Pflanzen: Heilen durch Informationskraft

Pflanzen: Heilen durch Informationskraft

„Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen“ – diesen Spruch haben wir alle schon mal gehört. Möglicherweise ist es ein Sprichwort, möglicherweise ist es auch von Sebastian Kneipp, doch wie dem auch sei, die Aussage hat auf jeden Fall ihre Berechtigung.

Pflanzenheilkunde ist vermutlich die älteste Heilkunst überhaupt,

da wir Menschen die Pflanzen für vieles in unserem Leben benutzen. In früheren Zeiten besaßen Heilerinnen und Heiler ein sehr umfangreiches Pflanzenwissen, von dem in den letzten fünfhundert Jahren sehr viel verloren gegangen ist. Einerseits durch die Inquisition, andererseits aber auch durch unser wissenschaftlich geprägtes Weltbild.

Heute schauen wir uns oft die Inhaltsstoffe der Pflanze an und setzen sie der Wirkung dieser Stoffe entsprechend ein. Wenn ich weiß, dass eine Pflanze viele Gerbstoffe enthält, weiß ich, dass sie entzündete Schleimhäute heilen kann (u. a. im Rachenbereich und im Darm), da Gerbstoffe die Schleimhaut festigen und zusammenziehend und entzündungshemmend wirken. Bei dieser Art der Pflanzenheilkunde geht etwas verloren:

Die Informationskraft der Pflanze.

Die blutwurz ist eine feine PflanzeEin Beispiel: Es gibt sehr unterschiedliche Pflanzen, die viele Gerbstoffe enthalten, wie die Blutwurz (Potentilla erecta), eine kleine krautige Pflanze mit kleinen gelben Blüten, und die Eiche (Quercus robur), ein großer, mächtiger Baum. Wenn wir uns diese beiden Pflanzen anschauen, wird uns auf den ersten Blick klar, dass sie eine sehr unterschiedliche Ausstrahlung haben. Je besser und sensibler wir die Ausstrahlung einer Pflanze wahrnehmen können, desto effektiver können wir sie einsetzen, denn es gibt Menschen, die brauchen die Kraft der Eiche und andere, denen eher die Kraft der Blutwurz hilft, auch wenn beide Symptome haben, die gut mit Gerbstoffen zu heilen sind.

Es ist wichtig, die Pflanzen genau zu kennen, nicht nur ihre Inhaltsstoffe, sondern auch das, was sie uns durch ihre Signatur (ihre Farben, Formen, Wuchsart etc.) mitteilen, also auch die Informationen wahrzunehmen, die eine Pflanze für uns hat. Dies tun wir am besten mit allen Sinnen: Sehen, Riechen, Schmecken, Fühlen, Hören (mit dem inneren Ohr).

Schauen wir uns als Beispiel die Echte Kamille (Matricaria chamomilla) an: Die Blüte besteht aus einem weichen, glänzenden, gelben Blütenboden, der Blütenkranz ist strahlend weiß. Die Kamille hat sehr feine, fiederschnittige Blätter, die sie wie Antennen in alle Richtungen ausstreckt. Sie ist auf Empfangen und Aufnehmen eingestellt, es spricht eine hohe Sensibilität aus ihr. Dennoch ist sie nicht hypernervös, denn sie ist eine Meisterin der Abfederung. Ihre Blätter sind weich, wie Federn. Ihr Blütenboden wölbt sich im Laufe der Blütezeit nach oben, so dass ein Hohlraum entsteht – die Blüte dämpft alle Heftigkeiten durch dieses luftgefüllte Polster ab. Wenn wir das ätherische Öl der Kamille durch Destillation herstellen, hat es eine tiefblaue Farbe (was für ätherische Öle sehr ungewöhnlich ist). Blau ist eine Farbe, die Sanftheit, Ruhe und Geborgenheit vermittelt. Der Duft der Kamille hat einen warmen Charakter.

Wir können die Kamille demzufolge überall dort einsetzen, wo wir (zu) sensibel auf Reize aus der Umwelt reagieren.

Die Kamille kann uns lehren, damit umzugehen, die Eindrücke abzufedern und zu einer ruhigen Geborgenheit zu finden und große Stärke zu entwickeln.

Dies kommt auch in den vielen althergebrachten Anwendungen der Kamille zum Tragen: Gerne wird sie bei kleinen Kindern eingesetzt. Nach der Geburt ist alles, besonders auch das Licht, für das Baby ein sehr starker Reiz. Die Kamille kann diesen Schock sehr gut auffangen. Auch bei Bauchweh und Menstruationskrämpfen wird die Kamille verwendet, und tatsächlich geht es ja vielen Frauen während dieser Zeit am besten, wenn sie sich ganz allein ins Bett legen. In ganz alten Zeiten war die „Mondzeit“ eine Zeit, in der Frauen sich zurückgezogen haben, um die besondere Sensibilität und den Zugang zu ihrer Intuition während dieser Tage für Visionen zu nutzen. Auch Atemwegsbeschwerden sind ein wichtiges Einsatzgebiet – wenn wir die Nase voll von etwas haben, ist das ein Zuviel an Reizen. Eine weitere wichtige Indikation ist die Magenschleimhautentzündung, die wir bekommen, wenn alles zu viel wird und wir keine Reize, keinen Stress mehr vertragen oder eben verdauen können.

Es gibt vielfältige Möglichkeiten, die Pflanzen für uns anzuwenden.

Das Einfachste ist immer ein Tee, dazu werden die Pflanzenteile mit den meisten Wirkstoffen getrocknet und dann bei Bedarf mit heißem Wasser aufgegossen. Etwas aufwändiger ist es, eine Tinktur herzustellen, dabei werden die frischen Pflanzenteile mit Alkohol angesetzt. Alkohol kann andere Substanzen lösen als Wasser. Um die Information der Pflanze zu lösen, eignet sich eine Urtinktur, hier wird weniger Pflanzenmaterial benutzt, damit sich die Information besser ausbreiten kann, außerdem wird die Arznei rhythmisiert. Wenn wir ein ätherisches Öl herstellen, z. B. durch Destillation, können wir dieses einfach in ein Duftlämpchen geben und die Pflanzenkraft über die Nase aufnehmen. In alten Zeiten haben sich die Menschen einfach ein Sträußchen gebunden und es bei sich getragen. Gerade für empfängliche Menschen ist dies eine sehr schöne Anwendungsmöglichkeit.

Das Beispiel der Echten Kamille zeigt sehr schön, wie wichtig es ist, Pflanzen heute wieder umfassend kennenzulernen und ihr gesamtes Wesen zu erfassen. Es gibt Menschen, die sich darum bemühen, wie z. B. Susanne Fischer-Rizzi, Susun Weed, Roger Kalbermatten u. a.

Wenn wir uns dieses umfangreiche Wissen über Pflanzen wieder aneignen,

können wir die große Kraft der Heilpflanzen, nicht nur auf der körperlichen, sondern auch auf der emotionalen und geistigen Ebene, verstehen und heilbringend einsetzen.

Wer sich für die Heilkräfte der Pflanzen interessiert und bereit ist, die Pflanzen in ihrer ganzen Ausdrucksstärke wahrzunehmen, der/dem sei meine Ausbildung in Heilpflanzenkunde empfohlen: http://www.karen-lass.de/pflanzenheilkunde.html

Ohne Kunst kann ich nicht leben

Ohne Kunst kann ich nicht leben

Kunst hat in meinem Leben eine ganz besondere Bedeutung und ich bin sicher, dass es hier einen direkten Bezug zu meiner Hochsensibilität gibt. In entsprechenden HSP-Tests gibt es fast immer eine Frage oder Feststellung zum Ankreuzen, die lautet „Kunst kann mich zu Tränen rühren“ oder ähnlich. Gestern war ich im Museum und hatte ein eher schräg geartetes Kunstlerlebnis, was ich zum Anlass nehme, mir einmal Gedanken über die Kunst in meinem Leben zu machen.

Gestern war ich also spontan im Museum um mir dort die Erweiterung der August-Macke-Ausstellung anzusehen. Ausgestellt waren dort zusätzliche Skizzen und Zeichnungen Mackes. Und weil das nicht besonders lange dauerte, haben wir uns gleich anschließend noch die Gerhard Richter Ausstellung angesehen, die auch derzeit im Kunstmuseum in Bonn zu sehen ist.

Einer unbekannten Person begegnen

Ich muss sagen, ich war richtig ein wenig nervös – es war, wie eine unbekannte Person zu treffen, von der ich schon viel gehört habe. Mit Gerhard Richter habe ich mich bislang nicht besonders beschäftigt, ich habe lediglich ein paar seiner Landschaftsbilder gesehen, die mir aber sehr gefallen haben. Ich ging davon aus, dass mich dort weitere Landschaften in blauweißgrau erwarteten. Und war zunächst sehr irritiert, als ich dann Exponate vorfand, wie etwa zwei riesige, verschieden grau lackierte Flächen. Nichts, zu dem man in Beziehung treten kann, ich quasi völlig auf mich selbst zurückgeworfen wurde. (Aber wer weiß, vielleicht hat der Künstler ja genau dies im Sinn gehabt?) Ich begann mich zunehmend unwohl zu fühlen und bin im Eilschritt durch die Ausstellungsräume.

Bedrängnis

Noch schlimmer wurde es, als wir in eine höhere Etage stiegen, auf der Suche nach einem weiteren Exponat. Dort fanden wir uns in den Räumen zeitgenössischer Kunst wieder. Riesengroße Exponate, die manchmal eine ganze Wand einnahmen, häufig neonfarben, mit wilden Kritzeleien und absonderlichen Formen. Es ist vielleicht ein wenig sonderbar, aber ich war binnen von Sekunden total gestresst, ich merkte richtig, wie mir der Schweiß ausbrach und ich mich extrem unwohl fühlte. Bloß raus hier! Von diesen Bildern fühlte ich mich aufs äußerste bedrängt, verstand ich noch und dann machte ich, dass ich wieder in das graue, neutrale Foyer zurückkam, wo ich mich beruhigen konnte.

Das Gefühl, geschlagen worden zu sein

Mir fiel der letzte Ausstellungsbesuch ein, der auch kein besonderer Erfolg war: Katharina Sieverding: Kunst und Kapital in der Bundeskunsthalle. Katharina Sieverding hat Details aus Fotoaufnahmen vergrößert und hineinkopiert in andere Aufnahmen. Eine interessante Idee, nur leider ganz unverständlich ohne das ausführliche Studium der erklärenden Tafeln. Und meistens sehr, sehr politisch und im Weltgeschehen verhaftet. Womit ich mich üblicherweise weniger beschäftige. Und auch hier wieder riesige Wandformate. Als ich wieder nach Hause ging, hatte ich das Gefühl, geschlagen worden zu sein, nicht nur auf einer seelischen Ebene, sondern auch körperlich. Danach hatte ich, so fällt mir jetzt eben ein, auch längere Zeit kein Bedürfnis nach einer Ausstellung.

Ohne Kunst kann ich nicht leben

Das ist schon ein wenig seltsam, denn eigentlich kann ich ohne Kunst nicht leben. Wenn ich mir eine Ausstellung ansehe, die mich anspricht, ist es eher so, dass ich merke, dass sich in mir etwas öffnet, wenn ich vor einem Bild stehe. Ich merke, wie lange ich es schon vermisst habe, mir Kunst anzusehen. Ich frage mich dann immer, wieso es so lange gedauert hat, warum ich das nicht öfter mache? In solchen Augenblicken hat ein Kunstwerk immer etwas sehr Essentielles, etwas unbedingt Notwendiges, etwas ohne das ich nicht sein kann.

Ein wenig verstört durch das gestrige Erlebnis habe ich mich gefragt, was Kunst eigentlich für mich bedeutet  und was an Kunst für mich wichtig ist? Muss Kunst nur „schön“ sein? Darf Kunst mich nicht aufregen?

Was hat meine Hochsensibilität mit Kunst zu tun?

Sehr viel, wurde mir sehr schnell klar. Drei Dinge gibt es, die für mich im Umgang mit Kunst sehr wichtig sind, die mit relativ typischen hochsensiblen Eigenschaften zu tun haben:

1. Das Interesse am Menschen

Ich kann ein Kunstwerk niemals abgekoppelt ohne den Künstler dahinter betrachten, ich will immer auch wissen, was hat dieser Mensch erlebt, warum hat er etwas so und so gemacht, schließlich ist das Kunstwerk ja Ausdruck des Menschen, der es geschaffen hat. Und es ist auch gar nicht so selten, dass ich mich dann auf irgendeine Weise mit diesem Menschen verbinde, selbst wenn er schon tot ist und ich ihn persönlich niemals kennenlernen kann.

2. Das Bedürfnis verstehen zu wollen

Für mich ist es ganz wichtig, Kunst verstehen zu können, also, dass ich verstehen kann, was auf einem Bild oder einer Fotografie abgebildet ist, ohne dass mir jemand das noch erklären muss. Abstrakte Kunst z. B. macht mich meist ärgerlich, weil sie sich meinem unmittelbaren Verständnis entzieht und ich zu einfachen Formen und Linien auch keinen besonderen Bezug habe.

Jetzt ist dazu noch eine weitere, technische Komponente gekommen. Seit etwas mehr als einem halben Jahr nehme ich regelmäßig Zeichenunterricht. Das führt dazu, dass ich Zeichnungen nicht nur einfach ansehe um das Ergebnis zu bewundern, sondern ich sehe sie mir genauer an um herauszufinden, welche Techniken der Künstler verwendet hat, um bestimmte Effekte zu erzielen usw.

3. Das Bedürfnis nach Harmonie

Hochsensible Menschen haben häufig ein besonderes Bedürfnis nach Harmonie, die sich in vielfältiger Form äußern kann. In meinem Fall bezieht sich die Harmonie in der Kunst auf die verwendeten Farben, ist mir klargeworden. Grelle Neonfarben empfinde ich als so aufdringlich, dass ich nicht einmal hinsehen mag. Wenn es keine Harmonie gibt in einem Kunstwerk ist es für mich absolut unmöglich mit ihm in Beziehung zu treten. Und das ist es, was an der Kunst für mich schön ist. Ich trete in Beziehung mit etwas, das jemand anderer geschaffen hat. Oder trete ich durch etwas, was jemand anderer geschaffen hat, eher in Beziehung mit mir selbst?

Meine Kreativität wurde immer gefördert

Diese Frage lässt sich wohl genauso wenig beantworten, wie die Frage, ob die Kunst in mir selbst ist, oder ob sie mir vielleicht vererbt wurde, denn für meine Mutter war Kunst alles. Sie hat dafür gesorgt, dass Kunst in unserem Leben einfach allgegenwärtig war und hat auch dafür gesorgt, dass wir schon als Kinder immer wieder mit Formen künstlerischen Ausdrucks in Berührung kamen, indem sie uns bei verschiedenen Workshops und Kursen angemeldet hat. Und wenn ich mich für eine große Sache entscheiden müsste, die meine Mutter mir geschenkt hat im Leben und für das Leben, dann wäre es, dass sie meine überbordende Kreativität immer gefördert hat. Und dafür werde ich ihr ewig dankbar sein. Kreativer Ausdruck ist für hochsensible Menschen ja sowieso sehr wichtig.

Riesige Wandformate stören mich übrigens nicht immer. Bei Hockney oder Baselitz hatte ich gar kein Problem damit … aber möglicherweise tendiere ich doch eher zu kleinen Bildern, das muss ich einmal beobachten …  Schlichtheit finde ich ebenfalls anziehend.

Wie sieht es mit Ihnen aus? Welche Rolle spielt Kunst in Ihrem Leben? Was brauchen Sie um mit einem Kunstwerk in Beziehung zu treten? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzlichst,

Ihre
Monika Richrath 

 

Versteckte Wohnstresse beseitigen

Versteckte Wohnstresse beseitigen

Wohnen bedeutet, in einer vertrauten Umgebung zu sich selbst zu kommen. Wohnen bedeutet, sich regenerieren zu können, sich zurückziehen zu können und die Akkus wieder aufzuladen.

Hier hat Stress nichts verloren. Und doch gibt es Wohnstress, der uns häufig gar nicht bewusst ist. Hochsensible sind für verstecke Wohnstresse anfälliger, eben weil sie sehr sensibel sind und die Eindrücke intensiver wahrnehmen.

Wo lauern die versteckten Wohnstresse? Häufig sind es Dinge, die gerade modern sind, wie viel zu viel Glas. Etwas, das gerade dann, wenn wir Schutz und Geborgenheit brauchen, nicht unseren Bedürfnissen entspricht. Aber auch das genaue Gegenteil kann Stress verursachen. Kleine Fenster, wenig Licht und dunkle Farben bewirken eine Beengung, die uns nicht gut tut. Sollen wir also überall den „goldenen“ Mittelweg gehen?

Meine Antwort ist ganz klar NEIN, weil wir dann indifferente Räume schaffen. Wir brauchen Räume, die unseren Bedürfnissen entsprechen, oder die wir entsprechend unseren Bedürfnissen anpassen können. Wir brauchen Sonne und wir brauchen Blickschutz. Dies sollte sich verbinden lassen.

copyright: FotoliaWohnstress Einblick

Wie bereits erwähnt, kann der Modetrend Glas zu einem massiven Stressfaktor werden. In einem meiner Artikel, zum Thema „Authentisch Wohnen“, habe ich beschrieben, wie Modetrends unsere Bedürfnisse zudecken. Damit verhindern wir Erholung und schaffen Stress. Was auf diesem Bild behaglich aussieht, ist von innen betrachtet weit weniger attraktiv, weil wir uns in einem schutzlosen Raum befinden. Mangelnder Blickschutz ist mittlerweile einer der häufigsten Wohnstresse. Besonders in Gebäuden aus den letzten Jahren, kommt dies sehr häufig vor.

Modetrends vs. Bedürfnisse

Dieses Haus ist modern gestaltet und entspricht dem Trend nach Transparenz und Offenheit. Es kann bestimmt auch als gelungene Architektur bezeichnet werden. Es kann sein, dass Dir dieses Haus gefällt, und dass Du dieses Haus vielleicht auch kaufen würdest. Ich möchte auch durchaus offenlassen, dass es eine Gruppe von Menschen gibt, die sich darin wohl fühlen würden. Was ich jedoch ganz klar vermitteln möchte: Durch trendige Gestaltung und durch moderne Architektur werden wir verleitet, einige unserer wesentlichen Bedürfnisse in den Hintergrund zu stellen. Nämlich das Bedürfnis nach Schutz, Geborgenheit und Behaglichkeit. Auch das Bedürfnis nach einem konfliktfreien Zusammenleben wird oft untergraben. Wir haben dann zwar ein modernes Haus, das wahrscheinlich vielen Menschen gefällt, jedoch kaum Geborgenheit bieten kann.

Wohnstress Zusammenleben

Im Zusammenleben, sei es in der Familie, als Paar oder auch in einer anderen Wohngemeinschaft, erleben wir fast immer auch Konflikte. Dies ist natürlich, weil wir alle verschiedene Bedürfnisse haben. Unterschiedliche Bedürfnisse sind jedoch die Ursache von Konflikten. Problematisch wird es, wenn die Wohnung diese Konflikte verstärkt, bzw. wenn es raumbedingt nicht möglich ist, gewisse Konflikte zu lösen. Meist ist dies bei zu offenen Grundrissen der Fall. Modern sind Häuser, wo der Gemeinschaftsbereich von Kochen, Essen und Wohnen ohne Abgrenzung ineinander über geht. Um zu veranschaulichen, wo die Probleme dabei liegen, möchte ich einfach einige Alltagssituationen beschreiben:

  • Du kommst von einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause und die Kinder spielen im Gemeinschaftsbereich. Du wünscht Dir Ruhe und eine halbe Stunde abschalten. Wenn es keinen Rückzugsraum gibt, so kannst Du dieser Situation nicht entfliehen und wirst dies mürrisch über Dich ergehen lassen
  • Dein Partner hat Besuch und Du willst nicht dabei sein. Bei einem offenen Wohn- Essbereich bleibt möglicherweise nur noch das Schlafzimmer als Ausweichvariante
  • Ein Kind will am Esstisch Hausübungen machen und braucht dazu Deine Unterstützung. Die anderen, jüngeren Kinder, spielen im Gemeinschaftsbereich, machen Lärm und toben. Du versuchst sie zur Ruhe zu bringen, was Dir wahrscheinlich nicht gelingen wird, weil Du Dich ja auf das Kind mit den Hausübungen konzentrierst.

Die Lösung für diese Form von Wohnstress ist es stets, Zonen zu schaffen und diese voneinander abzugrenzen. Sobald 2 Personen zusammen leben, ist die Minimumvariante 2 Aufenthaltsräume, unabhängig von den Schlafzimmern, damit ein aktiver und ein passiver Bereich geschaffen werden kann. Stehen diese Räume nicht zur Verfügung, können Nischen eine Lösung anbieten, die man auch mit Raumteiler schaffen kann.

Wohnstress Reizüberflutung

Die mediale Reizüberflutung ist in aller Munde. Umso wichtiger wird es immer mehr, zumindest Zuhause Ruhezonen zu schaffen, und dies hat viel mit Gestaltung zu tun. Menschen, die in der Natur sparzieren gehen, verarbeiten Stress wesentlich schneller als Menschen, die in einer Stadt sparzieren gehen. Diese einfache Tatsache sollte uns animieren, diesen Erholungseffekt auch in die Wohnung zu holen. Stattdessen streben wir nach klaren Linien und einer Farbgebung, die keine ist. Weiß – Grau – möglicherweise sogar Schwarz. Auch hier spielt der Modetrend unsere Bedürfnisse aus. Forscher haben herausgefunden, dass jenes satte Grün, das wir so häufig in der Natur sehen, Stresshormone senkt. Exotische Bäume mit roten Blättern, entfalten bei Weitem nicht die erholsame Wirkung, wie Bäume mit unserem Grün. Die Natur ist in uns genetisch verankert und wirkt jeder Reizüberflutung entgegen. Einige Möglichkeiten der Reizüberflutung habe ich in „Die Heilkraft der Natur“ beschrieben. Farben, Bilder und andere Accessoires können Gesten der Natur sein und damit deren Wirkung in unsere Räume bringen. Dadurch erreichen wir auch, dass Wohnen gesund macht.

Was können wir machen?

Um nicht in die Falle der versteckten Wohnstresse zu geraten, können wir uns folgende Fragen stellen:

  • Erlebe ich in meiner Wohnung einen Mangel an Geborgenheit und Schutz?
  • Kommt es im Zusammenleben mit meiner Familie immer wieder zu Konflikten, die eigentlich nicht sein müssten?
  • Fällt es mir in meiner Wohnung schwer, zur Ruhe zu kommen und Stress zu verarbeiten?

Wenn Du eine dieser Fragen mit Ja beantwortest, dann solltest Du der Ursache auf den Grund gehen. Die Ursachen können vielfältig sein, und möglicherweise gibt es eine Reihe von Stressfaktoren, die entschärft werden sollten. Hier einige Beispiele.

Blickschutz für unsere Geborgenheit

„Sehen ohne gesehen zu werden“ gibt Sicherheit. Dieses Bedürfnis stammt aus unserer Stammesgeschichte, wo es galt Gefahren zu erkennen und selbst möglichst unsichtbar zu sein. Man könnte meinen, dies ist heute nicht mehr relevant – sagt der Kopf. Aber unser Gefühl spricht eine andere Sprache. Das Bedürfnis nach Geborgenheit können wir nicht negieren, es wird uns immer begleiten, es ist ein genetisches Erbe aus unserer Evolutionsgeschichte.

Wenn Du an einem Platz zu wenig Geborgenheit spürst, ist der erste Schritt, auf fehlenden Blickschutz zu achten. Hast Du eine Glasfläche identifiziert, die Dir nicht behagt, solltest Du noch überlegen, in welchem Bereich das Glas verdeckt sein sollte. Rollläden und Jalousien lassen sich nur von oben nach unten schließen, was nicht optimal ist. Vor allem bei raumhohen Fenstern und Türen sollte eher der Brüstungsbereich verdeckt werden. Dies kann man mit Plissees erreichen, die man meist beliebig verschließen kann, also auch von unten nach oben.

Lichtqualität für unsere gute Stimmung

Für unser Empfinden und unsere Stimmung ist nicht nur die Lichtstärke entscheidend, sondern vor allem die Lichtfarbe. Durch warmes Licht (3000 Kelvin und weniger) erreichen wir Entspannung und Erholung, durch kühles Licht (5000 Kelvin und mehr) erreichen wir Aktivierung und geistige Frische. Dies spiegelt sich auch im Tagesverlauf wider. Morgens ist das Licht kühler als abends und unterstützt damit auch das Aufwachen, wohingegen das Abendlicht Ruhe und Beschaulichkeit bewirkt. Es gibt auch Lampen, wo diese Lichtfarbe geändert werden kann, womit wir also die Lichtqualität unseren Bedürfnissen anpassen können. Wollen wir diese Lampen nicht kaufen, so sollte man sich auf die jeweilige Raumfunktion beziehen. Warmes Licht im Schlafzimmer, kühles Licht am Schreibtisch.

Schallschlucker für eine bessere Kommunikation

Räume mit viel Glas und harten Oberflächen, haben meist eine schlechte Akustik. Dies bedeutet, Du hörst nicht nur das gesprochene Wort, sondern auch das Echo und das gleichzeitig. Dann wird es schwierig, den anderen zu verstehen. Längere Gespräche sind hier fast unmöglich. Gerade Hochsensible sind dabei sehr leicht irritiert.

Was wir hier brauchen, sind Schallschlucker, in Form von weichen Materialien. Es gibt etwa Fliesen und Trennwände aus Filz. Sogar schallschluckende Bilder werden angeboten. Einige dieser Elemente im Raum verbessern nicht nur die Akustik, sondern meist auch das Behaglichkeitsempfinden.

Holz und Lehm für unsere Nase

Es gibt Räume, wo sprichwörtlich dicke Luft herrscht. Schlechter Geruch kann sich in den Materialien festsetzen. Wollen wir unserer Nase etwas Gutes tun, so ist offenporiges Holz zu empfehlen. Allgemein herrscht die Meinung vor, Holz sollte unbedingt behandelt werden, und so wird es zumindest geölt. Flächen jedoch, die kaum beansprucht werden, können ruhig unbehandelt, also gehobelt, aber nicht mehr weiter behandelt werden. Was ist hier der Unterschied. Das Holz hat die Fähigkeit Feuchtigkeit aufzunehmen und bindet damit gleichzeitig diverse Geruchsstoffe. Der Meister in dieser Qualität ist jedoch der Lehm, der aus mehreren Gründen das Raumklima verbessert. Lehm reguliert die Luftfeuchtigkeit im mittleren Niveau (ca. 50%), wo wir Menschen uns am wohlsten fühlen. Einen Hauch von Lehmputz bekommt man auch mit Lehmfarbe in den Raum.

Mein Geschenk für Hochsensible

Speziell für hochsensible Menschen habe ich meine „8 Wohntipps“ zusammen gestellt, die Du Dir gratis herunter laden kannst. Öfters bin ich darauf angesprochen worden, ob diese Wohntipps nur für Hochsensible gedacht sind. Natürlich sind diese Empfehlungen auch für Nicht Hochsensible wertvoll. Hochsensible sind für verstecke Wohnstresse zwar anfälliger, Du wirst jedoch auch davon profitieren, wenn Du nicht weißt, ob Du hochsensibel bist. 91% aller Menschen sagen, dass Erholung und Regeneration für sie ein wesentlicher Aspekt des Wohnens ist. Im Online-Kurs „Erholsam Wohnen“, spreche ich alle diese 91% von uns an, die Wohnstresse beseitigen wollen und sich mehr Erholung wünschen.

Die Botschaft dieses Artikels ist ganz einfach

Die Hauptbotschaft dieses Artikels lautet: Deine Bedürfnisse und nicht Modetrends geben vor, wie die Räume gestaltet sein sollen, die Dir gut tun. Dabei kannst Du an mehreren Schrauben drehen, je nachdem wo in Deiner Wohnung die Stresspunkte sitzen. Im Artikel „Die 3 Wege den Wohnstress zu beseitigen“ findest Du weitere Gedanken dazu, wie man sich dem Thema nähern kann.

Viel Freude beim Wohngestalten wünscht

Herbert Reichl

Herbert Reichl

Herbert Reichl

Wohnpsychologe und Planer

Spezialgebiet erholsam Wohnen 54 Jahre, verheiratet, 1 Tochter (13 Jahre) Meine beiden Berufe miteinander verbunden sind zu meiner Leidenschaft geworden. Räume so zu planen und gestalten, dass sie den Menschen entsprechen.
HPU und Hochsensibilität

HPU und Hochsensibilität

Verschiedentlich bin ich schon gebeten worden, einmal über das Thema HPU/KPU zu schreiben. Ich habe es auch schon mehrfach angekündigt. Im Urlaub habe ich endlich die Zeit gefunden, mich richtig in das Thema zu vertiefen. Dabei habe ich gemerkt, dass ich im Grunde genommen einen eigenen Blog dazu machen könnte, so komplex ist dieses Thema. Ich glaube aber, es ist fast das wichtigste Thema, das ich je auf diesem Blog behandelt habe, daher habe ich entschieden, es mehrfach aufzugreifen und dabei jeweils verschiedene Aspekte zu beleuchten. In diesem Beitrag geht es zunächst einmal darum, was HPU und KPU eigentlich ist und wie Sie herausfinden können, ob Sie zu den von HPU Betroffenen gehören (Man geht derzeit von einem Prozentsatz von mindestens 11 % der Bevölkerung aus).

Meine Vorgeschichte

Vielleicht wissen Sie ja schon, dass mich alles, über was ich auf diesem Blog schreibe, selbst betrifft. Gerade dieser Artikel hat eine längere Vorgeschichte. Vor einigen Jahren sprach mich während eines Seminars eine Teilnehmerin an, die gerade das  Buch „HPU und dann …?“ von J. Kamsteeg las und mir davon erzählte. HPU (Hämopyrrollactamurie)? Hatte ich noch nie gehört, aber ich war sofort ganz Ohr. Könnte ich hier vielleicht eine Erklärung finden für unerklärliche sonderbare Eigenheiten meines Körpers? Hatte eine HPU damit zu tun, dass ich z. B. fast nie träumte, nie schwitzte, ich konnte kein Gewicht abnehmen (egal, was ich tat), unerklärlicher Juckreiz, unerklärliche schlimme Knieprobleme über eineinhalb Jahre usw… Ich lieh mir das Buch und statt zu schlafen, las ich es mir während der Nacht durch. Ich verstand nur wenig (es ist im Grunde ein Buch für Menschen mit medizinischer Bildung), aber ich hatte angebissen.

Gleich nach der Rückkehr nach Hause setzte ich mich an den Computer und füllte den HPU Online-Fragebogen auf der Seite des Autors bei der Fa. Keac aus, um die Wahrscheinlichkeit des Vorliegens einer HPU bei mir zu ermitteln. Das Ergebnis des HPU online Tests war ziemlich frustrierend und vage und lautete in etwa „zweifelhaft“, kann sein, vielleicht auch nicht. Davon habe ich mich allerdings nicht ermutigen lassen. Denn irgendwie war ich ganz sicher, dass ich selbst von einer HPU betroffen bin. Ich habe also einen entsprechenden Test in Dr. Kamsteegs Labor in den Niederlanden machen lassen, der mir auch nicht sehr viel aussagekräftiger erschien als das Ergebnis des Online-Fragebogens. Als ich allerdings mir vor kurzem noch einmal das Testergebnis ansah, konnte ich das überhaupt nicht mehr nachvollziehen, da es mir eine leicht positive, vorhandene HPU bescheinigte.

Stoffwechselstörung HPU

Falls Sie sich nun fragen, was denn eine HPU eigentlich ist: es handelt sich um eine Stoffwechselstörung. Die eigentliche Therapie der HPU ist nicht allzu kompliziert, es geht darum, dass dem Körper bestimmte Stoffe fehlen, z. B. Zink, Mangan und eine bestimmte Form von Vitamin B6, sog. aktiviertes Vitamin B6. Allerdings habe ich im Netz die eindringliche Warnung gefunden, sich nun keinesfalls alle diese Mikronährstoffe auf einmal zuzuführen. Menschen mit HPU haben offenbar häufig eine Verarbeitungsstörung, nicht nur auf der körperlichen, sondern auch auf der geistigen und emotionalen Ebene. Unbedachtes Vorgehen in Sachen HPU könnte eine Psychose auslösen. Das hat mich erschreckt und ich bin den Empfehlungen der Seite gefolgt, die ich gefunden hatte, ganz langsam und vorsichtig vorzugehen.

Erst habe ich Zink eingeschlichen in einer Minimaldosis über ein paar Wochen, dann die Dosis erhöht, dann Mangan dazu genommen und dann hat mich der Mut verlassen, alleine weiterzumachen und ich habe mir eine Heilpraktikerin gesucht, die HPU kennt – was ein totales Glück war, denn so hat sich erst herausgestellt, was bei mir noch so alles im Argen war. Ich war ziemlich nervös, als ich das erste Mal P5P nahm (das aktivierte Vitamin B6). Recht bald bin ich dann aber auf  Depryrrol von Keac umgestiegen, das Produkt, das Dr. Kamsteeg selbst verkauft und Zink, Mangan und P5P enthält und das war eine Offenbarung.

Auf eine höhere Ebene gebracht

Ich habe diese absolut phantastische Körperwahrnehmung und als ich es zum ersten Mal nahm, hatte ich das Gefühl, mein ganzes System (und damit meine ich sowohl Körper, Geist und Seele) wird wie mit einer Hebebühne auf eine höhere Ebene gefahren. Wow! Ich wusste also, mein Gefühl hatte mich nicht getrogen, ich war hier absolut richtig. (Es gab dann noch einmal eine Feinkorrektur, weil sich herausgestellt hat, dass das Produkt in der vorliegenden Form einfach zu stark war, ich bin dannumgeschwenkt auf Depyrrol Plus, mit Magnesium und so geht es.)

Für diesen Artikel habe ich mir Literatur in Form von Büchern besorgt und als ich diese las, bin ich fast umgefallen. Mir war nicht klar, dass es mit der Einnahme der Mikronährstoffe überhaupt nicht getan ist, aber es erklärt natürlich auch, warum ich körperlich nicht so richtig auf einen grünen Zweig komme – obwohl es mir heute schon sehr viel besser geht als noch vor einem Jahr. Zwar war es mit den Mikronährstoffen nicht falsch, aber ich hätte mein Augenmerk ebenso auf Ernährung, Entgiftung richten müssen und auch darauf, meinen Körper zu entstressen, jedenfalls auf eine sehr viel zielgerichtetere Weise, als ich das im Augenblick tue.

Aber alles der Reihe nach. Ich werde versuchen, den Inhalt dessen, was ich gelesen habe, für Sie in verständlicher Form aufzubereiten.

Von Sterilgutassistentin – Eigenes Werk, GPL, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6077533

Die Ursache der HPU

HPU (Hämopyrrollactamurie) und KPU (Kryptopyrrolurie) entstehen durch eine Störung in  der  inneren Membran der Mitochondrien. Vielleicht haben Sie schon einmal von den Mitochondrien gehört. Die 70 bis 100 Billionen Körperzellen des menschlichen Körpers enthalten eine Zellmembran, einen Zellkern und verschiedene sog. Zellorganellen. Zellorganellen sind kleine, abgeschlossene Funktionseinheiten in der Zelle, die eine ganz spezifische Aufgabe hat, wozu auch die Mitochondrien gehören, die wichtige Aufgaben erfüllen. Dazu gehört nicht nur die Produktion unserer Lebensenergie (die man auch ATP nennt), sondern u. a. auch die sog. Hämsynthese. Mitochondrien sind von einer doppelwandigen Zellwand umschlossen, an deren inneren Membran das Häm-Molekül hergestellt wird, das viele verschiedene Aufgaben im Körper erfüllt. Es wird benötigt

  • zur Entgiftung der Leber
  • zur Bildung von Schilddrüsenhormonen
  • zur Bildung von Hämoglobin
  • zur Speicherung von Vitamin D3
  • zur Bildung von ATP
  • für den Muskelstoffwechsel.

Normalerweise kann ein gesunder Körper Häm selbst herstellen durch acht enzymatische Schritte. Wenn jedoch eine HPU vorliegt, dann reduziert sich nicht nur die Zahl dieser Schritte, weil mehrere Enzyme nicht richtig arbeiten, sondern das gebildete Häm wird verändert. Es ist nicht funktionsfähig, also für den Körper unbrauchbar. Der Körper versucht nun, dieses unbrauchbare Molekül loszuwerden, indem er Zink, Mangan und P5P anhängt um es wasserlöslich zu machen. Nun kann es über die Nieren ausgeschieden werden. Dem Körper fehlen diese Stoffe nun.

Nochmal kurz zusammengefasst: die Stoffwechselabläufe, die durch die HPU fehlerhaft ablaufen sind: die Entgiftung, der Sauerstofftransport in Blut und Muskulatur und die Energiegewinnung. Das ist aber noch nicht alles. Es gibt

Erkrankungen die mit HPU in Verbindung gebracht werden

Ich bin sicher, dass Sie spätestens hier aufmerken werden, denn auf diesem Blog habe ich einiges davon schon zum Thema gemacht:

  • Schilddrüsenerkrankungen (z. B. Hashimoto-Thyreoiditis)
  • Nebennierenschwäche
  • ADS/ADHS
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Schwierigkeiten im Verdauungsbereich
  • Menstruation, Fruchtbarkeit und Schwangerschaft
  • Infektionen (z. B. Borreliose)
  • Halswirbelsäulentrauma
  • Probleme mit den Zähnen
  • Schlafstörungen
  • Depressionen
  • Angststörungungen
  • Osteoporose
  • chronische Erschöpfung und Burnout
  • Medikamentenunverträglichkeit

Ich war ehrlich gesagt, ziemlich geschockt, da vieles davon auf mich selbst zutrifft (bzw. zugetroffen hat), einschließlich Borreliose. Mir war auch nicht bewusst, dass eine HPU auch immer eine Entgiftungsstörung bedeutet, aber nun wird mir allerhand klar.

Hauptsächlich Frauen sind betroffen

Eine HPU wird meistens durch Vererbung weitergegeben (primäre Form) und sie kommt häufiger bei Frauen als bei Männern vor, in diesen Familien werden häufig Mädchen geboren. Allerdings gibt es auch eine erworbene (sekundäre Form), die mit Umweltbelastungen oder auch Verletzungen der Halswirbelsäule zu tun haben (diese Form kommt häufiger bei Männern vor).

HPU Symptome

Kommen wir nun zu der langen, langen Liste an möglichen Symptomen der HPU:

  • keine Traumerinnerung
  • Kopfschmerzen (Migräne)
  • Depressionen
  • Stimmungsschwankungen
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Schwindel
  • Schlafstörungen
  • schlechtes Kurzzeitgedächtnis
  • Haarausfall
  • ADS/ADHS
  • Probleme mit den Augen (z. B. trockene Augen, Fremdkörpergefühl im Auge, Druckgefühl, geschwollene Augenlider, doppelt sehen, hervorstehende Augen)
  • Probleme mit der Schilddrüse (Über- oder Unterfunktion, Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Basedow, Knoten)
  • Niedriger Blutdruck
  • Allergien
  • Prämentstruelles Syndrom
  • Übelkeit
  • Durchfall/Verstopfung
  • Blähungen
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Fruktose-, Laktose-, Glutenunverträglichkeit
  • Histaminintoleranz
  • erhöhte Cholesterinwerte
  • Magen-/Darmschmerzen
  • Diabetes Typ 2
  • Leberentgiftungsstörung
  • Menstruationsbeschwerden
  • Pilzinfektionen im Genitalbereich
  • Fehlgeburten
  • Schwierigkeiten schwanger zu werden
  • Blasenentzündungen
  • Libidoverlust
  • Myome
  • Arthrose
  • Arthritis
  • Osteoporose
  • Fibromyalgie
  • Bindegewebsschwäche
  • Gelenkschmerzen/-steifigkeit
  • blasse Haut
  • Flecken auf den Fingernägeln
  • Neigung zu Akne
  • Nesselsucht
  • Alkoholunverträglichkeit
  • schlechte Medikamentenverträglichkeit
  • allgemeine Infektanfälligkeit
  • Juckreiz
  • Sonnenempfindlichkeit
  • Lichtempfindlichkeit
  • Geräuschempfindlichkeit

Wenn Sie bis hierhin gelesen haben, haben Sie vielleicht schon aufgemerkt. Die nächste Frage, die sich stellt ist zunächst:

Wo können Sie den Test zur Wahrscheinlichkeit zum Vorliegen einer HPU machen?

Es handelt sich dabei um einen online-Test, den Sie hier machen können. Aber Achtung: es geht hier erst einmal nur um die Wahrscheinlichkeit des Vorliegens einer HPU.

Falls Sie glauben, dass bei Ihnen eine HPU vorliegt, können Sie bei KEAC in den Niederlanden einen Test machen lassen. Die Krankenkasse erstattet hierfür die Kosten nicht. Die Kosten liegen derzeit zwischen ca. 60–80 EUR (je nach Testvariante). Möglicherweise gibt es noch andere Möglichkeiten, einen HPU-Test machen zu lassen, allerdings habe ich keine gefunden.

HPU und KPU

Nun habe ich hier verschiedenlich HPU und KPU benannt, Sie fragen sich vermutlich, worin der Unterschied zwischen beiden besteht. Beide sind Stoffwechselstörungen, beide haben ihren Ursprung in der Hämsynthese. Beide haben gleiche Auswirkungen auf den Organismus. Sowohl die Hämopyrrole als auch die Kryptopyrrole sind Abbauprodukte des Häm-Moleküls, sehen aber unterschiedlich aus. Die KPU wurde vor der HPU von amerikanischen Forschern entdeckt, die  HPU im Jahr  2000 in den Niederlanden von Dr. Kamsteeg.

Eine weitgehend unbekannte Stoffwechselstörung

HPU und KPU sind bei den meisten Ärzten praktisch unbekannt. Ich selbst hatte ein sonderbares Erlebnis, als ich in der Universitätsklinik Bonn meinen Aldosteronspiegel testen lassen sollte und dem zuständigen Arzt von HPU erzählte. Er drehte sich zu seinem Computer um, gab den Begriff irgendwo ein. Dann drehte er sich zu mir um und sagte „Das kennen die Amerikaner nicht“ und damit war die Angelegenheit für ihn gegessen. (Dumm, denn die KPU wurde zufällig von amerikanischen Forschern der Orthomolekularen Psychologie entdeckt, die auf der Suche nach einem natürlichen Heilmittel ohne Nebenwirkungen für schwere psychiatrische Störungen waren.) Ich war verdattert und verblüfft, aber zum Glück erwarte ich von der Schulmedizin mittlerweile nichts mehr.  Im ICD 10 Code der WHO sind KPU und HPU nicht gelistet, aber das sollte uns keinesfalls davon abhalten, uns intensiv damit zu beschäftigen. Auch nicht, wenn wir einen Therapeuten gefunden haben, bzw. eine Therapeutin. Eine Therapeutenliste finden Sie zum Beispiel auf der Seite von Keac Deuschland.

Gerne möchte ich darauf hinweisen, dass ich hier auf gar keinen Fall Werbung für die Firma KEAC betreiben möchte. Bislang scheint KEAC aber die einzige Firma zu sein, die sich hiermit richtig auskennt. Falls Sie eine andere Firma wissen, posten Sie das gerne in die Kommentare.

HPU und Stress

Wie es aussieht, ist HPU auch eine Störung, die in einem ganz direkten Zusammenhang mit Stress steht. Und (das ist meine ganz persönliche, unwissenschaftliche Meinung: ich finde es liegt auf der Hand, dass wenn man mit belastenden und/oder traumatischen Kindheitserfahrungen, bzw. Entwicklungstrauma zu tun hat, dies exakt die Sorte kontinuierlicher Stress ist, die dafür sorgt, dass im Körper die Dinge aus dem Ruder laufen.) Unter Stressbelastung erhöht sich nämlich die Abgabe der Pyrrole, somit auch die Symptome, bzw. die Möglichkeit einer Folgeerkrankung. Daher ist es enorm wichtig, für einen kontinuierlichen Stressabbau zu sorgen. Meine Methode der Wahl ist die Klopfakupressur, bzw. das EFT Klopfen. Dazu brauchen Sie nichts anderes als Ihre eigenen Finger und einen wirklich minimalen Zeitaufwand: 2–5 Minuten am Tag reichen aus um langfristig Stress und Blockaden aufzulösen. Klingt interessant für Sie? Hier können Sie sich für ein Video einschreiben, mit dem Sie erfahren, wie EFT Klopfen geht..

HPU und Hochsensibilität

In einem Buch fand ich sogar einen direkten Hinweis darauf, dass hochsensible Menschen häufig von HPU und KPU betroffen zu sein scheinen, eine Erklärung gab es indessen nicht. Daher habe ich einen kleinen Fragebogen erstellt und es wäre wunderbar, wenn Sie diesen ausfüllen. Vielleicht können wir zumindest diese Behauptung nachvollziehen anhand der Antworten.

Sind Sie von einer HPU betroffen?

Und ich bin wahnsinnig, wahnsinnig gespannt auf Ihre Antworten und Kommentare.

Weil ich mir für dieses Thema ganz viel Aufmerksamkeit wünsche und es außerdem wunderbar passt, nehme ich mit diesem Beitrag an der Blogparade „Mein Körper und ich“ von Karolin Kaden teil.

Bis demnächst, bleibe ich

von Herzen, Ihre
Monika Richrath

Image by Anastasia Gepp from Pixabay 

Warum wir uns im Wald so wohl fühlen

Warum wir uns im Wald so wohl fühlen

Manchmal geht das Leben wirklich sonderbare Wege. 2012 war ein Jahr, in dem ich einer alten Sehnsucht folgte und öfter einmal in den Wald ging. Das war gar nicht so einfach. Der damals für mich erreichbare Wald lag zwar durchaus fußläufig, war aber dennoch mit Hürden verbunden, z. B. dem Durchqueren angsteinflößenden Unterführung unter einer Autobahn und der späteren schwindelverursachenden Überquerung derselben auf einer Brücke. Die Autobahntrasse führte direkt neben dem Wald entlang, so dass ich mindestens 20 Minuten Fußweg zurücklegen musste, um überhaupt Stille zu erleben. Und natürlich jede Menge Hundebesitzer mit Hunden – was ich damals auch nicht so prickelnd fand.

Ich wusste überhaupt nicht, woher diese Sehnsucht nach dem Wald kam. Seit ich denken konnte, war Wasser mein Element gewesen, habe fast immer in unmittelbarer Nähe zum Rhein gewohnt und brauchte diese Nähe auch (nicht umsonst bin ich nach dem chinesischen Horoskop ein Wasser-Tiger!) Diese neue Liebe zum Element Holz verunsicherte mich ein wenig. Ich gab dem dann und wann nach (wann immer ich die o. g. Hürden überwinden konnte), aber nicht halb so oft, wie ich tatsächlich gerne in den Wald gegangen wäre.

Wie kommt der Wald in das Museum

Ende 2012 hatte ich schließlich eine Art von Erleuchtung – allerdings nicht im Wald selbst, sondern in einem Museum. Ich fuhr mit meiner Mutter nach Köln in die Ausstellung „A bigger picture“ von David Hockney und freute mich riesig, dass wir die Gelegenheit hatten, diese Ausstellung überhaupt zu sehen, da sie nur an drei Standorten weltweit zu sehen war.

Die Bilder, die auf der Ausstellung zu sehen waren, hatte David Hockney in Großbritannien gemalt, wohin er gereist war, um einen kranken Freund zu unterstützen. Einen Eindruck von der Ausstellung können Sie hier erhalten. Im Film befindet sich die Kamera in der 2. Minute in einem eher dunklen Raum, in dem an allen vier Wänden Filme laufen. Hockney hatte die Kamera auf den Fahrten zu seinem Freund laufen lassen, während er durch den Wald fuhr, im Schritttempo.

Als ich diesen Raum betrat, hatte ich schon einige Zeit in den Museumsräumen verbracht. Obwohl Kunst immer eine belebende Wirkung auf mich ausübt, war ich schon ein wenig erschöpft, wegen der schlechten Luft, den vielen Menschen und Eindrücken. So kam ich in diesen Raum. Ich merkte sofort, dass etwas mit mir geschah. Ich veränderte mich, ohne dass ich hätte sagen können, warum und in welcher Form. Nur, dass ich mich nun anders fühlte – und besser!

Ein Schleier wird fortgezogen

Natürlich habe ich mir intensiv Gedanken darüber gemacht, was passiert war. Ich war in dem Raum ja nicht in einer grundsätzlich anderen Umgebung gewesen (außerdem war es nicht so dunkel wie in dem Video), sondern befand mich nach wie vor in dem kargen, modernen Ambiente des Museum Ludwigs in Köln. Nur die Bildschirme waren anders und was darauf zu sehen war. Konnte es sein, dass Natur so eine Wirkung auf mich ausübte? Das wollte ich im Auge behalten und als ich das nächste Mal in den Wald ging, beobachtete ich mich aufmerksam. Dabei machte ich eine erstaunliche Entdeckung: Wenn ich den Wald betrete, ist es, als würde ein über mir hängender Schleier fortgezogen, alle Sinne öffnen sich und stehen auf Empfang.

Das funktioniert auch umgekehrt,

wie ich beim nächsten Mal erfahren habe. Das Waldstück, in das ich zu gehen pflegte, war nicht allzu groß, wenn ich lang genug ging, kam ich in einem Gewerbegebiet heraus, wo es einen riesigen Supermarkt gab. Eines Tages hatte ich im Wald die Idee, in den Supermarkt zu gehen, direkt vom Wald aus. Das war richtig krass, den in dem Augenblick, in dem ich die Vorhalle des Supermarkts betrat, in dem schon allerlei Stände und Fressbuden aufgebaut waren, wurde wieder der Schleier über mich geworfen. Zack Bumm! Aus und vorbei.

Heutzutage gibt es zahlreiche Studien, die die entspannungsfördernden Aspekte des Waldes für Menschen belegen. Dies hat sehr viel mit Evolution zu tun, in deren Lauf Menschen gelernt haben, den Nutzen der Natur für sich zu schätzen. Bäume bieten z. B. Schutz, Früchte Nahrung. Viele Pflanzenteile sind essbar oder anderweitig verwendbar. Gewässer bieten Trinkwasser und Fische. Es gibt sogar Studien, die belegen, dass der Aufenthalt in der Natur hilft, uns von sog. „gerichteter Aufmerksamkeit“, die wir im Alltag, in der Schule und im Beruf, aufbringen müssen, zu erholen.

Faszination Natur

Die Natur ist noch aus einem anderen Grunde sehr gut geeignet zur Entspannung und Erholung. Alle Sinne werden dort gefordert, es gibt viel zu sehen, fühlen, hören … Zwangsläufig wird unsere Aufmerksamkeit von uns selbst abgezogen und nach außen gelenkt. In der Natur können wir immer wieder das Wunder der Welt, das Wunder des Lebens bestaunen, die Perfektion der Schöpfung. Unsere Gedanken verbinden sich mit dem, was wir in der Natur vorfinden, Dinge, die wir sehen, können uns dabei helfen, unser Leben zu versinnbildlichen und reflektieren. In der Natur erfahren wir den Artenreichtum und die Vielfalt als Gewinn, im Gegensatz zu unserem technisierten Alltagsleben.

Einfach sein

Ebenfalls sehr wichtig für die Entspannung in der Natur: hier sind wir nicht in unserer gewohnten Alltagsumgebung, mit seinen üblichen Anforderungen, hier können uns verbinden mit dem Großen Ganzen, müssen keine Rolle spielen, sondern dürfen einfach sein. Denn in der Natur entfällt jede Form von Bewertung, denn die vorhandenen Lebensformen bewerten uns nicht. Darum dürfen wir einfach so sein, wie wir sind. Hier sind wir einfach eine Kreatur unter Kreaturen.

Auszeit – Being away

Auch das sollte ein Grund sein für hochsensible Menschen, möglichst häufig Auszeiten in der Natur zu nehmen. Ich habe in dem Buch „der Biophilia-Effekt“ den Begriff „Being away“ gefunden, der mir unglaublich gut gefallen hat. Da viele hochsensible Menschen, oft von Kindesbeinen an, die Erfahrung machen, dass sie irgendwie anders sind als die anderen, glauben oder glaubten wir häufig, nicht in Ordnung zu sein oder nicht liebenswert. Ein Aufenthalt in der Natur kann auf jeden Fall dazu beitragen, dass wir uns besser fühlen. Es gibt übrigens hierzu eine äußerst interessante Studie von  Angela Meyer von der Universität Montana, die gerade diesen besonderen Naturaspekt mit einer Gruppe lesbischer, bisexueller oder transsexueller Frauen testete, die im Alltag vielfach unter Bewertungen ihrer sexuellen Orientierung zu leiden hatten und den Aufenthalt in der Natur sehr heilsam und wohltuend erlebten.

Ich habe mittlerweile übrigens auch herausgefunden, warum ich mich im Museum so anders fühlte – der Wissenschaft sei dank.

„Baum-Patienten“ gegen „Hausmauer-Patienten“

Schon 1972 begann Professor Roger Ulrich eine Studie, die sich über neun Jahre erstreckte und in der er die Genesung von Patienten im Krankenhaus untersuchte, die entweder aus dem Fenster des Krankenhauszimmers einen Baum oder eine Hauswand sehen konnten. Die „Baum-Patienten“ genasen schneller, benötigten weniger Schmerzmittel und hatten weniger mit postoperativen Komplikationen zu tun als die „Hausmauer-Patienten.“ Ulrich führte noch andere Studien durch, in denen er beweisen konnte, dass selbst eine Naturerfahrung über Filme, Fotos oder Tonband sich heilend auswirkt, z. B. Schmerzen verringert. Selbst eine Pflanze im Krankenzimmer kann bereits etwas bewirken.

Waldmedizin

Auch japanischen Wissenschaftlern, die die Wirkung der Waldatmosphäre auf gestresste Menschen untersucht haben, verdanken wir interessante Einsichten. Dabei kam heraus, dass bei Männern der Adrenalingehalt im Urin nach einem eintägigen Aufenthalt im Wald um 30 % sank, bei Frauen sogar um mehr als die Hälfte. Nach einem zweiten Tag im Wald sank er bei den Männern um 35 % und bei Frauen betrug er nur noch ein Viertel des Originalgehalts. Seit 2012 gibt es sogar einen eigenen Forschungszweig an Universitäten: die sog. „Forest Medicine“ oder Waldmedizin.

Waldbaden stärkt das Immunsystem

Den besten Waldeffekt habe ich mir bis zum Schluss aufgespart. Im Wald atmen wir bioaktive Stoffe ein, die von den Pflanzen abgegeben werden. Dazu gehören auch sog. Terpene, die von uns hauptsächlich über die Haut und die Lungen aufgenommen werden. Einige dieser Terpene reagieren mit unserem Immunsystem, für sie wurde eine anti-kanzerogene und stärkende Wirkung auf unser Immunsystem nachgewiesen. Alleine ein ausgedehnter Spaziergang durch den Wald sorgt dafür, dass die Aktivität Ihrer Killerzellen für ca. 7 Tage erhöht wird. Kein Wunder, dass „Shinrinyoku“ bzw. „Waldbaden“  in Japan heute eine anerkannte Stressbewältigungsmethode ist, die öffentlich gefördert wird. Dabei ist es gar nicht notwendig, sich besonders anzustrengen. Es geht eher darum, sich in der Natur aufzuhalten, die gesundheitsfördernde Wirkung mit allen Sinnen zu genießen.

Dazu kann auch gehören, dass wir Verbindung aufnehmen mit den Tieren in der Natur. Die Autorin Ulrike Fokken (Siehe Informationskasten) schlägt vor, sich einfach eine Viertelstunde ganz still irgendwo hinzusetzen und nichts zu tun. Dann werden die Tiere sehr schnell beginnen, uns als Teil der Natur zu sehen und kommen schnell näher. Habe ich selbst schon ausprobiert und es funktioniert sehr gut.

Was mich selbst angeht, so ist mein Wunsch nach Wald immer weiter gewachsen. Ich brauche noch mehr Wald. In mir ist der Wunsch aufgekeimt, den Wald künftig auch direkt von meiner Wohnung oder meinem Haus aus zu sehen  …

In diesem Zusammenhang ist natürlich auch spannend, wie Ihre Wald-Erfahrungen aussehen? Wie immer freue ich mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen. Mit diesem Beitrag möchte ich an Kathi Keinsteins Blogparade „Die Natur und meine Sinne“ teilnehmen (eine sehr spannende Blogparade, wie ich finde)!

Dieser Blog geht nun in eine wohlverdiente Urlaubspause. Im August geht es wieder weiter mit hoffentlich spannenden Themen für Sie!

Herzlichst,

Ihre
Monika Richrath

Buchempfehlungen

Der Biophilia Effekt, Clemens G. Arvay, edition a, Wien, ISBN 978-3-99001-113-3 Wildnis wagen!: Warum Natur glücklich macht, Ulrike Fokken, Ludwig Buchverlag,  ISBN: 978-3-453-28062-5
9 Dinge die sich für HSP nicht sicher anfühlen

9 Dinge die sich für HSP nicht sicher anfühlen

Milliarden Euro werden jährlich ausgegeben von Konsumenten, auf der Jagd nach Glück, Liebe, Gesundheit, Geld, Erfolg, Familie usw.  Sind nicht die Grundpfeiler des westlichen Kulturkreises auf den Erwerb dieser Dinge ausgerichtet? Darüber könnte man ganze philosophische Abhandlungen verfassen, merke ich beim Schreiben dieses Artikels. Oder politische. Da mein Thema heute aber eher Psychologie und Hochsensibilität ist, möchte ich auf etwas ganz anderes hinaus.

Wir geben uns unglaubliche Mühe zu Glück, Liebe, Gesundheit (davon können Hochsensible ganz besonders ein Lied singen), Geld und Erfolg zu kommen – vermutlich geben wir auch eine Menge Geld aus unser Ziel zu erreichen. Denken Sie an die Liebesfilme im Kino oder Fernsehen, wenn sich die beiden ProtagonistInnen endlich in die Arme fallen und impliziert wird, dass sie bis ans Ende ihrer Tage glücklich werden. Was ist dann? Ist das wirklich das Ende?

Fängt dann nicht erst alles an? Ist das nicht vor allem der Beginn von Furcht? Eine Furcht, die vielleicht viele Menschen insgeheim plagen mag, wenn aber Hochsensibilität und Wahrnehmung zusammenkommen, von hochsensiblen Menschen besonders wahrgenommen wird? Furcht ist vielleicht auch  ein zu starkes Gefühl, darum verwende ich den Begriff „nicht sicher“.

Ich habe in diesem Artikel zehn Dinge aufgelistet, die sich vor allem für HSP nicht sicher anfühlen können. Sicherheit ist für praktisch alle HSP ein fettes Thema. Das meiste davon kenne ich aus eigenen Erfahrungen.

1. Der Besitz von viel Geld

Betrifft bestimmt Abermillionen von Menschen, die potentierte Form davon sind Menschen, die Millionen im Lotto gewinnen und nach ein paar Jahren von Hartz 4 leben müssen, weil sie das Geld zum Fenster rausgeworfen haben. Ich hätte Ihnen gerne einen

Seniorin schüttelt ein leeres Sparschwein

Prozentsatz an verarmten Lottogewinnern im Verhältnis zu wohlhabenden Lottogewinnern insgesamt zur Verfügung gestellt, aber leider keinen gefunden. Vielleicht gehören Sie ja auch zu den Menschen, denen der Besitz von Geld unheimlich ist und die darum alles daran setzen, ihr Geld so schnell wie möglich wieder auszugeben, damit sie ihren Status Quo wieder herstellen können. Man leidet dann zwar unter dem Geldmangel, fühlt sich aber wohler damit, als wenn man keinen Geldmangel hat. Ich habe selbst lange Zeit dazu gehört und ich kann Ihnen versichern, es hat gedauert, bis ich herausgefunden habe warum (und natürlich hatte es überhaupt nichts mit Geld an sich zu tun).

Dabei möchte ich außerdem zu bedenken geben, dass der Mangel an Ressourcen, also u. a. Geld sehr häufig Menschen trifft, die nicht hochsensibel sind, sondern darüber hinaus auch noch mit belastenden Kindheitserfahrungen zu tun, also vielleicht ein Entwicklungstrauma erlebt haben. Unsere Kindheit prägt das ganze weitere Leben, kann u. U. dafür sorgen, dass man später nicht voll arbeitsfähig ist, chronisch krank wird usw.

2. Sich verlieben

Für hochsensible Menschen kann sich der Prozess des Verliebens anfühlen, wie sich auf dünnes Eis zu begeben. Zum einen wird das Gefühl von Verliebtheit oft intensiver wahrgenommen, was alleine schon für Aufregung sorgen kann. Ich bin in so einem Zusammenhang schon vor Glück richtig krank geworden. Aber bis Sie wissen, ob Ihre Gefühle erwidert werden oder nicht schwanken Sie vermutlich zwischen Rückzug und vorsichtigem Vortasten. Es gibt nicht nur Schmetterlinge im Bauch, sondern auch das Gefühl eines Ausgesetztseins (so habe ich es jedenfalls immer empfunden). Und vergessen Sie nicht – Bewertungen spielen hier eine wichtige Rolle, nämlich, wie der/die Angebetete Sie bewertet, ob er Sie annehmen, für gut befinden wird, für geeignet für eine Beziehung. Und wenn das nicht passiert, fühlen wir uns meistens mit unserem ganzen Wesen abgelehnt (sofern wir nicht sehr abgeklärt sind). Außerdem kommt hier wieder ein uralter Trigger zum Tragen: nämlich die Bewertungen, die wir als Kinder durch unsere Bezugspersonen (also meistens die Eltern) erlebt haben.

Sehr viele Menschen lösen dieses Problem auf eine höchst einfache, aber effektive Weise: sie verlieben sich in unerreichbare Menschen, die sie sowieso „nicht bekommen“ können, so können sie intensive Liebesgefühle ausleben, ohne sich mit dem Thema „Nähe und Distanz“ oder ohne jemals befürchten zu müssen, mit „zuviel Nähe“ umgehen zu müssen – ich weiß, wovon ich spreche – einen unendlich langen Zeitraum meines Lebens (10 Jahre) bin ich als Single durchs Leben gegangen – ohne zu verstehen, dass ich selbst es war, die diesen Zustand aufrecht erhielt.

3. Eine Beziehung eingehen

Die erste „Hürde“ ist genommen und Sie sind bereit, sich auf jemanden einzulassen. Jetzt kommt der Alltag ins Spiel. Alle Vorlieben, Lebenserfahrungen, Macken und Geschichten der beiden PartnerInnen prallen (mitunter heftig) täglich aufeinander. Auch das ist ein Prozess, der sich nicht sicher anfühlen kann. Ich bin einmal einer Frau begegnet, die sich aufgrund der Hochsensibilität nicht mehr auf eine neue Beziehung einlassen wollte,  sie empfand es als zu stressig und kräftezehrend, dauernd in Erklärungsnot geraten zu müssen. Es kann schwierig sein, sich auf eine neue Beziehung einzulassen, wenn Sie unsicher sind, wie gut Sie darin mit Ihrer Hochsensibilität aufgehoben sind. Oder wenn Sie nicht wissen, wie Sie sich einen Freiraum verschaffen und Respekt dafür.

4. Zusammenziehen

Wenn sie hochsensibel sind, sollten Sie es sich sehr gut überlegen, ob Sie wirklich mit Ihrer Beziehung zusammen wohnen möchten. Idealerweise ist IhrE PartnerIn ebenfalls hochsensibel, so dass Sie Ihre eigenen Bedürfnisse vielleicht besser kommunizieren können, aber, was wenn nicht? Das fühlt sich sehr unsicher an. Es gibt viele Punkte, die bedacht werden wollen. Können Sie sich überhaupt regenerieren, wenn jemand anderer immer da ist? Einfach nur zu erleben, dass man nicht allein ist – manche Menschen fühlen sich nicht nur grundsätzlich von anderen Menschen gestört,  sondern schon gestört von Geräuschen, die andere machen (und ich spreche dabei nicht von Schnarchen).  Haben Sie einen Rückzugsraum für sich selbst?  Persönlich glaube ich ja, dass die meisten hochsensiblen Menschen Freiraum,  Raum für sich brauchen, der nur ihnen gehört, was das Zusammenziehen von vornherein ausschließt, aber vielleicht sind Sie da ja anders gepolt. Für mich fühlt sich jedenfalls allein das Gefühl nicht sicher an, keinen Platz mehr zu haben, an dem ich die Bestimmerin bin, wo alles auf mich ausgerichtet ist und wo ich sein darf, wie ich bin.

5. Heirat

Heiraten ist Beziehung in Potenz. Ich glaube ja, für hochsensible Menschen ist Heiraten noch einmal eine ganz besondere Nummer. Heirat fühlt sich für mich auch nicht sicher an. Seit ich Luca Rohleder gelesen habe, weiß ich warum. Jetzt weiß ich, dass viele hochsensible Menschen sehr freiheitsliebende Partner sind. Für mich ist Freiheit daher nicht einfach nur ein sinnentleerter Begriff. Ich glaube an Freiheit. Meine eigene und die anderer Menschen. Und ich will die Freiheit haben, mich jeden Tag neu für meine Partnerin zu entscheiden. Aber natürlich will ich nicht ausschließen, dass es doch eines Tages einmal eine „Commitment-Ceremony“ gibt, das ist eben etwas anderes als eine Heirat, mehr eine Würdigung der gemeinsamen Liebe und Achtung für den gemeinsamen Lebensweg, als ein offiziell behördlich besiegeltes Miteinander.

6. Kinder

Sich für ein Kind zu entscheiden ist ebenfalls eine schwierige Entscheidung, die sich nicht sicher anfühlen kann. Abgesehen von Befürchtungen, die die Schwangerschaft und Geburt selbst betreffen können, könnte vielleicht das Gefühl von Kontrollverlust hier eine Rolle spielen. Wenn Sie sich für ein Kind entscheiden, wissen Sie einfach nicht, was auf Sie zukommt. Die meisten Menschen unterschätzen offenbar vollkommen, was es bedeutet Kinder zu haben, was sich mit Kindern ändert. Werden Sie als hochsensibler Mensch dem gewachsen sein? Am wichtigsten: Sie können nun nicht mehr einfach aussteigen. 18 Jahre lang.

eine arbeitsstelle zu bekommen kann sich sehr unsicher anfühlen7. Eine Arbeitsstelle bekommen

Eine Arbeitsstelle zu bekommen kann sich ebenfalls nicht sicher anfühlen, vor allen Dingen, wenn man durch äußere Umstände gezwungen wird, diese Arbeit anzunehmen, sich selbst aber keinesfalls sicher ist. Schwierig ist vielleicht daran nicht einmal die Arbeit selbst, sondern eher das Drumherum: der Umgang mit neuen Kollegen (was sich besonders schwierig anfühlen kann, wenn man schon dementsprechende negative Erfahrungen gemacht hat), man muss einen Platz finden im Unternehmensgefüge und sich dauernden Bewertungen unterziehen. Besonders schwierig wird es natürlich, wenn man sich im Grunde genommen überhaupt nicht arbeitsfähig fühlt (was ja viele HSP betreffen dürfte), am Beginn oder inmitten eines Burnouts steht.

8. Ein Geschenk zu bekommen

Bekommen Sie gerne Geschenke? Eigentlich eine tolle Sache, sollte man meinen. Nun, ich kenne einige Menschen, für die das Erhalten von Geschenken der pure Stress, nicht sicher ist. Sie mögen ihr Geschenk nicht öffnen, wenn sie dabei beobachtet werden und sehen sich lieber alles in Ruhe alleine an. Ich selbst habe damit eigentlich kein größeres Problem – so dachte ich jedenfalls. Aber einmal habe ich in einer solchen Situation einmal richtig doof reagiert, so dass ich denke, da habe ich vielleicht doch noch Besserungsbedarf: Als mir Seminarteilnehmerinnen ganz unterwartet zum Seminarende eine liebe Karte schenkten … die dann von mir spontan kaum beachtet wurde – über die ich mich aber natürlich im stillen Kämmerlein riesig gefreut habe! Das wurmt mich heute übrigens immer noch 😉

9. Gesund werden

Ich glaube, dies ist eine Furcht, die viele HSP betreffen dürfte. Zugegebenermaßen klingt es erstmal sehr komisch. Vor allen Dingen, weil viele hochsensible Menschen mit körperlichen Beschwerden zu kämpfen haben und sich nichts sehnlicher wünschen, als Gesundheit.  Aber so einfach ist es eben nicht. Vielfach gibt es ja den sog. „sekundären Krankheitsgewinn“, etwas, das dafür sorgt, dass wir krank bleiben, weil der Gewinn, den wir durch die Krankheit oder den Schwierigkeiten ziehen, letztendlich größer ist als die Wünsche, wieder gesund zu werden. Für mich liegt z. B. ein sekundärer Krankheitsgewinn darin, dass ich von Behörden anders behandelt werde, (aufgrund meiner Autoimmunkrankheiten gelte ich als „Rehabilitandin“), was mir einen gewissen Schutz bietet. Bestimmte Anforderungen werden nicht mehr an mich gestellt. Diesen Schutz aufzugeben fühlt sich für mich sehr nicht sicher an. Ich arbeite aber ganz intensiv daran, diese Furcht zu überwinden und den Schutz, den mir mein Gesundheitsstatus gibt, aufzugeben. Und ich bin sehr zuversichtlich, dass mir das irgendwann auch gelingen wird.

„Nicht sicher“ klopfen

Natürlich können Sie alles, was sich für Sie nicht sicher anfühlt, wunderbar mit der Klopfakupressur in Angriff nehmen, z. B., indem Sie den 2. Satzteil anders formulieren: Anstelle von „liebe und akzeptiere ich mich so wie ich bin“, könnten Sie sagen … „bin ich sicher“ oder „bin ich in Sicherheit“. Ein ganzer Beispielsatz für das Thema Gesundheit könnte z. B. dann lauten „Auch wenn es sich für mich nicht sicher anfühlt, gesund zu sein, bin ich in Sicherheit.“

Nun sind Sie am Drücker. Was ist für Sie nicht sicher? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Bis bald! Herzlichst, Ihre
Monika Richrath

Image by mohamed Hassan from Pixabay 

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