität entdeckt hätte …

Ich will jetzt aber nicht zu weit abschweifen. Für mich sind meine neu (wieder)entdeckte Fröhlichkeit und mein unverbesserlicher Optimismus Meilensteine in meiner Entwicklung, die nicht nur mein ganzes Leben verändert haben, sondern sich immer wieder als äußerst nützlich erweisen, z. B. ganz besonders in der aktuellen Lage.  

Hatte ich mich in den ersten Tagen noch mitreißen lassen von der Berichterstattung in den Medien, habe ich aber sehr schnell gemerkt, dass mir das

sehr viel zusätzlichen Stress

verursacht. Ich fand die den ganzen lieben langen Tag lang zur Verfügung gestellten Informationen nicht wirklich hilfreich, da viel zu widersprüchlich, eher heizen sie die allgemeine Verwirrung an, als dass sie beruhigen. Also habe ich getan, was ich eigentlich immer tue: ich habe aufgehört, die Nachrichten zu gucken. Die wichtigsten Informationen wurden mir sowieso immer persönlich zugetragen.

Ich habe mich natürlich relativ bald gefragt,

was wohl der Sinn dieser Pandemie sein könnte?

Nach ein paar Tagen zuhause, als ich das erste Mal wieder rausging, habe ich unendlich gestaunt über die wunderbare, weiche, leichte Luft. Ich habe mich sofort in dieses neue Element verliebt. Wenn ich mich draußen aufhielt, wurde ich sofort leicht und froh, nur, weil dieses Schöne Neue um mich herum war.

Und natürlich konnte ich so zum ersten Mal ermessen, wie verseucht die Luft also normalerweise sein muss, wenn es jetzt so einen krassen Unterschied im Erleben gibt. Mir scheint, so etwas habe ich noch nie eingeatmet. (Aber ich weiß natürlich nicht, wie es als Kind war, damals gab es ja sehr viel weniger Autos als heute.)

Es ist vielleicht etwas schräg, aber ich habe das Gefühl, dass die Natur durch die schöne Luft für mich viel erreichbarer geworden ist. Jetzt möchte ich draußen sein, nicht nur, weil die Sonne scheint, sondern weil ich mit allem verbunden sein und mich als Teil der Natur erleben möchte …

Diese schöne, neue Luft empfinde ich als ein Geschenk, auch als ein Sinn-Geschenk. Und dann lief auch noch auf Terra X ausgerechnet der Dreiteiler „Anthropozän“, in dem es um die Veränderungen geht, die der Mensch auf der Erde bewirkt (hat). In der Folge „Luft“ erzählt ein Mensch von der Nasa dem Moderator Dirk Steffens, dass jedes Jahr acht Millionen Menschen sterben, deren Tod direkt auf die Luftverschmutzung zurückzuführen ist. Acht Millionen jährlich? Irgendwie kann ich die ganze Corona-Aufregung nicht wirklich verstehen. Da fehlen mir die Relationen, für mich nehmen sich die 200.000 Corona-Toten (zum Zeitpunkt an dem ich diesen Artikel schrieb) weltweit ja fast lächerlich dagegen aus … Ich bin ja keine Wissenschaftlerin, aber es wäre durchaus denkbar, dass die Menschen, die an Corona sterben, sowieso in den acht Millionen enthalten sind, da die Luftverschmutzung sich ja vor allem auf die Atemwege auswirkt.

Eine andere Sache, die ich ebenfalls sehr genossen habe (und ich denke, viele hochsensible Menschen werden mir da zustimmen), ist die Stille auf den Straßen, der reduzierte Verkehr, das fehlende Gewusel …

Auch in mir selbst ist es schlagartig ruhig geworden.

In der letzten Zeit bin ich sehr viel unterwegs gewesen. Jetzt fand ich es sehr wohltuend, viel, viel Zeit in meiner Wohnung zu verbringen und meinen eigenen Raum in aller Ausführlichkeit zu genießen.

Interessanterweise habe ich ganz von alleine, ohne, dass ich es mir irgendwie vorgenommen hätte, einen ruhigeren Gang eingeschlagen. Mir wurde bewusst, wie erschöpft und ruhebedürftig ich im Grunde genommen bin und habe ganz ohne schlechtes Gewissen meinen Blog erstmal auf Eis gelegt und mich weitestgehend aus den sozialen Netzwerken zurückgezogen. Auch das fand ich sehr angenehm. Auch die Ruhe im oder auf dem Computer hat mir gut getan. Ich habe sogar darüber nachgedacht, das Bloggen aufzugeben. Mich aber dagegen entschieden. Ich habe noch so viel vor und so viel zu sagen. Aber vielleicht kommt in absehbarer Zeit nur noch alle zwei Wochen ein neuer Artikel, das habe ich noch nicht entschieden.

Über Whatsapp bekam ich in der Sinnfrage einen kleinen Clip, in dem es darum ging, dass ein Sinn dieser Krise sein könnte, uns an

die Wichtigkeit des menschlichen Kontakts zu erinnern.

Das erscheint mir auch ein sehr guter Sinn zu sein. In der ersten Woche habe ich auf der Straße allen Menschen ins Gesicht gesehen, weil es etwas sehr Kostbares geworden war. Später habe ich begonnen, mehr zu telefonieren und mich auszutauschen …

Jetzt bin ich allerdings ziemlich traurig, die Maßnahmen wurden vor kurzem gelockert und schlagartig war es vorbei mit der guten Luft …

Mittlerweile ist das Tragen von Masken Pflicht und das finde ich wirklich sehr gruselig und verunsichernd. Ich merke, dass jedes Mal, wenn mir ein Mensch mit Maske begegnet, eine ganz archaische Furcht in mir aufsteigt, weil es mir durch die Bedeckung des Mundes schwer fällt, den Menschen einzuschätzen in dem Sinne von „Freund oder Feind“ und grundsätzlich ich das Tragen von Masken mit Terrorismus und Kriminalität in Verbindung bringe …

Wie geht es Ihnen? Welchen Sinn können Sie in dem ganzen entdecken? Wie geht es Ihnen mit der Maskenpflicht? Ich freue mich, wenn Sie mir schreiben und Ihre Erfahrungen mit uns teilen.

Herzlichst, Ihre

Monika Richrath

P.S. Falls Sie das Klopfen mit der Klopfakupressur mal ausprobieren möchten, können Sie sich hier in meinen kostengünstigen E-Mail-Kurs eintragen.

 

Image by Gerd Altmann from Pixabay 

 

 

So lösen Sie Widerstände auf

So lösen Sie Widerstände auf

Seit ich im Jahre 2010 mit meiner Klopfakupressur-Ausbildung begonnen habe, habe ich unzählige unterschiedliche Klopftechniken kennengelernt und eingesetzt. Aber keine hat mein Leben so tiefgreifend verändert wie die „Ja-Aber-Technik“ von Dr. Susanne Marx (die übrigens meine Klopflehrerin ist), die diese vergangenes Jahr beim Klopf-Kongress vorgestellt hat. Daher möchte ich Ihnen an dieser Stelle dieses unglaublich geniale Tool vorstellen.

 

Die Ja-Aber-Technik beschäftigt sich mit Widerständen. Immer, wenn wir etwas verändern möchten, es aber partout nicht erreichen können, haben wir es mit Widerständen zu tun.  Widerstände sind unglaublich mächtige Glaubenssätze, die wir über uns und die Welt entwickelt haben, vielleicht sogar zu einem Zeitpunkt, an dem wir Dinge noch gar nicht in Worte fassen konnten.

Als Säuglinge, Kleinkinder oder aber auch schon im Mutterleib sind wir extrem schutzlos und auf Hilfe und Unterstützung angewiesen. Ohne diese besondere Zuwendung können wir nicht überleben.

Dabei hilft es uns, alles, was wir erleben, in einen Kontext einzuordnen, womit wir im Grunde genommen ja auch als Erwachsene nicht aufhören.

Allerdings gibt es einen sehr entscheidend Unterschied zu unserem Leben als Erwachsene. Als Baby fehlt uns bis zu einem gewissen Alter die Fähigkeit zur Abstraktion und distanzierten oder kritischen Betrachtung. Alles, was wir erleben,  beziehen wir auf uns. Wir können gar nicht anders,

als uns als den Mittelpunkt unserer Welt zu sehen.

Das ist einfach natürlich so vorgegeben.

Selbst, wenn dieses System uns beim Überleben nützt, so ist es doch sehr fehleranfällig, nämlich dadurch, dass uns in diesen Augenblicken die Fähigkeit fehlt, das ganze Bild zu sehen. Wir sehen nur: Mama macht dies und Papa das, aber wir sind nicht in der Lage, die Ursache des Verhaltens von Mama und Papa wirklich zu verstehen. Wir geben uns dann eine Erklärung, nämlich z. B. die, dass Mama und Papa sich so und so verhalten, weil wir etwas gemacht haben, was nicht gut war oder auch, dass wir nicht gut (genug) sind. Aus diesen Erklärungsversuchen bilden sich dann unsere Grundüberzeugungen.

Sie glauben gar nicht, wie viele Menschen sich mit Glaubenssatz

„Ich bin nicht gut genug.“

herumplagen. Ich selbst übrigens auch. Sharon King schreibt in ihrem Buch über Matrix Birth Reimprinting Heile Deine Geburt, heile dein Leben*, dass dieser Glaubenssatz z. B. alle dienigen betrifft, die den Zeitpunkt ihrer Geburt nicht selbst bestimmen durften, also durch einleitende Geburtsmaßnahmen, Kaiserschnitt etc. auf die Welt gekommen sind.

Nicht gut genug zu sein ist ein sehr mächtiger Glaubenssatz, der sich in alle Lebensbereiche hinein erstrecken und ausbreiten kann. Letzten Endes ist es ein Satz, der uns wirklich davon abhalten kann, unser Potential zu leben, in welcher Richtung auch immer.

Kommen wir zu zurück zu den Widerständen.

Stellen wir uns vor, Sie suchen eine neue Arbeitsstelle, aber egal, was Sie unternehmen, es klappt einfach nicht. Ihr Glaubenssatz, nicht gut genug zu sein, sorgt dafür, dass Sie gar nicht erst in die Situation kommen müssen, dies zu empfinden.

Denn letzten Endes geht es immer um Ihre Sicherheit.

Ihr System weiß ja schon, dass dies für Sie viel Stress bedeutet, vor dem es Sie schützen will. (Vielleicht ist Sicherheit im Zusammenhang mit Hochsensibilität ganz besonders wichtig, weil wir möglicherweise einfach zu wenig Sicherheit erfahren haben zu den Zeiten, an denen es besonders wichtig gewesen wäre.)

Sie können das im Grunde auf jede beliebige andere Situation übertragen, z. B. Beziehung, Wohlstand, Wohnung usw.

Es gibt viele verschiedene Gründe für Widerstand,

z. B. Sicherheit ist ein sehr großes Thema.

Manchmal wird eine Entwicklung boykottiert durch die inneren Systeme (die inneren Wächter), weil sich das gewünschte Ergebnis einfach nicht sicher anfühlt, also im Grunde genommen, gefürchtet wird. Manchmal nicht für uns, manchmal aber auch nicht für andere. (Dies kann z. B. der Fall sein, wenn wir glauben, dass wir für andere sorgen oder Verantwortung übernehmen müssen).

z. B. Loyalität

Es kann z. B. vorkommen, dass wir Ansichten und Lebensweisen unserer Eltern oder anderer Menschen übernommen haben. Manchmal ist es das einzige, was uns wirklich mit diesen Menschen verbindet. Dann können wir einfach nicht loslassen, weil wir das Gefühl haben, diese Menschen dann zu verraten.

z. B. Selbstbild

Dies ist ein äußerst starker Widerstand. Wenn ich ein bestimmtes Bild von mir habe, kann es sehr bedrohlich sein, dieses Bild von mir loszulassen. In dem Artikel „Eine Frage der Identität“ habe ich mehr dazu geschrieben.

z. B. etwas nicht wert sein

Manche Grundüberzeugungen können sich miteinander verschränken und verstärken. Aus der Überzeugung ich bin nicht gut genug kann sich sehr schnell die Überzeugung entwickeln, etwas nicht zu verdienen. Das ist nur ein winziger Schritt.

z. B. keine Erlaubnis haben

Sie werden sich wundern, was bei diesem Widerstand alles zum Vorschein kommen kann. Nicht nur, dass man sich selbst häufig die Erlaubnis verweigert, etwas zu bekommen oder zu tun, nein, auch die Familie, die Arbeitskollegen, Partner*in, Exen, Gesellschaft, Gott und  sogar das Unviersum können Ihnen etwas nicht erlauben (wenn Sie dies glauben).

z. B. Groll

Manchmal ist das eigene Leid, alles, was man hat. Dann kann man das Gefühl entwickeln, dass man umsonst gelitten hat, wenn man den Groll loslässt. (Das ist sehr verständlich, aber trotzdem ein Eigentor, denn Groll schadet letztendlich nur dem eigenen Körper und der eigenen Psyche und nicht der Person, der man grollt.)

Und natürlich kann es einen sehr großen Widerstand gegen Veränderung selbst geben. (Deswegen beginnt man beim klassischen Klopfen ja jeden Satz mit „Auch wenn …“ um dem Widerstand der Veränderung mit diesem Thema vorbeugend zu begegnen.)

Wenn wir das Gefühl haben, dass alle Veränderung irgendwie bedrohlich ist, wird es uns natürlich schwer fallen, Veränderung überhaupt zu begrüßen.

Das Problem mit den Widerständen ist, dass man sie zum einen in der Regel nicht kennt, zum anderen nicht weiß, wo sie herkommen.

Und da kommt die geniale Ja-aber-Technik ins Spiel. Es ist nämlich gar nicht notwendig, zu wissen, wo die Widerstände herkommen um sie auflösen zu können. Auch das Auflösen ist denkbar einfach, fast schon langweilig. Aber das bedeutet, dass im Grunde genommen jedeR das machen kann, ohne in alten Wunden herumstochern zu müssen. Und ich verspreche Ihnen: es ist unglaublich effektiv!

Sie formulieren einen gewünschten Satz mit dem gewünschten Ziel.

Sie testen diesen Satz kinesiologisch aus mit Ja/Nein.

Sollte sich herausstellen, dass es einen Widerstand gibt, klopfen Sie diesen ganz klassisch mit der „negativen“ Form („Auch wenn ich nicht …) 2 Runden.

Dann testen Sie wieder kinesiologisch aus. Es hat dann auf jeden Fall eine Veränderung gegeben. Wenn nicht von einem „Nein“ zu einem „Ja“, doch immerhin zu einem „Vielleicht“ oder „Unentschieden“. Das ganze Prozedere können Sie ja zu einem späteren Zeitpunkt wiederholen.

Es geht übrigens auch ohne das kinesiologische Austesten. Frau Dr. Marx verwendet in ihrem Miniworkshop, den ich hier verlinke, eine andere Technik, die jedeR anwenden kann.

Jetzt bin ich natürlich neugierig, ob Sie die Ja-aber-Technik ausprobiert haben, welche Erfahrungen Sie damit gemacht haben und welche Veränderungen sich dadurch für Sie ergeben haben.

Von Herzen, Ihre

Monika Richrath

Die drei schlimmsten Dinge

Die drei schlimmsten Dinge

Ich sage es Ihnen am besten gleich – wo Sie noch aufhören können zu lesen – dieser Artikel könnte etwas in Ihnen antriggern und Stress auslösen. Darum möchte ich, bevor ich einsteige, einmal ausdrücklich sagen: Sie lesen auf eigene Gefahr und ich bin nicht verantwortlich für eventuelle Zustände oder Befindlichkeiten, in die Sie durch das Lesen geraten können.

Auch dieser Artikel geistert schon seit Ewigkeiten durch mein Bewusstsein. Man kann sich natürlich (zu recht) fragen, wenn ein Artikel beim Lesen blöde Gefühle auslösen könnte, warum schreibe ich ihn überhaupt? Warum halte ich nicht einfach meinen Mund? 

Ich kann meinen Mund aus dem einfachen Grunde nicht halten, weil es auf diesem meinem Blog vor allem um Wahrheit geht, um Dinge, die ich für mich als wahr (und wichtig!) erachte. Um Dinge, die auch für Sie wichtig und wahr sein könnten. Das entscheiden ja letzten Endes Sie selbst, was auf Sie zutrifft. Sie entscheiden, was Sie damit machen. Das war jetzt ein sehr langer Disclaimer. Ich eiere hier so herum, weil ich davon überzeugt bin, dass alle

diese schlimmen Dinge in Zusammenhang mit Hochsensibilität stehen.

Ein Update für 2022: Nachdem ich mich sehr intensiv mit dem Thema Trauma, belastende Kindheitserfahrungen, bzw. Bindungs- oder Entwicklungstrauma beschäftigt habe, sehe ich den Zusammenhang eher mit diesen Dingen. Die Hochsensibilität, bzw. Hochsensitivität setzt dem ganzen natürlich noch die Krone auf. Eine intensivere Wahrnehmungsfähigkeit führt natürlich dazu, dass wir das, was wir erleben, intensiver erleben, genauer verarbeiten und schlecht wieder loslassen können …

Ich kenne sie nicht nur aus eigener Erfahrung, sondern alle meine Klienten haben zumindest eins dieser Dinge erlebt. Dabei geht es nicht um einmalige, sondern immer wiederkehrende Vorkommnisse, die

unser ganzes Leben beeinflusst haben

und immer noch beeinflussen. Vielleicht haben Sie sogar das Gefühl, dadurch zu der Person geworden zu sein, die Sie heute sind. Wenn Sie also merken, beim Lesen springt Sie etwas an, dann klopfen Sie bitte entweder die Handkante (Wie auf dem Bild links) oder den Schlüsselbeinpunkt.

1. Sie wurden nicht willkommen geheißen

Das trifft die tiefsten Ebenen der menschlichen Existenz, quasi vom Augenblick der Zeugung an. Es ist ja leider immer noch so, dass Kinder nicht unbedingt in Momenten der Freude und Liebe gezeugt werden, es gibt viele andere Umstände, die von Gewalt bis zu Achtlosigkeit reichen können, in denen Frauen schwanger werden, obwohl es nicht „geplant“ war. (Die Frage der Zuständigkeit oder Verantwortung müssen wir hier mal völlig außer Acht lassen, denn sonst geraten wir auf Abwege.)

Ok., schwanger also, dann fügt man sich vielleicht in diese Umstände. Früher wurde dann sofort geheiratet und damit jahrelang zwei Menschen zusammengebracht, die vielleicht gar nichts miteinander zu tun hatten, sich vielleicht nicht einmal geliebt oder gemocht haben oder einander im Grunde ihres Herzens ablehnten.

Heute muss man nicht mehr unbedingt heiraten. Nun kommt also ein Kind auf die Welt und man wird es bekommen.

Das ist aber nicht das gleiche wie ein Kind willkommen heißen.

Es gibt natürlich die Möglichkeit, dass man zwar in Liebe gezeugt wird, aber man trotzdem nicht willkommen ist, weil die Eltern, vor allen Dingen die Mutter, vollkommen überfordert ist mit dem Kind und diesen Aufgaben. Vielleicht ist sie nicht bereit, Mutter zu sein und ihr eigenes Leben für das Kind aufzugeben. Vielleicht hat sie auch das Angst noch nicht gelebt zu haben, sich selbst noch gar nicht wirklich gelebt zu haben (Früher ging es ja häufig direkt vom Elternhaus in die Ehe).

Dies sind alles Umstände, die bewirken können, dass man sich einfach nicht willkommen fühlt. Ich habe mich nun schon eine Weile mit Geburtstraumata beschäftigt. Letzten Endes bedeutet diese allererste Erfahrung für uns, wenn wir auf die Welt kommen, dass wir in diesem Leben nicht willkommen sind. Und wir wissen und spüren das. Daran schließt sich gleich das nächste schlimme „Ding“ an:

2. Wir werden nicht beachtet/emotional misshandeltviele kinder erleben schlimme dinge in der kindheit

Es gibt Studien, aus denen hervorgeht, dass die Folgen emotionaler Misshandlung bei Kindern genauso schlimm sind wie bei körperlicher Misshandlung. Es reicht, wenn einem die eigenen Eltern immer wieder Dinge sagen wie „Du kannst aber auch gar nichts richtig machen“, wenn sie vollkommen lieblos sind, sich weigern, mit uns zu sprechen (manchmal tagelang), uns niemals in den Arm nehmen usw.

Die ganze Palette umfasst

  • Beschimpfen
  • Verspotten
  • Erniedrigen
  • Ignorieren
  • Liebesentzug als Strafe
  • Quälen
  • Einsperren
  • Rolle des Sündenbocks zuweisen
  • Isolieren von Gleichaltrigen
  • Bedrohen
  • Zu starken Behüten/Erdrücken
  • Keine Grenzen setzen
  • Überforderung durch unangemessene Pflichten
  • das Kind zum Partnerersatz machen
  • Bevorzugung von Geschwistern usw.

Man weiß heute, dass sich

das Gehirn entwickelt durch die Erfahrungen 

in unseren ersten 3 Lebensjahren des Kindes. D. h., wenn wir in dieser Zeit immer wieder die Erfahrung machen, dass wir alleine sind oder nicht sicher, können sich im Gehirn entsprechende Schaltkreise ausbilden, die dazu führen, dass wir ängstliche und unsichere Persönlichkeiten werden.

Man weiß auch, dass unser Immunsystem durch diese Erfahrungen auf Jahre hinaus geschwächt wird, weil sich die Entzündungswerte im Blut erhöhen oder wir als Folge chronische Schmerzen entwickeln. Es gibt eine interessante Studie der Wissenschaftlerin Marije Stoltenberg der Universität Leiden. Sie kam 2012 zu dem Ergebnis, dass 36,3 % aller Kinder weltweit emotionale Misshandlung durch Erwachsene erfahren. Puh, da muss man erst einmal tief durchatmen.

Kommen wir zum 3. Punkt, der eigentlich zur emotionalen Misshandlung gehört, aber da ich ihn immer wieder als besonderen Stolperstein für meine Klient*innen erlebe, hier also als Extrapunkt:

3. Wir können nicht wir selbst sein.

Das kann viele Gründe haben. Wenn wir fast immer nur Ablehnung erfahren von den Eltern, konzentrieren wir uns vielleicht darauf, doch noch Anerkennung zu bekommen. Daraus kann z. B. die für viele hochsensible Menschen so wichtige Triebkraft des IMMER-PERFEKT-SEIN-MÜSSENS entstehen. Irgendein Teil unseres Unbewussten ist vermutlich zu dem Entschluss gekommen, dass wir nicht gut genug sind, denn sonst würden unsere Eltern uns ja lieben oder anders behandeln. Und wir strampeln uns ein Leben lang ab, etwas zu bekommen, was wir nicht bekommen können, bzw. nicht mehr. In jeden Fall richten wir uns  dann danach,

was die Eltern wollen,

bzw. was sie als richtig erachten. Wir versuchen, so zu sein, wie unsere Eltern uns haben wollen: lieb, fleißig, unauffällig, anspruchslos. Oft genug sind wir all dies aber nicht, wir sind eigentlich laut oder lebenslustig, oder aufmüpfig, oder wütend. Aber da wir uns so nicht zeigen können – denn dann gibt es noch mehr oder immer wieder Ablehnung – geben wir uns selbst nach und nach auf und versuchen, der gewünschte Mensch zu werden, das Aschenputtel, das alle Arbeit erledigt, der/die 1er Schüler*in, Vertraute/r der Mutter, die alle ihre Sorgen und Eheprobleme bei uns ablädt usw. Am Ende

wissen wir nicht mehr, wer oder was wir sind.

Im schlimmsten Fall können wir nicht einmal sagen, was unsere Bedürfnisse sind. Weil wir es einfach nicht wissen. Weil man uns nicht erlaubt hat, Bedürfnisse zu äußern, vielleicht nicht einmal, welche zu haben …

Puh, das Schreiben dieses Artikels war auch für mich ein Kraftakt.

Ich vermute, dass all diese Dinge einen Zusammenhang haben mit Hochsensibilität/Hochsensitivität. Und das sind ja genau die Dinge, die ein Entwicklungstrauma auslösen kann.

Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

 Von Herzen, Ihre Monika Richrath

Bild von RachelBostwick auf Pixabay

Image by Bronisław Dróżka from Pixabay 

Die 3 schlimmsten Dinge

Ich bin zwar keine Wissenschaftlerin, aber die neugierige Forscherin in mir möchte gerne mehr wissen. Darum habe ich eine Umfrage zu dem Thema erstellt, ich freue mich, wenn Sie mitmachen. Ihre E-Mail Adressen werden nicht gespeichert.

Was passiert eigentlich während einer Klopfsitzung?

Was passiert eigentlich während einer Klopfsitzung?

Man kann sehr gut alleine klopfen, aber im Coaching erreicht man einfach mehr. Als Außenstehende*r scheint es manchmal offenbar unverständlich, wie sehr sich die Arbeit alleine von der Arbeit mit Begleitung unterscheidet. Dies liegt nicht nur daran, dass man grundsätzlich für sich selbst immer ein bisschen blind ist, sondern auch daran, dass man im Coaching Räume betritt, die beim Klopfen allein einfach verschlossen bleiben. Daher stelle ich Ihnen in meinem Blogbeitrag der Woche den Ablauf einer Coachingsitzung vor (mit dem Einverständnis der Betroffenen). Dieser beruht auf einer Sitzung, die tatsächlich stattgefunden hat, allerdings habe ich den Namen und einige Einzelheiten verändert.

Die Beschreibung gibt natürlich nur einen groben Verlauf der Sitzung wieder (eine Sitzung dauert ca. 60 Minuten), reicht aber, um Ihnen eine Idee davon zu geben, was in einer Klopfakupressursitzung geschieht – und auch davon, was in der Zusammenfassung in etwa stehen wird, die Sie nach der Sitzung von mir erhalten.

Nur zum Verständnis vorab: Wir beginnen mit einem Klopfsatz, der dann einige Runden lang mit verschiedenen Aspekten beklopft wird. Im Verlaufe des Klopfens fällt dem/der Klient*in entweder etwas ein oder ich stelle eine Frage, die zu einem neuen Klopfsatz führt usw.

Natürlich haben alle Klient*innen die Möglichkeit, jederzeit eigene Worte zu sagen, der Großteil meiner Klient*innen ist jedoch damit überfordert, weswegen ich häufig vorspreche und beim Aspekteklopfen die Ausdrücke und Erlebnisse oder Gefühle verwende, die mir die entsprechenden Klient*innen vorher mitgeteilt haben. Der Verlauf der nachfolgenden Sitzung ist natürlich sehr stark gekürzt.

Marianne ist eine Frau in den 40ern, die in einer kleinen Stadt im Ruhrgebiet lebt, die sie als schmutzig und einengend empfindet. Sie ist sehr unzufrieden mit ihrem Leben, weil sie sich ihrer Meinung nach immer nur im Kreis dreht. Sie hat bereits verschiedene Therapien hinter sich gebracht, die jedoch keine Heilung oder Erleichterung gebracht haben. Manchmal wurde sie auch als untherapierbar bezeichnet. Es besteht eine starke Überempfindlichkeit, z. B. gegen Gerüche, Lärm und Reizüberflutung, andere Menschen machen sie nervös.

Sie hatte mich irgendwie im Internet gefunden und beschlossen, der Klopfakupressur eine Chance zu geben, weil es so anders schien als alles, was sie bislang versucht hatte. Diese erste Sitzung fand telefonisch statt. Zunächst gab es aber eine Hürde zu überwinden, denn obwohl sie das Klopfen gerne ausprobieren wollte, fand sie es sehr seltsam, fast fragwürdig. Daher haben wir zuerst den Satz geklopft  „Auch wenn mir das alles komisch vorkommt, öffne ich mich für die Möglichkeit, mich darauf einzulassen.“

Nach einer Weile sagte sie, dass sie immer die Zähne zusammenbeisse und nicht weiter wisse. Aber sie sei so unzufrieden mit sich und ihrem Leben …

Daraufhin haben wir den Satz geklopft „Auch wenn mich eine große Unzufriedenheit plagt, akzeptiere ich mich, mit allem was ist.“

Ich wollte dann wissen, womit sie alles unzufrieden ist? Sie sei so alleine bin und habe überhaupt keine Freunde im Alltag, sie empfinde sich als unlebendig und mache zu wenig, dabei habe sie unwahrscheinlich viel Energie, ihre künstlerischen Potentiale könne sie überhaupt nicht verwerten, dabei habe sie so viele Ideen, könne diese aber kaum umsetzen oder etwas daraus machen. Dabei habe sie jede Menge Zeit und sei total gestresst, weil sie das nicht geregelt kriege. Ständig verliere sie sich im eigenen Nichtstun und wüsste nicht weiter. Außerdem würde sie sich für die eigene Unfähigkeit total verurteilen – ständig und überall.

Daraufhin haben wir den Satz geklopft „Auch wenn ich mich dafür verurteile, dass ich nichts geregelt kriege, akzeptiere ich mich mit allem, was ist.“

Nach einer Weile fiel ihr ein, dass vor ein paar Tagen der Todestag ihrer Mutter war. Ihr ist aufgefallen, dass sie im Vergleich zu früheren Jahren jetzt schon viel ruhiger war an diesem Tag. Aber sie habe oft Angst, so zu werden, wie ihre Mutter.

Daher haben wir den Satz geklopft „Auch wenn ich Angst habe, so zu werden, wie meine Mutter, akzeptiere ich mich mit allem, was ist.“

Ich wollte dann wissen, inwiefern sie sich wie ihre Mutter empfindet? Sie sagte, dass sie sich ebenfalls wie ihre Mutter aufrege über Dinge, die andere tun, dass sie andere auch kritisiere. Sie habe ebenfalls Schwierigkeiten mit Beziehungen und lebe asexuell. Wie ihre Mutter litte sie auch unter Depressionen.

Meine nächste Frage war, was sie denn von ihrer Mutter unterscheide? Grundsätzlich empfindet sie sich als wesentlich positiver als ihre Mutter, sie sei in der Lage, nicht alles negativ zu sehen und sie könne Probleme angehen.

Allerdings habe sie eine Blockade im Kopf, sie denke eben oft, dass sie etwas nicht könne. Sie sei so kreativ und würde gerne Bilder malen und ausstellen. Das wäre die Richtung, die sie ihrem Leben gerne geben würde, es würde ihr so Spaß machen zu dekorieren, aber sie habe keine Ahnung, wie sie das anstellen sollte, tatsächlich in diese Richtung zu gehen. Sowieso könne sie nicht gut für sich selbst sorgen. Es sei ihr bewusst, dass sie viel zu oft zuhause sei, sie wolle raus aus ihrem Gefängnis. Sie wolle gerne mehr draußen sein, aber das sei schwierig, wegen der Menschen draußen. Oft sei es schwierig überhaupt die Nähe der Menschen um sie herum auszuhalten, auch wenn die eigentlich gar nichts von ihr wollten.

Als nächstes haben wir den Satz geklopft „Auch wenn ich aus meinem Gefängnis ausbrechen möchte, akzeptiere ich mich mit allem, was ist.“

Was würde sie tun, wenn sie die Möglichkeit hätte, aus ihrem Gefängnis auszubrechen? „Tanzen, singen, einen Mann umarmen, mehr Leichtigkeit, Leben, Spaß haben mit anderen, ohne über Probleme zu reden, verreisen, alleine Sachen machen, endlich mal Nähe und Berührung zulassen, mir was Tolles ansehen, umziehen, mich irgendwo engagieren, ich könnte im Garten arbeiten, das würde mir Spaß machen.“

Anschließend haben wir den Satz geklopft: „Auch wenn ich all diese Einschränkungen habe, öffne ich mich für die Möglichkeit, meine Einschränkungen loszulassen.“

Von da aus sind wir langsam ins Reframing gegangen, ich habe als Handlungsimpuls vorgeschlagen, mehr rauszugehen und sich zu bewegen. Wir haben geendet mit den Worten „Ich bin wertvoll und ich verdiene Sicherheit.“

Für den Klopfsatz zuhause, den sie in den nächsten 14 Tagen klopfen sollte, haben wir uns auf den Satz geeinigt: „Auch wenn ich aus meinem Gefängnis ausbrechen will, öffne ich mich für neue Möglichkeiten.“ Diesen Satz sollte Marianne 14 Tage lang klopfen und zwar täglich 2 Runden den ersten Satzteil und 2 Runden den zweiten Satzteil.

Außerdem schlug ich vor, dass sie so oft wie möglich den wunden Punkt reiben und dabei sagen sollte „Ich liebe und akzeptiere mich, mit allem was ist.“

Für die kommende Woche haben wir ein Telefonat vereinbart.

Im Telefonat sagte sie mir, sie habe direkt in der Nacht nach der Sitzung einen Traum gehabt, in dem alles o.k. gewesen sei. Sie habe bemerkt, dass sie sehr viele Menschen kennen lerne, aber die Kontakte nicht aufrecht erhalten könne.

Das Klopfen fiel ihr sehr schwer. Beim Satzklopfen bestand so viel Unsicherheit, ob dies nun richtig sei, dass es zu neuem Stress führte. Ich habe daher vorgeschlagen, das Satzklopfen vorerst einmal beiseite zu lassen und nur die Sache mit dem wunden Punkt so oft wie möglich am Tag zu machen.

Ich wollte wissen, ob nach der Sitzung etwas Ungewöhnliches passiert sei, ob es irgendein Ereignis gegeben habe, das anders verlaufen sei als sonst? Das gab es. Eigentlich wollte sie einkaufen gehen (was in der Regel mit sehr viel Stress verbunden sei wegen der vielen Menschen in den Geschäften), statt dessen sei sie aber allein in ein indisches Restaurant gegangen. Dort habe gerade die Familie der Inhaber an einem Tisch zusammengesessen und gegessen. Sie wurde eingeladen, sich dazu zu setzen und mitzuessen. Dieser Einladung sei sie gefolgt und habe eine äußerst nette Zeit mit dieser Familie verbracht. Marianne selbst bezeichnete diese Begegnung als „außergewöhnliche soziale Interaktion“ und entschied sich, die Sitzungen fortzusetzen.

Falls Sie nun neugierig geworden sind auf das Klopfen, empfehle ich Ihnen meine EFT Klopftechnik Anleitung als Emailkurs, mit dem Sie kostengünstig die Basics der Klopfakupressur erlernen können. Dies ist die beste Möglichkeit, herauszufinden, ob Ihnen das Klopfen gefällt.

Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

 Herzliche Grüße, Ihre Monika Richrath

Bildnachweis: Maike Mentzel

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