Verlorener Zwilling: Seelenpartner und Dualseele

Verlorener Zwilling: Seelenpartner und Dualseele

Das Thema Verlorener Zwilling ist unglaublich spannend. Bislang haben Anne Frihs aus Berlin und ich uns damit beschäftigt, was ein verlorener Zwilling ist, welcher Zusammenhang mit Hochsensibilität besteht und welche Folgen es für den überlebenden Zwilling gibt, wenn er seinen Zwilling verliert. Heute geht es um Seelenpartner, Dualseele und verlorener Zwilling. 

Anne, ein verlorener Zwilling ist nicht das gleiche wie ein Seelenpartner, oder? (Da muss ich schon gleich zugeben, dass ich das Konzept vom Seelenpartner sowieso komisch finde.) Aber die Frage ist in mir aufgekommen.

Ich benutze das Wort ehrlich gesagt nur sehr selten, lieber gar nicht.

Auch Dualseele ist ein Wort, was ich nicht fühlen kann.

Ich kenne einige Menschen, die inkarnierte oder nicht inkarnierte Seelen als ihre Seelenpartner bezeichnen. Das sind aber nicht unbedingt Zwillinge. Unabhängig von den Worten: es gibt viele Seelen, die sich in verschiedensten Inkarnationen und Konstellationen immer wieder begleiten.

Danke, das war mir wichtig, zu wissen, dass es sich um ganz unterschiedliche Dinge handelt. Jetzt kommen wir zu der mega spannenden Frage, wie man denn mit seinem Zwilling in Kontakt treten kann?

🙂 Wie erklär ich das am besten? Manche Alleingeborene fühlen die Präsenz des Zwillings ganz deutlich, wenn sie ihre Aufmerksamkeit dahin lenken.

Was ist ein verlorener zwilling

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Es kann sich wie ein innerer Dialog anfühlen,

aber auch das Wahrnehmen der Seelenpräsenz im Raum, sogar Berührung, auch wenn der Zwilling keinen Körper hat. Das finde ich sehr spannend und wunderschön. Übers Schreiben in Kontakt gehen, ist auch eine Möglichkeit.

Andere Alleingebore haben mehr Mühe, weil Angst, Wut oder andere Gefühle die Verbindungsmöglichkeit überlagern. Wenn ich den Raum halte, geht es meistens leichter und mit der Zeit entwickelt sich die Fähigkeit, diese Zwillingspräsenz zu fühlen wieder. 

Was aus meiner Sicht ganz wichtig ist, ist zu schauen, ob man sich mit dem Zwilling vollständig fühlt oder ob noch jemand fehlt. Hier wird’s dann möglicherweise ein bisschen tricky, weil sich dabei oft auch andere nicht lebendgeborene oder früh verstorbene Kinder zeigen: eigene Geschwister und auch eigene Kinder oder Kinder aus anderen Generationen der Familie zeigen. 

Dieses Herausfinden, wie man in seiner – ich nenne das Grundkonstellation – vollständig ist, ist für die Abgrenzungsfähigkeit und Steuerung der Wahrnehmungsfähigkeit wichtig, um

mit der Hochsensibilität, die uns manchmal Segen und Fluch zugleich ist, leichter leben zu lernen. 

Das klingt unglaublich kompliziert. Aber du als Coach hast da eine ganz spezielle Methode …?

🙂 Nein, hab ich nicht. 

Ich halte den Raum und schaue, was sich zeigt und wie sich es sich wieder verbinden will. Manchmal spüre ich die Seelenpräsenzen zuerst und

manchmal fühlen nur die Alleingeborenen ihren Zwilling.

Ich habe keine feste oder spezielle Methode, nur Vertrauen in den Weg.

Ach so. Würdest du mir denn zustimmen, dass es auf jeden Fall sinnvoll ist, sich in diesem Prozess begleiten zu lassen, weil es zum einen sehr tiefe Ebenen der menschlichen Existenz berührt und zum anderen sehr kompliziert sein kann (das ist zumindest mein Eindruck aus unserem Gespräch)?

anne frihs arbeitet mit dem Thema verlorener ZwillingEs ist hilfreich, sich begleiten zu lassen. Ich habe im Laufe der letzten Jahre so viele Feinheiten beobachtet, da kommt man alleine nicht unbedingt drauf, dass es bei einem selbst diese oder jene Zusammenhänge gibt. Es gibt ja glücklicherweise schon sehr informative Bücher zu diesem Thema, ich hab auf meiner Webseite auch viele kostenfreie Informationen zusammengetragen, so dass man sich erst mal ein Bild machen kann. Diesen Klärungs- und Entwicklungsprozess allein zu meistern, gelingt sicherlich den wenigsten. Also in welcher Form auch immer sich das für die Alleingeborenen stimmig anfühlt, begrüße ich Begleitung. 

Dann jetzt noch mal was ganz anderes in diesem Zusammenhang: wenn ich das richtig verstanden habe, kann es auch sein, dass ein Zwilling, der nicht mit dir zusammen geboren wird, aber trotzdem auf die Welt kommt, eben irgendwo anders …? Hast du es schon erlebt, mit Menschen, die du begleitet hast oder kannst du dazu eine Geschichte erzählen?

Oh, spannendes Thema. Ist das nicht zu spooky hier?

Ok, möchtest du dann, dass wir hier aufhören? Ich fände es schon interessant, aber natürlich richte ich mich nach dir …

Nein, es ist für mich völlig in Ordnung. Ich will nur niemanden erschrecken, dem, das wovon wir bis jetzt geschrieben haben, schon sehr viel ist. Also vielleicht an die Leserinnen und Leser, für die es Reinkarnation nicht gibt, bitte überspringt dieses Thema einfach. 

Und nun beantworte ich gerne Deine Frage. Es kommt immer wieder mal vor, dass ein

Zwilling im Mutterleib gestorben ist
den verlorenen zwilling zu finden bereitet freude

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und dann einige Zeit später neu inkarniert und mitunter treffen die beiden sich wieder. Das ist dann einerseits von viel Liebe und Freude geprägt und andererseits ziemlich kompliziert. Der Trennungsschmerz liegt noch unter der Oberfläche und triggert, die Identitäten müssen geklärt werden und dann ist die Frage, wie findet man im Leben wieder zusammen. Wie passt das ins Leben, wenn man dann eben doch nicht mehr Bruder und Schwester, Bruder und Bruder oder Schwester und Schwester ist.

Ich bin selbst so ein reinkarnierter Zwilling und habe meinen früheren Zwilling wiedergefunden. Als mir in einer gemeinsamen Aufstellung bewusst wurde, in welcher Verbindung wir stehen, hab ich gedacht: Oh Mann, Anne! Wie unprofessionell. Du hast so eine Projektion auf diesen Menschen. Und dann im nächsten Moment:

Das ist jetzt echt genug Spuk in meinem Leben.

Ich mach meine Praxis zu. Glücklicherweise hab ich das nicht gemacht, sondern hab mich für diesen vielschichtigen Klärungsprozess entschieden und unglaublich viel dazu gelernt. Aber ich muss auch ehrlich dazu sagen, durch diesen Prozess sind wir beide auch nach drei Jahren noch nicht durch.

Was auch hier immer wieder wichtig ist, ist mögliche Verwechslungen zu erkennen. Manchmal denken Alleingeborene, oh, das könnte mein wiedergeborener verlorener Zwilling sein und bei genauerem Hinfühlen sind die beiden Seelen sich nur sehr ähnlich. 

Oh, da türmen sich bei mir lauter neue Fragen auf … Aber vielleicht begnügen wir uns hier erstmal mit einem: Das gibt es, das ist möglich.

Seit wir unser Gespräch begonnen haben, hat sich bei mir in Sachen Zwilling übrigens einiges getan. Ich bin mir mittlerweile von mir selbst sicher, außer einem Bruder auch noch eine Schwester gehabt zu haben,

also selbst ein Drilling zu sein.

Ich merke, wenn ich dem Raum gebe, dann kommt von alleine was, wenn es soweit ist …

Du wolltest mir auch noch eine Frage stellen?

Wie hat sich die Sehnsucht bei Dir verändert ohne das Bewusstsein um den verlorenen Zwilling?

Ich bin ein Drilling

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Das ist ganz von alleine geschehen, je mehr ich bei mir selbst angekommen bin. Obwohl ich jetzt weiter weg denn je davon entfernt bin, mich angekommen zu fühlen. Gerade haben sich ganz viele Räume geöffnet. Ich spüre die Präsenz meiner  Schwester ganz deutlich und auch, dass sie mir hilft und mich unterstützt. Ich vermute, dass ich meinen Bruder heute befreit habe, aber das ist noch ganz frisch und auch nur eine Vermutung.

Liebe Anne, ich danke dir sehr, sehr von Herzen.  Alleine dadurch, dass du dir die Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten, sind bei mir neue Türen aufgegangen und ich bin super neugierig, wie es weitergeht.

Hab ganz lieben Dank für Dein Interesse. Es hat mir richtig viel Freude gemacht, Dir Deine Fragen zu beantworten. Wenn neue auftauchen, lass es mich gern wissen.  

Bestimmt hast du noch ganz viele Fragen. Jetzt bleibt mir erst einmal nur, dich auf die regelmäßigen online-Treffen hinzuweisen, die Anne Frihs Montags online um 19 Uhr abhält (ohne Aufzeichnung). Die Teilnahme kostet 15 €. Hier kannst du dich anmelden.

 

Anne Frihs

Zuversicht.net

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Nebelkinder – eine Rezension

Nebelkinder – eine Rezension

Erst kürzlich bin ich mir selbst eines transgenerationalen Traumas in meiner Biografie bewusst geworden. Da kam das Buch „Nebelkinder – Kriegsenkel treten aus dem Traumaschatten der Geschichte“ gerade recht.

Schon als als ich den Titel „Nebelkinder “ las

wusste ich sofort: Das will ich lesen!

Da ich mich stets von meiner Intuition leiten lasse, wusste ich nicht, was mich in diesem Buch erwartet, außer, dass es offenbar Beiträge von mehreren Menschen enthält.

Ich war daher sehr überrascht, festzustellen, dass die Autoren und Autorinnen entweder zumeist schon Bücher zu dem Thema veröffentlicht haben, oder psychotherapeutisch oder künstlerisch tätig sind, sich also alle schon sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt haben. Oder sogar sich von Berufs wegen damit beschäftigen.

Das Buch ist in 3 verschiedene Kapitel gegliedert:

Erfahrung, Deutung und Heilung

und enthält eine Einführung von Sabine Bode – deren eigene Bücher „Kriegskinder – die vergessene Generation“* und „Kriegsenkel – die Erben der vergessenen Generation“* für mich die Türöffner in dieses Thema waren.

Anfangs war ich total begeistert über die vielen neuen Gedanken und Ideen, auf die dies Buch mich brachte. Ich habe das Buch mit lauter kleinen Postits versehen, z. B. aus dem Beitrag eines der beiden Herausgeber Joachim Süss: „… Wir wurden damit zu Ausgeschlossenen, die am fundamentalen Gesamtgefüge des Lebens keinen Anteil mehr hatten. Das Urbewusstsein menschlichen Daseins, nämlich Teil des großen Stroms der Existenz zu sein und dort seinen natürlichen Platz und seine natürliche Aufgabe zu haben, erreichte uns nicht mehr. Stattdessen entwickelten wir das charakteristische Gefühl eines Nebelkindes, eines Menschen also, der nicht sehr weit blicken kann, weder zurück noch nach vorn.“ (S. 36)

Oder  …“‚Das Vergangene ist nicht tot; es ist nicht einmal vergangen. Wir trennen es von uns ab und stellen uns fremd‘, schrieb Christa Wolf in Kindheitsmuster, die als Kind aus Landsberg/Warthe flüchten musste.“ (S. 51, Beitrag von Merle Hilbk)

Oder …“Sie (gemeint ist: die Generation)erfährt jedoch bei den Hilfegesuchen häufig auch die zu frühe, sogar schon im frühesten Kindesalter erfahrene Überforderung, wie ein erwachsenes Familienmitglied zu funktionieren, um die durch ihre Kindheitserfahrungen im Krieg oder der frühen Nachkriegszeit zum Teil hochtraumatisierten Eltern zu entlasten. Ihre Eltern machten sich so zu den Eltern ihrer eigenen Kinder.“ … (S. 221, Beitrag von Gabriele Lorenz-Rogler).

Ich habe schon lange keine Anthologie mehr gelesen und fand die verschiedenen Blickwinkel sehr erfrischend. Zumal einige auch bislang völlig vernachlässigte Aspekte aufgreifen, z. B. dass es eine große Scheu dagegen gibt, sich wirklich mit NS-Tätern in der Familie auseinanderzusetzen. Alles in allem habe ich ganz neue Impulse bekommen, mich mit Aspekten meiner Beziehung zu meinen Eltern zu beschäftigen, die mir bislang gar nicht bewusst waren, z. B. das Unverständnis unserer Elterngeneration uns gegenüber, die wir „alles“ zu haben schienen. Vielfach auch einen Groll gegen uns, die wir vieles nicht erleben mussten, was sie erlebt haben.

Insgesamt würde ich sagen, dass ich den

Das Trauma der Kriegsenkel ist das trauma der KriegskinderSchleier, der über diesem Trauma Thema liegt,

wieder ein Stück weiter zerreißen konnte. Und natürlich werde ich mir sicherlich weitere der in diesem Buch erwähnten Bücher anschaffen …

Die einzelnen Beiträge haben bei mir aber sehr unterschiedliche Reaktionen ausgelöst.

Der erste Beitrag, in dem der Autor Joachim Süss beschreibt, wie es war, in einer Stadt aufzuwachsen, die ursprünglich lediglich ein Standort mehrerer Munitionsfabriken war, hat mich z. B. sehr angesprochen. Die Beschreibung einer Familienaufstellung von Gabriele Mariel Pauls-Reize hat mich fast zum Weinen gebracht. Ebenso wie der Beitrag des Künstlers Andreas Bohnenstengel, (in dem er seine schrittweise Auseinandersetzung mit seiner Familie und die Auswirkungen auf ihn selbst beschreibt). Auch der Beitrag von Daniela Schiffer hat mich unglaublich berührt. Sie beschreibt darin ihre vergeblichen Bemühungen, einen Dokumentarfilm zu diesem Thema zu drehen – und stellt meines Erachtens nach den intensivsten Bezug zu dem Begriff „Nebelkinder“ am besten her. Denn:

das Leid ist groß, aber alles ist ganz diffus und schwammig,

nicht greifbar, aber wirklich darüber reden möchte auch niemand. (Und das ist vermutlich das, was am symptomatischsten ist.)

Aber es gab auch Beiträge, die mich richtig genervt haben. In einem Beitrag geht es seitenlang nur darum, was der Theologe Eugen Drewermann zu dem Thema „Kriegsenkel“ zu sagen hat. Mir erschließt sich ganz und gar nicht, warum das relevant sein soll für mich als Leserin. In einem anderen Beitrag werden eine gefühlte Ewigkeit lang Statistiken präsentiert.

Und da sind wir gleich bei der Schwachstelle des Buches. Auch wenn ich aus der Perspektive einer Leserin schreibe, ist es nicht so, dass ich hier eine Form von Betroffenheitsliteratur erwartet habe. Dennoch will ich als Leserin berührt werden – was ganz und gar nicht von der Verwendung einer bestimmten Sprache abhängt.

Der erklärte Zweck des Buches ist es ja, Leser und Leserinnen zu ermutigen,

neu über Trauma, und die Auswirkungen auf ihr Schicksal

und das ihrer Familie nachzudenken, anhand der Schilderungen der Autoren und Autorinnen in diesem Buch.

Dies ist meines Erachtens nach nur teilweise gelungen, denn eine ganze Reihe der Autor:innen sind in ihren Beiträgen für mich gar nicht richtig greifbar. Ich sehe die Ursache dafür in der Tatsache, dass die Beiträge im Großen und Ganzen für eine Art Fachpublikum verfasst worden sein zu scheinen und manche Autor:innen sich hinter dem Fachlichen verbergen. Das ist echt schade. Nicht nur für die Leser:innen, sondern auch für die Autor:innen selbst.

Nun ja, ich bin vermutlich eine ziemlich anspruchsvolle Leserin, vielleicht beurteilst du das anders. Lesenswert finde ich dieses Buch auf jeden Fall!

Vielleicht magst du etwas zu diesem Thema sagen? Wie immer gilt: ich freue mich, wenn du mir schreibst.

Von Herzen,

Unterschrift Monika Richrath

 

 

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Michael Schneider/Joachim Süss (Hg).
Nebelkinder –Kriegsenkel treten aus dem Traumschatten der Geschichte*
Europaverlag Berlin
ISBN 978-3-944305-91-2
19,99 EUR

Im Trauma Zustand

Im Trauma Zustand

Eigentlich gibt es den Begriff Trauma Zustand gar nicht, aber ich verwende ihn für mich ziemlich häufig. Es gibt viele verschiedene wissenschaftliche Begriffe für diese und jene Zustandsbeschreibung, in denen ich mich nicht immer wiederfinde. Daher der Begriff Trauma Zustand.

Wenn du mir schon folgst, weißt du, dass ich mich

mit Trauma und seinen Folgen

sowohl von innen heraus, als auch von oben betrachtet, beschäftige. Dass ich das so machen kann, empfinde ich echt als ein großes Glück, denn das war nicht immer so. Ich erinnere mich an einen Weihnachtsmarktbesuch. Ich sehe mich selbst da stehen, ich will Räucherstäbchen kaufen. Ich meine mich zu erinnern, dass ich dort allein bin. Räucherstäbchen kaufen, das ist keine große Sache.

im trauma zustand ist nebel im kopfPlötzlich Nebel im Kopf

und Benommenheit macht sich breit. Ich bin verwirrt. Ich weiß nicht was los ist mit mir. Ich habe mit niemandem gesprochen. Aber es ist, als zögen Wolken in meinem Kopf auf. Ich weiß nicht mehr, ob ich die Räucherstäbchen gekauft habe, oder sofort geflüchtet bin. Das ist mindestens zehn Jahre her. Aber an das Gefühl kann ich mich noch ganz genau erinnern. Weil ich mich so gar nicht gut gefühlt habe.

Heute glaube ich,

ich war damals in einem Trauma Zustand.

Was meine ich eigentlich damit?

Da ich mich vor allen Dingen

mit Entwicklungstrauma und seinen Folgen

beschäftige, denke ich heute, ich muss durch irgendwas getriggert worden sein. Wenn du den Begriff Entwicklungstrauma nicht kennst: Der Begriff Trauma bezieht sich hier darauf, dass deine natürliche Entwicklung beeinträchtigt wurde – normalerweise eine Folge der Interaktion mit deinen Eltern oder anderen Bezugspersonen. Da so viele von uns Eltern haben, die den zweiten Weltkrieg als Kinder erlebt haben, haben die traumatisierten Eltern unsere Fähigkeit zur Bindung beeinträchtigt. Das betrifft die Bindung an Menschen, Bindung zu sich selbst und auch die Bindung an den eigenen Körper. Ein Entwicklungstrauma ist also immer auch ein Bindungstrauma.

Vor kurzem habe ich noch einmal die Gelegenheit bekommen,

den Trauma Zustand mit vielen Facetten zu erleben.

Ausgelöst wurde er durch eigentlich etwas Tolles. Ich mache gerade den Kurs „Heilung des Schoßraumes“ von Andreas Goldemann*. In dieser speziellen Session ging es um die „Ablösung von Fremdenergien“. Da hat sich bei mir plötzlich etwas gelöst, etwas, was mich schon mein ganzes Leben lang quält. Es hat etwas zu tun mit ***SC***R**EN*** und weil das für mich so schlimm war, habe ich gewisse Dinge getan, um diese Situation zu vermeiden. Leider haben meine Vermeidungsstrategien dazu geführt, dass ich in andere traumatische Situationen geraten bin, so dass am Ende eine ganze Trauma Serie daraus wurde. Natürlich habe ich versucht, dieses Trauma zu heilen (z. B. durch eine TBT Trauma Buster Technique Behandlung), leider ohne Erfolg. Und dann war es nicht mal mein eigenes Trauma, sondern offenbar ein transgenerationales Trauma. Gut, das zu wissen. Das war sehr hilfreich. Aber das bedeutete nicht, dass sich alles in Wohlgefallen auflöste. Mein System brauchte Zeit, alles zu verarbeiten.

trigger führen schnell zu einer Reaktivierung eines entwickungstraumas

Das ist mir aufgefallen im Trauma Zustand:

Hat eine Trauma Aktivierung oder Reaktivierung stattgefunden, werden andere Traumata gleichzeitig mit aktiviert. Der Bewusstseinszustand ändert sich vollkommen. Man geht an einen ganz anderen inneren Ort.

  • Man ist schreckhaft (manchmal extrem), unsicher und ängstlich
  • Die Koordinationsfähigkeit des Körpers ist beeinträchtigt (ich stoße mich plötzlich überall an).
  • Ich lasse auch ständig Sachen fallen.
  • Ich muss mich häufig vergewissern, dass ich den Herd wirklich ausgemacht habe.
  • Keine Lust mich mit anderen zu treffen. Vor allem auch deswegen, weil ich über diese Dinge nur mit ganz wenigen Menschen überhaupt sprechen kann und mittlerweile ein Bewusstsein dafür habe, dass es am besten ist, gar nicht ausführlich mit anderen darüber zu sprechen, um sie nicht mit meinen Sachen „anzustecken“ (Ja, das gibt es, Trauma ist ansteckend, leider)
  • Erschöpfung und großes Schlafbedürfnis
  • Die Freude geht verloren
  • Das Leben fühlt sich anstrengend an
  • Die Ausgaben für Süßes, Salziges und Alkohol steigen sprunghaft an (ein sicheres Zeichen, dass ich hochgradig unter Stress stehe
  • Häufig das Gefühl, neben mir zu stehen, oder verpeilt zu sein.
  • Und natürlich Flashbacks ohne Ende (die nicht nur aus einem Trauma stammen, sondern verschiedene Ursprünge haben). Die Psychologin Michaela Huber beschreibt sie in ihrem Buch Trauma und die Folgen* als „plötzliches intensives Wahrnehmen von Traumabestandteilen mit Wiedererlebensqualität“. Bei mir nun kunterbunt gemischt aus den verschiedensten traumatischen Situationen. So sehe oder fühle ich mich in der einen Minute fallen (mein Sturz ist erst wenige Monate her), eine halbe Stunde später habe ich plötzlich das Gefühl, einsam, verwirrt und verzweifelt durch die Stadt zu laufen, in der ich wegen meiner Liebsten eine Zweitwohnung bezogen habe (ein paar Jahre jetzt her) und ein paar Sekunden später bin ich wieder in der Gegenwart.
    Ich sollte unbedingt noch erwähnen, dass diese Flashbacks nur dann zu kommen scheinen, wenn ich allein bin. Wenn ich mit anderen zusammen bin, geht mein Geist (meine Psyche?) nicht auf Wanderschaft.

Dieser Zustand kann sich über Wochen erstrecken. Zum Glück gibt es ganz viel, was ich über mich gelernt habe durch meine intensive Beschäftigung mit dem Thema Trauma und intensiver Selbstbeobachtung, so dass mich solch ein Zustand (so unangenehm er auch ist) nicht mehr umwirft. Es geht mir dann zwar nicht so gut, und ich muss mich ziemlich anstrengen, aber ich komme klar. Und trotzdem: diesen Zustand gilt es zu vermeiden.

Ich habe ihn diese Woche als Thema ausgewählt,

weil darauf mein Intensivkurs abzielt.

Weil bei so vielen Menschen Hochsensibilität und Entwicklungstrauma eng verknüpft sind (nicht ursächlich, sondern eher durch die Umstände), ist es mehr als sinnvoll, einen großen Bogen um Trauma Themen zu machen. Und das tun wir. In meinem online Kurs zu Hochsensibilität beschäftigen wir uns lediglich mit den Lernerfahrungen, die wir in unseren belastenden Kindheitserfahrungen gemacht haben – und auch nur, indem wir diese positiv klopfen, ohne sie weiter zu untersuchen oder in ihnen rumzugraben. Das funktioniert ausgesprochen gut.

Und wenn dabei herauskommt, dass man nach einem Jahr Klopfen viel weniger extrem auf Trauma Reaktivierungen reagiert (denn die wird es weiterhin geben), dann hat man schon super viel für sich erreicht!


Von Herzen,

Unterschrift Monika Richrath

 

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Foto von Thiago Matos 

Warum wirkt EFT bei mir nicht?

Warum wirkt EFT bei mir nicht?

Hast du vielleicht auch schon mal längere Zeit geklopft? Hattest das Gefühl, dass EFT wirklich funktioniert? Warst begeistert darüber, wie Entspannung durch das Klopfen kommt. Oder zu kommen schien? Auch wenn es vielleicht mysteriös erschien, warum EFT wirkt oder was da überhaupt wirkt.

Aber trotzdem hast du vielleicht nach einer Weile wieder aufgehört, weil du gemerkt hast, dass sich doch nicht wirklich etwas ändert.

Funktioniert EFT doch nicht?Die Frage was zu tun ist

Oder nur bei dir nicht? Mit diesen Zweifeln bist du nicht allein. So scheint es offenbar vielen, vielen Menschen zu gehen. Ich habe vor kurzem ein neues Freebie erstellt mit dem provokativen Titel „7 Fehler, die du beim Klopfen machen kannst“, das wird mir quasi aus der Hand gerissen. Viele Menschen haben also offenbar den Eindruck, dass EFT bei ihnen nicht funktioniert. Das ist auf folgende 2 Faktoren zurückzuführen:

1. Faktor: Zeit/Dauer

Um Veränderung zu bewirken braucht es kontinuierliches Klopfen über einen längeren Zeitraum.

Ich habe ja schon oft gehört, dass Menschen meine Lebensgeschichte sehr inspirierend finden. Ich bin nämlich den Großteil meines Lebens ein zutiefst unglücklicher Mensch gewesen, immer mit einem Bein in Depressionen und mehr als einmal hing mein Leben nur noch an einem seidenen Faden. Daran haben auch die mehr als 20 Jahre Psychotherapie nichts geändert. Aber nachdem ich das EFT Klopfen nach mehreren Anläufen wirklich richtig gelernt und in in meinen Alltag integriert habe, hat sich mein Leben auf erstaunliche Weise verändert. Ich habe zu meiner großen Überraschung herausgefunden, dass in mir ein ganz fröhlicher, optimistischer Mensch steckt. (Heute wundert es mich ehrlich gesagt gelegentlich, wie ich überhaupt durch die ersten 40 Jahre gekommen bin. Aber wie gesagt, manchmal band mich nur noch ein Hauch ans Leben.)

Aber diese Veränderung konnte nur stattfinden, weil ich geklopft habe, und weil ich sehr beharrlich war.

man sollte eft richtig klopfen lernenIch habe ein paar Jahre lang jeden Tag geklopft.

Ich glaube aber, dass ich nichts Besonderes bin. Die meisten Menschen können vermutlich etwas Ähnliches für sich erreichen – wenn sie wirklich kontinuierlich klopfen (Und heute muss ich auch sagen, dass es natürlich auch von der Schwere der erlittenen emotianalen Traumata abhängt). Ein Jahr ist dabei das absolute Minimum.

Wenn man sich darauf einlässt, kann man Großes erleben. Höre dir gerne das Testimonial von Sabine, einer Teilnehmerin meines Intensivkurses an.

von Testimonial Sabine

Klopfen wirkt. Immer.

Selbst, wenn du vielleicht nichts zu spüren scheinst, wirkt das Klopfen auch auf einer biologischen Ebene. In diesem Artikel kannst du nachlesen, was in einer Stunde Klopfen alles passiert.

Ich bekomme von Menschen, die mit mir morgens ein Switchword klopfen (was nur 1 Minute dauert), immer wieder die Rückmeldung, dass eine Minute klopfen ausreicht, um mit einem Lächeln gut in den Tag zu starten.

(Falls es dir nach dem Klopfen schlechter gehen sollte als vorher, liegt eine Störung in deinem Energiesystem vor. Dann könntest du mal diese energetischen Übungen von Donna Eden machen zum Homolateral Crossover. (Ich habe dazu auch eine deutsche Anleitung erstellt, die du hier findest).

Ich habe natürlich keine Ahnung, wie lange die Menschen klopfen, die den Eindruck haben, dass EFT bei ihnen nicht funktioniert, weil die Veränderungen ausbleiben. Aber ich treffe immer wieder auf Menschen, die eigentlich gute Erfahrungen mit EFT machen, es aber einfach aufgeben, sobald sich der erste kleine Erfolg einstellt.  Zeit/Dauer ist also eine der Ursachen, weswegen es keinen durchschlagenden Erfolg gibt. Aber es gibt noch etwas anderes und das ist der

2. Faktor: Fehlendes Bewusstsein bzw. fehlende Anerkennung

Was meine ich damit? Bei so Vielen ist das Leid sehr groß. Aber auch wenn nur es ein Bewusstsein dafür gibt und eine große Sehnsucht danach, geheilt zu werden, vielleicht auch wieder ganz zu werden, glaube ich, dass die wenigsten Menschen wirklich begreifen und verstehen, wie tief ihre Verletzungen eigentlich sind.

Was es bedeutet, mit z. B. depressiven Eltern aufzuwachsen, die einfach nicht für einen da sind, die so mit sich selbst beschäftigt sind aufgrund eigener Traumatisierungen und ihrer Folgen (z. B. durch Erlebnisse als Kinder im 2. Weltkrieg), Sucht, Krankheiten usw., dass keine Aufmerksamkeit für die Kinder übrig bleibt. Welche Folgen dysfunktionale Familien überhaupt für die Entwicklung von Kindern entstehen, die in dysfunktionalen Familiensystemen und ihren Strukturen aufwachsen?

Entwicklungstrauma als folge dysfunktionaler familienEntwicklungstrauma was ist das?

Vielen Menschen ist die Definition Entwicklungstrauma überhaupt nicht bekannt, dabei betrifft dieses Phänomen weite Teile unserer Gesellschaft, weltweit. Ich fokussiere mich hier allerdings hauptsächlich auf Deutschland, also zumindest auf jene, deren Eltern den 2. Weltkrieg als Kinder miterlebt haben. Aber wenn du in einem Alkoholiker Haushalt aufwächst oder deine Eltern psychisch krank sind, entfällt der Altersfaktor ohnehin. Man weiß natürlich nicht, wieso manche Menschen „es schaffen“, trotzdem ein gutes Leben führen oder gut relativ unbeschadet durchs Leben kommen. Ist das alles nur eine Frage der Resilienz?

Ich selbst bin geneigt, den Zusammenhang mit einer

von Natur aus vorhandenen Hochsensitivität herzustellen

(was nicht das gleiche ist wie Hochsensibilität). Die Fähigkeit, Dinge (also auch Verletzungen) intensiver wahrzunehmen als andere Menschen, kann dann zu einer sog. Vulnerabilität führen (das ist der wissenschaftliche Begriff).

Ein Entwicklungstrauma bedeutet, dass wir in unserer natürlichen Entwicklung beeinträchtigt wurden.

Ein Entwicklungstrauma ist daher immer auch ein Bindungstrauma

und beeinträchtigt unsere Fähigkeit zur Verbindung, mit anderen Menschen, mit uns selbst, mit unserem Körper, mit dem Leben.

Das trifft uns bis in die tiefsten Tiefen unserer Existenz.ein entwicklungstrauma ist immer auch ein bindungstrauma

Ich denke, dass es an der Zeit ist, anzuerkennen, dass das, was man mit dem Klopfen von Sätzen allein erreichen kann, einfach beschränkt ist. Zum einen, weil es zu viele offene Baustellen gibt. Zum anderen, weil man jederzeit allein Gefahr laufen kann, sich selbst zu retraumatisieren (etwas, was es unbedingt zu vermeiden gilt).

Was also ist zu tun?

Ich habe einen ganz neuen Ansatz des Klopfens entwickelt, sozusagen eine deutsche Variante des Conscious EFT von Nancy Forrester. Ich nenne meinen Ansatz Achtsames EFT klopfen.

Um beiden Faktoren Rechnung zu tragen, habe ich den Intensivkurs entwickelt.

Ein Jahr lang klopftst du positive kurze Impulse (die persönlich auf dich angepasst sind), um die Lernerfahrungen zu verändern, die du in deinen belastenden Kindheitserfahrungen gemacht hast.  Der Intensivkurs ist also ein Hochsensibilität online Kurs, in dem du außerdem Verbindung in einer kleinen Gemeinschaft mit Menschen erfahren kannst, die ähnliche Dinge erlebt haben wie du. Der Intensivkurs bietet dir einen sicheren, triggerfreien Raum, in dem wir uns auf konstruktive Weise mit den Auswirkungen von Trauma beschäftigen, ohne selbst überhaupt je in die Nähe des Traumas zu gehen. Ich sorge jederzeit persönlich dafür, dass du einen Impuls hast, mit dem du dich wohl fühlst.

Ich bin selbst davon überrascht, wie gut dieses Konzept aufgegangen ist. Alle, die bis jetzt den Kurs durchlaufen haben, wollten nach dem Ende noch eine Weile weitermachen!

Ich für meinen Teil kann sogar sagen, dass alle, die sich bis jetzt wirklich auf diese Reise zu sich selbst eingelassen haben, im Laufe des Jahres erblüht sind, aus sich selbst herausgewachsen sind. Das klingt ein bisschen kitschig, aber das kann man genau so sehen.

Von daher kann ich dich nur ermuntern,

dich auf die Klopftechnik für Hochsensible 2.0 einzulassen.

Es funktioniert (sofern du nicht sehr schwer traumatisiert bist). Es ist an der Zeit, den Anspruch aufzugeben, es alleine erreichen zu wollen oder müssen. Das kann übrigens auch eine Lernerfahrung sein, die man aus einem Entwicklungstrauma ziehen kann.

Am 17./20./21. April 2023 hast du die Gelegenheit, schon einmal ein bisschen Intensivkurs Feeling zu schnuppern. Da stelle ich dir in einem kostenlosen Workshop die 3 Wege des achtsamen Klopfens  vor und du erfährst, warum das gerade für Menschen mit belastenden Kindheitsrfahrungen so wichtig ist.  Und wir klopfen natürlich auch! Du hast die Möglichkeit, mich und meine Arbeit live zu erleben und erfährst mehr über den Intensivkurs.

Ich freue mich auf dich!

Von Herzen,

Unterschrift Monika Richrath

 

 

 

 

Foto von Monstera

Foto von cottonbro 

Hochsensibilität Spiritualität und Trauma

Hochsensibilität Spiritualität und Trauma

Gesellschaftlich gesehen scheinen Hochsensibilität, Spiritualität und Trauma nicht sehr gut zusammen zu passen – oder werden zumindest so behandelt – dabei gehören sie doch eigentlich zusammen. Wenn auch nicht für alle, doch für sehr viele Menschen. Zumindest für die, für die ich hier schreibe.

Ich schreibe für dich, wenn du hochsensibel bist und wenn du belastende Kindheitserfahrungen mit dir rumschleppst. Folgen eines Entwicklungstraumas, das du nicht los wirst.

In der hochsensibilität ist man empfindlich für StrahlungEigentlich sind Hochsensibilität und Spiritualität ein perfektes Duo.

Weil Hochsensibilität ja auch eine Hochsensitivität mit einschließt. Letzteres beinhaltet eine intensivere Wahrnehmung. Eben auch von Dingen, die andere Menschen nicht wahrnehmen können. Zum Beispiel unerwünschte Energien. Zum Beispiel die Gefühle anderer Menschen spüren. Oder feinstoffliche Energien wahrnehmen.

Auch, wenn sehr viele hochsensible Menschen im Kopf gefangen sind oder schnell im Kopf sind (vermutlich weil Gefühle eher schmerzhaft sind), ändert das nichts daran, dass sie per se prädestiniert sind, Wanderer zwischen den Welten zu sein.

Ich bin ein spiritueller Mensch, auf eine bodenständige Art.

Wenn man das so sagen kann. Früher konnte ich mit vielen Dingen nichts anfangen. Engel fand ich z. B. komisch. Sowieso, sobald die Sprache zu esoterisch wurde, ging ich sofort auf Abstand. Dann war ich einmal mit meiner damaligen Partnerin auf einer Frauenmesse, wo wir zu einer Engelsmeditation eingeladen wurden. In der Meditation wurde für uns ein Engel gerufen, Erzengel Michael. Seitdem ist er da. Eine dunklelblaue Präsenz, die  hinter mir steht. Mit dem ich mich aber gar nicht befasse. Ich spüre ihn einfach.

Meine innere Familie ist mir sehr viel näher. Und schwupps, sind wir

mitten drin im Feld. Im Trauma.

Meine innere Familie lebt vielleicht auf einer anderen Frequenz meines Bewusstseins als der Engel. Aber sie sind nicht sehr weit voneinander entfernt.

Ich hatte einmal ein Zimmer in einer WG, in dem hat es gespukt. Da hab ich sogar etwas gesehen. Eine Art Unheimliche Begegnung der dritten Art. Ein Wesen mit einer Ausstrahlung wie die schwarzen Reiter in Herr der Ringe, mit Hunden. Es hat mich verstört, mit fliegenden Fahnen bin ich wieder ausgezogen. Ich konnte damit nichts anfangen. Im Grunde hätte ich jemanden gebraucht, der mir die spirituelle Welt erklärt. So habe ich das alles ganz tief vergraben, es war zu beängstigend. Wieder mal ein Zeichen dafür, dass ich anders bin als andere Menschen …

Später hat sich für mich doch eine Tür geöffnet, ganz langsam kam ich

mit Spiritualität in Berührung.

Zunächst mit Feng Shui (wo es ja auch darum geht, Energien wahrzunehmen – auch negative – und vielleicht etwas zu verändern). Den größten Schritt habe ich mit meiner Anleitung für die Rauhnächte gemacht. Die habe ich erstmal für mich geschrieben. Ich wollte etwas ganz Bodenständiges, ohne esoterisches Gesülze. (Das ist eingeschlagen wie eine Bombe damals).

Von da an habe ich mich weiter entwickelt. Ich weiß, dass es Dinge gibt, die kann man nicht erklären. Dinge, die ich nie für möglich gehalten hätte. In meinem alten WG Zimmer würde ich heute nicht mehr nur eine Minute bleiben.

Im Zuge dessen bin ich mehr im Internet unterwegs und sehe mir auf youtube Videos von sogenannten spirituellen Kanälen an. Meistens stehen mir die Haare zu Berge.

Ich finde, da wird noch viel mehr Unsinn verzapft als in der „realen“ Welt.

(Es will mir zum Beispiel nicht in den Kopf hinein, warum Lichtarbeiter:innen kein Interesse an materiellen Dingen haben sollen. Es können doch nur ganz wenige Menschen von Lichtnahrung leben vermutlich). Da gibt es noch mehr Konkurrenzdenken, noch mehr Ellenbogen, noch mehr „ich bin besser als du“.

Ich habe schnell gemerkt, dass man die Spreu sehr gut vom Weizen trennen muss und (einen) Menschen finden muss, den man als wahrhaftig und vertrauenswürdig empfindet. Silke Schäfer ist jemand, den ich sehr vertrauenswürdig finde – mit einer spannenden Botschaft zum Jahr 2022.

Solange es in meinen Artikel vorrangig um Hochsensibilität ging, war es kein Problem, meine Artikel überall auf Facebook zu posten. Da war ich in ganz vielen Gruppen, auch spirituellen.

Als ich begann,

mich mit belastenden Erfahrungen in der Kindheit, Entwicklungs- und Bindungstrauma zu beschäftigen,

änderte sich das. Plötzlich war ich nicht mehr in der Gruppe. Oder die Artikel wurden nicht mehr freigegeben. Als würde mir die Tür vor der Nase zugeschlagen. Erstmal war ich verwirrt, dann habe ich mich geärgert.

Ist das Thema Trauma zu krass für Spiritualität vielleicht?

Nicht rein genug? Zu nah dran an unschönen Gefühlen?

Ich verstehe es einfach nicht. Vor allem, weil man auch mit Energiearbeit und spirituellen Praktiken immer wieder an seine Traumata gestoßen wird. Das gehört zum persönlichen Wachstum einfach dazu. Denn die belastenden Kindheitserfahrungen werden ja überall gespeichert, nicht nur im physischen Körper, sondern auch in den feinstofflichen Körpern. Und wenn man es schafft, ein Trauma aus dem Körper/den Körpern zu lösen, dann ist das eine verdammt physische und emotionale Erfahrung.

spiritualität und trauma gehören zusammenHochsensibilität, Spiritualität und Trauma sind sich ganz nah.

Häufig greifen sie ineinander. Da Entwicklungstrauma ja immer auch ein Bindungstrauma ist, beeinträchtigen unsere  Erfahrungen unsere Fähigkeit zur Verbindung. Vermutlich auch unsere Fähigkeit, uns mit allem verbunden zu fühlen. Dabei kann Spiritualität unglaublich hilfreich dabei sein, leichter und besser mit Trauma umzugehen. Die Grenzen sind fließend.

Außerdem ist Spiritualität überall: in der Natur und in Tieren. Für mich hat Klopfen auch eine spirituelle Bedeutung, ist Klopfen gelebte Spiritualität. Zum Beispiel das tägliche Switchword Klopfen. Probiere es gerne aus. Das mache ich jeden Tag.

Wir brauchen Spiritualität unbedingt, wenn wir von Entwicklungstrauma „heilen“ wollen, wenn wir einen Sinn finden wollen, in unserem Leben, in unseren Erfahrungen.

Letzten Endes geht es darum, die Seele zu heilen. Aber das kann doch nicht geschehen, wenn man so tut, als existierten die Belastungen nicht …

Ich mache jedenfalls so weiter wie bisher. Und du kannst meine Arbeit unterstützen, indem du meine Beiträge teilst, wenn das für dich möglich ist.

Kann man Spiritualität lernen?

Man kann Spiritualität entwickeln. Komm gerne in meine Telegramm-Gruppe und schau, wie einfach Spiritualität mit Klopfen geht.

Außerdem habe ich zwei Buchtipps, von Büchern, die sehr gute Grundlagen geben: „Licht-Arbeit“* von Barabara Ann Brennan und „Medialität und Hellsichtigkeit“* von Beate Bünzel-Dürlich.

Was sagst du zu diesem Thema? Ich freue mich über deine Meinung und wenn du sie mit uns teilst.

Von Herzen,

Unterschrift Monika Richrath

 

 

 

Image by Gerd Altmann from Pixabay 

5 Menschen, die mein Bewusstsein verändert haben

5 Menschen, die mein Bewusstsein verändert haben

Es gibt Menschen, die meinen Lebensweg mit Hochsensibilität, Hochsensitivität, EFT Klopfen, belastenden Kindheitserfahrungen und Entwicklungstrauma ganz maßgeblich beeinflusst haben – ohne, dass ich ihnen je persönlich begegnet bin. Sie wurden mir zugespielt. Jede:r hat auf seine Weise mein Leben tief erschüttert.

Da der Sommer ja traditionell eine Blogparadenzeit ist, dachte ich, ich starte mal wieder eine Blogparade und setze diesen Menschen in meinem Leben ein Denkmal. Vielleicht hat die eine oder der andere ja Lust, sich anzuschließen? 

1. Die irische Journalistin und Schriftstellerin Nuala O’Faolain

Die Aussprache ihres Namens ist ungefähr: Nola Afoilan. Zufälligerweise fiel mir in der Leihbücherei ein Hörbuch in die Hand, mit dem Titel „Nur nicht unsichtbar werden“, den Namen der Autorin Nuala O’Faolain hatte ich noch nie gehört, aber der Titel sprach mich an.

Beim ersten Mal konnte ich die CD nur in ganz kleinen Etappen hören. So sehr hat mich das, was sie erzählte, erschüttert. In dem Buch beschreibt die Autorin ihre Kindheit in Irland, die geprägt wurde durch die intensive und schwierige Beziehung ihrer Eltern. Der Vater glänzte vornehmlich durch Abwesenheit und überließ Nuala O’Faolain und ihre Geschwister der alkoholkranken der Mutter. Drei Dinge liebte die Mutter: den Vater, Alkohol und Lesen. Mit allem anderen wollte sie sich nicht beschäftigen.

Ganz abgesehen von den Parallelen zu meinem eigenen Leben, erschütterte mich zutiefst, dass die Autorin Gefühlen in mir Namen gab: Das Gefühl, unsichtbar zu sein,

das Gefühl, nicht wichtig zu sein, das Gefühl, nicht wichtig genug zu sein.

Meine Kindheit wurde von von dem Gefühl beherrscht, dass meine Mutter eigentlich etwas anderes wollte, z. B. meinen Vater, ein aufregendes Leben voller Kunst und Kultur, etwas erleben, nicht Mutter sein von fünf Kindern …  

 

2. Eva Maria Eleni

Auf Eva Maria Eleni wurde ich vor vielen Jahren zunächst auf facebook aufmerksam. Ihre Vorhersagen zur energetischen Qualität der Monate fand ich ziemlich spannend. Ihr gebührt der Verdienst, mich in die Grundlage der Energiearbeit eingeführt zu haben – ganz nebenbei und ohne, dass wir uns je persönlich kennen gelernt hätten.

Jedenfalls habe ich festgestellt, dass die Dinge, die sie beschrieb, tatsächlich in meinem Leben geschahen. Und ich stellte ebenfalls fest, dass es Tage gab, an denen ich das Gefühl hatte, draußen gegen eine gallertartige Masse zu laufen. Durch Eva Maria Eleni erfuhr ich zum ersten Mal von Portaltagen. Im Laufe der Zeit lernte ich, bestimmte Symptome und Gefühle mit Portaltagen in Verbindung zu bringen. Und

ich lernte auch, auf meine eigene energetische Wahrnehmung zu achten.

Alles, was jetzt ist und sich entwickelt, baut auf dem auf, was ich durch Eva Maria Eleni gelernt habe. Du kannst Eva Maria Eleni hier auf youtube finden.

3. Jennifer Cincurak

Jennifer Cincurak ist meine absolute Lieblings EFT Coach und Therapeutin. Seit sie mir vor Jahren als Organisatorin des Money Mindset Summits zugespielt wurde, (ein Klopfkongress, der sich ausschließlich mit dem Thema Geld befasst), folge ich ihr immer wieder einmal. Und das aus sehr gutem Grund. Denn Jennifer ist nicht nur einfach ein Money Mindset Coach, sondern beschäftigt sich mit Themen für conscious entrepreneurs, also Unternehmer:innen, die nicht einfach nur Geld verdienen möchten, sondern das Bewusstsein anderer verändern möchten. Dabei ist sie eine unermüdliche Forscherin. Das Thema Trauma kam schon im Money Mindset Summit vor.

Sie ist letzten Endes diejenige, die mich mit dem Conscious EFT Ansatz von Nancy Forrester bekannt gemacht hat, der dazu geführt hat, dass ich meine eigene Arbeit vollkommen verändert habe, indem ich den achtsamen Ansatz übernommen habe und meinen Hochsensibilität online Kurs,

den Intensivkurs „Besser umgehen mit Hochsensibilität“

entwickelt habe. Ich folge ihr eher etwas lose, aber immer, wenn ich wieder auf sie stoße, bin ich total begeistert, weil das, womit sie sich beschäftigt, für mich interessant ist. Sie ist mir sozusagen immer ein paar Schritte voraus.

 

 4. Diane Poole Heller

Eines Tages im Internet wurde ich auf magische Weise auf das Buch „Tief verbunden“ von Diane Poole Heller aufmerksam gemacht. Die deutsche Übersetzung war gerade vor einigen Tagen erschienen. Mein (vorerst) letztes Puzzleteil, was noch gefehlt hat. Welche Auswirkungen dieses Buch auf mein eigenes Leben hatte, kannst du hier nachlesen.

Es ist zu komplex, um es hier zu beschreiben. Vielleicht lässt es sich damit zusammenfassen: Durch Diane Poole Heller habe ich verstanden, wie wichtig Bindung und Verbindung für Menschen ist, dass

ein Entwicklungstrauma letzten Endes immer auch ein Bindungstrauma ist

und dass man es überwinden kann.

 5. Andreas Goldemann

Ich bin immer noch geflasht von Andreas Goldemann und seinem Gesang. Oder immer wieder neu. Er hat es geschafft, dass ich in meinen Körper eingezogen bin. Er schafft es, dass ich nach und nach Dinge aus meinem System loslassen kann.

Und er hat mich sehr inspiriert für meine eigene Arbeit. Die Arbeit mit einer Gruppe zu einem bestimmten Thema auf allgemeiner Basis, aus dem sich jeder das herausziehen kann, was er/sie gerade braucht, finde ich grandios.

Allerdings erstellt Andreas in solch einem Affenzahn neue Kurse, das ich überhaupt nicht hinterherkomme. Er ist der einzige übrigens, dem ich immer folge … und es ist wirklich spannend, seine Arbeit zu verfolgen und mitzuerleben, dass das, was er macht, immer tiefer zu gehen scheint (es kann natürlich auch sein, dass es bei mir immer tiefer geht, das weiß ich nicht).

All diesen Menschen bin ich zutiefst dankbar für ihre Wirkung auf mein Leben.

Wenn du auch Menschen hast, bei denen du dich bedanken möchtest, mach doch mit bei meiner Blogparade. Das geht so: Du schreibst einen Artikel auf deinem Blog (auf dem du diese Blogparade mit Link erwähnst) und postest deinen Artikel in die Kommentare unter dem Artikel. Wenn du keinen eigenen Blog hast, kannst du ihn direkt in die Kommentare posten (Bitte vergiss nicht, aufgrund der Lesbarkeit viele Absätze zu machen!)

Ich freue mich, wenn du dabei bist!

Von Herzen,

Unterschrift Monika Richrath

 

 

Image by Chrystal Elizabeth from Pixabay 

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